Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 61 (4.8.1922)
- Date
- 1922-08-04
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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/f Nr. öl JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 401 vor« eaie die rr5 ־־ m / Mittwoch, den 18. Äognst t 8 ן2«4£^י IJlir abends, Blütlmer-Saal, Lüfzowsfr. 76 *%׳n *äg ל1 Redner: l i vücä hum Kt*>' L 'u % Präsident der Zionistischen Exekutive; (CT» |י'ן> ”/,?CT -»CT r*;1 >üi«i läC'üW JjÜ& t'n.'ö VW iii* Foruer werden sprechen: Felix Roscrtbiüth, Df. Arthur Hantko u. a. Eintrittskarten von Mittwoch, den 0. An!n:s! ab zum l’rciso von M. B, 10, 20, 80, 50 zuzüglich ]0% Aufschlag Air den J. N. F. in den zionistischen B'iros Scvdclstraßn .'i \1tul Sli.׳'hd׳j1d:n StmArt O hni Worfhoim und Ttfitn X/ rtnrlr dah'Sa in מי/^ז P11rt!^tnM/l!1tMrf1\n *•״••«'׳ * * V. .^v/ T '•״ 7׳-'״* *׳י* ז״ **י* *י׳V) VV J V ׳u /IlU|OVII1«£ iUl V1CU tu ucu und Silchnseho Straße 8, boi Wertheim und Bote & Bock, sowie in den Buchhandlungen Kwer, Kncsobcckstraße 44*55 und Flensburger Straße »0, «•% ■yurrww* m-m ^■1! -!yi^m■1 ״■ rzK, dta dem I5cimti er-!lein Dm- 111 er ereu turn, licht ah'iecht;ein-!fer1- Jrod micl nmii י 1.1> also, tum, ysik, jiulc Die iecle Ibstnein lieslidifdite iclit, den 6108 sott. Die Berliner Judensthalt wird den Vörzng haben, an diesem Tag Männer in ihrer Mitte begrünen m lV.'.ncn, die bei der t:rrcir!1:mg de״■ Erfolges führend nilftc.’rbeitct haben. Der Vorsitzende der Zionistischen Lxcku.ivc N ג h u in Sokolow vri.d in Berlin sprechen, ferner der'bekannte /Eiiisiisclie Füll rer Dr. Schmarja Lew in. Außer diesen bei Jen wen lest noch eine Reihe j!!fiif'ihi'r Zionisten zu Worte kommen. Die Verr.ainmliri-j i'iihic־.;.t:t:v/.>.l1, am l&. August, im Eü;lue.־-S.:,1־!, Berlin, Liitzuv/str, 76, statt. Die Linhcrui'cr erwarje», daß die fk‘;!:.1:'r Zianisten '« l’i.i'.ht empfinden werd;,1, diese Versammlung zu ״er würdigen Alam.'cciaficn zu gestalten. Rein Zionist 1 darf fehlen. l'mJ darüber tinras ergeht die Dukuhing (m die Berliner JuJe.1, den:*, die Eu'.sch :klung des ' Völe.binde־: über dir Lrrckh ng ein:,• jil'i״eben iE.hn- Gne ist ch Ereignis, dr, da:; ganze j:.di:1h? Volk r;;c!1: und allen JuJt.n B.'li'.ltien aufeilegt. Wir er- ן v.n c:\ dai! die Berliner Juden dem Rufe Fo'gc 1■ ixten 1 werden. Dritte Weltkonlcrenz der llitnduiulii Am 8. bis 10. August beginnt in Berlin <Hc l Wcitkonicienz der 1״!i!:!ebcimi! H-1j>x:!-!!ar.!r-Zv'irc bon“. Die Konteren? hat {!/::;cn.le Ta g c so r 11 n 4׳ n g: 1. Die Lage in der Weltbewegung (Rechenschaft!;- tK'ikh; des i!,־Hinibureaus}. 2. Die Lage in PaiiPiina (Referent I. S p r i n 7. n Ir). 3. Pregraiitmfragcn: a) Das Wesen der Hitadnludi (detcumt Arlosoroff), b) unsere Stellung in der zionistischen A1bci1׳־be\vcgung (Rcfennt 1:1. Kapian), c) unser Verhältnis’zur rdlwelUicbcn A,beiterbewcgutij׳ (Referent Dr. A. K n 7.11 c 1 so »). i Uurere Stellung im Zionismus uiul bahn Aufbau Palästinas, n) Organisation der Kräfte des Volkes 711111 Auibau der, Landes, b) Kolon txntiona- und iuaanzprcblcme (Referenten I. Aronowitsch Eli. Arlosoroff, I. Lofban). 