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Jüdische Rundschau · 1922-06-09 · Heft 45-46 (9.6.1922) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 45-46 (9.6.1922)
Date
1922-06-09
Page
– (sequence 3)
Language
German
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JUEDISCHE RUNDSCHAU /f Nr. 45/46 Seite 2m I schreibt• en ix-r.; ciKr. und de, bei Mii!,. Ch andere :sprodun, s.vm patlij’ Ne North. J New em Tone, britischen worden Stellungen t luilte er Stellungen üe Kann- H»1 einen Auf ״Evening oniir darköstlichen Iren Frit/ r entsetzt «:trachtet, e Kosten 4 ׳ Hk # f +*ך ין י'\ י Eine Rede Monds. — Samuel über die zionistische Arbeit Am 30. Mai fand im Royal Palace Hotel in London;!ns e»n der Zionistischen Organisation zu Ehren Herbert i 1“, Lord jland am t e l über und die > zionistirrson Erl abends riesigen J s über Inten icw islier für vergeben er liefern וז werden uni:, daß mglisclien :n. Viele i Projekt, langst in Samuels veranstaltete Emplangsbankett statt. Vor dem Bankett fand ein Diner statt, an dem die Mitglieder jt,r Exekutive, mehrere prominente Zionisten sowie auch [| Vertreter der Presse tcilnahmcn. Außer einigen warmen U^rüBungsworlcn P.vrfessor Wcizmanns, für die I ierbert s,1!m11׳l dankte, wurden auf diesem v״o!1 ungefähr 25 Personen besuchten Bankett keine Ansprachen gehalten. Anschließend daran fand der große öffe. ♦liehe• Empf«״K statt, der von der English Zionist edera-!Ion arrangiert war. Nachdem von zwei jungen Damen jjdy Samuel ein Blumenarrangement überreicht worden «ar, begrüßte l)r, Weizmnnn, der Vorsitzende des Abends, in einiigen kurzen Worten Sir Herbert Samuel, l'nter den cingelangten Schreiben befindet sich eine Zuschrift des Kokmialiniuisters Churchill, in der ״ die Hoffnung ausdrückt, Herbert Samuels Besuch :n England werde zur Herbeiführung einer Verstaujigung in einigen noch offenen Fragen Palästina betreffend beitragen. Hierauf ergriff Minister Sir Alfred Mond jjs Wort. Mond drückte seine Befriedigung darüber ms, daß Sir Herbert Samuel ungeachtet der eben überiündeneu Krankheit ebenso munter und energisch ist mc vor zwei Jahren, als er Abschied nahm, um sein hohes Amt in Palästina zu übernehmen.!Mond spricht;od.um über die Tätigkeit des Oberkomntissars in den nrtlosseiien zwei Jahren, wobei er den verschiedenen Kritikern erwidert und erklärt 1 Wir können mit dem zufrieden sein, was Sir Herbert Samuel in diesen zwei Jahren geleistet hat und müssen ihm zu seiner großen Arbeit gratulieren. Es fehlt nicht an Kritikern, es gibt ihrer genug hier in dep verschiedenen Lagern. Wer aber in Palästina gewesen ist, weiß besser, was man wehen konnte und was unmöglich war. Sir Herbert hat eine gigantische Aufgabe vor sich. Palästina ist jetzt;11 einem Thema g;worden, über das viel gesprochen und geschrieben wild, sowohl in der Presse, als auch im Parlament. Was auch immer dort geschieht, mag es auch eine Kleinigkeit sein, die die Einwohner selbst fast nicht beachten, — hier bei uns im Lande wie «ich in anderen Ländern wird darüber viel üirm geschlagen. Es ist geradezu unglaublich, wie groß das ein tele- K Interesse der Welt an diesem kleinen Lande ist. s N e u 1 Es ist schwer, ein Land aufzubauen, das einen eil b e r g. fl solch großen Krieg überstanden hat und das dazu auch Tiherias-s »ch von früher lia b wüst und von den; früheren Be- Jrei Zen- ,J herrsehern vernachlässigt war. Sage man was immer, Dynamos| dieses Land ist jetzt