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Jüdische Rundschau · 1922-03-17 · Heft 22 (17.3.1922) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 22 (17.3.1922)
Date
1922-03-17
Page
– (sequence 3)
Language
German
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JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 137 j fl22 I Nr. 22 läitnisse fe‘> de!!'!es nach ׳ersuche I‘« Times“, f tbisclien 1■ Agudas ‘ eine nisinus, rebuiiR ,daß ervertraut I Schluß | ־en die e Aus.! n einer dischen bringt, F. L . dtc das tos und Inas, cliil י Otamicn an die sie mit :niipfen. fsarmce ahl auf »Itungs, n sind, itaillone Pfund Arme« * Zahl zu ver• 1 Wege mheiten iie all.!Stände, : haben d mich mg zu urcimi- M tun, vie die niemals ntwort* vir ge• in der die ge• ar he• ie Ade, gab Unter• )n Antamien verden überna auf Kosten i, daß llioncn dit so in ich it Me• ie uns Politik, rohner d wir te ist, 1g der * Icli s aufs ie wir 1. Das Zweck e (dies unser n Pakeilen ei die Seite 1/idere!n an, n, I ver- II und , zwar j Mai i still■ 0Tjn$1 noch emäö jrdci*. gute 5nnen hewij ln■ ie <* t hat insgesamt sind wahrend dieses Jahres 9000 Eminten im Lande eingetroffen, die selbst die Mittel f ihren Unterhalt haben. Die Zionistische Organisation ״rvv׳cnJctc ungefähr eine Million Pfund im Laude, in 'f Aufbau wichtiger Wasserkraftstalionen bei den £ti|(i!gew;isscr!» jes j<m]anS1 ferner auf dem Gebiete ן’, landwirtschaftlichen Entwicklung und des Chaussee- * s' siikI Fortschritte gemacht worden. Ich sehe nicht Wartrm diese Bewegung nicht im mäßigen Rahmen f'rtccsctzt weiden soll, um dem ganzen Lande, die arabtsdicn Einwohner inbegriffen, materielles Wohlergehen di bringen. Ich habe mit der schweren Frage der pa- Btincnsischcn Verfassung zu tun. Die arabische Dclcgalion, die hier weilt, sowie alle Araber, mit denen ich In Berührung komme, fragen: ״Wenn Sie eine freie Y׳trfaSS1mg für Mesopotamien geben können, warum tonnen nicht auch wir eine freie Verfassung haben?“ Ich habe beschlossen, bis zum weitesten Punkte zu gehen 0-1 eine Vertreterirv'.titutioa zu gewähren, ohne mich je- ,jodi in eine solche Lage zu bringen, daß ich mich außerstande sehe, unseren Verpflichtungen, an die wir infolge unserer zionistischen Politik gebunden sind, gerecht zu werden, ich muß in den Händen der Re- .jcriing soviel zurückbehaltcn, daß wir unsere Verpflichjungen durchführen können. Es werden also nur diejenigen Vorbehalte gemacht, welche auf die Maßregeln Bezug haben und die nötig sind, um unsere angesichts ganz Europas gemachten Versprechungen durchführen rr können Ich kann nicht garantieren, daß die Zukunft unberflkt bleiben wird und daß keine Mißlichkeiten vorkommen werden. Ich kann das weder für Mesopo►• tamien noch für Palästina versprechen. Ich kann nur meiner Meinung Ausdruck geben, daß unser Weg der beste ist, der unter diesen Umständen gangbar ist. Mehr noch als im letzten Jahre haben wir heute Grund anzunehmen, daß unsere Arbeit erfolgreich sein wird. Die Ursache, die das Unterhaus damals bewogen hat, die Fortsetzung unserer Besatzung in Mesopotamien und Palästina gutzuheißen, besteht aber heute in roch stärkerem Maße.“ Asquiths Rede: Während der Debatte ergriff der frühere Premier Herr Asquith das Wort und protestierte gegen die Steuerlast, die der englische Bürger infolge des Regimes in Mesopotamien und Palästina zu I tragen habe. ״Ich werde nicht sagen, wie ich über das Palästinaproblem denke“, betonte Herr Asquith. ״Ich habe cs bisher nicht gesagt und beabsichtige es auch in Zukunft nicht zu sagen. IchbinaberdesGlaubens, daß eine Verpflichtung zur Errichtung einer nationalen Heimstätte für die Juden in Palästina existiert ,Ob es gerecht oder ungerecht sei, es kann nicht zurückgenommcn werden.