Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 33 (25.4.1922)
- Date
- 1922-04-25
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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aüA• l**-״* יי1״״ייי ו«ווי*ח<ן wgw Seite 208 JUEDISCHE RUNDSCHAU Suwalki, dt11׳ Polen schnöde. gebrochen hat. Litauen ist anit Recht über das ]Kütiische Vorteilen empört und fuhrt Klage Sh״־» Völkerbund. Aber kann eine solche Klage gehört werden, wenn gleichzeitig der Beschwerde führende Teil sich des gleichen Vorgehens schuldig macht? Nicht die Entscheidung des litauischen Sejm, die noch nicht definitiv ist, weil die dritte Lesung der Verfassung noch bevorstellt, sondern die Tatsache, dati Treu und Vcrtrauen ini internationalen Verkehr auch unter solchen Vertragspartnern, die, wo es ihnen paßt, selbst darauf pochen, schnöde mißachtet werden, ist die deprimiere miste Lehre der litauischen Vorgiilige. Unbegreiflich bleibt nur, daß die Führer der litauischen Parteien sich über diese Wirkung ihres Vorgehens nicht rechtzeitig Rechenschaft ablegten. Es bleibt für ein derartiges Vorgehen keine andere Erklärung als das Durchbrechen des lange schon von verschiedenen reaktionären Seiten unterirdisch und offen genährten Antisemitismus. Unter gröblicher Verletzung verpflichtender Erklärungen will man zu nächst das jüdische Ministerium und das Recht der Sprache beseitigen und wird dann wahrscheinlich allmählich einen Stoß nach dein anderen gegen die jüdische Gleichberechtigung führen. Vielleicht meinen die litauischen Herren, daß Wilna schon für sie verloren ist und daß sic deswegen auf die Gefühle des Judentums keine Rücksicht zu nehmen brauchen. Eine solche Auffassung würde nur einen schnöden Opportunismus enthüllen und die litauische Regierung schlechthin vertragsunfällig machen. Des litauischen Judentums hat sich eine große Erregung bemächtigt, die sich in vielen Kuudgcbungen äußert. Das Judentum der ganzen Welt wird die litauischen Brüder in ihrem gerechten Kampfe unterstützen. Die dritte Lesung der Vcrfassung wird wiedergutzumachen haben, was die zweite Lesung in heillose Verwirrung gebricht hat Auf Erklärungen und Versprechungen kann man sich freilich nach den bitteren Erfahrungen nicht mehr verlassen, das litauische Judentum muß jetzt Garantie n fordern. Ohne solche Garantien wird auch die akute Krise, die durch die Demission Dr. Soloweitschiks entstand, nicht gelöst werden können. Nr. 33 Die Konstituante in Lettland gegen Minoritätsrecht das ■4. Jfckl יייךףן* treu וד0 XU*. f 0-n triU rl 0 m ‘י **®.•*mV Englische Schritte Wie aus der Beantwortung einer diesbezügliehen Anfrage Lord Robert Cecils durch den Vertreter der Regierung Mr. Chambcrlain hervorgeht, hat die englische Regierung Schritte ln der Frage der sogenannten A-Mandate unternommen. Von der amerikanischen Regierung sei eine Antwort eingelangt, die gegenwärtig geprüft werde. 111 Amerika hat sich ein spezielles aus Juden und Christen bestellendes Komitee gcbildet, um die Ratifizierung des Palästina-Mandats zu betreiben. Als Sekretär desselben fungiert Prof. Albert Putney, Dekan der diplomatischen Fakuität der Universität Washington, der während des Krieges im Staatsdepartement die Orientabteilung leitete. Putney wandte sich an die nichtjüdischeu Mitbürger mit der Bitte, das ,Komitee durch Petitionen für die schleunige Ratifizierung des Palästina-Mandats zu unterstützen. Die Kampagne der amerikanischen Juden New York. (J.C.B.) Am Sonntag, den 9. April fand hier eine Zusammenkunft von Vertretern sämtlicher jüdischen Organisationen Amerikas einschließlich des American Jcwish Committee und aller großer Orden statt. Zweck der Beratung war, die baldige Outheißung des Palästina-Mandates durch den Völkerbund zu betreiben. Es wurde eine Resolution angenommen, in