5. Die Orgamsaiionsforinen unserer Bewegung (Refcreut Dr. K a z n c I so n). ״. Verschiedenes, Beschlüsse, Wahlen. Als Korreferenten in der J'rügrammfrage werden Kebowitski (Bcigicn) und Cmrfunkel (LUattcn) sprechen. Am J4. August, sofort nach Schluß der Weltronfetenz wird in Berlin eine K u 11 u r k o 11 f c r c ח z r־'u,’.mmenlroten, die auf Anregung der I litaduhitii ein- IHmien wurde. Die Tagesordnung dieser Kultur!,onfeist iolgcnde: '1'0יה Atensdien her empfangen. Aber in seinem Wesen, י־ dem vom Menschen Eilcbtcn, wie von ihm nach- | ״aglich Gedeuteten liegt cs, daß das Göttliche dein | tenschen sidi schenkt. Das ist der Quell der Gnade, |ז'ל für die Religion, wie sie für uns überhaupt bcwihmgsvoÜ erscheint, im Mittelpunkt steht. Alle die ח»?־ז'ן von der Allmacht Gottes, der relativen oder abso- 1•tun Freiheit des Menschen nehmen, hier ihren Aus-• Und ihre philosophische Unlösbarkeit hat darin "י|}זי Grund, daß das Transzendente mit dem Netz der!׳■«:,eiligen Begriffssprache nicht cingefangcn werden j *,Inn. , Dieses Bcschcnktwerdcn vom Jenseitigen, vom j ,ottlirhcn her ist für das Judentum als echte Rdigiositlit I E;nc Sclhslvcrständliehkeit, Wo davon geredet wird, da J'«elneht es nur, um den jüdischen Sper.i.ilfall dieser Ce- ,.naduiig, nämlich die Auscnvählung des jüdische» Volkes Licht zu rücken. Brod glaubt aber in der human- ״^‘versalcn Bedeutung des jüdisch-religiösen Lebens- , L« eine ganz andere Gnade zu entdecken, daß cs!ל" Atcnschen in individualisierender Weise mit je einem!^sonderen Schicksal, einer eigentümlichen Daseinsr’״aung■ beschenke, die in der Richtung einer gerade dieser J'rsbnlichkeit sich darbictcmlcn Gnadcnhegabung wir- ';fn sollen. Darin scheint uns das Bild vom Judentum: ״? ןdehnet zu sein: Diese individualisierende Gnade nur |? Widerschein der verallgemeinernden christliclien im Llcf<: des Autors. Die .Zeichnung zurcchtgarückt, err,..' vielmehr folgendes: Das Leben mit der ganzen 1 , *e seines Gehaltes ist OeschenJc, Gnade, ״Diesseits- *d׳ rCr?’ liie gottgewollte Reaktion des Begnadeten ist! '? ..rfüliung des göttlichen Gesetzes. Brods Gmnduntcr- ו e dung zwischen edlem und unedlem Unglück, zv.l:!;he.1 1. Die hebräische Kultur unserer Zeit (Referent Ch. Dinlik). 2. Die pädagogischen Ideale und imsere Erzäehungsaibeir (Referent Qi. ürünberg). 3. Lelv'crausbüdung (Referent Dr. Siegfried Bernf e I d). 4. lieber die pädagogischen!deale und die Menschenhiiding (individuelle und soziale Erziehung, Referent Dr. l).,vkl Koigen). 5. Eivi: liung außetualb der Schule (Referent Prof. S c 11!1 eit r s o 11 nt, 6. Soziale V0!'.scrz.'cl1u!1ft (ReferentS. Pogatschow), 7. Dir jiuüs.he Schule (Referent Altcrmann), Dazu vrird uns aus Kreisen der Fraktion ge* schrieben: Die Exekutive der zionistischen Föderation ״I iiiacliduth I inpoei-l laznVr-Zci'rc Zion“ hat ihre dritte Verbamlskonfereiiz nach Berlin emberufen. Im /usammerhang (!־'!מזר ht auch dis Hauntbüro tlcr liiiachduth hierher übcrsiedclt, so daß ־— wie für nndeie jüdische Or1!־ani״,!uion — audi für die lüiachduih Berlin zum organisatorischen Mittelpunkt und zum Si(z!! *r;•v ralvi Leitung geworden ist. Der Weg der Ilintcluluth hat •bekanntlich mit der Prager Konferenz hcgomieti, di:! im März 1020 zusammen-;;eta’lrn, als erster Versuch verstanden werden muß, im di den ','.,irren eine ־, vierlii'irigcn Krieges und dreier :,;oder Revohr.ioneii die zionistische Junginamischaft aller L iiaier zu polili-:et1rr׳ und praktischer Einheit zu verbinden; rie zugleich so eng als möglich durch den!:•iH'iabgeii Kontakt mit I fapoel-Hazai'r — der palästinensisflu-n Arnci'crwclt an/ugiicderii. Dieser Versuch ist, wie lieuie!