Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 27 (4.4.1922)
- Date
- 1922-04-04
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2651273-2652410-2652435--14808-2673216- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
27 ■זא JUEDISCHE RUNDSCHAU Seile 173 (Fortsetzimg der Broschüre vom Leonard Stein aus ״J. R.“ Nr, 22.) des bc. rtc So. י natio.f trt hat I »en, di(| »dl für( *olutionf Juden! schnell I geführt! werdet! | 1. In der! er Drf •züglichl iicht.1 Hoch-I ir Uni-1 ng der! mversi-j Redner! Hoch-I ltn abbinat gegen 1er als ת. Di« ieraum dieses ler des u Die g ver- *tisemit f einer ten Juarsenau nverein d. M, >eendet eilt. wskis er seit rsschrift lt einen eher• reichem : u. a, h sehr and be- •m ver* ns und Alkas“ cuftrage •etti zu Bialiks acbeth" ihischcn ,1 überr snograj ״Dos! nWal■ wissen• | ält eine J ganzen f em ji<H ie ver1 ־ Völker, j Big unaj großen 1 t doku■ I jpezielle j er» jid־ siehe i» | »g her* 1נ N. tuil ״גי her je־ Wat car4 5״! Majsses | olget^ w. 9** Wästm* ach Pf c!»• א• Weitere ״Klage n“. Im übrigen begnügt sich die Delegation mit nebclhaften Allgemeinheiten, die sie vorsiditigcrwcise durch iicine einzelnen konkreten Illustrationen belegt. Die nicht näher bezcidineten ״Oesetze und Verordnungen, die die Freiheit der Araber beschränken“, decken sich mit nichts, was ini Verordnungsblatt zu finden Ist, es wären denn die Gesetze ־- die meist nidit ״erlassen“, sondern aus türkischen Gesetzbuch vererbt sind — die die Araber in der Freiheit beschränken, ihre Mitbürger andereu Stammes zu überfallen, zu ermorden imd auszuplündern. Die ״Verstümmehuig der Presse“ hat nur eine Bedeutung, wenn sich dieser Ausdruck auf die militärische Zensur bezieht, die unter der Militärverwaltung vor dem Amtsantritt des jetzigen High Gommissioner eingeführt war, oder auf die sehr seltene Anwendiuig der milderen Bestimmungen des türkischen Pressegesetzes in besonderen Fällen, wobei zwischen der jüdischen und arabischen Presse keinerlei Unterschied gemacht wurde. Die Delcgation, deren eigenes Organ ״El Sabal»“ regelmäßig mit groben, irreführenden Behauptungen und mit sehr lieftigen Meinungsäußerungen erschienen ist, hat guten Grund zu wissen, wie unendlich viel freier die Presse heute ist, als sic jemals unter dem früheren Regime war. Die ״patriotischen Araber, die verhaftet una cingekerkcrt werden“, sind nicht näher bezeichnet, auch ist es «!möglich, se zu identifizieren, es handelte sich denn um solche Pa• trioten wie die arabischen Polizisten, deren Enthusiasmus während der Maiexzessc die Form von Krinünalvcrbrechcn gegen die Zivilbevölkerung annahm, ״Mord, Diebstahl, Raubversuch und gesetzwidrige Verwundung“1). Was die Klage .™belangt, daß ״Bauen», die seit Ge• nerationen Ländereien besaßen und darauf wohnten, genötigt wurden, Pachtverträge zu unterzeichnen“, so ist das, was in Wirklichkeit vor sich ging, genau das Gegenteil von dem, was behauptet wird Große Boden- Ulmen im Jordantal, die früher von Abdul Hamid II. als sein Privateigentum betrachtet wurden, wurden mit der Einrichtung einer konstitutionellen Regierung irn Jahre 1908 zu Staatsdomänen (Mudawara) und gingen und» dem Krieg als soldie in die Hände der palästinensischen Regierung über. Durch eine am 19. November zwischen der Regierung von Palästina und einem arabisdien Agenten (einem wohlbekannten Antizionisten), den die Bauern als ihren Vertreter gewählt hatten, geschlossene Vereinbarung erhält jeder Familienvater, der in diesem, Gebiet Boden selbst nur als Okkupant seit mindestens zehn Jahren bebaut hat, das ganze Cicbiet, auf dem er in den letzten zwei Jahren Getreide gebaut hat, als freies Eigentum und hat dafür (als Ablösung der früheren Rente) einen Betrug