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Jüdische Rundschau · 1921-12-13 · Heft 99 (13.12.1921) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 99 (13.12.1921)
Date
1921-12-13
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 710 JUED1SCHD RUNDSCHAU Nr. 99 letzt, also ebenso hoch wie der Agrarkredit. & ist das der Anteil, welcher bei den heutigen landwirtschaftliehen Verhältnissen Palästinas auf kaufmännischer Grundläge ■von einer Und bank kaum gegeben werden kann, die Summe also, die irgendwie — sei cs durch den Keren Hajcssod, sei es durch sonst einen Fonds — aufgebracht werden muß, wenn mittellose oder ganz gcriii״ bemittelte Chaluziin angcsicdclt werden sollen. Es ist nicht gesagt, daß sich nicht früher oder später auch dieser Betrag als normaler Kredit aufbringen läßt, der verzinst und eventuell sogar amortisiert werden kann, aber von vornherein ist damit nicht zu rechnen. Dieser Betrag, der sich also bei 50 Chaluzimfamilien auf 7500 £ belaufen würde, stellt somit die Summe dar, die Deutschland — abgesehen von der Nationalfonds-Uctciligung — beizusteuern hat, um seinen Chaluziin die unbedingt notwendigen Ansicdhingsniöglichkcitcri zu schaffen. Hinsichtlich der Nationalfonds-Beteiligung ist zu betonen, daß der Gedanke der landsmaunschafüichen Siedlung vom Hauptbüro atisging und zwar aus propagaiidislischcn Gründe«. Die insgesamt für eine Kolonie vom Nationalfond» aufzubringende Summe wurde dort mit 4QOÖ9 £ beziffert, während sie in diesem Entwurf, der übrigen» unabhängig von dem Projekt des Nationalfonds entstanden ist, auf 45 000 £ angegeben wird. Auf den propagandistischen Wert des Projektes für den Nationalfond» kann hier nicht cingegangen werden, jedenfalls denken auch wir daran, daß die deutschen Natiomlfonds-Eingängc unmittelbar mit dieser Kolonie verknüpft werden sollen. Freilich hätte der Nationalfonds den Boden und die zur Aineliorierung nötigen Summen sofort bereitzustellen, die Verrechnung wäre eine innere Angelegenheit des Nationalfonds, etwa dergestalt, daß man von einer National fondsschuld der deutschen Lnndsmaunsduft sprechen könnte. Wenn man einen ange< fnessenen Teil u Konto der früheren Nationalfonds•• Beiträge Deutschlands nbzicht, so könnte die Summe von Deutschland vielleicht in zehn Jahren abgedeckt werden, Die Zustimmung des National fonds ist jedenfalls die Hauptvorausset/ung für den ganzen Plan, Die obengenannten Zahlen sind alle, wie schon mehrfach hervorgehoben, nur cum gratto salis zu betrachte«. Sobald Aussicht besteht, daß der Plan zur Durchführung kommt, werden genauere Kalkulationen vorgenonimcn werden. Auch hinsichtlich der Ansiedlerzahl ist es möglich, daß gewisse Veränderungen, zum Beispiel einer Verschiebung iin Verhältnis der beiden Ansiedlerkategoricn zueinander Platz greifen, je «ach der Beteiligung, die sich ergeben wird, und nach den Mitteln, die in Deutschland aufgebracht werden können. Auch sei die Möglichkeit angedeutet, die Aktion auf die Tschechoslowakei und Oesterreich auszudehnen. Uin aber eine Verzögerung zu vermeiden, erscheint cs mir wichtig, daß erst Deutschland allein die Initiative ergreift Die Gesamtzahl der Kolonistenstclle» wird also 100 betragen. Bei einer durchschnittlichen Familienkopfzahl von vier würde das unter