Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 52 (30.6.1922)
- Date
- 1922-06-30
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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nuMt1!' m ־״'**, M Nr. 52 zi 111־ z״i Mini], P- I5 ״clK,. k'rn and, >״u,:-2(1r isciu> 14. Il’iKT (|K, •bc Mini. ,U! g»‘«gt «eilen 1^,, Weiuln״״ Zi'ii (1■; Var N;h|,. *1 '111■ der hctjiiiut, im kl,1111,' r (icf.ilir jüdisch״״ f'ir dt״ Sclu'ii |(c. hin״ noch 11» Wände! dir׳ Juden Sgensclicn. נא , »v i ri. 11' II s l>e■ י dt di, ml״ül1i^״ "g»g. Wa- I IM, zu״! .a־:e, l)n Industrie■, im Lande ,rer als in )"״ teurer lig Schuld md die Be dit leben״ heu, Daliet .ziel! ״/um I cinhcimi• die Preist g mit den ler Baden- II i s c 11 c n; jedeufalh und Pole» It;uif /eitsieh jeder Spekulation Arbeit, rin alc wirr des Will» ml, I Jicsci unnormal* tslnge ein! I drohend* *c>Hten TH •Niszugebi'n 1 d 1s Gel l juit'bi inicn idite», W e z. B, 1Ü1 1, (der der urcltfiihriin;’ kiiimte. Be aiilpebau' all ist, d;!l: n in Ko"'11 5 jeder, de! rni Mieter kann der reichsten Bank in Kowho ist ein |; 52 der an» Sonntag in der Kirche predigt, wachsende klenkal-rcuktiunäre und ehauvinisti• ^1111111,״.: in» L-mde findet ihren Ausdruck im י'!(,f im’1m:r mehr nach rechts nhschweiikt. Jede ,jC1ist immer mehr nidi rechts geneigt 1,'׳rl.criee. I״s •s> nicht wahrscheinlich, d.iß die ״,’ siel! jet/t entsihliclkn wird, die jüdische *dar,1׳■ Beseitigung des Ministeriums /u ״eilt-!,״, Vielleicht w ar die Ablehnung des jüdischen riiim-Pm ׳,Hr.»i׳l.c’n** mir ein Versuchsballons um R!tkc des jiidisdien Widerstandes zu prüfen. 1 ׳״IS ilit' l ende• n z der litauischen Entwicklung j| i d j e j n d i s e 11 c־ S e l b s t v e r w a 1111 n g gejl t ist unverkennbar. 1111 Herbst sind neue ji jhleii zu erwarten. Man kann mit einiger f:(l1 *eigen, dall die reaktionären Parteien eine 8,1l'«c M'irl.t hallen weiden .11s in dein gegen- Parlament. Danim wird der Kampf gegen ludu' Autonomie erst recht beginnen. 1,0 nicht 11׳ erwarten, dall das litauische Juden- 8 011 nc weiteres von seinen eroberten Stellungen 11 wird. Hie Jahre der Selbstverwaltung haben ijinsiin׳ ludeiitum trotz allem innerlich gestärkt * .m Vi'iilerstamlskralt gefestigt.' Darüber ein JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 343 Das neue ungarische Parlament ״Wiener Morgenzcitimg‘‘ bespricht das Resultat ';len ungaiischcn Neuwahlen und schreibt 11. a.:!,!• iicnc ungarische Parlament ziililt acht jitdi- Ahj! eo rd 11 e t e. Sie wurden wohl nicht als ׳cw/ihli fünf von ihnen gehören der sozial- ■!tischen und drei der demokratisch-liberalen Partei aber iininerhiji verbindet sie miteinander das Mine des Bestrebens’ in Ungarn eine politische ■1 h;kI eine gesellschaftliche Atmosphäre herbei• X in welcher die zwei Schichten der ungarischen iimo, die Arbeiter untl die Juden, welche die :! ()|1tc,■ des christlichen Kurses sind, wieder zu aeingescliränkten inenschlichen und bürgerlichen a (׳dangen. Dies kann jedoch nur dann erreicht wutii mellt nur die ,Herrschaft der imverantwort- Öcnu'iite einfür allemal gebrochen wird, wenn!,״(liehe Mora! durch die restlose Sühne aller * 0:011 Verbtechen wieder herpesteilt wird, sondern 011, wenn die Aibeiterverfolgung und der Antise-;1, als Institution, als politisches Aiiskuidtsmittci :< Hcgieningsbebelf unmöglich gemacht werden 1110 Lage der Juden in Ungarn ist nicht allem :> 10 trostlos, weil ihr Leben, ihr Hab und (int x׳c unverantwortlichen Mördern, Wegelagerern und -'cm aiisgelicfert ist. Mehr als diese schließlich!