Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 23 (21.3.1922)
- Date
- 1922-03-21
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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il j Seite 144 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 23 23 .זא Die Palästinadebatte im Unterhaus Wir brachte,!1 iiv der vorigen Nummer einen Bericht ülKr Churchills Rede im Unterhaus : bezüglich der Palästiiwfrage und die anschließende j IXhattc. WJr geben nachstehend noch den In- , iialt der anderen, in unserem ersten Bericht noch; nicht enthaltenen Roden wieder. ן Colonel Wedgwood, | das ftihrciKie Mitglied der Labour Party, ent- 1 wickelte in längerer Rede den Standpunkt seiner Partei , rm• Palästiiiafrage. Er erklärte, Palästina, erhalte jetzt ן die normale Verfassung einer Kronkolonie, Wir haben in Palästina die Juden umi die Christen gegen eine anders-; artige Mehrheit zu schützen, und wenn die arabische j Delegation zu uns ins Land kommt und uns sagt, daß diese Verfassung ganz und gar unfair ist und sich nicht . mit unserer Erklärung• über Sclbstbcstiiunuuigsrccht verj cinbaren lasse, so würde ich antworten, daß wir ihnen : mit dem größten Vergnügen volle Selbstverwaltung gcj währen würden, sobald cs deutlich wird, daß die Minderl Iveit der Juden und Christen hinreichend geschützt sein , kann, und wenn die gegenwärtigen feindseligen und haß- ’ erfüllten Empfindungen zu existieren aufgehört haben j weiden. Unglücklicherweise hatten wir Beispiele dieser! Feindseligkeit im ab gelaufenen Jahre. Solange ihr aber Pogrome in Jaffa und in Jerusalem machet, können wir der Bevölkerung dieses Landes keine vo 11 s tä n - d i g e Selbstverwaltung gewähren. Ich meine, die religiöse Feindseligkeit in Palästina wird für Motive ßitsgcbendet, welche nichts mit Religion oder mit wirtschädliche» Dingen zu hm haben. Die wohlhabenden Klassen, die von der türkischen Verwaltung her gewöhnt sind, von billiger Arbeit zu profitieren, widersetzen sich aufs äußerste der jüdischen ■Einwanderung, weil sic westliche I dcc n i n s La nd br i ng t. Diese Feind- Seligkeit findet sich aber.bloß bei den oberen Klassen, nicht aber in der Volksmnssc. Mr. Ramsay MacdonaId, der soeben aus Palästina zutückkehrte, erzählte uns, daß in Tibcrias ein aus Arabern, Christen und Juden bestellendes Komitee einträchtig znsam menarbeite. Beim Volke bemerkte man nur äußerst selten ein feindseliges Oefühl gegenüber den Juden, da es von den Wohltaten der Entwicklung Palästinas durch das jüdische Volk großen Nutzen erzielt. Es kann nicht richtig sein, daß die nach Palästina kommenden Juden Bolschewisten sind; sie haben nichts von dieser Art in sich und sind im Gegenteil die bittersten Gegner des Bolschewismus, da sie etwas von ihm gesehen haben. Mr. Churchill nimmt anscheinend an, daß die Juden Bolschewisten sind. Ich wünsche dem unbedingt zu widersprechen. Churchill: Nein, was ich sagte, war, daß besondere Maßnahmen getroffen wurden, um die Bolschewisten nicht hcrcinzulasscn. Wedgwood: Unter den jüdischen Einwanderern finden Sie eine größere Proportion akademisch Gcbildeter als unter dem Proletariat anderer Länder, Auch unter den Straßenarbeitern befinden sich viele akademisch Gebildete, die am Abeivd ihren Arbeiterkollegen Unterricht erteilen. Sie veraniaßten den Import von amerikanischen