Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 42 (26.5.1922)
- Date
- 1922-05-26
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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,ff ,Nr 42 Nr. •12 11111־ gebrannt, und ein solelier Zufall kann unter Umndciulk’ ganze Bibliothek vernichten. Audi aus diesem!rUI11ic ist <l>c Errichtung des Neubaus für die wissen- ,׳Initlidie Bibliothek eine unaufschiebbare Notwendigkeit. \X׳ie bekannt, hat die W o 1 f f s ohn-S t i f t un g ,,,stimmt, ihr ganzes verfügbares Vermögen für die ■nehturiß eines Wolffsohn-Hauses zu venvenden. Dieses!ן jjc Nationalbibliothek nufnchnien, die zugleich die ihersitätsbibliothek sein, wird und für Jahre hinaus 0n j| |.;t zionistischen und historischen Archiv sowie der täte sei'!! i-tcsuissensehaftiidten Fakultät der Universität eine '(,,ic Heimat geben wird. Die verfügbaren Mittel gcen, um ein modernes und für eine Reihe von Jahren Mein -oeiv, bv'kaiiutij, ׳ fse11ha״ ״: ist, vj Riidkif ’dermal), זי• ח iR W( ■^e < irinn ist abs[״ ׳ Haus ן l'lgel ein;!, ׳ weil ml % •gckail teu hat d| t sich 1i| ebst «m ’ äugest״! olie Kist, ,(eichendes Gebäude aufzuführen,wofern nichts für den mfrb des Bauplatzes ausgegeben werden muß. Ich j!c einen großen Teil meines Aufenthaltes in Palästina ■׳jui verwendet, einen geeigneten Bauplatz, ausfindig , madieii. Gegen den Platz auf dem Skopus sprechen r-diiedcnc Umstände, vor allem die weite Entfernung ״ •der Stadt. Auch andere Stellen haben sich als ungünstig er- (>cn, entweder •als zu teuer oder zu klein. Die in Je- J .den! anwesenden Direktoren des Nationalfonds haben , ,ihrer Sitzung vom 21. Nissan beschlossen, für die | hliotltck einen Baupla’tz in Dsehindscherije zu geben, neu ine! K'ursprünglich das Nationalfondsgebäude errichtet wer- )as 'm-h״ sollte. Ich habe aber den Platz für ungeeignet be- I ner'1'6'1'!״' Er 'יי m *‘!'■‘in und liegt schlecht^ Das Ciet'Sclnv' hl.;de würde dort völljg unansehnlich und vom Itezalel, ,{:■1 recht aber von der Mission von Ratisbomic vollliiiilrg erdrückt werden. Ich halte es für notwendig, Cr ftibliotlvek an einem solchen Punkte zu bauen, wo [tan sie von der Stadt aus deutlich selten kann. Denn |s nt eine Schwäche unserer Situation in Jerusalem, wir über keine ansehnlichen .Gebäude verfügen. Da die Volks- und Stadthiblioihek an der alten Stelle ״en werden, wird es gut sein, wenn sich die wissen- '(,irtllidie Bibliothek einen Platz an einer arideren Stelle ,;:dit, die in.der Lim: der natürlichen Entwicklung der alt liegt. Diese aber folgt zwei Straßen, der Jaffakralle und der Straße nach Nablus. A11 der Jaffa- •'11מ<■ entwickelt sich das Stadtviertel der jüdischen •!cinbiirger, während an der Straße nach Nablus das :,!bische Element vorherrscht. Immerhin gibt es auch int schon Ansätze einer jüdischen Vorstadt, die sieh 3 das tirabmal Simons des Gerechten gruppieren. Im V1-ehluB an diese kleine jüdische Siedlung und an, die '!1111mg der arabi.selen Intellektuellen und Gelehrten ־.uiite sich meiner Ansicht nach eine;Art jüdischen ,!.miers Latin bilden, wo auch die Bibliothek ihren mU fände. Sie wäre’dann in erreichbarer Nähe des -״piis, ohne von dem Hauptverkehr der Stadt zu weit ,itfernt zu sein. Es wäre auch gut, wenn die arabische 'erstadt hier durch eine jüdische Intclligcutcn-Sicdlung niclibrodten würde. Dadurch könnte die jüdisch-arabische Verständigung |!r gefördert werden. Ich hatte Gelegenheit, mit gebilrb. Drei!:®’*11 Arabern zu sprechen, die Wert darauf legen, r Loge 4| * mit europäischen Juden zu verständigen, besonders ein klcmf «m diesen ihre Sprache und Literatur nicht ganz fremd II der I >|■!. leb habe interessante Beobachtungen über die WalcitsnaclieJb;; der Araber gemacht. :)durch ne| Im allgemeinen hat bei der arabischen Intelligenz ern es m$;!r Widerstand gegen die jüdische Einwanderung, wie beteneu bl r scheint, etwas nachgelassen. Aber um mit dieser tten iiiiis•«:!eiligen/, einen gemeinsamen Boden der Verständigung wo u11t«<|1״ finden, dazu ist es nötig, daß die Juden, in Palästina 1t in kf«|d1 m die arabische Kultur vertiefen und auch dem ul ganz ^’iraber Gelegenheit geben, die j ü d i s c h - a r a b i s c h e TaclikeniuS» «11 u r j c r Vergangenheit kennen zu lernen, me '1n der die heutige arabische . Intelligenz sehr wenig es Schick־J . ■ -.-—׳־״׳- --...L—... erlebt!T|htcn in Friedrichs Stadt Berlin —. eine vertraute Welt» t. Die '*|['nü gleichzeitig, nicht gar weit davon, erscheint Abra- >mmcn,! deren A! - manch!!: n bring( chtig, ah• gescltult(jj•׳ öte ist (1 m Kmigi zu ״ent! ÜlllillJ׳. immer 1: :amten 11 et, und )leben Vi ׳isseuschai cscsaal, öl] die (irr f!puläre 11|;ine wisse; ublikttm 1j li-Brit ת Ausl,w Zionistisch1 sherrin 1:1 "ח, der Engel, sieben Tage nach seinem Tode 1m (rau11i seiner Frau, um ihre Vergebung zu erlangen, da ז auf Erden als ein auch von ihr ״Abgeschiedener‘' ־®hl hat. Und sie vergibt ihm. . Dies ist es, was uns so anzieht. Die Menschen, 1»n deiK'n uns berichtet wird, haben als wirkliche Men- ';1זי" gelebt. Das trifft gerade uns Jude״ besonders'!ifk, weil unsere ganzen religiösen Vorstellungen auf 5torische Begebnisse zurückgehen. So können wir hier 1 e Entstehung unserer Bibel an kleinen und doch so -roßen Beispielen noch einmal erleben. Wir spüren 1'•eil(■. Sein und nicht schattenhafte Deutung. M Lud nun ist es wundervoll, nachzufühlcn, wie .,'"*מי Buber den Weg von der Deutung zum;"י beschritten und beendet hat. Er begann j‘1' der legendären Nove-Ilc —־ den ״Gc- 5'cmlären Nachricht — de״ ״Legenden des Baal ■Altem“ — und erreicht in der kürzeste« und dichtesten ftl״״ die Reife der Meisterschaft, in der ־legendären "ekdote — des ״Großen Maggid“, Dieser Weg ist ein Weg nach oben. Rabbi Nach-!'lan von Bratzlars Märchen sind voller Kunst, ' und ו alles, ״ ar1110n׳c 1l , Chas® durch’ •יי er und *' as er n'• :r weiß‘1 am:1 'יי* ־ Wabl, D! den red!״;irizcl״', st dar* ו .»111, der <l» .ativitätf" ju der ׳״ als aid י 3jo ssidisu! . des 0r1״; iborci). veiir *1"'3י». Icr frfln"״״״״- ״ sehen ״ »'״1 ףGeschichte vom Meister des Gebets“ zum Beispiel ist; habe“ l|;1n »topisches Märchen, das auch’ mhaltlidi mit seiner *rsümb«* ‘![•c״rc vom Mittlerwert des Geldes dem Gocthisdien, von bt oder J "iilaiier so geliebten ״Märchen'' nach Art und Rang und rrid stcht• Gewiß also ist es hohe Kunst, aber doch s S?alvZ f.|, lc" KVnst. So bestand dieser Gattung gegenüber auch anM-Buber noch die Möglichkeit, ״Stücke völlig neu* eine '5*1יי i, l u.gcn‘f> die ihm in den Geist des Originals ganz• hinein lein ' rC'ij., scn» während er im Vorwort zum ״Großen Maggid“ nde( 1*■•kennt; j| heftig »r erzählt sie manchmal fast zu kunstvoll ״ach. i Wund :ü!) dic ״Ich ,dichte' nicht .,weiter*, ich füge den vorciven Motiven kein ne'ues hinzu, ich schmelze sie nur reine Gestalt der Erzählung ein. JUEDISCHE RUNDSCHAU __ weiß. Ich halte es für notwendig, in unserer Bibliothek auch die arabische Abteilung in großem Maße auszubauen, obwohl gerade arabische Bücher sehr teuer sind. Denn durch die Kenntnis des Arabisimis bei uns und des Hebraismus bei den Arabern erkennen beide Stämme ihre nahe Verwandtschaft. Denn seihst die christlichen Araber sind psychisch dem Juden viel ähnlicher als ihren ihnen scheinbar nahestehenden Glaubensgenossen.