״!•!,bückend übersehen werden kann, damals mir unvollkommen gelungen. Die Prager Konferenz hat l:;u!::1 1n-.hr als eine Arbeitsgemeinschaft auf praktisch hrei'cr Aktion•'!)■)• b 7u:.c'r"c:1) während sic eine endgid:i:e prinzipielle Verständigung der verschiedenen G:Sippen, die sie blUc'on (Palästina und Galuth: Osti1Ri:1׳׳ und Westindcn) beim ersten Zusammentreffen zu konsliluiercn noch nicht vermocht hat. Vielmehr zeigte sich schon damals klar, daß diese allgemeine — prinzipielle und polnische — Vereinheitlichung erst den Endpunkt!יו!׳er I.11׳!g־n:::c11 und organischen Erziehungstiitigkcit wen!•' IriVcn können. Dennoch hat sich die junge Föderation längere Zeit die c*1 i׳:nc.c:1 Arbeiten nicht mit der Energie widmen können, die eine sicher fortschreitende Konso- IkÜcrung verbürgt hülfe, Sie hatte in jener Situation — nruh Tel-Qiaj, den ersten Jerusalemer Unruhen und demjenigen Teil der Wclteinrichtung, welcher der Mensch in tragischer Ohnmacht gcgenübcrstclit, wie Tod und Vergänglichkeit, und dem, in welchem die Menschen sirh das Dasein gegenseitig zur Hölle machen, was nicht sein sollte, nicht zn sein brauchte, und dessen Ucber- Windung eben gerade durch die Erfüllung des geoffenharten Gesetzes zu leisten ist, bestellt wohl für das jiidisclie Bewußtsein, erscheint uns aber bei weitem nicht von der praktischen Konsequenz wie dem Verfasser. Im Gegenteil, gerade die von der Bibel nn über Talmud zunt Kalibinisnuis sich so gewaltig steigernde Sucht, das Interesse des Menschen restlos mit Thora auszufüllen, beweist doch, daß das Judentum den verzweifelten Versuch macht, das Schicksal möglichst für das tätig bewußte Leben des Menschen zum Schweigen zu bringen und i'.i.i sich selber im höchsten Maße Schicksal sein zu lassen. Daß der Weg der jfidishen Mystik, wie jeder Mystik, ein anderer war, ist bekannt. Aber bis 1 auf weiteres wird muri immer noch nnnchmcn müssen, ן daß dieser nicht die Hauptstraße gewesen ist, und auf I die allein kann es doch dem vergleichenden Historiker ankommen. Es ist schwer, vielleicht unerfüllbar schwer für den mit tausend Fäden an die nichtjüdische Umwelt gebundenen, durch sic erzogenen, Ln ihren gedanklichen Kategorien sich bewegenden Menschen von heute, zu einer Deutung des Judentums zu gelangen, die sich icnen fremden Einflüssen zu entziehen vermag. Indem Brod gegen die H:1upttlv:se des Christentum* opponiert, liefert er den ja nicht seltenen Fall einer Nachahmt:;:,׳» durch Protest. Dem Werk, das sich als ״Bekeniitnisbticii‘• einführt, braucht man das nicht übeleunehmen. AD objektive Darstellung wird cs freilich nicht San Remo — äußere Aufgaben, Aufgaben der z.ionlsHsehen Praxis zu erfüllen, die alle verfügbare Kraft der Bewegung in Anspruch nahmen. Deren wichtigste war die Erüfinnng und Leitung der Ali ja, ein Schritt, der schon in Prag beschlossen, unverzüglich in Angtiif genommen wurde und so den ersten Wanderungsstoß von 1920/21 in Bewegung gesetzt und organisiert hat. Selbst der org,1t1l׳;nt<vl!d1-te(111!׳i׳;ei1e Apparat, den heute die Pnlästinaämtcr der Zionistischen Weltorganisation dn!