Berücksichtigung der land* wirtschaftlichen Lohnarbeiter ööO direkt von der Land- Wirtschaft lebende Personen bedeuten, das heißt, daß die Kopfzahl der gesamten Kolonie sicherlich über 1000, wahrscheinlich 1200 betragen würde, bei einer a«geschlosseiicn landwirtschaftlichen Industrie noch entsprechend mehr. Eine solche Kolonie würde also an Einwohnerzahl etwa Hischon-lc-Zion entsprechen. Als praktisch erreichbare und in absehbarer Zeit nt verwirklichende Aufgabe gescheit, wird dies Resnltat nicht als geringfügig erscheinen. Jedenfalls hat die deutsche Landsmannschaft bisher kein greifbares! Resultat aufzuwciseri, das Pctadi-Tikwah oder Rischon-Ic- Zion gleichkäme. Hier ist ihr eine Aufgabe gestellt, die bei einiger Anstrengung durchführbar erscheint und die in ihren Folgewirkungei) zu viel größeren Resultaten führen kann, deren Schilderung nicht in den Rahmen dieses ersten Entwurfs gehört. Man wird vielleicht Einwendungen gegen die lantlsmannschaftliche Form der Siedlung überhaupt erheben und betonen, daß die Scheidung zwischen deutschen und nichtdeutschen Zionisten auf jeden Fall untunlich sei. Ohne über das Prinzip zu streiten, wird man die Di,:ge praktisch ansehen müssen. Die ungeheuren Schwierigkeiten nämlich, die der deutsche Zionist bei einer so entscheidenden beruflichen und sonstigen Um- •icllung auf sich nimmt, werden ihm wesentlich erleichtert, wenn er sich ihnen in Gemeinschaft mit Menschen unterzieht, die ihm durch Herkommen und Art besonders nahe sind. Und darin liegt auch eine Gewähr für die Entwicklungsmöglichkeiten der Kolonie. Schließlich ist auch keineswegs etwa an strenge Exklusivität gcdacht Soweit dieser Plan an Ostjuden hcrankoinmt und eie zur Beteiligung veranlaßt, ist ihre Mitwirkung selbstverständlich erwünscht. Auch werden unter ״dcut- «dien Chaluzim“ alle in Deutschland ausgebiklcten Praktikkanten verstanden. Und endlich ist besonders ins Auge gefaßt, palästinensische Kolonistensöhne zur Beteiligung unter die Gruppe der Ansiedler B heranzuziehen. Alles in allen! wird der Charakter des jüdischen Landes Palästina auch dieser Kolonie seinen Stempel aufdrücken und damit eine aus rein praktischen Gründen als deutsche Sache begonnene Unternehmung• zu einer jüdisch-palästinensischen schlechthin machen. tta juae zatn amerikanischen Botschafter i vorge»chlagen? Washington, 6. Dez. (J.C.BG Präsiden kmmP 2 T A^rdnun״ wn Ucutschr F* ״*, d,c 11V" mter anderem die Ernenn Etnan&iU Bartichs aus New York• •1 ״ o-t״־Sh «ÄÄr1״ /-T *>/-׳•* ‘*’Tf a I 1»^/ I £4 ׳Jr äu?1 0 E Ernennung des Gouverneurs von Haifa zum Gouverneur von Jerusalem? Haifa, 8. Dezember. (Privattelegf. der ״Wiener Morgenzeitung“. Das hiesige arabische Blatt ״El- Salam“ berichtet, daß ihm aus zuverlässiger Quelle bekannt sei, daß der Gouverneur von Haifa, Sy in es, demnächst an Stelle Storrs’ zum GouvcriK'ur von Jerusalem ernannt werden wird. Gouverneur Symcs besitze, wie ■das Blatt ausffdirt, das Vertrauen und die Sympathien aller Bevölkerungsschichten seines gegenwärtigen ,Tätigkeitsgebietes, weshalb seine Berufung nach Jerusalem in Haifa mit großem Bodauern aufgenommen wird. (Diese Privatmekkmg muß mit großer Vorsicht entgegerigeaoinmen werden. Amu. d. R. d. ״Jüd. Rundsch.