Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 57 (21.7.1922)
- Date
- 1922-07-21
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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־'# Seite 38מ JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 57 י״ימדז׳«3:־ -*. k'Xti^ W״t-L« In Paklsiloa London17׳ ,׳. Juli 1922. Die Sitzung des Völkerbundrates unter Lord Balfours ,Vorsitz wird beute im St. James- Palace, dem allen englischen KönigsschloS in London, eröffnet. Noch im‘ letzten Augenblick versiudien die Gegner des Mandates, und speziell der üh Mandat enthaltenen Artikel über die Errichtung der jüdisch-nationalen Heimstätte die Bestätigung zu hintertreiben. Die arabische Delegation verbreitet in der englischen Presse die Meldung, daß dem- Völkerbundsrat ein Memorandum, gezeich« net von englischen Politikern überreicht wurde, das eine Verschiebung der Bestätigung verlangt. Die Politiker, utn diie es sich handelt, sind die aus den Debatten in den beiden Parlamenten bekannten Anti-Zionisten. Besonders bezeichnend Ist die aus den Kreisen des Völkerbundes stammende Mitteilung, daß noch im letzten Augenblick auch Proteste der Agudah eingetroffen sind, die sich Insbesondere gegen Artikel 4 des Mandates (Bestätigung der Zionistisehen Organisation als Jewish Agency)’ richten. ,Trotzdem die von der englischen Regierung veröffcntiiclitcn!Weißbücher keinen Zweifel daran gelassen haben, daß die englische Regierung an eine Aendcnmg dieses Paragraphen nicht denkt, versudit die Agudah in diesem' kritischen Augenblick noch in rücksichtslosester Weise ihren Parteiegoismus zu befriedigen, unbekümmert um alle Folgen. Es ist aber zu hoffen, daß dieses tinverantwortüche Vorgehen keine schlimmen Folgen haben wird, besteht doch nirgends eine Täuschung darüber, daß hinter der Agudah weder ausschiaggebende Teile des jüdischen Volkes, nocty auch positive Leistungen, oder eine opferbereite Organisatkm stehen. 1 ־׳ * Nachrichten über die 'Behandlung des Palastina-Mandates sind bis zum1 Schluß des Blattes noch nicht eingetroffen. Der ״Lokalanzeigci־“ meldet im Abendblatt vom 19. ä. M.: ״Die Diskussion des Völkcrbundsratcs über die Mandatsfrage wurde gestern unterbrochen, da ciuo Note der amerikanischen Regierung eintraf, wetche fordert, in allen Mandate ragen zu Rate gezogen zu werden, um die amerikanischen, Interessen in den Mandatsgebieten schützen zu können. Der Rat beschloß, die amerikanische Regierung einzuladen, sich an der nächsten Sitzung des Rates vertreten zu lassen.“ Falls diese Nachricht richtig Ist, dürfte sich ' der amerikanische Einspruch nur auf Mesopotamien (Petroleum), nicht auf Palästina beziehen. Bezuglieh Palästina ist bekanntlich zwischen England und Amerika ein Ucbcrcinkommen getroffen worden, so daß Amerika gegen das Palästina:- Mandat keinen Einspruch erheben kann. Auch Balfour hat, wie wir einer änderen Meldung entnehmen, vor dem Völkerbundsrat diese Tatsache der amerikanischen Zustimmung hervorgehoben. Wegen der Alarm nach richten, die in verschiedenen Berliner Zeitungen über Unruhen in Palästina verbreitet waren, haben wir uns telegraphisch nach London gewendet, um׳ äuthentischc Informationen über das Mandat und die Vorgänge in Palästina zu erhalten. Unmittelbar vor Schluß des plattes erhalten wir darauf aus London folgendes, vom 19. d. M. nachmittag datiertes, Telegramm; ״Entscheidung über das Mandat wahrocheiiilidi Freitag oder Sonnabend. In Palästina alles ruhig.