von 125 150 türkisdien Piaster*) per Dun am in fünfzehn Jahresraten zu bezahlen. Und nicht nur das: Eine Familie, die weniger als 150 Dunam bebaut hat, erhält de!» Boden nichtsdestoweniger auf dieses Minimum ergänzt und weitere 30 Dunam für jedes Familienmitglied über die Zahl von fünf hinaus. Mit anderen Worten: weit entfernt davon, die Sicherheit von ״Bauern, die seit Generationen Land besaßen und darauf gelebt haben“, zu bedrohen, hat die Regierung im Gegenteil für eine bloße Okkupation jedem solchen iDuern ohne Ausnahme ein freies Eigentum gegeben und ist so weit gegangen, eine Mindestfläche von fast zwölf Hektar zu geben, selbst wenn die derzeit bebaute Fläche kleiner ist. Das ist der wahre Charakter des Versuches, ״das Eigentum der Regierung an diesen Böden zu sichern, damit sc seinerzeit den Juden veifcauft werden können“. ״Dies und noch viel mehr“, erklärt die Delegation, ,sieht der Araber täglich vor seinen Augen sich abspielcn, wd das Herz im Leibe brennt ihm“. Das ״noch viel ®ehr“ wird nidit ausgeführt und bringt die Sadie nicht witer; aber daß jede wirkiid» erhobene Beschuldigung W ihrer Prüfung vollständig zusammenfällt, ist ein Maßstab für den Wert, der der allgemeinen Klage zugemessen *erden kann, die unter dem Titel konkreter Beschwerden '0־gebracht wird. Antisemitismus als Triebfeder der Kampagne. Ebenso unglücklich ist die Behauptung, die Kam- Päjfnc, weldie die arabisdie Delegation führt, sei nicht וחס׳י Antisemitismus eingegeben. Es ist kein Zufall, daß ״(C Delegation als ihr Sprachrohr in der Londoner Presse ־u» Organ gefunden hat, welches seit langem wegen ,dner antisemitisdien Propaganda von heftigstem Qiarakter berüchtigt ist. Es ist ebensowenig ein Zufall, daß unter dem kleinen Häuflein britischer Förderer und Be- J»tcr hauptsächlich Herren and, deren publizistische Tä- “gkeit, soweit sie .sich nidit auf Palästina bezieht, den Wtigsten Antisemitismus von bester deutscher Tradition «met und deren erklärte Meinung über die Behandlung l’on Aegypten», Indem und anderen orientalischen Völ- Fern zeigt, daß sie, wenn sie zugunsten Palästinas eino dwas auffallende Ausnahme machen, durch ganz andere ׳"otive als durd» Begeisterung für die .arabisdie Sadie Kdeitet sind. Die arabische Delegation und ״The Jewish Pc ril“. f» kann ^‘c Odegation wie sonst aud» in diesen» unkte durch ihre eigenen Aeußcrungen überführt wer- *״ , D׳rer Broschüre ״Verteidigung gegen den Zionis- , V* lesen wir, ״der Haß des Arabers gegen den Juden 0' 8Pjj^wortlich“3). Der Wert, der diesen Behaupt«»־ lt? werden kann, ist noch besser aus dem ver-!,öuliditen Memorandum zu beurteilen, das dem Kolo- "»sekretär während seines Besuches in Palästina im 3ו»1״ von jener Körperschaft vorgdegt wurde, für «Ir ,1־.. Ddegatior spricht und das die Unterschrift S®8 Präsidenten Musa Kazim Pascha El Hussein trägt. Zl. ganzer Abschnitt dieses Dokumentes ist der Bc- ״™nipfting der Juden im allgemeinen in der bekannten usarucksweise des kontinentalen Antisemitismus gewid- Beridit der Haycraft-Kommission (Rcgicriuigs- «״״*Sache 1540, Seite 49). J » türkischer Piaster 2 =■־־y» Pence. ) «Tlw Oase against Zionism“, Seite 15. met und gipfelt in einer etwphatischen Anspielung auf die Schrift ״The Jewish Pcril“, ein törichtes Machwerk, das von den ״Times“ als plumpe und böswillige Erfindung entlarvt wurde, das aber die Delegation als ein Buch bezeichnet, ״das von jedem gdesen werden sollte, der nodi an den verderblichen Motiven der Juden gegenüber den bestehenden Mäditcn und der Zivilisation zweifelt“. Hiernach ist es weniger verwunderlich, als es sonst wäre, in dem Memorandum zu lesen, daß ״Palästina unter seinen jüdisdien Kolonien leidet“ - - an jenen Landwirtschaftliehen