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Jüdische Rundschau · 1922-04-28 · Heft 34 (28.4.1922) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 34 (28.4.1922)
Date
1922-04-28
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Seite 217 A Nr. 34 Nr. 34 JUEDISCHB RUNDSCHAU gfit־*’ Aut. Per lieber. V01 allem k 1״ be.!׳egiing j״ 11( י?!geiul jdc״ Aut! fehlte!» Uiv;olii/leilen W״ durcli N- Wenn irden s0|| festiininteii Tirk lichkeit Cht haben JffioAvun. 31c Mehr• ptln.‘it der worden frei len cs Isnt/licher Me derarrt prüfe״, lhängt es W es nur ־r! Jeder Wer Jude en tiefer« ln sie als :Volkstum ncinschaft (Stammesf werden ehicksal, Ueberall, da und ler Mann *®trachtet, Sn knallt, Schicksal, | Wesens 1 weiterer ind unser;•.ciii/igcs 1 Mannes, is Schick• r lieberje Macht ■gröllcrm ft geben it unsere ie Jahre Jie Jahr- * es noch Streit für »,Jüdischrbscnfeld anderen als man i Kinder Ie haben .es Volk, »ine, der ehr. sehr tals sind, t ist uns 1er amor je wahre •um auch •ha ft ein der Voren diese 111 seiner ntworten .uns hin-; alle mit und Vcr- (schwere, teilt sehen rr rufen: Seele is ist , da IS;indes ick saJ Biene ichc! nze des neuerwacheiKten jüdischen Palästina ebenso, 1 > in jedem Hoffnungsfunken, der seiner armen deut-!5״ Heimat lächelt, ja, den vielleicht aut eine ganz ‘1^jsclie Weise sogar die Erinnerung an mittelalter- L Leiden mit dem vereint, dessen Väter diese Leiden rcinst vcrursacht und gewollt -oder lieber mit 1 '־n Juden, der wohl ein wackerer und ehrlicher!״■ilcr für seine ■»deutschnationale jüdische Sache sein נ,, aber, ob deutsch oder jüdisch, seiner ganzen;,,jjjmg nach eben doch nur ein Mann ohne Schick- ' jst. * Darauf erwidert N a u 111 a 1111 in der gleichen imitier des genannten Blattes: Jch bin der Schriftleitung dankbar, daß sic mir (lfgenheit gibt, ihnen zu erwidern. Denn Sie sind , ehrlicher liegner, der den Mut hat, für seine Uebcr• iyfimgcn einzustclien. Wir haben nicht vergessen, ן Sie cor Jahren Ihr Amt an der — damals noch (t1t von Jiidischnationalen beherrschten — Berliner .jltiisgemeinde aufgegeben haben, weil man Ihnen cht gestatten wollte, die Jugend in Ihrem Geiste zu uterweisen. Eine tatsächliche Berichtigung zuvor: Sie sagen, ich alte mich gegen die Ueberschwemmung Berlins durch :(1)51,inder ,und vor allem Ostjuden‘ gewandt. Genau js Gegenteil habe ich geschrieben. Ich habe aus-;rucklich betont, daß unter den ,Gästen aus dem Osten* ostjüdische Element nicht überwiegt. Zweifellos fgt mir ein Irrtum auf Ihrer Seite vor. Aber er eigt doch, daß Sie schon beim Lesen meines Auf-;!;cs nicht ganz unbefangen waren. Im übrigen will ich, wie Sie selbst es tun, drei Worte as Ihren Darlegungen heraushebcu. Sie sagen von nem erwarteten Linwand, er sei ,kein Argument‘ |;e(׳cn Sie. Sie sprechen selbst von der ,Zwitterhaftig- I.V, der ,Doppclseitigkeit‘ Ihres Wesens. Und Sie fatnen mich schließlich einen ,Mann ohne Schicksal‘. iV$e drei Sätze zeigen, was uns trennt. ,Argumente‘ -ind Verstandesdinge. Aber nicht uin solche handelt « sich — wir kommen aus Gcfühtsbezirkeii, die sich aiini noch berühren. Mit Recht sprechen Sie von Ihrer Zwittcrhaftigkeit, von den zwei Seelen in Ihrer Brust. Aber