־ Dauer unhaltbaren Erscheinungen gestaltet die tkr Juden in Horthy-Ungarn die .Tatsache so ar, dall der Antisemitismus die gesamte Vor- J omaH'liine verseucht hat, daß er zum Lrzielnmgs-;ctioiiigt und als Prämie Tür jeden vcrwaltungs-;11 Streber gilt. Man kann Progrome mit Gewalt neu. Aber eine ganze Bevölkerung, einen ganzen gern Bcaintenapparat so rasch von der Seuche des internus zu desinfizieren, wie die Verseuchung um »jp'rifl'en hat, wird, je länger das Gift fortwirkt, Isdnvieiiger durchz.tiführen sein. Deshalb ist cs, hcgreitvn, dall ein praller Teil bürgerlich gesinnter 1׳Htden letzten Wahlen seine Stimmen den Sozialjl;|10n gegeben ha(: Die gegenwärtige Situation in j hat zu dieser Einheitsfront der Bedrückten ge- 11 l'ie unter dem Schh gworte des christlichen Kurses '1' Politik des Terrors hat mit ihrer würgenden 411 kleinen Juden und den Arbeiter ohne Unter- »Ifr Koniossimi in gl:idicm Malle gedrosselt. Nicht »tkeit diktierte den sozialdemokratiselien Ahgeord- <!f Pil.eht, auch in der Wiedergutmachiiugspolitik 5jeder Einseitigkeit Ireizuhalteu, solange die Bahn , w gemacht ist für die Vertretung ausschließlicher [|1<1teresseu. In einem Lande, in welchem die Zu- ' Alt /u einer Religion oder einer Nation hinreicht, ״ iii'.tneiischlichen Verfolgungen nusgesetzt zu sein, י jede friidilbarc 'IntigKcit für die Besserung der 41 Aiheiter von vornherein ausgeschlossen.*‘ L reu der Krdein ih' ,•!spekulativ riiicu Staate׳■ fühlen muß , I־' o I g c" ן bekoitt'1'1’‘1 lie Unzitvci- Jude. aller sogt־, ns der r׳״ iChaft sprH'i iroht seit«״ > um Ko"1׳ liv 'litauisch n litamsf״ ' Dies all' 9 lr r e!1״ יי in friediiB1*' rheiten. tutermangel in Litauen. Wie uns geschrieben N jetzt in den litauschcn hebräische» (iyntnasien '׳As Bedürfnis von Lehrern sämtlicher l aeln׳(', iets der Realia und 'technischer Fächer (Wcrkun'.cr- '1)mnastik, Zeichnen usvv.). Dieser Mange! lallt sich jut fühlen. Falls nicht ein großer Zustrom von 7!l Lelirkrälteii ■ms dem Auslände hincingehingt mancliein (iytnnasimn eine Existenzgefahr he• ilr lenken die öffentliche Meinung auf diese für Hilft des hebräischen Erziehungswesens in Litauen Y Tatsache und schlagen jedem vor, der sich für Mit. ein Fach in der hebräischen Sprache zu '111'׳en, sich an die Zentrale der hehr.iisehen (ivm- ״ Litauen zu, wenden. (Adresse: Dr. S. Tseharw, 1 K-'i 8, Kaunas.) Dort .kann man die uöti ׳ ‘,5'י erlialteii. ateit I’0"', 1t mir (11 ■ Geprijr1' IlirtC k״ |'ir bitten alle Orfs jruppen und SchekelvcrUaaens- |‘ringend um laufende Berichterstattung und Abrechnung, i^innungsgtnossen um Unterstützung der Schekel• flung. m Schekelaktlon sntiil gelinn@nl!Zionistische Vereinigung för Deutschland 1 Berlin W 15, Sächsische Str. 8.!״«־to: •Nationalbank für Deutschland, Dep.-Kasse jpritendamm 211. Postscheckkonto: Berlin 8091. -ך״ן^r<c.,gy^r.