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Jüdische Rundschau · 1922-08-01 · Heft 60 (1.8.1922) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 60 (1.8.1922)
Date
1922-08-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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JUEDISCHE RUNDSCHAU Kr. 60 Seite 303 i uai m pf unu crutbet des :SC5 :m'1 folk U11* •ff ic ucn Eranz off• teil Jen ׳;• rt das an Vir kranken an der unsystematischen Ar-!,eit, hie bei uns geleistet wird. Hunderte von Dngen ״•;xlcn nn;;dnn;;ca, I eine cim ige wird wirklich konsu- (!ent tlttrelijTC 1 uh rt. 1: i:1 facli de suchen, weil unsere Aufeben humlcitfii tij, die zur Verfügung stehenden [״•:!schlichen i iil.'s'eraftc aber absolut und relativ gerii!!׳ “ it|_ I:;ine Aktion, tioeh nicht vollendet, wird von einer ■ uereu abgelöst, timl wir alle füllten cs: die neue ',ak>:! ist auch wicht!;:, sic duldet auch keinen Aufschub. I!-Ai wir fühlen unsere Ohnmacht der stumpfen Masse f Zilinisteu gegeuäh :r, die nicht nutarbeitet, die stumm wie ein Tisch «xter durch unfruchtbare und oft un- .־;echte Opposition dis Verttaucn erschüttert, ohne das rrsef gigantischer. Werk nicht gelingen kann. Cm Beispid für viele: lin Mai dieses Jahres haben vier Aktionen gieiriuiitig in Berlin stattfiiuicn müssen r.]er hätten statt; F: Set: sollen. Ahe vier von eminenter tt'iditigkcit: Keren Vlajcssod-Erhöhung der Nichtziogqcn, erste Keren Hajcasod-Zcichnmg der Zionisten, Zionistenstcncrcrhölu1n,j und Schckclaktion, von Aktionen ScliulvereuJS für die jüdische Grundschule, Aktienduaii,;׳ für die Arbeitet bank, Aktionen des Arbeiter- Ijr'orgcarnlcs und vk'cn anderen zu schweigen. Es ist traurig, aber wahr, daß zur Erhöhung von Keren Wajcssod und Zionistensteuer diese ganze, große, 2(it tmd viel Geld kostende Aktion nötig ist. Denn diebeit Menschen, die :ständig den ״Börsenkurier“ in der Rocktasche tragen, die sehr wollt wissen (wenn sic cs;eh kaum merken), daß di: Butterpreise und die Autonxett tcu:er geworden sind, sie lassen sich bitten und auf su eiten (denn auf das teure Brkfsrhrcihen reagieren sic gar nicht), ehe sie ihre zionistischen Verpilicitnmgen und auch dann nicht entsprechend der Geldrahvertuag erhöhen. Ich lese auf einer Geschäftsreise in jROslawicn von der neuerlichen, katastrophalen Icntwer- .:njr der Mark. Wer hat schon daran gedacht, seine öjiiistcnslctier zu erhöhen, statt mit 50 M. jetzt mit 1:0 oder 500 M. den N.-F. zit bedenken? Es ist ja nicht «ehr, daß die Spesen der Zionistischen Organisation zu hoch sind. Die Einnahmen sind zu ,tiiii״ Die Zionisten bleiben in ihren Zahlungen ständig hinter der Geldentwertung zurück. Die zionistischen Beamten und Angestellten, die ohnehin weiß Gott nicht 110:1! beso'det sind, müssen am nächsten ersten ein höheres Gehalt aufgezahlt bekommen, weil der Gemüsehändler und der Bäcker auch nicht warten. Die Druckprcisc für die ״Jüdische Rundschau“ (M.-!'.-Ausweis'.), das Porto, Schreibpapier, die Kohlenrechnung müssen bezahlt wer■ den. Und die Einnahmen erhöhen sich na dt sechs Moraten, wenn — die Erhöhung durch eine neue Teucnmgs- «eile längst wieder überholt ist. In Zeiten der Baisse iiat der Kaufwann kein Geld. In Zeiten der Hausse hat er keine Zeit für zionistische Dinge. Darum brauchen wir hauptberuflich tätige Beamte, die das Gewissen scharfen, die an das erinnern, woran erinnern zu müssen eigentlich eine Schande, aber unter den gegebenen Umständen leider zwingende Notwendigkeit ist. . .. .. Jeder Beamte der Zionistischen Organisation bedeutet eäic Entlastung des Budgets,!