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Jüdische Rundschau · 1921-12-13 · Heft 99 (13.12.1921) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 99 (13.12.1921)
Date
1921-12-13
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 09 JUEDiaCHQ CONDSCHAÜ Seite 7(« ten ,en inlen .1- 1d- Üe les zu fer und 3St -סן 111s >11, nt, en stlts tziie eit ti“ Je, :in re. :171 er ch -זג rs ISes 0-;e- :nen ־0 ait 11- :h ns nd ch ilifer la ld in 1tn, en m in e, 1s en sen v;s he lef zu ler ter en ur. in d las m, ne vs ms Idnt on ira in ernie •21t »IV־ jrs fcs- 1 er en >11- 11c «s. Schear Jaschuw J Plan einer landsmannsdiaflllchen Siedlung in Palästina Von Dr. Ludwig Pin ne r. Der Plan einer kindsmaimschaftlichen Siedlung des deutschen Zionismus hat unter dem Namen .׳hd)C5; iicdnav“ bei iis einmal von sich reden gemacht. t.r w״" ״r .l״״Sd,,:, J1«l11־. di״! ־Kits i״ I»־ lohten und solchen, die sich dort anzusicdoln gedachten, entstanden, mußte dann aber aus verscliicdenen Gründet, von denen hier nur die ungünstige Valutaent- Wicklung und der Mangel an Forderung durch die Z!onistische Organisation iiervorgehobeii werden sollen, fallengelasscn werden. B ist heute an der Zeit, diesen Plan (wenn auch m veränderter Form) wieder aufzunchmcn. Oer Geist ücs deutsehen Zionismus und die in unserer Jugend vorherrschenden Tendenzen haben dazu geführt, dal! eine;:rollere Zahl unserer jungen Leute sich dem landvvirtsdiaitlidieii und gärtneriselieu Berufe zugewandt hat. Deutschland ist heute das einzige Laad, in dem eine zielbewußte Vorbereitung unserer Jugend auf den Beruf von Kolonisten in nennenswerter Weise erfolgt, Dieser Zustrom zu ländlichen Berufen muß bald versiegen, wenn nicht vom deutschen Zionismus ernsthafte Anstrengungen unternommen werden, unserer Jugend ZuJvtinftsmögiichkeilen «1 bieten. Ls ist un׳• abwcisüdie 11!licht des deutschen Zionismus, für diese Menschen zu sorgen, um so im Lande selbst einen brauchbaren Kokmistenstanim heraimiziehen und damit gleichzeitig die Möglichkeit für Erhaltung des Chaluzgeixtes in Deutschland und immer erneuten Nachschub zu geben. Aber es handelt sich auch um die ältere Generation, )die bisherigen Versuche mit ״Schcar Jaschuw“ beweisen, daß auch unter der alteren Generation sich Leute befinden, die gesonnen sind, mit ihrem Palästinawillen Ernst zu machen und sidi an der Aufbauarbeit zu beteiligen, deren Grundlage naturgemäß eine landwirtschaftliche sein muß. Es versteht sich, daß gerade diesen Elementen bei der Ueberwindung der Haupisdnvierigfceilcn geholfen werden muß. Es versteht sich das besonders heute, wo es nicht mehr angeht, diese bemittelten Ansiedler einfach auf den Weg der Achusoth zu verweisen und ihnen im übrigen von Organisation* wegen keine weitere Unterstützung angedeihen zu lassen. Die Valutaentwicklung hat es mit sich gebracht, daß man heute auf andere Ansiedlungsformell sinnen muH, wenn man nicht auf diese Art von Ansiedler ganz verrichten will. Ihre Kn'iite und Mittel sind vielmehr so zusammen zufassen und zu unterstützen, daß eine brauchbare Basis für die Palästina• Arbeit zustande kommt. ln dem vorliegenden Siedlungsplane sollen nun diese neiden Arten von Ansiedlern — die jungen ausgebildcten öialuz.iin und die älteren bemittelten Zionisten — derart zu einer Kolonie ztisaminer.gefalU werden, daß sie sich in ihren Ansiedlungsfähigkeiten gegenseitig erganzen. Gleichzeitig soll damit eine besondere Grund- Lage für die Kreditgewährung geschaffen werden, die man unter Berücksichtigung der Kräfte des deutschen Zionismus wird möglichst