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Jüdische Rundschau · 1922-07-25 · Heft 58 (25.7.1922) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 58 (25.7.1922)
Date
1922-07-25
Page
– (sequence 1)
Language
German
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2j.C! ־yr•'-» xr 11 '01 V..״/ ./ 0 \ \ c.' Radaktion «mi Verlag W 15, Sndh'bdh« Straft« 8, ErndMat Wtl«n Pienitsg־ «arl FraU»^, B«xug-anreif bol der Ejtpfeiitiet» und don PoiUmtrra vierWljiihrUrfV HO.— M. la Daatechlftnd. AualamUisbona«. BJfoU werden in der' Wätiraof d«* adaxalnea Laadar bereolmat. Nummer 5| Berlin, 25. VII. 1922 A n lelgcn-VetwnUung: Jüdische Rundschau G.«. b.ll., Berlin W15, Sächsische Sbr. 8 TelepU^a: Amt Uh’aad 813־ und 846, Aaitlf •Bpraii für di« iabengetpulUne Nonpareille»«]!• 8,— ML* Kör hebräisch« Arütcigan 50% Aufsehlajr. ABielgeBtehlnfil Dien*t*r «nd Freitag nadimtttaf 4 Uhr, »■.11־ ויוf>rmin1TH1r--n1aiT1m—1r 1 1 ־־־!!1־ ***'•tmrm’smmA. m. ״״» ׳*es״, et »tum-m *ו•■■ «•יי ו ׳«י Telephon t tThtand 845 «.r»46» J*ostj1<4>e<4thont®l Bariin Kr. 17 392. r«r OeateTTtioh; PorUpark^t^naml Wies», Kernt« JJfr. 156 G3G. .* י Für TudiMmeiowalret! PestsparkMienamt Prag, Konto Nr, 156 030• ׳ \ —» Radaktionsadihift Sonntag und MiUwoti* eaehraitieg׳. —• ’ כ״סתםוז׳ תרס״ב ( xxvn.jahrg. 1 0er Zlonlnmus erstrebt (□r das JQdlsche Volk dla Schaffung einer Öffentlich-rechtlich go&Icherton HelmstBtte In Palästina. ״Baseler Programm". ä& m oo o 1 >4^ bl «J< London, 22. Juli 1922. (Eigenes Telegramm.) Mandat bestätigt, Montag Verkündigung in öffentlicher Sitzung, Zionistisches Büro. fast Das offizielle Communiqufc L’ondon, 23. Juli (Tel. der Exekutive).! Am 22. Juli hat der Völkerbundsrat des britische Mandat für Palästina ratifiziert. Nachdem alle anderen Schwierigkeiten überwunden waren, stand nur der Artikel 14 zur Diskussion. Das offizielle Communique, das am Abend des 20. Juli veröffentlicht wurde, stellt fest, daß der Artikel des Mandats, der sich auf die Heiligen Plätze bezieht, eine neue Fassung bekommen hat, welche am 21. Juli veröffentlicht werden wird. Frankreich verlangte, daß das syrische Mandat gleichzeitig mit dem Alandat für Palästina ratifiziert werden solle. Das ergab neue Schwierigkeiten, da Italien mit dem syrisehen Mandat nicht ganz einverstanden war. Schließlich hat der Völkerbundsrat beschlossen, die beiden Mandate als Ganzes anzunehmen. Darüber sagt das offizielle Communiqui wörtlich: ,,DerVölkerbuudsrathat einstimmig beschlossen daß das französische Mandat für Syrien mit dem britischen Mandat für Palästina nutomatiscl! in Kraft treten soll, sobald zwischen der französischen und italienischen Regierung ein Einverständnis über gewisse untergeordnete Punkte (certain points of detail) erreicht wird, die jetzt in Paris erörtert werden.“ So ist das palästinensische Mandat offiziell ratifiziert und tritt in Kraft, sobald die letzten Schwierigkeiten zwischen Frankreich und Italien, die sich auf das Mandat für Syrien beziehen, beseitigt sind, was wahrscheinlich in den nächsten Tagen schon stattfinden wird.“ % Die ״Vossische Zeitung“ meldet über die Mandats-Bestätigung: Mit Ausnahme von Mesopotamien hat der Rat nunmehr alle Mandatsproblenie gelöst und die Delegierten gingen nach der Sitzung zufrieden auseinander. Sie betrachten ihre Arbeit als wirkliche Verständigung und erklären, daß ״der Völkerbund nunmehr die wichtigsten Arbeiten vollendet 11nt״, die ihm der Versailler Vertrag übertrug. Einer der Delegierten erklärte, er sei überzeugt, daß die Lösung der Mandatsfragc nach monatelangcn Schwierigkeiten allein den Bestand des Völkerblindes in den Augen der Welt rechtfertigen könne. Er habe nunmehr die Wolken zerstreut, die aus den verschiedenen Verträgen entstanden sind. * , ״Echo de Paris" gibt am 22. Juli, am Tage der Ratifikation, eine UCbersicht über den augenblicklichen Stand der Verhandlungen. Es heißt in dieser Darstellung: Was Palästina angcht, so rühren alle Schwierigkeiten aus dem Artikel!4 des Abkommens über die Schutzfcomnüssloa für die heiligen Stätten her, wie er in San Remo vorgesehen ist. Frankreich wünsche, daß eine ständige Kommission