“ Ormsby-Gores Rede: Herr Ormsby-Gore betonte die Notwendigkeit einer gut disziplinierten, von tüditigen Offizieren geleiteten Gendarmerie. Denn die Anlässe, speziell die religiösen Anlässe zu Unruhen in Palästina sind sehr häufig. Der ,April‘sagte er, ist ein gefährlieber Monat. Jedes Jahr im April wird die Gendarmerie besonders wachsam sein müssen und, falls die katholischen und die griechischen Ostertage mit dem jüdischen Passahfest und dazu noch mit einem mohammedanischen Fest zusammen fallen, auch noch militärische Unter- Stützung brauchen.“ Sir J. D. Rees hielt darauf ein Rede, in welcher er die Frage aufwarf, ob das palästinensische Mandat nicht zurückgenommcn werden könnte. Dannsprach Colonel Wegdwood, einer der leitender! Mitglieder der Arbeiterpartei. Er gratulierte Herrn Churchill dazu, daß er Palästina eine würdige Verfassung gegeben habe 1»״ erklärte, solange in Jaffa und Jerusalem Pogrome Vorkommen, könne eine vollständige Selbstregierung im Lande nicht erlaubt werdet». Er betonte, daß die jüdischen Emigranten in Palästina keine Boische- »׳isten sind, daß die Chaiuzim im Gegenteil ein sehr gut erzogenes, arbeitswilliges Element seien. Im Namen der Arbeiterparteien erklärte noch Colonel Wedgwood: Hätte die Arbeiterpartei die Regierung in Händen, würdc ihre Politik die sein, Palästina selbständig zu machen und dem Lande nur finanzielle Unterstützung in Fonn von Anleihen zu leisten. An der Debatte nahm noch Lord Eustace Percy, Herr Malone und Herr Macquisten teil. Die Ausführungen Churchills zeigen das Bestreben, beiden Teilen gerecht zu werden, und arabische Opposition und ihre englischen Freunde aus dem Northcliffeiager zu beruhigen. Churchill betont aufs Neue die Unverbrüchlichkeit der Balfourerklärung und stellt die Oerechtig- *eit der jüdischen Forderungen erneut 8■״L Auf der anderen Seite versteht Churchill die Mißstimmung arabischer Kreise über die jüdische Arbeit im Lande und bemüht sich, diese Stimmung beseitigen. So ist wohl seine Bemerkung über dt״ .,Bolschewismus“ zu verstehen. Auch diese “ede Churchills legt erneut!Zeugnis von dem un- Jschütterlichen Willen der englischen Regierung ab, die Balfourerklärung zu einer Realität zu, machen Ein Palästina-Teil der ״Jfid. Rundschau“ Auf Anregung des Gesinnungsgenossen Herrn Adolf Böhm, Wien, haben wir uns entschlossen, ab April d. J. einen separaten Palästinateil in unserem Blatte zu eröffnen, der in regelmäßigen Intervallen erscheinen soll. In diesem Teil sollen vor allem1 die vielen zerstreuten Materialien und Daten über die Grundlagen der zionistischen Arbeit einem breiteren Leserpublikum zugänglich gemacht werden, Des weiteren sollen die Probleme der Kolonisation in einer möglichst präzisen Form, mit Hinblick auf die unmittelbare Tätigkeit iin Lande, zur Erörterung gelangen. Hierbei sollen die im Lande selbst Tätigen in erster Reihe zu Worte kommen. Diese Abteilung wird von Adolf Böhm im Verein mit unserer Schriftleitung redigiert werden. Zu- Sendungen und Artikel für sie bitten wir an Adolf Böhm, Wien XVI, Wilhelminenstraße 29, zu richten. Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“. 