Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 48 (16.6.1922)
- Date
- 1922-06-16
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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1•!ff; |jtf:!ps. Ifi *» III ' M r. 48 ► ■■^ teilt Krön!. Löwen. ‘Utrecht. *■t'11!ן;,. fH'13 ״ I u 11 ״ n iiilischcn I) Hoden > in den und er■ >' '''«(je■ Nr■ JUL; Dl SC HC RUNDSCHAU Seite 317 zinl vom t'Knilk■״, d''s gc• die von Ilten Be■ Ji'ch die rk zu er• nim ge- Sit /ende; er; Kurt i.; Paul >r : I)r ־ Hanno• Block• Sa Mirt. David?rankfurt ■, Richard i W o I f Je Ausrcutraten! r K ״ s ■ n Ha• Solution!utralität auf ge- ,es uns, ' wieder- Die Oridem beabeu, ist Vas den Vird hier lie Rede Scltlands »11 Wirk- Jüdischen!gemeinen die deutlen /eiten iöirdc des Notiz, um •teil hatte, tandpiuikt dtdein wir vnheit er- Bei einem *Art nicht S wie bei Benehmen stich durch i Aufforde• §11 ininfer!Unsicherf ängstlich 'mißfallen. I!rinde hat, gm Monat lideii nadi jgi'iiiuhuiiJ | zunächst gtur stößt, זן,;" Bischen Sation min in der ״jü־ Die italienische Populär! und das Palästina-Mandat Rom. (J.C. B.) Am 8. Juni d. J. hat die ,;1111g der zweitgrößten Partei im׳ italienischen Pars'iit, der K a t h o 1 i s c 11 e n V o I k s p a r t e i ,,rtit<י P 0P"! a re I ta 1 i a n o), eine Resolu- ,!! über die äußere Politik Italiens angenommen, der tta, folgende Stellen Vorkommen: ״Die;tcüeilmig hat den Standpunkt ihrer Kommission die äußere Politik angenommen, der darauf msläiift, daß in da im Völkerbund bcvorstclicn- . Diskussion mit Bezug auf das französische Man- ■ über Syrien und Libanon und das englische über Palästina und Italien sich gegen l':e5c F 0 r m e n des unverfälschten p o 1 i - selten Protektorats ausspricht, die übrigens nicht mehr beansprucht werden können, da t Sevres-Vcrtrag sich tatsächlich im Stadium der ,ision befindet. Italien -soll vielmehr die Au-!0 mie dieser Völker fordern, voraus-;ctzt, daß ernste Garantien für die Rechte der ו rtigen Minderheiten geboten werden. Die Leider Partei unterstützt die Wünsche, die alle holiken der Welt für den Schutz der Heiligen Uten liegen, vo Italien glorreiche Traditionen und, ,2iell was Cenacolo anbetrifft, uuzweifclbare;eilte besitzt.“ Die Volkspartei ist die Hauptstütze des jetzigen inisteriums, in welchem sie fünf Portefeuilles ione- Zieht mau in Betracht, daß an dem Tage, wo .esc Resolution angenommen wurde, die äußere itik des Ministeriums und Schanzcrs :klärungen über das Fest 11 alten an dem ituip der jüdischen Heimstätte vom!rlamente, und auch von Katholiken, gebilligt lurcie, so erscheint die Politik Italiens in der 'indatsfrage nicht ganz geklärt. |oderungen in der palästinensischen Verwaltung Am 1. Juli treten folgende Veränderungen in der .rtincnsisclicn Verwaltung ein: An Stelle der bis-!je7 ״ Distrikte werden 4 gebildet, und zwar: Jerusalem mit Jaffa und den benachbarten Ihiiicii; 2. Südpalästina mit Ciaza und Berseba «iverneur Abrahamson); 3. Samaria (Gouverneur jb; I. Galiläa mit Haifa, 'Liberias und;icd. Frankreich und die Araber Jerusalem. (J. C, B.) Das hiesige panarabische [Ran ״l i s a n al Arab“ berichtet: Zwischen Frank- und dein Sultan el Saud von Nejd in Süd-Meso-!'«;וו ist eine Vereinbarung getroffen worden, nach cl Saud als König von Zcntralarabien anerkannt , A Frankreich verpflichtet sich, dem Sultan Waffen liefern und ihm zu Hilfe zu kommen, falls er von « Feisul in Mesopotamien oder vom König von Hed- [3s. mler seitens Transjordanien angegriffen werden de. Jüdische Sportberichte der kleinen Mit- Aufbringen einer das gute Ergehflllt‘ | in Berlin *d W. 0. jus. ßiuA {russischen jraufu,*'"1’ I war eine L-Conütc5■ *Mitgliedes Iden. ^'r itiges BÖ• Jl. Tschechoslowakei. Am 14. 