einer der friedlichsten . Dividcn-i Punkte auf dem Erdball. Wie schwer dies zu 5t zurück• I «reichen war, kann man sich gar nicht vorstellen. Viele ur Hälfte ffinnd ungeduldig. Sie haben durch viele Generationen jung des||:[’"1artet und wollen, daß Palästina jetzt ein Staat werde für die 1 ♦nt allen Einrichtungen eines westlichen Staates. Sie Jfntenidi-1 haben keine Geduld׳ zu warten. Sie wollen nicht einfcntlidunJjj«hen, daß Palästina bloß potentiell ein gutes Land ai sowohl i ist. Seine natürlichen Reichtümer sind zu sehr gennrbeiten,!*hiKiigt worden durch Vernachlässigung. Es muß sehr 1-ui;:[׳ (lauern, bevor etwas Positives geschaffen wird. Kicht in einem und nicht in mehreren Jahren wird man Palästina zu seinen alten glorreichen Stand wieder bringen können. Aber auch das was bereits geschaffen '•iinle, sollte die Bewunderung der Welt erwecken. Hie K <> I o n i s; t i o ■11 P a 1 ä s t i n a s ist prachtvoll. P«, was auf diesem Gebiete geschaffen wurde, findet «dit seinesgleichen in der Well. Es gibt dort Städte, iNirfer, Schulen, und es entwickelt sich eine •ausgezeieh- 1'de Bevölkerung. Wie lange ist cs' her, seit diese ■Wuschen dem russischen Ghetto entflohen sind! Bloß 1'״־'i Gcnerationen, und wir haben schon wieder den Jllcn gesunden jüdischen Typus vor uns. Wenn mani die ״״ligen finanziellen Mittel hätte und wenn sich mit fciben, erIHiifc einer guten Administration iin Lande die Industrie geiitiimcrlentwickeln würde, daun würde Palästina wieder groß > Zweck‘ ן uih! hell, schön und prächtig werden, wie in den ®1י. Au11״eiklcnen Zeiten des Altertums, Es wird daun auch eine Ung1J1>״c״‘|A1sthare Zierde in der englischen Fahne sein, die über : c k1,.’ ״'jb38 Ranze Imperium flattert. Man muß aber Schritt Paliistunp ur Schritt Vorgehen. Man darf nichts übereilen und um viC(|#1cht zu viele Leute ins Land einführen, wenn man 1, nicht mit Arbeit versehen kann. Wenn aber' die 1it die*׳ l'ikonoinische Entwicklung zuiiehmen wird, wird es kein *rivilcgi« | Hindernis mehr geben für die Aufnahme eines Stromes *'■'׳m neuen Menschen. Der High Gommissioner wird düst froh sein, sie aufzunehmen. In Palästina gibt 's bloß eine Bevölkerung von über 700 000 Menschen, p' guten Bedingungen kann das Land gegen 5 bis *Millionen Menschen aufnehmen -und ernähren. Wir ^'dürfen dort guter Arbeiter. Jeder, der ins Land «nnnt und gute Arbeit leistet, ist ein׳ Segen für das •:i״A• Land. ,11 '4 w׳U noch Hinweisen auf den Mut, den Sir i1־׳K rt besessen hat, eine so gigantische Auf- ־ 'e auf sich zu nehmen. Er hatte den Mut, nach ♦stina zu gehen. Wenn er hierzu nicht den starken ^unsch gehabt hätte, keiner hätte ihn gezwungen, dies ׳•g .Un• Er war ein Mensch mit großer politischer ^u'l,r1crc hier im Lande. Er kannte die Schwierigkeiten,;ci״, Ck bat ihn dies nicht abgeschreckt. Er hat sich Wajf 8™ßen Namen erworben als ausgezeichneter Vor- 11,17' wird ewig in den jüdischen Herzen leben. ץ Lebhafter Beifall.) ״crweiidd keine Bc• ״Evcning lie schon auf das;kly Res• uikte der aß weder; ״ cs für! veröffent- 1s nötig*'!23, doch! deru Teil 1 für alle g-Bro/e'W | •reift das ltlieiiberf j ן'd bestell un11«cr| I"״ ־iew ־'jlieiisiscl er drück' Bserkraf" נ: ן * 1 I i g k c 1;׳ritätskra''|t ״"fbenbcrf ׳lehaüpK ׳wurde11 ‘״1‘Paliist '״dos-ell 1״re f« ־'als B ־■ Die Rede Samuels. ln ruhigem Tone begann Sir Herbert Samuel mit seinem Bericht über Palästina, Sein Optimismus ließ sich aus jedem Wort herausfühlen. Bei seiner Rückkehr nach London nach zweijähriger Abwesenheit habe er von Freund«» und Bekannten zwei verschiedene Frästen vernommen. Einige sagten: ״Sie sind nicht zu beneide״. Sie haben sieh bemüht, den Frieder» herzustellen zwischen zwei Gruppen einer sehr unverständigeil Bevölkerung, und diese Aufgabe ist fast unmöglich zu erfüllen.' Wozu hatten Sic das nötig?