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Jüdische Rundschau · 1922-01-13 · Heft 4 (13.1.1922) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 4 (13.1.1922)
Date
1922-01-13
Page
– (sequence 2)
Language
German
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צ *WH Seile 20 Von ״Jüdischer Kultur“ Von T. Bo schwitz. Wohl in keiner Epoche der jüdischen Geschichte ist soviel von jüdischer Kultur und hebriiischcr Sprache gesprochen, aber auch in keiner 60 wenig jüdische Kultur gelebt und die Kenntnis der hebräischen Sprache nur Gemeingut eines!.» kleinen Kreises gewesen wie in der gegenwärtigen. Täuschen wir uns nicht darüber hinweg. Wir haben im deutsehjiuiischcn Leben, und dies gilt in gleicher Weise für den zionistischen Kreis, sehr viel Geschäftigkeit und ״Bewegung“, aber mir wenig jüdisch geistiges Gemeinschaftsleben. Beweis liierfür sind die in den Sitzungen des Zentralkomitees und auf den Dclcgicrtcntagimgcn immer wiederkehrvniien Klagen, daß ein zionistisches Leben in den Ortsgn1p!)CK nicht besteht und daß diese zu Snmmdstcllcn für den N.itionaJfonds, den Keren Hajcssod und die Zionisten״ Steuer herabsinken. Diese Klage wird von fast allen Ortsgruppen in der gleichen Weise erhoben. Und wie sollte cs aucli anders sein? Haben doch die meisten Gesinnungsgenossen,!«)weit sie nicht orthodoxen Häusern entstammen und jüdische Bildung mitgcbracht haben, keine jüdische Kinderstube gehabt — und somit ist ihnen das geistig jüdisclie Leben ganz fremd. Von den älteren Zionisten ist das durch ihre Eltern Versäumte in den allermeisten Fäden nicht naehgcholt worden, und de::!■ zufolge ist es ihnen nicht möglich, ihren Kindern eine jüdische Erziehung zu geben oder ihnen einen Weg hierfür zu zeigen. l:s soll hier einmal ausgesprochen werden, daß, soweit das geistig jüdisclie Lehen in Frage steht, kein wesentlicher Unterschied besteht zwischen den meisten sogenannten radikalen Zionisten und denen um Finjan Haarez einerseits und weiten Kreisen der deutschen Judcnhcit, die wir früher und auch jetzt noch als Assiinilanten ׳bezeichne». Zwar ist in den letzten Jahre.r in unserem Kreis: der Versuch gemacht worden, Hebräisch zu lernen, um so den Schlüssel zur jüdischen Kultur zu erhalten. Aber die meisten von ihnen sind, wie mir ein hebräischer Lehrer einmal sagte, nicht über die 25. Lektion des ״Rath“ hinausgekommen. Mau glaubte in diesen Kreise» die hebräische Sprache so zu erlernen, wie man auf den Gymnasien eine fremde Sprache erlernt und vergaß, daß für das jüdische Leben blutwenig erreicht ist, wem» man es dahin bringt, mit Hilfe eines Lexikons eine leichte moderne Erzählung entziffern zu können. Jüdische Kultur ist bis auf den heutig::« Tag in unserer Literatur und wird in dieser, die gatz ■und gar von rcU'iösen Problemen beherrscht ist, «och;ehr lange aufbewährt bleiben. Gewiß war ,׳nid» in früheren Zeiten die* Kenntnis der jüdischen Literatur nicht allgemein verbreitet, aber das jüdische Haus hatte vermöge der geübte!! Tradition jüdische Inhalte, die von Geschlecht zit ׳G׳:.;c1lecl1t tradiert wurden. Damit dieses besser werde, daß wieder das Hans jüdisch werde, daß unsere Literatur wieder außerhalb des Kreises der Fachgelehrten eine Heimstätte finde, müssen wir erkennen, d:!