5. fand in Prellein internationales Wettschwimiußi} statt, an dem l;'-f anderem Sportklub Wien 1908, M. T. K. (Budapest), Kochba (Brünn), I>. T. E., P. A. C. und Makkabäa reßburg) teihiahmen. Die jüdisclmationalcn Mannpaiien buchten außerordentliche Erfolge. Bar Kochba f״n) konnte in den neun Wettbewerben, in denen startete, sieben erste, zwei zweite und drei dritte iiic erringen. Außerdem konnten zwei seiner Klub- EMörijfen neue tschechische Rekorde erzielen und zwar 11’»waty für 200 m freien Stil (2 Min. 1(1 Sek.) |‘1 1(» m Brust (1 Min. 26,6 Sek.); Balasz für 50 in r" Stil (26,8 Sek,), Bar Kodiba gewann auch beide!«'Crballspjek■ gegen P. A. C. Die Preßburgcr Makkagewann durcti Marton das 100-m-Herrcn-Nculings- |״''tmn1e11, — Nunmehr haben die jüdischnationalen jjwmmier folgende tschechoslowakische Rekords in Han- 50 in; Balasz; 100 m: Balasz (1 Min. 12,7 Sek.); 1״t: Piowafy; 400 m: Piowaty (() Min. 18,4 Sek.); Brust: Piowaty; 4xl0()-m-Slafette: Bar Koehha, ן :,M5 Min. 24,8 Sek.); 3xlOO-m-koml»in.-StafcUe: 11 Kochba, Brünn (4 Min. 22,9 Sek.).! '׳cst erreich. Die Fußballmannschaft der Wiener «ali Wt.ist leider in letzter Zeit einen starken Form- *‘kpng auf, Durch das mit 0: 1 Toren verlorene Spiel 111 Sportklub verdarb sieh die Hakoah die Aussicht .,.ך" Meistertitel. *Nun hofften die Anhänger der ,«ali auf den Sieg im Niederösterreichischen Cup, j'"'akr. «len 21. Mai, verlor die Hakoah wiederum gegen die au vorletzter Stelle der Meisterschaft 1«'de Admira und mußte somit aus dem Cunwctt- ’״״c ausscheiden. Hoffentlicli verbessert sich die .Mah soweit, um am 28. Mai im Entscheidungsspiel •״ י Amateure siegen zu können. m in. : ״״eben: Im großen Stafettenlauf Grünwakl- X״ ״ , startete in'diesem Jahre ״Bar Kodiba“ zum m derA-Kkssc. Die Strecke ist 12 km lang *"ך von 40 Läufern jeder Matmsdtaft durchlaufen. Kochba“ wurde Achter von 18 gestarteten Mann- /'eit oder Sechster der I. Mannschaft in der Zeit f. Min. 21,4 Sek. um 2 Mi.52,8 .״ Sek. hinter pt«r T. u. Sp. V. 1860. Der Schlußmann von Kodiba“, Orljansky, lief in blendendem Stil ein a« von den zahlreichen Zuschauern mit Beifall Jugend von ״Bar Kochba“ gewann in ihrer Klasse den dritten Preis. Bei giieder/alil des ״Bar Kochba“ ist das solch großen Zahl von Läufern und nis als glänzender Erfolg zu werten. Frankfurt: 1111 Slatettenlauf ״Quer durch Frank- ‘ wurde ״Bar Koehha" in der C-Klassi' Zweiter. Tschechoslowakei: Fußball. Hagibor (!,rag) gegen Deutsche Sportbrüder 1:2. Bei Hugibor wirkte der Wiener Hakoahtormaun N'eumann mit. Maccabäa (l’reßbiijg) besiegte den Preßburgcr Meisterklub P. T. E. mit 1:0 Foren, Dies ist der größte Erfolg des S״ C. Maccabäa seit seiner Gründung. Vor allein zeichneten sich die Gebrüder Weiß als Läuter aus. Im Meisterschaftsspiel siegte Maccabäa gegen Maccahi (Mährisch- Ostrau) mit 2; 1. Maccahi (Üriiim) besiegte seinen Lokalrivalen Biiiimer Sportklub mit 5:1. Vor ungefähr 12600 Zuschauern .lieferte Maccahi das beste Spiel der Saison und überragte seinen Gegner bei weitem. Es ist zu hoffen, dal) der Briinner Maccabi eine hohe Klasse erreicht, denn linier seinen Spidern befinden sich im Fultballsport bekannte Namen wie Feldman!!, Nikolsbttrger, Büros Palmay, Künstler. — Leichtathletik. Beim athletischen Meeting ries slowakischen Bezirkes wurde im 1500 m-L'uif Schwarz Zweiter, im 50 tn-Lauf für Junioren Schön ebenfalls Zweiter. Beide