Traktoren und entwickeln so die neuesten Methoden der Technik. In ganz Palästina sprießt allmälilich die Zivilisation hervor. Das ist ein sehr arbeit sauf es und tüchtiges Volk. Diese Männer tragen in sich die Hoffnung auf Wiederbelebung. Vir werden wohl unsere Armeen in Palästina ver•־' '.rken müssen. Wir brauchen eine gewisse Macht dort, um den Suez-Kanal zu schützen, da wir gezwungen sind, Palästina als Basis für seinen Schutz zu benützen. Wir werden in Zukunft das Zentrum unserer militärischen Kräfte in Palästina haben. Vielleicht ist mir gestattet, Neues von Arno Nadel Von Felix Stössinger. Der jüdische Diditer unserer Tage gehört entweder zur Gemeinschaft seines Volkes, er dichtet dann jiddisch oder hebräisch, oder zur Gemeinschaft seines sögenannten Wirtsvolk,cs, und er sucht dann mit jedem Wort seines Werkes zu einem Teil der Gemeinschaft zu werden, in die ihn Geburt oder Wald gestellt haben. Unter den deutschen Diditcm jiklisdier Herkunft gibt es leider nur wenige, die aus dem nationalen Gehalt ihres Volkes einen Wert für ihr Sdiaffcn zu schöpfen suchen. Größer ist die Zaiü derer, die einen soldicn Och ult nicht einmal aiuien und ihre Herkunft zu vergessen suchen. Zu denen, die durdi ihre Werke schon heute zu einem Teil der deutschen. Literatur geworden sind und doch ihre Eigenart einem ganz besonders starken und schöpferischen Judentum verdanken, gehört Arno Nadel. Sein Hauptwerk, ״Der Ton", ein großes religiöses Gcdiditbuch, das eben im Umfang von über 70ü Seiten im lascl-Vcrlag erschienen ist, stellt eine Niederschrift letzter tiefer Offenbarung vor, die ohne die Gotteserkenntnis des Alten Testamentes, ohne das spezifisch jüdische Verhältnis zu Gott nidit denkbar ist Andere große Werke von Nadel haben stofflidi mit dem Judentum nidits gemein, außer der niemals von jüdischem Ikwußtsdn gelösten Wesensart des Dichters. Daneben gibt es aber, wie z. B. das Drama ״A d a m“, auch solche, die schon durch ihr Motiv ihre Herkunft aus der jüdischen Kulturwclt beweisen. Dazu gehört auch sein vor kurzem im. J üdischen Vcrlag erschienener ״Sündenfall“, eine Folge von sieben biblischen Szenen, die aber in jeder Hinsicht über das Jüdisch-Nationale hinausragen, und zu den ,Werken einer sich bildenden übernationalen Kultur gezu sagen, was die Politik der Arbeiterp.irid im Zus.unme'uiuuig mit Palästina sein würde. (Zwischenruf Mr. Murrays: Spriaht Colonel Wedgwood im Namen der ganzen Lab nur Party?) Colonel Wedgwood: Gewiß. Unsere Politik würde zweifellos eine solche sein, daß wir sobald als möglich trachten würden, Palästina auf der Basis der Selbstverwaltung eitmiriditen und daß die llilfsdarkhc» an Palästina als eine Schuld zu behandeln wären gleich den 1 iilfsdarlehcn au die anderen Kronkolonien. Line unserer ersten Aufgaben wäre, die Angabe» für die Armee zum Schlitze Palästinas auf ein Minimum zu reduzieren und sie durdi eine Gendarmerie almdösen. Wenn Palästina eine britische Armee Italien müßte, so wäre sie zum Sdmtze des Suez-Kanals bestimmt, was zu den Angelegenheiten Großbritanniens gehört und mit einem sich selbst versorgenden Palästina nidits gemein hat. Lord Pcrcy regt an, die Einwandcrnngsfragc durdi eine Kommission uutersuchen zu lassen und bis dahin die Einwanderung zu suspendieren. Der Grund für den Bedarf einer Gendarmerie scheine in der Unsicherheit