“ Andere wieder sagten: ״Sie haben zweifellos ■einen der interessantesfen Posten der Welt: Eine neue Verwaltung zu schaffen und ein großes Aufbauwerk zu vollbringen In einem der interessantesten Länder der Geschichte.“ Obwohl die erste Frage von viel mehr Leuten an mich gestellt wird, stelle ich mich zur Minorität. Ich schätze mich glücklich, daß cs mir vergönnt ist, .das grolle Werk des Aufbaus des Heiligen Landes in der Hand zu haben. Ich schätze mich glücklich, die Bestrebungen zu teilen, die viele von Ihnen verfolgen und welche verwirklicht werden können ohne Schädigung, ja sogar zum Vorteil der gegenwärtigen Majorität. Schritt für Schritt sehe ich; das neue Land sich entwickeln. Eisenbahnen, Straßen, Elementarschulen entstanden. Die Malaria wurde in den ärgsten Gegenden ausgerottet. Bei den verschiedenen religiösen Körperschäften wurde die Organisation durehgeführt, Den Muslim wurde Autonomie in ihren religiösen Ange- K'genheiten gegeben, das griechisch-orthodoxe Patriarchat, das in einem Zustand fitfiinzieller Zerrüttung war, wurde reorganisiert. Die jüdischen Gemeinden, die viele Oberrahbincr hatten, wurden umorganisiert und werden jetzt von einer einheitlichen religiösen Autorität geleitet. Der Oberkommissar berührte daun einige andere Anzeichen des materiellen Aufschwungs und erklärte: ״Die öffentliche Sicherheit des Landes wurde in hohem Maße verbessert während der letzten Jahre, obwohl sie keineswegs noch so ist, wie sie sein sollte. In Transjordanien'herrscht Ruhe, wie seit dem Kriege bisher noch niemals. All dies wurde getan ohne besondere Gcldzuschiissc für die Zivilverwaitiing. Die Zivilverwaltung deckt ihre Ausgaben selbst, uud die Ausgaben der Garnison wurden seit dem letzten Jahre auf die Hälfte herabgesetzt und werden im nächsten Jahre und im darauffolgenden noch weiter herabgesetzt .werden. Dies ist ein Zustand, der befriedigend ist, wenn man daran denkt, daß die Konstitution noch nicht gegeben und das Mandat noch nicht bestätigt ist. Von Amerika »kamen die diplornatischcn Schwierigkeiten, welche die Mandatrcgclung hinausschoben. Aber der amerikanische Senat hat ja jetzt eine einstimmige Resolution zugunsten der Balfour- Deklaration angenommen. (Beifall.) Der Aufschub des Mandates hat den Anlaß zu Unruhen in Palästina gegehen und er hat auch die Auflegung einer p a 1 ä s t i - nensischcn Regierungsanleihe verzögert und dadurch die ökonomische Entwicklung gehemmt. Wenn wir das Mandat hckomflicu, dann müssen wir das Signal zu einer Arbeit mit Volldampf geben. Ich glaube, daß dann die Fortschritte des letzten Jahres bei weitem übertroffen werden.“ Hierauf zollte Herbert Samuel der Zionistisehen Oiganisation seine Anerkennung und beglückwünschte die Zionisten zu dem Erreichten. ״Ich weiß wohl, daß in manchen Fällen 1111c Arbeit eine Kritik verträgt, aber wie Sir Alfred richtig gesagt hat: Kritisieren ist leicht, Aufbauarbeit aber ist schwer. Die, welche die praktische Arbeit leisten, sind wichtiger als die Kritiker, so nützlieh auch die' Kritik sein mag.