Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 17 (28.2.1922)
- Date
- 1922-02-28
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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L. •A ■ 1 J' Seite 100 _ _ __ ___ schleudert hat. (Es handelt sich um die «aus der Tagespreise bekannte, echt hakeiikreuzkrische Tat des deutschnationaleu Abgeordnete» Bacran im Prager Parknueiit, Diese von allen, auch den dcutsciien Parteien!mißbilligte Tat wird also vor der staatlichen Oeffcntlichkcit in einen wenn auch sehr \ konstruierten Zusammenhang mit den jüdischen Minoriliitsforderungen gebracht I) In Palästina geht eine Deputation unter Füllrnng des orthodoxen Professors de Haan mm englischen Pressekönig Lord Northcliffc und erklärt ihm, die orthodoxen Juden seien Gegner des Zionismus und fordern, daß nicht nur die nichtjüdische Bevölkerung, sondern auch die nichtzionistischen Juden Palästinas vor den liebergriffen der Zionisten verfassungsmäßig geschützt werden. Sofort setzt in der englischen Presse eine Kampagne gegen die Politik der nationalen Heimstätte für das jüdische Volk ein, die letzte Hoffnung des jüdischen Volkes wird zu .erschüttern gesucht unter Berufung auf eine Gruppe von Juden, die sich seihst zu einer solchen Handlung nicht zu schlecht waren, So sicht es heute bei uns aus. Ward je in solcher Laun' ein Volk befreit? Muß nicht angesichts dieser Vorgänge jeder Jude, der noch einen Funken Anstandsgeiühl hat, mit Scham und Entrüstung protestieren gegen eine systematische Wühlarbeit im Innern, die nicht mehr anders als niederträchtig genannt werden kann? Die Kraft des jüdischen Volkes, notwendig zum Kampf nach außen und dreifach notwendig zur positiven aufbauenden Tat, wird absorbiert von Kampf gegen Verräter im Innern. Würde es sich dabei um einzelne Subjekte handeln, die, — wie es ja immerhin überall in der Welt vorkommt — persönlichen Nutzen oder Vorteil aus ihren verräterischen Handlungen zu ziehen vorsuchten, so könnte man noch darüber zur Tages- Ordnung übergehen. Aber leider gibt es Organisationen und Organe, die offen die Partei dieser Leute ergreifen, die die verbrecherische Haudluiigsweise gar mit einer Berufung auf den Gott Israels zu rechtfertigen wagen, die immer wieder hetzen und wühlen, so daß der Verdacht entstehen muß, daß diese systematische Kampagne zur Zerstörung der letzten Lebensenergien des jüdischen Volkes dem Ziele einer organisierten Partei innerhalb des Judentums entspricht. Der Zionismus hat stets versucht, das ganze Volk unter dem Banner des Volkstums zu vereinigen und hat sogar alle Momente ausgeschaltet, die, wie z. B. das religiöse, zu Konflikten Anlaß geben konnten. Der Zionisnius hat für das ganze Volk gearbeitet, obwohl er stets aus den Reihen des eigenen Volkes im Rücken bedroht war. Heute hat er Dinge erreicht, die die Grundlage für eine allgemeine Austrengung des ganzen Judentums bilden können — von seinen Erfolgen zehren, die ihn bekämpft haben und heute noch bekämpfen. Aber einmal wird es vielleicht doch notwendig sein, im Innern reinen Tisch zu machen. Es wird eia großer Appell an die jüdischen Massen gerichtet werden müssen, damit sic sehen und urteilen. Die jüdischen Massen und besonders die rcligionstreuen, strenggläubigen Juden werden den Stab brechen über jüdische Gruppen, die den Namen der Orthodoxie mißbrauchen, um überall ihre Sondcrpolilik auf Kosten der Gesamtheit zu treiben und mit Hilfe nichtjüdischer Judengegner die jüdische Sache zu schädigen. Die überwältigende Mehrheit der orthodoxen Juden wird von solchen Methoden nichts wissen wollen. So wie der Chiefrabbi Hertz in London bereits öffentlich jene angeblich im Namen der thoratreuen Juden sprechende Deputation