ein Irrtum, eine gefährliche und tragische Verblendung ist es, wenn Sie meinen, dieses Doppel- »es;« müsse jedem eigen sein, der von jüdischem %mme ist. Nicht ein Mann ohne Schicksal bin ich,;kr ein Mann von anderem Schicksal als Sie. Mein Schicksal, das mich ganz erfüllt, ist das des deutschen Volkes, mit dem ich unauflöslich verwachsen, nicht ■iir locker verkettet bin. In Zeiten höchster Not, wie kr unseren, erweist sich, wohin der Mensch gehört, *er heute fähig ist, sein kleines Sonder- oder Gruppen- *hicksal liebevoll zu pflegen, wer am Schreibtisch seiner Kabine mit schmerzlichem Interesse an seiner Verinner- 4mg arbeitet, während das Schift vom Sturme־ gechiittclt wird, der mag persönlich ein achtungswürdiger •Itnsch sein, aber für die Oemeinschaft der Schiffswassen ist er unbrauchbarer Ballast, ist er ein seit- |«er und bestenfalls mitleidwcrter Kauz, der sich nicht!‘widern darf, wenn er für seine Eigenart so wenig!Verständnis findet wie Architncdes bei der Erstürmung cm Syrakus. Und wenn der Mann in der Kabine sich 1r unterfängt, anderen Schiftsgenosscn zu predigen, »ich sie dürften ihr zielsicheres Ciefiihl, das sic zu Pumpen ruft, durch spintisierende Erwägungen wterdriicKcn, auch sic dürften in der Stunde höchster pcmeinschaftsgefahr>am Kabinentisch ihre, ,Doppelseitig• kit' züchten, dann wird er der Feind der Gemeinchalt, die jede Hand zur Rettungsarbeit braucht. Ganz• ««!selten, Ganzdeutsche brauchen wir heute, nicht, wie tb vor Monaten einmal schrieb, ,Deutsche von Fall Fall, Deutsche auf Widerruf, Deutsche, solange nicht i* jüdische Gemeinschaftsgefühl ־an die Pforte ihres Herzens pocht‘. Halbheit ist heute weniger als nichts, Halbheit ist Feindschaft gegen das Ganze, und den;(ind meines geliebten Vaterlandes muß ich bekämpfen, i'ich wenn er mit mir von gleichem Blute ist, wie ich ® Felde den Franzosen oder Amerikaner bekämpft «be, ohne ihn nach Namen und Stamm zu fragen, he zu fragen, ob er ein Philosoph oder ein Steinjräger war, denn eines war er gewiß: ein Feind meines ritcrlandes, Bas, Herr Rabbiner Dr. Cohn, ist es. was die jationaldeutschen Juden von den Jüdiscnnationalen ״ennt, was sie auch trennt von der nicht minder zwitter- Wien ,Zwischenschicht‘, die deutschfremd und iebenslr«md genug ist, den Feind im eignen Lande gewähren lu lassen. Sie selbst kann ich nicht ,überzeugen‘, denn "55 Sie sagen, wurzelt tief "in Ihrem Gefühl. Aber * den Köpfen junger Menschen könnte Verwirrung!tstiffef werden, und der Kopf meistert gar zu oft W Herz. Darum rufen wir nationaldeutschcn Juden ״»en zu: ,Hände weg von unserer deutschen Jugend!‘ Iu»ge Deutsche wollen wir erziehen, Ganzmenschen »it starken Fäusten und starken Herzen, nicht schmerz• P1 über ihr ,Schicksal' grübelnde Zwitterwesen. Im ümpei, in der Zwiesprache mit Gott mag der mosaische ״wtschc Hebräisch reden und singen, wie der katho• »sehe Deutsche Lateinisch singt. Draußen, in der immer ®ch frischen Luft des einst freien Deutschlands, wollen v,r deutsche Lieder singen, vor allem das alte, gute, ,o oft geschändete Lied: Deutschland über alles 1“ I». Bie Redaktion der ״Köln. Ztg." erklärt, damit die ״!skussion schließen zu müssen, obwohl ihr noch ״ehrcre Zuschriften zu derselben Sache zugekommen mQ. m erhafti«• H Lebe« Btweder־!er \vi «1 bleibt jf rechte« Ichnatio• .