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Jüdische Rundschau · 1922-06-13 · Heft 47 (13.6.1922) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 47 (13.6.1922)
Date
1922-06-13
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Seite 309 Nr. 47 JUEDISCHE RUNDSCHAU I»as tlt'ntr a •eitin!״ zu in der in de» Wider. aiilHrr^- ■kr;111 f 1‘IKl. ifiilirei, uiKerer »ffciHler b denn 'irklid* > nicht Jelangc ur diiitiative, Gppo• Jki;inj weiiijr 0 bunt II, wird :inende oi veilen 1r oder Kl (iekonnte utschcn aration. n auch crciU‘11, stet m st Vom sch,»n di das reichem v dieser t keine cn, 11ml ut uns ft oder •11 oder anderen sollten. Arbeit rer ־״e• nv: die es Verc stellt sie im It wird, owenig, d. Wir »rischen pfiaden, nir von rt wird, rclei stet lanrtatser Zeit 1 lass«! cht, ist nisation 1 Intertets W* «iesen haben, daß sic keinen Sinn für die Praxis haben, j,ir alle reale praktische Arbeit. Sie sehen wir im Wrcin mit Männern, die reine Praktiker sind, es wen1,rSu׳ns draullen im Leben sind, - als ihr Exponent!n’jimgsb'1' Zeit unser Freund Heinrich Margulies, der acli ja besonders bemüht, die Opposition unter einen Hut zu bringen. So sehr sch manchen seiner kritischen ,udankcn beipflichte, so sehr bin idi: überzeugt, daII Ji ser sein Wunsch sieh als eine Utopie erweisen wird;11111 null׳ Und zwar in dem Augenblick, da nie Oppo- ,!tin״ si.di mm ersten Male um einen Tisch set/en wird, im das ״ote toi, que je m’y meite“ praktisch dnrdizu-;״lircn, um zum ersten Male vom ncgativ-Kritischen zum 1.״ütiv-Praktischcii überzugdien. Da wird sich sofort das : 1 ׳nsduck dieser Ehe offenbaren, und sie wird sofort eegen der absolut divergierenden Zielstrebigkeit der Farmer ausefnaiiderfallen. Das soll klar mul deutlich j ,(sagt werden. Denn es wäre wirklich bedaueriidg!«!!יו besser zu verwertende Kriifte vertan würden für .me Sache, die doch nie eine Sache wird: Das 1111■ D catlc von denen warnend gesagt werden, die mit Indien Oppositionellen der Meinung sind, daII manches Inders geschehen sollte und manches getan werden ulitc, was jetzt 111 terbleibl. Darum!null jede aktive graft für positive Arbeit sielt erhalten und darf nicht nrdi zweckloses Tin verbraucht werden . . . Daran ändert auch nichts, daII diese Opposition; 111! ziemlich׳ einig ist in dem Oedanken (aber aahrscliiinlieli noch nicht in der Art seiner Durchiiilirung) daß die Zionistische Organisation sich wandeln 61111111', dall sie zu ihrem Anfang zurückkehren müßte. Sie miili.c wiedc••• eine Organisation werden, die alle ,anfidit, die das Baseler Programm anerkennen oder :cn Aufbau Erc/• Israels wollen. (Schon dies isf 11. b.;ur selsr viele durchaus nicht identisch und wird; von i.nciv nie als identisch zugegeben wcrdeai!) Sie sagen, die Zionistische Organisation müsse sich frei machen .an ihrem Nationalismus, von ihrem Golus-Nationalisimis, der so viele, die sich ihr sonst anschiicßcn würden, :iirückstülU. Nur das halt sie vom Anschluß zurück. iVinl das beseitigt, so werden alle, alle kommen. Sö;1 Kürze der Gedanke von Brandcis, des ״Binjan. Haare/.“ aui auch von Meurich Margulies. Was alle diese tirt1|![H׳n dabei außer acht lassen, ist die Realität der hinge, ist deren Rückwirkung auf die Menschen, ist .