Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 23 (21.3.1922)
- Date
- 1922-03-21
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 145 ״ '!1י> fa11«!r״* 1UsernlV «!. Ir. (!w| *'i"KCUOhJ ftnS'0".׳rtlichcJ [rcii.iegcy^ erklären, cl!!]' | i ,c Quer. ־ die tJnicr, h tJcimstitJ I 'vtrdc. I>;J ffrabbi Her}!? golonieat ionspr obknie i״e Bodencrwerbsgesellschaft in Palästina Von Dr. Alplions J. Sussnitzki, Tcl.Awiw. Die öffentliche jüdische Meinung in Palästina u!1j im Auslände muß dazu erzogen werden, in ן)(.!, ,wilden‘ Käufen eine Schädigung des Ko• lonijationswfrkes zu erblicken und sich bei Bodenkaufen lediglich der dazu autorisierten Oe• Seilschaften zu bedienen.“ Dr. Arthur Ruppin: Der Aufbau des Landes Israel. i Am 22. Februar wird sich in Td-Awiw ein Akt U ‘־iörSlK ' j ־®ietei’i der unter Umständen für den Aufbau des jJ’0r״״ .*,״<!;';«,« Israel von hervorragender Bedeutung werden Ap'iidah & 8011 an <״esem n!imlich eine Organiw näcLfe|'1i011 ins Lehen gerufen werden, um den Bodenerwerb und Hcrtirtl«Palästina in großem Maß stabe zu betreiben. [ der Orüiol ״G ii u I3" soll der Name dieser Gesellschaft sein, r Zionisten'1![Kt״Name ist nicht ,neu, wie im Omnde auch die :!1 (j(idI9cl״־aft nicht ganz neu sein wird. Und das wird apiro und weicht das wertvollste an der Sache sein. Wir haben i n, erklären f; hier nicht mit einem Neugeborenen zu tun, mit dem e in Litaiucn 51!;׳ die ersten Gehversuche vorgenommen werden sollen, :lt seit Taisi iobei natürlich die GefaJir eines Fehlgehens des Ver- Bring und dies nidrt ausgeschlossen bleibt. Hier handelt es sich gc Land!511 «in Wesen, das sich recht kräftig regt, das bereits nd nie auf; swclies zuwege gebracht hat, dessen Leistungsfähigkeit le verlangt,! doch, im Vergleiche zu früher, gefördert und gesteigert len ist, eii'i «erden soll Eine ״Geula“ besteht seit mehr als einem id daß die Üben Menschenalter. Eine zweite ״Geula“ ist vor eine ungeמי.:• ״ Jahre begründet worden. Diese beiden InstitiAder etwas' liosen sollen nun miteinander verbunden und damit er bereich- Basis geschaffen werden für!Transaktionen ganz j!«0en Stils. Dabei will ich bemerken, daß ich meine itteiiungen aus erster Quelle habe. Herr Bezalel Jaffe, irr seit 12 Jahren Leiter der ersten Geula ist, einer leriums füfPr Schöpfer der zweitem Geula war und zu den treißliende Zu• kt״lcn Kräften •*י der geplanten }Neugründung zählt, *halte die Liebenswürdigkeit, in wiederholten Unterredung j« mich mit dem nötigem Material zu versehen. Im Jahre 1002 wurde in Rußland die Geula gejiündct und 1004 dort als Kommanditgesellschaft ein-;!!ragen. Es wurden 1000 Anteile zu je 100 Rubel sitergebracht, so daß das eingezahltc Kapital 100 000 Sabel betrug. Zweck der Gesellschaft war der Kauf ri Verkauf von Grund und Boden in Palästina. Und fit Tatsache, daß unter den Gründern der Gesellschaft!ich Namen wie \U9sischkin, Prof. Mandelstamm usw. befanden, ist Beweis dafür, daß mit in! Unternehmen ideale und gemeinnützige Ziele verfolgt wunden. Nichtsdestoweniger trug das Geschäfts-;:!■Cren durchaus kaufmännischen Charakter, so daß ft Gesellschaft vor dem Kriege mehrere Jahre hindurch psrlich 3 0/0 Dividende auszahlen konnte. A19 dann später — im Jahre 1909 — durch die Zionistische m in ihreii* Organisation die ״Pale9tine Land Develope ®ent Company“ ins Leben gerufen wurde, die י wesentlichen ähnliche Ziele verfolgte, hat sie in der folge mit dieser vielfach Hand in Hand zu arbeiten!