Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 28 (7.4.1922)
- Date
- 1922-04-07
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 180 J U EDI SCH E RUNDSCHAU fr Nf. 28 fNr.2f Kalle» lehnt de» alten ״ostjiklisehe»“ Zionismus ab, vielmehr verlangt er für die .neue Zeit, die »ac eine praktische Aufgabe hat, den raschen Aufbau Palästinas, neue Arbeitsmethoden, neue Arbeitsformen, ein neues Programm (das Pittsbutghcr Programm soll das Basler Programm ersetzen), neue Mensehen. Die Zionistische Organisation nrnll entweder vollständig umgemodelt, durcli neuen ()eist, neue Anschauungen, neue Arbeitsmethoden den neuen gewaltigen Forderungen augepaßt werden, oder, wenn sie dies nicht kann, soll sie aufgelöst werde» und anderen Arbeit«* gemeinschafteii im Judentum Pia(/, machen. 1» diesem jeden Beweises entbehrenden Teil seiner Ausführungen wiederholt Kalten so ziemlich alle Beschuldigungen, die in der letzten Zeit die nmerikauisrhe Richtung gegen die Zionistische Organisation gerichtet hat. Er spricht hesonders scharf über die ״palästinensische Mißwirtschaft“, die durch die Kehler der dortigen von den ״Buchexperteu“ inspirierten Leitung verschuldet ist. Aber auch er scheint in vielen Sachen, wie B. in seiner Beurteilung Achad Hanois, gewissermaßen ein ״Buehexperte“ zu sein, so z. B. wenn er über Aehad Haam sagt, daß er unfähig war, ein/uschcn, daß eine freie und lebendige Kultur nicht die Quelle, sondern das Resultat eines organisieiten und bodenständigen Lebens sei, daß also seine. Ablehnung einer politischen Aktion zur Schaffung eines neuen Ghetto in Palästina führen sollte. ״Die vollständig: Sinnlosigkeit des Aehad-Hnamismus ist zur (ienüge bewiesen durch den arabischen Charakter der angeblich erfolgreichen Pflanzerkokmicn Pctaeli Tikwah und Rischon le Zion, welche eigentlich arabische INörier mit jüdischen Besitzern sind.“ Vielleicht den interessantesten Teil der Auslülmingen von Kation bildet das letzte Kapitel, das mit dem charakteristischen Titel ״Vita nuova?“ überschricbc» ist. Die These lautet: Ob das neue Leben in Palästina überliaupt möglich ist, das hängt davon ab, ob das Pittsburgher Programm im palästinensischen Leben seine Verwirklichung findet oder nicht. Darüber muß man besonders ausführlich berichten, was in einem zweiten Artikel geschehen soll. R. N. Der Zionismus in englischen Zeitschriften ן st*■■1 ■״!» diesem Artikel spricht Herr u«hn» I ,tnn kr■■■ 11 1111 irflit zlot■ nrOeu tteeK«»« t),.. Ueberschreilung der 14-MilUonen-Dollar-Quotc seitens der amerikanischen judenschaft New York. (J. C. B.) Das Joint-Distribuüou- Oomniittcc hat in seiner letzten Werbetätigkeit bereits die Summe von 14 009 024 Dollar für die jüdischen Notleidenden in Europa zusammengebracht, wodurch die H-Milliomm-Dollar-Qnote überschritten ist. Trotz, früherer Befürchtungen überschritt die Stadt New York ihre 5-Millionen-Doüar-Quotc um 112000 Dollar. Außer diesen Barsumimm sind '1300 000 Dollar zu späterer Einlösung gezeichnet worden, so daß die Gesamtsumme I7 3IOOOO Dollar ausmacht. Einer Meldung aus dem Hauptsitz der Werbetätigkeit zufolge, ist das die größte Summe, die die Juden in Amerika je an Hilfeleistungen zusjuij m engcbracht habe 11. Zu dem Fonds haben auch viele Nichtjuden größere Summen beigesteuert, und zwar laut dem Bericht des Joiiit-Distribufion-Qvmmittee in einer Gesamthöhe von ungefähr einer Million Dollar. So z. B. steuerten die städtischen Beamten New Yorks die Summe von bl•)׳! Dollar bei. Ferner wurden auf einer Versammlung von Irländern anläßlich der St.