״.scr Menschen Psychologie. Wenn eine Organisation 25־ Jahre Geschichte hinter '111־ hat, 25 Jahre angefüllt mit Arbeit und mit Kümpfen uäcr Art, die einen gewissen ganz, bestimmten Eindruck .011 ihr in aller Welt hervorgerufen haben, einen noch׳ hm mit Affekten verbundenen Eindruck, -- wenn ein Hort, gleichviel was man ursprünglich damit bezeichnet hat, in dieser Zeit sich zu einem lebensvollen Begriffe gestaltet hat, so gibt cs kein Zurück mehr, gibt es ■eine Revision des Begriffes. Und nun gar noch in unserem Falle, wo schon immer die Außenstehende» ,cncigt waren, mehr noch in den Begriff hiiieinzuiuter- •rcticrcn, hineinzugchcimiiisscn. Alle unsere Gegeniklänmgen, alle unsere öffentlichen Koiigreßvcrhaml- ,Jtigcn haben an dieser immer wieder zu konstatierenden Tendenz nichts ändern können. Da sollte mm eine neue Erklärung etwas helfen? Nein, es gibt keine Revision ■:s Zionismus. Kein Mensch wird sie uns glauben, and wenn wir sie noch so feierlich verkündeten. ״Erbiiiiden" wird man so leicht nicht los. Nahe gekommen sind unseren Ideen von der Not- 'iiKligkcit des Aufbaus Erez-Isracis im Laufe der Jahre and besonders, nachdem die Balfour-Erkläriing das Bc- Liken, wir kämpften einen vergeblichen Kampf für eine jtopie, beseitigt hat, sehr, sehr viele. Sic würden zu mein Teile vielleicht heute die Formel des Baseler 1’rogranims unterschreiben. Aber sic werden sich trotz- ׳M nie und nimmer dem begriffsmäßig noch so reditaerten, primitivierte» Zionismus anschiicßcn, nachdem ihn jalirc-, jahrzehntelang so bekämpft haben. Das 'iirtle eine so starke Uebenvindung innerer Hemmungen [fordern, wie man sie nur von ganz wenigen ganz «inteilsloscn erwarten kann, aber nie von einer großen ■Ussc, die stets von Vorurteilen, von inneren Wider- 1"«len beherrscht wird, die diesen noch.dazu um so her nachgibt, und sie nicht bekämpft, wenn dadurch noch Brieftasche oder Geldbeutel geschont werden ... Lassen solche Ucberlcgungen eine Wandlung nutzlos scheinen, so erscheint sic aber auch eine Unmöglichkeit '״< inneren Erwägungen. Was soll geschehen? Die Brandcis-Gruppe, das Komitee der früheren d'rikanisch-ziüiiistischeii Leitung, also Wülii die maß- -׳■bliche Instanz,• sagt uns darüber in einer ״Erklärung 1״ früheren Leitung der amerikanisch-zionistischen Or- ״nisatirm an die Delegierten des zwölften Kongresses“ *f|f n. 1), diese nicht erreicht hat) in einem Kapitel *ie wahre Funktion der Zionistischen Weltorganisation“: 2. Das einzige Ziel, in dem alle Zionisten vereinigt du könnten und sollten, ist der Aufbau des jüdischen Lilastrnas. Dies und nur dies allein ist das traditionelle “IC‘ des Zionismus. Die Anerkennung der jüdischen Nrcbungen, ein ■jüdisches Palästina aulbaueu zu dürfen, «atens der internationalen Gesetzgebung, war das ein- (iRe Ziel des Baseler Programms. Nun, da diese legale 'Anerkennung erreicht ist, muß der einzige Beweis!,יי* arbeitenden Zionismus die Verwirklichung des ™endigen, jüdischen Palästinas werden. .... 3. . . . Melkbare Zusammenstöße (soll wohl heißen: s 1׳merenzen) der kulturellen und politischen A11 siebten , "r Juden in der Diaspora sind wohl unvermeidlich. Äs.״darf ״fHT zwischen rassebewußten Juden keine j ״'jlcnsvcrsdiicdcnhcit bezüglich der Strebungen, eine ן w;‘sehe Heimstätte aufzubaucn, existieren. Die Einj 1, u 1*01י Juden kann nur so erreicht und aufreclit eri ״f'g11 werden, wenn dieses Ziel zum alleinigen und | n*1gen Bande gemacht wird. 1. Man darf cs besonders nicht zitlassen, daß die Frage des Diaspora-Nationalismus Uneinigkeit und Spalt in der Weltorganisation stiften soll . . . 