Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 6 (20.1.1922)
- Date
- 1922-01-20
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- Adolph Goldschmidt 1× ep/1026163
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- Hermann Struck 1× ep/1004902
- Paul Lazarus 1× ep/1041328
- Plauen 1× ep/1045447
- Siddy Wronsky 1× ep/1035294
- Siegfried Moses 1× ep/1009280
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Seite 35 ■~-4 k? -1 I f } - i fiicilt!!11 litcdie;.on i man t eine d für Leber!' Aber jeistiinden f son•;Sied- £orge laften ö geleben -Ute׳• \ t i I ,an n Wie tzung t Zuadats Paris itiger f. ttverhier )ber* High hier nach 3iese «uf Ille jison!vor- I a 1 s 01 Ost“ |der frei- »lic. pon. br- *daß Mich!die Ition Was t־~ 1! 5 er- Jeser;!and dien joril i» leitet fe I, menlacht mit *rci• di«־ de• late» iiten. - ז 11« V081 dien nten ver- Re- Pa•! der 1 rc- Itaki £d1c * ein• wert» tide. if ¥■ 1: ,4 Nt. 6 Die Schönheit der palästinensischen Landschaft Die nadtsteherxfen Betrachtungen sind einer ArtSieireilie entnommen, die der amerikanische Jude Raskin in der konservativen New Yorker Evening Post״ erscheinen läßt. Raskin ist kürz״ [dh von einer Palistinardse zurückgekehrt. Man sagt, daß eine Landschaft vornehmlich durch jjite Lichter und; Sduttci» und weit weniger durch ihre porm auf das menschliche Gemüt einwirkc. Viele behaupleo sogar, daß niclit der Witterungs׳-, sondern der Fifbenwcchscl eine Jahreszeit von der anderen unterscheiden lasse. Nun, in Palästina finden diese Bchatipjungen gewiß ihre Bestätigung. Wer die Farben dieses Landes einmal gesehen, kann sie nicht wieder aus seinem Gedächtnis bannen. Wenn auch jede Landschaft ihre Farbe mit den Jahreszeiten wechselt, so bleiben doch die Sand flächen und Felsen, die kahlen Berge und Seen unveränderlich. Aber gerade diese geben PaJäsfina seinen Farbendural ter. Der Sand meiner Heimat ist stets weiß wie Kalk, ihre scharfkantigen Felsen legen niemals ihre hellbraune Farbe ab, und ihre kahlen Berge erinnern mich jeden Tag an purpurne Wände, die ein feinsinniger Künstler mit roten, schwarzen und gelben Bändern ge* schmückt hat. Judäa ist durchweg gebirgig und steinig. Berge imd Steine findet inan zwar im ganzen Lande, aber in Judäa scheinen alle Dinge — Stadt und Dorf, Ebene, Feld und Fluß — in Stein gehauen und von einem Ocbirgskranz umgeben. Dort kann man das beobachten, was ich einmal örtliche und zeitliche Färbung nennen will. Gaza Ist ln eine dunkelbraune Gerstenebene getaucht, während die Sharon-Ebene von den grünen und gotöheflen Lichtern ihrer Obstgärten und Weinberge bcherrscht wird. Als Jude braucht man nur kurze Zeit die Ebene von Esdradom zu durchwandern, um durch י rsj::: ccriÄiu das glühende Rot des te®f;;diaftllds׳c׳n Bildes an die Schicksale seines Volkes erinnert und zu doppelter Sdiaffeasfreude angeregt zu werden. Natürlich gibt cs auch in Galiläa Berge — wo sind keine in unserer Heimat? —, aber ihre Umrisse sind viel schwächer. Das liegt an den Linien der jungen Oclbäume, die dem Gesamtbild jede Strenge »dunen und fast so ausschauen, als ob sie sich durch die Gegenwart ihres Herrn und Meisters, des grauköpfigen Hermon, eingcschüchtert fühlten. Der Gipfel des Hermon ist 90 weiß, daß auch die Wolken in dem alten Riesen ihren Gebieter sehen und sich nach langer Wanderung auf seinem Haupt nicdcrlasscn» um dort ihre weißen Zelte aufzuspannen. Dann gleicht der Glanz einem strahlenden Strom geschmolzeiicr Lava. (Vielleicht will Vater Hermon auf diese Weise dem See von Kincrcth und den Hügeln Von Moab Kunde geben vom Besuch seiner hohen