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Jüdische Rundschau · 1922-02-14 · Heft 11-12 (14.2.1922) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 11-12 (14.2.1922)
Date
1922-02-14
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 72 JUEPISCHE RUNDSCHAU Deutschland ״Hechaluz“-Konfercnz In Essen Auf Anordnung der Weltorganisation ״llcchnluz" hnt am 29. Januar in Essen eine Konferenz stattgefunden, die sich im wesentlichen mit der Qualifizierung*- frage der jüdischen Arbeiterschaft beschäftigte. An der Tagung nahmen ausser dem Vorsitzenden der neuen Palllstina-Gesellschaft ״Awodnh", Dr. Walter P r e u s s, der Vontand des zionisuach-sonalistischcn Weltverhandes ,.Zeire-Zion“, S. Lubawski, und der Vorsitzende der Weltorganisation ,.Hechaluz“, S. Lewinsohn, teil. Die jüdischen Arbeitsgruppen Rheinlands und Westtiilens waren vollzählig vertreten. Als erster Redner sprach Dr. Preuss Uber die Notwendigkeit der Qunlif i t i e r u >1 g der jüdischen Arbeiter und über den Nutzen, den jeder Werktätige aus qualifizierter Ausbildung ziehen könne. Im Anschluss hieran betrachtete Luhowski den Qualifizierungsgedanken unter dem Gesichtspunkt der jüdischen Wanderung und der allgemeinen Aufbauarbeit in Palästina. Er beantragte die Errichtung gecigneter Lehranstalten, sua deren Tätigkeit nicht nur dem einzelnen Arbeiter, sondern auch der jüdischen Gesamtheit ausserordentliche soziale Vorteile erwachsen würden. Lewinsohn ergänzte diese Ausführungen durch praktische Beispiele und hob hervor, dass eine gesunde und normale ArbeitawirtsChaft in Palästina und vor allem durch qunlifixierte Arbeiterpioniere gewährleistet werden könnet Nach lebhafter Debatte stimmte die überwiegende Mehrheit der Anwesenden den Ausführungen der Rcferenten zu und beschloss in einer zweiten Sitzung die von der ״Awodah“ in Aussicht genommene Gründung einer Lehranstalt für Bauarbeiter zu unterstützen und späterhin für andere Arbeitszweige besondere Lehranstalten zu schallen. Eine im Laufe der Beratung angenommene Resolution hat folgenden Wortlaut: ,,Die an den ersten Lehranstalten beteiligten Gruppen anerkennen die Wichtigkeit der ,Hechalaz'-Bewegung und ergreifen die Initiative, um diese Bewegung unter den jüdischen Arbeitern im Rheinland und in Westfalen zu pflegen. Die Gruppe schliesst sich gleichzeitig der Welt- Organisation ,Hechaluz* an." Ein während der Tagung gewühltes Komitee au* sieben Personen soll sich der Förderung qualifizierter Ausbildung mit Nachdruck widmen und diese nicht nur auf Palästina-Pioniere beschränken, sondern auch auf solche Arbeiter ausdehnen, die bis auf weiteres im Galuth bleiben müssen. Als itchmünnischer und techni9cl1er Leiter der ersten Lehranstalt wird Herr Architekt Dr. N c u m a n n fungieien. Technisches Chaluzaml der Z. V. f. D. Von Dipl.-Ing, Alfred Berliner, Betlin. Die Z. V. f.D. hat seit dem 1. Februar ein technisches Chaiuzarat eingerichtet. Die Hach an ah, das ist die Bernfsausbildüng für Palästina im Galuth, ist seit Jahren eine der wichtigsten Forderungen im deutschen Zionismus, die am stärksten und klarsten wohl auf dem vorletzten Delegiertentag 1920 in Berlin formuliert wurde. Die Erkenntnis, dass man die für Palästina wichtigen Berufe meist nicht in Palästina erlernen könne und dass der qualifizierte Arbeiter ein viel bedeutsamerer Aufbaufaktor ist als der ungelernle, wenn auch nicht weniger opferwillige Chaluz, ist die Grundlage dieses Hachanah-Gedankens. Und es gibt heute neben den paar hundert landwirlscha/tlichen auch technische Chaiuzim, die sich schon seit Jahr und Tag als Tischler, Maurer, Elektrotechniker, Schlosser usw. ausbilden. Bisher fehlte jedoch eine Zentrale für diese wichtige