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Jüdische Rundschau · 1922-04-28 · Heft 34 (28.4.1922) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 34 (28.4.1922)
Date
1922-04-28
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 216 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr..h jslr. 34 Der Fall Naumann Ein Schlußwort Von Felix A. T h e i 111 a b c r. Herr Dr. Naumann, Hauptmann d. R., wie er sich gerne unterzeichnet, gibt ein Mitteilungsblatt heraus, das man nur sehr schwer zu Gesicht bekommt Fs ist ‘schade darum. Demi seitdem der ,,Schleimet" eiligegangen, hatte es den Anschein, als ob kein Ersatz dafür da war. Der Hauptmann d. K., Naumann, gibt ein Schleiniel- Surrogat heraus und lallt den allerdings unfreiwilligen Humor gleich in der ersten Nummer des Blättchens des Verbandes nntionuldeutscher Juden zu Wort kennlueu. liier hat ein Dr. B. Rosenberg das Bedürfnis, Einstein zu entlarven. Fr schreibt also: ״Fine Theorie, schwer verständlich selbst für die besten unter den Fachleuten — eine wissenschaftliche Tat, deren praktische Folgen für das Leben der Menge in keiner Weise erkennbar wurden! Und dennoch ein üctronuucl und ein Geschrei, als sei es der Chemie gelungen, märkischen Sand in Finmachezucker zu verwandeln oder aus vorjährigem Laub brauchbare Kleiderstücke herzustdlen. Macht Einstein, dessen wissen- Schaft liebe Leistung ich nicht zu beurteilen vermag und dessen Bedeutung ich ganz gewiß nicht verkleinern will, eine Ausnahme von der Regel, daß der Prophet nichts in seinem Vatcrlande gilt? Oder regt sich das Bedürfnis nach IkUlcnverehrung ihm gegenüber deshalb so stürmisch, weil, um einmal iin Tone der ,deutsclivölkisclicn‘ Presse zu reden, dieser Prophet dem alten Testament angehört?‘ Seien wir ehrlich das ist die Quelle für einen erheblichen Teil seines Massenruhmes. Dieselben Leute, die empört sind, wenn Antisemiten nach einem Falschtnimzerprozeß, in dem 00 von 100 der Angeklagten Juden waren, in sicherlich unberechtigter Verallgcineinerung sagen: ״Die Juden sind" dieselben Leute jubeln, wenn sie von Einstein sprechen: ,Wir Juden haben wieder einmal der Welt den Messias geschenkt.‘ Und die Rückwirkung? Fast überall, w0׳ ich mit Christliehen Freunden Gelegenheit hatte, über Einstein zu sprechen, fand ich Abneigung und törichte Verkleincrungssucht vor, so töricht, daß mir ein Mathematiker von Fach sagte; ,Einstein ■־ mein Gott, das sind doch alles nur Theorien!“ Als ob das koperuikanische Weltsystem eine Tatsache und keine Theorie wäre! Aber ob sachlich berechtigt oder nicht, diese Neigung, Einsteins wissenschaftliche Leistung herabzusetzen, wird psychologisch verständlich, wenn man das Geheul derer hört, die nicht müde werden, zu rufen: ,Ich verstelle zwar die Relativitätstheorie nicht, aber ich bewundere sie maßlos! * Daß die Zionisten, zu denen Einstein sich bekennt, seinen Ruhm propagandistisch ausmitzen, ist begreiflich und entschuldbar. Aber was zwingt euch, die ihr gekränkt seid, wenn man euch ,Zwischensehichtlor‘ nennt, dazu, ihnen Vorspann zu leisten. Seid ihr in tlie