Gäste?) Manchmal weint der gastfreundliche Hermon vor Freude, so daß seine Tränen in Langen Schleppen von flüssigem Silber bis Kinereih rollen... Wenn die Farbe Frankreichs bczaifbcrnd und beiter, die Farbe Italiens blendend bis zur Herausforderung ist, so kommt in der palästinensischen Landschaft eine zarte Bescheidenheit zum Ausdruck. Tatsächlich kann man in Ercz-Israel nur von Halbfarben, Schattierungen mul Nuancen reden, woraus denn folgt, daß man das Land am ehesten mit einem Aquarell vergleichen kann. Palästinensische Landschaften regen niemals auf; sie besänftigen und schmeicheln. Ich glaube sud», daß man beim Anblick des Landes leicht eine Erklärung für die innere Ruhe des palästinensischen Juden finden kann; dem» icli, als jüdischer Tourist, liabe sogleich empfunden, wie sehr die Landschaft unserer Heimat die Seele des ernsten Juden zu erquicken imstande ist. Aber die Zartheit der Farben des Landes schließt noch nicht Ihre Lebhaftigkeit und Klarheit aus. Du sichst einen Gebirgszug, 20 oder 30 Meilen entfernt, in bestimmten Umrissen und fällst, In welchem Maße das leichte Farbenspiel den Zauber einer stilisierten Korn- Position hervorruft. Diese Fernblicke — man sieht sie überall! — sind die entzückendsten Aussichten. Ueber* all ist eine mystische Atmosphäre und eine Vorstellung vom göttlichen Inhalt der Natur. Noch ist nicht genau festige stellt, inwieweit Klima und Landschaft menschliche Gemüter und Charaktere beeinflussen; aber wenn man nacheinander England, Frankreich, Italien tuwl Palästina besucht«, 90 würde man, wie mir scheint, leicht vermuten, warum das eine Land die philosophische Erkenntnis, das andere das Entstellen großer Kunstwerke, das dritte Musik und das vierte Erkenntnis oder Prophetie fördert. Palästinas hohe Hügel und plötzliche Täler, seine scharfen Felsen und dunklen Höhen, die Stille der benachbarter! Wüste und die tausendfarbigen Sonncnauf- und ־Untergänge — alle• zwingt zum Sinnen und Betrachten, zur Prüfung und Bc- Wanderung des einzigen Schöpfers dieses wunderbaren Kunstwerkes. Holzbarackcn für Obdachlose in Tel-Awiw. Die Ocmeinde Tel-Awiw hat 16 Holzbaracken für Obdachlose errichtet Jede Baracke hat 3—4 kleine Zimmer, ln jedem Zimmer wohnen bis 7 Personen zusammen. Die Gemeinde erhebt eine Miete von 1 Pfund monatlich für jede* Zimmer. Neue Absatzmärkte! für Palästina. Die jüdischen Kolonien entsendeten eine Delegation nach Japan, China und Indien, um die Exportmöglichkeiten palästinensischer Produkte in diese Länder zu studieren, aa der russische Absatzmarkt ganz verloren ging und in der letzten Zeit auch die Absatzmöglichkeiten in Amerika sich verringert haben. Ansiedlung jüdischer Legionäre. Eine aus 25Mitgliedern bestehende Gruppe ehemaliger jüdischer Legionäre hat sich zum Zwecke der Ansiedlung als Kolonisten organisiert. Die ״lea“ bewilligte ein Budget von 360 ägyptischen Pfund für jeden dieser Legionäre, um ihnen die Ansiedlung auf Ica-ßoden in Palästina zu ermög• liehen. Protest der Lehrer Jerusalems gegen die Eveline- Rothschild-Schule. Die Evelinc-Rothsdrild-Schuie in Jerusalcm veranstaltete kürzlich einen Basar. Einladungen und Plakate waren nur englisch, trotzdem die Schule englisch-hebräisch ist. De Lehrerschaft Jerusalems hat egen diese öffentliehe Zurücksetzung der hebräischen prachc durch die Leiterin der Anstalt, Miß Landtu* Protest eingelegt. f~T Die Besiedlung Palästinas galt zu allen Zeiten als hohe, religiöse Pflicht im Judentum. Jetzt ist die Möglichkeit gegeben, Palästina zu einer jüdischen Heimstätte zu entwickeln. Sie stellt die gesamte Judenheit