Vorbereitungsarbeii für Hrez Israel, eine Stelle, wo diese Menschen beraten werden, wo ihnen Stellen vermittelt weiden, wo sie gesammelt werden konnten, ein Amt, das in weitestem Masse die technische Ausbildung der Chaiuzim förderte. Denn das Jüdische Arbeitsamt in Berlin, das’ auch die technische Berufsberatung und Stellen- Vermittlung durchführt, ist kein Chaluzamt. Arbeitslose werden zwar untergebracht, aber nur selten in Stellungen, wo sie sich in kürzerer oder längerer Zeit eine Qualifikation erwerben können. Um diese Aufgabe zu erfüllen, wurde das neue Sekretariat von der Z. V. f. D. im Anschluss an das Palästinaamt geschaffen. Eine ganze Menge Vorarbeit ist schon geleistet worden, denn manche Stellen verfügen über zahlreiche Erfahrungen, über Statistiken, über Kataloge technischer Firmen, über Prospekte von Fachschulen usw. Wir erwarten, dass die Ortsgruppen und alle Interessenten die Arbeit des neuen Sekretärs unterstützen. Es gibt eine ganze Reihe technischer und organisatoris« her Fragen, die wir in der nächsten Zeit an dieser Stelle erörtern möchten. Wir erwarten die eifrigste Mitarbeit aller, Insbesondere der technischen Chaiuzim selbst. Nr. 11/12 ו Nr. |n1*Bt V0«״ Entwarf, TechnlschcsSekretarlstderZionistlschen Vereinigung für Deutschland. I. Berufsberatung: 1. Beantwortung von Anfragen. 2. Einrichtung von Beratungsstelle». II. Vermittlung von Lehrstellen: 1. Fühlungnahme mit Industriellen und Hand• werketn. 9. Vcrrclclminse von Huridwcrker-Organfsstlonen, III. Feststellung der Lehrpläne und Lehrgänge: 1. Technische Hochschulen. 2. Teclini! ums und Fachschulen. IV. Finanzierung: 1. Allgemeine Zuschüsse der Organisation Beihilfe von Privaten. 2. Zuschüsse der Industrie (z, B. Kost und Logis bei I lamlwerkerlehretcllen). 8. Selbstzahler. /. Propaganda: 1.!׳resse, 2. Rundschreiben und Korrespondenzen. » Reisen und Vorträge. VI. Organisierung der Handwerker und technischen Ingenieure: 1. Verband der Ingenieure und andere Fachverbinde, 2. Statistik. Eine Broschüre über den XU. Kongress. Im »Jüdischen Verla g", Berlin, ist soeben ein« 170 Seiten starke Broschüre über den XII. Zionistenkongress erschienen. Da offenbar das ganze stenographische Protokoll, das sehr umfangreich werden dürfte, noch nicht fertiggestellt ist, hat das Zionistische Zentralbüro vorläufig eine Zusammenstellung der wichtigsten Referate und Beschlüsse herausgegeben. Demgemäss enthält das Buch einen kurzen Abriss des Verlaufes und der Zusammensetzung des Kongresses, die Eröffnung*• nnsprnchcn, eine verkürzte Wiedergabe der Generaldebatte sowie die Referate und Beschlüsse betreffend Kolonisation, Emigration, Schulwesen und Kulturarbeit, Organisation der Propagangu, Keren llajessod, Finanzen und Budget, Politik. Es ist ausserordentlich zu begrüssen, dass auf diese Weise jetzt schon die Möglichkeit geboten ist, eine Uebersicht Uber den XII. Kongress und seine sachlichen Ergebnisse zu bekommen und auch weitere Kreise darüber zu informieren. Allerdings macht das Zcntralbüro in seinem Vorwort darauf aufmerksam, dass es bei dieser Ausgabe für die witkliche Genauigkeit des Textes keine Gewähr übernimmt. Der authentische Wortlaut wird im stenographischen Protokoll enthalten sein, das gleichfalls in Kürze erscheinen 8011, Es ist das erste Mal, das auf diese Weise der Versuch gemacht wird, Uber den Zionistenkongress zu informieren, ohne daß an den fernerstehenden Leser die Anforderung gestellt wird, gleich das ganze stenographische Protokol durclizustudieren. Darum ist dem Buche weiteste Verbreitung zu wünschen, und es wird auch ein geeignetes Instrument der zionistischen Propaganda sein. An unsere Leser! Wir haben vor kurzem in einem Rundschrtj. ben mitgcteilt, daß wir uns dazu entschlösse* buben, den Anzeigenteil jetzt in eigene Ver waltung zu übernehmen. Wir haben darum ge beten, uns bei unseren Bemühungen um die He bung des Inseratenteiles zu unterstützen und richten nunmehr diese Bille an alle Leser un scres Blattes. Diese Unterstützung kann auf mehr, fache Weise erfolgen. 