Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVI (1921)
- Issue
- Heft 104 (30.12.1921)
- Date
- 1921-12-30
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 74 2 JUED1SCHE RUNDSCHAU di'ppelt Kaltblütigkeit und Weitblick vonnöten, «ml dies müßte durch ritie Kooperation zwischen London uml Palästina erzielt werden. I Leser Kontakt scheint nicht funktioniert zu haben. Redner erwähnt als Beispiel die Krolle Aktion, die nach dem zweiten November ״egen die Person des Generals Storrs unternommen wurde, mit einem Aufwand an Kraft und Autorität, die die palästinensischen Instanzen für den Kampf gegen Per* soucn nicht cinsctzcn sollten. Uebcrgdicmi auf die Vcrhnwlliuige»» mit der nr.abisehen Delegation, betont Redner die Unmöglichkeit, gleichzeitig Verhandlungen mit den Arnhem anzukmipi'eu und Nachrichten über die beabsichtigte Schaffung einer jüdische 11 Legion zu verbreiten. Die I ogini! ist schon deswegen ' ‘.־' י ' י v> iiiisimiig, weil wir jeden l’foimi. realer IMsitione!» brauchen. Hierbei ist den Fall jabotinskv zu sagen. Die im Augenblick r /.um AihIkiii ein Wort über _ _ . Exekutive innli sieh klar sein, daß die öffentliche Meinung des Jüdischen Volkes überall in der Welt die Verhandlungen mit Petljura aut das schärfste mißbilligt und dal! die moralische Situaliori des Zionismus dadurch geschwächt wird. Die Erkliiruii(׳• labotmskvs aber ist geradezu eine Provokation der Exekutive selbst. Die wichtigste Aufgabe ist die Schaffung realer Positionen. Als die ersten zehn Arbeiter nach Mal 111 gingen, ging ein Aufatmen der Erlösung durch den ganzen jischtiw. Oie Arbeiter sind bereit zu warten, aber sie wollen sehen, daß es wenigstens irgendwo um ein kleines Stück vorwärts gellt. Die Arbeit:;- losenfrage in Palästina ist absolut kein entscheidendes Moment, jedenfalls nicht vergleichbar mit der Arbeitsfosentrage der Industriestaaten. Es ist eine fortdauernde Auf• und Abwärtsbewegung. Schließlich wendet sich Redner gegen das Wort Lichtheitns von der Chaiukkah- Alijnh und fordert unter Darlegung der Verhältnisse der aut die Emigration wartenden jüdischen Arbeiter in Deutschland weitgehendes Verständnis für dieses Problem. Lazarus Barth äußert sich zu den vom Vorredner angeschnittenen Problemen und stimmt mit ihm in den meisten Punkten überein. Was den Fall Jabotirisky anlangt, so findet er es unbegreiflich, daß man sich beute über sein Verhalten wundert, nachdem man ihn in die Exekutive gewählt hat. Jabotiusky hatte die Legionen frage immer als seinen H aupt pi og ra in m pt;nkt dargelegt, mail hatte damit rechnen müssen, daß durch seine Berufung die Exekutive sein Programm billigt. Dr.. Hantkc unterstreicht Weizmanns Wort: Der schwierigste Punkt in unserer Politik waren die Juden selbst. Das trifft auf Deutschland ganz besonders zu. Man muß die Nicht/.ionisten zur Palästinaarbeit bringen, indem man ihnen das Rückgrat einer starken jüdischen Organisation gibt. Er berichtet über die Verhandlungen mit Niciit'ionisEn und über das in Bildung befindliche neutrale Keren Hajessod-Komitee. Im übrigen unterstreicht er, was Arlosoroff über die Arbeit in Palästina gesagt hat. Insbesondere sei es notwendig, größere Ikträge für Alijah-Zwccke zu widmen. Die Arbeit unter den Zionisten muß weitergehen. Vier Dinge stehen jetzt im Vordergrund: Zionistische Politik gegenüber den anderen Juden, Anstrengungen, das jüdische Volk zu gcwinnen, Vorbereitung der Alijah und intensive Arbeit zur