5. Wir hielten uns immer fest zur nationalen Idee. Unser gcmeiiisdiaftlkiu's Ziel war immer eine nationale Heimstätte, eine jüdische Zivilisicruug, eine hebräische Kultur 11ml ein nationales Leben in Palästina. Unser Wunsch ist, in Palästina keine Zufluchtsstätte für unterdrückte Juden, sondern eine wirklich nationale Heimstätle zu errichten. . . . <>. Aus dem Begriff der jüdisch-nationalen Aspirationell folgt keine Implikation des politischen Status der Juden in der Diaspora. Wir weisen jede Vermutung einer gemeinschaftlichen Einheit, oder sogar schon der mindesten politischen Verbindung, weder /.wischen den Juden der Weil, oder speziell zwischen den Juden der . Diaspora und dem palästinensischen Volke oder Regierttiig — jetzt (Hier später . entschieden zurück. Wir in Amerika haben nur eine und exklusive politische Loyalität, mul zwar die zu den Vereinigten Staaten. Der dem gcgciiiihcrstchcmlc Standpunkt wird als Diaspora-Nationalismus bezeichnet. Ifiesen falschen Begriff des politischen Nationalismus haben wir immer zuriiekgewieseii. Wir wissen von keinem verantwortliehen Juden, der ihn hier in Amerika je gehegt hätte oder hegt. Wir können es aber nicht oft genug wiederholen, daß wir das gemeinschaftlich vererbte Band der Rasse, Religion, Kultur uud Tradition, die Herrlichkeit der Vor- (hier fehlt im Texte wohl die Zeile: gaugeiiheit und Hoffnung) für die Zukunft zusnmnien mit allen Juden der Weit fühlen. Diese Bande verpfüdik'11 uns, für das jüdische Palästina zu ,arbeiten und zu hoffen. Das ist die innerliche Grundlage der Prinzipien, nach denen die Umformung bzw, Rückbildung der Zionistischen Organisation erfolgen soll, wie ich sic der amerikanischen Erklärung entnehme, ich glaube, daß idi dabei für diese Frage nichts Wesentliches fortgelasseir habe. Man beachte dabei: Die Lamlsmamisdiaftcn und Föderationen bleiben in ihrer Sonderart und mit ihren aus der Eigenart ihres. Landes sieh ergebenden Sonderbesfrebimgen bestehen, die nur die Gesamtorganisation nicht tangieren. Einer so aufgebauten Organisatioln, glaubt mm diese Gruppe, werden sich gern alle in Palästina Interessierten anschiicßcn, die sich bisher dem Zionismus fernhiclten. Es gäbe daun also wohl die Möglichkeit, daß sidi jemand der Gcsamtorganisntian anschließt (würde das nicht aber doch vielleicht Punkt 5 widersprechen?) mul nicht der Landsmannschaft, — cs könnten also in jedem Lande zwei Sorten Zionisten sein: Erstens rein und ausschließlich auf Palästina gerichtete, zweitens entsprechend den Landcsvcrhältnissen zugleich auf den das Land betreffenden Strebungen eingestellte... Zu welchen Differenzen, liier könnte man wirklich sagen (siehe oben Punkt 3), Zusammenstößen müßte das innerhallt dieser doppelt fundierten Zionistischen Organisation führen! Und diese rein auf Palästina gerichteten neuen Zionisten werden sich auch so nennen trotz Punkt 5 der Erklärung? Für Westeuropa möchte icli das füglich bezweifeln , . . UikI nun lese man den Aufsatz, meines Freundes Walter Stcinitz im Mitteilungsblatt des ״Binjan Haare/“; Nationalismus und Zionismus. Er bestreitet da ganz mit Recht unserem ״nationalen Einhcitsblock“ die Berechtigung, sich so zu nennen, — cs ist dieselbe irreführende Auma (hing wie in Deutschland die Parteilx iicmnmg: Deutsch-nationale Volkspartei. Uin so mehr, als er weiter ansführt, daß ״in Wahrheit die von ihm befehdeten Gründer des Binjan Hanrcz genau der gleichen nationalistischen Gesinnung huldigen und sich in genau der gleichen Weise zur jüdischen Nation bet kennen.“ Das haben nur Zionisten bezweifelt. Nicht- Zionisten haben das vom ersten Moment an gewußt, mul das ist auch 111. E. der Grund, weshalb der Binjan Haare/, das Fiasko erlitten hat, daß ihm die Palästinageneigten Nichtzionisten nicht zugeströmt sind, wie er erwartete. Obwohl eine ganze Anzahl von ihnen!teilte das Ziel des Baseler Programms billigen und zu seiner Erreichung jnitarbeiten wollen, haben sie doch sich nicht entschließen können, die Brücke, die der Binjan llaarcz ihnen sein wollte, zu betreten. Ich habe immer mit Stcinitz die überstarke Hervorkebrung des nationalistisehen Prinzips in unserer Propaganda der letzten Jahre vor dem Kriege für einen Felder gehalten und bin mit