Siedlungen, von denen britische Konsularberidite wiederholt als von dnem unvergleichlichen Ansporn für das landwirtschaftliche Leben des Landes in seiner Oesamtheit sprechen; aud» überrasdit es nicht, wenn man erfährt, daß Europa vernünftigerweise ״nicht erwarten kann, daß die Araber mit einem solchen Nachbar leben und arbeiten werden“ dnem Nachbar, gegen den, wie es jetzt in der ״offiziellen Erklärung“ heißt, ״niemals Hat» gezeigt wurde“, »ind mit dem die Araber gewohnt waren, ״in Frieden und Harmonie zu leben“, in so völliger Harmonie, daß ״alles so geblieben und in Ordnung gewesen wäre“, wenn die bösen Zionisten nicht gekommen wären. Frivole Anklagen und Verdrehungen. Die ausdrücklichen Klagen über aggressives Vorgdien der Juden, die die Delegation vorbringt, sind ebenso ungesdiickt, wie die Beteuerungen ihrer Toleranz unaufrichtig: sic beweist das ja selbst. Während der Exzesse in Jaffa im Mai 1921 ״wurde von einem britisdien Offizier festgestellt“ (so erklärt die Delegation unter der sensationellen Uebersdirift ״Funde von Explosivstoffen bei Juden während der Exzesse in Jaffa"), ״daß er in dnem jüdischen Hause eine große Menge von Explosivstoffen entdeckt habe“. Die Delegation unterläßt wohlweislich zu bemerken, daß diese Behauptung, wenn sic überhaupt gemacht wurde, unwahr gewesen ist. Während seinerzeit arabische Propagandisten in Europa von 3»/a Tonnen ftons) Explosivstoffen für verbrecherische Zwecke sprachen, stellte sidi, als die Sache von der Haycraft-Commission untersucht wurde, heraus, daß es sich um ״/«3״ Büchsen (tins) Explosivstoff und 10!) Sprengpatronen handelte, die der Kedcm-Baugcscllschaft gehörten und für Sprengungen bestimmt waren. Dieser Episode wurde unangebracht hohe Wichtigkeit zugeschrieben, sie hat aber keinerlei Bedeutung“1). Wenn es ferner wahr wäre, daß, ״während an alle jüdischen Kolonisten Waffen verteilt wurden, die Araber aber ihrerseits entwaffnet wurden“, so wäre cs interessant zu erfahren, wie es möglich war, daß während! der Exzesse in Jaffa nidit weniger als 53 Juden durch Kugeln oder Bomben getötet oder verwundet wurden■'׳). Eine durch solche Beweise gedeckte Behauptung verdient keine genauc Prüfung. Es braucht nur hinzugefügt zu werden, daß gemäß dem Haycraftbcricht, auf den die Delegation nur eine etwas eigentümliche Anspiehing macht, fest-, gestellt wurde: im Falle von Jaffa: ״Wir zweifeln nicht daran, daß die Araber die ersten waren, die diesen Streit zu einem Rassen* .,impf machten, und als die Sache einmal diese Wendung genommen hatte, darin mit einer Raserei bcharrten, die unentschuldbar ist“6 *); im Falle von Glieder.ah: ״Es ist klar, daß die Kolonisten nicht das geringste getan hatten, um einen Angriff zu provozieren‘^); und mit bezug auf die fünf judäischen Kolonien: ״In keinem dieser fünf Fälle kann das Verhalten acr Araber entschuldigt oder beschönigt werden . . . Die blutdürstigen Angriffe auf diese friedlichen Siedhingen, die sich keinerlei Provokation hatten zuschulden kommen lassen, gehören zu den ärgsten Ereignissen während der Önndien“8). Der Hauptzweck der bisherigen Darlegung ist die Feststellung der Grundlosigkeit und Frivolität der schweren Beschuldigungen, die von der palästinensisch-arabischen Delegation in Umlauf gesetzt werden. Das britisdic Kabinett wird des Trcubniches angeklagt, die britische Verwaltung ü» Palästina grober Mißrcgicrung, die Zionistische Oiganlsation grundlosen aggressiven Verhaltens. Jede einzelne Beschwerde, die die Delegation vorbringt, fällt in ein Nichts zusammei», wie bereits gezeigt, sobald sie nur geprüft wind. Eine Anklage, die auf völlige Mißachtung oder grobe Verdrehung von leicht sidierzustellendcn Tatsachen gebaut ist, bringt