1. Durch die Aufgabe von Firmen alle! Branchen usw., die als Inserenten für unser Blut! in Frage kommen und durch Angabe von gceig. ncten Wegen, um an diese Firmen, die ihre Aul. trage oft nur durch bestimmte Personen vergeben, beranzukointnen. 2. Durch die Intcressierung von wirklich tüth tigen, renommierten Inseraten-Acquisiteuren, denen wir bei der Zuweisung von größeren Auftrages entsprechende Provisionen vergüten würden. Bel dem ständig wachsenden Leserkreise de! ״Jüdischen Rundschau“ und ihrer starkes Verbreitung im Auslände bietet eine Insertion I! unserem Blatte den Inserenten die größten Vor teile, die noch dadurch gesteigert werden, da? unsere Leser bei ihrer starken Verbundenheit mi! unserem Blatte auch dem Inseratenteil die größte Aufmerksamkeit zuwenden. Wir bitten unsere Leser, von dieser Tatsache bei ihren Bemühungen, uns bei der Ausgestaltung des Inseratenteiles bc hilflich zu sein, auszugehen und auch zu berück sichtigen, daß wir durch eine solche Ausgestai• tung in die Lage versetzt werden würden, dir Abonnementsgebühren niedriger zu halten, als die! die sprunghaft fortschreitende Teuerung sonst not• wendig macht, Verlag ״Jüdische Rundschau“, Berlin W 15, Sächsische Str. 8. judis Zeitschriflenschau Soeben erschien das 6. Heft der ״Jüdischen J u g e tt d b 1 ii 11 er", der Prager Jugendzeitschrift, die nach einer kurzen Pause nun wieder zum Leben erwacht ist. Der Inhalt des Heftes gibt eir. außerordentlich lebhaftes Bild von den geistigen Kämpfen innerhalb der heutigen zionistischen Jugend, ln einem Aufsatz über die Ideologie der Bcrufsimischichtuiig wendet sich Georg Kohn gegen die von Buber ausgehende Richtung im Zionismus, die besonders in Prag durch das im Jahre 1913 erschienene Werk ״Vorn Judentum“ repräsentiert wird. An der Hand von Zitaten aus diesem Buch und anderen Zitaten bemüht er sich nachzuwcisen, daß hier eine Verengerung des Zionismus vorlicgt, der in Wirklichkeit als die Bewegung gelten müsse, die dem jüdischen Volk ״Brot zum Essen und Land zum Wohnen“ bietet. V011 diesem Gesichtspunkt aus sei auch die Chaluzfrage zu betrachten. — Nach dieser polemischen Einleitung folgen eine Anzahl von Ucbcrsetzungeu, die von der hebräischen Erziehung In Wirbailcit (Litauen) und von dem Gemeinschaftsleben in Dagattiah berichten. Auch sonst ist das H־ft reichhaltig, insbesondere der litcrarkritische Teil, der eine bemerkenswerte Glosse von Egon Drucker über Karl Kraus enthält. Den Schluß bildet ein Tätigkeitsbericht des Chatuzverbandes für die Tschechoslowakei, aus dem hervorgeht, daß der Verband gegenwärtig 75 Mitglieder umfaßt, die zum größlcn Teil der Landwirtschaft, aber auch zahlreichen Handwerken angeboren, An der Spitze des Heftes $fcht ein Appell der Redaktion an die jüdische Jugend, siel» stärker an der Mitarbeit zu beteiligen, insbesondere sich zu den Streitfragen zu äußern, die die wichtigsten Probleme des geistigen und wirklichen Lebens der jüdisehen Jugend befreiten. Es wäre zu wünschen, dau die Aufforderung Widerhall findet und auf diese weise der wirklich gelungene Anfang, ein Organ der zionistischen Jugend zu schaffen, zu einem weiteren Erfolg führt Die Redaktion befindet sich Prag I., Dloutmtr, 22. Grimm« Märchen In hebräischer Sprache. Der Verlag ,.Moriah*‘ (Berlin •Jerusalem) hat soeben eine Oesamtausgabe von Orunms Märchen in hebräischer Sprache