‘* Prof. Locwe entwickelt int Anschluß daran seine Theorie über den ethnischen Charakter der palästinischen Araber: ״Für mich ist es keine Frage, daß •die sögenannten palästinischen Araber keine Araber sind, sondern eine mit Arabern, im Norden auch Syrern, gemischte J u d e 11 b e v ö lk e r 1111 g. Es sind die Nachkommen jener niedrigen und armen Schichten, die nach der Niederwerfung der Juden am Laude klebten. Dieses ,,Am 1 laarez‘ war unwissend und ungebildet, und aus ihm gingen die ersten Adepten des Christentums hervor, welches Palästina geistig eroberte, nachdem die jüdische Intelligenz aus dem Laude herausgerissen war. Als später die Muslims Palästina eroberten, wurde ein großer Teil dieser Bevölkerung muhammeUanisch. Der Islam brachte Araber hinein, die sich mit der muslimisch gewordenen Bevölkerung mischten. Daher tritt der jüdische Typus bei den christlichen Arabern fast noch auffallender zutage als bei den niuhammedanischen, weil der arabische Christ Palästinas nicht aus einer Mischung mit Arabern stammt, sondern rein jüdischer Abkunft ist. Einen Acgypter z. B. erkennt man sofort als Angehörigen einer anderen Rasse. Der palästinensische Araber ist nicht nur in seiner Erscheinung ein Jude, sondern auch psychisch einem Jude» viel näher als irgend einem anderen.“ Prof. Locwe ist daher der Ansicht, daß eine Versöhuurig und ein brüderliches Zusammengehen zwischen Juden mul palästinischen Arabern in der natürlichen Ent- Wicklung liegt und daher mit Notwendigkeit erfolgen muß. Wenn wir Juden verstehen, daß die Araber in Palästina 1ms keine Fremden' sind, dann werden wir ihnen schnell uähcrkoinmcn und werden dafür sorgen, daß ihnen zugleich mit ihrer arabischen Bildung and» ein Einblick in die jüdische Seele und Entwicklung vermitten wird. Der gegebene Mittelpunkt für diese Kulturarbeit ist die Bibliothek und die sich mit ihr entwickelnde geisteswissenschaftliche Fakultät. Demgegenüber aber muß auch auf eine große Gefahr hingewiesen werden. Von christlicher, nicht palästinischer Seite wird angeregt, eine Landesuniversität zu gründen, die natürlich in erster Linie eine arabische sein wird und von der man mit Rücksicht auf die dahinter stehenden politischen Tendenzen annehmen kann, daß sie den arabischen Nationalismus in einen Gegensatz, zu m jüdischen N a t i o - naiismus bringen wird. Wenn wir dic Errichtung der jüdischen Universität nicht sehr beschleunigen, so ist cs wahrscheinlich, daß eine derartige arabische Universität zustande kommt; Versuche wurden in der letzten Zeit schon gemacht. Das gleiche gilt von der Bibliothek. Dic Ansätze zu einer arabischen Nationalbibliothek sind bereits vorhanden, und ihre Entwicklung wird wie die aller derartigen Institutionen von ausländischer Christlieber Seite in hohem Maße unterstützt. Für dic nichtjüdischen Völker beruht unser Anspruch auf Palästina zum großen Teil auf dem Vertrauen, daß wir Palästina in ein wirkliches Kulturland verwandeln werden. Unser Prestige würde daher sehr leiden, wenn wir in der geistigen Kultur hinter den Arabern dadurch zurückbleiben, wenn die Araber eine Universität und Bibliothek haben werden, ehe wir dasselbe zeigen können. Um die Araberfrage zu lösen, bedürfen wir keiner Bajonette und keiner Gewalttaten, sondern ausschließlich der gegenseiti- Seite 277 Diese ist mir spät aufgegangen, aber in einer endgültigen Klarheit." Wachsende Treue ist also das Hauptkennzeichen! des Bubcrschfii Weges. Sie