“ ׳ Paris, 18. JuiL ״Chicago Tribüne“ erfährt von ihrem Londoner Korrespondenten, daß der amerikanischc Botschafter in London, Harvcy und Lord Balfour ein Abkommen ««gearbeitet haben, das sich mit den englischen Mandatsgebieten beschäftigt. Das Abkommen, * das zuerst dem Vö'.kerbundsrat, sodann dem englischen׳ Unterhause und dem amerikanischen Senat zur Ganehmigung vorgelegt werden wird, räumt den Vereinigten Staaten bezüglich der Pctrolennskonzcssionen ln Mesopotamien die gleichen Rechte wie den Engländern -ein. Hingegen anerkennt Amerika die zionistische Bewegung in Palästina. Nachstehend noch Cure Meldung des J. C. B.: London. (J.C.B.) Die ersten Sitzungen des Völkerbm:dsrates waren der Frage der Mandate der Klasse ״B“ (ehemalige deutsche Kolonien ln Afrika) gewidmet Diese Mandate wurden nunmehr ratifiziert. Zu einer Besprechung der Mandate der Klasse ״A“ (Syrien, Me• sopotamien und Palästina) ist ca bis jetzt in einer öffentlichen Sitzung nicht gekommen. Daß aber diese Fragen in nicht offiziellen Besprechungen die Dc'.er*i:rtcn lebhaft beschäftigen, steht außer, Frage. Mn:1 nimmi an, daß^die Erledigung des fratizikischiir Mandates flu s. ,. —a ^fsj. lies rtililr? t י י Syrien und des cngl'.achcn für Mesopotamien gewissen Schwierigkeiten begegnen wird. Die Zustimmung Amcrikas zu der Ratifikation clincr beiden Mandate Fegt noch nicht vor und kt noch Irtmicr Gegenstand eines lebhaften Melmtngsmraff.tisdics rwlrdicn den Vertretern Englands und Frankreichs und den» amerikanischen Gesandten in London. Coöonef Harwcy. Frankreich will, sicheren Vernehmen nach, der alleinigen Ratifikation des Palästina-Mandata in keinem Falle zu st immen, sondern besteht auf einer gleichzeltlgen Ratifikation seines Mandates über Syrien. Auch die Interessen Englands erfordern eine endliche Erledigung der wichtigen Fragen der Odbohrungen in Mesopotamien. 1 ן i Lord Balfour, <}cr anfangs zum Vorsitzenden der gegenwärtigen Tagung *ttsersehen war, weigert« sich, diese Würde anzundmacn, da er sich für die Verbandlungcn mit den Vertretern Amerikas und Frankreichs freihaltcn möchte. Lord Balfour gibt sich alle Mühe, die endgültige Ratifikation aller Mandate der Klasse ״A“ noch in dieser Tagung durdizuscfzca. In hiesigen, der amerikanischen Botschaft nahestehenden Kreisen Ist man der Ansicht, daß die Zustimmung Amerikas zu den Mandaten für Syrien, und Mesopotamien io gut wie gesichert sei. 1! ׳- Die Stimmung io Palästina Jerusalem•. (J.C.B.) Der vom palästlnensisdvarabischen Kongreß für den 13. und 14. Juli angeordneto Str'eik zum Protest gegen die Jetage Form des Mandates ist beendet, ohe daß es zu Ruhestörungen kam. Die arabischen Läden waren geschlossen, hingegen war der Elsenbahnverkehr nicht unterbrochen. Die Araber In den jüdischen Kolonien befolgten die Streikparolc nicht. Die Maßnahmen der Regierung gegen etwaige Unruhen haben sich als ausreichend erwiesen. Alle Menschenansammlungen wären strengstens verboten. Die Versuche arabischer Führef, Unruhe in die Bevölkerung zu bringen, sind fehlgesclilagcn. . London. (J.C.B.) ״Morning Post“ meldet aus Kairo: Die aus Palästina kommenden Nachrichten lauten ernst: Die arabischen Führer geben sich die größte Mühe, den Frieden zu stören und hoffen auf diese Weise zu erzwinget!, daß das Mandat doch noch zu Ihren Guhstca abgeändert wird. Die Zionistctv geben sidh alle Mühe, um Provokationen zu vermeiden, da der kleinste Anlaß die schwersten Folgen haben kann. ' Aus Jaffa meldet ״Morning Post״» das arabische Komitee habe der Bevölkerung mitge* teilt, daß alle Hoffnungen auf Europa in nichts zerronnen seien. Die Massen sind in dem Bethäusern versammelt, um Hilfe zu erflehen. Die Stimmung ist ernst. Die Meldungen der wegen ihrer antizionlstl• sehen, arabcrfrcundlichcn Haltung bekannten ,,Mor« nirtg Post“, stehen zu allen anderen Quellen in Widerspruch. Es ist bemerkenswert, daß auch die ״Morning Post“ das korrekte ,Verhalten der Zionisten hervorhebt. 