״« •־f 1711 tU« Bier %e' Bjlendcr» Aas der Jüdischen Sportwelt Aus Wien wird uns berichtet: Sonntag wurde der neue, an der Peripherie lens gelegene Hakoah-Sportplatz eröffnet. Die Hoffnung des neuen Sportplatzes, der mit einem Aufande von über 30 Mi!l. Kronen aufgebaut wurde, be t .et.für die jüdische Sportjugend Wiens ein großes üugnis und erfolgte unter großen Feierlichkeiten. - den letzten Sieg der Hakoah über den lang österreichischen Meisterklub ״Rapid“ hat die Iflischc Mannschaft die Führung in der Österreich»• "«n Fußballmeisterschaft übernommen. Ziordcticcho Die■ Haager Oppcsitionskonfcreaz Presscstimmcn. Wir nehmen an anderer Stelle zu dein Manifest der Haager Oppositionskonferenz Stellung mul geben hier einige Presscstimmcn aus dem eigenen 'Lager der Opposition wieder, ln der ״Hatikwah“, dem Organ der belgischen Zionisten, schreibt N. T. (Torczyuer) nach einigen Bemerkungen über die A,-C,־Sitzung, worin er besonders die Resolution bezüglich der Oppositionsgruppe Marmorek tadelt und nach einem Ausfall gegen den Artikel Julius Bergers in der Rundschau, über die Haager Konterenz: ״Im Haag haben sich einige Vertiefer dieser so verunglimpften Opposition versammelt. Sie erhoben sich über alle persönlichen Angriffe und wandten sich den positiven Fragen zu. Sie haben versucht, ihren Forderungen eine konkrete Form zu geben, um zu beweisen, daß sie nicht Opposition um jeden Preis treiben, sondern daß es sich für sic darum! handelt, bestimmte positive Punkte durehzusetzen. Dadurch haben sie eine wichtige zionistische Arbeit geleistet. Sie haben erklärt, daß ihre Hauptsorge die Erhaltung und Stärkung der Organisation ist. Dadurch unterscheiden sic sich von jener Opposition, die einst eine große Zahl unserer heutigen Führer gegen Herzt mul Wolffsohn gemacht haben. Sie haben nicht im Sinne, wie cs die berühmte Konferenz von Charkow getan hat, sich den materiellen Opfern für die Bewegung zu entziehen. Sie wußten, daß sogar Sokolows Wort aus der Wolffsohn-Zcit ,er werde Disziplin gegenüber der Idee, aller nicht gegenüber Personen halten, nicht ausreicht. Es soll keinen Kampf gegen Personen geben, es gibt nur einen Kampf gegen ein System. Die Kritik des Systems genügt nicht, man muß konkrete Forderungen stellen, deren Durchführung ein neues gesundes System sichert, das die Einheit wiedefherstclkn kann, was wir alle tür'uotwendig in der Bewegung halten.., Die Diskussion über das Manifest soll ebenso positiv bleiben, wie es das Manifest selbst ist... Ehe zionistische Bewegung ist durch die inneren Kämpfe sehr erschüttert, daher müssen diese überwunden werden. Das kann aber nur dann der Fall sein, wenn alle Parteien das Bewußtsein haben, daß das Wohl unserer Sache über aller Diskussion stehen muß. Wir können uns nicht in einen Kampf!um Schlägwörter einlassen. Die Parole ,Der -Keren Hajessod und seine Gegner, Feinde des Zionismus' ist falsch. Sie trifft nicht den Kern des geistigen Kampfes, sondern nur seine Nebenersebeinungen. 