(sucht. Gemeinsam haben sie nahezu 10000 Dtrnain (wwbcn, eine für jene Zeit sehr ansehnliche Boden flache. Der Krieg und die in seiner Folge eingetretene Um׳ «älzung i» Rußland haben, wie man leicht begreifen *ifd, der Gesellschaft alle rechtlichen und ökonomischen ׳orausscizungen für eine gedeihliche Fortentwicklung ihrer htigkeit genommen. Andererseits war der Anlaß, der zur Gründung der Gesellschaft geführt hat, nicht mir nidit Wällig geworden, sondern hat — seit der Balfourdekhv aiion — sogar eine Steigerung und ,Beschleunigung *rer Arbeiten wünschenswert erscheinen lassen. Man Irz 1922. j ie in Lettjochten wir tnaehbarten feilen:! fasstmg der »!sein über latssprache, fl wird die I mündlich,! Minoritäten sie in den Seinriehtun• Ge9ctz bei Jtnc öffent« tonale Min-; auch ihre lies Gesetz lt die Mit«, einstimmig ן : tche natiot noch im fc ei lung.“ Idiaftlichcn• de, wo sie »erraschtcn ifängt der. ‘ allgemein veau eines fingen von Bhardt hat, tn Brüder: ßdie einer “dies. Das erste Gedicht gibt eine eigene, unendliche ״wanken anregende!Deutung von ״Krone“, ״Schönheit“ ®״״Reich“. Das zweite: ein kalter, grausenderWinter s Sinnbild dieser Welt, aus der wir in eine heitere ,״neinfahren. Das dritte: Heimkehr aus der Schul. "יו vierte: ein in Verse übertragenes Talmudgespräcb 9 Bethamidrasch. Das fünfte ist das Maariw-Gebet,;י® Munde des Beters in unseren Noten abgeschrieben, 11 einem Anhang von vier Vcr9en. Das sechste und jmonste: ein freies Stück, Worte eines sterbenden F— - ן ן JIC1SCS> •n denen Weisheit des Judentums und des 1 Heimין)־■ °ns“ sonderbar zusammenklingen. Das siebente: ein »׳ u! . riedhofchiw f>as;teilte schildert erst in weichester bt er i»j KficdhofsbikL ן gewisse( ן rosa das Lichtbenschen und schließt mit der Uebcr* Ins Land־; j ,2ping des häuslichen Sabbathgebetes ״Sclioiaum Ir sdiöneripchcm“ in Strophen und Reimen. Rp'rt 0n d‘cse kurze Aufzählung zeigt etwas vom ןdieses Gedichtbuches. Wenn man cs beendet Jj glaubt man eine Fülle in sich aufgenommen zu '*״״״«> überzeugt sicfi immer wieder durch Lesen 0״ zahlen, daß Nadel tatsächlich in nur acht Stücken )man, heM» 1e Radierer! daß d״ gar nicht lichtungea. ( jen, drückt iurdi ,״,eislerhafte Auswahl von Motiven und durch j a״״rane Mannigfaltigkeit der Formen so viel vom ״Jahr deSjjf1 tto auf so kleinen Raum gezaubert hat Schade, daß 'sind Pa,ra'| j ״ustrator Nadel keine Gelegenlicit gab, etwas von hgen L[״eי ־! gewaltigen Riten und Bräudien des Ghettos zu!er darubc en. Wer könnte so wie er die großen Formen dafür .«.«»ftiii v gibt ihm das Leben (das heißt heute: 1 Oetlrcht® jj erleger) Gelegenheit, ein großes Werk, Lied, ld glühenן ״ und Ballade von sechs Jahrhunderten Ostjudenl°icn und Pro3a• ״it Bild und Noten zu schaffen, ld Denken ן Ware ein Denkmal für die Leiden und das Leben t ist diese 5»1״ן« Volkes! eidcii, dtf 1 er das Wesen des Judentums Jcennt, für den ist ן siiannir | ״, * daß ein wahrhaft jüdischer, großer Dichter In kleine® 9 ן aus einer anderen Wielt als der göttlichen seine JUED1SCHE RUNDSCHAU_ fand einen Ausweg darin, daß man zunächst zur Gründung einer neuen Geula schritt mit dem Sitze In Pa lä st i n a.; Diesmal war die Form der Aktiengesellschaft gewählt I worden. 