gleichen Verzückungen geraten, als die Mendelsclien Vercrbungstheorieu bekannt wurden, die vor der Einstcitvschcn, jedenfalls den Vorzug haben, auch dem Laien verständlich zu sein? Fühlt ihr nicht, daß ihr euch lächerlich macht, wenn ihr vorgebt, euch an abstrakten Formeln zu begeistern, die unter Tausenden mir einer versteht? Begreift ihr nicht, daß eure christlichen Mitbürger sich mit Widerwillen von diesem Schauspiel abwenden müssen, das ihr auffiihrt, nicht weil Einstein ein großer Gelehrter, sondern Weil dieser große Gelehrte zufällig ein Jude ist?“ So weif das offizielle Blatt der nationaldeutsehou Juden. Jedes Wort der Kritik an dieser dummdreisten Zeilen Schreiberei erübrigt sich wohl Bald darauf ließen Herrn Naumann und seine Genassen das Wutgcsehrei nationaler Blätter nichl mehr ruhig schlafen. Ich hatte nämlich die Verleumdungen der Ludendorff c tutti quanti über die jüdische Drückebergerei iiri Felde zuriiekgewiesen; ich konnte an der Hand der von den Antisemiten in Otto Arnims ״Die Juden im Heer" gebrachten Zahlen im ״Hamb, lsr, Pani.-Blatt“ dartun, daß nach Arnim am 1. November 1016 1111 r 2521 k.-v.-Juden reklamiert waren, neben 26dl g.-v.- und 1850 a,-v,-Juden, während in derselben Zeit sich f>2 272 Juden beim Heere befanden. Gegenüber den grofeu Zahl von Gefallenen, Verwundeten und Erkrankten spielt also die Zahl der reklamierten Juden eine so untergeordnete Rolle, daß ich selbst über die niedrige Ziffer erstaunt war. Das Geschrei der Antisemiten hatte eine viel größere Anzahl erwarten lassen. Wir haben keine Auszählung der reklamierten Christen, die wahrscheinlich einen viel stärkeren Prozentsatz der reklamierten Nichljmlei» (in der Landwirtschaft und Industrie) ergehen düiite. Als Jude, der ich die historische Wahrheit höher als die Tugend, unter חווgerechten AuwiirCcn zu leiden, schätze, erlaubte ich mir zu bemerken, daß ich selbst ״F alle von Feigheit bei aktiven Offizieren“ schamlosester Art gesehen hatte. ״Die. geringste Verletzung, harmlosestes Unwohlsein, Aerger im Dienst, unbequeme Vorgesetzte waren willkommene Anlasse, sich aus der Front hcrauszustehlen, um daun Jahr und Tag gesund und wohlgemut im Ersatzbataillon den weiteren Krieg im dortigen Kasino zu ülferstelieii!“ Diese Abwehr unberechtigter und infamer •Verleimtdüngen, die gegen die Juden als Drückeberger in ihrer Gesamtheit sich ridtteten, verlangte, daß den nationalen Kreisen auch einmal i )1 r Spiegel vorgehaJten wurde. Kein Mensch kann auf den töriditen Gedanken• kommen, alle Offiziere als Feiglinge zu bezeichnen, andererseits haben mir viele Zuschriften ihre Zustimmung und ihre Er- Icbuissc, ihre Erfahrungen und' ilirt Empörung darüber zu,׳;eben lassen, daß auch ■sie eine große Zahl von schamlosen Drückebergern bei Nichijudcn und bei nichtjüdischen Offizieren beobachteten, so daß man die Drückebergerei nicht als eine rein semitische Anschauung ansehen kann. i lerr Naumann aber setzte sielt an seinen Schreibtisch und schrieb im Militärwochenblatt, er mißbillige meine Ausfälle und protestiere gegen die Fälschung der geschichtlichen