“) Die Einwanderung nach Palästina Jerusalem, 29. ״Nov. (J. C. B.) Laut der amtliehen Einwanderuugsstatistik, sind während des Monats Oktober 747 Einwanderer nach Palästina gekommen. Die Ackerbauschule In Petsch-Tikwah and der Misraclii Jerusalem, 29. Nov. (J.C. B.) In Pctadi-Tikwah wurde nach dem Kriege eine Aekerbauschu'e gegründet Diese Schule hatte mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen, da ihr alle Lchrbelielfe und vor allem Grund und Boden für landwirtschaftliche Arbeiten fehlte. Nunmehr bestand die Aussicht, für die Schule Boden aus der Erbschaft des verstorbenen Saloadi zu erlangen. Doch ist dies, wie Dr. Mr. Zagorod/.ki im ״Haarez“ schreibt, durch den M i s r a c h i verhindert worden. Z ag 0 r o d zki greift deswegen den palästinensischen Misraclii heftig an und wirft ihm vor, daß er nicht nur die Entwicklung der Ackcrhaitschule verhindert, sondern auch den Plan einer Kwuzoth des Misraclii aufgegeben hat. Alle anderen in den letzten Jahren begründeten Kwuzoth bestehen trotz dem Defizite, nur der Misraclii ist vor den Schwierigkeilen zurückgcschreckt und hat seine KwuzaJi fallen gelassen, Nunmehr ist auch die Ackerbauschule geschlossen worden. Gerichtsurteile wegen der Beteiligung an den Unruhen in Jerusalem Jerusalem, 29. Nov. (J. C. B.) Wie bereits gemeldet, sind am 14. November die ersten schweren Strafen im Zusammenhänge mit den Ereignissen des 2. November ausgesprochen worden. Zwei Araber warden zru 15 Jahren Kerker verurteilt. Die arabische Presse beklagt sich darüber, daß Herbert Samuel im außerordentlichen Gerichtsverfahren einzelnen englischen Riehtern das Recht ciirgeräutnt hat, alle Strafen mit AusnaJime der Todesstrafe zu verhängen. Konfiskation einer hebräischen Zeitschrift Jerusalem, 29. Nov. (J. C. B.) Der junge hebräiscJie Dichter Awigdor Feuerstein, gibt in Jaffa seit einiger Zeit eine Zeitschrift, ״Lew Chadasch“, ein neues Herz, heraus. Die letzte Nummer der Zeitschrift enthält einen sehr heftigen Angriff gegen die von Herbert Samuel zur Untersuchung der Vorfälle im Mai eingesetzte Kommission. Der Verfasser nennt diesen Bericht ״den grüßten Pogrom“ und greift Sir Herbert Samuel deswegen sehr heftig an, weil er seinen Namen auf dieses ״schändliche Dokument“ gesetzt lut Die Regierung hat die Zeitschrift beschlagnahmt Verbot des ״Kunfres“ J e r u s a 1 c 1ü, 8. Dez. (Privnttelegr. d. ״W. Morgen■ zeitung“.) Die Arbeiterzeitschrift ,,Kuntres“ wurde abermal» für die Dauer von sechs Wochen verboten. Elsaß-Lothringen Arbeit für den Keren Hajessod Elsaß-Lothringen, das heute keine Verwaltiiiigsciuheit mehr bildet und in die drei Departements Haut Rhin mit der Hauptstadt Colmar, Bas Rhin mit der Hauptstadt Straßburg, Moscllc mit der Hauptstadt Metz zerfällt, zählt eine Bevölkerung von 30Od.) jüdisehen Seelen. Diese Juden sprechen in Straßburg und aut dem flachen Lande vorwiegend noch deutsch, in anderen Städten französisch. In den kleineren Gemeinden verstehen die Juden oft noch nicht französisch. Die Bevölkerung ist größtenteils zionistisch noch imbeeinflußt. Nur in 'Straßburg besteht, dank der Energie und der Gesinnungstreue einiger Straßburger Zionisten, eine aktive zionistische Gruppe. Die wirtschaftliche Lage der clsässischett Juden ist derzeit durch die starke Konkurrenz des deutschen Handels und der