{;litten wir für die Arbeit dt Berlin statt, wie wir es seit dem 1, Dezember 1921 haben, keinen, sondern 4 oder 6 oder 10, dem Aufbau Palästinas wäre mehr gedient. Die Spesen werden ׳deiner, je mehr Beamte wir haben. Und reihst wenn cs sich nicht um reine Gcldan.bringungstarnte handelt. Wenn wir endlich wieder Beamte bcmen, die die nationa'e Erziehungsarbeit leisten, würde da; Budget heute schon, itn Großen aber sicher in wenigen Jahren, entlastet werden. Ich glaube, es Ist heute keine Diskussion mehr darüber nöglicli, ob B i n j >1 n HaarczodcrdicKreisedes Nationalen E i n h c i t s bl ock s recht hatten. Die f«?e ist eindeutig entschieden. Summen, nennenswerte hemmen für den Aufbau Palästinas haben —- nicht nur i!l Deutschland, sondern in aller Welt, auch oder gerade Amerika, nur die gegeben, die von der Idee ergriffen waren. Die anderen gaben nichts oder Spenden. Und betannten, geholt haben diese Summen gleichfalls nur ta die von der Idee ergriffen waren, die so tief an die •ta glaubten, daß sic rieh überwanden und zu den Men- 'dien hing Ingen, in ihre Wohnung, in ihr Büro, ein-, mehrmals, bis sie sie bezwungen hatten. Die antam wurden mutlos, hatten keine Erfolge oder cilticli lc|t Almosen. t Die Maiaktion unter den Nichtzionisten hat das auch tahc cn. ״Eine Woche dem jüdischen Volk!“ Das war!ec Losung, Wißt 111••, wieviel Gesinnungsgenossen außer [ta Beamten dieser Losung gefolgt sind? Einer! Ein öm:;er Zionist in Berlin! Er machte etwa 100 Besuche ®'I Brachte einige Zeichnungen, Ein zweiter!nachte Innrere Tage Besudle und brachte Zeichnungen. Viele! 1®Ui,en 20 -30 Besuche. Sie brachten einige Ztichmm- N'*• Du.־ i;crt, der nach 5, ö oder 10 Besuchen umtlo; ivi:-dc mul jetzt hin aus schrie, die Aktion sei gescheitert, Bitter Unrecht, Die Maiaktion war ein großer Erfolg tata kann ein großer Erfolg werden. 1000—2003 Berliner | j|dc31 haben zum ersten Male in ihrem Leben einem •6״»seilen Auge in Auge ״egmübergestanden, der ihnen ,'Zahlte, daß der Aufbau Palästinas begonnen hat, und 'W dieser Aufbau von ihm, gerade von ihm, ein imgc- '-»res Opfer verlangt. Ztr.n ersten Male in ihrem Leben! ׳,־d wenn wir die Menschen haben, um das auszuwerten, '|Cr,n diese Jaden i!n Oktober wieder besucht werden und jf März, noch einmal, dann ist der große Erfolg da. ersten Besuch bekommt man keine großen Gelder. urst muß!!-,an den Menschen haben, dann bekommt mjn sein Geld. Wenn wir systematisch arbeiten konnten! Aber woher Menschen nehmen, die hauptberuflich Tätigen, die Tlc.1 iiiicn, die treu und unentwegt arbeiten und nicht gerade heule umiiög'äeh ablromnicti können, und die die and-;:eu 1!nd1/jcJ1en, aktivieren, cnnmrtern und, wenn notig, zwingen. Die Luft ist verpestet. Es ist unmöglich, sich auf Schritt und Tritt sagen zu Imsen, daß man vorn ZionDiuux lebt, während antierc im Zionismus leben. Es ist rchwer, Beamte zu bekommen, so lange Beamte von einem Teil der Zionisten als Parasiten empfunden werden, die ihre Stellung höher schätzen als das Wohl des Volkes, So l.