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Jüdische Rundschau · 1922-03-14 · Heft 21 (14.3.1922) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 21 (14.3.1922)
Date
1922-03-14
Page
– (sequence 2)
Language
German
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M. Seite 130 JUEDISCHE RUNDSCHAU Ein neuer Brief Baifours Sir Artlmr James jt a 1 fo u r,der bei einem Meeting der English Zionist Federation am 13. Mürz in London hätte sprechen sollen, sandte folgenden Briet an t>1. Weizmann: ״lieber l)r. Weizmann, ich bcdauiv sehr, daß unwirheigesehene und dringende Angelegenheiten, die meine Zeit in Anspruch nehmen, es mir unmöglich machen, an der von der English Zionist Federation veranstalteten Versammlung teilzunchmen, bei der ich gehofft hatte, eine Ansprache halten zu können. Vom Standpunkt der zionistischeu Sache ist dies aber, wie ich!mich freue, sagen zu können, ganz unwesentlich. Nichts, was ich in Queenshali hätte sagen können, und nichts, was von einer Zuhörerschaft, zu der ich sprach, hätte unternommen weiden können, könnte etwas zu der Entschiedenheit und der Bedeutung von Churchills letzter Erklärung hinzufügen. Weder Sie noch ich haben jemals daran ge zweifeit, daß die Deklaration vom 2. November. 1917 noch heute der Ausdruck der Politik dieses Landes ist. Aber in den zwischenliegeudeu Jahren hat cs nicht an Versuchen gefehlt, entweder in diese Deklaration etwas hincinzu lesen, w׳as sie niemals enthielt, oder ihr etwas von ihrem wirklichen lnhalt zu nehmen. Die klare und staatsmännisciie Aeußerung des Kolonialministers wird hoffentlich aiien soldien Versuchen ein Ende machen, und die Freunde der zionistischen Bewc« gütig, wie ich, können, so wenig sie die entgegen steh ende 11 Schwicrigkeiten unterschätzen, in die Zukunft blicken mit festem Vertrauen auf Erfolg. Ihr ergebener gez.: B a 1 f o u r. “ Anläßlich seiner Ernennung zunt Sir hat die Exekutive ein Glückwunschschreiben an Herrn Baifour gerichtet. Zusammentritt der Assefath Haniwcharim Ein Telegramm aus Jerusalem meldet, daß die zweite Session der Assefath Haniwcharim daselbst am Monlag, den 6. März, von David Yclli», eröffnet worden ist. Alle Parteien, mit Ausnähme einiger Elemente der äußersten orthodoxen Rechten, nahmen an der Sitzung teil. Der High ComSmissLoner sandte eine Botschaft, in welcher er den Beratungen Erfolg wünscht und erklärt, die Versammlung sei eine Institution, die dazu berufen ist, die internen Angelegenheiten der palästinensiselten Juden zu regeln. Begrüßungen waren ferner eingelangt von Herrn Norman Bcntwich, von Achad Haam, Rabbi Usicl, vom arabischen Klub, von der hebräischarabischen Schule in Tiberias, den Chaluzim usw. Zum Präsidenten wurde Herr Lurie gewählt. Das Büro bestellt aus den Herren Eisenberg, Blumenthal, Mejuchas und Sprinzak. Die Herren Ussischkin, Pick und Sptrinzak vertreten die Zionistische Exekntive. De Haan berichtigt (J. P. Z.) Jakob tl c Haan richtete ein offenes Schreiben an Lord Nor111 c 1 iffe, worin er darauf hinweist, daß die Forderungen der Delegation des Waad fln.isilikeii.isi von Norlheliffc mißverstanden worden seien. Die Delegation wollte sich niemals gegen den zionistischen Gedanken iinßcrn, den Gedanken der Rückkehr der Juden in ihr Land, ebenso nicht gegen die Bat four-Dck la ration. Pos Mißverständnis beruhe auf dem Do p pe i s i n ne d e s Wortes ״Zio- 11 i s tu u s“, worunter die Rückkehr der Juden in das Land ihrer Vater verstanden wird, manchmal aber mich die Zugehörigkeit zur Zionistischen Organisation. Wn9 den ersteren Sinn betrifft, so sind alle Juden der Welt Zionisten, ganz besonders die ortliodoxcn Jurten, während im zweiten Sinne keineswegs alle Juden der Zionistischen Organisation angehören. Ein Teil