sind Angehörige des S. C. Maccabäa (Preßburg). Schweiz: ln der Fußballmeisterschaft besiegte Hakoah (Zürich) Sirius mit 3:0 Toren. Oesterreich: Fußball. Am 28. Mai gelang es der Wiener Hakoah, nach eiiter Reihe von Mißerfolgen durch ein unentschiedenes Spiel gegen Amateure den ersten Erfolg zu erringen und damit das Vertrauen ihrer großen Anhängerschaft wicdcr/ngewinnen. Das Spiel zeigte zwei durchaus verschiedene Hälften. In der ersten Spielzeit sind die Amateure überlegen und erringen auch mit scharfem Schuß die Führung, aber 1 lakoah wird zusehends besser und nach der Pause ist das Bild vollkommen verändert. Hakoah ist dauernd überlegen und die Amateure fallen in ■der letzten Viertelstunde dein Tempo der Hnkoahncr vollends zum Opfer. Mit dem Ffndcrgelmis 1:1 Toren endet das scharfe Spiel. Die I lakoahlaitfer, Pollak, Giittmaim, Kohn, boten■ eine imponierende Leistung. Zu Pfingsten veranstaltete die Wiener Hakoah zusammen mit Sprotklub, W. A. F. und Vienna ein Turnier, an dem von internationalem Gästen der Haarlem F. C. (Holland) und der jüdische VivocsA. C (Budapest) tcilnahmeu. Die Ergebnisse sind: Hakoah: Haarlem F. C. 4:2 (2:0). Das Spiel war überaus fair und es gelang der Hakoah, ihre alle Spielstarke wieder zum Ausdruck zu bringen. Pollak und uio ganze Deckung waren hervorragend. 1111 Sturm erzielte Neufekl drei Tore. Vienna: Vivo A. C. 1:0 (0:0). Trotz ihrer knappen Niederlage hmterließ die jiidischfiationalc Mannschaft Budapests einen äußerst guten Eindruck. Das schwache Spiel ihres Angriffes erklärt sich aus der Einstellung dreier Ersatzleute, die notwendig war, um das Spielcrmatcrial für di 11 nächsten schweren Spiele in Budapest zu schonen. Der Budapester Torwart Fischer spielte überragend, außer ihm glänzten die Läufer Weiß II und Mora. Vivo A. <!.: W. A, F. 1:1 (0: 1). Dieses günstige Resultat erzielte der V. A. C. mit tunt Ersatzleuten durch den überaus ■großen Eifer seiner Spieler. Am 25. Mai hatte die 1 lakoah eine große Veranstaltung, gelegentlich welcher außer den leichtathletischen Konkurrenzen auch noch das Spiel Hakoah (Graz) gegen Hazai'r (Wien) 2:1 stattfand. - Leichtathletik. Meeting der I lakoah. 800 m offen: 3. Wurm (H.). Weitspringen: 1. Karnath (H.) 5,70 m, 3. Dr. Unterberg (H.) 400 tn. Neulinge: 3. Hauptmann (H.) 1500 m. Neulinge: 2, Klein (14.) 1000 m. Neulinge: 1. Kolm (H.) 3:02,3. 60 m Damcn-Neliliiige: 1. Weinfeld (I I.) 06,4, 2. Mawz.oni (H.). 5 X 60 tu Stafette: 2. Hakoah 100 m. Neulinge: 2. Koch . (H.)., 300 in offen: 2. Lederer (H.) nach Opfoldcr (Rapid), der mit 36,7 Sek. einen neuen österreichischen Rekord aufstellte. Anschließend an das Hakoah-Mccting Fand ein Fünfkampf zwischen den jüdischen Vereinen Hakoah (Graz), Hnza'fr, Maccabi 10, Baumgartner Hakoah statt. Sieger Winde Maccahi 10 (Wien) vor Flahoah (Graz). Meeting des W. A. C. Weitsprung: 3. Karpath (H.) 7,01 in. 3x1000 m Stafette Junioren: 3. Hakoah. Stafette (SOO, 200, 200, 400): 2. Hakoah 40 m nach W!A.C, 3:47,2. 3000 m: 3. Dukes (H.). Stabhochsprang: 2. Hirschler (H.) 3,10 in, 3. Aschkenasy. 800 tn Vorgabe: 2. Wurm (Fl.) 2:01. 100 tn Mittelschüler: 2. Hauptmann (H.). 