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Jüdische Rundschau · 1922-02-28 · Heft 17 (28.2.1922) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 17 (28.2.1922)
Date
1922-02-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
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PoaUcJierickontoi Barli* Nr. 17S2L Tür 0״*tm*ieh, P0fttsparict*a«n«mt Wien, Konto Nr, 156 030, Für Tiehr«h^low»VeiS PorUperk«Menamt Prtf, Konto Nr. 1140301 *־־ R*<UkUoo**t4»l״Ö Sonnt•* und MtUwodi naefcmitt•*, —־ א׳ דר״ח אדר" תרס״ב I ־xxvii. jahrg. - -ר זד rn»1r n - 11 ־n1r׳nn11M111׳nw1—aww—0ו—וווןוחו»!■im 1 111—י~־וחו1ו ..1 11.1■ _ Zionismus erstrabt IQr das JQdlacho Volk älo Schaffung elnar Otiontlich-rochtlfch goslcherian Heimstatt• In Palästina. ״Baseler Programm“. *ichtskur! ' und F0fl KbSr »hulprWut£| tl, 12—•ltorj 8 nachmitui fB«pr.Nord*t| אחד העס אלטנברג אפאטוש! ניאליק׳ שירי עם ספר האו נודיטש! א) I מאמרים« נמר. י.ו נטנסיון עג נטנסיון עב! ויכנס: * הוצל׳ ט הורויץ 9 המסו!־, ק עבדי ה* :חלופה,» [וילקנסק וילד, או| חשיבותן ממעמקי מניפה f טולסטוי - ד״קווקים - חג׳י טוו - מלהטת טורגניח טשרנוב׳ ד״ר טש! טשרניח' ל א נ ב ה: לרמוגט• טורה נבוב מקלט. הק ניטרק: י;סנקביץ ־ספיר: צ« יעגנו!־, 9 "גבעת ו ״ מחמת! •־ בסוד n צ׳יחובו -בה שח "שלש ן קוליל:’ יולנד,י דינו:. ה ׳טלוס ע חלטוד ין* לטתי חורו הזט d.r BUCH- ן ltt<»barf KU■* % erl״■®״6*״ Io®*4 lDD3tr.81 Der Monat Januar wurde zur Wetterführung der Piovinrtournecn der beiden Teile der zionistischen Dele- «tion verwendet. Die eine Gruppe besteht aus den Herren Sokoiow, Professor Warburg und Dr. Goldstein, die andere aus Jatootinsky und Colonel Patterson. In Pittsburgh fand am 22. Januar ein Festmahl lür Sokoiow und seine Begleiter statt, an dem über 150 Personen teitnahmen. Begrüßungsansprachen hielten u. a. der Kanzler der Universität Pittsburgh, John J. ßrowman, und in Vertretung des Bürgermeisters der Stadt- Anwalt Richard M. Martin. Am Abend fand eine große Versammlung statt. 10000 Dollar wurden bar bezahlt, «eitere 16 000 gezeichnet Philadelphia hat es inzwischen auf 200000 Dollar an Zeichnungen gebracht Wie bereits berichtet, erhielt Herr Sokoiow bei seinem Besudle in Philadelphia 1W000 Dollar in Form eines Schecks eingchändigt Phiiadeiphia besdiränkt sich aber nicht auf die Stadt allein, sondern arbeitet auch in den Städten der Umgebung. 50 wurden in Wilmington 20000 DoHar, davon 5000 bar. juigebradit, in Atlantic City 30 000 Dollar, davon 10000 bar, in Reading 15000 Dollar, davon 5000 bar, in 5er,inton 22000 Dollar, davon 10000 bar, in Wilkes- Barre 12000 Dollar, davon 6000 bar. Für den Arbcitskreis Philadelphia wirkte Benjamin Rosenberg vom ,Philadelphia North American“ einen Monat lang als Preise- und Reklamcdief, zu welchem Zwecke er Urlaub von seinem Blatt erhielt Er hat wesentlich zum Erfolg kigetragen. In den südlichen Staaten geht die Arbdt unter der Leitung von Dr. Abramowitz gut vorwärts. In Atlanta (Ga.) sollen 50000 Dollar aufgebracht werden, in Birmingham (Ala.) 25000 Dollar, in Memphis (Tenn.) 5000 Dollar. In Chattanooga (Tenn.) wurden 5000 Dollar aufgebracht. Gute Erfolge werden auch aus Milwaukee (Wis.) gemeldet Dort sind 62000 Dollar, davon 20000 bar, aufgebracht Die Jabotinsky-Delegation besucht den mittleren Westen. 