Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1922-05-23 · Heft 41 (23.5.1922) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 41 (23.5.1922)
Date
1922-05-23
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2651273-2652410-2652447--14928-2673348
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

jr 4i Nr. 41 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 271 beantworten, müssen wir ״:was ,«: 4״ן°;r wini'f 1 unter-J| tfimlc״! \ Rabty Uciisiv- * he״ iujj ifl bt, dal1 ainincn iterhacsl tü. Ma׳,i, 1njSChen : c 11 u n ■j , zur &.I c II h a nlj ragenden!! Nationale Kolonisation und Privatinitiative Von Wi a d i 111 i r J a bo t i 11 s ky. Der Keren Hajessod ist nicht nur ein Fonds — er ,st auch eine Koloiiisationsmcthode. Die t'ührciiile Idee ilieser Methode ist die Kolonisation mit I lilie oftent-!!eher Fonds. Einige Leute zweifeln an der Richtigkeit jltser Metliode. Sie weisen darauf hin, (lall zum Beispiel Amerika von Pionieren kolonisiert wurde, die auf ,lue eigene Verantwortung den Ozean durchkreuzten, ״luie öffentliche Fonds in Anspruch zu nehmen oder sjCl1 an England um Hilfe zu wenden. Und diese Kritiker j״lre11 hinzu, daß es vielleicht gerade die Alternative: Untergang oder Erfolg durch eigene Kraftentfaltung »eivesen ist, die die wundervolle Energie und Ausdauer dieser Pioniere erzeugt hat. ״Verderben wir nicht'•, so (ragen diese Kritiker weiter, ״unsere eigenen Pioniere, indem wir ihnen einen Teil Ihrer persönlichen Veraiit• wortung nehmen?“ Bevor wir diese Frage uns über einen Punkt absolut klar sein: Es kann über die Rolle der Privatinitiative innerhalb der Kolonisation kein Zweifel bestehen. Die Privatinitiative ist der I laupt- )״trieb und die wesentliche Kraft bei jedem Kolonisationsunternehmen. Wie Amerika ehedem von einzelnen Pioniercn kolonisiert wurde, so wird Palästina durch die Energie Tausender, Zehntausender, Hunderttausender, die sich nur auf ihre eigene Kraft verlassen, wieder־ errichtet werden. Der Keren Hajessod war niemals dazu bestimmt, individuelles Kapital und Privatinitiative m ersetzen. Sein einziger Zw׳eck liegt vielfmehr in der Ermöglichung und U 1! t e r s t ü t - ' zting der Privatinitiative. 1 inogri!״* ■ pr[gc״ wir die Umstände, denen die Privatinitiative im heutigen Palästina begegnet. Das kann am besten durch Beispiele geschehen. Mr. X. aus Amerika kommt mit Privatkapital nach Palästina und beabsichtigt dort eine Fabrik für gewisse liiemische Produkte zu eröffnen. Er ist ein guter Oecluiftsinann, hat große Erfahrungen im Hamlel mit die- . Produkten und ist außerdem ein sehr guter Zionist. Durch Erkundigungen und Entdeckungen er- ״'־':־■״״n fahrt er, daß die Rohmaterialien für sein Fabrikat in »rab1sdu׳|| p^ästiua reichlich vorhanden sind, daß ein genügender iskuüert.g Absatzmarkt gesichert ist und alles gut gehen wird. Aller trotz alledem kündigt er nach drei Monaten 11״, daß er (!j, sich zur Aufgabe seines Planes entschlossen habe. Aus °n U1־״ welchen. Grunde? — Er zeigt seine Kalkulationen und '11111K •J beweist, daß der Lohn, der von jüdischen Arbeitern verlangt wird, die Einkünfte des Geschäftes um 25 Prozent ubersteigt. Deshalb geht er nach Amerika zurück. 