drückt sich rein äußerlich schon dadurch aus, daß zum ersten Male den 14 Biographien, die de» ״Großen Maggid“ zusammenset/en, ein Q u e 11 0 11 v c r /, c i c h 11 is (auf Verlangen) beigegeben 'wird. Mit seiner Hilfe läßt sich durch Vergleich mit den hebräischen IJrwortcn und Wiedergaben der cbassidischcn Lehre nachprüfen, was für Buber ״reine Gestalt der Erzählung“ heißt. Zwei Beispiele mögen seine Methode deutlich machen. In dem biographischen Werk ״Beth Rabbi“־’) wird eine Begegnung zwischen dein gefangen sitzenden Raw Schneur Salmait von Ladi mit dem Obersten der Gertdarmerie erzählt, in der sieh der Offizier über verschiedene Stellen der Thora Aufschluß• holt. Die Frage des doch allwissenden Gottes an Adam: ״Wo bist du?" wird vom Zaddik so gedeutet', daß sic immer wieder an jeden Menschen ergehe. ״Zum Beispiel, du bist so und »o viel Jahre alt . und er gab bestimmt an, wieviel Jahre der Oberst damals hatte. Was hast du in ihnen getan...?“ Bei Buber aber wird daraus: ״So etwa spricht Gott: ,Scchsimdvierzig Jahre hast du gelebt, wo hältst du?“ Ein zweites Beispiel mag noch erläutern, was wir meinen. 111 dem Sammelbuch ״Kahal Chassidim“3) wird von einem Streit berichtet, de« 4iie Ehefrau des Rabbi Wolf von Zbaraz mit ihrer Magd hat und in den der Zaddik zugunsten der Magd eingreift. Vom Objekt des. Streites wird nicht? gesagt. Buber dagegen erzählt fol- 2 (׳־, Aufl., Berditschew 1903, S. 57/58. — Die Seiten gibt Buber leider niemals an, was das Suchen sehr erschwert. ג) S. 20. gen kulturellen Verständigung, die möglich ist, wenn unsere Bildung in Palästina so hoch sein wird, daß auch die Araber das Bestrebe» haben, an ihr teil/iinebmen. Ich halte deshalb dic Gründung der Bibliothek jetzt, nachdem ich auch in arabischen Kreisen wieder Fühlung genommen habe, für noch notwendiger im Sinne der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Erschließung Palästinas, als früher. Die Araber begrüßt» solche ihnen entgegenkommende jüdische Institutionen und sind durchaus nicht abgeneigt, darin Kemistätten einer kulturellen Verständigung zu erblicken. Datier wird die Auswahl des Platzes für die Bibliothek dann eine richtige sein, wenn wir uns dort anhauen, wo auch die vornehmen und gebildeten Araber wohnen und in diesem Monumentalbau nicht nur ein Zentrum geistigen Lebens, sondern auch ein Symbol der Annäherung zwischen jüdischer und arabischer Intelligenz, sehen. Wenn wir von den in Frage kommenden Faktoren einen genügend großen, den Erfordernissen der Bibliothek und der Universität entsprechenden Bauplatz bekommen, so wird erstens die Frage der Bibliothek, des Archivs und der geisteswissenschaftlichen Fakultät noch in diesem Jahr einer Lösung cntgcgengelien können, wir werden zweitens spätestens in drei bis vier Monaten nach An- Weisung des Bauplatzes mit dem Bau beginnen, es wird Geld ins Land kommen, und im kommenden Winter werden hundert Chalnztm, die bei dem neuen jüdischen Bauwerk Beschäftigung finden, weniger arbeitslos sein. Ich rechne sicher damit, daß die in Frage kommenden Faktoren In Palästina in voller Würdigung der Verhältnisse, sowie ihrer und unserer Verantwortlichkeit uns in allernächster Zeit diesen von mir «״«gewählten geeigneten Bauplatz anweisen werden. Ernteaussichten in Palästina Der Leiter der landwirtschaftlichen Abteilung in der palästinensischen Regierung äußerte sich wie folgt über den Stand der Ernte in Palästina: Getreide, Gemüse und Obst stehen, von den besonderen Bedingungen in Bcrseba und dem Distrikt von Gaza abgesehen, im allgemeinen günstig. Das