Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 4 (13.1.1922)
- Date
- 1922-01-13
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 24 JUED1SCHE RUNDSCHAU Nr. 4 - Sekretäre. 6. Die Gesellschaft soll einen oder mehrere Sekretäre habe», die vom Direktorium ernannt werden. 7. Die Besoldung des oder der Sekretäre, Hilfs- Sekretäre und Beamten wird vom Direktorium festgesetzt. Revisoren und Buchführung. 8. In Gemäßheit von Abschnitt 112 und 113 der Companies (Consolidation) Act von 1908 sollen Rcvisoren (Auditors) bestellt und ihre Aufgabe festgesetzt werden, wobei die erste Generalversammlung als ״Statutory Meeting“, das Direktorium als das ״Executive Committcc“ und die Mitglieder als Shareholdcrs“ gemäß der Verwendung dieser Ausdrücke in den genannten Abschnitten gelten sollen. 9. Alle Verrechnungen und Reclmungsbiicher der Gesellschaft sollen im registrierten Büro gehalten werden und dasselbe soll jederzeit während der üblichen Geschäftsstundeu den Mitgliedern zur Nachschau offen stehen. Mitglieder 10. In Gemäßheit von Abschnitt 25 der Companies (Consolidation) Act von 1908 soll ein Verzeichnis der inkorporierten Mitglieder geführt werden. 11. Die Mitglieder der Gesellschaft bestehen aus: 1, Unterzeichner» des Gesellschaftsmeuvoraudmns, 2. arideren Personen, die weiterhin als Mitglieder der Gesellschaft aufgcnoimncn werden. 12. Bewerber um die Mitgliedschaft müssen schriftlieh von einem Mitglied vorgcschlagen werden und dieser Vorschlag muß von einem schriftlichen, von dem Bewerber unterfertigten Aufnahmegesuch nach folgendem Muster oder mit den vom Direktorium fallweise bcstimmten Abänderungen begleitet sein. ״An The Erez Israel (Palestine) Foundation Fruid Keren Hajessod Limited. Ich .... wohnhaft in ......... Staatsbürger, wünsche ein Mitglied des The Erez Israel (Palestine) Foundation Fund Keren Hajessod Limited zu werden und ersuche Sie, meinen Namen demgemäß auf Grund der Bestimmungen Ihres Gesellschaitsmemoraudums und Ihrer Statuten in das Mitgliedcrverzeichnis aufzunehmen. lüindi Mitftliodsah: g-lied sowie [Abänderung des letzten Absatzes laut Beschluß der Actions-Comite-Sitzung, Wien, Dezember 1921: Jede so vorgcschlagcne Bewerbung wird der Exekutive der Zionistischen Organisation oder dem Council unterbreitet und jeder so genehmigte Bewerber kann vom Direktorium zum inkorporierten Mitglied der üc- Seilschaft gewählt werden, immer unter der Voraussetzung des in Artikel 1 vorgesehenen Vorganges.] 13. Jedes Mitglied kann durch schriftliche Mitteilung an die Gesellschaft auf seine Mitgliedschaft verzichten. [Neu ciugefügt laut Beschluß der Actions-Comite- Sitzung, Wien, Dezember 1921: 14. Die Exekutive der Zionistischen Organisation und der Council sind berechtigt, ihre Genehmigung eines von ihnen bestellten Mitgliedes der Gesellschaft mittels einer schriftlichen Mitteilung zu widerrufen, in welchem Falle so verfahren werden soll, als wenn das betreffende Mitglied auf seine Mitgliedschaft verzichtet hätle.J 14. [Nunmehr 15,j Die Rechte eines Mitgliedes als solches sind persönlich und nicht übertragbar und enden mit dem Tode Rechte des Direktoriums. 15. [Nunmehr 16.1 Die Angelegenheiten der Gesellschaft Werden vom Direktorium geleitet, welches alle Rechte der Gesellschaft ausübt, soweit nicht die Companies (Consolidation) Act von 190S vorschrcibt, daß sie von der Gesellschaft in der Generalversammlung ausgeübt werden. Gooüjischaft 1rg1..