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Jüdische Rundschau · 1922-03-17 · Heft 22 (17.3.1922) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 22 (17.3.1922)
Date
1922-03-17
Page
– (sequence 5)
Language
German
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J U E DI SCH E RUNDSCHAU Seile 139 r,i» •>!Nr. 22 _—׳<*»* <jen *«'hranltt,. fcil1R‘lm1cn rbeten 9 ■2**• M 0n Mmn^ ך׳■/ «!׳*■•ץ״-ך ך״ד■ Liil %!*־', Engländer, Juden und Araber!wort an die palästinensisch-arabische Delegation (Von Leonhard St c i n*), London. Italer dem Titel »Ais! Heilige Land — die inohamine- . Ij^fistiidie Sache gegen den zionistischen An• *rt Qbcr-iyljii frlieli die palästinensisch-arabische Delegation in l. Unser j'don etwas, was sie eine offizielle Erklärung nennt. es Herrn >j ytscn der arabischen Delegation. gan mufi fcstlialten, daß die Delegation, obgleich zweifellos für einen gewissen Teil der öffentliche!»!?41AJ in Palästina spricht, keine offizielle Grundlage _ N t innen repräsentativen Charakter besitzt. Der ״Kon- Br/ezar••**31‘ •»״•-- •׳.—י״יי ״־׳-* ־*>•-• t Schüler :s Iten über eilte un«l an»! Binar in I!-■■wählt“ wurde, war ein Kongreß der mohammedanisch- In Ham•?-I'!-Jchen Ocscllsdiaft. Diese Gesellschaft ist ein selbstdner im if41״vdcter Verein, der nur ein beschränktes Mali von )r. Mar• f ״Wcrschaft in den Städten und wenige, wenn überdie Fr < 1w!pt welche, Zweigvereine in• den Dörfern besitzt, welche *tes i'itä als die Hallte der arabischen Bevölkerung ent- 1 ״bim Sie findet die entschiedene Gegnerschaft einer Ibtcfl Organisation, der ״mohammedanischen Gesell- Ijisft", mit Zweigvereinen in Haifa, Nablus, Tibcrias, lltorcth und einer Anzahl weiterer Hauptorte. Sie Kt vycit entfernt davon, das rückhaltlose Vertrauen r'Ocfftntliehkeit zu genießen, daß es ihr nicht gelang, durch welchen die Delegation ״gesetzmäßig prol>e- wurde wischen,!!glichen rtieueii. nschaft- H-eh mir einen einzigen entschiedenen Parteigänger in 1 durch• dessen len Cie• dec «n her in Utorität I. Kon- Ticodor tik zur damals chthare 1א ihm bat er hauptle zio- * eine essen Tätig- 1t der 0 Paicsell« e mitdiwieischen tfrccht!r Ab- Instiiftung chomchutz- Deutr als rnfgciftung lisehc נ bc- , das des lygicnchr: ischc, riolo- Inder. j ertrimg ־ offiteilen etwa e als einer eitert f ab• einer reine gung isses | das ן das *sität, Ein- mit l Sir Sani- ‘ auf und n zc :! die ge 11 reten Kt-! bc- *atoroiitphe;{f lokalen arabischen Presse zu füvden sind daß sie »st vor kurzem genötigt war, sich selbst ein Organ a suchen. Es braucht nur noch erwähnt zu werden, ll von den 7b Delegierten (nicht 96, wie irrtümj! erklärt), die an dem arabiscn-christlichen Kongreß, an d6m die Delegation ernannt wurde, tcilnahmen, dle 24 aus dem einzigen Bezirk Nablus kamen. Unter fern Umständen ist die kühne Behauptung, die Dele- ן» sei die ״rechtmäßige Vertretung aller arabischen ■׳»ohncr des Landes“, höchst irreführend. Die Mit- ,«der der Delegation haben ein gutes Recht, gehört n werden; aber man sollte verstehen, daß sie in keinem sine die frei gewählten Vertreter der arabischen Be- .;.emog sind. Die angeblichen Zusagen an die Araber. Ke Delegation beginnt Wir Plädoyer mit der Bcb!ptung, daß Großbritannien Zusagen, die den palästizwischen Arabern während des Krieges gegeben!»den, verletzt, wenn es die BaJfour-Deklaration und :;e internationalen Vereinbarungen, in denen sie entüittn ist, in die Tat umsetzt. Es ist zu beachten, daß, selbst wenn diese Zueren viel klarer wären, als von den Delegierten selbst Mnuptet wird, ihre Existenz an sich noch nicht eine allere Reihe von Zusagen ungültig machen könnte, «!die mindestens ebenso bindend sind, welche ganz zweideutig sind und welche das Verdienst für sich Lben, daß