Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 23 (21.3.1922)
- Date
- 1922-03-21
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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P(<*l>perke««eneml Wien», Koala Nr, 156 Q301. für iWiechoalowskeil Poataperkeueoeist Pr»f, Kaat• Kr. 16405a — KedekÜooMchluB &oaot•* uod Mittwoeb ■■cbmittaf. בא' אדר* תרס״ב | xxvn. jahrg. «1 "" ^“*“״ ־ יי "" . . 91rZionismus erstrebt fOr das JQdlsche Voll» die Schaffung alnor OStentltch-rcchfllch gesicherten Holmstfitte In Palästina. ״Basaler Programm*•, ) f *IW 1 1 ןףי^י«ןנ*/*fK •f'—ij f! ן*ין *JutJL ■irn-4 V4 JjÜL JhI LI jll'iiel. Kommunique ntelfe &01am H Berlin, den 16. März 1922. Zu Beginn der zweiten Sitzung, Donnerstag, ja! 16. März, 10 Uhr vormittags, erstattet das Mit-;Kaßcb J!liedder Exd(utive׳ Hen Licht he im, das Re- L ._ .ד| int über; «wb* s%| Immigration und Organisation.!״!."*****,Jflcrr Lichtheini berichtet über die Verlegung der!;,!rniigrahons-Zentrale nach Palästina. Es ist eine Konferenz der Palästinaämter in Wien geplant, doch;i «s schwer, im gegenwärtigen ungeklärten Staäini die praktischen Fragen definitiv zu regeln. Lichtheim erörtert die Haltung der palästinensischen Behörden, die sehr rigoros ist und berichtet über di« Bemühungen der Exekutive, die Kontrolle der Zionistischen Organisation über die Einwanderung »ieder herzustellcn. Die Verhandlungen mit der englischen Regierung schweben noch, da die Regierung die Einwanderungsfrage nicht ohne Zusammenhang mit der Frage der Konstitution belandein will. Redner schildert die Schwierigkeiten L ♦ { der Arbeitsbeschaffung für die Chaluzim in Pa- EI I ästina, besonders wenn ungeeignete Einwanderer!׳ tommen, was nicht verhindert werden• kann, so- | j ange das "Zertifikatsystem nicht wieder eingeführt t ן< ist Redner geht dann zur Besprechung organisa־ lorischer Fragen über und erklärt die Notwendig- (dt einer intensiven Schekelaktion und eines Sonierbeitrages für organisatorische Zwecke der Exetative, da die Gelder des Keren Hajessod für lesen Zweck nicht herangezogen werden können. Zum Schluß geht der Referent auf die Frage ein, «eiche Maßregeln die Organisation nach der Erteilung des Mandates zu ergreifen hat, um die Mitarbeit aller Juden beim Aufbau Paläilinas zu sichern. Hierauf berichtet Herr N a i d i t s c h über die Tätigkeit des Finanz- und Wirtschaftsrates. xMf)nus i: jtvufalcm ihbn'n! .**״• ^1 F»rtj»prfr tl Ale 8. 41; i, Hüna.tr. tldnllun•. , Hoiwi'1110 I. R«.t»0M י Ant.iolit 4♦■ in 8yo1«o*® עדת• f telnplRtiS® FStreng i| ®besondere über die Aktion für die Hypotheken-!<?11• |f5änk und die Vorbereitungen des I. C. T.-Drive. »p »1 hierauf bespricht er die finanzielle Situation und ' 1 angcnomildie bisherigen Erfolge des Keren Hajessod?61. Norden fjp ungenügend, insbesondere haben einige Länder _ 4, «Jiis Ostens noch lange nicht ihre Pflicht getan. ÖI1I Iwj ledner charakterisiert die Opposition, die von seiten JÄulf״ Marmorek-Gruppe gemacht wird, um den r!t• j| ,en Hajessod zu schädigen. Um den Keren Bbu 1*|Hajessod zum Erfolg zu führen, müßten gerade iof 8»Ti1c״yrtte besten Menschen in den Dienst der Organisa- •1 F»1t11c»6| ton treten, «das aber wird durch die unqualifizierbanq —agi Agitation gegen die Beamten unmöglich gemacht. In©t 4י«ר Das Mitglied der Palästina-Exekutive, Judgc 0״senblatt, der sich gerade auf der Reise von ™crika nach Palästina befindet, berichtet ausführüber die Situation in Amerika und erzählt Devon der dortigen Keren Hajessod-Arbeit. Er jWlärt, daß die amerikanischen Zionisten die Idee! j^eren Hajessod sehr ernst nehmen, wäh- ׳ l'fna er in einigen europäischen Ländern diesen! Kficbe rnst noch vermißte. Das Geld wird in Amerika iwnai! ר&'°" den mittleren und unteren Schichten auf geleim Ae 12a k ’ ",ährend die reichen Juden bisher versagt j gen• Rosenblatt betont, daß die Opposition der iiuag. fioni•'* 1 ra1'deis- Gruppe ganz anders sei, als die i na» •r*f! p Marmorek -Gruppe, denn die Brandeis- © (t *,1* ״ ןnippe arbeitet nicht gegen den Keren Ha-!1 mstr. 91 ^sod. Der Keien Hajcssixl müsse als Steuer gustssth1 .