fertiggestellt. Die Übertragung besorgte David Frisch* mann. Es sei hier daran erinnert, daß Ch A. Krupnik bereits vor einigen Jahren eine Auswahl von Qrirnma Matchen Ins Hebräische übersetzt hat, (Ztko > Ein russisch jüdischer Verlag in Berlin Die russisch-jüdische Emigration in Deutschland be rcfcherte sich um ein neues und wertvolles Verlags unternehmen. Der im Verlaufe von zehn Jahren ii Rußland bestehende Verlag von S. D. Saitzmana nahm seine Verlagstätigkeit in Berlin wieder auf. Zu nächst ist der Verlag damit beschäftigt, seine alte! bewährten und viel verbreiteten Ausgaben, die vom Markte Fingst verschwunder. sind, wieder herauszugeben Bis jetzt sind erschienen: Lieder und Poeme von Bialü in der glänzenden Ucbcrsctzung von faboHnskr, Diese Uebcrsetzung, die seinerzeit ein literarisches Er■ eignis in der russischen Literatur war, trug den Na'nei Bialiks und mit ihm den der netihcbräischen Literatur weit über die Grenzen des hebräischen Lese.kreise» Bialik wurde bei dem russisch lesenden Publikum ebenso populär wie bei dem hebräisch lesenden und machte auf die russischen Dichter einen 90 starkes Eindruck, daß die besten von ihnen seitdem nicht auf■ hören, seine heslen Gedichte zu variieren. Ein zweiter Band enthält Erzählungen von Bialik, der dritte Band ist ein Dram3 von jabotinsky, aus dem russisch-jüdisrhcn Leben der Jahre 1905/06. Das Stück war seinerzeit von der russischen Zensur verboten worden. Der vierte Band enthält Aufsätze von Jabotinsky. Es sind darin in vier Abteilungen ״Juden“, ״Rußland“, ״Nation“ und ״La bSte humaine* die besten Aufsätze von Jabotinsky über die national! Frage und nationale Politik gesammelt, die zusammen ein vollständiges Bild der politischen Anschauungen Jabotinskvs bieten. Als fünfter Band ist schließlich die ״Jüdische Anthologie“ zu erwähnen, die zuerst in Moskau von Leo J a f f c und dem russischen Dichter Chadassewitsch herausgegeben wurde und in der alle besten neuhebräischen bichter in mustergültigen Uebersetzungcn vertreten sind. — Sämtliche Bücher sind prachtvoll ausgestattet! 11 liehen .,Rune;danke d ׳'•hietua l'ntsat durch;chUft f/.ionii sind, Rieht! kraftv promi Hebrl den £ am P; £!der B #üre nicht teien elbst rum ן •i »or G da binde such 1 mir ' jeden mal L zweit sich eil Kultu fühlet Füller F.indr Masss dstbet »om schier belegt I »erste :1 Lage dieser l soll I l’nter die J es füi sind, Die 1 werde u! denkt menti sie er die g Lage Anstr in Ps spricl Sprechsaal (Ohne Verantwortung der Redaktion.) Zionistische Weltorganisation. Leitmeritz,d.2.Febn1stH Der Kongreßanwalt. An die Redaktion derjüdiicben Rundschau, Berlin W 15. Sächsische Straße 8. Im Sprcchsaal Ihrer Nummer 6 von diesem Jahre ver• öffentlichen Sie eine Zuschrift des Herrn Rabbiner Df. Nu rock,!.!bau, in welcher in Anknüpfung an die durch die Veröffentlichung des ehrengerichtlichen Urteils bekannte Affaire Dr. Katzenclson — Dr. Nu rock gegen den ersteren neuerlich bestimmte Vorwürfe erhoben weiden Herr Dr. Nurock nennt in diesem Zusammenhänge auch meinen Namen, in dem er von der Uebermittlung seines Materials gegen Dr, Katzenelson an mich als dt# Kongreßanwalt Mitteilung macht. Da diese Angelegenheit einmal In die OeffenlllchkeiJ gelangt ist. halte!ch mich verpflichtet zu bestätigen, da# mir das Material tat-ächllch vorgelegt wurde und daß ich angesichts der Schwe׳e der eihobenen Vorwürfe and de« Nachdruckes, mit welchem sie erhoben werden, mich ver- Sedigl veine und frühe: nicht, tun. getret prakf dere hebr# »orse braisi übrig die 1 ßerlir l über östlic hoch und 1 Vac kenn! von mit *e bet habei nURe1 .1 c1nzi|1 1 ,1'1■1ei I heoh! 1 üänd 1!,ktue I N«R«t I auch'

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