500 in Mittelschüler: 2. Hauptmann (H.). Norlicrt Goldstern, Die Rechtsstellung der jüdischen Studierenden an den Hochschulen Von Ernst F c i l c liehfcld, Berlin*). Die Frage der Rechtsstellung der Studierende» an den I locliscluilcii ist für uns von erheblicher Bedeutung. Da viele jüdische Studierende aus Ländern stammen, tn denen genügende Hochschulen nicht vorhanden sind, haben wir ein besonderes Interesse daran, wie die Zu- Fassung ausländischer Studierender an den einzelnen Hochschulen geregelt ist. In Erkenntnis dieser Tatsachen wurde in Karlsbad bei der Gründung des Weltverbandes Zionistischer Studcnte'norganisationen die Intervention zugunsten benatirteiligier und entrechteter jüdischer Studierender zu den Aufgaben der Exekutive dieses Verbandes erhoben. Nach meiner Kooption in die Exekutive habt ich dieses Ressort übernommen; um unsere bisher auf Deutschland beschränkte und dort seit zwei Jahren eifrig und mit gewissem Erfolge durrhgeführte Tätigkeit auf diesem Öebicle mich a:uf andere Länder ausdehnen zu können, habe ich mich zunächst mit dem Gomite des Döldgations Jtlivcs in Paris in Verbindung gesetzt. Wir benutzen das Erscheinen der 2. Nummer dieser Zeitschrift, um unseren Standpunkt in dieser Frage auch der nichtzionistischen Oeffentlichkeit Jnmdzugcben. RriiRt. *) Wir entnehmen diesen Artikel der Nr. 2 der ״Zionistisch-Akademischen Blätter, Mitteilungsblatt für die dem Wcltvcrbande Zionistischer Studentenorganisationen angeschlosscne» Verbände“. Die Red. Das jüdische Volk steht im Begriff, in Jerusalern eine eigene j ii d i s e I! c Universität auf- Zürich ten. Selbstverständlich wird es dieser Hochschule in besonderem Maße obliegen, Gebiete zu erforselten, die der jüdischen Geschichte ■oder überliaupt der jüdischen Kultur angehören oder »11 erheblicher Bedcutmig frir die Weiterentwicklung der jüdischen Gemcinsvliaft sind. Wir verstehen unter einer NntionnUmiversität etwas anderes, als dies teilweise andere Volker tun. Für uns ist eine NntionnUmiversität eine Anstalt, die sich unter ander«« auch besonders mit der Erforschung von Problcmca befaßt, deren Bearbeitung im nationalen Interesse wichtig ist. Nicht aber verstellen wir unter einer Nntionahiiiiversität eine Anstalt, die in erster Linie dem Volke und dann erst der Wahrheit dient, die sich in irgend einer Frage von einem anderen Gesichtspunkt leiten läßt als dem, Forschung und Lehre zu fördern. Von diesen Gesichtspunkte» werden wir uns nicht nur den Arabern, sondern auch allen sonstigen Völkern gegenüber leiten Lassen. Wie für den frommen Juden Forschung und Lehre der Thora stets Sc Hast zweck war, so betrachten wir überhaupt die Wahrheit als unbedingten Selbstzweck. Wenn der Staat heute großenteils Brotherr der Hochschulen ist, so folgt für uns daraus nicht, daß den Hochschulen besondere Rücksichtnahme gegen staatliche Interessen obliegt. Vielmehr sehen wir in der materiehen Unterstützung der Forschringsanstalten durch den Staat nur die Erfüllung einer selbstverständlichen Ehrenpflicht: So lange der moderne Staat Hoheit und Fürsorge in allen denkbaren Fragen in seinen Bereich zieht, ist er auch verpflichtet, auf diesen Gebieten berechtigte Interessen nach bestem Können zu fördern. Die nach unserer Uebcrzeugung frevelhafte Lehre, daß eine wissenschaftliche Anstalt noch irgend etwas anderes sein dürfe als bloße Dienerin wissenschaftlicher Interessen, wird meist nacht offen ausgesprochen dafür ist die Tradition an Gesittung höher stehender Zeiten noch zu stark — wohl aller hören wir oft das inhaltlich völlig gleichbedeutende Schlagwort von der ״ N a t i 0 n a le n Hoch sch 111 e“. Dal) die Wissenschaft und ihre Lehre frei sei, wird meist auch von Staats wegen anerkannt. Wir aber sind weiter der Uebcrzeugung, daß es für den Dienst an der Wahrheit eine ungenügende Regelung ist, wenn nur die Forschung frei ist: wir fordern daher - wiederum in Uebereinstimmurig mit guter alter, insbesondere auch mit jüdischer