Ihre eigene Widerlegung mit sich. Britische Zusagen zugunsten eines jüdischen nationalen Heimes. Hier ist nicht der Ort, um die zionistische Sache ausführlich darzulcgen. Die ״offizielle Erklärung“ beginnt mit einer Anspielung auf britische Zusagen. Es mag genügen, zu bemerken, daß die britischen Zusagen zugunsten eines nationalen Heimes für das jüdische Volk in Palästina öffentlich und angesichts der ganzen Welt tegeben wurden, daß sic durchaus unzweideutig sind und aß sie wiederholt autoritativ und unmißverständlich bestätigt wurden. Sie ■wurden von Lord Curzon erneuert, als er das Amt des Staatssekretärs für Auswärtige An• gclcgenheitcn im November 1919 antrat; von Mr. Churchill während seines offiziellen Besuches in Jerusalem im März 1921; von dem britischen Oesandten ln Prag, der die britische Regierung beim Karlsbader Zionistenkongreß im September 1921 vertrat; und von, Mr. Balfour bei einem zionistischen Empfang in der britischen Botschaft in Washington erst kürzlich, im Januar 1922. Die Aufzählung ih keineswegs erschöpfend, aber sie genügt, ‘) Haycraftbcricht, Regierungsdrucksache 1540, Seite 33—34. 5) Haycraftbcricht, Regierumgsdrucksadie 1540, Seite 29, 32, 34, 41. «) Haycraftberkht, Seite 44. ») Haycraftberkht, Seite 14. ») Haycraftberkht, Seite 40. Rcgierung&d rucksache Regiertmgsdrucksadie 1540, Regierusitgad ruckaadie 1540, 1540, 1™ den Charakter der Verpflichtungen an/udeuten, deren Aufhebung die palästinensisch-arabische Delegation von dem britischen Volke fordert. Palästina und der britische Steuerzahler. Der für diese Aufhebung in Aussicht gestellte Lehn ist die Erwartung, daß dem britischen Steuerzahler ״die hohen Summen, die er jetzt im Lande ausgibt“, erspart bleiben. Die jährlichen militärischen Auslagen (die Zivilycrwaltung erhält sich selbst) betragen annähernd 2% Millioncn Pfund Sterling9) oder etwa ein Viertel Prozent der nationalen Ausgaben. Von Beginn des neuen Finanzverhältnismäßig kleinen Ausgaben noch merklich verringert werden. Das sind die ,hohen Siunmen“, die der britische Steuerzahler durch die Aufhebung einer ausdrücklichen britischen Zusage zu ersparen aufgefordert wird — und zwar auf die ganz ungewisse Annahme hin, daß, wenn keine solche Verpflichtung cingcgangen worden wäre, Großbritannien unter allen Umständen an eine sofortige »md vollständige militärische Räumung des Landes denken könnte. Wenn gefragt wird, warum die Zusagen gegeben wurden, so gibt die Delegation selbst eine parteiische Antwort. Die Delegation verbreitet eine Broschüre ״Die Verteidigung gegen den Zionismus“, die aus ihrem Stil erkennen läßt, daß sie in New York für den Gebrauch in Amerika in Kreisen mit englandfeindlichen Neigungen abgefaßt wurde. Dort wird behauptet: ״Die Balfoundcklaration ist ein Stück listiger, geheimer (so!) Diplomatie, würdig des schlauesten Politikers. Während des Weltkrieges sicherte sie den Alliierten die Loyalität und finanzielle Unterstützung der Juden der ganzen Welt und verschaffte England eine dauernde Oberherrschaft über den südlichen Teil Syriens zum Schutze des Suezkanals, der die Lebensader von Englands Kolonialreich ist.“ Das ist eine engherzige und verdrehte Darstellung eines Aktes, der in Wirklichkeit eine große Leistung weitblickenden staatsmännischen Geistes war; es genügt aber zum Beweis, daß die Araber selbst genau wissen, daß die Balfourdekkiration durchaus kein unnützes Strauchcln in Unfähigkeit war. Großbritannien hatte und hat im östlichen Mittelmeergcbict strategische und politische Interessen, die es ihm möglich machen, die Zukunft Palästinas mit Gleichgültigkeit zu betrachten, und die ihm .