״d1t, Uaodliuv [Dic9cr Absatz gestrichen laut Beschluß der Actions-Comite-Sitzung, Wien, Dezember 1921.J 16. [Nunmehr 17,[ Mit Bezug auf alle von der Ge- Seilschaft und für ihre Zwecke empfangenen Gelder soll das Direktorium berechtigt sein (wenn cs dies für richtig hält) ein Zertifikat unter dem öffentlichen Siegel der Ge- Seilschaft hcrauszugeben, welches diese verpflichtet für die so empfangenen Gelder oder irgendeinen Teil davon Zinsen in einer Höhe (wenn überhaupt bestimmt) zu bezahlen, die 8 <0/׳ pro Jahr nicht übersteigt, zahlbar zu jenem Termin oder zu jenen Terminen, welche das Direktorium der Gesellschaft nach eigenem Gutdünken faßweise bestimmt (Schluß folgt.) Die linken Poale-Zion und die Ul. Internationale Vor einigen Tagen fand in Warschau eine Konferenz der Poale-Zion statt, an der 64 Delegierte aus 46 Städte» teilnahme». De Tagung beriet hauptsächlieh über de» Brief der 111. Internationale, der die Poale-Zion auffordert, sich von Palästina loszusagen. .Diese Forderung wurde mit allen Stimmen gegen eine ab gelehnt und beschlossen, auf dem. Gebiete .der praktischen Arbeit für Palästina eine rege Tätigk e i t zu entfalten. Die jüdische Studentenschaft in den Vereinigten ,Staaten. In der ,,Jewish Tribüne“ behandelt H. Hur- ■ witz die Lage der jüdischen Studenten in Amerika, wobei er mitteilt, daß gegenwärtig 15 000 Juden an amerikani9chen Hochschulen stucierea (Ziko.) Ein jüdisches Geschäfisvieriel in Jerusalem Am 17. Dezember 1921 wurde im griechischen Patriarchat zu Jerusalem ein Dokument von großer Bedeutung unterzeichnet. Durch dieses Dokument wurde der jüdische Besitzstand um ein Erhebliches vergrößert. Es handelt sich um die Ratifizierung des zwischen dem griechischen Patriarchen Damianos und dem Direktor der Palestine Land Development Co., Dr. Thon, geschlosscnen Vertrages, wonach ein wichtiger Teil des in und um Jerusalem gelegenen Bodens des Patriarchats an die genannte Gesellschaft und den Jüdischen Nation alfouds übergeht. Die griechisch-orthodoxe Kirche war bisher und ist trotz dieses großen Bodenverkaufs wohl noch immer der reichste Grundbesitzer in Palijstiua. Die 60 000 griechisch-orthodoxcn Christen — meistens Araber —, die in Palästina leben, und die Scharen ihrer Glaubensgenossen in anderen Ländern haben Jahrhunderte, daran gearbeitet, ihrer Kirche eine alle anderen kirchlichen Mächte überragende Position im Heiligen Lande zu schaffen. Ein Mittel hierzu war eine ständige Vergrößerung des Besitzes an Grund und lknlen der geheiligten Erde, dem auf der anderen Seite eine großzügige, vor der Ausgabe großer Summen nicht zurückschreckende Wohl fall rts- und Kulturarbeit gegenüberstand. Der Repräsentant dieses ganzen Wirkens war der Jerusalemer Patriarch in der türkischen Zeit, der nur dem Patriarchen von Konstanlinopei untergeordnet war. Die riesigen Einnahmen des Patriarchats versiegten plötzlich im Weltkrieg. Der Versuch, bei den orthodoxen Gläubigen aller Welt nach dem Kriege Mittel aufzutreiben, schlug fehl, die Lebenshaltung der Geistlichkeit wurde immer dürftiger, und schließlich stand das Patriarchat mit einem Passiv von über 650 000 L vor dem Bankerott. Da wandte sich der Patriarch Damianos an die Palestine Land Development Co. und bot ihr den Kauf von Grundstücken in Jerusalem an. Gegen den großzügigen Patriarchen begann nun im eigenen Lager eine Kampagne, die schwere Zerwürfnisse im Schoße der Gemeinde zur Folge hatte. Endlich kam der Vertrag am 12. Juli 1921 zustande, mußte aber erst von der Landesregierung die Bestätigung erhallen. Diese setzte eine Kommission ein, welche über die Erleichterung der fiuanziehen Situation des Patriarchats beraten und auch über den Bodenverkauf entscheiden sollte. Nach nionatclangcu Verhandlungen, während welcher immer neue Schwierigkciicii auftauchten, wurde endlich am 19. Dezember 1921 der Vertrag vom High Co m miss io ne r bestätigt. Somit ist mm ein Jerusalemer Gebiet im Werte von etwa einer Viertelmilliou Pfund aus dem Besitze der Kirche in den der jüdischen Gemeinschaft übergegangeu. Dieses 538 000 Qmuhateilc» umfassende Gebiet enthält Teile von hohem Wert im Zentrum Jerusalem s, gegenüber dem Mamillahteich, nahe dein Jaffa- Tor, auf dem Wege zum« Bahnhof und an der Jaffastraße. Dieser Boden soll alsbald jüdischer Arbeit zugeführt werden. Auf ihm soll ein jüdisches Vcrkchrs- und