niedrig halten müssen, Von Bedeutung für die ganze Siedlung ist die hinlänglich bewiesene Tatsache, daß eine Kolonie, um prosperiereu zu können, nicht auf einer zu kleinen Zahl von Siedlern beruhen darf. Endlich sei darauf hingewiesen, daß von dem Er- ■stellen einer derartigen Siedlung eine große werbende Kraft für die Aufbringung von ■Mitteln im deutschen Zionismus erwartet werden darf, sowohl bezüglich des Xationalfonds als auch des Keren Hajessod, sowie im Heranzichcn von nicht ausgesprochen zionistischen weisen für den Aufbau Palästinas. Es genüge an ciescr Stelle, diesen Punkt zu erwähnen, ohne näher darauf einzugehen. Der!1lau der Siedlung ist folgender: äO Chaluzirn, im folgenden ״Ansiedler A“ genannt, und 50 bemittelte deutsche Zionisten, im folgenden ..Ansiedler B“ genannt, schließen sich zum Zwecke der Gründung der Kolonie ״Schear Jaschuw“ zusammen. Die gesamte Kolonie erhält ihr Land in Erbpacht vom Jüdischen Nationalfonds, der auch die Kosten der Assanierung- und ersten Amelioration trägt. Die Durchführung des Kolonieplanes liegt in den Händen eines Komitees, das von den Ansiedlern be- "tätigt werden muß. Das Komitee ernennt einen Sachverständigen, der die Bewirtschaftung in den ersten Jahren leitet. Die Bewirtschaftung erfolgt in den ersten drei Jahren, die der Assanierung und Adaptierung des! j Geländes gewidmet sind, gemeinsam, und ־zwar durch! die Chaluziin, welche später darauf angesicdelt werden Nach dieser Zeit erfolgt, wenn die Wirtschafts• '1'fä.iltnisse es gestatten, die Parzellierung und der 4׳u (1er Häuser Die Wirtschaften sollen auf gemisditer Wirtschaft 1»'rußen, ein Teil des Landes muß bewässerbar sein, pie Kolonie soll von Anfang an ihren Bedarf an '* ebensmitteln selbst erzeugen. Neben dem Ackerbau -!41 Viehwirtschalt, Geflügelhaltung, Gemüsebau und *■'•bsthau in angemessener Weise in der Kolonie gepflegt WCfden. In weldiem Umfange diese einzelnen Zweige vertreten sein sollen, inwieweit sie insbesondere als •Diiptzwcigc zur Erzeugung von Verkaufsware oder "lir *ur Deckung des eigenen Bedarfs betrieben werden vollen, wird von dem zur Verfügung stehenden Boden, der Größe des bewässerbaren Landes und den Absatz■( Verhältnissen abhängen und kann im vorhinein nicht angegeben werden. Bei der Wahl des Terrains soll tunfür den Präsidenten der Zionistischen Organisation Herrn Prof. Dr. Hiervon wird aufgebracht: durch Nationalfonds .. durch eigene Mittel.. durch Agrar- und Hypothekenkredit ... 12 ־U0 £ Das für die ganze Kolonie nötige Kapital setzt sich also wie folgt zusammen: 500 £ 400 £ 300 £ Amifd'er A, Ansled'er B. £ % £ % £ V. Mitlon*|f־nd1. E!tnt Mit r l. Agrjr-ti llypoihfkta-K־«lil D.ulsche beihiif׳■?0׳׳) 0־*)(* ־•U" *v יסיד! (מד.*•! י 1*).f ד יח!ו b ד r.ano ut.:) V0 O) (SS 13) 16 uw wn 4r> im u(.־ 4,1' י«!',:,' ji r,‘>• (*׳.:):•(XI Hs. . . lu UCJ j t.OWA) I lüü WO veranstaltet vom! Landesverstand d. Zionistischen Vereinigung für Deutschland ,lillüoeii, d. 21. Deztraber 1921, abends 8 Uhr, im Großen Saal der Philharmonie,BernburgerStr.22/23 Nichtnumerierte Eintrittskarten zu 5—. Mk. Numerierte Eintrittskalten zu 10.-־ und 20.— Mk. Reservierte Plätze zu 50.*־־ Mk. Vorverkauf ab Mittwoch, den 14. Dezember 1921 im Zionistischen Büro, Seydelstrasso 3, Buchhandlung ״Ewer“, Knesebeckstrassa 54/55, sowie bei samtliehen Theaterkassen von Bote & Bock und Wertheim, Rosenberg, Grenadierstrasso 38 Buchhandlung ״Kedem" Char-!ottenburg, Dahlmannstr, 8, Buchhandlung F. Ostertag, Augsburger Strasse 28.. IhfrA-.'. *ST*».״?VT»- ׳!py **■,, ygni1: ::;*■.