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Jüdische Rundschau · 1922-07-18 · Heft 55-56 (18.7.1922) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 55-56 (18.7.1922)
Date
1922-07-18
Page
– (sequence 5)
Language
German
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׳ (?P.EWBCffB ROKÖSCHÄin Seite 363 16 ,{יין« Kon- Legilt S?11 Rina imen Zeit J1; V' SSCr, gibt 1'.;'>><•!sehe ngont isViKS »llen, l ai p״nr uict; Ause 11 - des ■riuiu dnnä .,daß Ische ngen rigen leite- Jtigc! Erda« fliese die ieser sercr tntur ibcii, i bei Teil kein wäre. t gc- Koneiten inten }uali- Die mit >icsc!rheit lens- , die in zu- Zahl Zahl iesen ,stina ,stina Anhin• t das issen jlbstiruug Miiikein nmß von daß Jhcre jigcn fiat, daß 1 des Krieg ung rerhen eim ick- Imen, teiltet Ocfielen ׳. Es hsten tige״ Sic 1 wir Volk Ich Iläfts־ s Herr edner erden ses Kern ditio» onen, ickehr seine mben •e e* indft' scher ändif lihea• Nr. 5Sfi6 Schreiben der ׳ erciöQsciiicii »km *c, j% ׳ ‘*i» an (Ammern englischen Weißbuch über die Palästina-Politik־.) Sir, Hotel Cecil, London W. C, 17. Juni 1922. •die palästinensisch-arabische Delegation hat durch Sir Herbert Samuel und durch Sir John Shuckburgh Ihr Memorandum mit dem Titel ״Britische Politik in Palästina“ erhalten, zu welcher sie folgende Bemerkungen cntgcgcnzunchmcn bittet: 1. Das Memorandum bezeichnet uns im Eingang als ״eine Delegation der mohammcdanisch-christliehen Gesellschaft in Palästina“, und gebraucht nicht den Ausdruck ״als Vertretung der MÖhammcdancr und Christen in Palästina“. Damit nicht ■der Eindruck entstehe, als ob die mohammedanischchristliche Gesellschaft irgend ein Verein sei, wollen wir erklären, daß diese Gesellschaft unzweifelhaft die Gesamtheit der mohammedanischen und christlichen Einwohner von Palästina repräsentiert, die 93 0/0 der gesamten Bevölkerung ausmacht. 2. Das Memorandum bezeichnet dann den in Palästina bestehenden Streit als ״Ausstellungen, die von Teilen der arabischen und Teilen der jüdischen Bevölkerung gemacht werden“. In Beziehung auf die jüdischen Befürchtungen erklärt das Mcmorandum, ,,was die jüdische Bevölkerung Palästinas anbetrifft, so scheint cs, daß einige von ihnen die Befürchtring hegen, S. M. Regierung könnte die in der Deklaration von 1917 niedergclegte Politik verlassen.“ Wir erklären, daß die bereits vor dem Kriege in Palästina lebende jüdische Bevölkerung niemals mit ihre« arabischen Nachbarn irgendwelche Streitigkeiten hatte. Sic erfreuten sich derselben Rechte und Privilegien wie die anderen Ottomanischen Bürger und agitierten niemals für die Deklaration vom November 1917. Die Zionisten außerhalb Palästinas arbeiteten für die Baifour-Erkläning, und jetzt, wo die Welt sich von deren Undurchführbarkeit überzeugt hat, befürchten sie ihre Aufltebung. 3. Mit Bezug auf die zionistische Tätigkeitin Palästina sagt das Memorandum: ״Die Zionistische Kommission in Palästina, jetzt Zionistische Exekutive genannt, wünscht nicht einen Anteil an der allgemeinen Landcswcrwaltung zu bcsitzen und besitzt ihn auch nicht. Die der Zionistisehen Organisation in Art. 4 des Mandaiscntwurfs für Palästina zugewiesene besondere Stellung umfaßt auch keine solchen Funktionen. Diese spezielle Position bezieht sich auf in Palästina zu ergreifende Maßnahmen und besteht darin, daß die Zionistische Organisation an der allgemeinen Entwicklung des ־ Landes Anteil nehme, bezeichnet aber keinen Anteil irgendwelcher Art an der Regierung.