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Jüdische Rundschau · 1922-07-25 · Heft 58 (25.7.1922) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 58 (25.7.1922)
Date
1922-07-25
Page
– (sequence 2)
Language
German
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*K ... 4 £ Seite m JUEDI; icnn KÜNDSCHAU rjwj Nr. 58 f Un5< ffirö eigenen egoIstiscHeri Interessen pIcKt ytrleag« neü konnten, fungieren.! In diesem Satz ist 'die ricKtige Grenze angeH 'deutet,׳ bis zu welcher berechtigte Bemängelungen, derjenigen, ’die «11s Resultat des Weltkrieges für das jüdische ,Volk 'die Schaffung eines Judenstaates oder einer ihm gleichwertigen absolut uaab-' hängigen nationalen Heimstätte erwarteten, geben dürfen. An diesem Maß stab gemessen, im Lichte dieser Forderungen geprüft, kann das Man* dat nicht befriedigen. Für einen jeden aber, der sieb ־ ehrliche •Mühe gibt, die politischen Ersehet* nungen auf Grund der realen Konjunktur und! der Tatsachen zu beurteilen, ist es seit; Jahren׳ klar geworden, daß diese Möglichkeiten; wenn sie auch vielleicht einmal existiert haben, (und wer, mit Ausnahme einiger führenden Ter* sonen, die allein die Möglichkeiten genau beurteilen) konnten und die ihr Vorhandensein immer mit größtem Nachdruck abgclehnt haben, kann über, solche Möglichkeiten etwas aussagen?) nicht mehr vorhanden sind. So ist jetzt eine solche Bemiingelung nicht eine Kritik, sondern eine leere, frucht* lose und schädliche Nörgelei. Wenn man die Wucht der auf 'die Anfeindung des Mandats von anderen Seiten, die leider eine Viel größere realpolnische Macht darstcllcn, — wie) gewisse große Klassen der arabischen Bevölkerung, gewisse mächtige Kreise der katholischen Kirche, des englischen Imperialismus, des internationalen, Antisemitismus — verwendeten Kräfte richtig abschätzt und die Begünstigung, die diese ganze Kampagne in der veränderten Atmosphäre der gesamten Weltpolitik gefunden hat — in dem Anschwcllcn der allgemeinen Reaktion, der wirtschaftlichen Not Und der allgemeinen Unsicherheit,!— berücksichtigt, so wird man, wenn man ehrlich den Tatsachen in die Augen zu sehen vermag, mit voller Genug* tuung anerkennen müssen, welchen ungemeinen Erfolg die Aufrechterhaltung und Durchsetzung dieses Mandates 'darstellt. Äb'er nicht nur so, nicht nur ״׳entschuldigend" muß man die Leistung anerkennen und das Ge• leistete bewerten. Was in den Satzungen des Mandates enthalten ist, ist ungemein groß und entscheidend wichtig, da es die genügende Grundlage darstellt für das, was wir heute in Palästina für das jüdische ,Volk erstreben und verlangen dürfen. Es bildet die richtige Grundlage für die Schaffung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in' Palästina. Im Laufe der Zeit und in der Hitze . des Kampfes, ermüdet von unendlichen Versclüebungen, hat man eigentlich fast allgemein vergessen, was das Mandat der jüdischen Siedlung in Palästina bietet. Wenn wir aus dem ״Prcamblc“ und den 28 Artikeln des Mandates das wichtigste Iferausnehimen, so ist in dem Mandat gegeben:;! _ Anerkennung der historischen Verbindung des jüdischen Volkes mit Palästina und der Gründe (d. h. Rechte), die diese Verbindung dem jüdischen Volke : gibt, sein nationales Heim in diesem Lande wieder aufzurichten; (Freamble) ־ die Verpflichtung der Mandatarregierung, das Land unter solche politische, administrative und Ökono• Rüsche Bedingungen zu stellen, welche die Errichtung der jüdischen nationalen Heimstätte sichern; (Art, 2) 'י• Anerkennung einer jüdischen Institution (Jewish '? ,Agency), die befugt ist, der Verwaltung Palästinas Rat g und Mitarbeit zu gewähren in aiien Angelegenheiten, die die Errichtung der jüdischen nationalen Heimstätte und die Interessen der jüdischen Bevölkerung in I’aläetina betreffen, und bej der Entwicklung des Landes teilzunehmen, und die Bestimmung der Zionistischen Organisation bä auf weiteres als eine solche Jewish