1X15 Aktienkapital ist auf 10C00 ägyptische I Pfund festgesetzt worden, van dienen bis jetzt 2000 Ptund cingezalilt und im wesentlichen in Palästina selbst | aulgebracht wurden. Der intime Zusammenhang mit der j ersten Geula und die strikte Wahrung der nationalen l Bestrebungen kam durch die!Wahl der Leitung zum Ausdruck. So wurden u. a. Usslschkin und Jaffe,1 zu Direktoren, Dizengoff, Bürgermeister von Tel- | Aw׳iw, Levoatin, Direktor der Angfo Palestinc Comj pany, und Dr. A. R u p p i n ln den Aufsichtsrat gewählt j Ijtzwischen sind Schritte ■cingelcitet und die nötigen Vortat Mt mit Oberrabbiner Glasner ~ aus Klftusenburg vor seiner Abreise au»'Deutschland im Hauptrestnurant Zoologischer Garten, Bingang Adlerportal, Kui l'ilnitomlamm 9, am Montag, den 27, Mürz, abends 8 Uhr, — Eintrittskarten zu M. 10.— und M. 15.— im MisrachUZentralbüro, Rosenberg,Grenadlorstr. 88, Buchhandlung Jurowjtz, Monbljnuplalz, Ecke I'!üsldcntenstrasge. aussetzungm geschaffen worden, um eine Verschmelzung der beiden Gesellschaften htrbciführen zu können. Damit soll es freilich niclit sein Bewenden haben; vielmehr ist die Fusionierung nur als Ausgangspunkt für eine Aktion ganz großen Ausmaßes gedacht. Was die Geula geleistet hat, ergibt sich aus folgender Zusammenfassung, die, angesichts des uns zur Verfügung stellenden knappen Raumes nur ganz summarisch sein kann, ohne sich' in Einzelheiten zu verlicren. Dabei ist im Auge zu behalten, daß wänrend der langen Kriegszeit im Grunde die Arbeiten der Ge- Seilschaften so gut wie ganz geruht haben. Zum Ausbau bereits bestehender Kolonien — Petach-Tikwah, Mes’cha, Rechowoth, Rischon lc Zion, Gederah, (Mikwe-l srael, Wadi-chanin,Chederah־— wurden 12012Dunam erworben. Einbegriffen sind hierin allerdings 1350 Duj nam. die in Gemeinschaft mit ,anderen Organisationen angelegt wurden Für zwei neu zu begründende Kolonicn — Kfar Uriah und!Enchai — wurden (wie schon erwähnt in Gemeinschaft mit der Paicstine Land Developement Co.) 9700 Dunam erworben Zusammen also 21 712 Dunam. Bemerkenswert vielleicht noch ist das, was die Geula für den Bodenerwerb ln der Stadt getan hat. Wenn wir jetzt von Td-Awiw als von einer jüdischen Stadt reden, wenn diese Stätte jetzt als hervorragendes Kuiturwcrk erscheint und tür jeden, der nur sehen will, als Wahrzeichen dafür dient, wa9 die Juden für die kulturelle Hebung des Orientes leisten können und leisten werden, so ist das zu einem guten Teil das Verdienst dieser Gesellschaft. Schon zu einer Zeit, als der Name ״Td-Awiw" noch nicht einmal bekannt war, als es sich bloß darum handelte, für einen beschränkten Kreis Jatfaer Juden günstigere Wohmmgsvcrtiältnissc zu schaffen, trat die Geula auf!den Pkin. Später war sie bestrebt, durch Bodenkäufe für Tcl-Awiw den An- Schluß mit den bereits bestellenden jüdisdien Stadtvierteln N'we Zedek und :N'wc Schalom zu schaffen. Ein neue9 Viertel, N'we Schanan, das seit kurzem im nordwestlichen Teil Tel-Awiws im Entstehen begriffen Ist, darf als ausschließliches Verdienst der Giiula bezeichnet werde», die große Lancitomplexe .... --1״ M ,'Jg""■?? «98■■■» י?