־Ulen Anlaß gab zu wünschen, daß diese vernachlässigten Gebiete von einer bodenständigen und begabten Bevolkerung erfüllt werden, die fähig und gewillt ist, an der Ent- Wicklung des Landes zur Selbständigkeit mitzuarbeiten. Aber außer diesen egoistischen Erwägungen gibt es noch andere von höherem Charakter. Seit 2000 Jahren war und blich Palästina der Leitstern des jüdischen Idealismus. Wenn die Juden jetzt die Möglichkeit fordern, ihr nationales Heim wieder zu errichten, so gründen sie ihren Anspruch nicht bloß auf die Existenz eines jüdisdien Staates im grauen Altertum, sondern auf die nie unterbrochene Konzentrierung der jüdischen Hoffnungen und Gebete auf Palästina vom Augenblick der Zerstreuung bis auf den heutigen Tag. Es hegt im Interesse der neuen Wdtordnung, daß der Zwiespalt in der jüdischen Seele gelöst und daß der Oenius des Judentums, auf jüdischem Boden wieder eingepflanzt, die Möglichkeit und Sicherheit hat, wiederum seinen charakteristischen Beitrag zur gemeinsamen Kultur zu liefern. Jüdische Arbeit in Palästina. Im Vertrauen auf die Zusagen, die zu entehren Großbritannien so leichthin aufgefordert wird, widmen sich die Juden der ganzen Welt bereits der Palästinaarbeit mit einem Eifer und einer Hingebung, die die Festigkeit ihres Entschlusses zur Oenüge erweist. Seit der britischen Besetzung wurden mehr als zwei Millionen Pfund Sterling von jüdischen öffentlichen Körperschaften nach Palästina gebracht, nicht zu sprechen von den großen Summen, die durch die Freigebigkeit des Barons Edmond Rothschild für die jüdische Kolonisation zur Verfügung gestellt wurden, und den noch weit größeren Kapitalien, die durch jüdischen privaten Unternehmungsgeist ins Land gebracht wurden. Urbarmachung vernachlässigter Böden, Entwässerung von Sümpfen, die Einführung besserer Vichrassen, versuche mit Geflügelzucht, Tabakbau und der Seidenraupenzucht — das sind einige der Formen des ״zionistischen aggressiven Verhaltens“. — Die Juden sind führend in bezug auf Erziehung und besitzen ein vollständiges Erziehungssystem vom Kindergarten bis zur technischen Hoch so» ule, das bald durd» eine Universität gekrönt sein wird, deren Grundstein bereits gelegt ist. Ihre gesamten Erziehungsauslagen in der Höhe von 89000 ägyptischen Pfund im Jahre werden bis auf 3350 Pfund aus jüdischen Quellen aufgebracht Mit Ausnahme dieser geringfügigen Subvention lassen die Juden, obgleich sic 1m selben Maß wie die übrigen Einwohner zu den Landeseinnahmen beitragen, den Gesamtbetrag von 103 000 ägyptischen Pfund, den die Regierung für Erzichungszwccke verwendet, für nichtjüdisdie Gemeinschaften frei. Seit dem Herbst 1918 gewährt die amerikanische zionistische Aerztevereinigung, die mit Auslage!» von 100000 ägyptischen Pfund im Jahre aus jüdisdien Quellen erhalten wird, den Kranken ohne Untersdiicd der Rasse Pflege. Die Förderung des wirtschaftlichen und sozialen Lebens, zu der jüdische Körperschaften so machtvoll beigetragen haßen, wurde durd» private Untemchmungen wesentlich beschleunigt. Die Wiederbelebung des Baugewerbes — das erste Zeidien erneuten ׳Wirtschaftliehen Lebens — ist fast ausschließlich jüdischem Kapital zuzuschreiben, das in diesem Industriezweig im vergangenen lahre in Jaffa allein schätzungsweise 140000 ägyptische Pfund Investierte. Die einzige Hypothekenbank im Lande — eine Institution, nach der langst ein brennendes Bedürfnis bestand — ist die eben unter zionistischen Auspizien errichtete. Die Orangenpadchäuscr in Petach Tikwah und Rechoboth, die Silikat- Ziegelfabrik ln Jaffa, die Dampfmühle, die Zementfabrik und die öelfabrik in Haifa, die Einführung solcher industrien wie Uhrmadierei, Möbelerzeugung und Webe• rei —• alle diese Unternehmungen, die zum offenkundigen >) Sir L, Worthingfon Evans, Unterhaus 20. Juli 1921,