“ Samuel wendet sich gegen die Vorwürfe, daß die Regierung die Kosten der Immigration zahle. Er betont, daß der Regierung keinerlei Ausgaben erwachsen seien durch die Immigranten, welche auf •Beschäftigung warten. Diese Auslagen hat die Zionistische Organisation getragen. Die Immigranten sind ein bemerkenswert guter Typus, sagte er. Ich habe bemerkt, daß viel über sie gesprochen wird, um sie zu diskreditieren, aber dies alles beruht auf ungenügender Intormation. Sic sind ein so vortrefflicher Typus, daß jedes Land froh wäre, sie atifnchmcn zu dürfen. In ihrer politischen Haltung gehören sie der linken Richtung an, ein kleiner Prozentsatz kann bolschewistisch genannt werden. Nach den Unruhen in Jaffa .wurde beschlossen, diese herauszufinden und auszuweisen. Wir veranstalteten sorgfaltige Untersuchungen, aber die Polizei konnte lediglieb 14 finden. Diese wurden zurückgeschickt, und seit damals hörten wir von keiner bolschcwistischeu Agitation im L a n d c in c h r. Die Zionistische (Irgauisation muß zu ihren Leistungen um so mehr beglückwünscht werden, als die Hauptquelle ihrer Stärke in den jüdischen Massen in Osteuropa steckt, die als finanzielle Stütze nicht mehr in Frage kommen. Es ist auch unwahr zu sagen, daß die geleistete. Arbeit für die gegenwärtige Bevölkerung von Nachteil ist. In Wahrheit gereicht sie ihr zum Vorteil. Vor einigen Tagen habe ich die ״Religio Medici“ gelesen, ein Ihiel», das die barbarische Lehre enthält: Zwei Staaten können nicht gleichzeitig glücklich sein; das Wohlergehen des einen Staates hängt ab vom Zusammenbruch des anderen. Diese Lehre war einstmals gang und gäbe in der internationalen Politik. Es ist aber ein politischer Kannibalismus, nach dem kein Staat sich anders entwickeln könnte, als durch die Ver• niditung des anderen. Im Gegenteil, ich glaube, daß der Ruhm einer Nation davon a b h ä n g t, in welchem Grade sic anderen Völkern der Welt hilfreich b c i z u s t e h e n vermag. Die Glorie des britischen Reiches kam nicht durch Eroberung uud durch das, was es anderen genommen hat. Im Gegenteil, Britannien ist groß und einflußreich geworden durch die Hilfe, die es anderen Völkern in Afrika und Asien gewährt hat. Und auch die Juden wünschen nicht, ein Palästina zu besetzen, das aufgebaut ist durch Verdrängung und Erniedrigung der ansässigen Bevölkerung. Sie wollen lieber dieser helfen, schrittweise zu einer hohen Zivilisation zu gelangen. Betrachtet die Kolonien des Barons de Rothschild und die übrigen Kolonien, die geschaffen wurden, Haben diese Kolonien nicht dem ganzen Lande Segen gebracht? Ware das arabische Leben nicht um vieles ärmer in jeder Hinsicht, wenn diese schönen Oasen in der Wüste ringsumher nicht wären, wenn die großen Leistungen nicht wären, hätten dann die Araber solche Entwicklung, solche Macht? Der jüdische Erfolg bedeutet Erfolg für alle. Auf dieser Linie vollzieht sic.h unsere Arbeit. Die Juden sollten keine übertriebenen Er- Wartungen haben bezüglich dessen, was in fünf oder zehn Jahren getan werden kann, und die Araber sollten keine übertriebenen Befürchtungen haben vor dem, was die Zukunft für sie bringen wird. Ich hege die zuversichtliche Hoffnung, daß aus dem neuentwickelten Palästina in der Zukunft große Dinge kommen werden, eine Botschaft der Religion, ein Wort der Soziologie, der Kunst, oder vielleicht auf allen diesen Gebieten. Anatole France sagte einmal: ,Niemand kann die Zukunft Voraussagen, nicht einmal die, welche sie machen.