1 Begegnet man nun dem jüdischen Arbeiter, uessen 1111״- mäßige" Forderungen Mr. X. entmutigt haben, und bittet man ihn um eine Erklär!mg, so wird er seine Kalkulationen;egen, welche die Wurzel des Ucbcls erkennen lassen, her Arbeiter Sagt: ״Ais Mensch stelle ich bescheidene Ansprüche, da ich auf Entbehrungen gefaßt bin und midi begnüge, mit Frau und Kind in einem kleinen Zimmer .,ii leben. Unter gewöhnlichen Umständen dürfte dieses '"1"ח a11*''׳ ^lmmer 'יי einem kleinen Lande von Palästinas Art nioiiat t lasscnJr י'€'״( me*lr a's *0 sh k°stc״; aber ich bin bei der ו s c heil Wohnungsnot gezwungen, monatlich '2 oder 3 Pfund i scheifj sterling■ auszugebcu. Wenn ich das möglich machen will, ,1 nuß ich entsprechend verdienen. Wer meine Ansprüche ״ J 'erringen, will, der baue billigere Häuser P Er fährt lapOIlul*! ja1m for(. ״{ch winde im Norden von Rußland geboren een Verjj ad lebe jetzt in einem subtropischen Klima, stelle einer wclchi'ig jenen Ernährung, einer neuen Art Arbeit gegenüber. '31 werde ein oder zwei Jahre nötig haben, um mich zu akklimatisieren, was genau so für meine Frau und mein Kind gilt. Es wird noch eine Zeit dauern, wo Diktor- 'Kirnungen und Chinin eine natürliche Rolle in meinen monatlichen Ausgaben spielen. Wer diese Ausgabe _ _ ober vermeiden will, der baue öffentliche l lospir (iefalrß täicr und führe den Kampf gegen die Malaria. Solange 1.י׳נוח fl tos nicht in genügendem Maße geschieht, muß ich die '115gaben machen, während mein Arbeitgeber natürlich Miere Löhne zahlen muß.“ — Dieses Beispiel ist nicht Hunden, sondern einfach und typisch. Jeder Kenner Palästinas wird es bestätigen. Es zeigt aber deutlich Jie Beziehungen zwischen Keren Hajessod und Privatinitiative. De r Ke re n Hajessod i s t d ie Dampf- "Mze, d i e de 11 Weg fürdiePrivatinitiativc »ahnt. , Aehnlich ist der Stand der Privatinitiative in der , 13111^Wirtschaft. Der typische Einwanderer, der Bauer St•*״ I *'״den will, ist natürlich nicht Millionär; im Höchstfall zur Ffl'ij 51 er ein mittelgroßes Kapital, etwas unter oder gcrtule eu 000 Pfund. Damit kann er immerhin die Ausgaben die n»cflj ^en, die erfordedich sind, uni.ihu und seine Familie vveum;|m erhalten, bis sein Boden Nutzen bringt. Aber sein "1likl&S ('taI genügt nicht, wenn die Arbeit mit einer großen ■trä"! d!>| oingeleitet werden soll, wenn er den größten , staah"'|| seiner Gelder in das Unternehmen stecken muß, ^,ndbesii'l «ngc -bevor er eine Ernte erwarten kann. Diese Scliwicmehr נ_| r1&keiten bestellen nicht mir in Palästina. F j!l!• ^.ueh Amerika muß trotz seiner unbegrenzten Mög- ן *^edei-1 ,*"״»»״ m*t de« Ausgaben moderner .Landwirtschaft- '!' |,1111t| ,.Clj־r Kolonisation rechnen, die es dem Durchschnittshte. H öu. ״a'lezu unmöglich macht, sich ohne Hilfe aus |״61 . •ס1\״liehen Mitteln anzusiedeln. Diese Tatsache war z. B. , ״«chlajgcbeml «j,. die ״state Land Setttement“, deren 5uc'l' m ^a'1Porn1'•'» angenommen wurde. Bei. der Unterf 'ך der Methoden ׳und Ergebnisse dieses kali- El\v'1” ^xPerit״entes, das unter Leitung von Prof. 'Hld ''orgcn/oninten wurde, sicht inan sofort, tc '.,e Ähnlichkeit zwischen den finanziellen Aussichsteht *lro^cms in Palästina und in Kalifornien bc- ' 80ff3* zwischen den Methoden, die von der kalitielt del cs!,arid f die ps| ngliiiuled ine Rc(B| tsciiläeof ,täriscliol Grieche!: jer wrinj roii. nouvef m cingc iben «n'j landvH: ' iintcrl''1 stäwj|hr£1, *!-vveisu1 J Traf,!• cinziß1.