73er Kern ist gegeben durch die Methode, die wir anwenden werden zur Lösung unserer schwicrigen Aufgabe, des Aufbaus unseres Landes, Diese Aufgabe ist so ungeheuer schwierig,... daß wir keine Methode ablchncn dürfen, ohne sie erprobt zu haben. Eben darum dürfen wir uns nicht an Schlagworte halten. Der Keren Hajessod ist nicht der Aufbau Palästinas, er ist nur ein Mittel zu diesem Zweck. Selbst wenn. er fehlschlägt, müssen wir die Arbeit in einer neuen Form Wiederbeginnen. Das Ziel ist uns wichtiger als das Mittel. Die Idee des Zionismus ist nicht verbunden mit dem Wort ,Keren Hajessod‘, sondern mit dom Aufbau einer nationalen jüdischer» Heimstätte in Palästina, Das bedeutet aber nicht, daß wir uns heute der ma* tendiert Opfer für die Aufbauarbeit entziehen wollen, weil uns das gewählte Mittel nicht gefällt. Dies 9011 uns nur dazu veranlassen, bessere Wege zu suchen, während wir gleichzeitig unsere materiellen Leistungen voll erfüllen. Unser Ziel bleibt das gleiche, und hier soll sich unsere Einigkeit zeigen. Wir wissen, daß die imgdteure Arbeit das ganze jüdische Volk braucht. Die alte Wahrheit gilt noch immer, daß wir das jüdische Volk zionisicren müssen durch alle erdenklichen Mittel. Wir sind stärker geworden, aber nicht genügend stark. Wir haben die rein propagandistische Periode hinter uns, aber die Propaganda muß weitergehen... Wir sind kein Sammelapparat, sondern wir sind die Renaissance-Bewegung des jüdischen Volkes, die Sucher des Weges in eine bessere Zukunft. Uebcr allen Streitigkeiten des Tages schwebt unser großes Ideal,,. Mögen die Stürme, die jetzt die zionistische Bewegung durchbrausen, die Atmosphäre reinigen zum Wohle unserer Bewegung.“ Im ״Jcwish Chronicie“ erwidert Herr J. H. K a 11 n auf die bereits in einer unserer letzten Nummern wiedergegebene redaktionelle Bemerkung der Zeitschrift. Er betont zunächst, daß die Konferenz nicht geheim war, •sondern daß nur die Presse von der ersten Beratung ausgeschlossen war. da sie sich vorwiegend mit einer Besprcchung der schweren Angriffe gegen die Leitung beschäftigte. Kann.stellt in Abrede, daß die Opposition die zionistische Bewegung gefährde, vielmehr meint er, daß deren Existenz durch die heutige •Leitung gefährdet wird. Schließlich akzeptiert Kann die Bemerkung des ״jewish Chronicie“ über die ״Adullam-Höhlc‘‘. Auch Davids Gefolgschaft sei damals nicht gering gewesen, und die Zukunft hat ihm recht gegeben. Dazu bemerkt der ״jewish Chronicie“, daß die unmittelbare Folge der Adullampolitik zu Davids eigener Trauer ein Angriff der Philister gegen Saul war, und ״gerade dies ist es, wovor wir Herrn Kann und seine Mißvergnügten gewarnt haben. . . . Uebrigcns kann zu Davids Gunsten wenigstens angeführt werden, daß er den Saul absetzen und an seiner Stelle herrschen wollte. Herr Kann hat, des sind wir gewiß, keine derartige Entschuldigung für seine Adullamverschwörung im Zionismus.“ Auch das Pariser Organ ״L' Echo S i o n i s t e“ preist die Haager Konferenz als einen Markstein in der Geschichte des" Zionismus. Es wird dort nach den dem Stile dieses Blattes angemessenen Ausfällen gegen die bestochene Presse und die bezahllcn Beamten der Leitung ein Vergleich gezogen zwischen der Taktik der Brandeisgruppe und jener der Mannorekgruppc. Die Opposition könne •entweder sich vom Kampfe zurückzicnen, wie die Brandeisgruppe, oder den Kami»! bis zum Umsturz des ganzen Gebäudes von Bluff und Bürokratismus durchführen. Bei der letzten A. C.