vor eine große Aufgabe. In ihrer Lösung wird sich erweisen, ob die Juden die Kraft besitzen, in Palästina in produktiver Arbeit Werte zu schaffen, ob sie die Fähigkeit haben, dort in eigenen Formen gemeinsam zu leben, ob der Sinn für Gerechtigkeit, dem das Judentum seine Größe verdankt, als herrschende Macht des jüdischen Lebens wirksam werden wird. / Jeder Jude muß heute wissen, daß das Schicksal der neuen jüdischen Siedlung in Palästina auch für ihn von Bedeutung ist. Die jüdische Leistung im jüdischen Lande wird Geist und Kraft der gesamten Judenheit stärken. Darum muß das Werk über die Parteien erhoben und durch ein Zusammenwirken Aller zum Erfolg geführt werden. / Groß sind die Schwierigkeiten, aber nicht unüberwindbar; zahllos sind die Aufgaben, aber nicht undurchführbar. Der Boden Palästinas soll der Landwirtschaft erschlossen, der Lauf seiner Gewässer soll geregelt werden, Straßen, Eisenbahnen und Häfen sollen gebaut werden. Die Sanierung des Landes muß in Angriff genommen, Krankenhäuser müssen gebaut und ärztliche Hilfe muß eingerichtet werden, Volksschulen, Mittel- und Fachschulen müssen errichtet und ausgebaut werden, soziale Hilfe und Ordnung sind in weitestem Maße durchzuführen. / An diesem Werke tätigen Anteil zu nehmen, ist die Pflicht der Juden Deutschlands. Außerordentlich große Mittel müssen aufgebracht werden. Mit den gesammelten deutschen Geldern soll der Palästina- Sache ein möglichst großer Dienst geleistet werden. Mit Rücksicht auf die Entwertung der deutschen Währung sollen diese Gelder daher ausschließlich in Deutschland für Palästina verausgabt werden. Dem Aufbauwerk wird am besten gedient, wenn in Deutschland Waren gekauft werden, die Palästina braucht, wenn Palästinawanderer durch Ausrüstung und Werkzeug unterstützt werden, wenn in Deutschland Ausbildungsstätten geschaffen werden,die sie landwirtschaftlich und handwerklich auf ihr neuesLeben vorbereiten./ Unser Weckruf geht an alle Juden Deutschlands. Wie durch die weltumspannende Keren Hajcssod-Aktion eine Organisation aller Juden für den Aufbau Palästinas geschaffen worden ist, so soll hier der Keren Hajessod (Jüdisches Palästinawerk) E.V. die Kräfte aller Juden Deutschlands zu gemeinsamer Palästina-Arbeit vereinen./ Der Keren Hajessod dient ausschließlich dem praktischen Siedlungswerk in Palästina. Die Durchführung des Werkes erfordert von jedem Einzelnen Leistungen,die der Größe der Aufgabe entsprechen. Berlin! Dr. Alfred Apfel; Leopold Badt, Zweiter Vorsitzender des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde zu Berlin; Rabbiner Dr. Bacck; Dr. Cora Berliner; Kurt Blumenfekl; Eugen Caspary; Professor Dr. Toby Cohn; Professor Dr. Albert Einstein; Direktor Siegfried Eile; Sanitätsrat Dr. Leopold Feilchcnfcld; Dr. Georg Gerson; Professor ür. Adolph Goldschmidt; Dr. Arthur Hantkc; Schriftsteller Georg Hermann, z. Zt. Heidelberg; Siegmund Hirsch in Firma Hirsch, Kupfer- und Messingwerke; Professor Dr. S» Kalischer; Dr. Alfred Klee; Dr. Max Koilcnscher; Generalkonsul Eugen Landau; Dr. Rudolf Lcszynsky; Professor Dr. Karl Lewin; Justizrat Dr. iuris h. c. Magnus; Professor Dr. Eugen Mittwoch; Dr. Siegfried Moses; Professor Dr. Max Mosse; Dr. Jaques Perl; Dr. Felix Pinner, Handclsrcdakteur des Berliner Tageblattes; Gewerberat Emil Plotkc; Rechtsanwalt Felix Rosenblüth; Dr. Egon Rosenberg; Dr. Aron Sandler; Geheimer Regien! tigs- und Ministerialrat Dr. Hans Schäifcr; Kommerzienrat Gerson Simon; Hugo Simon in Finna Carsch, Simon 6! Co.; Professor Dr. Moritz Sobcrnhcim; Geheimer Sanitätsrat Dr. Julius Stern, Erster