zu liegen, ob England in Palästina bleiben werde und wie das Mandat sein werde. Er hoffe, der Koiouialsekretär werde dem Hause versichern, daß er, 90 lange er für die Verwaltung Palästinas verantwortlich ist, auch für die Kontrolle der Immigration selbst verantwortlich bleiben wird, und daß diese nidit irgendeinem Komitee oder einer ähnlichen Institution übertragen werden wird. Mr. Malone wendet sich in seiner Rede gegen die Propaganda der arabisdicn Delegation, die behauptet, daß die Balfour-Dcklaration den den Arabern im Kriege gemaditen Versprechungen absolut widerspreche. L>ies sei vollkommen unrichtig, da die B a 1 f ou r-Dc k I a - ration auch die Zustimmung König Faisuls und des Sdicriff von Mekka erhalten hat. Ebenso unwahr ist cs, daß Palästina von Juden überschwemmt wird. Im1 ganzen leben gegenwärtig in Palästina elvwi 70 000 Juden, von denen die Hälfte keinerlei Anteil am politischen Leben nimmt, 20 000 Juden sind bei den öffentlichen! Arbeiten beschäftigt und 15000 sind Kolonisten und leisten gute und ersprießliche Arbeit. Die Araber leisten ihrer Sache in unserem Lande keinen guten Dienst, wenn sie die Phrase von der jüdisehen Gefahr wiederholen und sich in den Ver- Sammlungen mit professionellen Antisemiten verbinden. Es wäre eine fürchterliche Schande, wenn wir von der Balfour-Dcklaration audi nur um ein Jota all weichen wollten. Mr. Macynisten meinte, daß England durch die Balfmir-Dcklaratkm gar nicht gebunden sei. Der Redner wiederholte die bekannten arabischen Verleumdungen, daß ein großer Teil der jikitsclicu Einwanderer aus unerwünschten russischen Juden mit bolschewistischen Tendenzen bestehe. Er verstehe nicht, wie man britisdies Geld für die Erriditung eines jüdischen Nationalhciins hergeben kann. Die Vorschläge Wedgwoods seien eine Vergewaltigung der Grundsätze von Selbstregierung. Der Generalsekretär der jüdischen Welthilfszentrale, Efroikin, und Dr. Bcitinson hatten eine Besprechung mit dem Vorsitzenden des italicirischen Roten Kreuzes, Senator Cercaolc, und mit Professor Cezare Bnduel wegen der Errichtung einer Basis in Italien für die jüdischen Hilfstransporte nach der Ukraine auf der Linie Triest—Odessa. Die Vertreter des italienischen Roten Kreuzes bekundeten große Sympathie für diesen Plan und versprachen den weitestgellenden Beistand fiir dessen Durchführung, Demnächst soll ein Schiffsverkehr zwischen Triest und Odessa eingerichtet werden, wodurch die jüdische Wilthiifszentrale die Möglichkeit bekäme, ihre Hilfstransportc auch über Italien nach der Ukraine zu leiten. (J. C. B.) Protestbewegung gegen die Agudah Warschau, K>. März. Letzten Sonnabend fa׳ in über hundert Synagogen und Bethäuscrnp tcstvcrsammlungcn gegen die Agudah statt, |n Versammlungen wurden Protestresolutionen ajig«*, men, in denen in schärfster Wehe die unverantwortii!1 Erklärungen der Agudah-Vertrctcr Lord Northcliile ׳>!