6rcz-10rael Die Tätigkeit der Arbelterbank Die Direktoren der Arbeiterbank können über eine beträchtliche Tätigkeit der Bank in den zwei Monaten seit ihrem Bestehen berichten. Verschiedenen Arbeitergruppen sowie dem Departement für Ocffentliche Arbeiten in der Allgemeinen Aibeiterorganisation wurden Anleihen bewilligt, Im Laufe des Dezember und Januar wurden mehr als 6000 Pfund als Rückzahlung auf Anleihen eingenommen, Folgende neue Darlehen wurden bewilligt: 1400 Pfund unter der Garantie der Zionistischen Organisation für die Einrichtung von Milchwirtschaften, 1500 Pfund für die Fortsetzung des Straßenbaus in Rischon, 800 Pfund für die Gruppe, die jetzt das Rcgicrungshaus in R am Ich baut, 800 Pfund für Konsumgenossenscliaftea. Kolonisation und Landwirtschaft Unter der Leitung des ׳Kolonisationsdepartements( stehen jetzt 37 000 Dunam bebauten Landes. Diese! Zahl wird sich sehr vergrößern, sobald die Besitzungen im Einck Jcsreel unter Kultur genommen werden. In Kfar Mahalul sollen 80 und in Giwath Jeoheskiel 60 Familien angesiedelt werden. Die loa hat zehn Koionistcnsöhncn aus Rischon-le- Zion zur Ansiedlung 350 Pfund als Darlehen gegeben. In R!schon-lc־Zion, Nachlath-Jchuda, Beer-Jacob und Katra werden Versuche mit dem Anbau von Tabak gemacht, die von der Regierung unterstützt werden. Die P. L D. C. hat in der Gegend von Kfar-Saba und Tel-Chaj bei Pctach-Tikwah 5000 Dunam gekauft Dieses Land soll an die Achusah von New York verkauft werden. Diese beabsichtigt, auf dem Lande eine industriell-landwirtschaftliche Siedlung anzu'egcn zur Entwicklung der industriellen Verwendung Landwirtschaftlicher Erzeugnisse in Palästina. In Tel-Awiw hat die P. L. D. C. 240 Dunam gekauft. Das Land zieht sich an der Küste hin. Es soll Tel-Awiw die Möglichkeit geben, sich nach dem Norden auszudehnen, Das Land wurde verschiedenen Baugesellschäften verkauft, die aus Bewohnern von Tel-Awiw bestehen und ungefähr 200 Mitglieder zählen. Sie sollen int Frühjahr mit dem Bau beginnen. Straßenbau Der Straßenbau hat ln den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Die Straße von Haifa nach Djeda ist fast vollendet, cs arbeitet nur noch eine Gruppe dort. Die Straße von Afuleh (Mcrchawjah) nach Nazareth ist in der Hauptstrecke vollendet, auch dort arbeitet noch eine Gruppe. Im Laufe des März soll die Straße von Tiberias nach Seinach (am Ausfluß des Jordans aus dem Tibcriassee) vollendet werden. Vorbercitungsarbeiten werden zurzeit für eine Straße unternommen, die die hauptsächlichsten jüdischen Kolonien verbinden soll. Einige weitere Straßen sind vollendet. Import and Export von Jaffa zeigen für 1921 eine wesentliche Zunahme gegen 1920. Die Einfuhr betrug 19») 31000 Tonnen, 1921 59 694 Tonnen. Der Export betrug 19») 5684 Tonnen verschicdene Güter und 505 498 Orangenkisten, 1921 betrug der Export für die verschiedenen Güter 12 212, der von Orangenkisten 877 073. ׳ Die Mandelernte in Palästina wird in diesem Jahre voraussichtlich eine sehr gute sein. Der bei weitem größte Teil der Mandelkulturen befindet steh in jüdischen Händen. Das Gebiade für die Jerusalemer N*tionalbibl!othck In Berlin fand eine Sitzung des Komitees des Woiffsohn -Fonds (Dr. Kätzenellensohn-Libau, J. H. Kanu-Haag, Hans HcrzI und Dr. Leszimky-Berlin) jtatt. Das Komitee verhandelte mit Prof. Dr. Heinrich Löwe wegen der Errichtung eines Gebäudes für die Nationalbibliothek in Jerusalem und bevollmächtig e üin, bei seiner Anwesenheit in Palästina die hierfür nötigen Verhandlungen zu führen. Prof. Heinrich Löwe ist für einige Monate nach Palästina abgereist. Hmeriha Keren Hajessod in Amerika Die Vorbereitungen für die Werbetätigkeit für den Keren Hajessod, die, um nicht auf die Kam- »agne des ,,Joint-Hiifskomiice“ störend einzuwirten, vom 16. April auf den 1. Mai verschoben worden ist, werden mit Erfolg fortgesetzt. 