25. Convention der imerilfanlsclien Zionisten Zu «Ich von uns bereits veröffentlichten kurzen Nachrichten tragen wir auf Grund der jetzt vorliegenden ausführlichen Berichte noch folgende Einzelheiten nach; Die Konvention wurde vom Präsident Harding in einem Schreiben begrüßt, in welchem Cr zu* nächst sch! Fernbleiben entschuldigt und forifiihnt 1 ״Ein langjähriges. Interesse für die zionistische Bewegungi in Gesinnung und Praxis läßt ' mich wünschen, «laß ich mit den Mitgliedern der Organisation Zusammenkommen und mein Verhältnis zu ihrer großen Bewegung suisdrücken könnte,“ In der ersten Sitzung hielt Herr Solcolow namens der Exekutive eine Ansprache, in der er zur Stärkung der Organisation und zur Einigkeit aufforderte. Peter Schweizer legte den Finanzbericht des Keren Hajessod vor. Er betonte, daß von den gesammelten Geldern nichts für organisatorische Zwecke verwendet würde, sondern alles nach Palästina gellt. Die Zionistische Organisation Amerikas wird erhalten von den Beiträgen ihrer 45 000 Mitglieder, Der Sekretär des Koren Hajessod, N cum an n, erklärte, daß in den 5,2 Millionen des Keren Hajessod nicht «nlhalten sind die 100 00t) Dollar des Aerztekomitcc* itni der Beitrag der I. D. C. von 150 000 Dollar für die .Medical Unit. Herr Morris׳ Rothenberg bedauerte die or■ gniiisatorische Trennung zwischen Keren Hajes&od und Zionistischer Organisation, da der Keren Hajess-od einen außcrordeutli'cn Teil der Kräfte der Zionistischen Or gonisatioh absorbiert hat, Trcftzdcm ,Jst' beschlossen worden, daß auch in Zukunft der Apparat des Keren Hajessod unabhängig von der Zionistischen Qrgnnlw^ tlon als selbständige Körperschaft bestehen esll. Der Präsident der Acrztc-Vcretiilgung, t>. Rat now, erklärte, daß am 2B, JuU dis Aerzte-Dclcgatiom zur Vo! Bereitung der medizinischen Fakultät abreisen wird. Die Präsidentin der Hadajsah greift die Leitung heftig an, weil das Erntet der Hadassah für Palästina nicht rechtzeitig air-gczahlt wurde. Für den Keren ||*. yjr-od antwortete Neun»,mn und Lipski, die darauf j,j״. wJar.cn, daß sämtliche Posten des Palistinahndgct* gekürzt werden miiiUcrv, und daß die Hndassah sogar eine Vorziifr.itelhrng genießt. Danach haben die Vertretcr der rf.idossali nur unter der Bcliugung, daß d;r des 1 fatlns״.ai1 betreffende Teil des Berichtes separat betrachtet wird, für dun sonst einstimmig angenommene Vertrauensvotum gestimmt. * Jtidge Roscnblatt, Mitglied der palästinenrisch cn Exekutive, teilt mit, daß er nach Amerika gekommen ist, um ein« Anleihe von 330 000 Dollar für die Gemeinde Tel-Awiw aufzubrin״cn, die mit 6״ 4,י;« verzinst werden soll Er hofft, daß im nächsten Jahr äh all die Anleihen von den Kolonien aufgelegt werden könnten, wovon er sich eine finanzielle Gesundung Palästinas verspricht. in der Frage der Einigung wurde zunächst ein sfebcngliedriges Vcrsülinungskomitce gebildet. In der siebenten Sitzung erklärte Georg Moses, daß sich die Situation insofern geändert 'habe, als der P. D. C, die Resolution als unzureichend erklärt hat und selbst einen Vorschlag vorlegte. Das Exekutivkomitee hat diesem zugestimmt, wem» auch ein Passus über den Keren Hajesaod cfngcfügt wind. Ein Anhänger der Brandeis• Gruppe Dr. Cohen aus״ New Orleans, beantragte, die P. D. C.-Rcs©lutk>n ohne den Zusatz des Keren Hajcsstd anzutichrmsn. Gegen diesen Antrag sprachen Rothenberg und Goldberg. Gold berg erklärte, die jetzige Leitung habe alle Anstrengungen gemacht, um den Frieden herbezuführen. Siie habe aus diesem Orunde in Karlsbad dafür gekämpft, daß der Keren Hajessod ab ein ,,Spendenfonds‘1‘erklärt wird, trotzdem hat die Brandeis- Gruppe die Mitarbeit abgelehnt. Auch nach Ankunft des Herrn Sokölow tiiüf gelegentlich des Empfangs von Balfour in Washington und während der späteren na- Utirchcn Aktion habe man siel» um die Einigung bemüht, aber vergeblich. Brody (Baltimore) verteidigte die P. D. C.