welcher an den Völkerbund appelliert wird, das Mandat baldigst zu ratifizieren. Riga. (J.C. B.) Die lcttländische Konstituante lehnte den Passus des lettliindischcn Verfassungsentwurfes, der sich mit dem Recht der nationalen Minderheiten befaßt, in der dritten Lesung ab. Die Notlage in Rußland (J.C. B.) Die amerikanische Hilfsadministration vcröffentiieht einen Bericht, laut welchem alle Schichten der Bevölkerung Odessas, insbesondere ungefähr 100 000 Juden, ungeheure Not leiden. Die amerikanische Hilfsadmiiiisiration veranlaßte den Vorstand der jüdischen Gemeinde Odessas, Herrn J. Eidciberg, und den stellvertretenden Vorsitzenden J, A. Schebscheiwitsch, listen der notlcidci.dcn Juden aufzustellen und eine Kommission zwecks Hilfeleistung zu organisieren. Die große Not der Juden in der Ukraine und die Erkenntnis, daß sie nur durch stark konzentrierte und zentralisierte Tätigkeit aller jüdischen Hilfsorganisationen gemildert werden kann, führte in der letzten Woche in London zu einer gemeinsamen Besprechung zwischen Vertretern der Föderation ukrainischer Juden in England und Vertretern des ״Joint“ in Amerika. Anwesend waren 11. a. der amerikanische Direktor der Jointarbcit in Europa, Herr James M. Rosenberg, Dr. Boris Bogen, der jetzt im Begriff ist, nach Rußland zu fahren, Dr. Rosen, der jüngst in der Ukraine geweilt hat, und Schalom Asch, der ein Mitglied der Joint-Exekutivc ist. f lerr Rosenberg berichtete tilier die Zusammenarbeit des ״Joint*‘ mit der amerikanischen Hilfsadministration in Rußland und in der Ukraine. Aus seinen Darlegungen ging hervor, daß der ״Joint“ mit Hilfe dieser Adimnistrntion Lebensmittelpakcte im Werte von 1 Milliou Dollar an die jüdischen Einwohner in Rußland und der Ukraine gesandt hat. Diese Zusammenarbeit mit der amerikanischen Hilfsadministration halse dem ״Joint“ viele Administrationsarbcitcn erspart. Herr Rosenberg schlug vor, die englische Föderation der ukrainischen Juden solle die administrative Maschine des ״Joint“ für ihre Zwecke ausmitzen. Schalom Asd! betonte die Notwendigkeit der Organ!- sation einer allgemeinen allweltlichen Hilfsorganisation, um den Millionen vom Tode bedrohten Juden in Rußland wirksame Hilfe zu leisten. Die Palästina-Resolution im amerikanischen Kongp; New York, 19. April. (J.C. B.)!>״• y,. sitzende des Komitees für auswärtige Angelegt lieiten des amerikanischen Senats, Senator Lodjrt hat im Senat eine Resolution eingebracht für (|f| Gutheißung des Projektes der Errichtung einer ji dischen nationalen Heimstätte in Palästina gcina der B al f oti r- Dek 1 a ra ti o!1, New York, 18. April. (J.C. B.) Das Kommt für Auswärtige Angelegenheiten der Repräsentant(״. Versammlung wird am 19. April die Resolution des geordneten Hamilton Fish behandeln, die die iv.',״u־. stigung der jüdisch-nationalen Heimstätte in Ralisti־; fordert. Der Sekretär der Zionistischen C>1gaj1isatk,a Amerikas, Herr Louis l.ipsky, wird der Sitzung b! wohnen. Am Donnerstag׳, den 20. April, wird i־, Komitee für Auswärtige Angelegenheiten des Senate die von Senator Lodge eingebrachtc Resolution in ß, handlang ziehen, in der die amerikanische Regierm aufgefordert wird, das Projekt der Errichtung einer na tionalen jüdisclien Heimstätte gemäß der Balfour-D klarntion gutziihcißcu. Vertreter der Zionistiscltcn Organisation, der ין, dischen Kougrcßorganisation und der jüdischen Onkt werden der Sitzung beiwohnen und in Ansprachen du Senat auffordern, die Resolution zu billigen Wie hiesige jüdische Zeitungen bcrkulen, Iahe der bekannte jüdische Millionär Julius Roscnwakl au Chicago und der Präsident der Vereinigung der Reform rabbiner Amerikas, Rabbiner Kalisch, gegen eine As nähme der Resolution protestiert. Herr Rosenwald steliti in kategorischer Form in Abrede, daß er diesen