׳^.. .. Kundgebung der arabischen Delegation London, (J. C. B.) Die palästinensisch-,•irabiselte. legalem drückte in einer der Presse übergebene« Erklanmg über das Resultat der Ohcrhuusilchatk׳ und über die Annahme der gegen den Entwurf des Palästina- Mandates gerichteten Resolution 1.0,d I s 1 i n g t «11 s ihre t ieniigtiuuig aus. ״Wir haben, das Ge fühl“ heißt is in dieser Erklärung ״daß die Abstimmung d i e w 1 r k I i c h e Ci e x i n 11 u 11 g Engl a 11 d s veran-. M׳l::m!id1t. Sie bestätigt ,ins, was wir unserem Volke in Palästina söuii bald, nachdem »vir ׳ nach England kaiiuii, er/ähllon; nüinlidi, daß das Gefühl von Ehre und Girechtigkeit in Engrmd es diesem Lande niemals gi statten werden, eine erbarmungslose Unge- 1' c di t i g k e i t gegen unser schwaches kleines Volk u begehen, indem es von seinem Heim vertrieben mul das Land zu einer Heimstätte für die Juden gemacht wuilen sali. Palästina ist unser Heim und kann daher nicht das jüdische nationale H e i m s e i 11." Der Widerhall in Amerika New York, (J.C. B.) Fast alle Amerikanischen Zutungen will Ai em der Anmdiine der Rexo..1t11(׳״, Lord I s i 1 n g tu 11 s im englischen ()beihaus eingehende Kamnimtare. Die New Yorker ״Even i»g t'ost“ meint, cs war unvermeidlich, daß nie zbnistisehe Aktivität in Palästina während des Krieges tiefe politische Farbe angenommen hat. Trotzdem aber siiwl die Grundlagen dis /ionististl.en Problems nicht politisch, sondern Ökoiw misch, und es ist darum schwer zu begreife«, wie ihr okunombci.c Wiederaufbau Pa.ästinas etwas anderes biiitgc» könnte, als die Verbesserung der Lage der arabiMl.cn Bevölkerung. Die liberale New Yorker ״Globc־‘ beurteilt den Schritt ,der Lords als für die zionistisch« Sache nicht ungünstig, da er die Frage aus dem niedrigen Niveau, auf die sie gesunken ist, emporhebeu, würde. Die u'iv begründete, wenn auch nicht unnatürliche, Furcht der Araber hat die g.mz.e Frage vorübergehend! verworren1. Jitzt ist eine breite Diskussion wahrscheinlicher als je. Lie ungünstige Abstimm,mg im Hause der Lords wird dazu beitragen, 1lj.ll die starke Unterstützung, die das Arrangement in der öffentlichen Meinung Amerikas und! Englands, sowie bei den Regierungen dieser beiden Länihr und beim Völkerbund gefunde'i» hat, nochmals unterstridwii werden wird. Der bekannte Leitartikler der ,jl Ie,1rst"-Pl'esse, Arthur Brisban, fragt in dem New Yorker ״Ameritan", wenn es 100 OfK) englischen Soldaten möglich ist, über 300 Millionen Asiaten in Indien zu .regieren, warum »allen dann nidit in Palästinj,-10 *»;<! das Los der 90 1״, bestimmen können? Wo waren die jfldisclien Lords? l.!01 d Ba i tour drückte, wie J.C. B. erfährt, i:m Gespräch mit einem Mitglied der zionistischen, Exekutive seine höchste Verwunderung über die Tatsache aus, dall nicht einer der jüdischen! Lords es für nötig hielt, an der Sitzung, in der die Lord-Islingt1.,11-l<1solutio11 hel. iiiidelt wurde, tcilzaehmen. Nidit ein- 111,-11 Lord k :1tl.se h i lü , au den ja! die Half »ur-Dcklaration s.im'r/rit.gerichtet wurde, wohn!e der Sitzung bei. Englische Pressestimmen Der londoner J-Korrcxpotekiit der J. P. Z. sendet s.inem Organ folgende Meldurge.i, die wir gleichzeitig wiulcmigelx'u in der Lage sind: Die bedeutendste ühenlc SonitSagszeilung ״Ob- Server" veröffentlichte am ,.-.ר, (I. M. einem Leitartikil, in dem es heißt: ״bi. eigenartige Niederlage der Regierung im Oberhaus: an!