-Patrickfeier 6518 Dollar für den jüdischen Hilfsfonds gesammelt. in allen Landesteilen unterstützten die großen Tages- Zeitungen die Werbetätigkeit und forderten Juden und Christen auf, den notleidenden Juden in Osteuropa Ffilfc zu bringen. Dieser große Erfolg der neuen Hilfsaktion des Jointt-Distribution-Committee rief in allen Kreisen um so mehr Zufriedenheit und Bewunderung hervor, als in bekanntlich die allgemeine ökonomische Lage in den Vereinigten Staaten in der letzten Zeit eine gedrückte ist. Die letzten Nummern der Monatsschriften enthalten eine Anzahl Artikel über den Zionismus und Palästina, Die Aprilausgabc der ״ C o 1» t e in p o r a r y Review“ bringt einen höchst interessanten Artikel von R a m s a y Macdonald, betitelt ״Der Zionismus in Palästina“. Nach Beschreibung der Schwierigkeiten, die in Palästina dtrrdi die sich widerstreitenden Verpflichtungen der Alliierte» und durdi den arabischen Wunsch entstanden sind, Palästina mit dem arabischen Gebiet vereinigt zu sehen, fährt Herr Maedonnld fort: ״Das palästinensische Problem hängt von der besonderen Ueberlieferimg und Psychologie des Juden und dem christlichen Glauben an jüdische Prophezeiung ab. Der Jude ist seit vielen Generationen ein Wanderer und ein Kosmopolit, mul doch hat er niemals aufgehört, im Exil zu sein. . . An der äußeren Mauer des entweihten/ Tempels auf dein Berge Morkih kann man .Stunde für Stunde, Tag für Tag, und Generation nach Generation kleine Gruppen von Männern und Krauen scheu, betend, wehklagend, weinend, bleiche Kerzen entzündend, die Steine küssend, die ihnen so teuer sind. Sic sind das richtige Bild des äußersten Elends, das sieh an den Glauben klammert. Sie jammern nach der Wicdcraufrichhing Zions, Sie sind Israel. Ihr Jammer und ihre Hoffmmg sind in jedem jüdischen Herzen. Nichts berührt den blasierten Materialisten und Weltmann seltsamer, als zu sehen, wie in früheren Jahren, von jeder Nation unter der Sonne, Juden das Proletariat, von dem fast der letzte Rest nationaler Ueberlieferimg und religiösen( Glaubens vernichtet wurde, ebenso wie die Bourgeoisie, deren Gedeihen ein ähnliches Schicksal über sie gebracht hat - diesen verlockenden Ruf vernommen haben, und wie ihre Herzen imeli Palästina zurückgekchrt sind.“ Herr Rauisuv Maalonald scheint von dem jüdischen Leben und den Arbeiten in den Siedlungen der CI1aJu/im sehr starke Eindrücke erhalten zu haben. Er gibt folgende Schilderung eines bei einer solche» Gruppe verbrachten Abends: ״Ich werde niemals die Nacht vergessen, in der ich als Gast bei ihnen weilte. Wir waren in Dunkelheit und Schlamm stecken geblieben, kurz nachdem wir den Jordan bei Jacobs Brücke gekreuzt lütten, und nrullteu bei ihnen Quartier nehmen. Ungefähr (10 Mcnsdjcn versammelten sich um die Tische des allgemeinen Raumes, auf dessen Flur sich viel Schlamm angesammelt hatte. Aber das half nichts, da der ganze Platz inmitten von Schlamm lag. Sonst war es wundervoll sauber. Anführer der Gruppe war ein junger Maiui, der auf einer amerikanischen Landwirt■ schuftssehuk erzogen war. Nach dem Abendbrot spraeben wir nicht nur über die Arbeit der Siedlung und über Zionismus, sondern auch über europäische und ante rikanische Politik, Literatur, Philosophie, Kunst und Re ligion, und die Leute wußten mit allem Bescheid, was in ■der Welt vor sieh geht. Ihre Arbeit ist schwer und mühsam, aber sie sind glücklich.