״,:r;׳e man ihnen nachrechnct, ob sie Käse oder Wurst, Butter oder Margarine auf dem Biot haben. Und wie unaufrichtig ist diese Hetzet Wer wüßte cs nicht, daß fast alle unsere Beamten jeden Tag ein Vielfaches von dem verdienen könnten, wenn sie ״nicht vom, «indem irn Zionismus“ leben würden! Reinigt die Luft und schafft die Atmospliüre, daß neue, junge Kräfte sich für ein oder zwei Jahre oder ihr Lehen fang als Beamte der Organisation zur Verfügung steilen l , 1 Es ist höchste Gefallrl Das Meine Palästtnabudget wird nicht erreicht, die Zionistische Organisation stagalert, London kann nicht arbeiten, kann seine Bcamten nicht bezahlen, eine Reise Weidmanns nach Rom and Genf muß aus Mitteln gedeckt weiden, die nicht durch Volksabgabc aufgebracht werden. Der Nntionalfonds hat endlich, endlich größere Ländereien erworben. Er muß sic in den nächsten Jahren liczahlen. Die hebräische Arbeit, ebenso verheißungsvolle Anfänge netter Jugendarbeit, bahnt sich nur müiisain und durch die Energie ganz Vereinzelter den Weg. Von nationnler Arbeit, Gewinnung neuer Menschen und von Jugendarbeit ist nichts zu spüren, weil alle die, die diese Arbeit leisten können, mit anderer, im Augcnb’ick dringenderer Arbeit überlastet sind. Und Ihr anderen, die Ihr dem Schrei der curopäisehen Welt nach Abbau des Beamtenapparates nicht erkgai seid, prüft Euch. Ein Jahr, zwei Jahre dem jüdisehen Volke! Das muß die Losung sein. Der Delcgicrtcntag steht vor der Tür. Er wird der Auftakt zur Winterarbeit sein. Wollen wir, daß wir die Winterarbeit endlich besser genistet antrcten als bisher, wollen wir nicht unfruchtbare Kritik imd Opposition, solidem etwas der Not der Zeit entsprechendes, der Größe der Aufgabe würdiges leisten, dann müssen wir dafür sorgen, daß die Z.V. f, D, in die Winterkampagne mit zumindest zehn neuen Beamten cintritt. Die Wahlen zntn Delcgiertentag De Wahlen zum Dclcgicrtentag der Z. V. f. D. finden inBerlin nachdem Proportionalwahlsystem mit gebundenen Listen statt. Jedes Mitglied der 13. Z. V. hat mit Vollen Jung des 13. Lebensjahres das aktive, mit Vollendung des 20. Lebensjahres das passive Wahlrecht. Mitglieder von Sondergruppen, die eigene Delegierte wählen, sind nicht wahlberechtigt. Die Wahlvorselilügc müssen von mindesto!« 00 wahlberechtigten Mitgliedern unterzeichnet sein, von denen einer ais Bevollmächtigter für weitere Verhandlungen ,zu bezeichnen ist. Die Wahlvorschtäge müssen bis spätestens Dienstag, den 8. August d. Js., nachm, V!5 Uhr, im Büro der 13. Z. V. eiligereicht sein. Kein Wühler darf mehr als einen Wahlvorschlag unterschreiben. Kein Bewerber darf auf mehr als einem Wahlvorselilag an erster Stelle stehen. Die Bewerber sind mit Ruf- und Familiennamen und!11 erkennbarer Reihenfolge י aufzuznhlcn. De Wahl• Vorschläge können beliebig viele Namen enthalten (die! Zahl der von der B. Z. V. entsendeten Delegierten dürfte etwa 33 sein). Bei der Emreichnng der Wahlvorselilügc ist von jedem Vorgeschlagcnen eine schriftliche Erklä ritng bci/ulegeii, aus der hervorgeht, daß er mit ■seiner Aufstellung als Kandidat auf der betreffenden Liste ein verstanden ist. Mehrere Wahlvorsdilägc können miteinander ver׳ bttnden werden. Die Verbindung jinrß gleichfalls bis am« 8. August d. J., nachm. 