Agency (Art. ^); die Verpflichtung der Administration Palästina־, die jüdische Einwanderung zu erleichtern und die ge• schlösse ne Ansicdlnng von Juden mit Einschluß der nicht für öffentliche Zwecke ei forderlichen Staats• und Brachländereien zu fördern (Art. 6); die Verpflichtung der Administration Palästinas, «iit Naturalisationsgesetz auszuarbeiten, das den Juden, die einen dauernden Aufenthalt in Palästina nehmen, die Erwerbung der palästinensischen Bürgerschaft erleichtert (Art. 7); * die Ermächtigung für die palästinensische Administration, die Ausnutzung der Naturschätze des Landes und die Errichtung der öffentlichen Arbeiten und Betriebe der Jewish- Agency zu übertragen (Art. 11); die _ Anerkennung der hebräischen Sprache zugleich mit der englischen und arabischen — als offizielle Sprache» des Landes (Art. 22); die Bestimmung der Ostgrenze Palästinas — öst• lieh vom Jordan (Art. 25); die Festlegung des Völkerbundes als der höchsten Instanz, die über die Anwendung und über die eventu• «Ile Entwicklung des Mandats zu wachen hat (Art. 2 6 Und 27). Dies die Aufzählung der im Mandat für das jüdische Volk verbrieften Rechte und festgesetzten Entwicklungsbedingungen in Palästina, ln welchem Sinne die durch das Mandat geschaffene Bczichun der Mandatarmacht zum Interesse der jüdischen nationalen Heimstätte von der englischen Regicrun^ verstanden wird und gchandhabt werden soll, darüber haben Uns die Ereignisse der letzten Wochen genügend® Aufklärung ' Dlo Verleihung der Konzession 'der' Aurautzun״■ 'der Wasserkräfte des Jordan zur Bewässerung und Elektrifizierung! Palästinas m ciao jüdische Körperschaft ,—י die Konzession Rutenberg —? beweist, daß die englische Regierung die in Art. ll des Mandats enthaltend ■״Empfehlung“ sehe ernst nimmt, ,Wie Churchill in seiner Rede im englischen Parlament gesagt hat: ״Ich habe dio Rutcnbcrg’schc Konzession; In dem einzig mir offen gelassenen, Sinne behandelt, nämlich so, daß in der Er* füllungderyon England angenomme* nen Politik’ das Kolonialamt gcbunי den ist, sein® besten Kräfte anzuwenden, um die Errichtung der jü* dischen nationalen Heimstätte zu sichern (to use the best endcavours, to securo *h0 cstablishmcnt of the Jewish National Home).*' ׳ ,Wer wird bestreiten, daß dies eine reelle und genügende Grundlage gibt für 'die Entwicklung eines gesunden Gemeinwesens, desspn Aufbau wahrhaftig zu dem in dem ״Prcamble" des Mandates verkündeten Ziel der Wiederherstellung (reconstituting) der jüdischen nationalen Heimstätte in Palästina' führen wirdl Der Umfang der verliehenen) Rechte sowohl wie die ernste Entschließung der englischen Regierung, sic als Richtschnur für dio administrative Praxis in Palästina voll anzuwenden, sichern die weitere Entwicklung.; Wir erklickcn in der Annahme des Mandates durch den Völkerbund, der dieses ganze schmerz* volle vorbereitende Kapitel endgültig schließt, einen gewaltigen Erfolg, ein historisches Ereignis erster Größe. Es ist beinahe beschämend, und vielleicht doch nötig, nochmals zu sagen, daß der endgültige Erfolg in der jüdischen An* strengung, die verliehenen Rechte voll auszu* nutzen, liegen muß. Die Annahme des Mandates gibt jedenfalls volle Erfüllung desjenigen, was wir im Anfang unserer Entwicklung in unserem Baseler Pro* gram m verlangt haben, in dem wir das Erstreben der ״öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina" als das Ziel der zionistischen Bewegung proklamierten. Oder wie es die englische, Erklärung über die britische Politik in Palästina in dem dem englischen Parlament im Juli 1922 vorgelcgtcn ״Withepaper" formuliert ,,Es ist notwendig, daß das jüdische Volk weiß, daß es in Palästina ist auf Gru nd seines Rech* tes und nicht aus Toleranz (as of right and not on sufferanca), ... Es ist notwendig, daß die Existenz einer jüdischen nationalen Heimstätte in Palästina völkerrechtlich garantiert und formell anerkannt werden