Geschäftszentrum erstehen. Die Kauflcute, deren Betriebe heute keine Ausdchuungsmöglichkeiten haben, sollen hier gute, moderne Magazine errichten können, ohne fernerhin den willkürlichen Preis- Steigerungen arabischer Hauswirte ausgesetzt zu sein. Und die, welche nach den letzten blutigen Ereignissen sich scheuen, weiter verstreut unter den Arabern der alten Stadt zu leben, sollen sich hier zu einer starken und kraftvollen jüdischen Kolonie zusamincnschlicßen. So wird der bisher brachliegende Boden Jerusalems im jüdischen Besitz bald in weitgehendem Maße bearbeitet werden und als ein Symbol jüdischen Fleißes dastehen. Bannspruch (Chcrem) gegen einen Jemeniten Ein vor dem Kriege liadi Palästina eingcwamlertcr Jemenite, der längere. Zeit von Almosen und!Unter- Stützungen lebte, brachte cs mit der Zeit durch verschicdene unrechtmäßige Geschäfte so weit, daß er ein eigenes Geschäft gründete und schließlich in Jaffa ein eigenes Ha.ns zu hauen anfing. Dieser sehr fromme Jemenite beschäftigte bei seinem Bau ausschließlich Araber. Als vorbeizichendc arbeitslose Chaiuzini ihn unsanft zur Rede stcllteu scheute sich dieser Jemenite nicht, einen Brief an das christlich-nmsehnanisdie Komitee zu richten, in dem er darauf hinwics,. daß fremde Einwauderer ihm drohten und von ihm!orderten, ״einheimische“ arabische Arbeitskräfte zugunsten der Frcmden zurückzudrängen. Das Komitee hat diesen Brief selbstverständlich sofort mit dem nötigen Kommentar in den arabischen Blättern veröffentlicht. Dieses nn* erhörte Vorgehen eines Juden, der seihst in Palästina eingewändert ist .und mit zionistischem. Geldc unterstützt wurde, rief begreiflicherweise die Empörung der gesamter* jüdischen Bevölkerung Jaffas hervor. Die Jemcnitciigemeinde in Jaffa hat -- •nach einer Mitteilung von ״llaarez“ - ihr Mitglied, das aus selbstsüchtigen Motiven die jüdische Sache an die Araber denunzierte, mit dem Bann belegt. Es wurde ein zeitweiliger Clieremhesdiluß verkündet, wonach man mit dem' Vcrurteilten keine Gemeinschaft haben darf. (Nach de» Bestimmungen des Clrerem darf man ihm nicht die Hand reichen, darf nicht in seine .unmittelbare Nähe kommen, darf ihm weder etwas verkaufen, noch bei •ihm kaufe», seine Kinder nicht unterrichte^ mit ihm nidit zusammen beten usw.) Pluilge Zusammenstöße zwischen Arabern | Jerusalem, 5. Jan. (J. C. B.) In Kerak kauf; es zwischen christlichen und mohammedanischen Araber; zu blutigen Zusammenstößen, die 6 Tot(V und 60 Verwundete zur Folge hatten. Die pa|' lästinensische Regierung hat Maßnahmen zur Wieder# herstellung der Ordnung getroffen. Drei Aeropiane bei iinden sich unterwegs nach Kerak. | Telcphonverkehr zwischen Palästina und Aegyptet! Die palästinensische Postverwaltiuig gibt bekannt? daß demnächst ein direkter telephonischer Verkehi'L zwischen Palästina und Aegypten eingeführt wird, Vor| erst wird dieser Verkehr nur täglich während einigeit ,Nachmittagsstuncleii für das Publikum freigegeben. Die«! neue Einrichtung wird die dauernd wachsende geschäft-i; liehe Verbindung zwischen Palästina und Aegypten| wesentlich erleichtern. g U s s i s c h k i 11 inspizierte das Jerusalemer hebräisch! Gymnasium, das unter der Leitung von Salomon Schiller stellt und versicherte, daß die zionistische Exekutive demnächst den Bau eines großen Hauses f ii r das Gymnasium in Angriff nehmen werde und daß der Bau bis zum Beginn des nächsten Schuljahres vollendet sein dürfte. Uin das Gymnasium herum soll ein besonderes aus: 200 Häusern zu bestehendes Hüuscrviertel für Schriftsteller und Professoren crbaui werden. Die Verhandlungen der palästinensischen Regierunj; mit der ״Egypfian Bonded-Warehouses Co.