ß in unserem Kreise nidit die Kräfte vorhanden sind, die unserer Jugend die Kenntnis unseres Geisteslebens vermitteln können. Aber die Führer unserer Jugendbewegung fürchten, daß, wenn unsere Jugend die Stätten aufsucht, wo jüdisches Wisse« mit nichtzionistischer Tendenz gereicht wird, sie unserem Gedankenkreise verloren geht. Aber nicht nur diese Furcht der Führer, sondern Willenssdfwäehc der Lernenden oder auch Gleichgültigkeit ist gar häufig der Grand der!Unwissenheit. Als im vergangenen Jahre JUEDISCHE RUNDSCHAU die Hochschule für die Wissenschaft des Judentums ihre Abendkurse festsetzte, suchte sic mit den versdiieckiicn studentischen Verbindungen Fühlung m nehmen, um die Wünsche dieser Kreise zu berücksiditigen. Sie (orderte zu diesem Beiiufe die Präsidien der studentischen zionistischen Verbindungen auf, nur mit ihnen die TJicmatn der Ahendvorlcsungeu zu bcsprechen, aber zu dieser Besprechung erschien niemand, liier liaiiddt •cs sich um Lehrer, die das weite Gebiet der jüdisclie!» und hebräischen Literatur vermöge ihrer Vorbildung beherrschen. Eiis, anderes Beispiel: Wir gründen eine Kulturkom Mission v*r einem Jahre und verteilen die versrliieck'iieu' Arbeitsgebiete in verschiedene Sektionen, ohne zu wissen, daß »ms die Menschen fehlen, die die Iiierfiir erforderlichen Qualitäten besitzen. Und in der Tat ist außer der Griinduiigsversainmlung, soweit mir bekannt ist, nach nichts geschehen. Wir hören auf den Dekgicrtentagungen sehr oft die Klage, dall jn der Provinz, keine Gelegenheit geschaffen wird, Hebräisch zu lernen. Es gibt wohl kaum eine jüdisclie Gemeinde, die cs nicht einem Jeden, der ernstlich will, ermöglicht, denn überall sind sowohl der jüdische Lehrer als auch der Rabbiner hierzu bereit und befähigt, ganz 7.u schweigen von den großen Städten, wo solche Möglichkeiten ständig bestehen. Nur darf man diese nidit nur in unserem engen Kreise suchen. kh sagte einleitend, daß unsere Kultur und unsere Literatur von religiösen Fragen beherrscht ist. Und da die meisten unserer deutsche» Gesinnungsgenosse״» avcligiüs sind, so ist ihr Interesse a!n der jüdischen Literatur nur sehr gering, diese ganze Literatur für sie antiquiert. Und die wenigen unserer Gesinnungsgenossen, die religiös gerichtet sind, glauben das Wesen der judische» Religion mit einem falsch verstandenen Chassidisnnis identifizieren zu dürfen, was letzten Endes auf eine ״Religion au! Büttenpapier“ hinausläuft. Diesem Mangel an Kenntnis des jüdischen Lebens ׳und unserer Literatur ist cs auch zuzuschrciben, wenn unsere Wcrbckrait in den letzten Jahren auch bei der Jugend iiwligelasscr» hat. Wie sollte es auch möglidi sein, dall ׳unsere Agitatoren zu den nicht indifferenten Juden uml besonders zu denen in der Provinz, die zumeist noch, religiös!und durch das Ritual mit dem Judentum verbunden sind, lebendige Berührungspunkte finden. Sprechen doch ׳beide verschiedene Sprachen. Ist doch die zionistische Ideologie auf die ״Entwurzelungsiheoric“ der Juden in den großen Städten ein־ gestellt. Aber auch unsere Jugend wird trotz Turnen und Vorbereitung zur Landwirtschaft die innere Leere und das Feilten der Verbundenheit mit dem Judenthema in der Seele fühle!». Dieser Mangel trat so recht zutage, als unsere jüngeren Gesinnungsgenossen während des Krieges in Polen »nid Litauen mit den dortigen Juden ■praehers 1sml sich nicht verstanden. Gewiß ist es für »msere Leitung schwierig, Riehtuiien ihr das jüdisclie geistige Lebe!» zu■ geben. Sie sollte es aber verhindern, daß im redaktionellen Teil unseres Organs, aus dem sich unsere