sic Großbritannien die Sympathien von H Millionen Juden da־ ganzen Welt gesichert haben. Doch gibt cs tatsächlich keinen solchen Widerspruch, »ie behauptet wird. Die Zusage, auf welche sich die Mcgation stützt, ist jene, die sie in einem Briefe zu bien fertig bringt, welcher von Sir H. Mac MaJiou מ Jahre 1915 nicht an die palästinensischen Araber, ®׳•dern an den Scherif von Mekka gerichtet wurde, »eit entfernt davon, eine klare Verpflichtung auch nur lim Scherif gegenüber zu enthalten, bczcichnete dieser Kef mir eine Etappe und nicht die letzte Etappe in '«r ״langen und zu keinem endgültigen Ergebnis *enden Korrespondenz“, wie vor kurzem erst der Vorjler des Auswärtigen Amtes“) im Unterhaus gesagt Die Korrespondenz schaltete ausdrücklich die Gcle ans, in welchen Großbritannien nicht ohne Be- 1»!räclitigung der französischen Interessen handeln Güte — eine Bezeichnung, die sich cingcstar.deners j*׳cn (unter anderen) auch auf Palästina bezog. Ihr *alt wurde von Oberst Lawrence*“), einem Manne, -,a die Delegation schwerlich im Verdacht haben wird, « er die arabischen Ansprüche bagatellisieren wolle, jain zusammengefaßt, daß unter jener Einschränkung Unahhängigkeit der Araber anerkannt werden sollte, arabische Erhebung gegen die Türken vorausv Es gab keine solche Erhebung in Palästina. «aber hatten nach den eigenen Darlegungen der ״stfgation nicht den geringsten Grund, gegen die Türken ״rebellieren, welche, wenn man der Delegation glauben ) alästina gestatteten, ״tatsächlich selbständig zu A 11,sofern lokale Angelegenheiten in Frage kamen“,;»er,als ״Gouverneure, Richter und Beamte“ ernannten ,11',׳lc. Ara״cr als Partner in der Regierung betrach- #-״ fr u lc ״,'*tr solchen Umständen nur zu erwarten!yl’■. 1 (E|S arabische Palästina während der dcutscln- U .״ .!* Operationen völlig passiv, während anderer- ״ f.׳״I™*sehe Kolonisten, deren Dienste später von den L1•u■rochörden öffentlich anerkannt wurden, mit den Sv׳!!•?«. ,E r,1ppc־r1 unter eigener LebensgefaJir zu- 3MitiihnW 1 cn!mc' dt ei jüdische Bataillone unter Lord 1411t , Teil des ägyptischen Expcditionsliceres f Ar1־h , c Erklärung, daß ״die palästinensischen i!va״.״r n1Cit l״lr der britischen Armee freundlich gesinnt «״,־!,. f)l״E׳rn sic bei ihrer schweren Aufgabe wirk- \ lü. .1flcrslüfzten“, hat tatsächlich keine Grundlage.? iaür" C״t״tzllnß׳״ von der die Rede ist, ist durchaus 'iM1 ״ dem entschiedenen Wunsch geleitet, auf Cl c des Gewinnenden zu stehen, drängten sich die! f:n׳r VP:1S Eolgcnde ist die vollinhaltliche Ucbcrsetzung S 4 J*1?« Broschüre, “The Truth about Palcstine׳', lOrMnit Tagen vom Hauptbüro der Zionistischen \l iaiai Kܰn ,'״ London hcrausgcgcbcn wurde und in- Img Ums bc« mt- ״,,;^.i^^nderes Interesse verdient, als sie die offiziöse ׳•׳aidaa <5cr Zionistischen Exekutive auf die Propa- L״?-״ arabischen Delegation darstcllt. In seinem Wffe1HlLrc^cn וי" die ״Times“ anläßlich der An- ׳«!f 47™״Northcliffes hat sich audi Weizmann *•I m "381״,büre berufen. (OffbLi Harmsworth, Unterhaus, 24. Oktober 1921 '׳״״selb;Protokoll, Spalte 461). ׳״ ׳ne Times“, 11. September 1919. Araber zur Hilfeleistung der Sieger, als der Sieg bereits gewonnen war. Das ist die Zusage, die durch die britische Politik in Palästina angeblich verletzt sein roll eine Verlctzimg, wie hinzugefügt werden kann, über die von König Hussein keüv Wort verloren wurde, an den die Zusage doch in Form und Inhalt gerichtet war. Die ganze Kampagne der Delegation in dem Kapitel ״gebrochene Zusagen“ ist auf dieser vagen politischen Erklärung aufgebaut, die an Bedingungen geknüpft war, welche die palästinensischen Araber ztt erfüllen unterließen, und die in einer allgemeinen und zu keinem endgültigen Ergebnis führenden Korrespondenz