*׳t werden, daher dürfe man auch keinen Ge-!. ׳f 4J.n 1n Aussicht stellen. Im1 weiteren Verlauf seiner ftr F>*«i־*‘|reträgt Rosenblrtt seine Anschauungen über die Ü!ÜL ^®™^6*Kiigkeit einej• Reorganisation des Apparates ktil iW a״a(dl 80^ Exekutive nach Palästina] Ü '*Iwl lCdc'n u״d nur die politische Vertretung in . ״ ml011 ^1״ben. Auch iml Budget ist eine Rcorgani- | mäl? 1frforder1^^.. z. B• müßte das Schulwerk all- Irreh | ״lc“ zum Teil vom Jischüw erhalten werden. ■jüSdwi^ff Herr ßlumerfeld setzt die Notwendigkeit Um«• M,lf tin,r?tär*<u״g der Zionistischen Organisation aus- ,phm**״» pif ,Jön ,׳ die nur dzrdt den Ausbau des Beamteniriicic»• gj^ara מ erfolgen könne. Dr. Barth beantragt f M0״r l.״®■ Kommission zur Untersucliung der pehkeit von Ersparnissen. Ferner beantragt er, ph»i״o״e daß an Stelle der nächsten Actions-Comitd-Sitzung eine Sitzung des Zentralkomitees einberufen wird, die sich mit der Frage des Weltkongresses zu beschäftigen hat. In der Nachmittagssitzung, die bis in die späten Abendstunden fortdauert, wird die Generaldebatte über die Politik sowie über die Sonderberichte fortgesetzt. Nachdem noch eine Reihe von Rednern sich ausgesprochen hatte, legte Weizman im Schlußwort nochmals die Eigenart der Situation dar und beschäftigte sich mit den vorgebrachten Argumenten. Weizmann wies darauf hin, daß die Weltlage sich seit 1917 erheblich gcändert hat, und daß auch andere Völker unter den Schwierigkeiten leiden, die unsere Arbeit beeinträchtigen. Im besonderen sind einzelne Gruppen und Persönlichkeiten in England heute anders orientiert, so daß z. B. Männer wie Northcliffc oder Lamington, die früher unsere Sache unterstützten, heute gegen uns auftreten. Aber diese Schwierigkeiten dürfen nicht überschätzt werden. Die maßgebenden englischen Faktoren halten fest an der einmal eingeschlagenen Politik. Wir müssen aber die Chance nützen, und es ist unerträglich, wenn gerade in schwierigen Momenten sogar zionistische Gruppen uns desavouieren und bloßstellen. Weizmann verbreitete sich noch über die Möglichkeiten einer großzügigen Araberpolitik. Der nächste Tag war der Besprechung der eingebrachten Anträge gewidmet, die von einer Kommission bearbeitet wurden. Das A.-C. sprach eine Reihe von Wünschen bezüglich des Verhaltens der Exekutive bei den Verhandlungen über die palästinensische Verfassung aus, insbesondere bezüglich der Stellung des Jewish agency und bezüglich der Immigrationsfrage. Es wurde eine Anzahl von Beschlüssen gefaßt, von denen nachstehende zur Veröffentlichung gelangen. Resolutionen Politik Das Actions-Comitö billigt die Politik der Exekutive der Zionistischen Organisation und unterstützt die von der Exekutive für die nächste Zukunft vorgcschlagenen politischen Maßnahmen. Schekelaktion Das Actions-Gomitö fordert alle zionistischen Verbände auf, die Schekelaktion in den nächsten zwei Monaten durchzuführen und in der gleichen Zeit die ihnen auferlegten Sonderbeiträge abzufüliren. Budget I. Nachdem1 das Actions-Comitö den Bericht des Wirtschaftsrates über die finanzielle Lage und Tätigkeit des Keren Hajessod gehört hat, stellt es fest, daß trotz der erfolgreichen Arbeit der zionistischen Delegation in Amerika auch noch jetzt das reguläre Palästinabudget nicht gedeckt werden kann, weil in einer Reihe europäischer Länder die entsprechenden Anstrengungen für, den Erfolg des Keren Hajessod nicht gemacht worden sind. Das Actions-Gomitd wendet sich an die breite jüdische und zionistische Oeffentlichkeit Europas, alle Kräfte anzuspannen, um die benötigten Gelder für die Deckung des Palästinabudgets zu schaffen, und fordert alle zionistischen Föderationen und Fraktionen auf, ihre besten organisatorischen und agitatorischen Kräfte der Keren Hajessod■ Arbeit