aus regelrechten Rcgicrungsdekgicrtcn zu- *■aiimieiigesetzt werde, während England eine aus Juristen gebildete" Kommission wünsche, Frankreich verlange einen französischen Vorsitzenden, England einen englischen, und stütze sich dabei auf die Tatsache, daß cs das Mandat über ganz Palästina habe. Der Vatikan, der bisher dem englischen Standpunkt *•,idcir.prochen hübe, scheine nunmehr iiachzugcben. Fn’.icn deinerseits vcüangc, daß der Vorsitz unter den in der Kom- Mhsion vertretenen Mächten ■ abwcchselt. Es ist wahr- Hheiüiich, daß unter diesen Bedingungen das englische Mandat über 1y.iis;ina angenommen wird mit Ausnähme der Art. 13 und 14, über die die Verhandlungen Weller gehen dürften.! i! 1 1 Mit Bezug auf das französische Mandat in Syrien lühren die Schwierigkeiten von Italien her. , Italic״ wünsche zunächst, daß Art. 6 des dreiseitigen Abimmens vom 20. August 1020 aufgehoben wird. Auf 'Gtur.d dieses Artikels genießt Frankreich in Syrien gewisse Reihte und F.i ,־Uci/.icii mit Bezug auf finanzielle und wirtschaf(liehe Fragen. Italien erklärt, daß das dteiseitige Abkommen nicht angewandt werden könnte, und verlangt daher in Syrien ebenfalls volle finanzielle und Wirtschaftliehe Freiheit. England hat für Palästina das italienische Ersuchen a nc rk a n n t, und am letzten Donnerstag hat Frankreich mit Bezug auf Syrien einen gleichen Schritt unternommen. Die Verhandlungen vor der Ratifikation London. (J.C.B.) Am Mittwoch', den 19. Juli begann der Völkerbundsrat den Meinungsaustausch über die Frage des Palästina-Mandates. Die Sitzung war nicht öffentlich, cs wurden deshalb keine Presse- Vertreter?!!gelassen. Die Diskussiön wurde von Lord Balfour mit einer Ansprache eröffnet. Lebhafter wurde die Diskussion, als man zur Erörterung der Frage der Heiligen Stätten gelangte. Die Diskir.rion nchm den ganzen Vormittag in Anspruch, am Nachmittag wurde , die Mandatsfragc nicht mehr erörtert. In den Ncbenräunicn des St. Jamcs-Palastes, wo die Tagung stattfindet, waren während dieser Sitzung Mitglieder der arabischen Dolegation zu sehen. Auch der Vorsitzende des syrischpalästinensischen Kongresses, Emir Lotfaliali war dort zu sehen. Wie vertäutet, macht diese Abordnung Anstrengungen, vom Völhcrbnndsrat direkt gehört zu werden. Audi eine Abordnung der A g u d n s Jtsroel, von einem Dolmetscher begleitet, erschien im Palast und unternahm Schritte, um sich Zutritt zur Sitzung zu verschaffen.!! i 1 ■ 1! יו Während der Diskussion über das Palästina-Mandat wurde dem Vorsitzenden der jetzigen Tagung, dem spairischen Delegierten de Leon, ein■ Brief des bekannten Zionistengegners, des Mitgliedes deo englischen Ober- 11aur.es, Lord Sy de nimm,• überreicht. Nach Ansicht der Londoner Presse haben die bisherigen Verhandlungen im Völkcrhundsrat die Aussichten auf baldige Ratifikation des Palästina-Mandates sehr vorbessert. Der italienische Vertreter kmpcriali hatte eine eingehende Unterredung mit dem englischen Kardinnl Bournc. In Zusammenhang damit melden die Zeitungen, daß der Vatikan dem neuen Entw u r f d c s § 14 über die Zusammensetzung der Kommission für die Heiligen Stätten vollkommen zu gestimmt und jeden Widerstand gegen das Mandat aufgegeben habe. Die Anwesenheit der Agudas Jisrocl Abordnung gibt einigen Zeitungen Anlaß zur Erörterung des die Jcv/irh Agency betreffenden § 4 des Mandatsentwurfes, gegen dessen Fassung die Agudas Jisrocl Stellung genommen hat. In der Donnerstag-Sitzung wurde das Palästina-Mandat neuerdings in Erörterung gezogen, cs wuide aber noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Vor der palästinensischen Regierungsanleihe Wie der Korrespondent des ״J. Chr.“ aus Jerusalem berichtet, hat der liigh Coinnibsioner in einer Versammlung des Advisory Council neuerlich beruhigende Erklärungen abgegeben, daß die Intcrcssen der Moslems nicht verletzt werden sollen. Der Oberkommissür sagte, daß das Mandat den Juden nicht das Recht gebe,.das Land zu regieren. Die einzige unmittelbare Folge der Bestätigung des Mandates wird die .Aufbringung einer Regier u n g s a n 1 e i h c sein, die allen Lahdesbcwohncru zugute kommen wird. Dccdcs bleibt ,Wie aus Jerusalem telegraphiert wird, hat Sir Wyndiiani Dcedcs, der Zivilkommissär der palästinensisehen Regierung, dessen bevorstehender Rücktritt jüngst gemeldet wurde, sich bereit erklärt, im Amte zu verbleiben. ץ Die Jahreskonferenz In Kailsbad Wie die Exekutive telegraphisch mitteilt, findet die Jahreskonferenz nicht wie ursprünglich angcsagt, in Wien, sondern in Karlsbad statt. Der Beginn bleibt am 23. August. 