“ Beziignelinieiid auf die arabisch-jüdischen Be/iehuu gen spricht Mactlonald die Meinung aus, daß die Araber aus der jüdischen Einwanderung Nutze» ziehen werden. Er srhiielit seinen Artikel mit folgendem Resümee: ״Es gibt »och inaitchc Schwierigkeiten auf dem Wege der Entwicklung Palästinas, bis es die Früchte ernte» mul die Bevölkerung haben wird, die es leicht tun kann; cs wird noch manche F'ehlschläge und Eiittäusclnui! gen in den zionistischen Plänen geben; es werden Rei• billigen entstehen, wenn mail Araber und Juden zu einer Gemeinschaft vereinigen wäll. Aber all dies sind Einzel dinge. Eine IVilitik, welche, während sie Palästina als jüdische ״i leimat“ offenltäit, niciit nur den Araber in seinen Rechten beschützt, sondern auch dafür sorgt, daß er an dem wachsenden Wohlstand des Landes Anteil hat, wird sicherlich nicht felilgehcn.“ Ein Artikel über Zionismus, betitelt ״Die jüdische nationale Bewegung" von Herrn S. Land in an, er• schien in der Mürzmumner des ״Hcrnld of the WcBfl diC den idealistischen Grtuvdlagcn der zionistischen Bewehr und erklärt die Arbeit und die Zusammensetzung <j,;K' Nach Zionistischen Organisation. Er beginnt mit einem Ueberblick über die Entwicklung des jüdischen («,»«*י sem dankens während der letzten Jahrhunderte, von 0;fe1K*!,cn rabbinischcn und früheren assimiUstischea Periode b1r־f v*cf zur jetzigen Phase des politischen Zionismus. Ucber die jetzige Lage des Zionismus und Paläste sagt er: ״Praktischer Idealismus ist ei!*c vortrefflich. Beschreibung des Fortschritts, den die jüdischen (g mülitmgen seit dem Kriege erzielt hallen. Die trabe Kraft für diesen Fortschritt ist jüdischer Idealismus. Rückkehr nach Zion hat unter wirklich tragischen V•■. hältnissen begonnen. Osteuropa, wo sich die beste; Elemente des Judentums befanden und welches ״ Geburtsland all seiner geistigen und intellektuellen Führt;Er*, ist, liegt in Trünimerii. Hunderttausend unserer btsttt§lr. |üdis< 516 543 355 537 Söhne und Töchter sind ermordet, ihr Eigentum geplir, §6.2138 Kr. 232 |r. 22 h'r. 554 Kr, 3» Kr. 508 ja. 3t )3 dert uikI alles, was das Leben lebenswert «nachte, i>; 6. 135 zerstört worden. Und trotzdem ist aus der Asti* ™י eine neue Generation entstanden. Das Auftauchen de■ jüdischen Pioniere für Palästina, der Chaluzim, aus de Hexenkessel der Ukraine ist bereits als modernes Wu-, der begrüßt worden. Die Chaluzim sind die. Verkörperung der ideale.•. Ziele der zionistischen Bewegung. Unter diesen i׳., nicrcn, die in der Mittagshitze mit Strmldopfarbcit bs schäftigt sind, befinden sich Philosophen, Rechtsamvilt! und Acrzte. Sic alle haben einen klaren Begriff v« ihrem Lebensziel. Sie gehen von dem Gedanken aus, da: das Schicksal des jüdischen Volkes unauflöslich mit der der ganzen Weit verwoben ist. Sie glauben, daß <1; Juden der geistige Gärungsstoff ist, dessen die Menschheit so dringend bedarf. Durch die Entwicklung eiw fortschrittlichen und hochgebildeten jüdischen Gemein;■ in Palästina karui, so glauben sie, eine Brücke zwische dem erwachenden Osten und dem gebildeten Westen gi jk r ן,)ן baut werden. Ebenso wie Palästina geographisch d:־fyr’ 512 Brücke zwischen Europa und Asien bildet, so ist t־|Nr,2128 ihre feste Uebcr/.euguug, daß die Juden die etha>|Nr. 301 graphisdic und kulturelle Brücke zwischen den Völker.