41/י! Uhr, im Büro der B. Z. V, bdcaimtgcmachl sein. Die Waiden selbst finden statt in der Zeit von Donnerstag, den 21. August, bis Sonntag den 3. Septeil!her 1 iflir. Alles nähere wird sowohl durch unser Nnchriditenblntt der B. Z. V. als auch durch die ״Jüdisebe RtmilsdKm“ bekaimtgcgcbcti. Die Wahlerkartotbek liegt im Büro der B. Z. V. in der Zeit vom 13. August Ins 20. August während der Bürostimden zur Einsicht aus. Pcr!x>nen, die nach dem 20, August ihren Eintritt erklären, werden in der Wühlerliste nicht mehr nufgenormneu und• haben kein Wahlrecht., Mitglieder, die mit mehr als einem Qiiiilnlsbdtrage im Rückst,amte find, haben ,gemäß Statut der II. Z. V. kein Wahlrecht, können dies also nur nndt vorheriger Bc- Zahlung ihrer rückständigen Beiträge .utsiiben. Die vom Verstand der B, Z. V. erlassene Wahlordnung liegt im Büro zur Einsichtnahme aus. Die gesamte Wanlhandiimg wirrt geleitet tmd Ueberwacht von einem Wnlilausacivuß, der sich zusammennetzt aus Mitglieder des Vorstandes! :»wie je einem Vertreter der Fraktionen, die sich an der Wahl durch Einrichtung von Listen beteiligen. Wähler, die in der Val!!,•;•it nicht in Berlin anwesend! sind,!:öjimm die Wahl brieflich amiibcn, indem sic den Stimmzettel in einen verschlossenen Umschlag legen und diesen Umschlag• in einen Brief (einen zweiten! äußeren Umschlag) an das Büro der B. Z. V. senden. Im äußeren Umsclilag ist lxnziifiigcu: Ein von dom Wühler mit Vor- und Zuname unler- 'schricbener Begleitbrief, in dem mitzuteilen ist, daß der verschlossene Umschlag den Stimmzettel fiir die Wahlen zum Ddegiericntng entliiilt. Die briefliche Wahl ist ungültig, wenn der Brief nach Beendigung der Wahkeit zur l*ost aufgegeben ist. Berliner Zionistische Vereinigung. Der Hauptvorstand der B. Z. V, Pr. A r t h u r 11 a »t k c. Die Frankfurter Ortsgruppe veröffentlicht nachstehende Aulfordmrtig zur Linreidvjne von Wa! 11 vor י rcliLigcn: Hiermit wird zur Einreichung von Wahtvorschlägea nnn Kasseler Megie, tentag aufgeforckrt. Die Wahl erfolgt incli den Gn׳mK:1t/eu-(k־s Verl1ält11isw.־ih!red1ts, Es sind für die l'rankfmter Zionistische Vereinigung Delegierte zu wählen. Gültige Wafilvorsehlage nitisscn mit mi!uk‘r.tens lü Unterschriften von Mitgliedern Icr Frankfurter^Zionistischen Vercinigimg versehen sein.; >ie nicht gewählten KaiKÜdatmi einer Liste gelten in!1:r Rcinenfotge Ihrer Aui-.teliim״ als Ersatatelcgicrtc,!,e* WalilvorschL-igc miiasen bis gnätcsteirs Denstag, len 10. August IV22, bei Herrn Dr. Paul Arnsberg״ WoUsgatigstr. 54 II eiugercicht sein. Falls nur eine bi«! zu diesem Termin eiugereicht wird, so gilt diese .iste als gewählt, aaxlenifalls wird dann ein Wahlvcrfahren aus'Rcsclvrkbni werden. Die Wtditkomnriisskin der Frankfurter Zionistischen Vereinig ung. gca. Arnsberg, ge/, Meyer, gez. Wohlfarth. * De Hamburger Zionistisdie Ortsgruppe verlauthart: In Uelrereinstrmmung mit den von der Z. V. f. D. licrausgc!״ebenen Wahlbcsthnnnnm-en (siclic Rimdschau Nr. 39) ist für die 1 Inmlnirgcr Zkmistisclx: Vereitvigimg eine Wahüoominission her,teilend aus 5 Mitgliedern tmd zwar Fräulein Edith Simon, die Herren Alexander Adler, I>r. Bloede, Alphorns de Hnns und Dr. Heppner nieifergesetzt wonlen. Die Kommission hat ab Zeitpunkt der Wahlen den 31. August, 8>/j Uhr, als Wahllokal den Vcrsammhmgss.ini der Ifamlxirgcr Z.ionJstKehcii Veneiniipiiig, ] In'rltingstr. 9—11, fcsigesetzt. 1.9 sind zu wähtai 5 Delegierte und 5 Ersatzdclcgicrte für die nllgemoiivcn Zionisten ine!. Binjan-IIaarcz und Hapoel-Ha/air (ohne Misrnctu). Wahlvorsdilägc, die von 15 Wählern unterschriebe« sein müssen, sind bis zum 17. August an die Wahlkommission der H. Z. V. Hartuogstr. 