Vorsitzender des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde; Otto Sternberg; Hermann Struck; Georg Tictz; Geheimer Justizrat Bcrthoki Timcndorfer; Dr. Ernst Wassermann; Bankdirektor Oskar Wassermann; Siddy Wronsky; Professor Dr. M. Katzenstein; David Lichfenstein. — Aliensteins Rechtsanwalt Wistinccki; Rabb. Dr. Eckstein; Bankier Julius Wassermann. — Barmen: Sanitätsrat Dr. Ollcndorf, Erster Vorsitzender des Vorstandes der Synagogeugcmeinde. — Bayreuths Rechtsanwalt Klein, Vorsitzender der Kultusgcmeinde. — Braunschwelgs Dr. Norbert Regensburger, Mitglied des Landtages. — Breslau: Geheimer Justizrat Dr. iuris 11. c. Heilberg; Dr. Max Jacobsohn; Dr. Albert Lewko»vitz: Dr. Hugo Schachtel. — Cassels Rechtsanwalt Dr. Goldschniidt; Dr. Josef Prager. — Coburg: Prediger Mirscli. — Darmstadt: Dr. Italiener; J.-R, Dr. Bender, Vorstand der lsr. Rclig.-Gcmeinde, - Dessau: Latidcsrabbincr Dr. Walter Staats- und Justizrat Dr. Cohn, Vorsitzender des Vorstandes der Israelitischen Kultusgemeinde; Dr. Hurwitz. — Dresden: Rabbiner Professor Dr. Winter. — Elberfeld: Dr. Aron; Dr. L. Grüneberg; Dr. Julius Loeb; Rabbiner Dr. Norden, - Erfurt: Willy Weinstein, Vorsitzender des Rcpräsentaiiten-Kollegiuma der Jüdischen Ocmeinde; Dr. wollheim. — Erlangens Adolf Dreyuiß, Vorsitzender der Kultusgemelnde. — Frankfurt a. Main: Professor Dr. Dreyfuß; Willy Dreyfus in Firma J. Drcyfus & Co.; Bankdirektor Karl Herzberg; Rabbiner Dr. J, Nobel; Dr. Eugen Oppenheimer in Firma Jacob S. H. Stern; Dr. Ernst Picard, Luden Picard, beide in Finna Lnzard Speyer-Ellissen; Rabbiner Dr. Salzberger; Fritz Sondhcimcr in Firma Tcllus, Metall-Akt.•Ges. — Freiborg I. B.t Dr. Josef Lcwy; Rechtsanwalt Ludwig Stcrnfeld; Konrad Ooldmann. — Göttingens Professor Dr. Edmund Lanuau; Dr. Fritz l'eyscr. — Halbcrstadt: Siegfried Hirsch in Finna Aron Hirsch & Sohn; Dr. Sally Hirsch. — Hamburg: Dr. Felix Danziger; Dr. Ernst Kalmus; Bankier Alfred Levy. Erster Vorsitzender des Vorstandes der Dcutsdi-Israclitischen Gemeinde; Alfred Lisser in Finna Lisscr & Rosenkranz; Oberlandcsgcrichtsrat May; Julius Schindler in Firma Oelwcrkc Julius Schindler. — Karlsruhe: Kommerzienrat Dr. h. c. M. A. Straus; Dr. Julius Rosen fehl. — Königsberg i. Pr.t Justizrat L. Holz, Erster Vorsitzender des Vorstandes der Synagogengemeinde; Justizrat Max lichtenstein; Bankdircktor Hermann Marx; Dr. Walter Stein. — Landsberg a. W.s Fabrikbesitzer Georg Lcwinsolin. — Leipzig: Rabbiner Dr. Felix Goldmann, — Llcgnitz: Rabbiner Dr, Pcritz. — Lübeck: Alfred Frank; Eduard Joel; Iwan Meyer in Firma H. Meyer & Co. — Mainz: Kommerzienrat Ludwig Kronenberger; Rabbiner Dr. Sally Levy; Rechtsanwalt Dr. Paul Simon. — Mannheim: Max Goldschmidt, Vorsitzender des Synagogenrats und Mitglied des Oberrats der Israeliten in Baden; Dr. Julius Moses; Landgerichtspräsident Dr. Stein. — Nürnberg: Dr. I, Bnmbcrgcr; Rabbiner Dr. Freuucnthal; Kommerzienrat Metzger; Dr. Meinhold Nußbaum: Ludwig Rosenzweig. — Oppeln! Fabrikbesitzer Ismar Engel, Erster Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde; Rechtsanwalt Georg Wunderlich. — Plauen: Prediger Emanuef Neumann; Rechtsanwalt Löffler; Max Steinberg, Stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde. — Saarbrücken: Justizrat August; Sanitätsrat Dr. Bickart; Dr. Leo Weiler. — Starnberg-Miinchen: Arnold Zweig. — Stettin: Rabbiner Dr. Wiener. — Stuttgart! Oberkirehenrat Dr. Kroncr. — Wiesbaden 1 Stadt- und Bczirksrabbiner Dr. Paul Lazarus; Justizrat Moritz Marxheimer; Dr. Alfred Landsberg. — Zwickau: Salman und Simon Schocken in Firma J. Schocke» Söhne.