§6• Europas und Asiens sind, zwischen einer wiederbdebte K[• mohammedanischen Welt und einer weiseren christlich« Zivilisation. Es 'ist ein großer Irrtum fährt Herr 1 nndmr fort , Palästina als einen Zufluditsort für arme Jude anznschcn. Es ist viel eher ein Symbol für die geistig Wiedergeburt des jüdischen Volkes und ein Hcilmit« für die geistige ״Krankheit“, an welcher die Juden, uä besonders die jüdische Intelligenz in Westeuropa u!V 612 306 Nr. 1018 Kr, 1044 Kr. 543־ Kr. 536. Kr. 628 160 204 Kr. 282 Amerika leidet. Der Zionismus ist die moderne Ucber■ Setzung der ewigen jüdischen Sehnsucht nach dem Me sias und der Herrschaft der Gerechtigkeit. Wem« immer Gerechtigkeit auf Erden regieren soll, wenn immer du Wahrheit ihre Macht über die Geister der Mcnschht' wiedergewinnen wird, so wird eines der Zeichen ihm Triumphes die freie und ungehinderte Entwicklung dn hebräischen Geistes auf dem historischen Boden dn Heiligen Landes sein." Bekanntmachung des Direktoriums der Arbeiterbui in Palästina in der Sitzung vom 15. März 1022 setzte da־ Direktorium den Preis der gewöhnlichen Aktie in Eutop» mit 22 Schilling fest, entsprechend ihrem Preis Palästina, der 21 ägyptische Schilling beträgt Die* Zentrale für den Aktienverkauf in Hur o p a , Wien. Argentinien Herr Richard Sachs, Uhlandstr. 170, reist Mi«■' April nach Buenos Aires. Er kennt dort Land, Le® und Sprache und ist bereit, Aufträge jeder Art für *11י zu übernehme!!. 880 882 871 876 887 K1, 008 Kr, 442 Kr, 2105 Nr, 2122 122 Nr. 2127. Nr. 2110 Nr. 2111 Nr. 2112 Nr. 2105 Nr. 2123 Auch eine Bibelausgabe! Die Bibeln unserer Vorfahren waren große Folianten, gut und sorgfältig gedruckt und gebunden, wie es der Würde des Werkes entsprach, aber zumeist durch vielfachen Gebrauch im Laufe der Generationen zerlese״ und abgegriffen, so daß sie schließlich den Geist der Lernenden wicdcrzuspiegcln schienen. Die Bibel unserer Tage, zumal die jüdische, sieht anders aus. Denn heute braucht man sie zu anderen Zwecken: man hat nicht mehr religiöse, sondern ״bibliophile“ Bedürfnisse. Deshalb ist es notwendig, daß soldt ein Baud auf feinstem Bütten gedruckt wird, in kostbares Leder gebunden, daß der ehrwürdige Text ■mit allerlei hamikolorierten Initialen ״geschmückt“ wird, damit solch ein Werk im Bücherschrank des neuen Reichen seinen Platz in vier Reihe der reichillustrierten Prachtausgaben und bibliophilen Erotika einnehmen kann. Dem ״dringenden Bedürfnis“ nach soldt einer Bibel hat Herr Lazarus Gold Schmidt abgeholfen. Selbstverständlich beißt das Werk nun nicht mehr die Bibel, sondern ״D i e heiligen B ü c 1t c r des Alten Bundes“, (Verlag E. Reiß, Berlin.) Gewiß im Hinblick auf die vielen Leser, die dem Neuen Bunde bedenklich nahe sind. Wurde früher der Text umkleidet mit zahlreichen und tiefsinnigen Kommentaren eines Raschi und anderer Gelehrter, so begleitet mau ihn jetzt mit einer Imitation mittelalterlicher Miniatur- Ornamentik, uml natürlich mit einer Imitation, die in ihren süßlichen Farben und steifen Rankcnbildungen wie eine Parodie auf den innigen Ausdruck jene־׳ mittelalterliehen Originale erscheint. Dabei ist der Druck nicht einmal gut und begnügt sielt mit einer ״gothisdten“ Type, ohne den geringsten Versuch, an Ausstattung etwas wirklieh Eigenes, geschweige denn Ausdrucksvolles zu geben. Aber selbst wemt diese Mängel nicht wären, bliebe der Charakter dieser Bibclausgabe der gleiche. Klan braucht gar nicht orthodoxer Jude zu sein, um einmal Einspruch dagegen zu erheben, daß in «len Kreis jenes Bücherprot/entums, das sich mit Unrecht den Namen ״Bibliophilie“ zulegt, ntut auch die Bibel einbezogen wird. Ganz gewiß fehlt es heute an einer wirklich