Beschaffung großer Mitte! iiir Keren Hajcssod. W e i z in a n n geht in seinem Schlußwort zunächst auf gewisse Strömungen der Opposition ein, welche mit oberflächlichen Argumenten gegen die Exekutive kämpfen. Ein Beispiel ist die Parole der ״Privatinitiative“, die der nationalen Anstrengung gcgcmihergestelit wird. Das ist eine Untergrabung der zionistischen Kraft, denn die Privatinitiative ist auch nicht gekommen, am allerwenigsten von den Herren, die davon sprechen. Was wirklieh gemacht wurde in Palästina, stammt Von Leuten, die auch Maasser gehen. Wir sind nicht gegen Privatinitiative, sondern wir sind gegen das Sprechen von Privatinitiative, damit der Keren Hajessoil dadurch geschädigt wiixt. Es hat sich eine Meinung heran»- gebildet, daß nur diejenigen Herren produktive Arbeit machen, die Fabriken bauen. Man hat diese Scheidung gemacht zwischen produktiver und unproduktiver Arbeit, als ob für eine staatsartige Organisation z. B. Erziehung und Sanierung nicht auch produktiv wären. Dadurch hat man das Publikum verwirrt. Es mag richtig sein, daß Fehler gemacht wurden, aller es ist eine ganz andere Sathe, f cliler zu kritisieren um» die Idee an/ugreifen. Die Worte von Arlosoroff waren mir aus de!!i Herzen gesprochen. Es ist Tatsache, daß es noch keine ,genügende politische Verbindung zwischen Palästina und London gibt. Wir waren in London stets der Ansicht daß wir ein Prinzip zu vertreten haben und daß gerade dies unsere Stärke ist. Leider ist durch die A dtat:an, die gegen uns geführt wurde, auch die paliistmensischc Oeifentlichkeit verdorben. Die Autorität der Zionistischen Organisation ist abhängig von der Schnelligkeit, mit welcher das Geld abgcliefcrt wird, wenn die Organisation bei der Beschaffung von Kon- Zessionen usw. ihre Dienste geleistet hat, dann ist ihre Autorität vorbei, sofern man sich an andere Stellen um Geld wenden kann. Diese Demoralisation kann nui durch cm Mittel aufgehnlten werden, einen starker Keren Hajcssod. Zur Legronenfragc ist zu bemerken, daß der Kongreß Jafcotmsky gewählt hat, dadurch waren wir verpflichtet Jj?1" Programm™ Durchführung zu bringen. Abci diese Frage steht den Verhandlungen mit den Arabcrr Ä ״P Vc:Bw Zu der Angelegenheit Petljura bat di! mtu;״VLe,ne Erklärung abgegeben, weiter kann icl mich m Abwesenheit Jabotinskys, während er in schwere Aroeit steht, nicht äußern. . ..A,uf;,djc Bemerkung über Malul muß ich mein( Ansicht äußern daß der Standard" des palästinensische! Lebens wird heruntergeschraubt werden müssen. E ״,J™’ daß die Au Siedlung einer Fairiili ״״,. m.1r 500 Pfund kosten soll. Es werden ganz ander Methoden angewandt werden müssen. Diese sind jetz ,״,h ,lfc1!s־’l0n Rcstellt. Ueber die Arbeitslosigkeit ei ÄSkSSJÄ*יי**» •״“י * ״״* •״* <■> scmes^Brioff•»1“?. c?T?crt we>«n*׳mn auf die Zitierun, Pa' , Wenn man unter m d® kcJ״ w ,.crstcf1•4 politische Einnüsche oinzcintl 1 * cn Weltorganisation in politische Frage SÄu5J5.£l־lÄg‘ *fe״!