-Rcsolution. Eine neue Resolution brachte Roblns (Avcrme) ein, der vorschlug, weder P. D. C. noch Keren Hajessod zu erwähnen, sondern einfach alle jüdischen Orpajiisatioaren einzubden, am Aufbau Paläsütias gemeinsam zu arbeiten. Diese Resolution wurde zwar einstimmig angenommen, jedoch stellte der Vorsitzende fest, daß sie die Frage der Versöhnungsresolution nicht erledigt. Nachdem nun die Resolution des P. D. C. mit 104 gegen 44 Stimmen durchgcfaßer» war, wurde die Resolution Judge Moses mit 126 Stimmen gegen 10 Stimmen angenommen. Hierauf wurde ein neuer Antra״ cingcbraeht, der bezweckte, das Votum zu einem einstimmigen zu machen. Dieser Antrag wurde sodaam auch zum Beschluß erhoben, allerdings hatte er noch immer eine Stimme gegen sich. (Brody-Baltimorc.) Dieser endgültige Beschluß lautet: ״Da diese Konvention die Wichtigkeit einsieht, alle jüdischen Kräfte der Vereinigten Staaten für die soziale und wlrtschafilidve Entwicklung Palästinas zu vereinen, ohne Rücksicht auf die gegenwärtige oder frühere Zugehörigkeit der einzelnen Personen, a:t beim Aufbau Palästinas ru helfen bereit 6iwf, und da der Palcstine Development Council für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung Palästinas organisiert wurde, der aus Zionisten und Nichtzicnistci» bestellt und da die Zionistischen Weltorganisation Hajessod geschaffen hat zu dem Aufbau Palästinas tlurchzuführen und da die Konvention annimmt, daß der Paieslinc Developmcrat Council anerkennt, daß cs für die Arbeit alter jüdischen Organisationen für Palästina wesentlieh ist, daß das Mandat Großbritanniens über Palästina, das die Zionistische Organisation als Jewish Agency für Palästina anerkennt, vom Völkerbund bestätigt werden soll, wird beschlossen, daß vom Präsidenten ein Komitee ernannt werden soll, welches mit einem entsprechenden Komitee des Palestin: Devclopmcnt Council die beste Weise besprechen kann, wie eine Zusammenarbeit der beiden Körperschaften für den beschleunigten Aufbau Palästinas durdageführt werden kann.“ , Unter den anderen Beschlüssen der Konvention Ist hervomdvcbcia, ein einstimmiger Be- Schluß, daß die zionistische Leitung von London nach 1' alästina verlegt werden 9011, wobei in anderen Zentren die erforderlichen Zweigstellen zu erhalten sind. Ein Antrag, der die Delegierten zur Jahrcskomerciu beauftragt, dafür zu wirken, daß die Zionistische Weil• Organisation als die Jewish Agency verbleibt und daß durch Konferenzen oder durch Einberufung eines Weltkongresses, wem» dies ratsam scheint, die Mitarbeit der weiten Kreise der Judcnheit gcsiclaert werden »oll wurde an das Komitee zurückverwiesen. Die Palästinabeschlüsse enthalten eine E*• grüßung Herbert Samuels, dessen unparteiische und gerechte Verwaltung anerkannt wird, ferner eine Begrüßung des Waid Leunri, der hn steigen len die Verantwortlichkeit für die ökonomische, kulturelle und politische Entwicklung Palästinas übernehmen möge. Ein Beschluß begrüßt die Gründung der Ar* beiterbank uiui fordert die amerikanischen Zionisten auf, aktiven Anteil an ihrer Entwicklung zu nehmen- Ferner betont die Konvention die Wichtigkeit der Bit* düng von Gruppen amerikanischer Jude» zum Zwecke der Anslodlung in Palästina, besonders auf landwirtschaftlicher Grund'age. Der Beschluß über das medizinische Werk betont d° Bedeutung der H a d 3 8 8 a h und forciert die Fort- Setzung der medizinischen Hiifsarbcti; wenn che Zion!• stischo Organisation die finanzielle Last nicht trage״ ׳ kann, »0 soll zunächst ein Weg gesucht werden, wn andere Organisationen beranzuzielicn, ferner sott die Reduktion des Budgets schrittweise vor sielt gehen, damit dl« Hadassal! und die palästinensische Bevölkerung *ich der Sachlage allmählich anpassen können. den Keren Zwecke, den N! l fl.lt di aK Ai grttnd einer! riclitz frage Zeitur tvig dem Frage nolitik D des C bered: barer j.rarnn semrtii heit z! daß w wie d dciili« wird! gen fl wird י das Z dieses wicklu Unsen C. ,V. des de lieh in mal d׳ die Gl alles 2 Frage, gebiet seihst;, dieser seine , der TI «!folg« des de Stellt«( des C* Kimen tcüigun Central zwiscin meinsa! ersehe! falls be die nie W daß cs zurci( gram ticng Ri-ck ״Im Ke ns seine der ( de! le sind jik! ׳tu dl« ■hä /