der Ortliodoxcn ist im Misraehi organisiert und ein anderer, dem der Wnad 1 iaaschkeuasi zuneigt, in der Aguda. Aus religiösen und kulturellen Gründen konnte die Aguda bisher nicht zu einer gemeinsamen Arbeit mit der Zionistischen Organisation gelangen. Die Aguda 6ei keineswegs Gegnerin des Gedankens des jüdischen N a t i o n a 111 c i tn s, und es wurden langst Verhandlungen geführt zwischen ihr und der Zionistischen Organisation wegen gemeinsamer Arbeit. Die A!tf1Kla ist ebenso wie die Zionistische Organisation tätig zugunsten des Aufbaues Erez-Isracls. und hat bereits mehrmals Delegationen nach Palästina entsandt und auch eine besondere Kommission gebildet für den Wiederaufbau Ercz-lsraels. IX• Haa■ ersucht zum Schluß Lord Northcliffc, diese seine Erklämng in allen unter seine Einflußsphäre fallenden Zeitungen zu veröffentlichen. Sir Stuart Samue's Ausscheiden aus dem Economic Board Wie wir schon berichtet luben, hat der Economic Board for Palestine, Sir Stuart Samuels Interview in der ״Daily Mail“ mit einer scharfen Erklärung gegen die Sir Stuart Samuel zugesprochenen Aeußcrungen und mit einer Vertrauenskundgebung für die Zionistische Organisation beantwortet. Wie nachträglich bekannt geworden ist, hat Sir Stuart Samuel in derselben Sitzung seinen Rücktritt an geboten. Es wurde einstimmig beschlossen, seine Rücktrittserklärung anzunchmea. Zionistische Bewegung Zur Erklärung der Exekutive Herrn J. H. Kann im Ha! Wir erhielten von folgende Zuschrift: ״}. H. Kann. An die Redaktion der ״ lüdischcn Rundschau Berlin. Haag, den 6. März 192! Geehrte Redaktionl Sie wünschen, daß Kritik sich auf Ziffern und Angaben stützt. Dies ist jedoch nicht immer möj. zise Angaben stützt. Dies ist lieh. Hier ist der Beweis: Die Exekutive gibt die Ausgalcr* des Keren Hajcssxnl vom 1. September 1920 bis 31. Ja- Ein antizionistischer Hetzer London, 5. März. (״W. M.-Z.“) In der anfisemitisdien ״Morning-Post" veröffentlicht Lord Sydcnham einen längeren Artikel gegen den Verfassungsentwurf für Palästina, der seiner Änsidit nach große Acluihchkeit mit dem in den ״Protokollen der Weisen von Zion“ vorgesdrlagcncn Regierungssystem aufweise. Die Schaffung einer .,aonistischcn Aristokratie“ in Palästina zerstöre die von England den .,unglücklichen Einwohnern“ von Paläsu..a gemaditen Versprechungen. Sollte das Parlament diesem Entwurf zustimmen, dann werde es in Palästina zu einer arabischen Revolution gegen die ״avrtokratisdien Zionisten“ kommen, die sich nur mit Hilfe der englischen Bajonette werden halten können. nun!• 1922 an mit.f. 45qj Die Kosten der Delegation voll Herrn Soloolow in Amerika sind.? (Hier gibt die Exekutive keine präzise Angäbe, teilt jedoch mit, daß der ,American* Keren Hajessod zahlt) Und welches sind die weiteren Ausgaben in Amerika und in den anderen Ländern ...? Die Ausgaben in Palästina werden angegeben mit...£ 4000( Audi müßten die allgemeinen zionistischen Unkosten in der gleichen Periode hinzugefügt werden, aber auch hier fehlen die or»■ ziacn Angaben ... .... . . . .? Von ״Zci Durcl -,di Ein 1/ialc11 _ l'onsohäi ‘!hi keüt ,m, die;rebt od [!streben!t1i allen!isolier A «1 ring udentun 3;!1 Jude: v. rsiichci ‘ u ring« >1111, einna! auf» Es sdieini, daß die Entrüstung der gesamten jüdischcn Welt ihren Eindruck auf Herrn de Haan nicht verfehlt hat. Wäre er ein besserer Politiker, dann hiitte er das jetzt von ihm bedauerte ״Mißverständnis“ und alle seine Wirkungen vorhersehen müssen. Da er aber kein Politiker ist, so täte er besser, ein für allemal politische Aktionen zu unterlassen, da er sonst noch migeheuren Schaden anriditen wird, den ihm nur die Feinde des jüdischen Volkes dankm werden. Die Agudas Jisrocl sollte endlich nmfliören, derartige Streiche ihr