30 wurden in Cansas City 12000 Dollar aufgebradit, davon 5000 bar, ln St Joseph 4000 Dollar, davon 2000 bar, in Oklahoma City 2006 Dollar, davon 1000 bar. Wie wir späteren Berichten entnehmen, soll der Februar noch für die Arbeit in der Provinz verwendet werden, worauf dann große ״Drives“ in New York und Chicago folgen sollen. Ende Januar begab sich Sokolow nach dem Fernen Westen und Kalifornien. Unterwegs hielt er ach in Tclara (Ohio), Cincinnati und Denver (Col.) auf. Die nächste Station war Los Angeles (Cal.), wo Sokoiow am 13. Februar erwartet wurde. Für den New Yorker ״Drive“ werden großartige Vorbereitungen getroffen. Es wurde ein Aufruf zur Meldung freiwilliger Mitarbeiter erlassen; die sich Meldenden werden vom 15. Februar bis 1. März registriert und (ungeteilt, vom 1'. bis 19. März instruiert und mit Adrcssenlisten versehen. Die freiwilligen Arbeiter stehen unter der Leitung eines Direktors und einiger Unterdirekteren und sollen bis zum 15. April arbeiten. Die Her- Stellung 'der Adrcssenlisten allein, die 100000 Namen umfassen sollen, ist eine ungeheuere Arbdt Die letzteren müssen bis zum 10. März fertig sein und bis zum 15. März an die Bczirksbüros und Mitarbeiter verteilt sein. Das Keren Hajcssod-Biiro für die Stadt New York hat ein Hauptamtslokal und Bezirksämter in den verschiedenen Teilen der Stadt Lord Northcliffes Kampagne London, 20. Februar. (J.C. B.) Die Northcliffe- Presse hat, anscheinend auf die Weisungen ihres Chefs, der aus Palästina zurückkehrte, eine scharfe Kampagne gegen der» Zionismus eröffnet. Die ״Times“, ״Daily; Mail״ und ״Evcning News“ drucken Artikel, Ln welchen sie von den Mitteilungen ,Lord Northcliffes ausgehen, daß in Palästina die Methoden einiger neu an gekommencr ״extremer Zionisten“ angewendet weiden. Diese Blätter stellen nunmehr einen besonderen Raum den Angriffen der zionistenfcindliclien Lords Sydenham und Islington zur Verfügung, die ihre Lebe rein Stimmung mit den Erklärungen Lord Northcliffes »usdrücken und die Abschaffung der Balfour- Dekla r at ion sowie die ganz liehe Einstellung der Einwanderung fordern. Lord Sydenham schreibt, daß die nächste Gefahrperiode der Osten sein werde und (Lift gnofte Unruhen sicherlich im Anzug sind, falls die gegenwärtige politische Richtlinie in Palistina aufrechterlialten bleibt Audi im englischen Parlament haben die Artikel Northcliffes eine Reihe von Anfragen zur Folge gehabt, worüber wir an anderer Stelle berichten. Die Zeitungen veröffentlichen Zuschriften auch von zionibischer Seite. London, 20. Februar. (J.C. B.) Der Chkfrabbi חגיי England, Dr, Hertz, hat als Präsident der bri» tischen Misrachi-Organisation folgende Botsdiaft an Lord Northcliffe gerichtet: ״Die eine Million orthodoxer Juden «präsentierende Mfcrachi-Organisation protestiert Ken die unverantwortlichen und niemanden vertretenden drei Männer tn Palästina, die erklärt hätten, fcÄ das orthodoxe Judentum den zionistischen /fielen widerstrebe. Die ganze orthodoxe Judenheit ׳steinig in ihrem Wunsche, Palästina als das nationale Heim des jüdischen Volkes w>«der aufzubauen." Welzmann fordert eine unparteiische Untersuchungskommission London, 20. Febr. (J. C. B.) Die ״Times" veröffentlichen eine Zuschrift Dr. Weizmanns, 1(1 welcher er sich im Zusammenhang mit