Wahrheit! Es ist eine Unverfrorenheit, wenn Naumann davon spricht, ich hätte die Drückebergerei der niehtjüdisehen Offiziere verallgcmciwert. Da ich ausdrücklich davon sprach, ich hätte ״Fälle von“ Drückebergerei gesehen, so ist es für jeden normalen Menschen, der eine mittlere Schule besucht hat, klar, daß ich nicht von der Allgemeinheit sprach, sondern von Fiuzelerlehitisseit. Der Hauptmaim Naumann, der als Jurist die Pflicht hätte, sich einen Artikel, den er zu widerlegen Fingerübungen macht, ordentlich .iiizusehen, hätte auch den Sinn des Artikels verstehen können, wenn . . . worauf wir noch zu sprechen kommen. Trotzdem schloß sich Na1:!nn!m den Angriffen der Antisemiten an, die von jüdischen Verleumdungen sprachen. Es fiel ilun gar nicht ein, sieh darüber Rechenschaft ab/ulegen, daß seine Sätze: ״Wir sind weit entfernt davon, Einzelfälle von Pflichtvergessen־ heit der Gesamtheit zur Last zu legen“ auf gut deutsch so ausgclegt werden können und »missen, als ob irh der iiiditdiristlidieii Gesamtheit Pflichtvergessenheit vorgeworfen hätte. Ein mir von einem Hamburger Anwalt angedrohter BcUidiguugsprozcß, den Offiziere gegen midi anstreng־ ton. ist leider unterblieben. Es hätte sonst Herr Naumann als Zeuge unter Eid aiissagen können, ob ihm k e i n e Fälle von Drückebergerei mchtjüdischer Offizieie bekannt waren. Er hätte dann auch Gelegenheit gel abt, vor Gcridit nadtzuweisen, wo von einer Verallgenieinvruiig und von einer Verleumdung des ges.unten Ofti/ierstanclcs in meinem Artikel die Rede sein könnte, Flcr/I hat bekanntlich einmal lesenswertes über ״Mauxchel“ geschrieben, ״Mausdiel hat immer die Vorwände geliefert, unter denen man uns anficl. Malische! ist der Fluch der Juden,“ ln einem Vergleich, in dem das ״Hamburger lsr. Fainilienblatt“ die Taktik der Naumanniancr •mit derjenigen Elias Cohns aus Stöckers Zeiten in Parallele stellte, ward Naumann zu einem Exemplar eines lebenden Mauschcl. Wenn sich Natun.-uui in idealer Konkurrenz mit den Tuten Mausdids Elia« Cohn, des Trabanten Stöckers, in vielem trifft, so ist doch das Wesen Naumanns aus einer anderen Quelle ' zu ergründen. Naumann iinnß der Arzt werten. IX'1111 was für ein Judentum vertritt Naumann? Vom religiösen Juden* tum!■erspürest du keinen Hauch bei ihm. Das Nationaljüdische ist ihm ciu Greuel. Bekanntlich haben alle guten Juden seit Jahrtausenden die Zusammengehörigkeit gepflogen, Lehre und Leben wirsen auf die ״Alliance Israelite universelle‘‘ hin, die im Zionismus und in der Agttu'ah naturgemäß ebenso in Erscheinung tritt, Naumann bekämpft die Geschidite. Er weiß nidtt, daß noch Goethe Jiddisch im Frankfurter Ghetto lernte, dal! die Mutter Heines sieh der jiddischen Spreche und Schrift in ihren Briefen bediente und Mcndctsohn in seiner Jugend Jiddisch sprach. Fr will die kurze Epoche des l'J. Jahrhunderts und die Assimilation für den ln• begriff des Judentums cinstelleu uiict verwechselt die AustriUsbcwegiing mit Judentum, den Abfall mit Ent* Wicklung. Was für ein |udentnn! lehrt Naumann? Kein religiöses, kein nationales ein deutsches! Worin