nahestehender Personen zu dulden und gar noch 1*1 reditfertigen. De Haan. Von dein antizionistischen Hetzer de Haan liefert der bekannte hebräische Journalist Heitmann im Warschauer ״Moment“ die folgende Charakteristik: ״De Haan, ein krankhafter, überaus frommer Westjude, führt in Jerusalem ein Sondcrlinglebcn. Dieser Ifoktor, der die hebräische Sprache vollkommen beherrscht, weigert sich, hebräisch zu sprechen. Ja, demonstrativ spricht er überall, selbst in jüdischen Geschäften und Restaurants, nur arabisch. Jüdische Kellner spricht er grundsätzlich nur arabisch an, um gegen die jüdischen Arbeiter zu demonstrieren, die nur hebräisch sprechen. Dr. de Haan will in seiner Person den Protest gegen den Zionismus, die hebräische Bewegung und gegen den ganzen lisduiw mit all seinen Idealen von einem neuen Erez Israel verkörpern. In der Tat aber ist er nur eine kleinliche Kreatur. So hat er während der letzten Novembcrmvruhcn in Jerusalem, als Cr von arabischen l'ogromlicklcu umzingelt wurde, laut schrien: ״Ich bin kein Jude!“ Dieser Vorfall auf die Jerusalemer Intelligenz einen sehr unangenehmen Eindruck gemacht 1 . u׳ Zur Freisprechung Rosenbergs (J. P. Z.) Ueber den Prozeß gegen Rosenberg ist noch folgendes zu berichten: Als Ankläger fungierte der eigens aus Jerusalem gekommene Generalprokürator Cormak, während das Oericht aus einem Engländer als Vorsitzendem, einem Araber und einem Juden zusammcngesclzt ist. Die Verteidigung führte in äußerst geschickter Weise H. Sacher. Es wurde fcstgcstclHv daß die Zolldeklaration auf die ״ßnnco di Roma“ in Haifa lautete. Das Konnossement von der Tricstcr Ab* teihmg der genannten Bank lautete auf die Namen Rosenberg und Wolfensolm, denen die Sendung erst gegen Erlegirng von 1900 ital. Lire bei der ״Banco di Roma“ in Haifa ansgcfolgt werden sollte. Durch Zeugenaussagen konnte kosenberg nachwciscix daß er nur als Deck■ adressc fungiert habe nnd an der ganzen Sendung ganz unbeteiligt gewesen sei. Er habe Wolfensolm, den er nicht kannte und der jetzt spurlos verschwunden ist, -vidi erklärt, daß er sich 11m die ganze Sache nicht kümmern werde; er hat auch tatsävJiIid» die bei Ihm eingelaufeiie telegraphische Ankündigung der Sendung Wolfensolm nicht einmal übermittelt. Für wen der int■ bekannte Wolfcnsohn handelte, db für Juden oder Araber, konnte nicht festgestellt werden, ebensowenig, ob nicht an den auf dem Schiff bereits erbrochenen Kisten irgendweiche ungehörige Manipukitioncn vorgenommen worden waren. De streng durchgeführtc Untersuchung bei Rosenberg ergab ein vollständig negatives Resultat. Rosenberg wollte sich mit der Sendung um so weniger befassen, als er ärgerlich war, daß man Bienenstöcke, die man auch im Lande herstellen könne, aus dein Auslände beziehe. Sacher rügte es insbesondere, daß bei der ״Banco di Roma" keine genauen Nachforschungen!!;gestellt worden seien und verwies auch darauf, daß in einem der Briefe bloß der Name Wolfensolm, aber nicht der Roscnbeigs erwähnt sei Rosenberg wäre überhaupt nicht vor Gericht gezogen worden, wenn die Polizei die Untersuchung mit größerer Energie durchgeführt hätte. Nach eingehender Beratung verkündete der Gerichtshof die Freisprechung fSiscnbcrgs. £ 85«* ■f?? Wenn man alles addieren würde, gäbe es eine g» andere Ziffer als die offizielle, wo sogar die Orüa ihmgslcoston des Keren I lajc-wod abgezogen werden ü ob «lies keine Kosten wären! Und welches waren die Kosten des Palcsüne Rt stwraltot» Fund? Dein Kongreß in Karlsbad wurde mH geteilt, daß in der Periode vom 22. Juli 1917 bis nr 30. Juni 1921 £ 921 *157,19.1 nach Palästina überwiese wurden. Wo ist der Gegenwert dieser Gelder? Und m sind die Gelder, die der Keren Hajessod dem jä dischet» Nationalfomls ab führen Bollte? Hodiachtuncsvoll. Ihr ergebener J. H Raa■,11 idem m lur cige ,So leben.