Gesinnungs- »avossen Belehrung für ihre jüdische Bildung holen, in einem Aufsatz ״vom C11 a 11 u k k ah ־ Büchertisch nebei! Achad Haan! und Max Brod die Werke Gustav Landauers, Heinrich Heines, Else Lasker-Schüler, Dostojewskis, Karl Wolfskehls, Gott fr. Kellers, Wladimir Solowjci'fs und Gnndolfs empfohlen werden. Wir können nicht ein sehe«, warum diese Werke nicht ebenso den Weih na cl! t slliiehertisd» zieren können. Oder soll Nr, 4 r die wirkliche oder konstruierte jüdische Note der ge- 1 nannten jüdische!» Schriftsteller »ms ü-ber das Judentum [, belehren!? Glaubt man wirklich, daß mar», nachdem man!•••; den jüdischen Kulturkreis 25׳ oder 30 Jahre vcrnachp lässigt hat oder ihm entfremdet wurde, ohne Hintan- 1 Setzung des deutschen Kulturkreises das Ziel der jü- .* ־ dischcn Bildung erreiche!» kann? Hier gilt cs, sidi zur entscheiden, selbst auf die Gefahr, für absehbare Zeit ( , monoman zu werden. Ihn uns selbst zu erkennen, um ך׳ unser Judentum kennen zu lernen, müsse!! wir unser 1 . Geistesgut an seinen Quellen erforschen, aber auch um ' in der täglich von Juden und Christen erscheinenden j*:! Literatur über Judentum das Wahre vom Falschen sotv; j dem zu können. Und dies verlangt von einem jeden! i für einige Jahre die freie verfügbare Zeit, verlangt einen ■*{־ ״Innnj Ncfesch“, || Das jüdische Lebe!» und •die Kenntnis unserer Literatur ji sind die beste Palästinavorbcrcitmig im Sinne der Herdj, ן stlien Forderung von der Rückkehr zum Judentum vor; J der Rückkehr ins Judenland. Sie gaben auch unseren i | Häusern ün Galutli bis zum heutigen Tage den Palij.;j stinaerdgcruch. Aber auch Palästina ist nicht nur wirsi'j schaftlich, sondern auch geistig vom Galuth abhängig. ff Und Ln der Frage der Intensität des jüdisch-geistigen M Lebens werden sich in der Folge die Geister scheiden, f׳| und zwar die radikalen Zionisten, nämlich diejenigen, t | die Judentum täglich leben u!»d nicht mir ein• j f mal ״erleben“ wollen, von denen, denen es ge f |!lügt, an den organisatorischen Arbeiten, die das Partei• j | lehc!» erfordert, teilzunehmen. Die letzteren, die unbejp dingt auch getan werden müssen, sind nur Judentumsersatz. Krachma! verlangt in seiner Linlcitnng zum More Newuche Hasman, daß derjenige, der über Fragen des Judentums schreibt, das Wort der Bibel beherzige: Scholausch schonim jihje iecho orloh. Für uns Zionist«! wäre eine doppelte, ja dreifache Karenzzeit notwendig, während welcher wir das Wort ״Whogisso bou jautnom wolajlo“ uns vor Argen halten sollten. 1 1 r Das jüdische Kinderdorf K'far Giicadi Von Dr. Hugo Bergmann, Jerusalem. Am äußersten nördlichen Punkte Palästinas, welches heute noch unter französischer Schutzhcrrschaft steht, aber binnen kurz.em dem britischen Territorium atvgc• gliedert werden soll, liegt das kleine jüdische Dorf K'far Gileadi, Es ist schade, daß die meisten Touristen in Palästina nöallidi nicht weiter als bis Rosch-Pinnh oder Sa.fcd kommen und daun umkehren, weil sie einen kleinen Ritt durch das wilde und nicht sehr wegsnme Gebiet scheuen. Und doch beginnt liier ein Stück neues Palästina. Zahllose Quellen entspringen hier dem Golangelinge und nehmen ihren raschen Lauf in den Meromsce, dessen Küsien mit schwer beladenen Oelbäuinen utnsäumt sind. Weithin ist der schneebedeckte Gipfel des Hcrmon sichtbar, der seine Schatten über die grünen Gewässer ausbreitet. Die nächste Umgebung Jedoch ist von Südpflan/.en