deutschen Industrie, infolge der Valutadiffereuz, ungünstig. Doch gibt cs eine dünne Schicht sehr *elcher Elemente, die aber dem Zionismus bisher nidit freundlich gegenüber standen. Eine Arbeit für den Keren Hajessod wird jedenfalls einige Zeit braudtett, um überhaupt die organisatorischen Grundlagen zu schaffen, die noch völlig fehlen. Die Arbeit für den Keren Hajcssod wird zurzeit von Herrn Hans Koh n, dem Delegierten des Keren Hajessod, organisiert Nach seiner Ankunft fand zunächst eine Reihe von Sitzungen des zionistischen Komitees statt, wobei alle Fragen der künftigen Arbcitsmöglichkcit gründlich durchgesprochen wurden. Es wurde beschlossen, in Straßburg ein Büro zu errichten das die Arbeit des Keren Hajessod für Elsaß-Lothringen zentralisieren soll. Es ist gelungen, in Herrn Leopold, Metzger die geeignete Persönlichkeit als Sekretär dieses Büros zu finden, das •.ich 77, Ree des Voizes tu h-, findet Die erste Tätigkeit des Büro•? wirii in einer großzügigen Propaganda durch Versendung von Bn> schüremnafcri.11 und durch Artikel und Nachrichten in der französischen und deutschen Prcs.sc um! in1 ju. dischen Wochenblatt ״Le Jnif“ bestehen. * Die Aktion für den Keren Hajcssod unter den Zionisten in Straßburg wird Herr Advokat Dr. Edgar Well leiten. Für die Arbeit unter den Nichtzionistea wird ein Komitee von 15 hervorragenden Persönlichkeiten aus nichtzionistischen Kreisen vorbereitet. Während der ersten Woche seine» Aufenthalte! sprach Herr 11.111s Kohn in Versammluimett der Hatik. wah und des Cercle des Etudiants Juifs über die Klas.j. her der ostjüdischen Literatur, in der Association des Damcs Juivcs über ״Los Juifs dans fa literature Iran• «;aise contemporaine“ und in einer Versammlung der zionistischen Ortsgruppe über ״La Situation actucilc da skmismc“. In der Versammlung der zionistischen Ortsgruppe wurde nach dem Vortrag nach folgende von Dr. Braun• berger vorgeschlagene Resolution einstimmig an״«, itommcn. י' ׳ ״Lcs s ionist es de Strasbourg remis Io 24 No vembre 1921 apre» avoir entendu et approuve le rapport de M. Jean Kohn sur la Situation actuelle du sionisme, declarcnt que l’action pour le Kere! Hayesod doit pritner tous les autres actior.s sir> nistes. 11s engagent soiennellement tous les sionid.es ä sacrifier tine partie de leur revenu et de leur fortune sclon les principes du Maaser et de colla• borer d’une fajon active ä la Propaganda du K.H." Sonntag, den 27. November fand in Straßburg eint Zusammenkunft der aktiven Zionisten in Elsaß und Lothringen statt, um die Anwesenheit des Dclc״icrten aus London, Herrn Hans Kohn, auszunutzen. Die Beteiligung war eine überraschend zahlreiche, es fanden sich 31 Delegierte aus 11 Orlen ein, darunter aus al'.ts größeren Städten, wie Metz, Mühlhausen, Colmar. Nach der Wahl der Präsidiums, das au« d»׳u Herren Dr. Elia», Mühlhausen, Dr. Braun berger, Stralibur״ und Richter Levy, Metz bestand, wurde nach Am hörung des Referates der Herren Edgar Well und Dr. Levy, Straßburg beschlossen, zur Intensivierung und Erweckung der zionistischen Arbeit im Osten Frank• reich» einen Gruppenverband (union regionale) , der ästliehen Departements zu bilden, der im Rahmen der französischen Föderation alle Arbeit in Ostfrankrcicli konzentrieren solle. Es wurde auch •eine Resolution angenommen, in der der französischen Regierung det Dank für ihre bisherige Unterstützung der'Balfour-De• klaration und die Zuversicht ausgedrückt wurde, da3 cs in Zukunft so bleiben würde. Die Nachmittags- Sitzung wurde durch ein mehr als einstündiges Referat des Herrn Kohn über die Keren Hajessod-Arbcit ein• geleitet. Die Ausführungen des Redner.