״' SW“ w£ das erste, m;d d:t habe ich ihm meine •Ansicht ge- I sdiricben. Wenn idi in Polen lebte, so^ härte ich wahrschdnÜeh ^un.iu so;*(31־aü(lelt wie (iriuibauni. Aber ■ wenn Grünbaum van mir verlangen würde, daß ich von ן London aus ihn in seiner spezifisch politischen Arbeit! unterstütze, so würde ich das versagen. I Weizinann schließt mit dem Appell, mehr zu lasten als den Maasser. , ,, , Hierauf verabschiedet sich Weizmann von der Konfcrenz., da er ab/.ureisen gezwungen ist. Die Vormittags- Sitzung ist geschlossen. , Die NachmitLigsitzring, die der Keren! lajcssod- Aktion in Deutschland gewidmet war, wurde durch ein Referat des Herrn Rosenfili'ith ciiigclcitct. Sitzung des Zentralkomitees Am Montag, den 26. Dezember, fand in Berlin eine Sitzung des Zentralkomitees statt, ar* der 31 Mitglieder teilnahmen. Es entspann adv zunächst eine ausfiihrlidie Debatte über das in der außerordentlichen Landeskonferenz von* Dr. Weizmann erstattete Referat. Das Zentralkomitee beschloß, in der Angelegenheit Jabotinsky eine Anfrage an das Actions-Comite zu richten. Es erfolgten sodann Referate der Herren Rose 11 b 1 ü t h über ״Zionistisdie Politik in Deutsdiland“ und Dr. Sandler über ״Gemeindearbeit“, die zu einer ausführlichen grundsätzlichen Aussprache über den gesamten Komplex der zionistischen Arbeit in Deutschland führten. Dr. Sandler berichtete in seinem Referat über die von dc!1 zionislischen •öemeindepolitikcrn in Berlin gcwxmncncn Erfahrungen, Einem dringenden Ikdürfnis kommt das von der Z. V. f. I). gesciiaffcne Geineindedczcrnat entgegen, ar» dessen Adresse fortan alle Mitteilungen von Zionisten über gemeimiepolitische Angelegenheiten zu richten sind. Referent verbreitete sich über die Frage der zionistischen Gemeindeprogrammalik und vertrat gegenüber der strengen Bin׳- düng durch ein Programm ein von zionistischem Pflidit- Bewußtsein geleitetes eklektisches Verfahren. Sodann wurde über den Stand der Arbeiten zur Schaffung einer Gesamtorganisation der deutschen Juden, insbesondere, über die von verschiedenen Seiten erwachsend» Widers fände Informationen gegeben. Referent hält daran fest, daß die deutschen Zionisten an der Schaffung einer solchen Organisation stark interessiert seien. Den Hauptteil des Referates bildeten die Ausführuivgen über die Reform des Jndengesetz.es. von 1;-17. Daraus sei nur einiges her vorgehobe 11. Vor» zionistischer Seite wurde früher stets der Standpunkt vertreten, daß jede Reform des alten Gesetzes, selbst bezüglich vcrwaitungstechnisclicr Frager» (4j$ 3(), *10), ohne gleichzeitige Reform des WaJ1lred1tspara.gr,־!phen D 41) indiskutabel sei. Es sei aber auch der moralische Standpunkt, nach dem jede Stüekrdorm dieses veralteten Poliz.eigcset7.es abzujelinen sei, verständlich. Wesentlich für unsere Stellungnahme sc! aber die Verschiebung der Situation, die seit 1018/10 cingctrctcr» sei. Während § 41 nach der jetzt maßgebenden Interpretation immerhin noch erträglich sei, zumal die Wahlberechtigung der Ausländer, zum mindesten die aktive, nach dem heu׳- tigen Gesetz nidit anzu/.wcifchi sei, deuten alle neueren Informationen und regierungsseitigen Verlautbarungen darauf hin, daß eine Neuregelung des Wahlmodus zu einer Beeinträchtigung des Aiisländcrwahlrechts führen werde, se» cs auf direktem Wege oder auf dem Urnwege über die Autonomie der Gemeinden. Darnach sei unsere Taktik einzustcllcn, Ueber die vom Referent«» gcmaditen Vorschläge entwickelte sich unter den geineindepolitisch tätigen Mitgliedern des Z. K. eine längere Ausspradie. > Eine vom Landes Vorstand vorgelegte Maasser- Ordnung wurde mit geringfügigen Aendeninge» angenommen. Nach einer Etatberatung wurde der vom Landes- Vorstand unterbreitete Voranschlag für 1022, nach Erhöhung einiger Etatposten, angenommen. Die /ג:״ in .׳•ccrifca New York, 10. :0.k:r. (J. C. B.) Sokolow hat vor sUaer Al.r.i ' . \7״־ .::«!;,ton eine Reilie von Konferenz.;» mit 11,.׳-r... . :■!..*.» p.