enthalten ist, an der sie gar nicht beteiligt waren. Es wird nicht einmal behauptet, daß die Araber in Palästina noch sonst irgendein Versprechen zu einer Zeit erhalten hätten, wo es möglicherweise ihre Haltung während des Krieges hätte beeinflussen können; auch wird gar kein anderer Schritt zur Unterstützung der Beschuldigung wegen Treulosigkeit angeführt, mit einziger Ausnahme feiner Proklamation, die Lord Allcnby angeblich ״im Namen von England, Frankreich und Amerika“ (so!) am 14, Ok* tober 1918 erlassen haben soll, also zu einem Zeitminkt, als der Krieg mit der Türkei zu Ende war. Der imaginäre Charakter dieser Proklamation ist von weitem erkennbar. ״Amerika“ war keine kriegführende Partei der Türkei gegenüber, und Lord Allenby war nicht in der Lage, in seinem Namen zu sprechen. Die angebliche Proklamation vom 14. Oktober 1918 ist tatsächlich eine Fiktion. Die einzige ״Proklamation“, auf die sich die Behauptung vernünftigerweise beziehen kann, ist die englisch-französische Deklaration vom 7. November 1918, die durch Lord Allenby am 14, November im besetzten feindlichen Gebiet verlautbart wurde. Es gcnügt fest/nlialten, daß dieses Dokument zwar ausdrück• lieh von Syrien und Mesopotamien spricht, Palästina aber an keiner Stelle erwähnt; auch ist cs unmöglich, es vernünftigerweise als eine stillschweigende An!1ullierung der Balfour-Deklaration zu interpretieren, die bereits seit mehr als einem Jahre öffentlidi bekannt gemacht und nach der eigenen Darlegung der Dclegation der arabischen Bevölkerung Palästinas zur Zeit der Erklärung Lord Aiicnhys wohl bekannt war. Das sind die ״feierlichen Zusagen“, mit welchen die Erfüllung des britischen Versprechens an die Juden angeblich unvereinbar sein soll. Es ist nur notwendig, sic zu analysieren, wie sie von der Delegation selbst dargclegt werden, um sich davon zu überzeugen, daß eine solche Unvereinbarkeit nicht besteht. Und wäre es anders, so wäre cs ja unbegreiflich gewesen, wie Viscount Grey, der während der Verhandlungen mit König Hussein, auf die sich die Delegation bezieht, das Foreign Office leitete, erklärt haben könnte — j wie er dies im Dezember 1917 tat — ״er sei in völliger Uebcreinstimmung mit der durch Mr. Bnlfour gegebenen Erklärung und sei sehr erfreut darüber, daß sic als die Auffassung der britischen Regierung öffentlieh kundgemacht worden sei“.! König Feisal und die zionistischen Bestrebungen. Wenn der angebliche Treuibruch feinem so hervorragenden Staatsmann wie Viscount Grey unerkennbar war, sc war er einem Manne ebenso unerkennbar, der weit eher berechtigt wäre, für die arabische Welt zu sprechen, als die Mitglieder der palästinensischarabischen Delegation. Am 1. März 1919 erklärte König Feisal, der Solu» König Husseins, der damals die arabische Sache vor der Friedenskonferenz vertrat, in einem Briefe, zu dessen unverzüglicher Veröffentlichung die Ermächtigung gegeben wurde: ״Unsere Deputation in Paris kennt durchaus die gestern durch die Zionistische Organisation der Fricdenskonferenz unterbreiteten Vorschläge, und wir bctrachten sic als maßvoll und angemessen. Wir wollen unser Bestes tun, ihnen zum Durchbruch zu verhelfe», soweit es auf uns ankommt; wir werden den Juden einen herzlichen Willkommen daheim bieten. Mit den Führern Ihrer Bewegung, insbesondere mit Dr. Weizmann, hatten wir und haben dauernd die besten Beziehungen. Er hat unserer Sache viel geholfen, und ich hoffe, daß die Araber bald in der Lage sein werden, den Juden eine Gegenleistung für ihre Freundschaft zu!rieten. Wir arbeiten zusammen für einen reformierten und neiibclebten Nahen Orient, und unsere beiden Bewegungen ergänzen e i n a 11 d e r. Die jüdische Bewegung ist national, aber nicht imperialistisch. Unsere Bewegung