“ Jeder, der nicht genau mit den gegenwärtigen Verhältnissen in Palästina vertraut ist, kann nur annchmen, daß diese Auseinandersetzung der zionistischen Funktionen in Palästina sehr plausibel und verstandlieh ist. Diejenigen von uns indessen, die aus vierjähriger Erfahrung die Tätigkeit der Zionist Commission kennen, sind leider nicht imstande, so gern sie es wollten, die Erklärung zu billigen, ln Palästina, wie überall sonst, sprechen Taten besser denn Worte. Zunächst wollen wir feststellen, daß seit der Errichtung der Zionist Commission in Palästina diese mit der Verwaltung von Palästina unter den verschiedensten Vorwänden zu tun hatte, die sich alle auf die Sorge für jüdische Interessen begründeten. Eine militärische Verwaltung nach der anderen und ein britischer Beamter nach dem anderen mußte gehen, weil sie das Land nicht in den von der Zionist Commission aufgestelltcn Richtlinien regieren konnten und wollten. Um die Wahrheit unserer Worte zu beweisen, mag sich der Kolonialseknetär nur an die Herren wenden, denen die Regierung die Verwaltung von Palästina nach dem Waffenstillstand anvertraut hatte und die jetzt ihre Stellung verlassen haben. Es mag uns gestattet sein, hier etwas aus dem Bericht zu zitieren, den Mr. Charles R. Crane am 3. Juni 1922 der ״Times“ erstattet hat. Herr Crane bereiste Palästina im Juni 1919 zusammen mit Herrn King in einer Kommission und ist auch jetzt gerade von einer Reise nach Palästina zurückgekchrt. Herr Crane sagt: ״Die Zionistische Kommission, die eine solche Kontrolle über den politischen Apparat (roachinery) von Palästina hat, scheint mehr Macht ' zu haben, als die ordnungsgemäß eingesetzte Vcr- Haltung. In der Praxis steht die ganze offizielle Welt unter ihrer Kontrolle und brennt mehr darauf, die Instruktionen der Zionist Commission auszuführen als die Politik der britischen Regierung.“ Diese Worte sind wahr, denn sie drücken nicht nur unsere Erfahrung, sondern die aller unpartei- Ischen Reisenden aus. Zweitens ist cs der Art 4 des Mandates selbst, über den wir Beschwerde führen, weil er offiziell ״die Zionistische Organisation als eine ö f f e n t - liehe Körperschaft anerkannt mit der Aufgäbe, beratend zusammenzuarbeiten mittlerVcrwaltung von Palästina in denjenigen wirtschaftlichen, sozialen und anderen Angelegenheiten, die die Einrichtung eines jüdischen Nationalheims und die lntcrcssen der jüdischen Bevölkerung in Palästina betreffen können und an der Entwicklung des Landes zu helfen und Anteil nehmen.“ Wir fragen: Warum sollen die Juden eine mit solchen Vorzügen ausgcstattctc Körperschaft haben? Kann nicht die Verwaltung mit den Interessen dieser 7 % der Bevölkerung betraut werden, wenn ihr das Wohlergehen der 93% anvertraut ist? Selbst zugegeben, daß sich die Tätigkeit der Zionistischen Organisation auf wirtschaftliche und soziale Angelegenheiten beschränkt, was bedeutet das anders, als das gesamte Leben des Landes, da doch die Politik jedes Landes mit seiner Wirtschaft unlöslich verknüpft ist? Im Art. 2 des Mandafsentwurfs lesen wir: ״Die Verwaltung soll mit der in Art. 4 genannten Jewish Agency sich verständigen, um auf gerechter und gleicher Grundlage öffentliche Arbeiten, Dienste und sonstige nützliche Unternehmungen zu schaffen und ins Werk zu setzen und um die nattirliehen Hilfsmittel des Landes zu entwickeln, so weit diese Angelegenheiten nicht direkt von der Verwaltung unternommen werden.