■■■.. Werke empfangen kann. So Ist es auch mit Nadel Der Gottnahe, der tm ״Ton“ um die letzte Offenbarung gerungen hat, gibt auch in Minen kleineren Werken, wie dem ״Sü nden f a 11“, Dichterisches als Ausdruck religiösen Denkens. Von den sieben biblischen Szenen, für die Ludwig Meidner eine Titel-Lithographie gezeichnet hat, behandeln fünf die Stellung des Menschen vor Gott, nur zwei die größte Macht außer der göttliehen, die Liebe. Die Szenen sind Dramen auf kleinster Form: auf 8, 9, und höchstens 15 Seiten sind Szenen vollkommen gestaltet und, in sich selbständig wie Dramen, zusammengedrängt Nadel gibt nicht Entwicklungen von Persönlichkeiten und Schicksalen, sondern präzise gefaßte Probleme oder kurze Momente eines Lebens, in einem Höllepunkt und dodt mit Anfang, Entwicklung und Lösung. Audi hier hat wieder jede Szene eine eigene Form und künstlerisch ist es wahrhaft bewundernswert, wie etwa auf den 13 Seiten der Szene ״Jona“ nicht nur ein geistiges Problem, sondern auch das Leben auf einem Schiff mit etwa 30 Menschen und ihrem Innen und Außen gemeistert ist. Die Probleme, um die es gellt, sind die allerhöchsten. Im Sünden fall wird die in Gottes Milde gesättigt schwebende Welt ins Leere geschleudert, indem die Schlange den Menschen Gottes Ungeheuerlichkeit mir im Abbild von Lüsten gibt, denen aber die Kraft innewohnt, den Menschen zur reinen Gottesmilde zu läutern. Im ״Abraham“ ist die Entdeckung Gottes daigestcllt. Die Szene ist ein Monolog, in dem Abraham, alles bis ins Letzte durchdenkend, vom Erlebnis der Unsichtbarkeit Gottes bis zur zwingenden Wahrheit seiner segnenden Macht, zum erstenmal als Mensch bis vor Gott vordringt und so die Leere durch Wissen überbrückt, die sich aufgetan hat als der Mensch durch seinen Drang, Gott zu gleichen, aus Gottes Räumen vertriebe» wurde. ״Moses Berufung“ ist die Läuterung des Menschen vom Gottvon Arabern erworben und auf diese Weise Baugclande für 350 Häuser erschlossen hat. Im gannen hat sie inm’ilvilb de» Tei-Awiwer Weichbildes 80J Bailplätze erworben In jüngster Zeit ist ein großes Gebiet südlich voo Jaffa in einem Umfange von 3000 Dunam in den Besitz der Geula übergegangem Da ein Dunaml 600 Quadrateilen umfaßt, auf ein Haus ,101X4—1200 Quadratcllcni zu entfallen pflegen, läßt sich ermessen, was aus diesem Gelände werden könnte. In der Tat soll dort eine bo• sondere jüdische Stadt entstehen, werm auch über die Einzelheiten sich zurzeit noch nichts Bestimmtes sagen läßt \ Mit den obigen Ausführungen sind nur die bereits zum völligen Abschluß gelangten Käufe gemeint: Trans• aktioncr», die noch in Schwebe sind, sind darin nicht enthalten. Diese sind aber gerade jetzt von sehr großem Umfange und dürften Gebiete umfassen, die einen Wert von weit mehr als 103000 Pfund repräsentieren. Um die geplante Verbindung zuwege zu bringen, mußte freilich vorerst eine Voraussetzung formaler Natur erfüllt werden. Laut Statut durfte die erste Geula ihre Generalversammlungen nur rn Warschau oder Odessa abhalten. Bei der zweiten war begreiflichen• weise eine Stadt in Palästina als Versammlungsort vorgesehen. Im vergangenen Sommer wurde demgemäß eine außerordentliche Generalversammlung der ersten Geula in Warschau einberufen, in der der Beschluß gefaßt wurde, daß die Generalversammlungen der Ge- Seilschaft ״auch in Tel-Awiw“ stattfinden können. Damit war das letzte Hindernis aus dem Wege geräumt, und es kann, wie die Dinge liegen, darüber Jiicht der geringste Zweifel bestehen, daß der Vorschlag zjar Fusionierung der beiden Gesellschaften auf der am 22. Februar stattfindenden Generalversammlung seine letzte Sanktionierung erhalten wird. Das Vermögen der neuen Gesellschaft würde sich! gleich auf 12ÖJ3 Pfund belaufen. Nun hat die ״russische“ Geula seit Kriegsausbruch keine Dividende zur Auszahlung gebracht, so daß •allmählich ein Dividendei*• kapital von 5400 Pfund sich ,angehäuft hat. (Ein Beweis, wie