־ 11, so" fornisclien Regierung und der zfonistischeii Koiiuiüsskm beobachtet wurden. Der Hauptgedanke in beide» Fällen eilt darauf aus, daß die Siedler niemals gezwungen werden, das ganze «der den grüßten Teil ihres Kapitals als Anfnngsausgabc attzulegen. Die Aiifangsausgabe muß vielmehr von dem öffentlichen Schatzmeister getragen werden, während der Siedler Gelegenheit finden muß, das auf diese Weise empfangeile Darlehen nach einer gewissen Zeitspanne zurückznzahlcn. In unserem Fall greift hier wieder der öffentliche Fonds ein, kommt der Keren Hajessod als Dampfwalze zur Geltung, die berufen ist, der Privatinitiative die Himler Hisse aus dem Wege zu räumen. Aber das ist nur eine Rolle, die der Keren Hajessod spielen Noll. Um die zweite Rolle zu verstellen, müssen wir einige Worte über Osteuropa sagen, weil von dort die Hauptarmee der Kolonisten erwartet wird. Während der ersten KricgsjaJirc gab. cs in Rußland, Polen, Litauen und Galizien bei vorsichtiger Schätzung mindestens zehntausend jüdische Familien, die bereit waren, umnittelbar nach Friedensscliluli nach■ Palästina überzusiedelii, vorausgesetzt natürlich, daß eine eunopäischc Verwaltung das alte türkische Regime ersetzen würde. Das waren die den Mittelstand bildenden ,,Banlebatim“, die in jenen Tagen ein Durchsduiittskapital von zehn- oder fünfzehntausend Dollar besaßen. Sie bildeten ein ausgezeichnetes Kolionistcnmatcrial, weil sie geschäftstüchtig,.hilfsbereit, weder zu Jung noch zu alt waren und Ausdauer hatten. Viele von ihnen hätten sich sogar nicht einmal von den Hindernissen absciirecken lassen, wie sic Mr. X., von dem wiroben gesprochen haben, begegnet sind. Aber jetzt ist die Kolonisations kraft dieses ausgezeichneten Mcnschemnnterials vernichtet worden. Sogar diejenigen von ihnen, die sich diesseits der russischeu und ukrainische» Grenze befinden, sind in bezug auf die Privatinitiative in Palästina liilflos. Die Leute in den westlichen Ländern, fürchte ich, begreifen nicht, welche Tragödie der Niedergang der osteuropäischen Währungen bedeutet. Ich habe das mir durch persönliche Erfahrungen kciincngdemt. Nach dem Karlsbader Kongrell verbrachte ich auf einer Tour zehn Tage in Tirol und Oesterreich. Ich schlief in Hotels, hatte gutes Abendbrot und Frühstück und blieb die letzten Tage in Innsbruck, wo icli Theater usw. besuchte. Wahrend dieser zehn Tage verbrauchte ich, wenn kh alles ciivberechne, weniger als einen Dollar oder gerade fünf Schilling, ln Palästina sah ich Leute aus Wien mit österreichischen Millionen ankonmien, deren Hotelrech• iiungeii für den ersten Monat, in ägyptischen Pfunden ausgeilrückt, so stark anwuchsen, daß für ihre Privatinitiative wenig blieb. Hier iniilltc der Keren Hajessod cintrctcii und seine zweite Rolle spielen, nämlich die des A 111 e i 11 e f 011׳ d s. Es wäre unverantwortlich von uns, wenn wir von' dem zionistischen Mittelstand, der als kolonisatorisches Element genau so wichtig ist wie die Chaluzim, keinen Gebrauch machen wollten. Ihre Ein- Wanderung und Ansiedlung unter den gegenwärtigen Verhältnissen muß vielmehr von einem öffentlichen Foml9 finanziert werden, wobei cs natürlich ist, daß das System der Darlehen beobachtet werden muß. Wenn wir das Budget des Keren Hajessod analysicrcn, werden wir sofort die beiden Elemente entdecken, die hier unter dem Namen ״Dampfwalze“ und ״Aiileihefonds“ beschrieben worden sind. Es leuchtet ein, daß beide beabsichtigt sind, um den Mauptgegem• stand, die Privatinitiative, zu fördern. Der Keren Hajessod ist (nicht die ״verkehrte Methode“ der Kolonisation; er enthält vielmehr die richtige M e 111 o d e, die praktisch und Wissenschaftlieh zugleich ist. Diese Methode entspricht nicht nur den Forderungen unserer Zeit, sondern auch den besonderen Bedingungen Palästinas ׳und der verschiede• nen Typen der jüdischen Pioniere. Ein Jubiläum zionistischer Arbeit Am 21. Mai waren 25 Jahre vergangen, seitdem der bekannte Führer des gaiizischcn Zionismus, Herr Dr. O s i a s Thon, seine zionistische Arbeit in Krakau begonnen hat. Der