־stellen, wc’chc diese Funktionen heute versehen, ist zum großen Teil ein Produkt jener Hitaciniutli-Arbeit, die damals unter schweren Bedingungen durch die Alisrade-Alija und das Misrad-Aüja-Roschi in Wien der Wangcrungsbcvf׳egunj; den organisatorischen Rahmen gcschaffen hat. Immeihin hatte diese Notwendigkeit der Konzentratioi! auf die praktische Arbeit nach innen hin nngünstige und schwer füll Iba re Folgen. Die innere Konsolidieritng litt darunter, eine endgültige programmatisch? AtrcWrindcr.-ct ״:ng erfolgte nicht, w,r; doppelt schwer wog in einer Zeit deren Interesse, geweckt durch die wachsende s071a!is<i!chc und revolutionäre Bewegung Europas, stark niif nrogvanumtiuh? Forderungen und ״ideologische Einheit“ }gerichtet war. Inshc ondcrc standen proße Teile der zioui•tischen Jugend im Daten ganz im Banne diccr den Tag h.TierfsrUemien Einstellung. 80 kam es, daß die Mitnduluth bereit; im Sommer 1920, während der Londoner Jahres!;׳״״'crer7 ihre erste bedeutende Krisis, erlebte. Einige der in Prag vertretenen Gruppen, vor allen! die 1i:F poini 11:11׳ sog. ״linken Zei'rc-Zio.V' verfiefien die junge Föderation, schufen den ״?ionisiheh-rozia!i?ti«dien Verband Zci'rc-Zion“ unter engerem Ansrh’uß an die paläuiiicuihchc poaic-zionistisehe Orßnnhalion (Achdiit-Haawoda) und mit einer dcutliehen Spitze gegen die Hitachduth, wcid’e ihre alten *ci'rc-zioimlhi'hc!» und lhpol'l-hnzniihtischcn Traditionen «Mit so hemmungslos zu junsten ta'di'dter Vorteil״ aufgeben zu können glaubte. Es war hier vor allem der■ Einfluß des palästinensischen 1 lapold-H.vn'ir, der in vielen Fragen (sozial!-tischcs Programm, Internationale usw.) aus Gründen de; jmlitischen Realismus und der nationalen Uchcrzeugung bewußt als retardierendes Moment wirkte. Die unmittelbaren Folgen der Sezession die ׳er Gruppen drohten nur die zu sein, daß eine starke Vcrwlrrtmg in die Reihen der Genossen getragen werde, die Konfuuon wieder ihrerseits zcrsoiiUer»:! wirkte, die Zersplittern!!}׳ aber die zionistische Aktionsfähigkeit und Stoßkraft der Bewegung erschwerte oder gar lähmte, was in einem Augenblick unbedingt vermieden werden gelten dürfen. In diesem Betracht finden wir das, was weitab von dem Hnttpl.'uge der Untersuchung einherschreitet,i für viel auffallender, richtiger, und vielleicht sogar für diejenigen — Juden und Nichfjndctt —, die sich belehren lassen wollen, höchst nützlich. Die paar Seiten, die er ausnahmsweise üher dc;1 Talmud schreibt, gehören dazu. Und auch sonst erscheint vi-.i'a von dem, was er erkennt, von weit größerer Bei׳•!.״ andere, als was er bekennt. Der Jude Eine Monatsschrift. Hcrausgcrgelxm von Dr. Martin IV!!? '1 dischcn Verlag, Berlin NW7, lA11!otl1c.;1. Das 9, Heft des VI. Jahrgangs ist soelzcn c׳acl1i.'׳,!׳n und hat folgenden Inhalt: Oskar Karbaeh: i>.) Prinzip der Assimilation — Benzion Ruhst ein: Die ökonomische Lage der luden in der Ukraine am 1 ihre Perspektiven — Josef Mcisl: Ziele und Aufgaben der jüdischen Geschichtsschreibung — S a miicl Rapp nnort: Aus dem religiösen Leben der Ostjuden, VI, J. D: Namcnümlern — Hans Kolm: Andre Spirc — Mart! u B u b e r: Die Zwei leb. 13 e »1 erkungen: E d u a r d Strauß: Vom Ursprung des Christentum* — Ruth M o ro 1 d: Untcrg.mgsprobleme. U m s c h a u: S. I a wnecli: Grundsätzliches zur Siedlungsarbcif — Helene Hanna Cohn: Kunstausstellungen in Jerusalem. Abonnements ין reise: Deufschtand: 50 M. — Oesterreich: 55 M, — Po'cn, Ungarn; (.0 M. — Tscheche)־ «.Vnvakci: 20 Kc. — I'umiinien: 40 Lei —־ Jugoshvien: 30 Dr. — Schweiz: 2 Frs. - Holland: 1.50 Hfl. — Frankreich: 3.50 Frs. -- England: 2 sh — Amerika: 50 ct — pro Quartal.