desavouiert hat, so müßte das ganze' orthodoxe Judentum ein für allemal diese Elemente abschüttcln, damit niemand inehr das Recht hat, sich hei judeufeindlichen Aktionen auf die Zustimmung ״der Orthodoxie“ zu berufen. R. W Die amerikanischen B’ne Zion and die Zionistische Organisation New York, 20. Februar. Vor einigen Tagen hat der Orden B’ne Zion beschlossen, der allgemeinen Zionistisdien Organisation beizutreten. Der Orden B’nc Zion Et eine zionistisdie Organisation, die sich jahrclang infolge organisatorischer Bedenken der allgemeinen Zionistischen Organisation, die ihm die Autonomie verweigerte, nicht anschließen wollte. Reorganisierung des American Joint Distribution Committee New York, 20. Februar. Das American Joh»t Committce hat beschlossen, eine Reorganisierung seiner Organisation durchzuführcn und in die Exekutive auch Vertreter anderer jüdischer Organisationen zu berufen, um dem American Joint Committee einen demokratischen Charakter zu verleihen. JUEDJSCHE RUNDSCHAU Die neue Schekelsanimlung I Wir haben jetzt von der zionistischen Exekntive Schckclblocks für die Sammlung 5682 erhalten und bitten alle Gruppen, uns sofort ihren Bedarf an Blocks, von denen jeder 10 Quittungen enthält, aulzugebci;. Denjenigen Gruppen, von denen wir bis zum 3. März keine Bestellung erhalten haben, werden wir eine dem Ertrag ihrer vorigen Schekel- Sammlung entsprechende Anzahl von Blocks zusenden. Der Preis des Schekels für Deutschland ist für das Jahr 5682 von der zionistischen Exekutive auf Mk. 25 — festgesetzt worden. Auf Wunsch der Exekutive sollen die Monate März bis Juli einer intensiven Schckclpropaganda gewidmet werden. Die Exekutive wünscht ferner, daß, um die Einheitlichkeit der Bewegung za demonstrieren, die alte Einrichtung der S c 11 c k e 1 - woche wieder ins Leben gerufen und die Einrichtung einer besonderen Schckclpropaganda überall in der Welt wahrend der kommenden Pessach-Woche proklamiert weide. Wir bitten unsere Ortsgruppen and Vertrauensieufc, mit der Schekelsanimlung sofort zu beginnen und über die vereinnahmten Schekel monatlich abzurcchnen. Wir bitten ferner alle Ortsgruppen, einen besonderen Schckclkommissar einz u s ct z c n und uns den Numen desselben baldigst aufzugeben. Zionistisdie Vereinigung für Deutschland Berlin W 15, Sächsische Straße 8. Bngland Anfragen im Parlament (J. P. Z.) Auf die Anfrage de״, antisemitischen Abgeordneten Kaper an den Kolonialministcr, ob die englische Regierung sich verpflichtet lialie, den Zionisten zu helfet!, einen Juden Staat in Palästina zu errichten, erklärte Churchill: Die Vcrp fliehtun gen der englischen Regierung sind enthalten in einem Briefe, den der Lord-Präsident des Council, Baifour, im November 1017 an Lord Rothschild geriditet hat. Ich habe bereits mehrmals im Unterhaus Erklärungen abgegeben über den Sinn dieses Briefes. Auf eine weitere Frage, ob Konzessionen für Oclbohr u n l' e n gewährt worden sind, erklärte Churchill: Irgemlweldie Konzessionen, nach Oel zu bohren oder zu .suchen, wurden keiner Gesellschaft oder irgendwelchen Interessengruppen erteilt, seitdem die Engländer das Land besetzt haben. Einige Gesellschaften und Gruppen, englische und ausländische, behaupten, daß sie vor dein Krieg diesbezügliche Konzessionen von der türkischen Regierung erhalten hätten. Nach Ratifizierung des Fricdens mit der Türkei werden darüber Nachforschungen angestellt werden. Inzwischen wurde einigen Gesellschäften gestattet, Prüfungen des Bodens vommcluncn, an dem sie Konzessionen zu haben behaupten, was aber durchaus nicht einer Anerkennung ihrer Forderungen gleiriikommt; cs wurde auch ausdrücklich erklärt, daß man nicht gestatten wird, den Boden zu explodieren, bis