-Sitzung Habe man mit Lob für die Brandeisgnippe nicht gespart, um die Marmorckgruppe ins schlechte Licht zu setzen. Aber, 90 schreibt das Blatt, anstelle unserer Führer wissen wir nicht, was wir vorzögen, die kalte Zurückhaltung der Brandeisistcn oder die heftigen Angriffe der Marmorekisten. Sodann kommentiert das Blatt das Haager Manifest und erklärt, das Programm müsse zur nächsten Konferenz im Detail ausgeführt werden, inzwischen jedoch müssten sich alle Gruppen der Oppisition vereinigen. ״Veraltet.“ Das offizielle Organ der amerikanischen Zionistischen Organisation ״The New Palcstine“, schreibt unter Bezugnähme auf die Sitzung des Großer» Aktions-Komitees ' in Berlin; ״Wir haben! bisher aus zwei Gründen zu dieser Sitzung nicht. Stellung genommen: 1. weil wir den offiziellen Bericht noch nicht erhalten haben, 2. weil wir das Gefühl haben, daß das Große Aktions-Komitee als gesetzgebende Körperschaft für alle praktischen Zwecke eine überflüssige und kostspielige Einrichtung geworden ist. In Karlsbad wurde der Versuch gemacht, die Leitung der Zionistischen Organisation zu vereinfachen. Trotzdem eine große Zahl von t>elegierten damit übereinstimmte, schlug der Versuch fehl. Dennoch( wird es immer klarer, daß die Organisation si-ch nicht den Luxus eines jedes zweite Jahr zusammentretenden Kongresses, einer Jahneskonferenz und vier Jahrcsver- Sammlungen des Großen Aktions-Komitees leisten kann. Für alle praktischen Zwecke sollte das unmittelbare Zwischenglied zwischen Kongreß und Exekutive die Jahreskonfereuz sein, welche‘ als Versammlung der Vertreter aller Landes- und Sonderverbände praktisch die gleiche Autorität hat wie der Kongreß, mit Ausnahme des Rechtes, eine neue Leitung zu wählen. Der Jahreskonterenz, die im Sommer zusainmentreten muß, 90 daß alle •zionistischen Vertreter imstande sind, daran teilzunehmen ohne Zeitverlust für ihre eigene zionistische Arbeit, hätte die Exekutive ihren Bericht zu erstatten. Dabei könnten auch die Rechnungen geprüft und Riehtlinien für die Politik aufgestellt werden. Wenn während des Jahres die Politik der Leitung nicht befriedigt, dann könnte jeder Landes- oder Sonderverband seine Kritik und Vorschläge direkt der Exekutive unterbreiten, die für deren Beachtung der Jahreskonferenz und dem Kongreß verantwortlich ist. Aber cs ist verkehrt, anzunehmen, daß ein Gebilde wie die Zionistische Welt- Organisation viermal im Jahre Bericht erstatten kann, an vier Sitzungen teilnehmen kann, bald in Wien, bakl in Berlin, bald im Haag, und gleichzeitig eine leistung% fähige Körperschaft mit einer klarer» und kontinuierliehen Politik bleiben kann. Unsere zionistischen Freunde in Mitteleuropa scheinen darauf erpicht zu sein, ohne Unterbrechung eine Generaldebatte durchzuführen, und die Exekutive ist das Opfer. Sie scheinen zu meinen, daß die zionistische Tätigkeit alle drei Monate aufgchalten werden darf, damit die Mitglieder des Aktions-Komitees aus den einzelnen Ländern Zusammenkommen, und, ohne Details, außerstande, alle