‘ Ich kann nicht prophezeien, ich kann bloß erklären, daß wir für eine glückliche Zukunft arbeiten.“ (Lebhafter Beifall.) Die Schlußrede hielt in hebräischer Sprache Dr. Schmarjalui Lewin, der von seiner erfolgreichen Keren Hajcssod-Toiirnee in Südafrika soeben nach London zeriiekgekehrt ist. Er schilderte seine Träume über Erlösung am Messias* tage. Er hätte geglaubt, das Volk werde in einer einzigen Nacht wieder auflcben. Jeder werde seinen goldenen Gott und seinen silbernen Gott von sich werfen und nach Palästina ziehen, um sich dort anzusicdeln. Die Völker würden uns gleich ohne Zögern unseren historischen Platz zurückerstatten. In seiner heißen Phantasie hätte er vergessen, daß jedes Ding langer Entwicklung bedürfe. ״Wird ein Volk auf einmal geboren?“ Als er älter wurde, habe er begriffen, daß der Sprung nicht in einem Tage gemacht werde. Es muß in Fortsetzungen geschehen. Seihst unser Prophet, der so prächtig das neue jüdische Leben nach der Rückkehr nach Zion geschildert hat, warnte: ״denn nicht in Eile" wird die große Erneuerung kommen. Im praktischen Leben könne man nicht alles so leicht machen, wie man es will. Im praktischen Leben gibt es Feinde, gibt es Störenfriede. Mit all diesen Dingen müsse man rechnen. Das jüdische Volk erwacht. Ls ist bloß die ״Asehalta de Ueulah“. Die übrigen Teile werden nachfolgen wie zur Zeit des Auszuges aus Aegypten. Zum Schluß wendet sich Dr. Levvin an den Oberkommissar. Wir blicken auf Sic, wie auf ein ״Glied von unseren Gliedern und Fleisch von unserem Fleisch“. Wir haben einen großen Bruder, wir hatten große Propheten, hatten große Könige. Wir hatten ״Samuel I.“ und ״Samuel II.“ Es ist unsere Pflicht, unserem großen Bruder bei seiner schweren Arbeit zu helfen. Wir hatten während der letzten drei Jahre viele fürchterliche Tage zu überleben. Aber kein Schatten der Verzweiflung darf aufkommen. Sie köiflien zu 1ms mit Hoffnung und Selbstvertrauen reden. Das jüdische Volk lebt auf. Die fürchterlichen Tage verschwinden, es kommen die großen und hellen Tage. (Stürmischer Beifall.) Eine Agudas Jisroel-Delegation bei Herbert Samuel London, (J. C, B.) Der Oberkommissar Sir Herhert Samuel empfing am 31. Mai eine Delegation der jüdisch-orthodoxen Weltorganisation ״Agudas Jisrocl“ unter Führung des Präsidenten des Londoner Exekutiv- Büros Solicitor J. Landau. Die Delegation bestand noch aus den Herreu Rabbiner Horovicz - Jerusalem» Rabbiner Dr. Pincas-Koh n- Wien, Sally Guggen* 11 «im- Basel, Rosy Lunzer- New York, Harry G 0 o din a n London. Auf die bekannte Forderung der ״Agudas Jisrocl“ wegen Umgestaltung der Jewisli Agency präzisierte Sir Herbert Samuel seinen Standpunkt dahin, daß er alle an Erez-Israel interessierten Kreise des jüdischen Volkes, insbesondere auch die Orthodoxie, in der Jewisli Agency vertreten zu sehen wünsche. I4as sei, wie er glaube, auch der Wunsch der Zionistischen Organisation, die keineswegs ein Monopol für sieh beanspruche. Was die Wünsche der Jerusalemer askenasischen Gemeinde betreffe, so wünsche er eine einheitliche Zusammenfassung der jüdischen Gemeinschaft in Palästina, ebenso wie Mohammedaner und Katholiken in Palästina einheitlich organisiert sind. Dies schließe jedoch eine gewisse Autonomie der sogenannten Soimenfekischen Gemeinde nicht aus;, die Verhandlungen hierüber lägen in der Hand von ßcntwich und befänden sich noch in der Schwebe. .1

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