“ Dieser Artikel gibt der Jewish Agency (d. 11. der Zionistischen Organisation) das Monopol, für alle öffentlichen Arbeiten und natürlichen Hilfsquellen Palästinas. Es ist weder für die Araber allein, noch für die Araber in Verbindung mit britischen Firmen irgend, eine Wettbewerbsmöglichkeit vorgesehen, die vielmehr durch diese Bestimmung ausgeschlossen sind. Wir wollen nur ein Beispiel, mimllcii die Rutenberg-Konzession, zum Beweise zitieren. Diese Konzession wurde Herrn Rutenberg gegeben, ohne Gelegenheit zu einem öffentlichen Wettbewerb zu geben. Durch Rutenberg streben die Zionisten darnach, die wirtschaftlichen Kräfte Palästinas wie in einer Schlinge einzufangen; haben sie diese in der Hand, so sind sie die wirklichen Herren des Landes. 4. Das Memorandum spricht über di; be* stehende jüdische Bevölkerung in Palästina, von der sie behauptet, sie hätte ״nationalen Charakter“, da sie besitzt ,,ihre eigenen politischen Organe, eine gewählte Vertretung für die Leitung ihrer eigenen Angelegenheiten, gewählte Stadtverwaltungen, eine Organisation zur Ucber* wachung ihres Schulwesens, ein gewähltes Oberrabbinat und einen rabbinischcn Rat für die Leitung ihrer religiösen Angelegenheiten, weil sie ihre Angelegenlieiten in der hebräischen als ihrer nationalen Sprache führt, eine hebräische Presse diesen Bedürfnissen dient usw.“ Wir bemerken, daß auch di; anderen Bevölkerungsteile Palästinas diese selben Merkmale nationaler Existenz besitzen, und wenn dies der Ortind sein soll, weshalb es den Juden Palästinas erlaubt sein soll, nach Palästina zu kommen, ״Kraft Rechlens und nicht aus bloßer Duldung“, so besteht noch mehr Grund dazu, daß man die Araber in ihrem nationalen Heim gegen Eindringlinge schützt und die Einwanderung unter Ihre Kontrolle stellt. Es gab keine Spur von den oben erwähnten politischcn Organen vor dem Kriege; sie erschienen nach dem Waffenstillstand, als die Balfour-Erklärung bekannt wurde. Die hebräische Sprache wird nicht allgemein von den palästinensischen Juden als ihre nationale Sprache gebraucht, Geschäfte werden meistens arabisch oder jiddisch abgeschlossen. Das religiöse und soziale Leben der Juden ist in Palästina ebenso, wie in allen anderen Ländern, wo Juden leben, und kann nicht als charakteristisch für Palästina angesehen werden. Als wir gegen die Anerkennung der hebräischen Sprache als offizieller Sprache protestierten, wurde uns erwidert, das sei doch harmlos; jetzt bewahrbeitet sich unsere Furcht, indem man diese Ancrkennung benutzt, um darauf ein ,,Recht“ zu begründen. Nebenbei bemerkt, haben wir für die Juden stets dieselben Rechte und Privilegien beansprucht wie für uns selbst, seitdem sie ottomanischc Staatsbürger waren. Aber die Argumentation des Memorandums, das, weil die augenblickliche jüdische Be- : völkerung Palästinas dort von Rechts wegen ist, 1 dieses Recht auch auf alle Juden der .Welt ausgedehnt werden müsse, würde von keinem Volk, nicht etwa nur von den Arabern angenommen werden. Wir haben immer und immer wieder bewiesen, daß die historische Verknüpfung der Juden mit Palästina auf sehr zweifelhafte historische Daten zurückgeht. Die historischen Rechte der Araber sind stärket־ als die der Juden. Palästina hatte eine eingeborene Bevölkerung, bevor die Juden in das Land kamen, und diese Bevölkerung besteht bis heute, ohne Mischung mit den jü» dischen Stämmen, die immer ein besonderes Volk bildeten. Die Araber dagegen wohnen seit mellt denn 1500 Jahren iin Lande und sind die äugen• blicklichcn Besitzer des Bodens. Ferner blicken sowohl Christen als Mohammc* dancr auf Palästina als auf ein heiliges Land und machen jährliche Pilgerfahrten dorthin. Jedes reh* giöse Gefühl, das die Juden für Palästina hegen mögen, wird durch das der Christen und Mohammedancr weit übertroffen. 