Pro״׳, unternommen hat, während Rabbiner Kalisdi öffcntliA erklärte, daß es diesen Schritt unternommen habe. Kinderküchen in der Ukraine. Der jüdische Hüls» und Waisenfomts in J o h a n 11 i 81» u rg (Süüatnka) hat der Exekutive der Welthilfskonfcrenz eine Geldsumme überreicht, die ausreichen ■wird, eine Küche für 1.000 Waisenkinder in der Ukraine zu errichten und für die Dipier eines Jahres zu erhalten. Ebenso hat das zentrale jüdische Hilfskomitee in Buenos Aires (Südamerika) die jüdische Welthilfskonferenz beauftragt, auf seine Kosten eine Küche für 250 Kinder in der Ukraine zu errieht«!. Die beiden Küchen werden von der Weltliilfskonferenz in Zusammenarbeit mit der internationalen( Vereinigung für Kinderhilfe in Rußland errichtet werden. Sir Herbert Samuels Englandreise J erttsalcm, 21. April (J. C. B.). Der High Coinmissioucr von Palästina Sir Herbert Saihucl ist am Donnerstag, den '20, April von Palästina ab ge rc ist. Man nimmt an, daß er am 2. Mai in England eintreffen wird, Die ״Times“ schreibt: ״Sir Herbert Samuel kommt nach England, um die gegenwärtigen Problernc Palästinas mit dem Colonial Office zu erörtern. Wahrscheinlich wird sein Aufenthalt in England nicht länger als 6 Wochen dauern.“ Die Gerüchte über Rüclctrittsabsicliten Herbert Samuels London, 17. April. (J.C. B.) Der diplomatische Berichterstatter der ״Daily Mail“ veröffentiieht in seinem Blatt einen sensationellen Artikel über einen bevorstehenden Regime- Wechsel in Palästina, in welchem wörtlich gesagt wird; ״Wir erfahren, daß der jetzige High Commissioner in Palästina, Sir Herbert Samuel, infolge seines Gesundheitszustandes in nächster Zeit von seinem Posten 1 urückt rete 11 wird. ]11 London hört man verschiedentlich dahingehende Andeutungen, daß sich die Regierung mit der Absicht trägt, den Genera) Tudor zu seinem Nachfolger zu ernennen. General Tudor war bis vor kurzem das Oberhaupt der Auxiliary-Polizci in frland und die Uebertragung seiner Tätigkeit nach Palästina zugleich mit vielen Angehörigen dieser Polizeimacht werde in politischen Kreisen mit Beä 11 g s t i g u n g angesehen.“ Soweit die Auslassungen der ״Daily Mail“, die bisher von keiner Seite bestätigt werden. Wie andere‘ hiesige Zeitungen melden, haben sieh am 13. April vom Plymouth-Hafen weitere 800 Angehörige der irischen Polizei nach Palästina eingeschifft, um in die dortige Gendarmerie einzutrete!!. Im Zusammenhang mit dieser Nachricht erklärt die ״Times“: General Tudor, der sich demnächst nach Palästina begibt, wird Voraussichtlieh zum Leiter der Abteilung der öffentlichen Sicherheit ernannt werden.“ General Storrs reist nach England Jerusalem. (J.C. B.) Hier wird bekannt, daß der Gouverneur Jerusalems, General Ronald Storrs, sich noch im Laufe dieses Monats nach London be gibt, lieber den Zweck seiner Euglandreise ist nichts Genaues zu erfahren; cs verlautet aber, daß er dort seine Ferien zu verbringen gedenkt, Ein trinsjordanlscher Protest an den Völkerbunc Jerusalem. (J. C, B.) Die Scheichs aus Trans- Jordanien haben an de!1 Völkerbund das folgende Telegramm gerichtet: ״Die Einwohner Transjordaniens erheben energisch Protest gegen diejenigen Paragraphen in der Verfassung Palästinas, die Transjordanien betreffen und erklären, daß sie keiner Regierung gestatten werden, Gesetze und Regeln für Transjoidanien aufzustellcn, das ein unabhängiges, von Palästina gesondertc? Land ist und unter keinem Mandat steht.“ Die Times für Auflösung der Zionist Commissi(!! Der siebente Artikel des Herrn Grau- London. (J. C. B.) Im Beginn seines siebente Artikels in den ״Times" erklärt Herr Graves, d!