schönen Bibelansgabc, und es ist sehr zu bedauern, daß wir einer Ausgabe wie der von Hermann Hesse im ״Propyläen-Verlag“ hcrausgcgcbcncn Lutherbibel nichts gleichwertiges jüdisches;111 die Seite zu stellen haben, Audi außer ihren ästhetischen Vorzug hat die Ausgabe von Hesse noch den besonderen Vorzug, daß sic wirklich zu dauernder Lektüre geeignet ist. Daß die Goldschmidtsche Ausgabe diesen Anspruch weder erfüllt, noch auch nur stellt, beweist schon die Tatsache, daß inittui im Text einzelne Buchstaben als Lückenbüßer für das Zcilrncndc ben itzt werden, wieder aus einem an mißverstandene Vorbilder aiigcldintcn Acsthctizisiuus heraus. Was im Manuskript des ,Mittelalters notwendig war, wird hier zu übler Prätention. Weint mau bedenkt, mit welcher Treue unsere alten Thoraschreiber jedem einzelnen Buchstaben sein Recht zu geben pflegten, so wird man solch ein Verfahren mit einer jüdischen Bibel doppelt nnangenehm empfinden. Und noch eine Kleinigkeit ist bezeichnend: Die Ausgabe enthält nur ein hebräisches Wort, nämlich — «las Wasserzeichen des Papiers. Was schließlich die Übersetzung selbst betrifft, po möchte ich mir hierüber kein Urteil anmnßcn. Ep mögen aber die ersten Sätze der Ueberset/.nng hier folgen, die in ihrem gesuchten und absichtlich umständlichen Stil denselben Geist atmen, wie die äußere Aufmachung des Werkes: ״Im LJrboginn schuf Gott Himmel und Erde. Oede aber war die Erde und Leere, Finsternis über des Abgrundes Fläche, Gottes Geist über der Wasserfläche schwebend.“ Der Geist Oottcs schwebte wahrlich nicht über dem Abgrund dieser Bibelausgabe. K. F. Ludwig Meidner, ein jüdischer Maler In Berlin, in der Galerie Möller, werden augcnbliri׳ lieh von einem jüdischen Maler Werke seiner IcüW Schaffensperiode ausgestellt. Schwer ist es, cia/cb Bilder und deren Wesen aufnt/älileu. Wenige t'1'' mahle, acht bis neun, alles Porträts, tun! die andere* Werke sind Kreidezeichnungen, Radierungen und K»'•׳ Positionen, Eine Gruppe nennt er ״Hebräische y1c; stalten“. Das eigenartig Bezeichnende bei den!,ortrat־ ist, daß sic in «1er einfachen Stellung schon die V. 65 Nr. 252 Nr. 1161 Nr. 407 Nr. 248 Nr, 331 Kn ab Nr. 246 Nr. 247 Nr. 1010 Nr. 239 f \'r. Nr. 617 618 Bedeutung des Menschen zeigen. Eine Komposition 1> eine Vision, eine andere die!•'lucht Jeremias, wie cf ®־ sammengekauert am Wegende kniet, die Hände *d1''־״ rend zum Himmel gerichtet. Eine andere zeigt den i■■־ pbeten Jonas; fast alles biblische Schöpfungen. Ei»»“ bleibt noch über die ״Hebräischen Gestalten“ zu saßrtt liier sieht man einen Juden, den starken Arm aיף ״ Kopfe gepreßt, die Augen nach oben, Gebete sdw’1 cikI. Dort die gebrochenen Augen eines amten ־''י schämten, den dürren Arm in letzter Not ausgerro' Und hier eines luden Kopf, der!tu tiefsten Up*‘־ vor Inbrunst verhüllt, am heiligen Tag, die 1 L|nF. betend zusammenkrallt. Und wieder einer, der sttu® vor Schmerz ist, ein zcrfaltetes Gesicht; er hält ״ knöcherne dürre Rechte vor «len Mund, um den nä''asU Schmerzensschrei zuriickzuhaltcn. Aus jeder Zeichnung erkennt man klar, das es״ Mcklner Notwendigkeit ist. zu malen. In jixlem ״״״ werk tritt das Charakteristische klar hervor, «0*1 Treffen des Wesentlichsten in den Werken, die ־ tiefst jüdische Lcbeivseinstelhtng, spricht a*ß ״!es1 großen, starken Linienführung, «tie von der Hatw ף? Könnenden «rügt. H. s Nr, 185 Nr, 188 Nr. 107 Nr,!72 Nr. 125 Nr. 111 Nr. 147 Nr. 938 Nr. 6*23 N«. 145 Nr, 624 Nr. 118 Nr. 131 Nr. 145 Nr* 143 Nr. 148 Nr. m