Tradition —, daß nidit nriT die Forschung ausschließlich der Wahrheit dient, sondern daß auch die Regelung der Wahrlicitsvcrbrcitung unter diesem einzigen Gesichtspunkt steht. Wir können deshalb für die Zulassung zum Studium nur solche Gesichtspunkte als berechtigt anerkennen, die entweder unmittelbar im Interesse der Forschung gewählt sind oder aber die Erhaltung der wissenschaftlichen Anstalt selbst betreffen. Wir verstehen es, wenn eine liochschulvcrwaltung erhöhte Anforderungen an A 11 slä n d e r für die Zulassung zum Studium stellt, oder wenn sie um der Erhaltimg willen einer wirtschaftlich notleidenden wissenschaftlichcn Anstalt ausländischen Studierenden höhere Gebühren aufcrlegt, weil sie nicht wie die Inländer durch Entrichtung der hohen allgemeinen Steuern zum Unterhalt der Hochschule mittelbar beitragen. Wir halten es aber für bedenklich, wenn im T Fall einer notwendigen Beschränkung der Zulassung von Ausländern zum Studium die Entscheidung in die Hände!eines einzelnen Minisferialbcarnten gelegt ist, dessen Unparteilichkeit sich notwendig der öffentlichen Nach- Prüfung entzieht, und der auch bei bestem Willen auf Grund von dürftigen Personalakte«, von Empfehlung»- briefen, nicht selbständig verfaßter Gesuche, oder einer persönlichen Vorstellung von durchschnittlich fünf Minuten Dauer nur sehr zufällig zu einer gerechten Ent- Scheidung gelangen wird. Wir bezeichnen es als verwertliehen Schacher mit der Lehre der Wissenschaft, wenn bei der ־Zulassung ausländischer Studierender die Ent- Scheidung davon abhängig gemacht wird, welchen Nutzen die Zulassung dem Staate oder der in ihm herrschenden völkischen Mehrheit voraussichtlich bringen wird. Wir erklären es gleichfalls für unvereinbar mit den Grundsätzen einer Anstalt, die nur das eine Interesse der Forschung und der Forsehungsvcrbreitung kennt, wenn ausländische Studierende verschieden in bezug atlf wirtschaftliche und organisatorische Rechte an der Hochschule behandelt werden, je nachdem sie mit der völkischen Mehrheit des Staats rasseverwandt sind oder nicht. j Ein Staat aller, der, wie zeitweilig Ungarn, den f: . ־־'" " ' '' י י ״ 1 i ungleichmäßig unter seine Untertanen, Cr macht vor I allem Anstalten, die nur wissenschaftlichen Zwecken dienen dürfen, offen zu Mägden völkischer Machfinfer- I essen einzelner Parteien. Ein Staat, der sich dieses doppelten Verbrechens fortgesetzt schuldig macht, schließt sidt nach unserer Uebcrzeugung selbst aus der Reihe der gesitteten Staaten aus. In einigen Staaten haben Staat und akademisch« Obrigkeit einen Teil ihrer Rechte an die studentische Selbstverwaltung abgegeben. Es ist selbstverständlich eine grundsätzlich unerhebliche Frage, ob rein technische Angelegenheiten von Subaltembeamten oder von Studenten besorgt werden. * Wir halten es sogar für eine gesunde Neuerung, wenn die Studentenschaft die Fürsorge für ihr eigenes wirtscliaftlidiesWohl durch Errichtung" von Arbeitsvcrmittiungs- und Wobriungsämtern selbst in die Hände nimmt. Ucbcrall aber ist es zu ungerechten Benachteiligungen von Minderheiten gekommen, wo der Studentenschaft, d. h. praktisch ihrer <nler der Mehrheit ihrer Vertretungen die Entscheidung über Rechte von Studierenden ein geräumt wurde. Der Studentenschaft wurde ein Mitbestimmungsrecht in Fragen der Auslämlerzulassung, der Auferlegung von Mehrgebühren für Ausländer, aber auch in den Fragen der Verteilung von 'Stiftungsvermögen und der Ver- Weisung wegen angeblich unehrenhafter Handlungen auch über inländische Studierende eingeräumt, obwohl von