soll als auf der Grundlage einer alten histo׳ rischen Verbindung beruhend,'* Dies alles ist in der Annahme des Mandates in seiner heutigen Fassung enthalten. Die Verkündung des Mandetes schließt ein! schmerzvolles Kapitel, das sich für uns durch die unerträgliche Zuspitzung unserer Bezieh ungen zu den Arabern besonders schmerzvoll gestaltet hatte. Wie es einer der ״Gegner“ des Palästina-Mandates Lord E. P erey, in der Debatte im Unterhaus sagte: ״Keiner, der auch nur einige! Stunden in Palästina verbracht hat, konnte die Em» pfindung unterdrücken, daß das Blutvergießen, dia Unruhen, die Vendettas zwischen beiden Rassen von einer einzigen Sache herrühren, von dem Gefühl der Unsicherheit, ob Großbritannien das Mandat übernehmen will, oder ob Großbritannien gezwungen werden kann, das Mandat zum Teil oder ganz fallen zu lassen.“ Die schlau ausgc beuteten natürlichen Befürchtungen gewisser Kreise der arabischen Bevölkerung mußten dazu führen, daß die Araber alles anwenden, alle Mittel bis zum Pogrom ins Feld führen, um die ihnen, wie cs ihnen schien, von der jüdischen Siedlung und von dem Mandat drohende Gefahr abzuwenden. Dio Verschleppungstaktik der interessierten Mächte trägt den großen Teil der Schuld an der ,Verhetzung und jder Verbitterung der letzten Jahre Jetzt, nachdem diese Entwicklung abgeschlossen ist, ist die Möglichkeit einer Auseinandersetzung mit den Arabern gegeben, der eine Verständigung folgen wird. Die Zionistische Organisation sucht diese Auseinandersetzung und erstrebt diese Verständigung. Die führenden Köpfe im Zionismus haben längst anerkannt und verkündet, daß sie auch die oft gerügte Formel, ״Palästina so jüdisch' wie England englisch“, nicht im Sinne einer Unter joebung der Araber durch die Juden, einer Ver■ drängung der Araber durch das als dominierende Nation anerkannte jüdische Volk auffassen, sondern irrt Sinne einer sich frei entwickelnden, mächtigen und schönen jüdischen Kultur, die ihre früheren Blüten in Palästina wiederum zeitigen, soll, um die Kultur des Landes entscheidend zu befruchten.' Die überwältigende Majorität der Zionistischen Organisation und des jüdischen Volkes steht hinter, der auf dem Karlsbader Kongreß abgegebenen ErkR rang, die auch die englische Regierung in ihrer offiziellen ,Verkündigung über die britische Polink mit höchster Befriedigung zitiert: ״Es ist die Ent- Schließung des jüdischen Volkes, mit dem arabischen ,Volk in Beziehungen der Eintracht und der gegenseitigen Hochachtung zu leben und' zu, sammen mit ihm das gemeinsame Heim in ein blühendes Gemeinwesen zu verwandeln, deren Aufbau einem jeden seiner Völker eine ungestörte nationale Entwicklung sicherstcllt." In einer geläufigen Ter, minologie ausgedrückt; auf Grund des endlich vet, kündeten!Mandats kann und wird in Palästina eia Nationalitätenstaat entstehen, in welchem die Juden und die Araber mitgleichemRecht nebeneinander leben und die Kultur eines jeden Volkes unangetastet in Kooperation und in׳ edler Konkurrenz sich entfaltet, um die besten und schönsten Formen des sozialen Lebens in Palästina zu verwirklichen. Dies zu sagen in diesem Moment der großen Erfüllung, die die Arbeit von Jahrzehnten krönt,; ist das Gebot der sittlichen Pflicht und der politischen Klugheit, die letzten Endes in großen historischen Entwicklungen Hand in Hand gehen und dasselbe nur in verschiedenen Formen ausgedrückt bedeuten. Auf 'der Zionistischen Organisation ah Trägerin der für das gesamte jüdische Volk ver* liehenen Rechte liegt die hohe Verpflichtung, das gesamte Volk zur Mitarbeit aufzurufen. Und ein jeder auf dem ihm durch scina Stellung und seinen Arbeitskreis vorgeschriebenen; Posten und im Ausmaß seiner Möglichkeit muß dieser Verpflichtung in dieser großen Zeit der Prüfung Genüge leisten, damit das große Ziel erreicht wird. Das Resultat der jetzt abgeschlossen nen Arbeit müßte allen Kreisen, allen Gruppen der; Zionistischen