und wildem Wein bedeckt. Je mehr wir den Weg, der zum K'far Gileadi führt, ansteige« und uns dem Lk>rfc nähern, desto kühler und reiner wird die Luft und das Klima gesünder. Bald wird man das langgestreckte, niedere Ziegelhaus von Tel-Chai gewahr, in welchem Josef Trumpeldor, der so früh ums Leben gekommene Kapitän de; ״Zion mulecorps“ mi anderen Kameraden im Vcitcidigimgskarnpfc gegen mnro• dicrendc Beduinenstämme gefallen ist. Etwa einen Stein wurf weit von hier, leicht dem Norden zugewaiidt, liegt K’far Gileadi. Hier gründeten die ehemaligen Mitglieder der palnsli• nensischcn Sdiomcr-Organisation ihr Heim, hier führen sic ein gemeinsames Leben, das der Bearbeitung der Scholle gewidmet ist. Hier leben auch die Witwen jener jüdischen Helden, die an verschiedenen Orten ihr Leben in der Verteidigung der jüdischen Kolonien lassen mußten. Hier befinden sieh audv die Waisenkinder, etwa zwanzig an der Zahl, für welche die Kolonisten ein: moderne Schule errichteten, die als erzieherisches Ex perimem von besonderem Interesse ist. Das Problem der entsprechenden Fürsorge für die Jugend arbeitender Familien, für die Kinder solcher Wiederersclieinen von ״Haolam“ Wie die Exekutive in einem Rundschreiben mltteilt, wird ״Haolam“, der seit dem Kongreß nicht mehr er• schien, ab 1, Februar in London wieder regelmäßig erscheinen. Seit der Einstellung dieses Blattes fehlte cs der Exekutive an einem Organ, in dem sie der jüdischen und zionistischen Oeffentlidikeit über ihn Tätigkeit Rechenschaft oblegen konnte. So kam es, daß /.wischen der Leitung und der Organisation jeder publizistische Kontakt fehlte. LXaher beschloß die Exekutive, ״Haolatn“ wieder in London herausztrgeben, um einerseits eine Möglichkeit zu haben, mit der Organisation öffentlich in Verbindung zu bleiben, andererseits nber] auch der Organisation zu ermöglichen, sich in aller! zionistischen und jüdischen Fragen öffentlich zu äußern, um so die Stimmung der Organisation besser kennen ■ zu lernen. Das;Ableben des Redakteurs von ״Haolam“ A. D. Jdclson, ■verzögerte die Durchführung dieses I Beschlusses. Um viele Mängel des alten ״Haolani“ zj beseitigen, beschloß die Exekutive, zwei ihrer Mitglieder it der Uebenvachtmg des Blattes zu betrauen. De Herren Motzkin und So 1 o w e i t s c h i k haben die Aufgabe übernommen, die ■Exekutive im Redaktion»■ kollegium zu vertreten und an der Zeitung mitzuarbeiten. Es ist zu erwarten, daß ״Haolam“ nunmehr wirklich Ci» Organ der Exekutive sein und die Stimmung der Eltern, die den ganzen Tag über in der Landwirt■ chaft beschäftigt sind, hat die Pädagogen Palästinas lange Zeit htiwlurd» beschäftigt. In diesem Teile Palästinas, wo das Leben einen schweren Kampf darstcllt, kann sielt• nicht jede jüdische Mutter den Luxus erlauben, sielt persönlich um ihr Kind, um seine Erziehung zu kiiinmcni. Alle crwndisenen Menschen sind hier gezwtingen, ihre ganzen Kräfte der Kultur des Bodens oder andere!», der Selbstcrhaltung dienenden!Beschäftigungeii zu widmen. Die Not zeugte das Experiment, und die Dorfschule für Kinder wurde errichtet. Ein Lehrer und eine Lehrerin wurden aus Jerusalem bezöge« und alle Kinder des Dorfes ihren Händen überantwortet. Vorn ersten Augenblick ihres Erwachens am frühen Morgen bis zu dein Moment, da sie zu Bett gebracht weiden, verbringen diese Kinder ihre ganze Zeit in Gesellschaft ihrer Lehrer und Erzieher. Nur eine kurze Pause, um die Mittagsstunde, da die Mütter eine Stunde lang ihre schwere Arbeit aiissetzen, ist den Lehrern gegönnt. Dics-c Mußestunde verbringen die Kinder bei ihren Müttern, die während dieser Zeit selbst kurze Rast lullten. Die Sonne war eben im Begriff, imtcrzugchci», als ich in der Kolon!!