ältlich der Resolution Lord Islingt'ms über die Verwaltung Palästrnas sdieiiU chtreh eine geschickfe AL.bilis'it;«.! von Aiitip.itl.i.iv eher zustande gekommen zu s.in, ab durch das Gewicht von Tatsachen und Beueisi-ii. Abgesehen von Loril Bälfottrs Rede war die Del,alte f.rd wertios durch das Durcheinandervuirlä 111 bbllo;• Verallgemeinermigeiv und ■dem Mangel Ivt.nkn ter Fakten zu ihrer Begründung. Wir hoffen, daß die Diskussion, welche im Untcrha.ise folgern wird•, * inen amlercu Charakter tragen wird, weil es vv'msebenswert ist, daß unsere Position in Pa'ästiin utul die Politik, die wir dort vertolgcn, in der öffentliche:'׳ Meinung IdurgLstellt werden. Das Parlaimni ״.rille etwas Besseres :;!in, als eine Aren 1 für das Ztisaimmtuverfen antisemitischer Vorurteile, um persönlicher Mißgunst gegen Gründer von Gesellschaften timt Nervosität bezüglich terri* torialcr Verwicklungen. Eine Prüfung des Mandates mul seiner Tragweite wäre nüt/iiih, wen:» in dieser v. ,rg1 nick km Stuiule mich irgendein weitreichender Zwtift'i über die Weis!,eit seiner Amnhi.e besteht. Hie kuilu'iiluTg-Koii/essinir sollte aus diesen lirüi'dcn genau erklärt werden. Wir würden• gerne sehen, wenn das Unter),aus in beiden Beziehingcii sein Recht zur Kritik leildlertigen würde. Es ist eine■ unvermeidliche Frl.schail aus der VergangmlHit des Landes, daß unsere lv;.icrimg i n Heiligen I.■ 1111 s* cliOiüschcn Attaekci» •1 1s uitgegengesetzkin i.ageriv ausgesetz! ist. Die Norimilkuntiikt■׳ "von Kassc-neifersuci.t siiv.l ikut verstärkt durch die äüllerste IvauzentratiMi riva.'isicrender religiöser Ei11|vfimllichks׳il, ttwl ,;atsert•. reich■.• Erfahrung in solchen Zuständen, rollti• uns vor der Erwartung bewahren, daß jutliii oder A aber Jitsere Maßu.ih.ncu unparteiisch bt- Urteilen. Die Schwierigkeiten der Lage sind für jeden Bitracldcr klar. Aber was die Gegner des Mandates nicht erkennen, ist ihre Verpflichtung, irgendeinen andircn Weg uns vorz.iisehlagcik, welcher sowohl unsere Versprechen erfüllte und mch irgendwelcher Wahrscheinlichkeit die Wohlfahrt der palästineitsisclien Bevölkerung förderte, (rott weiß, daß wir nicht in dem Lande sind ans Ueberfluß •nationaler Energie, «der zur Hebung unserer imperialistischen Muskeln. Unsere Gegenwart ist teils eine balge dessen, daß wir gemeinsame Siche gemacht haben mit den legitimen National-Aspirationc» im Vorderen Orient und teils in der Annahme, daß unser Zurück׳iehen nur ei» Vorspiel fiir Chaos und Unglück wäre. Unsere Unternehmungen werden natürlich von bilden Rassen immer 1111 sehr freier und tendenziöser Weise kritisiert werden, aber richtig konstruiert, werde» sie beiden Rassen gegenüber nicht unvereinbar sein. Es ist eine verbreitete Kritik, daß unser Versprechen, ein nationales Heim für die Juden zn errichten, eine Einschränkung der politischen Rechte für die arabisch״ Majorität bedeute. Aber es liegt darin keine Rechtfirtigung für die zugrunde liegende Annahme, daß die Zionisten, dem» so Gastfreundschaft angeboten ist, den Status einer privilegierten Klasse erhalten werden, selbst wenn Monomanen unter den gegenwärtigen Ansiedlern solche Prätentionen gehabt haben. Wenn in Einzel fäll«» die Administration ungebührlich eine Seite bevorzugt haben sollte, so sollen unsere Vertreter mit allen Mitteln zur Rechenschaft gezogen werden, aber solchen Atiklagen wird •von der Oeffentlidrkeit, die an Rassen- Propaganda gewöhnt ist, nur dann Glauben geschenkt, wenn sie präzis und mit Beweisen vorgcbracht werden. Unsere Mandatspolitik ist sicher ebensowenig ein Deckmantel für zionistische Herrschaft über 11.1s Land, als die Gewährung einer Möglichkeit für die Araber, ihrer feindseligen Stimmung freien Lauf zu geben. Soweit die Ruthenberg-Konzession die Möglichkeit für Vorwürfe dieser Art bietet, soll eine sorgfältige und! gründliche Diskussion darüber stattfinden. Es