Wintergetreide verspricht einen wesentlich besseren Ertrag als im Vorjahre. Futterpflanzen werden in steigendem Malle in Palästina angepflanzt, ebenso werden weit mehr Kartoffeln als im Vorjahre gepflanzt. Besonderes Interesse bestellt jetzt für Tabak und es wird auf einem großen Teil des Territoriums angepfkmzt. Ebenso hat sich der Oran* gen trän sport in diesem Jahre sehr entwickelt. Die auf den englischen Märkten erzielten Preise waren recht zufriedenstellende. Beträchtliche Fortschritte hat die Aufforstungsarbeit ergeben. Frucht- und Zierbäume sind von Kairo ins Land gebracht, und in der Gegend von Gaza und von Akko angcpflanzt worden. Eine neue: Baumschule ist jetzt auf dem Kännel angelegt worden. Eine Gesellschaft für jüdisches Recht ln Jerusalem hat sich unter dem Namen: ״Hamisehpat haivri“ eine aus Rabbinern und jü- . dischcn Juristen bestehende Gesellschaft gebildet, deren Tendenz es ist, die Kenner des alten jüdischen Rechts und dic modernen Juristen zusammenzubringen, 1 um auf diese Weise zur Entwicklung eines modernen jüdischen Rechtes beizutragen. Die Gesellschaft will historische Untersuchungen anstelle(!, eine hebräische Literntpr entwickeln helfen, und zwar sowohl durch Originalarbeiten, als auch durch Uebcrsetzimgeri, und Vorlesungen über jüdisches Recht veranstalten. Die Gesellschaft erwägt auch die Herausgabe einer hebräischen juristischen Zeitschrift. Am b. März wurde in Jerusalem unter den Auspizien der Regierung eine Gesellschaft zur Förderung des Fremdenverkehrs gegründet. Der Vorstand besteht aus: Oberstleutnant Solomon, Direktor des Handclsdepartements, Manager Clark von der Anglo-Egyptian-Bank und Manager Dr Lcvy von der A. P. C. gendefmaßen: ״Rabbi Wolfs Ehefrau hatte einst einen Streit mit ihrer Dienstmagd. Sie beschuldigte dic Magd, ein Gerät zerbrochen zu haben, und forderte Ersatz des Schadens; jene leugnete die Tat und weigerte die Buße.“ Wir könne״ nun die Prinzipien der Biibersehcu Erzahhmgskuiist näher bestimmen. Sie isoliert die Berichte zunächst aus ihrem didaktischen oder theologischen Zusammenhang und gibt ihnen so erst die organische Form der Erzählung; fernerhin zielt sie auf Konkretisierung — und gibt deshalb die 4b Jahre des (}bersten an, von denen die Quelle nichts weiß; ganz so, wie der zerbrochene Topf neu in die Darstellung hineingekoinmen ist. Diese Aendertingen können uns von zwei Gesichtspunkten her beschäftigen. Einmal rein literarisch. Der Stil jedes großen Epikers erhält seine eigentümliche Krall durch die zwingende Art des Vortrags. Das grüne Zimmer, der hellbraune Schrank oder die weitbauchige Kaffeetasse sind uns an und für sich gleichgültig und besagen nichts für das innere Leben der Gestalten; aber gerade diese Einzelheiten schaffen jene Atmosphäre der Glaubwürdigkeit, die der Dichter und der Leser für die seelischen Vorgänge dann ' braucht. Wir sind ja auch im Leben niemals׳ in irgendeinem abstrakten Zimmer, sondern immer in Räumen, die uns bestimmte sinnliehe Eindrücke nach Form und Farbe vermitteln. Durch ihre Wiedergabe setzt uns der Erzähler in dic Stimmung des wirklichen Lebens, in der allein die Gestalten seiner Phantasie gedeihen können. So glauben wir der bes t i m m t cn.Aussage: ״Scchsundvierzig Jahre hast Du gelebt“, mehn als der unbestimmten; so greift uns ein Streit um einen genau bezeiehneten und daher vorstellbaren Gegenstand unmittelbarer ans Herz, als einer, von dessen tatsächliche« Bedingungen wir gar nichts wissen Zweitens aber liegt in 1U־r eben• aufgezdigten Koni kretisierung ein mehr als literarisches Moment, ein