5. Einwanderung. Das Memorandum sagt ferner, daß, ״um diese Politik durchzuführen, cs «. notwendig ist, daß die jüdische Bevölkerung ihre Zahl durch Einwanderung vermehren kann“. Wir, fragen: Welche Politik und warum? Es geht der jüdischen Bevölkerung Palästinas gut und sie bedarf keiner Einwanderung. Das Memorandum fährt jedoch fort: ״Diese Einwanderung darf jedoch nicht so groß sein, daß sie die ökono• inischeFassungskraftdcsLandesüberschreitet. Es ist wichtig, dafür zt! sorgen, daß die Immigranten nicht,der palästinensischen Bevöl• kerung als einer Gesamtheit zur Last fallen und daß sie nicht irgendeinen Teil der gegenwärtigen Bevölkerung aus seiner Beschäftigung verdrängen.׳ Bisher hat die Einwanderung diesen Bedingungen entsprochen. Die Einwanderung seit der britischen Okkupation beträgt 25 000.“ Wir bedauern, die Wahrheit obiger Darstellung nicht bestätigen zu können, da wir uns immer auf Tatsachen und nicht auf Worte gestützt haben, um unsere Sache zu beweisen. Durch das Eingeständnis der palästinensischen Verwaltung können wir zeigen, daß die Zahl der Einwanderer größer ist, als sic das Land vertragen kann. Der High Commissi* oner sagt in seinem vorläufigen Bericht: ״Aber unter allen Umständen wurde cs zunehmend deut* lieh, daß die Zahl der Einwanderer größer war, als das Land absorbieren konnte.“ Als dies geschrieben wurde, im August 1920, ״waren etwas über 10000 Einwanderer in das Land gekommen“. Ihre Zahl ist jetzt auf 25000 gestiegen. Dies; Ziffern als richtig unterstellt, hat sich etwa das Land so entwickelt, um 25 000 neue Immigranten verwenden zu können? Welche Tätigkeit haben diese Einwanderer? Das Memorandum sagt, daß ungefähr ein Viertel als Bauern oder Landorbeiter tätig sind; also blieben drei Viertel in den Städten und konkurrieren mit der städtischen Bevölkerung im Kampfe um das tägliche Brot, indem sic die Gefahr von Störungen der öffentlichen Ordnung und gelegentlichen Aufständen mit sich bringen. In diesem Zusammenhang ist es lehrreich, daß die Delegation am 9. Juni von arabischen Eisenbahnangestellten ein Telegramm bekommen hat, in dem diese sich beklagen, daß sie angeblich aus ökonomischen Gründen aus ihren Stellungen ent* lassen worden sind, um Platz für jüdische Augestellte zu schaffen, •die keine Kenntnis im Eisenbahnwcr.cn und keine Kenntnis der Landessprache besitzen. 6. Das Memorandum sicht vor ״die Einsetzung eines speziellen Komitees in Palästina, das ganz aus Mitgliedern des vom Volk gewählten Legislative Council besteht, um mit der Verwaltung über Immigrationsangelegcnhciten zu verhandeln.“ Da die Einwanderung eines fremden Elementes in das Land, die einheimische Bevölkerung dieses Landes in politischer, wirtschaftlicher und sozialer Beziehung betrifft, ist es nur gerecht, daß das so betroffene Volk das volle Bestimmungsrecht in dieser Angelegenheit hat. Das vorgeschlagene Koinitee aber gibt der palästinensischen Bevölkerung keine Einwaiulcrungskontrolle, da sie nur ein Beratungsrccht habe. Dagegen sehen wir, daß im Art. 6 des Mandatsentwurfs die Jewish Agency, d. 11. die Zionistische Organisation, eine ausländische Körpercciiaft, mehr Recht erhalten hat, als die gegenwärtigen Landescinwohncr. Nichts kann die Interessen der Araber gegen die Gefahren der Einwanderung schützen, außer der Schaffung einer repräsentativen nationalen Regierung mit vollständiger Einwanderungskontrolle. 7. 'Das Memorandum spricht dann über die dem König, von Hedschas gegebenen

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