bcstellt d׳c jüdische Komponente, wie soll sich diese entfalten, wie sich gestalten? Weil Naumann antisemitischen Geist in seine Blatte! gießt, glaubt er jüdische Politik zu betreiben, weil er sich wie Ahlwardt mit dem Judentum auseinandersetzt, vermeint er als jüdischer Führer anerkannt za werden. Naumann ist ein Mauschel, wie ihn Herz! sali, er ist ein verstudierter Hauptmaim, den nur der Psychiater richtig werten kann, ein neuer Don Quichote, der sich in der Luft ein Phantom malt, dieses Unsichtbare Judentum tu mit und tum gegen alle Feind!', seiner Phantasie Attacke reitet. Alle Phantasten auf der Welt, auch im Judentum haben Aufsehen erregt. Auch Sabbatai Zwi fand dummes Volk, das ihn anerkannte. Hemmungslos treiben be■ kaimtlich die Don Quichote ihr Unwesen. Und es mag 110dl längere Zeit kommen, bis die Welt erkennt, daß Naumann wir einem falschen Katheder doziert. Sein Fall gehört vor ein medizinisches Forum, lichte, und der, man kam! wollt sagen, einige!, 4, scheu erregte. Fr behandelte, ausgehend von der iq.[,, sduvciiiiiiting Berlins durch Ausländer und vor Ostjuden, die nach Meinung des Verfassers de kämpfende Gefahr der nationaljudischen Bewegung Deutschland, ihrer Propaganda bei der jüdischen J:!L'f f;u׳l)1mil « ist r DaraU ätllUUlT I ״>d1. clegeiihc ehrlich ,ugunger II Sie * rci1t von lultusgem l!cht ge st;iicrwcist Eine t |!tte mict (״Isländer Oege mekiieh! iJS ostjü! gt mir . igt doc , ,״es ni! Im üb |!s Ihren . ■;fi״ er egen Sie Vit‘, der ciinen R 1!esc (Ire cd Vcrt sich — j.umi noi Intet Zwi «ist, A Vcrblvndu u’scr. m jjüamme i wer ein |1hicksal, Folkev, l rer locke khicksal 1 üähine in :Innig a hüttelt י ■lenseti t : asseil Presseschau Die ,,Kölnische Zeitung“ vom 9. April bringt als Fntgegiumg auf Dr. Naumanns (auch von uns wiedergegeben.■11) Artikel ״Liegt Berlin noch in Deutschland?“ die nachstehende Zuschrift von Ralib, Dr, Emil Cohn in Bonn, übersclirieben ״Schicksalsgcinciuschaft“: ״So ist der Jüdisdiuatiomilc ein Feind des Deutschtums ... * ״Das jiidischuatiouale Element ist ein Fremdkörper im deutschen Volke wie nur irgendeine Gattung lusläudisclier Zuwanderer, aber es überwiegt sie alle au Schädlichkeit.“ ״Fühlen sic nicht, daß durch ein so unglaubliches Verhalten gerade die Bc Siauptung dev ,Deutschvölkischen1 scheinbar bestätigt wird, die Juden aller Richtungen hangen zusammen wie die Klette 1, und keinem Juden sei sein Vaterland mehr wert als seine jüdische Stammcsgemeinscliaft?“ - Diese Worte sind einem Aufsatz, entnommen, den Dr. Max Naumann, der Vorsitzende des Verbandes nationaldeutscher Jude״, in Nr, 212 der ״Köln, Ztg." veröffent . ■•י*«'.'( «c in 1C(J »eit Md dischc he Lenk ihrer zionistischen Frfolge im Kample um den *Äs■ Km Jut bau des iieucrwacheiidcn Palästina und schließlich l E-fitet fü seiner Meinung nach skandalöse Tatsache des ofü/tt!» j l‘‘,״ abm Empfangs des Zionisfenführers Dr. Wei/mami du!