ihm der Meinung, daß darauf ein Teil Schuld der so geringen zahlcmnälügen Erfolge des deutschen Zionismus beruht, aber ich bin entgegen der Meinung Steinilz’s zu der Ueberzeugung gekommen, daß heute selbst eine noch so reinliche Scheidung zwischen Ziemismus umi Nationalismus in der Propaganda nichts mehr helfen kann, Zionisten kann man damit nicht mehr machen. Ich brauche absichtlich dieses Wort: denn zum Zionisten muß man letzten Endes schon geboren sein, das muß schon in der Erbmasse liegen, die man mit auf die Welt bringt. Man kann aber auch damit keine Anhänger für den ״Binjan Haarcz“ gewinnen, weil der Binjan Haarcz doch eine zionistische Gruppe darstellt, sicli zur Zionistischen Organisation hält. Das immer mehr erstarkende Palästinainteresse läßt manchen, wie Stcinitz glaubt, allmählich zum ״vollwertigen Zionisten“ werden, d. h. er wird es in unseren Augen. Aber nur ganz, ganz Vereinzelte werden sich dann auch dazu bekennen, nach langen uviicren Kämpfen vielleicht . ׳. . Sollen wir darauf warten? Soll darauf Erez-Israel warten? Dürfen wir im Interesse Erez-Israels, seines Aufbaus, so lange warten? Nein, Uud darum war ״Binjan Haarcz“ nicht die Brücke, nicht, der Ausweg aus unserem Dilemma, aus unserer Not des Augenblicks. Ganz etwas awlcres ist es, wenn statt «all dieser Versuche innerer Wand hingen des Zionismus, au die kein, Nichtzionist je recht glauben wird, (ich muß da immer an die bekannte Anekdote von den drei 'getauftem Juilb» denken, von denen der eine behauptet, er habe sich aus, Ueberzeugung taufen lassen, worauf die anderen wie aus einem Mumie sagen: Das kannst du dem Goj weis machen), wenn siatt dessen die Schaffung einer neuen allumfassenden Palästina-Organisation angestrebt wird, in die die Zionistische Organisation als ein Teil, «als extremer Flügel hiiicingcht, wenn die Jcwish Agency 9«> «aus .allen wirklichen Palästina-Interessenten gebildet wird. Jeder Partner geht liier hinein von seinem Sonderstnmlpuukt aus. Jeder kommt aus einem anderen Grunde: die Zionisten, die Agudah, Liberale, — Einzel- Personen, Organisationen, jeder und jedes hat seine bcsonderen ,Motive, alle eint nur der Wunsch, Erez- Israel wieder, .auf/ubauen . . . Dali die politische Idee des Aufbaus Erez-Israels nicht eine Utopie ist, das bewiesen zu haben, ist wohl das Verdienst der Zionisten, Niemand wird uns je dieses Verdienst abstreiten können oder wollen. Wir haben sehr viel gegeben und werden weiterhin noch sehr viel geben, vielleicht das meiste, zumindest an Arbeit, bis zur vollen Realisierung. Aber wir sollten nie als die Gebenden erscheinen wollen. Wenn wir der anderen ehrliche Mitarbeit wollen, dürfen wir ihnen keine Bedingungeii diktieren. Rothschild und die lea werden sic sielt ohnedies von uns nicht diktieren lassen. Die anderen aber auch nicht,!diesen Felder haben wir «aber beim Keren Hajessotl gemacht. Darunter leidet er. Nur ״par inter parcs“ können wir in die neue Organisation liineiogelit'ii. Was wir schaffen werden, wird das Maß an Rechten bestimmen, das uns in der neuen Organisation zustehen wird, ln der neuen Organisation werden wir nur Palästinenser sein, wie alle anderen, die sie umfassen wird. Diese neue Organisation, die sich selbst ihre Gesetze gehen muß, wird niemand als einen verkappten Zionismus hinstcllen können. Ihr wird auch nicht ein Extremismus vorgcworfeii werden körnten, der heute dem Zionismus, obwohl seine Offiziellen — bis auf vielleicht einen sich wahrlich nicht so zeigen, zum Schaden׳ Erez-Israels von allen Seiten vorgehaltcn wird. Denn natürlich meinen Vatikan, Araber und Herbert Samuel nicht so sehr den Extremismus Zaugwills und seiner Freunde, sondern wenigstens im