22. Juli 1922 .Von, Dr. .Victor Jacob'sca Fast 5 Jahre nach' der Balfour-Deklarationy die 'die Entschließung der englischen Regierung verkündet hat, 'dem jüdischen Volke die Schaffung, seiner nationalen Heimstätte in Palästina zu crlcichtem, kommt die erlösende Nachricht, daß der Kampf um die Verwandlung des Versprechens der. englischen Regierung in fest umrissenc Satzungen' eines internationalen Instrumentes, ein Kampf, der auch fast 5 Jahre gedauert hat, beendet ist. Nach' den aus London gekommenen telegraphischen Nachrichten ist der Mandatsentwurf in seiner endgültigen Form, wie er im August 192 t dem Völkerbundsrat vorgclcgt worden ist, mit ganz unbedcutenden Acnderungcn angenommen worden. Nur dem Artikel 14, der die Frage der Heiligen Plätze regeln soll, ist eine neue Fassung gegeben. ׳!Von vielen Seiten ist der Text des Mandates einer scharfen Kritik unterworfen worden und hat bittere Anfeindungen von jüdischen und niehtjüdischcti Kreisen hervorgerufen. Von jüdischer Seite wurde öfters behauptet, daß die berechtigten! Hoffnungen des jüdischen Volkes getäuscht worden seien und das Mandat in seiner letzten Form keineswegs dem Sinn und dem Charakter derjenigen Verheißungen entspricht, die seinerzeit aucl! von,׳ wie cs damals schien, unanfechtbar autoritativer Seite abgegeben worden sind. Einem jeden, der Gelegenheit hatte, den größten Teil der Enlwick1• lung aus der Nähe zu beobachten, erschienen diese Behauptungen als in hohem Grade begründet. Man' kann z. B. die Worte eines hohen, damals aktiven englischen Staatsmannes doch nicht vergessen, der in einem von der English Zionist Federation in London veranstalteten Meeting die Frage erörterte, ob die diplomatische Vertretung des Jewish Nati'onal Ilomc direkt oder durch die ,Vermittelung der Mandatarinacht geschehen solle, Und die baldige Ucbcrtragung auch dieses ״Iiohcitsrcchtcs" direkt an das Jewish National Home in Aussicht stellte. Die allgemeine Stimmung in den damals maßgebenden englischen Kreisen und, wie die zuvorlässigsten Zeugen aus dem damaligen Palästina berichteten, auch in palästinensisch - arabischen Kreisen, wies weit, weit über die durch' das gegenwärtige Mandat gezogenen Grenzen hinaus. So hat diese Kritik' und diese Anfeindung ihre gewisse Berechtigung, ebenso• wie den arabischen Befürchtungen wegen der Möglichkeiten schwerwiegender Konflikte eine gewisse Berechtigung nicht abgesprochen werden kann, solange sie an die Oktroyicrung des Judenstaates glauben konnten.; ׳ 'Aber nicht nur aus dem Konflikt dieser beiden berechtigten Forderungen und Befürchtungen entstand der Kampf tun das palästinensische Mandat. Eine Reihe mit den Interessen der Juden und der Araber keineswegs verbundener Interessen und Wünsche beeinflußte und schürte den Kampf. Andere Machtfaktorcn wußten die bestehenden! Gegensätze geschieht für ihre Zwecke auszunützen und dadurch zu verschärfen. Wie denn, überhaupt Juden und Araber in mancher Beziehung Objekte der, Politik anderer waren. Eine tragische lllustrntion dazu findet man in dem Bilde, das die letzten Verhandlungen des Völkerbundsrates im St. James - I’alace geboten haben: Im Vorzimmer warten dje Vertreter der Juden und der Araber gespannt auf die Resultate der Konferenz, die zwischen den englischen, franzöraschen, italienischen Delegierten und den Vertretern von Japan, Spanien und Brasilien hintern vcrschlossenen Türen über ,,ihre Sache" stnttfmäet! Jn dieser endgültigen Phase 'des gewaltigen historiscb.cn Prozesses, der das jüdische Voll, zum Subjekt seiner politischen Aktion machen sollte, mußte cs doch als ein Objekt der Experimente anderer, die auch in dieser feierlichen Stunde

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