Organisation die Pflicht aufcrlegen; sich um unsere Leitung, die diesen Erfolg uns gebracht und die Leistung vollbracht hat, einmütig zu scharen, um auch den inneren zionistischen Schwierigkeiten ein endgültiges Ende zu bereiten. In einer grauen Stimmung des Alltags können große Sachen nie geschehen. In erhebender Freude werden die großen Taten vollbracht, der Freude; die, wie Schiller sagt, und wie es in den unsterb, liehen Sätzen der Bcethovenschen Neunten so bezwingend klingt, die höchste Macht der Welt dar* stellt. Und zu solcher Freude gibt uns das anf 22. Juli Erreichte und der ,Welt Verkündete volle Berechtigung. Arabische Körperschaften für die Ratifizierung (JPZ). Von repräsentativen arabischen Körper* schäften in Palästina wurden an Churchill und an den Völkerbund Schreiben gerichtet, worin die Ratifizierung des Pä'.äsUtamamlalen und die Abweisung der arabischen Delegation in London gefordert wird. De nationale Islamitische Gesellschaft von H a i f a sandle folgendes Telegramm an Churchi'i: ״Die nationale iüa* niiiischc Gesellschaft von Haifa und Umgebung erlaubt sich mitzutcilcu, daß die arabische Palästina-Delegation nicht die Bevölkerung von Palästina vertritt und kein Recht hat, in ihrem Namen zu sprechen. Die sog. diristlieh mohammedanischen Gesellschaften, die sie gewählt! haben, haben nahezu alle 2u existieren aufgehört. Die Mitglieder der wenigen ilbriggeb'.kbcncn Gcselischaften sind ganz wesentlich zusammcngcsch rümpft. Wir proicsUerc.1 energisth gegen die J la'.nmg der besagte# Delegation in der zion. Frage. Wir betrachten das jüdische Volk nicht als einen Feind, der uns vernichtet. Im Gegenteil, wir betrachten die Juden als ein Brudervolk, das unsere Freuden und Leiden teilt und das uns in dem Wiederaufbau unseres gemein- ׳ samen Landes behilflich Ist. Wir sind sicher, daß cs ohne jüdische Immigration und finanziellen Beistand keine künftige Entwicklung unser« Landes geben wird, so wie aus der Tatsache geurteilt werden kann, daß die Städte, die z. T. von Juden bewohnt sind, wie Jciu'.alem, lluila u d '1 ibe.ias s an ig S'o.'.s hill'e nrnhtn, währen! Nahlu׳, Arcc und Nazareth, wo sich keine jüdische Bcvölkcnmg vorfindel, beständig zu:־ückgchen. Wir betrachten die Rutenbcrg-Konzcsslon als einen Faklor von höchster Wichiigkciit für die Entwicklung Palästinas und wir erwarten begierig die Ratifizierung des Mandates.“ Ach! liehe hc.cgramme wurden an den Völkerbund gerich’ct von den Acltc-den und Bürgern von Beishan und Umgebung in dem Chor DLsirizt, der nationalen is’nmitischen Ge:cll:chalt ven Maaaredi tm! den masIemisO:• tlmsl'dchcn Gcccllschaftcn von Tiberias. Die arabischen Dörfer Tel el Saifi, Tel cl Toromos, Harubbeh, Enabc, Seled, Iluida, Abou-Sriuncha, Faycz, Schullra, Di״, Mccidls und siele andere forderten in von Farmern, Gutsbesitzern und ICau'l-euten gezcichnecn te’cgraphischen Eingaben an den Volkcibuairat die sofortige riali.'tzic.ung des Palästina-Mandate.! u:1J die Beendigung des bif.hc,i״e:1 pro.i.eriseben Zurtander, der von einigen arabischen Interessenten zur Heraufbeschwörung von tilg* lieh wachsenden Gefahren für die gesamte Bevölkerung des Landes ausgenutzt wird, Da In eine unsere den wi DU Augenb beit da sition i dender landen Arbeit. stellt■ sehen!ichste jahresk schuftig!ungen, gebahn Verdat derarti! aber d Kercr liegt n< Geister wenn 1 muß m ren ha klären, zu sein zu hal! des K< sollte 1 durch wendig andere! sie eit insbest sie sie nungsv gen, n könnet erfolgt* und $ nistiscl sind \י Organi müssci . Di sehen׳ des M. sehen die נ Mita H e i it : Die Fi ist bis : und v 1 Beseht geschl sehen zunäcl eine י sich e stellen den J׳ scheht das d! an di! sie in ‘darf ji wnhrs sieht. Kreise tungsj ist, h Palast Zionii folge 'das ji Begin \verd< U politii wird Regie eine .tigkei V e r! aus e Delcj;'gkru ׳ beim .dates; Regit , dre , 1

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