-: wurden von allen Anwesenden mit Begeisterung aufgenommen. Es wurde beschlossen, aller Arbeit unter den Zionisten das Maasserprinzip streng zugrunde zu legen. Alle Delegierten, insbesondere Edgar Well, Raphael Schick, Dr. Loewy, Schmuck traten mit großer Catschicdcnhcit für den sofortigen Beginn einer intensiven Keren Hajessod-Kainpagne ein, von der sie sich ein günstiges Resultat versprachen. Einstimmig wurde eine der oben zitierten gleiche Resolution angenommen. Es wurde hierauf beschlossen, daß das Straßburger Ortskomitee, erweitert durch die Herren Dr. Elias, Muhl• hausen, Richter Levy, Metz, Schick, Colmar und Salz■ mann, Saarburg die Leitung des D istrik taverband es übernehmen solle. De! liebenswürdige General Die Vorsteher der jüdischen Gemeinde in Wilna, Dr. Wigodsky und Rabbiner Rubinstein, wurden bei General Zegilotvski wegen der Sabbath• ruhe für jüdische Gewerbetreibende vorstellig. Die Juclea Wilnas sind infolge der polnischen Schikanen gezwungen, zwei Tage in der Woche zti ruhen und im Winter sogar 21/a Tage, da sie bereits Freitag Nachmittag ihre Be■ triebe schließen. General Zegilowski, der in der letzten Zeit den Judenfreund spielt und mit Rücksicht auf die bevorstehenden Wahlen und Volksabstimmung die jüdi• sehen Stimmen für Polen )gewinnen möchte, erklärte siel damit einverstanden, eine gemischte Kommission zur Prüfung dieser Frage einzusetzen. Im Laufe dieses Oesprächcs fragte General Zegilowski auch, wie cs denn trat der Beteiligung der Juden Wilnas an der Volksabstim• mung stehe. Bekanntlich neigen die Juden Wilnas in der letzten Zeit dazu, sich der Abstimmung gänzlich zu ent■ halten, um nicht zwischen zwei Feuer zu geraten, da sie bei jedem Resultat der Abstimmung von der arideren Seite Repressalien zu erwarten haben. Dr. Wigodskj erklärte auch offen dem General Zegilowski, daß nach all dem, was die Juden in Polen ausaustchen haben, man es den Juden nicht iibdnehtncn könne, wenn sie nicht für Polen stimmen wollten. Andererseits wollen sie auch nicht, daß ihre Stimmen Wilna der! Polen entreißen sollen. General Zegilowski verschloß sich nicht der Schwierigkeit dieser Frage für die Wilnaer Juden, bat aber in sehr liebenswürdiger Weise Dr. Wigodsky, die jüdische Gemeinde für die Beteiligung an der Wiltuet Nationalversammlung zu gewinnen. Der General er• klärte dabei das Gerücht über die im Falle einer Stimmenthaltung bevorstehenden Pogrome für wider• sinnig. Er würde die geringsten Versuche einer Bel.iüi• gung von Juden mit den strengsten Mitteln unterdrücken. Amerikanische Hilfe für die ungarischen Juden. Der erste Tag der Hilfskampagne für die jüdischen Kriegs-und Pogromopfer in Ungarn brachte den anscitnliehen Betrag von 45 030 Dollar. Diese von der Föder*• tton der ungarischen Juden in Amerika geführte Aktion soll auf eine halbe Million Dollar gebracht werde*•

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