■,,. über mißbilligt wurden. Die Resolutionen erklären,V die gesamte Orthodoxie gegen die q|u. trcibcrcic» der Ag 11 da 11, die auf die Uns wühlung des Wiederaufbaues einer nationalen Hcinnij׳ in Ercz-Israd hinzicic», schärfstcns auftrete» werde.! Resolutionen wurden telegraphisch dem Chiefrabbi l!t. in London übermittelt, ln einigen Synagogen vetsu.v Emissäre der Agudah, die Versammlungen zu stören edenunzierten sogar die Redner als Ikrlschcwistcn. heißt, plant die Zentrale der polnischen Agudah, ( Verrätercien fortzusetzen und in den nach! Tagen Telegramme an Lloyd George, Cecil und Iß- , Samuel zu schicken, in denen um den Schutz der Orth doxen ״vor der tyrannischen Hegemonie der Zion.sv ersucht werden soll. (J. P, Z.) Der Kownoer Rabbiner Schapiro a. der Leiter der Jcschjba in Slobcxlka, Epstein, erklärfeierlichst iin Namen der jüdischen Orthodoxie in Lila-, daß die jüdische Orthodoxie der ganzen Welt seit Ta senden von Jahren fest an ihrer Hoffnung m hren He st reb u n gen, das heilige L an wieder aiifzuhaiien, festhaltc und nie! dieses Recht verzichtet hat. Die Orthodoxie vertan, daß dort, wo stets unser Vaterland gewesen ist, e jüdisch-nationales Heim errichtet werde, und daß 1! Tore des Landes breit geöffnet werden für eine 1m4 störte jüdische Einwanderung. Jeder Jude, der cts anderes behauptet, muß als Volksverräter beztii net werden. rechnet werden müssen. Aller auch in den Qrcnzcn des Jüdisch-Nationalen hat Nadel Hervorragendes ge-!eistet. Vorbildlich sind seine Niederschriften und Benrbeitungen traditioneiler Melodien der Liturgik und des Volksmundcs, die musikalisch ausgezeichnet aus dem leisesten Hauch der Melodik und des Gefühls heraus bearbeitet sind. Sozusagen in der letzten Stunde wird durch diese Arbeit der große, unvergleichliche Schatz au melodischen und seelischen Werten des Judentums, der sich in Jahrhunderten gebildet hat, für die Juden selbst gerettet und der christlichen Kulturwclt offenhart Bewußt in den Grenzen jüdischer NationaJkultur der Vergangenheit stehen noch zwei Gedichtbücher Nadcls, die kurz nacheinander im Verlag für Jü dischc Kunst und Kultur, F ri tz G u rli tt, erschienen sind; das eine heißt das ״Jahr des Juden“, das andere: ״Rot und glühend ist das Auge des Juden“. Beide Bände haben gemein, daß sie nidit aus sieh entstanden sind, sondern Gedicht illustrntioncn darstclien. Erst waren die Radierungen von Joseph ßudko für das Jahr des Juden und von Jakob Steinhardt für das andere Budi da. und erst nach diesen Bildvorlagen hat Nadel seine Verse geschrieben. So wie sich sonst der Illustrator auf ein Diditwerk einstelkn muß, hatte Nadel hier aus den Radierungen die Seele und das Wissen, das Leid und Lebensgefühl des Ghettos herauszuiesen. Aber wie leicht fiel ihm das; der selbst im Ghetto geboren ist und diese Weit nidit nur wie ein wissender Jude kennt; sondern sic außerdem mit der Oröße seines Herzens in eine Welt von Musik, Liebe, Erinnerung und Ehr■ furcht gehoben hat. Wahrhaftig, wer von Christen und Assünilanten atidr nur mit dein unmerklichstcn Lächeln der Veradrtung auf das Ghetto hcrabsicht, der empfängt aus den Gedichten dieser beiden Bücher das Seelenleben K< ine Boi Von I und den loiiis kauf׳ sei Dr. Am 1 ['!ziehen, ,indes II;;nute. E tion n*s , Palästit ״G e U xr Nam;ereil sch» ,!eicht < hier nt nt die «' robei nat .!dies nie in ein V :andres l Joch, im ,erden » ilbcn M jt!nem JaJ ionen so eit Basis;roßen Sl ,!itlcilung jer seit der Schöf .:•,den K hatte die;en mich Im J. ründet t ct ragen, nlcrgebr. Die Autonomie in Lettland Wir erhalten vom Pressechef des Ministeriums L jüdische Angelegenheiten in Ko w no nachstehende L Schrift: ״Kowno, 13. März W22 Zu dem Artikel ,Die jüdische Autonomie in Lei laiKl* in llitcr werten Wochenschrift Nr. 18 möchtenvd zur Berichtigung, da wir über die Lage im benachbarte Lande genau informiert sind, folgendes mitteilen: Der Entwurf des zweiten Teiles der Verfassung dr Rubel be lettischen Republik enthält folgende zwei Klauseln übe -d Vcrk die Minoritätcnrcchtc: rie Tatsa § Hä. Die lettische Sprache ist die Staatssprach!