׳ englische Beamte in Palästina befinde sich unter der Dop pell euer der politischen Z i o 11 i s t e 1 und der arabischen Nationalisten in keine: beneidenswerten Lage. Angefangen bei dem High-Cor inissioner Sir Herbert Samuel, den er als ״.lufricfit gen, unparteiischen und sympathischen Administrator׳ bezeichnet, bis zum untersten Beamten, ist keiner vc den Pfeilen der Kritik sicher. Die Opposition der poi tischen Zionisten gegen die englischen Behörden tr■ wäaist aus Ui rer streng eindeutigen Auffassung der Bai• founlcklaration. Zum großen Teil aber sei sowohl 4 Kritik der Juden, als auch die Kritik der Araber teil1 unbegründet, teils unaufrichtig, denn das muß anerkannt werden, die englische Herrschaft im Emde tu: große praktische Fortschritte erzielt. So sind z. B. «!• sdüedenc Gesetze in Kraft getreten, die die Lage der Bauern bedeutend verbessert haben; das Eiscnbahnsystcr ist modern ausgebaut, so daß es finanziell produktiv ist Viele Volksschulen und Gcrichtsstellcn wurden errichtet auch hat sich die sanitäre tage, sogar in den dicli!• bevölkerten Vierteln der großen Städte sehr verbessert Die Zahl hoher Regienuigsangcstellton in Palästina betni.: im Jahre 1921 129, unter denen sich 17 Juden befandet! Unter den 181 palästinensischen Beamten waren 83 Christen und 36 Juden. Unter den weniger wichtige״ Regicrungsposten seien 10 % christliche Beamten. 10• folge ihrer mangelhaften Schulbildung seien die Anbei in dem Beamtenstah nicht sehr stark vertreten. Der a c 111 e Artikel des Herrn Graves. In dem achten und vorläufig letzten Artikel über die Lage in Palästina zieht Herr Graves die Schluß־ folgerung aus allen vorangegangenen Artikeln und meint, die Lage in Palästina müsse sich in vieler Beziehun; verbessern, wenn England den g ־׳ ui ü ß i g » e 11 Zioniv intts im Gegensatz zu dem extremen politische״ Zionismus unterstütze. In einem längeren Leitartikel stimmt die ״Times״ diesem Vorschlag zu und erklärt ״. . . die Zionistische Kommission mit ihren politischen Zielen und exklusiven Privilegien muß zu existieren aufhören“. In seinem Artikel sagt Herr Graves noch: ״P* Ursache unserer gegenwärtigen Schwierigkeiten in P‘1' lästina liegen nicht in der Balfnurdcklaratkm, sondern in der Auslegung derselben." Ferner sagt er: ״P״ Zustand im Lande und die gegenwärtige Spannung, de vom militärischen Standpunkt nicht gefährlich, jedod! lästig sind, könnten bedeutend verbessert wenden, wen״ das Mandat ratifiziert, die zionistische Kommission aufgelöst und durch eine Jewish Agency ersetzt werden würde, die die Juden der Welt eher als die extremen Zionisten repräsentiere״ wird.“ Herr Graves befürwortet den Arfiad HnamKmns u״! seine Idee eines geistigen Zentrums in Palästina י״״ fordert die englische Regierung auf ״die Verwirf!; lichung der Hoffnung des großen Philosophen des jüd'־ sehen Nationalismus Achad Haarn zu fördern.“ werden aul die Artikelserie noch zurückkommen.) Lord seinerzeit Lord Rothschild In Walter Rothschild, in seiner Eigenschaft Palästina an den bekanntlich als Vizepräskient der englischen Zionistischen Organisation Baifours DckUrationsbrief gerichtet war, ist in Palästina eingctrofR״• Nr• Wät ,ctzt vor ,;״n end tinden v :unter a ,,raktisd Allzu üet;cliönste rungen : wenn w ranz ג nt äs bislte gewinnt tischen ' uns ge! arischer fjoiH'im *ondern herzuste Daß wirtsc Versti /י weit stimmut auf die nung zi ijcndcn I. Mai 1 nicht wi lenden a gewiss«! finde י* gerade von Gei rnf ji'uil daß die Bewolm einen C schlosse kchrung daß sie erstick ei einem ln n- und pfunden seiner f Förderte orthodo: de Haa einflußt Hörer e werden!estes, י Uet nLtiscl« werden diwere Voclven; wird. | Anseher wird de •eher U lmiä 'teilt 11c Assefat] CSSCS. E die dem Palästim ilurcli d ißcbige der Fra die Ih der Bn doxen I - die Land csv verstän< Kreisen volle S) samkeit '1׳Urch c 'ästinen Steuern dieses starke י Ein die wit ri sein! 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