« den Vorstand der Berliner jüdischen Gemeinde, Werdem Aufsatz heute eine Erwiderung zuteil werden w so geschieht es nicht, um hier einer ganz bestimm!!. Sache ein Gewicht zu geben, die sie in Wirkhdik(. für die meisten der mibctaugcueii Leser gar nicht habekann, sondern aus dem harten Muß einer autgc/«us geilen Verteidigung heraus. Es sind gegen die Mdir zahl, fast kann man sagen gegen die Gesamtheit!!,.׳ deutschen Juden schwere Angriffe erhoben w0rd״t Darum ergreifen wir hier das Wort und ergreitm ,, für alle, und zwar in einer Erwiderung grumlsät/ln.v Art Jüdisduiational, deiitselinatioual! Man sollte d1״I. tige Worte erst auf ihr spezifisches Gewicht ()rufen ehe man sie braucht Von unserm Standpunkt hangt « ab, wie voll oder wie hohl sie klingen. Sind es nu: Parteiworte, so hol sie der Teufel miteinander! Je wahre, kernliaft deutsche Manu aber und jeder jo», ebenso wird mir zugvben, dal! diese Worte einen tium und reichem Sinn nur dann haben, wenn man sie a; lebendige Verwirklichungen von VqIk und Volk-! nimmt. Volk aber ist lediglich Schicksalsgemeinsch: und weiter nichts. Sagt man auch Bluts• oder Stammt gemeiusehaft oder Rasse oder Sprache, lebendig »erd׳ alle diese hohlen Begriffe . nur durch das Schick«! das sie tragen, verkörpern und verwirkliehen, liebera wo eint Gemeinschaft ein Schicksal trägt, da und da allein ist Volk, und ein wahrhaft nationaler \R~ ist ein Mann, der Volk nicht als Peitsche betrachtet, mit der man dem Pnrtcigegner um die Ohren kn;!l» sondern als das, was es wirklich ist, als sein Schick«! als den Behälter seines tiefsten und eigensten Weser, und als die Möglichkeit einer Lebensführung weiten! und höherer Art. ,Weil aber Volk mein, dein mul tma aller Schicksal ist, darum gibt cs mir ein cm/tp Kennzeichen des sein Volk wahrhaft liebenden Marm das ist die amor fati, die Liebe zu seines Volkes Schick s;tl, das sein eignes ist. Es gibt keine irgendwie durch Blut oder lieber lieferuug oder Religion oder sonst eine geistige Mach! zusammengekittete Gemeinschaft, der man mit größere |:er uusei Rechte den Titel einer Schicksalsgemeinschaft gebe!p’cr heilt! dürfte als die jüdische. Das erkennen selbst innert Feinde an. Wer will leugnen, daß hier die Jahn zählen, die beim Juden denn doch schon die Jahr tausende sind. Darum war es stets und ist es noch heute ein müßiger Streit um Worte, jener Streit tue und gegen das jüdische Volkstum; und den ״Jüdisch nationalen“ als Vogclschrecke ins politische ErbscnScW firner um stellen, ist ebenso unsinnig, wie es von der anderes ►undern Seite immec ein einfacher Partcirummcl war, als mar ►erstäntlr mit dem bösen ״Assimilanten" die jüdischen Kind« fon Syral schreckte. Wir sind alle Assimil,inten, und Alle habrsiif ur.te wir unser Judcnsdiicksal, d. h. unset jüdisches Volk I ich sie Aber freilich, wenn wir Juden in diesem Sinne, de! jedem Gemütvollen und Gütigen sogar ein sehr, sch־ tiefer religiöser Sinn ist, Träger eines Schicksals sind dann haben wir nicht nur ein Recht, sondern ist um von unserem Gotte sogar aufgegeben, zu jener am« fati, jener Schicksalsliebe durchzuaringen, die die wahre Adclsprobe jedes rechten Deutschen ist und darum auch jedes Juden sein muß, wofern er nur wahrhaft ei« Jude ist. Sollen wir hier den Beweis führen, daß der Vor sitzende des Verbandes uatioualdeutsclier luden!11•.