Augenblick mehr den in Palästina jetzt beheimateten, sei cs den gewisser Arbeitergruppen, sei es den einer starken Einzelpersönliclikeii. Wegen dieses Extremismus einzelner Teile der Organisation (immer wieder sieht inan, wie das Ganze nach Einzelteilen beurteilt wird, so sehr auch, die offizielle Vertretung das desavouiert) richten sich taktisch die Forderungen von Agudah, Vatikan und Arabern jetzt auch nur dagegen, daß gerade der Zionistischen Organisation die Agency, wenn auch nur vorübergehend, übertragen wird. Sie wenden sich nicht gegen die Balfour-Dcklaration. So verlangen alle Erwägungen zwingend die Bildung einer neuen umfassenden Organisation, Wird eine solche geschaffen sein, so wird eine reinliche Scheidung möglich sein. Zunächst einmal wird mau dann wissen: Wer hat überhaupt eia Interesse an Erez-Israel? Und wer leugnet jegliche Beziehung? Und dann wird jede Organisation, auch die zionistische, wieder ungehindert a11 die Aufgaben hcrantrctcn können, die sie sich sonst programmatisch oder geschieht!ich geworden gestellt hat. Die Zionisten werden nicht befürchten brauchen, wertvolle Mitarbeiter am Aufbauwerke zu verlieren oder zu verärgern oder sieh zu verscherzen, weil sie, wo es sonst not tut, einmal einer Katze eine Schelle umhängen zu müssen glauben. Aber der Klang dieser Schelle wird da, wo es sieh um jemand handelt, mit dem man sonst an einem Konferenztisch zusanunenzusitzen gelernt hat, ein anderer sein, als wenn man den Mitarbeiter nicht kennt oder wenn cs sich tun einen Draulknstehenden handelt. Gegen den wird man sogqr vielleicht in dem Mitarbeiter am Erez-Israel- Werk •einen Mitstreiter finden. Die ' Zusammenarbeit muß und wird harmonisierend wirken. Für Kampfnaturen, die jetzt ersticken zu müssen glauben, weil sie in den letzten Jahren nicht mit ihrem alten ״Elan“ kämpfen konnten, wird dann wieder Gelegenheit genug sein, ihrem Naturell, ihrem dringenden Bedürfnis nachzugeben. Es ist ja «auch nicht zu leugnende Tatsache, daß wir einmal revolutionierend gewirkt haben, — eiaß wir letzten Endes doch eine revolutionäre Partei im Judentum (nicht im vöikerpolitisdicn Leben, — man wolle mich nicht mißverstehen) immer waren und mir notgedrungen zu der Komproniillpartei wurden, die wir jetzt sind. Ich kann das nicht besser ausfiihrcn, als es Moses Beiliuson in Nr. 31 der ״J. R.“ getan bat, und bitte nur, seine Ausführungen dort noch einmal nachzulcscn. Aus eben denselben Erwägungen, die mich zur Fordertmg einer neuen Gesamtorganisation für den Aufbau Erez-Israels bringen, muß ich mich auch■ in einer speziellcrcn Frage gegen die Auffassung von Margulies wenden. Er meint, man hätte den Keren Hajcssodf nicht zu schaffen brauchen, sondern hätte nur den Keren Kajcmeth auszugestaltcn brauchen. Ich weiß nicht und kann auch nicht feststellcn, welche Gesichtspunkte maßgcblich waren, daß diesnicht geschah. Aber so sehr ich mich gerade für diesen stets interessiert habe und für ihn zu wirken bemüht gewesen bin, so sehr ich ihm auch die übergeordnete Rolle des Staatsschatzes, die Margulies ihm zuweisen möchte, wünsche,• konnte m. E. doch diese Umwandlung nicht erfolgen, aus eben derselben Erwägung, die «auch eine Wandlung des Ziouisinus mir zwecklos erscheinet! läßt. Denn der Keren Kajcmeth ist mehr als unter diesem Namen unter dem Namen ״Jüdischer Nationalfonds“ bekannt geworden. Das hat ihm genützt, aber auch geschadet. Ucbetwollende und selbst oft besser Gesinnte, die aber einen jüdischen Nationalismus ablchnen, glauben wegen des Wortes dem ״National“■(Fonds jede Förderung und Unter- Stützung versagen zu sollen. Ja, daß jetzt im Statut des

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