üitischen Personlichkeiten ah:׳ch:d;e;1. F■•.;....״ C u «1 m i n s, ein führendes Milglied der .־־;■pu;:׳! de:■ ni-chem Partei, versicherte Herrn SÖkolmv, <!■׳; ß' <lic* Reg.erun;.: der Vereinigten Staaten die zionistisch«» Ziele unterstützen werde. New York. Iß. Dezember. (j.C. B.) Die z.ionistischc!Delegation setz.f ihre Reise über die verschiedenen Städte der Union fort. Die Bcsudic sind überall von größtem Erfolg begleitet. Es werden große Versammlungen abgeh alt en und beträchtliche Summen für den Keren Hajessod in Barem gesammelt. Am 23. d. Mts. wird ein Teil der Delegation in B a 11 i in o r e cintreffcn, wo ein großer Empfang mit dem Bürgermeister .an der Spitze vorbereitet wird. Zur Jabotiasky-Affaire Bonn. Die Zionistische Ortsgruppe, Bonn, beschloß folgende Resolution mit dem Zusatz, daß sie in der nächsten Nummer der ״Jüdischen Rundschau“ abgedruckt werden soll: ״Die Zionistische Ortrgruppe, Bonn, bedauert die unentschiedene!und rein formale Art, in der die ״Jüdische Rundschau“ Nr. 09 zum Fall Jabotinsky Stellung nimmt und verlangt von der Leitung eine entschiedene und unzweideutige Erklärung, daß die Organisation gegen das Verhalten Jabotinskys mit Entrüstung protestiert, damit der Organisation nicht unabsehbarer Schaden erwachse. Die Zionistische Ortsgruppe fordert die Veröffcntlichung dieses Protestes und bittet alle Ortsgruppen, sid» ihm anzuschtießea.“ Nr. M)4 Demission Dr. Edcrs? ' Mitte Dezember erschien in der Jerusalemer Zeitung 1 ״üoar Hajom“ folgendes an die ebenfalls in Jei rusalcm crsclicinende Zeitung״ ־׳Haare;״ gerichtetes 1 Schreiben von Dr. Cd er: j ״In Erwiderung auf Ihre Bemerkungen uml den tm- 1 gezeichneten Brief, der in Ihrem Blatte ain 6. Kislew * veröffentlicht wurde — obwohl ich weiß, wer der An-! klüger in dieser Sache ist*) - . glaube ich, daß kein ' Zweifel über mein Verhältnis zur hebräischen Sprache! obwalten kann. Ich habe für ihre offizielle Anerkennung; bei allen Regierungen gekämpft, die in Palästina vi’t! meiner Ankunft bestanden haben, mau kann wohl mit ׳ Recht sagen, daß an meiner Unkenntnis der Sprache J meine Dummheit und nicht ein Mangel an Respekt : schuldig ist. Der Kongreß, der mich durdi die Wahl in die Exekutive ausgezeichnet hat, hat diesen Mangel gekannt, ich wurde nidit gebeten, in Palästina stumm zu bleiben. Wie es scheint, hat der Kongreß gemeint, | cs sei rocht, wenn sich unter den Leuchten der Exekutive s auch ein Dummkopf befindet, damit die Exekutive eine | Miniatur des Volkes darstcllt, das, wie wir wissen, 1 nicht bloß aus befähigten Menschen zusammengesetzt ist I Ich verstehe den Protest des Herrn Jehiida sehr gut,!11:,n * wird ihn als Protest gegen mich und nicht gegen 1!« j ״Hadassah“ und die Schwestern auffassen; ich gestehe, tiaß ohne derartigen Extremismus die Lage der hebräischen Sprache nidit wäre, was sic heute isL Iri. glaube, daß Ren Jeliuda jetzt etwas schweigen köim'e, nachdem der Krieg mit einem Siege abschloß, aber jeder Mensch hat seine Ansichten. Anders ist das Verhältnis zu Ussischkin. Herr Ussischkin hat mit mir am Abend vorher telephonisch gesprochen; er sagte mir: er habe im ״Haare/.