-■׳w-tscres( ׳ ■lidist darauf Rücksicht genommen werden, daß eine landwirtschaftliche Industrie mit der Kolonie verhunden werden kann. Die Wirtschaftsweise ist nach Parzellierung eine individualwirtschafliichc, jedoch unter weitestgehender Anwendung des Genossenschaftswesens. Nicht nur der Einkauf und Verkauf und industrielle Nebenzweige wie Molkerei, sollen genossenschaftlich betrieben werden, auch die Anlage der Kolonie soll von vornherein so erfolgen, daß genossenschaftliche Arbeitsweise, insbesondere bezüglich der Anwendung von Maschiuen und Irrigationsanlagen, ermöglicht wird, was ja wahrscheinlich auch schon durch die Bodenverhältnisse bedingt sein wird: es werden zum Beispiel Baum- Pflanzungen, bewässerbare F'utterflächcn und ähnliches in geschlossenen Verbänden angelegt werden. Was die (!rolle der einzelnen Wirtschaften aiilangt, so sollet! die faigendeti Zahlen nicht als unabänderlich betrachtet werden, da sie von den Boden- und Absatz- Verhältnissen abhängen. Sie stellen nur ein Normalmaö als Anhalt für die Berechnung dar, auf Grund der bishörigen Erfahrungen unter Durdischiiittsverhällnisscn. Unter der Voraussetzung, daß etwa ein Viertel des Landes bewässerbar ist, soll die Wirtschaft für die An- Siedler A etwa SO Duiiam, die für die Ansiedler B etwa 100 Dunam betragen. Die Ansiedler B sollen verpflichtet sein, ein Jahr nach der Parzellierung, also etwa im vierten oder fünften Jahre, nach Palästina zu kommen und sich in der Kolonie mindestens während der ersten drei Jahre hauptberuflieh ztt betätigen, sofern nicht ein Sohn oder sonst eine ihnen nahestehende Persönlichkeit ihre Stelle als verantwörtlicher Wirtschaftsführer einnimmt, Die Aufbringung der Mittel ergibt sich im einzelne« aus folgender summarischer Uebersicht: A nsiedle r A: Kapitalbedarf: 80 Dttanen Land und Amelioration ä 5 £ pro Dunam .«.*100 £ Baulichkeiten.... ,.250 ,. .״ £ Totes und lebendes Inventar,., ... 100 £ Betriebskapital . ..... ...... 50 £ Hiervon wird aufgebradit: durch Nationalfonds (in Erbpacht) , durch eigene Mittel ...... . durch Agrar- und Hypothekenkredit durch deutsche Beihilfe 800 £ . 400 £ .... 100 £ £ 150 ,. . ־ £ 150 . 800 £ Ansiedler B: Kapitalbedarf: 100 Dunam Land cinschücßl. Amelioration u 5 £ pro Dunam . 500 £ Baulichkeiten .. 400 £ Totes und lebendes Inventar .. . . 150 £ Betriebskapital ...... . . . 150 £ 1200 £ Die hier genannten Zahlen gründen sich auf die heute in Palästina üblichen Preise. Es sind natürlich nur ungefähre Angaben, die vielfach durch die Verhaltnässe modifiziert werden können; sie dürften aber voraussiclitüch nicht wesentlich überschritten werden. Die für die Ansiedler B veranschlagte Bodenfiäche ist etwas großer als die für die Chaluzirn berechnete. Das ist natürlich, wenn man bedenkt, daß die Ansiedler B mit mindestens einem Arbeiter wirtschaften werden, und ihre Mittel ihnen einen etwas größeren Wirtschaft»- rahmen erlauben. Aus demselben Grunde sind auch die für Baulichkeiten, totes und lebendes Inventar und Betriebskapital angesetzten Summen höher. Man muß bei dem Hause auch berücksichtigen, daß diese Ansiedler voraussichtlich gleich eine größere Personenzahl unterzubringen haben. Unter günstigen Wirtschaftsverhalinissen wird es vielleicht möglich sein, daß ein Teil der Ansiedler mit wesentlich kleineren Flächen auskomtnen kann; nämlich dann, wenn intensiv bewässerte Kulturen möglich sind Die auf das Land entfallende Summe wird sich darin vielleicht etwas ermäßigen. Bei den Ansiedlern A, die über geringe Mittel verfügen, und vor allem ihre eigene Arbeitskraft und