drei Monate ein klares Bild der i*olitik zu bekommen, sich in langen Reden über zionistische Angelegenheiten aussprcchen und auf Grund solcher Vorträge die Politik für die nächsten drei Monate festsetzen. Diese Art der Leitung ist veraltet. Es scheint uns an der Zeit zu sein, dieses überflüssige Arthängscl des zionistischen Apparates zu beseitigen." - Unsere amerikanischen Freunde irren, wenn sic meinen, ' daß die mitteleuropäischen Zioifistcn die Institution eines praktisch wenig leistungsfähigen Aktions-Komitees unbedingt erhalten wissen wollen. Gerade hier wird man für die amerikanische Argumentation Verständnis haben, vorausgesetzt allerdings, daß sich ein anderes System einer wirksamen demokratischen Kontrolle der zionistischon Arbeit ausfindig machen läßt. Zionistiiche Karst In London Der Joung Zionist Council in London ist, gemeinsam mit Vertretern der Englisli Zionist Federation, an die Gründung von systematischen zionistischen Kursen, die am 2. April eröffnet wurden, herangetreten. Die Kurse, die zunächst für die Dauer vor» sechs Wochen bestimmt sind, bezwecken, die aktiven Kräfte in den verschiedenen zionistischen Gruppen und It^titutkxnun mit den theoretischen und organisatorischen Kenntnissen für die aonistische Arbeit zu versehen. Das veröffentlichte Programm umfaßt folgende Vorlesungen: Herr Leo M o t z k i n: ״Wesen und Grundlage des jüdischen Nationalgcdankcns“; Dr. J. I). Brutzkus: ״Die Kolonisationssystemc in Palästina“: Dr. S. B e r n s t e i n: ״Die Schöpfer der Palästina-Bewegung im XIX. Jahrhundert“; Herr Israel Cohen: ״Die Entwickhmg der Arbeitsmethoden der Zionistischen Organisation, mit spezieller Berücksichtigung der Propaganda-Aufgaben in den cng 1 isch-sprechenden Ländern“; Herr Leon Simon: ״Die kulturellen Probleme der jüdisch-nationalen Bewegung“; Ficrr Leonard Stein: ״Die Prinzipien der Palästina-Verwaltung in ihrem Verhältnis zun» Mandat“. Ein nächstfolgender Sommerkursus, mit einer neuen Vortesungs-Seric, soll im Juni beginnen, ln dem Bericht an das Aufsichts-Komitee wird bemerkt, daß diese Kurse, die ihrem Charakter nach vorbereitender Natur sind, bei einer erfolgreicher» Durchführung, den Boden für den Ausbau und die Entwicklung der Kurse auf weit breiterer Grundlage vorbereiten sollen. Die Organisierung und Leitung der Kurse ist Herrn Dr. S. Bernstein übertragen worden. Legitimationen für Palästinafahrer Avis für alle zionistischen Organisationen! Alle zionistischen Organisationen werden darauf aufmerksam gemacht^ daß das Palästina-Amt in Berlin beschlossen hat, jedem Palästiniafahrcr eine grüne Legitimationskartc mit Bild auszuhämligen, in der vermerkt ist inwieweit jeder Palästinafahrer mit Geldmitteln versehen ist, und ob er es nötig hat, Unterstützungen in Empfang zu nehmen. Wenn׳ ein Palästinafahrer, der von uns abgefertigt worden ist, behaupten sollte, eine solche Legitimationskarte nicht erhalten zu haben, 90 ist anzu* nehmen^ daß er etwas verheimliche« will, was wir ln »ler Legitimationskarte vermerkt haben» ln solchen Fällen bitten wir, uns schriftlich oder telephonisch (Uhland 044, 845) anfrager» zu wollen.

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