zu widmen. II. In Anbetracht dessen, daß die Reduktion des landwirtschaftlichen Budgets eine Gefahr für die kolonisatorischen Anfänge darstellt, fordert das Actious-Gomitd die Exekutive auf, alle notwendigen Mittel anzuwenden, daß die angefangenen landwirtschaftlichen und öffentlichen Arbeiten in beschlösse־ nein Umfange ungestört fortgesetzt werden können. III. Das Actions-Gomüfi spricht der Delegation in Amerika für ihre mühevolle und er- ■j. folgreiche Tätigkeit seinen Dank aus. Die Kampagne der Opposition Das Adions-Comitt verurteilt auf 9 schärfste die in der letzten Zeit von einer Anzahl von Zionisten geführte Kampagne, in deren Verlauf sachlich ungerechtfertigte und formal schwer beleidigende Beschuldigungen gegen die Leitung der Zionistischen Organisation erhoben worden sind. Das Adions-Comite hofft, daß, unbeirrt durch die während dieser Kampagne erfolgten Angriffe, auch ln Zukunft die besten und verantwortungsvollsten Männer der zionistischen Bewegung ihre ganze Arbeitskraft in den Dienst der Zionistischen Organisation stellen werden. Ersparnis-Kommission In Uebercinstimmung mit dem Vorschläge der Exekutive wählt das Adions-Co!nit6 eine Kommission, um in sämtlichen Aemtem der Zionistischen Organisation in Palästina und im Oaluth festzustellen, ob und an welcher Stelle Ersparnisse möglich sind. Die Kommission soll der nächsten Sitzung des Adions-Comites Bericht erstatten. Geschäftsordnung Für die Ausarbeitung einer Geschäftsordnung des Adions-Gomit6s wird ein Ausschuß, bestehend aus dem Präsidium und den Mitgliedern des Actions-Gomit6s, welche in Wien ihren Wohnsitz haben, eingesetzt, der bis zur nächsten Actions- Comite-Sitzung die Geschäftsordnung auszuarbeiten und sie dem Acüons-Comitü vorzulegen hat. Dem gleichen Ausschuß wird der Antrag auf Einrichtung eines ständigen Büros beim׳ Präsidium des Actions- Comitüs überwiesen. Zionistisches Massenmeeting Am Sonntag, den 19. d. M., fand in Berlin anläßlich der Anwesenheit der Mitglieder des Oroßen Actions-Gomites eine große öffentliche Ver- Sammlung in der ״Scala“ statt. Der Saal war dicht gefüllt, und die Mitglieder der zionistischen Leitung wurden lebhaft akklamiert. Nachdem Herr Dr. Rosenberg als Vorsitzender der B. Z. V. die Ver* Sammlung mit einer Ansprache eröffnet hatte, ergriff zunächst das Wort das Mitglied dpr Exekutive, Judge Bernhard Rosenblatt. Nach Judge Rosenblatt, der in englischer Sprache die Grüße der amerikanischen Zionisten überbrachte, sprachen die Herren Minister Soloweitschik und Oberrabbiner Dr. C h a j e s, deren geistvolle, inhaltlich und rhetorisch gleich wirksame Ausführungen einen tiefen Eindruck machten, ln die Welt der Wirklichkeit führte dann die Rede des Präsidenten des Waad Leumi, Herrn Dr. Jacob Thon, zurück, der die Probleme des palästinensischen Judentums aufrollte. Die letzten Redner waren Abgeordneter Orünbaum und Herr Motzkin. Wir werden in der nächsten Nummer den Inhalt der Reden dieser wichtigen und sehr gelungenen Versamm■־ lung wiedergeben. Dr. Weizmann in Paris Herr Dr. Weizmann war gezwungen, bereits vor Schluß der Actions-Comite-Sitzung Berlin zu verlassen, da seine Anwesenheit in Paris während der Orientkonferenz der alliierten Staatsmänner erforderlich ist. Wie wir erfahren, hatte Dr. Weizmann in Berlin Gelegenheit, im Hause Professor Einsteins mit Dr. Rathen au zusammenzutreffen und sich mit ihm über die wirtschaftlichen Probleme des Palästinaaufbaus zu unterhalten. Herbert Samuels Zustand gebessert Auf die von uns in der letzten Nummer wiedergegebene Rcutcrmcidung über Herbert Samuels schwere Erkrankung erhielt der ״Jewish Chronicle“ ein am Dienstag, den 14. März, aufgegebenes Telegramm, das besagt, daß Herbert Samuel sich in Jericho aufhält und bald seine amtliche Tätigkeit wieder aufnehmen wird. Ein Reuter-Telegramm aus Kairo vom t5. März besagt, daß in dem Befinden Sir Herbert Samuels eine große Besserung eingetreten ist.