ist uational, aber niclit imperialistisch. In Syrien ist Raum für uns beide. Ich glaube tatsächlich, daß keiner ohne den andern zu einem wirklichen Erfolg gelangen kann. ' - Weniger informierte und weniger verantwortliche Leute als unsere und Ihre Führer hüben in Unkenntnis des Bedürfnisses nach Zusammenarbeit zwischen Arabern und Zionisten versucht, die lokalen Diffcrenzen ausztibeutcn» die notwendigerweise in Palästina während des ersten Stadiums unserer Bewegung entstehen mußten. Einige von ihnen haben zu meinenr Bedauern Ihre Ziele der arabischen Landbevölkerung und unsere Ziele der jüdischen Landbevölkerung falsch geschildert, so daß interessierte Parteien aus unseren angeblichen Differenzen Kapital schlagen konntcu. Idi möchte Ihnen meine feste Uebcrzcugung ausdrücke», daß diese Differenzen keine Prinzipienfragen, sondern Detailangclcgenhcitcii bctreffen, wie sic bei jedem Kontakt mit den beiiachbarten Völkern Vorkommen müssen und durch gegenseifigen guten Willen leicht beseitigt werden können. Gewiß werden sie fast alle bei näherer Bekanntschaft verschwinden.“ Diese Erklärung des guten Willens wurde von König Feisal in einem von ihm an Sir (damals Mr.) Herbert Samuel am 10. Dezember 1919 gerichteten und veröffentlichten Briefe wiederholt. Nach Erwähnung gewisser Mißverständnisse, welche zu zerstreuen, Sir Herbert Samucl Gelegenheit genommen, hatte, fuhr König Feisal fort; ״Ich bin fest überzeugt, daß das zwischen uns bestehende Vertrauen und die völlige Uebereinstimmung unseres Gesichtspunktes, die eine vollkommene Verständigung zwischen Dr. Weizmann und mir möglief! gemacht haben, in Hinkunft alle ähnlichen Miß- Verständnisse ausscluiltcn und zwischen uns die für den Erfolg unserer gemeinsamen Sache so notwendige Harmonie aufrecht erhalten werden." Uebcr die Vorschläge, welche König Feisal und seine Kollegen als ״maßvoll und angemessen" betrachteten Vorschläge, die in genauer Uebcreinstimmung mit der Balfourdeklaration stehen - sind die zionistischen Bestimmungen des Palästinamandates in keiner Hinsicht hinausgegangen. Wenn sie König Feisal recht waren, so kann mit Sicherheit angenommen werden, daß sie weder den arabischen Rechten, noch den britischen Znsagen Gewalt antun. Die Balfourdeklaration und der Schutzder arabischen Rechte. Die einzige ausdrückliche, den palästinensischen A.raberii während des Krieges gegebene Zusage ist in Wirk- Üdikcit die in der Ikilfourdcklaration selbst enthaltene, welche ihre bürgerlichen und religiösen Rechte ohne Vorbehalt garantiert. Oesidiert durch die Anwesenheit des britischen Mandatars und bekräftigt durch die Autorität des Völkerbundes, dem der Mandatar letzten Endes verantwortlich ist, wurden und werden diese Rechte peinlieh respektiert. Dies ist ja eine ganz selbstverständliche Rache. Es ist keine Konzession und macht auch keinen Anspruch darauf, eine zu sein. De ausdrücklichen Zu- Sicherungen, welche die Balfourdeklaration in bezug auf die niditjiklischc Bevölkerung enthält, sind niclit mehr als eine formelle Anerkennung von Ansprüchen, die durch allgemeine Uebcreinstimmung aJs gültig in Kraft sind und die in Frage zu stellen auf keiner Seite die geringste Neigung besteht. Es besteht andererseits kein Grund zu behaupten, daß die bürgerlichen oder religiösen Rechte der nichtjüdischen Bevölkerung auch nur im geringsten Orade verletzt wurden. Um irgend etwas vorzubringen, was einer plausiblen Behauptung nahekommt, war die Delegation genötigt, sid! auf «hiefe Behauptungen zu verlegen, die skh in einzelnen Fällen zu reinen Erfindungen verstiegen. Die Regierungsbeamten. So wird tl B. behauptet, die Regierung sei in zionistischcn Händen, und der ״High Commissioncr, der Justizsckretär, der Handelskontrollor, der