“ in Alcxan• drien wegen Errichtung eines großen modernen Lagerha us es für Transportgüter im Hafen von I I a i f a, stehen vor dem Abschluß. Diese Gesellschaft will in Palästina eine Filiale unter dem Namen ״Levanl Bonded-Warehouses“ errichten und statutengemäß das Gros ries Geseilsdiaflskapitais in Palästina .aufbringen. Palästinensisches Handelsrecht. Der Justizsekretär der palästinensischen Zollverwaltung wird im Februar den Rcfcrciitenentwurf eines Gesetzes über Handelsrecht vorlcgen. Die Verwalter der einzelnen Landesbezirke sind| bereits angewiesen, die Ernennung geeigneter Persönlich-1 keilen zu Handelsrichtern vorzuschlagcn. (Ziko.) I Aufhebung des palästinensischen Einfuhrzolls fürf landwirtschaftliche Maschinen. Die Zollbehörden in| Palästina veröffentlichen eine Liste von landwirtschaft-l liehen Maschinen und Werkzeugen, die einem Einfuhrzoll \ nicht unterliegen. Z11 den aufgeführten Gegenständen gehören: Pflüge, Mäh-, Dresch- und Häckselmaschinen, Sensen, Sicheln, Eggen und Hacken. (Ziko.) Die palästinensische Milchwirtschaft. Das Industrie- und Handclsdcpartenient der palästinensischen Regierung hat eine Kommission gebildet, die sich mit der Entwicklung kleiner, aber lebenswichtiger Wirtschafts■ zweige des Landes befassen soll. Man denkt dabei besonders an eine U m Steilung des gegen wärtigen M i 1 c 11 w i r t s c 11 a f t s s y s t e m s, das noch viel zu wünschen übrig läßt, ln den nächsten Monaten wird die Milchproduktion der Kolonien und Dörfer genau festgesfeilt und die Milcliverteilung im Einvernehmen mit dem Transportdepartement vorgenommen werden. Da die amtlichen Stellen überzeugt sind, daß die palästinensische Milchproduktion den Inlandsbedarf decken kann, führt man den gegenwärtigen Milchmangel in den Städten auf die bisher übliche Verteilungsni ctiiode zurück. Zur Förderung des städtischen Milchmarktes sollen allen Personenzügen eigene Milchwaggons beigegeben werden. (Ziko.) Deutsche Schiffahrt nach Palästina. Der Dampfer ״ludustria“ der ,,Deutschen Levante-Linie“ verläßt am 30. Januar den Hamburger Hafen, um u. a. Jaffa und Haifa aiizuiaufen. (Ziko.) Das jüdische Schulwesen in Palästina. Die be• vorstehende Errichtung der ersten Institute der jüdischen Universität in Jerusalem haben die Aufmerksamkeit auch auf die palästinensischen Grundschulen gelenkt. Wie aus einem offiziellen Bericht hervorgeht, unterstehen dem Erziehungsdepartement der Zionistischen Exekutive in Palästina gegenwärtig 35 Kindergärten, 63 Elementar■ schulen, 3 Höhere Schulen, 3 Lehrerseminare, 6 Fachschulen und 7 Werkstätten. Unter den Fachschulen gibt es 3 Musikschulen, die sich auf Jerusalem, Jaffa und Haifa verteilen, eine Kuiistgewerbeschiile in Jerusalem und eine Handelsschule für Abendkurse ebendort. (Ziko.) Abreise einer polnischen Aguda-Delegation nach Palästina. Auf der Reise nach Erez-Israel langten die Herren Tobias Bialer und Moses Wojdefawski letzten Montag in Wien an. Im Sitzungssaale des Zentraibi'iros fand eine Konferenz von angesehenen Personlichkeiten der Wiener׳ Aguda statt, um die Maßnahmen zur Förderung der praktischen Palästinaarbeit der Agudas Jisrocl zu besprechen. Unter allgemeiner Zustimmung wurde ein Komitee eingesetzt, mit der Aufgabe, sowohl de» Aklienverkauf der vom Ge rer Rabbi seinerzeit angeregten Gründung einer Häuserbau gesell• schaft als auch den der soeben von der Agudas Jisrocl gegründeten Tabakpflanzungsgeseilschaft in Palästina zu übernehmen. Die darauf folgen•! den Tage׳ wurden zu eingehenden Beratungen über die Einzelheiten der Durchführung dieser Unternehmungen benutzt. Ein bekannter Agudafreund aus Deutsch• (and war eigens nach Wien gekommen, um an den Beratungen teilzunchmcn. Er stellte der Aguda für diesen Zweck ein großes Quantum Baumaterial tm Werte von mehreren tausend Pfund Sterling zur Verfügung.. Außerdein wurden bei dieser Gelegenheit einige Häuser gestiftet und für die Tabakpflanzung mehrere Aktien gezeichnet. Gründung eines Sanatoriums. Der jüdisch-nationale Arbeitcrverbaivd in New York hat die Gründung eines Sanatoriums für Schwindsüchtige in Palästina beschlossen.