Name Dr. Thons ist weit über sein engeres Wirkimgslnnd hinaus in der zionistischen Welt bekannt, geworden. Dr. Thon hat in der zionistischeu Bewegung und auf den Kongressen stets eine große und beachtete Rolle gespielt, und wiederholt ist es ihm gelungen, im Verlaufe der Kongresse auf die Entwicklung der zionistischen Angelegenheiten entscheidenden Einfluß zu gewinnen. Die Hauptbedeutung Dr. Thons bestellt aber in seiner erzieherischen Wirkung auf eine ganze Generation galizischcr Zionisten. Dr. Thon hat stets auf dem schwierigen Krakauer Boden und trotz, der Gegnerschaft der antizionistische!!׳ Gemcinclegrößeii in der unerschrockensten | Weise von Kanzel und Kcdcpujt die zionistischen Oe- { danken yerkündet. Er hat einer zahlreichen Jugend I die leuchtende Größe der zionistischen Idee ins Herz zu pflanzen verstanden. In der letzten Zeit ist Dr. Thon ' iin iiuierpolitisehen Leben stark hervorgetreten und 1 wurde bekanntlich bei den ersten Wahlen in den pol- I nischen Sejm gewählt, wo er seitdem an der Seite von Grünbaum die jüdische Sache verteidigt. Wie wir erfahren, wird anläßlich des 25 jährigen zionistischen! Jubiläums Dr. Thons in Krakau eine Festsitzung statt- ( finden, an welcher 27 zionistische Institutionen und Vereine teilneiunen werden. Eine Sondernummer des j Krakauer zionistischen Tageblattes ״Nowy Dziennik“ 1 wird diesem Jubiläum gewidmet sein. Außerdem soll 1 dem Jubilar eine Bauparzelle in Palästina zum Geschenk 1 gebracht werden. Wir schließen uns den Glückwünschen ן seiner engeren Landsleute an und wünschen Dr. Thon, 1 daß ihm noch viele weitere Jahre rastloser zionistischer Tätigkeit im Dienste unserer Sache beschicden sein mögen und daß seine Tätigkeit für sein Volk ihren 1 würdigen Abschluß im Lande unserer Hoffnungen finde. Wer ist Petlj'ura? Eine interessante Feststellung In der ״Voss, Zig.“ berichtet der Spezi:ilkorrcspomient, den das Blatt in die Ukraine gesandt hat, Colin Ross, in einem seiner Briefe über die politische Lage in der Ukraine, die in Deutschland falsch beurteilt werde. Er schreibt: ״Die ukrainische Emigration und das halbe Dutzend ukrainischer ,Regierungen‘, die sich heute alle im Auslände auihaltcn, haben das ihre dazu beigetragen, die öffentliche Meinung in Deutschland ztr verwirren, so daß heule bei uns kein Mensch weiß, wer in der Ukraine eigentlich regiert, ja ob cs so etwas wie die Ukraine überhaupt noch gibt. Wenn allerdings das deutsche Auswärtige Amt die gleiche Unkenntnis vorschützt und diese noch dadurch unterstreicht, (lall es die Berliner Gesandtschaft der 1' e 11 j u ra - R eg i e r ti 11 g als die offizielle ukrainisdie Vertretung noch immer anerkennt, so gibt es dafür keine Entschuldigung, denn die WilhebnstralSe hatte sich durch eine ganze Reihe halbamtlicher Institutionen,' insbesondere durch die Stellen für die deutsche Gcfaitgenctifürsorgc, sehr wohl über die wirklichen Machtvcrhältnissc in der Ukraine orientieren können. Seit etwa Jahresf r i s t hat in der g .1. ־ z e n Ukraine der Kampf mit der Gegenrevolution aufgehört, und es gibt praktisch nur eine Mac 11t, die der U.S. S. R., der ukrainischen so/ialistischen Sowjetrepublik. Alle ihr feindlichen Regiernngen, mögen sie nun Dcnikin oder Petljura oder Machnow heißen, befinden sich heute im Auslande. Nicht eine einzige von ihnen hält einen Fußbreit ukrainischen Bodens besetzt oder hat auch nur nennenswerte A 1111 ä 11 g c r s 1:11 a f t im Lande. Es ist natürlich durchaus möglich, daß Wränge! oder Petljura von Polen oder Rumänien aus, mit finanzieller oder militärisclicr