gut die Gesellschaft auch vom Standpunkt der Anteilbesitzer gearbeitet hat.) Es ist nun in Vorschlag gebracht worden, die abgelaufene Dividende nur teilweise auszuzahlen, den Rest hingegen in Geulaaktien umzuwandeln. Dadurch würde das Vermögen der neuen Gesellschaft sofort auf 15 030—17 000 Pfund steigen. Aber auch das soll nur ern Anfang sein. Es besteht die Absicht, baldmöglichst den Versuch zu machen, die Aktien der Gesellschaft in den ,verschiedenen Ländert! der Welt zum Verkauf zu bringen. Der Enimtssioaiskura ist zehn ägyptische Pfund, die auf einmal oder in Raten eingezahlt werden können. Nachdem jetzt Palästina eine allgemein jüdische Angelegenheit bildet, warum sollte nicht ein Unternehmen, das den Landerwerb zum Aufbau des Landes Israel sich zur Aufgabe gemacht hat, allerorts bei den Juden lebhaftes Interesse und wertetätige Unterstützung finden? Es ist sonach wohl \lamit zu rechnen, daß bei intensiver und genügend aufkläreralee Propaganda der Geula bald in reichem Maße Mittel zur Verfügung gestellt sein wenden, ׳um eine groß׳■ zügige Aktion in die Wege zu leiten. Und in der Tat verdient ja auch ein solches Unternehmen unsere vollste Sympathie und eifrigste Förderung. Jeder weiß, von welch ausschlaggebender Bedeutung der Bodenerwerb für die Lösung der Judenfrage in Palästina ist. Deswegen besteht gerade dabei die große Gefahr, daß vielfach Unberufene die Hand im Spiele haben könnten. So war es schon immer die Verhängnisvolle Wirkung der ungezügelten Maklerwirtschaft, die Nachfrage zu reizen, das Angebot hingegen künstlich zurückzuhalten, woraus denn auch stets eine übermäßige Steigerung der Bodenpreise einratreten pflegte. Der crlebnis zur Pflicht, au. für den Mitmenschen vor Gott verantwortlich zu sein. Moses ringt sich zu dieser Ueberzeugung durch, Jona hatte sic, aber er glaubte vor seiner Verantwortung für jeden einzelnen entfliehen zu können, als ob ihn die Sünde der anderen rein Iießel Aber Gottes Hand holt ihn ein und zwingt ihn für andere, für das Leben und das Glück jedes einzelnen, unterzugehen. Der ״Samuel“, zeigt dagegen die Erkennt• nis des Propheten, daß niemals ein einzelnes Vorbild, ein einzelner Männcrwille die Welt verwandeln kann. Die Pflicht zu dieser Aufgabe besteht, das sprachen die Szenen ״Moses“ und ״Jona" aus, — aber ihre Ver• wirklichtmg ist nicht gegenwärtig, weil sie vielmehr dauernd ist Zwischen diesen Szenen, in denen der Mann vor Gott ringt, stehen die beiden Szenen ״Rahels Tod“ und ״Ruth“, in denen das Weib vor dem Manne knie• und liebt. O, welche Schönheit, ewige, göttliche Ver• herrlichung der Liebe, des innigsten und keuschesten Gefühls im Schicksal zwischen Mann und Frau ist da ausgesprochen. Das ist Dichtung, rührendes und großes, ergreifendes und erhebendes Gedicht Niemand, niemand kann das lesen, ohne den Tränen nahe zu sein. Nadcls Bedeutung als Dichter beginnt endlich er• kannt zu werden. Schon bilden sich in vielen deutschen Städten Gemeinden, die die Erkenntnis seines Wissen» suchen. Was er der Menschheit gibt, kann nidit auf eine Formel gebracht werden, weder in bezug auf den Inhalt noch auf die Herkunft Aber Starkes und Schönes in Nadel kommt von seinem Judentum, vor allem: von seinem bewußten Judentum her. Das zeigt, wie so vieles andere, welche Kraft nach Jahrhunderten unter• drückten Lebens, welche gewaltigen geistigen Werte aus dem erwachenden Judentum der Menschheit noch zuströmen werden.