Drektor für Handel und Industrie, der Immigrationsdief, sie alle seien Juden“. Der Handelskontrollor und der Drektor für Handel und Industrie sind eine und dieselbe Person. Der ,,Immigrationsdief“ ist gar kein Jude. Der Justizchef ist ein englischer Jude, aber der Zivil- und der Finanzsekretär, beide höher im Range als er, sind dtristlidie Engländer, ebenso der Oberlichter von Palästina sowie sämtliche Bczirksgouvenieure und so gut wie da» ganze Personal der höheren Beamten mit verschwindenden Ausnalwncn. Die im vorläufigen Bcrid!t des High Commissioncr (Rcgierungsdrudcsache 1499, Seite 25) angegebenen offiziellen Ziffern zeigen, daß im höheren Dienst insgesamt nur 50 jiidisdie Beamte unter einer Gesamtzahl von 300 sind. Was den niederen Denst anlangt, so zeigt derselbe Bericht, der der Delegation leidit zugänglich war, deutlich, wie grundlos die Klage ist, daß ״jedes Regierungsdepartement von Juden überschwemmt wurde“. Die witklidien Tatsadien sind, daß unter 2130 niederen Beamten bloß 566 Juden sind, wäbrend die Christen, die etwa elf Prozent der Bevölkerung zählen (siche den Vorläufigen Bcridit des High Commissioner, Seite 4) 1013 oder 49 Prozent der niederen Beamten stellen. Mohammedanische und christliche W a k u f s. Ebenso grundlos ist die Behauptung, daß sich die Regierung Palästinas unangebrachte Einmischungen in die Verwaltung mohammedanischer und christlicher Walrufs (frommer Stiftungen) zuschulden kommen läßt. So weit entfernt von der Wirklichkeit ist diese Behauptung, daß auf ausdrückliche Empfehlung einer repräsentativen mohammcdanischcn Konferenz, welche eben versammelt war, ab die offizielle Erklärung der Delegation herauskam, ausführliche Bestimmungen für die Verwaltung mohanmiedänischer Wakufs durch rein mohammedanische Wakufkomitees getroffen wurden, die in Verbindung mit einem obersten mohammedanischen Reügionsrat wirken. Der volle Text der betreffenden Verordnung kann in Nr. 58 des Amtsblattes (Seite 2) nadigelcscn werden. Was den Verkauf von Wakufcigentum der gricchich-orthodoxen Kirche anlangt, so wurden die hierüber in Umlauf gesetzten böswilligen Verleumdungen als bloße Erfindungen in einem offiziellen Communique, das die wirklichen Tatsadien darstcllt, entlarvt. Der Verkauf wurde durdi die hoffnungslose Zahlungsunfähigkeit der orthodoxen Kirche notwendig, welche keine anderen Werte besaß, als ihren Grundbesitz; er wurde unter der Leitung einer Kommission durdigcfiihrt, deren Vorsitz der Oberrichter von Ceylon führte, und die ausschließlich aus Christen bestand. Er betraf bloß ״Bauplätze, die in den letzten Jahren zu Investitionszwecken angekauft waren", die keinen kirchlichen Charakter hatten; um! wenn diese Bauplätze in kleineren Parzellen ausgeboten worden wären, so wäre es unwahrscheinlich gewesen, daß einzelne kleine Käufer für eine ganze Reihe von Jahren imstande gewesen waren, einen Betrag zu bezahlen, der dem erzielten Kaufpreis nahegekommen wäre". Der Verkauf wurde, mit anderen Worten, unter der Autorität einer rein •christlichen Körpersdiaft im ausschließlichen Interesse der Kirche selbst durchgeführt. Das ganze Tatsadienmaterial, welches der arabischen Delegation urimöglich imbekannt war, ist in einer Erklärung genau dargelegt, die vom Koloiüalamte der Presse mitgeteilt uml in den ״Times“ und anderen Londoner Zeitungen am 22. Dezember 1921 abgedruckt war. Wenn diese Entstellungen im einzelnen behandelt wurden, so geschieht dies, weil sic für diesen Teil des Streitfalles der Delegation typisch sind und eine Illustration dafür bilden, wie vorsichtig man sein muß, wenn man ihre tatsächlichen Behauptungen auf den obcrflächliehen Anschein hin anzunchmfcn geneigt ist.!

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