den Angriffen Lord Northcliffes für die Entsen- ^Un2 einer unparteiischen, kompetenten Unter- 8“chungskommission nach Palästina einsetzt. So- ^°hl Dr. Weizmann als auch die große Mehrheit j׳er Zionisten überhaupt würden einer derartigen Untersuchung mit der größten Zufrieden* “e*t zustimmen, sie würden auch nichts mehr Erlangen, als daß die Ergebnisse dieser Unter- *uchung so weit und so breit als möglich der e"glischen Öffentlichkeit zur Kenntnis gebracht werden. Das Verfassungsprojekt (J. P. Z.), Wie die ״Times" berichten, lasse die Haltung der arabischen Delegation, obzwar diese ihre Bemerkungen zum Verfassungsprojekt für Palästina noch nicht eingebracht hat, darauf schließen, daß sie von dem׳ Dokument nicht sonderlieh begeistert ist. Der Schwerpunkt der palästinensischcn Frage liege übrigens in der Einwanderutigskon trolle, weshalb die auf die Ein- Wanderung Bezug habenden Verfassungsartikel bis* her nicht veröffentlicht werden konnten. Aenderungen in der militärischen Verwaltung London, 23. Februar. (J.C.B.) Das Kolonialministerium hat die Vorbereitungen für die Durchführung von Aenderungen in den leitenden Stellen der militärischen Verwaltung Palästinas abgeschlossen* Am 1. April soll die Auswechslung zahlreicher höherer Funktionäre beginnen. Die ihrer Posten in Pa- 1 ä s t i n a enthobenen Behörden werden nach Eng- Und zurückkehren und an ihrer Statt soll eine andere Administration, ähnlich den neuen Einrichtungen im Irak, etabliert werden. Diese Aenderungen stellen auch im Zusammenhang mit den Bemühungen der Zentralrcgierung, in allen Vcrwaltungszweigen Ersparnisse durchzuführen. In Kürze wird hier die Ankunft des Direktors der öffentlichen Sicherheit in Palästina, Colonel Bramley, erwartet. Er ist mit einer offizellen Mission, betreffend die Bildung der neuen britischen Oendanncrie für Palästina, betraut. Die jüdische Einwanderung im Januar J erusalem24 ,׳. Februar. (J.C.B.)' Nach der amtlichen Statistik kamen im Januar 979 Juden ins Land, von welchen 600 in Haifa und 339 in Jaffa landeten. Die restlichen trafen mittelst Eisenbahn über Aegypten ein. Dis Urteil im Walfensciiinuggd-Prozeß Der irrt Zusammenhang mit der Angelegenheit der in Haifa entdeckten Waffensendung verhaftete Vorsitzende der Arbeitergenossenschaft, Herr Rosenberg, an dessen Namen die aus Bienenkörben bestehende Sendung gerichtet war, wurde vorn Haifaer Gericht freigesprochen. Dunkelmänner am Werk Das jüdische Volk war seit Jahrhunderten nicht in einer so gefährlichen Lage wie im gegenwärtigen Augenblick. Eine Hochflut der Judenfeindschaft, wie sie noch nie dagewesen ist, überflutet die ganze Welt, ln den Ländern jüdischer Massensiedlung Massaker und Pogrome, in zivilisierteren Ländern soziale Ausstoßung und wütender Haß, im Lande der jüdischen Zukunft selbst ungeheure Schwierigkeiten eines Aufbaus. Das ganz zermürbte, getretene und zerfetzte Volk muß dennoch die Kraft finden, sich zu sammeln und immer wieder neu ansetzen zum Aufbau seines Lebens, immer wieder durch tausend Höllenleklen sich erhaltend für eine Zukunft, in der die Menschheit erwachen wird. Das Judentum in den einzelnen Ländern steht gerade im Anfang des Versuches, sich zu konsoüdicren und mit eigener Kraft, nicht mehr gestützt auf die