■ich Man Den Angehörigen der nationalen Minderheiten wird d 1׳Ia n. iti freie Benutzung, sowohl schriftlich, wie auch miuvJIi;:1״™ Unt« gesichert. Welche Sprachen als solche der Minoritatc|wui anerkannt, wie auch in welchem Umfange sic in tk.läthircn 1 Regierungs-, Selbstverwaltungs- und GerichtscinrichtunP* UeseL gen zulässig sein können, wird ein spezielles Gesetz klißirlich stimmen. , l'iutcr — § 116. Die nationalen Minderheiten treten in ihiel^rganisal national-kulturellen Angelegenheiten als autonome öfter,‘1!1 cn t ( lich-rechtliche Organisationen auf. Welche nationale Mk f weser, derheite» aJs solche anzuerkennen sind, wie auch fc r<%c m Organe und deren Kompetenz, wird ein spezielles Gcsr gesucht, zum Gesetz erhoben hat', zutreffend. «worben Nur in bezug auf diese zwei Klauseln ist die Mi'• Der , teiiung, daß ,das Parlament diesen Entwurf emstimrrt; «ril/urig zum Gesetz erhoben hat‘, treffend. wird, der Was die Gesetzcsvorlage über die jüdische natio Voraussei nale Autonomie anbetrifft, ist sie überhaupt noch r Tätigkeit lettischen Parlamente nicht behandelt worden Gründutij Hochachtungsvoll L. Schapiro, i. V.: Chef der Presscabtcihmg.“ ration - «hrer Arl einer Welt, die wolil untorgehen muß (aus wirtschaftliche: und kulturellen Gründen), aber im Augenblick, wo s•1 zerbricht, Ströme von Heilt und Musik einer überrasch!«־ Menschheit in die Seele wirft. Aus den Zeichnungen von Budko empfängt <k: Leser allerdings nidits: cs sind kleine, ganz ailgcme! gehaltene Vignetten, künstlerisch auf dem Niveau ei® pliantasicamien Handwerks. Vor den Radierungen v« Steinhardt empfindet man schon etwas. Steinhardt lu! das Leid und das Leben seiner ostjüdischen Brikl« erlebt und in zahlreichen Werken die Tragödie ein«׳! Menschheit von ihren Gesichtszügen und ihren Hd" Stätten abz.tischrcibcn gesucht. Leider kommt er יי den Radierungen dieses Werkes über eine gewi-;' Theaterstarrheit der Figuren nicht hinaus. Ins La® schaftliche und Räumlidie ist dagegen mancher schön« Traum vom Ghetto cingcwobcn. Wie ein großer Illustrator über seinen Roman, W und schwebt sich Nadels Gedichtwerk über seine Radier« hinweg. Budkos Vorlagen sind so belanglos, daß d« Zusammenhang zwischen Bild und Gedicht gar mehr zu finden ist. Der Ballast von Verpflichtung^ ein Bild zu deuten, und sielt selbst auszusprechen, drück• leider deutlich auf die zwölf Gedichte vom ״Jah<■ 5*י Juden“. Feste, Tcmpclgesängc und Gebete sind Pä״ phrasiert, so eigen, wie cs in der nidit geringen Li«■ ratur dieser Art noch nicht geschehen ist. Aber darin*1 hinaus schwingt sidi keins der Gedichte. Seele und Weisheit erfüllen dagegen die Oedich« zu den Radierungen von Steinhardt: ״Rot und glüht״‘• Ist das Auge des Juden“. Die Blätter boten Wiiklichkcit und Nadel schrieb ihr Singen und Den*« nieder, wie sie es in ihm wadiriefcn. Ja, das ist die5׳ große, urtümliche Welt vom Grübeln und Leiden, 0« Anrufungen und Lobpreisungen Gottes. Wie <זחייז"£ faltig sind sdion die Formen dieses wunderbaren kl«*0