“ Seufzer י bei ein eicklunf iähigerc ebenst( as Leb nt scha worden, gibt cs sind dex Gefühl , Volkes noch eit Wir wollen einer Atuißenmg der Exekutive zu der tn diesem Brielc gemaditen Vorhaltungen nicht vor greifca Unser!» Lesern steht c3 frei, die toi» uns veröffentlidite Erklärung der Exekutive an der Hand der Bemerkungen des Herrn Kann nochmals nachzuprüfcti Nur cs ne Gegenfrage möditen wir an Herrn Kami stellen: Herr Kann vennißt die Angaben über die Kost® der Delegation des Herrn Sokolow in Amerika, die law Angabe der Exekutive von Amerika selbst bezahlt wertkn ünd walirschcinüeh der Exekutive gcgcitwärtig gar nicht ziffernmäßig bekannt sind Die ganze zionistische Welt atmet heute mit einem Gefühl der Befreiung auf, da dk Nachricht aus Amerika kam, daß die Sokolow-Expcdito Erfolg hatte und daß es gelungen ist, in den letzt® Monaten das Geld zur Deolamg des Palästina-Budgets» Amerika zu beschaffen. Die große Gefahr, die dem ganzen Jüwhuw und der ganzen zionistischen Arbeit drohte, ist beseitigt. Bei systematischer Arbeit wird diese Sicherung eine dauernde werden. Nur stellen wir st, Herrn Kann, der zu den Kosten der IXIegatkn ein | Frogczekben macht, die Gegenfrage, ob er der Ansicht ist, tialS diese Expedition mit Rüdesicht auf die Kosten hätte unterbleiben sollen? Daß eine derartig Expedition Kosten verursacht, ist von vornherein jedem klar gewesen. Entspricht es den kaufmännischen Pnn zipien, die Herr Kant» vertritt, Kosten zu scheuen und auf den nur durch solchen Aufwand erzielbaren Erfolg zu verzichten? Diese Art der Kritik ist uns, wie gt■ sagt, vollständig unverständlich, zumal Herr Kann nod niemals gesagt hat, in welcher Weise das Geld יזמת Aufbau Palästinas ohne Kostenaufwand m beschaffen wäre Ebenso ist die Frage nach dem Gegenwert der nadi Palästina überwiesenen Gelder, in dieser Form gestclll. keine sachliche Kritik. Herr Kann weiß wohl selbst, daß die Erhaltung des Jischuw im Kriege und d« Wiederaufbau de! Zerstörten erhebliche Mittel erfordert hüben, er weiß ferner, daß ir» der kritischen Zeit das gesamte hebräische Erzichttivgswcrk gerettet;vorder, «st. daß unter großen Schwierigkeiten eine, wenn auch kleine Zahl Einwanderer ins Land gebracht wurde und daÄ widrige Verhältnisse Aitsgaben aller Art erheischt haben Sind die erwähnter» Dinge kein Wert? Wir sind gewiO weit davon entfernt, alles gutzuheißen, was in diesen vte Jahren in Palästina geschehen ist. Wir haben selbst i« diesem Blatte unaufhörlich darauf billgewiesen, daß d,f nationalen Positionen nicht vermehrt worden sind, "זי habet» immer wieder reale Arbeit »m Lande gefordert. Es ist viel gefehlt worden, man hat auch öfter Lehrgeld zahlen müssen. Wie hätte es auch anders sein können'' Wohlwollende Kritik müßte die geschehenen Fehler einzelnes» atrfdcckcu und durch eigene Mitwirkung '־״י suchen, solche Fehler in Zukunft nusznsehlictten. Audi unter den gegenwärtigen Mitgliedern der Exekutive bf־ finden sich mehrere, die früher in der Opposition waren und selbst die Palästinaarbeit der verschiedenen Lei־ tungen kritisiert haben. Sie werden sicherlich für eine Kritik dankbar sein, die die Arbeit verbessern hilft. & wäre ZeiL daß endlich die Kritik solche Wege gehn» beginnt. rücken nen Ric Hilf stät daß die sondern keinen dem G ein Zie Alles, ' soll un Arbeit starke diesem auf der Hi geneigt ni verj ren no Leben Institut ohne r tisdier aber is lcistun der 01 beit Gebiet Judem saclic, bringt meinst gierun vertrel begon politis bringe nnd a die d Weg! thropl wie a tung «v arci Leber bestir suche flikt ׳. politl daß j jetzt Hilfs. sondi sichtt mußt Vertt ten f der ן für

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