ist eine einleuchtende Notwendigkeit, in diesem Falle, daß für ökonomische Initiative in großem ״MaßHabe in! Palästina Raum geschaffen werden muß. Es ist ebenso ,klar, daß die Kontrolle zentralisierter öffentlicher Anlagen einen bedeutenden Grad sozialer und politischer Macht bcan* Sprucht und ebenso, daß die Maßnahmen gegen den Mißbrauch einer solchen Autorität der genauesten Prüfung bedürfen. Aber das Urteil möge auf exakten Tatsachen basieren und nicht auf solchen Triebfedern, die bisher in der Kontroverse einen zu großen Raum lingen.nnmen haben.“ * Bezeichnend für die Ansichten des breiten engtischen Publikums dem Palästina-Mandat gegenüber ist ein l.citaitikcl, den die ״Daily News" vom 26, Juni bringt. Es heißt darin u. a.: ״Wer sind die Gegner des Palästina-Mandates? Es sind erstens und \or allem die eingefleischten Antis c in i t e n , die kein Argument überzeugen und kein R'aisonnemcnt rühren kann, falls es sich um die Rechtfirtigung einer Politik handelt, aus (kr Juden Vorteil ziihen sollen. Sie werden in ihrer vollen Stärke aufmarschieren. Dazu kommen die imperialistischen Protektiionisten, für die Siege nur Mittel zur Förderung des britischen Handels sind,!und für die die Tatsache, daß Palästina keine Kolonie, sondern ein Mandatsgebiet ist, keineswegs den Eifer mindert, zu verlangen, daß in Kontrakte!» für Palästinas Entwicklung der englische Handel nicht nur eine Vorzugsstellung,' sondern ein Monopol besitzt. Solche Kritiker bedeuten nur wenig. Aber es gibt aiulerc, die ernstere Argumente Vorbringen. Ist es wünschenswert, daß Palästina ein vorwiegend arabisches Land, systematisch durch eine fremde und höher entwickelte Rasse, wie die Juden, kolonisiert werden soll? Ist im besondere» eine solche IMIitik in Uebereinstimmutig mit der Bedingung tles Mandates, daß die Wahlfahrt und die Entwicklung der Einwohner eine geheiligte Verpflichtung der Zivilisation darstellt? Das wahre Problem ist, ob die britische Regierung das in ihrem Na m e n durch den damalige n Minister des Äcußerii, M i n i s t c‘r B a I f o u r, im November 1917 gegebene Versprechen zurücknehmen soll, in Palästina ein nationales Heim für das jüdische Volk zu errichten. Ueber die Weisheit eines solchen Versprechens kann inan n.dür• lieh streiten. Aber es muß fcstgvslellt werden, daß von den verschiedenen Parteien, die Widerspruch hätten erheben könnt», keine es jemals getan Int. Die verhümkti» Mächte haben I91'9 in Paris dem zugestimmt. Amerika hat immer diese Politik begünstigt. Der Völker• bundrat, der solche Nationen, wie Frankreich, Italien und das katholische Spanien repräsentiert, hat die Hauptprin/.ipk» des Mandates bedingungslos angenommen. Hinter alledem liegt die erstaunliche Ers u h e i n u n g der jüdischen N a t i o ». Es ist dies eine Tatsache, für di׳e es keine Analogie gibt. Gut e.ilcr böse, sie ist. Dies allein würde nach in keiner Weise eine Verkürzung der Rechte der jetzigen Einwohner rechtfertigen; aber Palästina ist ein Land, dis der Entwicklung wert ist. Als ein! bloß agrikultau'lk־״ Land ist es unterbevölkert; wenn seine industriellen!Möglichkeiten verwirklicht werden, wird cs Raum für Immigration in bedeutendem Maßstabe bieten; aber es ist klar, daß der Araber Palästina nicht entwickeln kann. Auch der Engländer und Amerikaner wird vorläufig noch bessere Anlagemögliehkeiten für seine Kapitalien finden. Nur die Juden sind imstande, Pa-