Unterstützung der Entente, einen neuen Einfall in ukrainisches Gebiet unternehmen, allein es erscheint völlig ausgeschlossen, daß sie d n 11 e r 11 d c 11 Erfolg e r r i 11 g c n k ö 11 n c 11. Meine Ansicht von der Festigkeit der bolschcwistisehen Herrschaft in der Ukraine stützt sich nicht nur auf eigene Beobachtung, sondern in gleicher Weise auf die Urteile gerade der Gegner der Sowjetrcgiertiiig. Sie mögen noch so sehr über die gegenwärtige Regierung schimpfen, eine Aemlerung hielt nicht einer für möglich, mit dem ich sprach.“ Wir glauben, daß diese Beurteilung eines gewiß nicht bolschewistcnfreiindlidien Beobachters in einem gewiß nicht .bolschewistcnfreiindlidien bürgerlichen Blatte nicht mir sehr interessant ist, sondern auch gerade für die z ion i s ti scli e Öffentlichkeit von großer infonnativer Wichtigkeit ist, aus Gründen, die anzuführen wir uns ersparen können. Besonders bemerkenswert ist, daß nach diesem Bericht Petljura bereits seit einem Jahre überhaupt nicht mehr in Frage kommt. Die Immigration nach Südafrika Johannes 1! nr g. (J. C. B.) Uebcr die Behandlung der jüdischen Immigranten, die in Kapstadt angc* kommen "sind, werden traurige Tatsachen bekannt. Man verfährt mit den jüdischen Immigranten ganz so, wie mit. den indischen Emigranten, obgleich sie im Besitze aller notwendigen Papiere sind, die sie zur Landung beredttigten, und beweisen konnten, daß sie von Verwandten, die schon in Südafrika ansässig sind, eingeladen wurden und also dem Staate nicht zur Last fallen können. Die südafrikanische jüdische Vertretcrversammlung hat sich mit der Angelegenheit beschäftigt und viele jüdischen Institutionen haben sidi mit Parlamentsmitgliedern diesbezüglich in Verbindung gesetzt. Augenblicklich wird eine Geldsanimlung veranstaltet, um ein Emigrationsbüro in Kapstadt etablieren zu können. Polen Die jüdische Zentralkasse für kooperativen Kredit Wie der W. M.-Z. aus Lemberg berichtet wird, hat am 23. April dortsclbst die zweite gemeinsame Sitzung der Verwaltung und des Aufsichtsrates der Zentralkasse für kooperativen Kredit stattgefunden. Nachdem alle nötigen Vorbereitungen zu der Eröffnung der vom Joint geschaffenen Kasse bereits getroffen sind, konnte die Versammlung beschließen, schon in den nächsten Tagen die Tätigkeit der Zcntralkassc zu eröffnen, welche ihren Sitz in Warschau haben wird. Es wurde unter anderem beschlossen, daß als Mitglieder der Zcntralkassc für kooperativen Kredit nur solche Leih- und Sparkassen aufgcnommeii werden können, welche sich bereits einer gründlichen Revision unterworfen 11:1 heu, im Falle diese ein befriedigendes Ergebnis gehabt hat. Zu diesem Belmfc sollen sämtliche jüdischen Kredithassen in Polen in den nächsten Tagen revidiert werden. Die Zentralkasse wird in jeder Stadt bloß an einen Kreditverein, der als der Beste befunden wird, Kredit erteilen. Eine Ausnahme in dieser Beziehung soll nur in Warschau gemacht werden. Die Kasse hat hauptsächlich den Zweck, den jüdischen Kleinhändlern und Handwerkern zu Hilfe zu kommen und die bestehenden Leih- und Sparkassen zu wirklichen Volksbanken ausgestalten zu helfen. Außerdem sollen in ihr die Spareinlagen der jüdischen Massen zentralisiert werden. Die jüdische kooperative Bank in Warschau Warschau. (J, C. B.) Eine große, auf kooperativer Grundlage sichende jüdische Bank ist in Warschau eröffnet worden. Die Zahl der Mitglieder beträgt 486. Die Mitglieder haben bereits eine Summe von 100 Miß, polnischer Mark als Gründungskapital eingezahlt.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.