1500 freiwillige Sammlerinnen haben sich bereit erklärt, ihre Dienste während der ganzen Sammclzeit zur Verfügung zu stellen. Listen von Freiwilligen werden in allen Städten aufgestcilt. Bei Gelegenheit des Besuches von Herrn Jabotinsky in Boston haben sich 300 Personen in die Liste der Haussammler cintragen lassen. Die Zionisten Bostons veranstalteten ein Bankett zu Ehren Jabotinskys. Am Schluß desselben wurde dem Ehrengast ein Scheck auf 25000 Dollar für den Keren Hajessod überreicht In Porti and (Oregon), sprach Nahunt So ko low auf einer Versammlung, auf welcher 15 000 Dollar für den Keren Hajessod gezeichnet wurden. In Seattle (Washington) wurden durch Herrn Sokolow auf einer Versammlung 13 000 Dollar gesammelt Die Annahme der Einwanderangibill im Repräsentantenhaus Washington, 11. März. (J.C. B.) Das Repräsentantenhaus nahm die vom Mr. Johnson im Namen der Einwanderungskommission vorgeschlagene Einwandcrungsbill, kraft welcher die 3 0/״-Quote bis zum 30. Juni 1923 weiter in Geltung zu bleiben hat, mit 280 Stimmen gegen 36 an. Nach der Abstimmung brachte Mr. Johnson eine Resolution ein, wonach alle gegen Kautionserlag bereits hereingelassene Einwanderer, von nun an als ständige Einwohner der Vereinigten Staaten zu betrachten sind. Hingegen soll künftighin das Quotengesetz mit aller Strenge gchandhabt werden. Die Einwanderungskommission sei mit ihrer diesbezüglichen Arbeit mach nicht zu Ende, sie werde demnächst eine Vorlage zur Verschärfung der Einwanderungsverordnungen einbringen. Die der Ab- Stimmung vorausgegangene Debatte hat im ganzen 40 Minuten gedauert. Die jüdische Einwanderung als solche wurde diesmal in der Debatte nicht berührt. Mr. Johnson stellte mit Genugtuung fest, daß das verlängerte Quotengesetz in seiner beabsichtigten strengen Durchführung, die wöchentliche Einwanderungsziffer von 15 000 auf 1500 herabmindert. De Vereinigten Staaten werden nie mehr zur freien unbeschränkten Einwanderung zurückkehren. Der jüdische Kongreßmann Siegel griff in seiner Rede die Bill in schärfster Weise an und führte aus, daß kein angesehenes Blatt in New York mit der gegenwärtigen Bill übereinstimme. Er legte schärfste Verwahrung dagegen ein, daß auch die Einwanderung von Studenten durch dieses Gesetz verboten wurde, während man der Studenteneinwanderung aus China und Japan, auf Orund des ״Gentlemans- Agreement“, eine Reihe von Zugeständnissen machte. Mit Ausnahme eines Deputierten stimmten sämtliche Kongreßmänner Oroß-Ncw Yorks gegen die BiiL Bcdauerlicherwelse haben zwei jüdische Kongreßleute, Rosenblum und Kraus aus Westvirginia und Indiana, ihre Stimmen für die Bill abgegeben. Der jüdische Deputierte aus Kalifornien, Mr. Cohn, fehlte überhaupt bei der Abstimmung. De im Repräsentantenhaus angenommene Bill ist bereits dem Senat zugegangen, wo sie manchen Kampf vor deren Annahme zu bestehen haben wird. Oesterreich Die Ernennung eines österreichische■ Konsuls für Paläs'ina Wien, 10. März (J. C. B.). Zu der bevorstehenden Ernennung eines Zionisten, des Baumeisters Schwarz, zum Leiter des österreichisehen Konsulats in Palästina, erfahren wir, daß sich die Angelegenheit bereits im österreichischen Ministerium des Aeußern befindet, welches bei der österreichischen zionistischen Organisation um Referenzen über den Kan« didaten angesucht hat. Die zionistischen Referenzen dürften also für die Entscheidung des Ministeriums des Aeußern in dieser Angelegenheit ausschlaggebend sein. Russland Der Zionismus in der Sowjeiukraine Riga, 6. März. (J. C. B.) Der Moskauer ״Eme»״ veröffentlicht einen längeren Bericht des Zentralbürot de! jüdisch-kommunistischen Sektionen, demzufolge die zio• nistischc Bewegung trotz der von den jüdischen Korn׳•!ministen gegen sie getroffenen Maßnahmen, ansehnliche Fortschritte in der Ukraine macht. Der Bericht stellt fest, daß der Zionismus in der Ukraine einen unerwarteten Aufschwung nimmt, obwohl die Zionisten ihre Tätigkeit unter außerordentlich erschwer« ten Umständen entwickeln müssen.

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