“ gelesen, daß ich sprechen werde, sichcilid werde Ben Jeliuda Skandal machen und ich hätte um einen Rat fragen müssen. Die I ladassah und die Schwestern haben die Abwesenheit des Herrn UssiscMm in unrichtiger Weise gedeutet. Sie glaubten, UssiscfiUn schätze ilire Arbeiten nicht, dichten nicht daran, daß Ussischkin sich vor der öffentlichen Meinung zu fürchten pflegt. Die zionistische Exekutive hat mich nicht zu ihrem Vertreter bestimmt, ich wurde eingeladcn als Arzt und als Chef des (iesundheitsdeparte- <»1 e n t x zu sprechen, d..s war von seiten der Hadavsah ganz natürlich, das war für mich der Ort, wo ich zu sprechen hatte. Sie wissen, daß ich nicht öffentlich rede, weil ich die hebräische Sprache nicht beherrsche. Damit aber nicht der Gedanke aufkomme, daß Iure Ke• merkungen und der ungezeichnete Brief, der durch einen mir nahen Ankläger geschrieben wurde, mich erschreckt haben, so teile ich Ihnen mit: Vor zwei Wochen habe ich dem Präsidenten der Zionistischen Organisation nach London meine Demission mitgetcilt uml-gebeten, spatesten* bis Febmar von meiner Arbeit enthoben m werden. Die Ursachen meiner Demission sind sowohl orivatcr Natur als auch darin gelegen, daß ich Hern» Ussischkin nicht zustimm«» kam», — worin Sie wkdenna einen Beweis meiner Dummheit erblicken können. Ergebenst Dr. Eder.“ Hierzu erfahren wir aus der palästinensischen Presse folgende*• Anläßlich des /Abschlusses des c ten Schwesternkurses der ״Hadassah“ wurde eine Feier veranstaltet, an der alle angesehenen Juden Jerusalems teilnahmen. Lady Samuel eröffnete die Feier mit einer längeren hebräischen Ansprache, was• angesichts der Tat- Sache, daß Lady Samuel vor einem Jahre die hebräische Sprache noch vollständig fremd war, große Begeisterung hervorrief. Allgemein wurde die Abwesenheit der Palestine Exekutive, des Herrn M. Ussischkin, bemerkt Von den Milgliedern der Exekutive war nur Dr. Eder anwesend, der die Tätigkeit der ״Hadassah“ in einer englisch gehaltenen Rede würdigte. Herr und Frau Ben Jehuda verließen daraufhin demonstrativ den Saal. Am folgenden Tage erschien in ״Haare/'' ein anonymer Brief, der der Entrüstung der Jüdischen Be■ völkerung Jerusalems darüber Ausdruck gab, daß die Exekutive bei einer solchen Gelegenheit sich durch ein nur englisch sprechendes Mitglied vertreten läßt. Dr. Eder vermutete in Ussischkin den Initiator dieses Briefes, worauf er an ״Haarez“ den oben angeführt«» Brief einsandte. Vor Drucklegung hielt jedoch Dr. Eder den Briet zurück, der aber trotzdem im ״Doar Hajom“ mit einem Begleitartikcl gegen Ussischkin erschien. Die Redaktion des ״Doar Hajom“ hat auf verschiedene Vorhaltungen nachfraglich erklärt, der Brief wäre Freitag Nachmittag bereits in Druck gewesen und es hatte keine Möglichkeit mehr gegeben, ihn zurück/uhaltcri. Die Redaktion soll diese Tatsache Dr. Eder angeblich schon sofort mitgeteiit haben, worauf er sich mit der Veröffentlichung cinverstanden erklärt haben soll. Nach einigen Tagen erschien in ״Haarez“ ein Schreiben von Dr. Eder, in dem er öffentlich Ussischkin um Entschuldigung bittet Aus einer Unterredung mit Ussischkin hätte er die Ucbcrzeugung gewonnen, daß Ussischkin dem anonyme■ Schreiben in ״Haare/.“ vollständig fern stand Die misrachistische Jerusalemer Wochenschrift ״Hator“ rügt das Vorgehen Edcrs, der beim Präsidenten der Organisation um seine Demission ansucht, ohne sid» vorher mit seinen Kollegen in der Palestine Exekutive in Verbindung zu setzen. Alle Mitglieder der jwlästinensischen Exekutive sind vollständig gleichberechtigt Mißverständnisse zwischen einzelnen Mitgliedern müßten zunächst innerhalb der palästinensischen Exekutive selbst besprochen werden. *) Gemeint ist wahrscheinlich Ussischkin. — Anm. d. Red. d. ״J&d. Rundsch.“