unzuverlässige Hilfe der anderen, seine Existenz zu sichern. Es gibt nur eine Möglichkeit solcher Sicherung: Der erneute Versuch, als Volk zu leben, denn Volkstum ist ewige innere Kraftquelle und schützt die lebendige Seele der Gemeinschaft, die nicht untergehen kann. Das jüdisclie Volk hat angesetzt zu einer ganz entschcidenden, großen historischen Tat, der Wiedererrichtung seiner nationalen Heimstätte im Lande seines Ursprungs. Nur von dort kann Tröstung und Rettung kommen, nur von dort der Halt, der das Volk in seinem Zusammenbruch wieder aufrichtet. Etwas Gleichartiges war bisher in der Geschichte nicht da. Dennoch gab es nationale Bewegungen bei allen Völkern, gab cs Gefährdungen ihrer Existenz und Kampf um ihre Freiheit. Solche Situationen pflegen bei anderen Völkern die größten Augenblicke zu erzeugen. Das ganze Volk, wie immer es auch im Innern zerklüftet sein mag, richtet sich gemeinsam auf an der einen Idee, steht dem Feind und der Gefahr in geschlossener, undurchbrechbarer Front gegenüber. Wohl gibt es bei allen Völkern Gegensätze im’ Innern, wohl verzichtet, auch in "diesen Momenten des Zusammenschlusses, keine Gruppe auf die Behauptung ihrer Weltanschauung und ihre Sonderbestrebungen. Aber der. Größe des Schicksals gegenüber sind sie für diese eine Sache einig. Und von all den anderen Völkern ist noch kein einziges in einer so paradoxen, so katastrophalen, so schreckcnsreichen Situation gewesen, wie heute das jüdische. Der jüdische Fall ist unvergleichbar. Um wieviel mehr müßte beute hn Judentum bei den ersten Versuchen der Schaffung einer Lebensmöglichkeit, wenn schon nicht aktive Einheit, so wenigstens keine innere Störung herrschen! Wie sieht cs aber in Wirklichkeit aus? Die Leser der ״Jüdischen Rundschau“ wissen Bescheid. Wir haben in der letzten Zeit von einigen Fällen berichten müssen. ln der litauischen Parlamentskommission für Schul- und Bildungsangelegcnhciten erklärte der Vertreter der Orthodoxie, Herr Getz, sowohl die Jiddischisten als auch die Hebraisten seien staatsgefährliche Elemente, denn die ersteren neigen zum Bolschewismus, die anderen tendieren nach Palästina; er warnt also den litauischen Staat vor diesen jüdischen Gruppen und rät, nur die Ort hodoxie als staatstreues jüdisches Element anzuerkennen. (״J. R." Nr. 4.) ln Lancut (Galizien) haben die Zionisten die Majorität in der Kultusgemeinde erlangt Daraufhin hat eine orthodoxe Gruppe bei den polnischen Behörden die Anzeige gemacht, daß die Zionisten das Ausland veranlassen wollen, sich in die inneren Angelegenheiten Polens einzumengen und daß es daher ratsam sei, nur die Orthodoxen in die Kultusstuben einzulassen. (״J. R." Nr. 9.) In Preßburg hat vor einigen Wochen eine Konferenz der ״Vereinigten Jüdischen Parteien" stattgefunden, um die politischen Forderungen des slowakisehen Judentums zu beraten. Daraufhin ließ sich der Oberrabbiner Weber, Chef der orthodoxen Landeskanzlei, von der Prcßburger ״B. Z. am Abend" interviewen und sprach seine Mißbilligung darüber auSj daß jüdische Vertreter über Minorität«- rechte verhandeln zu einer Zeit, wo der Vertreter einer Minorität in diesem Staate im Parlament eine Stinkbombe gegen den Stuhl des Präsidenten ge- 1

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