•• amor tat! des Jüdischen nicht hat? Der {}roll -eine! Worte beweist genug. Ich weiß, ,was er antworten wird, wenn er diese Zeilen liest: ' Er wird uns bin weisen auf die Schicksaisgemeinschaft, die uns alle nri dem /usammcngebrochenen Vatcrlande in Not und Ver■ derben eint, Hinweisen auch auf die Schicksalsschwere die das heilige Gefall der Sprache jedem deutschen Munde kreden/t, und wird wieder und wieder rufen ״Deutsche sind wir, Nation,1ld.׳utscl1e sogar!", Fr möge seine Stimme dämpfen und leiser sprechen, denn er hat die tiefste Wunde der jüdischen Sedr bloßgelegt. Das ist der ״Riß des Hauses“. B id wahr, daß uns die Not des Vaterlandes alle eint, (B der Jude der Zerstreuung die Spracht■ seines 1 ף!11\ג aufgeuommeu und mit der Sprache fremdes Schick«! auf seine uralten Schultern nahm. Nie ist eine llkw so weit geflogen wie er, hat nie aus den ternde« und fremdesten Blüten so sich Honig geholt. Fs gehört seit hundert Jahren zu den Besonderheiten jmlrichw Schicksals, daß es auf eine ganz neue mul eigentümlich( Weise ״der Menschheit Schmerzen;1111 sich nahm“, wie der Prophet gesagt, indem er je nach der Scholl« die ihn trug, der Völker Schicksal aut sich tu11" in ihrem Mutterlaut, ihrer geschichtlichen Sorge, ihre' zeitlichen Not. Ich bin der letzte, der verkennt, ־״ das bedeutet. Aber cs ist kein Argument gegen mic״ Mir gilt das Leben über alles, ich verleugne es n'clrt auch wo es deutsches Lehen in mir ist Aber da# ז< in mir ist als deutsch und vielleicht lebendiger streite1״' in mir als in tausend anderen, die ״Deutsch" sch.•«(״ und nur - ״Nichtjüdisch1 meinen, das eben ist Sclw>■׳ sal in mir, u!1d als Schicksal ist es wieder — jücLscci | Ja, vielleicht ist nichts in seiner Hcutigkcit so eigen artig jüdisch als diese Doppelscitigkcit des Lebens tj mir, die ich gar nicht wcglcugiicn will, ja, der mit ■״ ihren Schmerzlichkeiten und Zerrissenheiten meine ho’’' Liebe gehört, meine Inbrunst und meine ganze gl.uibi.C1 Seele. In dieser -- nun, meinetwegen Zwitterhamri keit ist nur der verloren, der dem strömenden Lebe so wundersamer Wirklichkeit mit dem blöden Entwed«; oder der Entscheidung entgegentritt.!.eben aber "1ru gelebt, so wie es ist, und nicht entschieden. ., Damit bin ich am Schluß, und nur eines WCIP mir noch übrig: Ich frage hier jeden aufrechte deutschen Mann Volksparteiler oder Deutsduiaö®, nalcn oder Demokraten oder Wen selbst immer al sein Gewissen, ob er lieber mit einem Juden?11 tu haben will, der sein Schicksal liebt, wie es hier Ä ־ schildert wurde es grüßt in dem aufstrat)h'nac ,um ,ardruc 1üemeinsc l'rit* zild chaft, di! nenschen 1:11 vor ,11 Fall, I 'm jüdit :Herzens :Halbheit ri'ind mt ״;eh vre! n Feld! 1äbe, oh ■hm■ zu Tiger wi ■ itcrla!1( Das, •timiald;rennt, w Haften ,2 Hemd gc ׳u lassen ,ns Sie "1 den .. ■?estiftet Has Her : Ihnen zu Junge J nit stark W1 übe fcmpei, deutsche ״sehe Di ״och fr!« wir deul w oft t . Die* : '!•küsst. '1U'hrere smd. Aus ״, Am ^icns ji Eröffn tu! 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