der politische Status von Palästina reguliert sein wird (J. P.Z.) Der bekannte Zionistengegner Lord Sydenham hat im Oberhaus erneut eine Reihe von Fragen bezüglich Palästinas gestellt, so, ob Palästina noch immer als okkupiertes, feindliches Land zu b׳•- trachten sei, ob in diesem Falle durch die internationalen Bestimmungen solche Handlungen gestattet werden, wie Hcrcinhringcn von mehr als 20 000 Fremden gegen den Wunsch von mehr als 90 0/״ der Bevölkerung, Aufzwingen einer dritten offiziellen Sprache, die bloß von 5 °/0 der Bevölkerung gesprochen wird, Verkauf von Ländereien, die der Kirche gehört haben, an ein Syndikat, das Geld von Fremden bekommt, Aeudcruiig des Münzsystems des Landes. In seiner Begründung nennt Lord Sydeuham die Regierung Palästinas die zionistisdie Regierung und erwähnt auch, daß eine De 1 c g a t i o 11 orthodoxer Juden in Palästina Lord Northcliffc gegenüber erklärt hat, daß sie Gegner des Zionismus sind. Namens der Regierung antwortet Lord Suthcrland: ״Die Stellung der englischen Regierung in Palästina sei zwar die einer okkupierenden Macht, aber das, was dort geschieht, ist nidit gegen die iutcrnationalen Bestimmungen. Die englische Regierung wurde vom Obersten Rat bevollmächtigt, das Land auf solche Weise zu verwalten, daß cs im Einklang ist mit der Balfour-Deklaration, d. h., daß die Schaffung eines jüdischen natioaalen Heims in Palästina ermöglicht werde. Lord Sutherland weist nach, daß die englische Regierung dies laut der 3. Haager Konvention tun durfte. Die Einführung des Hebräischen als offiziehen Sprache beschränkt in keiner Beziehung die Rechte und Freiheiten der Bevölkerung Palästinas, e He ichtert vielmehr die Arbeit der palästinensischen Verwalttmg, indem sie den Juden der verschiedenen Länder, die in Palästina wohnen, Aosdrucksmöglichkcit verschafft Lord Sutherland weist auch nach, daß der Verkauf der Böden des griechischen Patriarchats In Jerusalem, wie auch die Aenderung des Münzsystems berechtigt gewesen sind. Außer erwähntem Syndikat hätten keine anderen Käufer für diese Böden gemeldet Auf eine Anfrage Lord Lamingtoris wegen <j( jüdischen Einwanderung erklärt Lord Sutherland, 4 die Einwanderung gcliürig kontrolliert werde, und a: die weitere Frage, ob es wahr sei, daß die einwan dern d e n Juden si e h nicht seihst e 1 h ר : ten können, daß er wegen dieser Frage vorhin; Benachrichtigung haben müsse; er b c z w e i f i c aber a, Richtigkeit dieser- Behauptung Lord Lainingtons. Prcssestimmcfi (J. P. Z.) Die ״Daily Mail" vom 20. d, M. v״j öffcntlicht einen Brief von Israel Cohen nanu!, I der Zionistischen Organisation, ah Erwiderung auf ( von der ״Daily Mail" im Anschluß an die Stellungnah Northdifics gestellten Fragen, ln Bestätigung der Atmlh | rungen Weiz.mamis, wiederholt Cohen, daß die Zinn eine U n t c r s u c h 11 n g s k o in m i s s i o n nur wünscht können. Die englischen Steuerzahler kommen nur für <i!.| militärischen Ausgaben in Palästina auf, aber nicht i, { die der Zivilvcrwnltung. Aus dem Beridit der paläslints-f sischen Verwaltung vom August sei ersichtlich, daß ׳ftf englische Regierung keine Anleihe der pnlästinensisc'i•׳ Verwaltung gewährt habe־, dagegen habe die ZionisthrS Organisation in Palästina seit der Besetzung durch t; Engländer 2 Millionen Pfund in Palästina ausgcgelx-r Sic habe auch der palästinensischen Regierung ein lh: leben gewährt. Die Klagen gegen die fön «׳anderer sei; haltlos. Unter den fiOODO, und nicht, wie Northcliffc st״ 70 000 Juden Palästinas, gäbe es laut Bericht der Unter suclningskommissioi der Regierung nicht mehr als 3f> Kommunisten, Die Immigranten verlangen keineswegs(!)