9—11 cinnreemten. Wahlberechtigt sind für aktives Wahlrecht sämtliche Mitglieder die das 18., für das passive Wahlrecht, die das'20. Lebensjahr erreicht! haben Wegen der übrigen Bestimmungen verweisen wir auf die Veröffentlichung in der Rundschau Nr. 39. Jegliche Auskünfte wegen der Wahl oder deren Vorberritung ertedt das Büro. — Wahlen des Misrachi finden gleichzeitig mit den Wahlen der allge■«!meinen Zionisten, un gleichen Lokale statt Die Misrachi-Ortsgruppc Hamburg-AHona hat 4 Delegierte und 4 Ersatzdclcgicrte zu wühlen. Wahlvorsdilägc sind genau wie oben a!n die Wablkommission der H. Z. V ein- י zuscmlen, jedoch ausdrücklich als Misrachi - Wahlvorschlüge kenntlich zu machen. Im übrigen gelten für dia Misrachi-Wahler» die oben angegebenen Bestimmungen, Herr R.-A. W, Bibo, Breslau, Schwerinstr. 54, teilt mit, daß er zur Uebemabme eines Delegierten- bzw. Ersatzdclegicrtcnmamiats für den Delegicrtcntag bereit sei. Znsp.ainicnscliltiß der nationalen Minderheiten in Palen Warschau (J. C. B.). Der Sejm hat ki dritter Lesung der reuen Wahlordnung alle Vcrbesseningsvorschlage der Vertreter der nationalen Minderheiten abgeleimt. Als Wahltag zum kommenden Sejm wurde der 29. Oktober bestimmt. Die Wahlen in den Senat werden am 5. November slaMhden. Wie der Warschauer Vertreter des J. C. B. erfährt, werden zwischen den Vertretern der nationalen Minderheiten Unterhandlungen geführt, die auf ein einh c i 11 i c h c s V 0 r g eh e n bei den Wahlen und auf Herstellung gebundener Wahllisten abziden. Sogar’übcr eine gemeinsame Wahlliste für alle Minder* heiten in ganz Polen wird gesprochen. Sollte eine vollständige Einigung Zustandekommen und tluTehgeführt weiden, hofft inan, daß es gelingen könnte, von den 410 Sejm-Mandaten mindestens 170 Minderheits mandatc zu erobern. Pilsodski — ״]Udischer Repräsentant“ Warschau (). C, B.). Die geringe Majorität, mit welcher der Miutraiieiv-nnSnt^ der rechten Parteien ge^cn das Stiwtsoherliaupt Pilur.lski iin Sejm abgeldint wuixle, gibt den konservativen BLiftcni Anlaß zu äußerst heftigem Aivgriffen gegen PilsuJski, indem sie ihm entgegenIvaiten, daß seine Majorität nur durch das Votum der jiidischen und deutschen Deputierten, »wie der Vertreter der anderen Nalionalitätai zustande kam uikI daß, wenn man dieses Votian der Fremd nationalen subtrahiert, seine Majorität in eine Minorität verwandelt sein wurde. Manche dieser Blätter gehen 90 weit, Pilsudski einen Repräsentanten der Juden und Deutschen, aller nicht der Polen zu nennen. (Keimen wir diese Töne nicht aus Deutschland? Der Antisemitismus ist doch die internationalste Bewegung der Weit.) '.merikanischcr Antisemitismus New York. (J. C. B.) Die Ermordung Walter Rathen aus durch tlciUscfivölkische Vcrscäiwörer hat auch in amerikanischen Antisemitenkreisen —־ wie aus den Aeullc!ungen ihrer Presse hervorgeht• -7- Gefühle der Genugtuung, attsgelust. Charnkteristisd! für diese Stirnmung ist ein Artikel d־c~. ״Gentile Tribüne“, der die Ucberschrift trägt: ״Einer weniger'׳ imd in w׳dchcnt die foDcmlc Stelle voikommt: ״R.dhenan fiel als jüdischer Verräter, dem cs die Christen erlaubt haben, die christliche Zivilisation zu stören. Wenn alle Feinde des Christentums und unserer Völker auf diese Weise zu- Krümle gehen, dann wird die Welt dabei nichts ver- Heren." Scricliügung In unserer vorigen Nummer ist in dem Bericht über die Schlußsitzung des Völkerbundes in London ei« Felder unterlaufen. Es soll auf der ersten Seite, Spalte 3, Zeile 44, richtig lwißen ״Italien und 1 tank eich‘ (nicht ״England und Frankreich").

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