־;inkam. Ich fand die Kinder gerade an der Arbeit bei ihren Gartenlieetcn. Lustig bewässerten sie die Pflanzungen, säuberten sie vom Unkraut und betreuten die lilumen, die sie selbst gepflanzt hatten. Echte, uugelienchelte Freude leuchtete aus dem Gesicht eines jeden Kindes. Bevor noch die Sonne hinter den Bergen -verschwunden war, hatten die Kleinen ihre Aufgäbe erfüllt, und ein klarer, weißer Mond leuchtete ihnen auf dem Pfade heimwärts. Die kleineren Kinder haben einen eigenen Garten, den sie unter Aufsicht und Leitung! einer Kimkrgäilnerin selbst betreuen. . Entzückend ist der Weiteifer, der zwischen dieser Gruppe der Kleinsten und jener der!eiferen Jugend in der Arbeit sich kundgibt. Stolz er/ihlteu mir diese jungen Mitglieder beider Gruppen, wie sie ihren Eltern bei der Arbeit auf dem FcIcJe behilflich sind. Es war gerade um die Zeit der Zwiebclcrntc. ■Stunde um Stunde, Tag um Tag mußten die Zwiebelknollen aus dem Boden geholt werden, eine schwere, mühsame Arbeit, die sich schmerzhaft in den Rücken dieser kleinen Menschen legt. Und doch wiri die ganze Arbeit von den Kindern selbst geleistet, die, wenn sic die Müdigkeit zu ühermauuen droht, das ״Lid von der Zwiebel“ anstimmen, welches ihr Lehrer ge* dichtet, komponiert und sie gelehrt hat. tm Rhythmus dieses Gärtncriicdes vergessen sie alle Härten der Arbeit, die sie munter und lustig zu Ende führen. Wie ei» Gnif׳ dieser kleinen künftigen Bauen» klang dieses Lied vosj der ZwielR-l mir entgegen und erweckte in mir inane!׳! rührende Erinnerung und erzeugte in meinem Her/«* eine liebevolle Wärme für diese herrliche Ztrkuni unseres Volkes. Der Abend kam und mit ihm die gemeinsame Mali! zeit. Wieviele individuelle Wünsche galt cs zu eriülle: und die verschiedenartigsten Grade des Hungers 2 befriedigen! Aber alles vollzieht sich mit Sanftmut un: in Frieden. Die Kinder nehmen ruhig an dein lange: Holztisch Platz, nur ein Mädchen bleibt stellen uni trägt stolz die Schürze zur Schau, welche durch das ein gemerkte Wort .,Ordnerin“ die Ausnahmestellung ihre! Trägerin kennzeichnet. Heute ist ihr Serviertag. $1; allein ist an diesem Tage berechtigt, in die Kiid» zu gehen, und sie allein bringt allen Kindern ihre Mal!' zeit. Die Ordneri!» deckt den Tisch und ist für 01? Vorgänge während 11er Mahlzeit verantwortlich. A׳| jenem Abend ereignete sich ein Zwischenfall. Ebel der jüngsten Kinder stieß unversehens eine Tasse heifkj Mild» um und verbrühte sich. Die kleine Ordnen.'•! die Tochter eines der bekanntesten Schomrim, der »väb| rend eines arabischen Angriffes in Nicdergnliläa iiiräj Leben kam, eilte rasd» zu dem •Opfer des Unfalles hin׳; trocknete es, brachte den Tisch wieder in Ondmuftjj leistete dem schreienden Kinde die erste Hilfe, währe? der Lehrer in einiger Entfernung das weinende hi beruhigte. Die Erwachsenen brauchten überhaupt nick einzugreifen. Die kleine Kinderrepublik erledigte de1! Zwischenfall unter sich. Nach dem Mnlilc sangen die Kinder Lieder v0־'f Fischmann, Tschcmichowsky und anderen bedeutende! jüdische« palästinensischen Dichtern und begleiteten 2k*I

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