die ihrer Familie einzusetzen haben, ist die Tendenz, bei geringem Kapitalaufwand möglichst arbeitsintensiv zu wirtschaften, ja von vornherein gegeben. Wir haben aber hier nur die heutigen normalen Verhältnissc berücksichtigt. Was die Ge'daufbringung für die Ansiedler B betrifft, so kann gesagt werden, daß ein eigenes Kapital in Höhe von einem Drittel des gesamten Wirtschafts־ wertes für die IJebcrnahme einer Wirtschaft als durchaus zureichend angesehen werden kann ־— auch nach europäischen Begriffen — unter der Voraussetzung, daß der Boden vorn Nationah'onds in Erbpacht zu einem niedrigen Pachtzins gegeben wird. Der Umstand, daß auch derartigen Ansiedlern Land vom National fonds zu denselben Bedingungen wie Chaluzirn gegeben werden muß, bedarf keiner Begründung. Bei Bewertung de» Pachtzinses ist zu berücksichtigen, daß Palästina nicht mit jungfräulichen Kolonisationsländern verglichen werden kann, und daß daher ein Teil der für die Amdiorierung nufzuwendenden Summen nicht in den ersten Jahren der Wirtschaft wieder hcreinkommt und deshalb von nationalen Mitteln bestritten werden muß. Die Höhe des Agrartmd Hypothekenkredits ist bei den Ansiedlern B auch vom Standpunkt einer rein geschäftlich arbeitenden Bank durchaus zu rechtfertigen: in Anbetracht des Gebäudekapitals, der Investitionen und der Hohe der eigenen Mittel. Es könnte eventuell sogar noch etwas erhöht werden. Hierbei wird angenommen, daß der Nationalfonds mit seinem Pachtzins an die zweite Stelle rückt. Die Ansiedler ü müssen ihren Anteil im Laufe des ersten Jahres in englischer Valuta dnzahlen oder wenigstens einen Teil und den Restbetrag sicherstcllcn. Die Einzelheiten des Vertrages zwischen den Ansiedlern und der Kolonie, insbesondere im Falle des Nich (übersiedeln«, müssen genau festgesetzt werden; jedenfalls muß die Kolonie ein Vorkaufsrecht auf freiwerdende Stellen haben. Die Chaluzirn sind hier in dem Entwurf nicht als ganz mittellos angenommen. Da die meisten der aus deutschen Kreisen stammenden Chaluzirn von Haus au* nicht ganz mittellos sind, dürfte es ihnen auch möglich sein, von ihren Verwandten, eventuell denen der Frau, die Summe von 100 £ zu erhalten, eventuell ah persönliches Darlehen. Abgesehen davon, daß es auf diese Art vielleicht gelingt, Geld für Palästina mobil ztt machen, das sonst nicht so bald gegeben würde, erscheint die Tatsache, daß auch die Chalu/im durch eine gewisse materielle persönliche Beteiligung an der Siedlun־״ interessiert sind, von größter Wichtigkeit für tlas^Ausharren der Ansiedler und für die Kreditfähigkeit der ganzen Siedlung. Die [ca war zum Beispiel in neuerer Zeit zu Beteiligungen nur zu bewegen, wenn auch die Ansiedler sich finanziell beteiligen. Die Höhe dieser Beteiligung ist weniger wichtig als die Tatsache der Beteiligung überhaupt. Bezüglich der Einzahlung kann tunlichst Rücksicht genommen werden auf die besonderen Verhältnisse. Auch wird sich bei besonderer persönlicher Tüchtigkeit und völliger Mittellosigkeit ein Ausweg in einzelnen Fällen finden lassen, sei es durch Darlehen von besonderer Seite sei es durch Nachlaß der Summe. Die Wichtigkeit eines persönlichen finanziellen Risikos aller Ansiedler kann jedenfalls gar nicht hoch genug bewertet werden. Bezüglich des Nationalfonds-Anteils und des Agrar- 2‘״ d“ י1 "0י“ b w1?!:1 sich aber 2־ßerdem ״״ch cjn p0 le 1n .dej Aufstellung, der ״deutsche Beihilfe“ genannt ist und der für die Ansiedler B nicht in Frage kommt Der Betrag hierfür Ut mit 150 £ pro AmSSer ange-

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