( Araber zu verdrängen, da ja das Land, das jetzt tun 700000 Einwohner zählt, die sechsfache Zahl fasset kann bei gehörig .,r ökonomischer Entwicklung. Dk Juden haben keineswegs die von Northcliffc erwähnten Unruhen in I laifa verursachen können, da dort übcrliaupi keine Unruhen vorkamen. Wenn Northcliffc Jaffa mein; so sei auf den Bericht der Hnycraft-Kommission verwiesen, wonach der Rassenkampf von den Arabern bc gönnen wurde. Israel Cohen veröffentlicht auch die Zahl der jüdischen und nichtjiulisehen Beamten, um die Halt losigkeit der arabischen Behauptungen nach/mveiscn. Dk ״Daily Mail“ bemerkt in einer Note, daß Cohen zahlreiche Dinge widerlegt, die nicht von Northcliffe er wähnt worden sind, um auf diese Weise zu vertuschen daß Cohen nur auf die von der ״Daily Mail" strikt formulierten Fragen die Antwort zu geben versuchte. Dr. E. Mils, der Vertreter der palästinensische! Administration beim Kolonialministcrium, nimmt in der ״Daily Mai!“ Stellung gegen die pessimistischen Aeußtrungen Northcliffcs. Er erklärt, daß der Rassenk,inipl zwischen Arabern und Juden verschwinden wird mit der Entwicklung der Pläne der palästinensischen Verwaitung. Die Durchführung der neuen Konstitution wird der Bevölkerung ein Mitsprachrccht bei der Leitung dä Landes geben. Große Schwierigkeiten sind vorhanden bei der Frage, wer die Einwanderung kontrollieren sollt, aber cs werde versucht, auch hier ein Kompromiß herbeizuführen. Mr. Mils teilt auch mit, daß er in letzter Zeit Nachrichten erhalten habe, daß in einigen!Distrikten dk Araber in Frieden mit den jüdischen Kolo nisten zusammen zu arbeiten beginnen Die Bcduincnstämmc sind ebenfalls zufrieden mit der ihnen gebotenen Möglichkeit, Land zu bekommen und steh darauf anzusicdeln. im allgemeinen glaubt Mils, werde die Lage sich konsolidieren, sobald das Mandat ratifiziert sein wird. erläl und rcicl gen sati< verr Bcw für wer hau: Org wer der rück mat! disc d. J; er l zu י : heut r statt י lenk fern : Pro!; RTC Ko: sch i- Polen Die Konzession für die jüdische Wiederaufbau bank — verweigert Warschau, 23. Fcbr. (Tel. d, ״W. M.,׳) Das amerikanische Joint Distribution Comrnittcf beabsichtigte, in Polen eine große Wiederaufbaubank zu begründen, die nicht auf Gewinn berechnet sein sollte. Das polnische Finanzministerium hat mm endgültig die Erteilung einer Konzession füf diese Bank v c 1 w e i g e r t. Das Finanzministerium hat erst vor kurzer Zeit verschiedene Konzessionen an Unternehmungen der antisemitischen Wirtschaftsorganisation Rozwoj erteilt Die« Verweigerung ist also um 90 auffälliger, als Finanzminister Michalski erst vor einigen Tagen in der Budgetkoimnission erklärt hat, daß Polen in Ameriln keinen Kredit aufndimen könne, weil cs allseits auf Mißtrauen stoße. Die Verweigerung der Ikwill!׳ gung einer jüdischen Wiederaiifhaubauk ist sicherlich kein Mittel, um in Amerika Sympathien zu erwecken. Die antisemitische Prcßhctze und die jüdisches Kanfleute Warschau, 23. Februar. (Tel der ״W. M“) E# Delegation des jüdischen kaufmännischen Verbandes überreichte dem!,o!mischen Handelsministerium eine die R*■־ Solutionen der letzten Konferenz der jüdischen K»w• leutc enthaltende Denkschrift, Bei der Besprechung «r Revolution, In der die Abstellung der antisemitisch01 Hetze in der polnischen Presse verlangt wurde, vcrwi« der Departementsdirektor auf die in Idolen bestehen# Preßfreiheit. Gegenüber den Bemerkungen der De®־ galion, daß es selbst in der Preßfreiheit gewisse Orenzeo gebe, beharrte der Direktor bei seinen Argument» Mar in di Föd verc gegt tun* vorz daß par gern des begi beza gröl sorb gam lopp l'id« la o rctri lung mus Post dem pas men qui lifiet (״da den Geh scha muß Erb« sitiö testi dag« bre pene Ents di« Blatt sein! Dr. Dr. der eelul l'opj eine sitia