Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVI (1921)
- Issue
- Heft 98 (9.12.1921)
- Date
- 1921-12-09
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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rj Seile 04ד JUEDISCHE R;UJ1DSC_H_AU^ Nr. U war auf tleiu W«!!e nach Pctach Tikwah im Sande stecken geblieben und Leutnant Bradsknv war 111 dem Beglcitwagcn weitcrgefahreik Bei der Ankunft im Dorfe horte er, was vorgegmigen war u!ui wandte sich, immer mit Mr. Pascal als Führer, südlich. Er berichtet uns, daß er zwei Gruppen von Ambern, die eine von einem arabischen Zivilpotizister» geführt, begegnet habe, daß er beide Male Feuer gegeben und sie mit yorlusten zerstreut habe und daß er den Polizisten _ falle׳! sah. Der sogenannte arabische Polizist wurde nitmals fest■, gestellt oder and» nur eine Spur von ihm gefunden, und wir glauben, daß Leutnant Bradshaw sich geirrt habe. Es scheint eher, daß es ein Bauer in einer alten Uniform war und es ist hödist unwahrscheinlich, daß ein Polizist einen Angriff gerade in Unifonn an führen sollte. Jedenfalls hätte, wenn ein Polizist getötet worden wäre, sein Vorgesetzter Offizier etwas von seinem Ver« *diwinde!» bemerken müssen. Die Kavallerie gab mir eine Salve ab. Der Führer, Mr. Blum, wurde zurückgelasscii, als die Schwadron vorging. Leutnant Vickers bemerkte im Augenblick als geschossen wurde, daß noch ein Jude auf einem braunen oder dunkelbraunen Pferdchen mit zwei Gewehren auf dem ,Rücken anwesend war. Als Mr. Vickers zurück*, kehrte, sah man diesen Mann fortreiten. Die Toten und .Verwundeten wurden gesammelt und auf Karren nach Petacli Tikwah gebracht. Die Waffen, die man auflas, bestanden aus drei türkischen Gewehren, einer allen Flinte, mehreren Pistolen und ziemlich vielen Säbeln und Spießen. Die Wagen mit den Verwundeten und Toten wurden von der Kavallerie bewacht, aber eine Anzahl von Juden begleitete■ sie als Treiber und Anhang. Wahrend des Transportes wurde ein Akt begangen, dessen Urheber wir nicht auf die Spur kommen konnten. Jemand, angeblich _ ein Treiber, goß eine ätzende Säure über mindestens einen der Verwundeten, der am Hals und am Körper schwere Brandwunden erlitt und der in den ärztlichen Tabellen in einer Fußnote angeführt ist Auch toi» zwei anderen sagte man, sie seien verbrannt worden, doch wurden, die Fälle nicht siehcrgestellt. Im Zusammenhang mit den Operationen gegen die Araber von Jahudieh stehen Fragen, die niemals aus■« reichend aufgeklärt wurden. Was unsere Aufmerksamkeit am meisten erregte, war die Anzahl von Wunden, die einzelne der Leute erlitten haften. ׳Man beobachtete, daß die Leichen drei bis {fünf Wunden trugen, und vielleicht waren es noch mehr, da inan ja Tote nicht 90 peinlich genau untersucht. Die Verwundete», die wir sahen, hatten im allgemeinen mehr und einer halte sogar zehn Wunden erhalten. Die Verwundeten erzählten uns eine merkwürdige Geschichte, die größtenteils zweifellos falsch war. Es war folgende: Sie wären, als sie auf ihren Feldern mit Erntearbeiien beschäftigt waren, von berittenen Juden angegriffen und verwundet worden. Sie nannte» namentlich Mr. Blum und Mr. Schapiro, die vom Pferde gestiegen seien, um sie an« zugreifen, und Mr. Pascal, der zu demselben Zweck einen Wagen verlassen habe. Nach dieser Geschichte wäre es die Ankunft der indischen Kavallerie gewesen, die sic gerettet hätte: sie wären von Juden verwundet und von der Kavallerie geschützt worden. Tatsächlich waren die Araber zurzeit des Angriffes auf ihrem eigenen Boden, denn die Ländereien von Jahudieh laufen in einem Streifen von diesem Dorfe fast an das Dorf Pctach Tikwah heran. Hingegen war der Ort, wo sie verwundet wurde», kein Getreidefeld, sondern ■Brach» land mit hohem Gras und sic waren mit Gewehren und sonstigen Waffen ausgerüstet. Die einzigen Juden, die zurzeit des Gefechtes anwesend waren, waren Mr. Blum, ein anderer Jude und Mr. Pascal. Mr. Pascal war bei Leutnant Bradshaw und hat zweifellos nicht gekämpft. Mr. Schapiro hat beeidet, daß er nicht aiv, wesend war und er wurde auch nidit als der Mann mit den zwei Gewehre» auf dein dunkelbraune» Pferd identifiziert. Es verblich Mr. Blum und der unbekaimte Reiter, l'.r.t nach der Einvernahme von Leutnant Bnid-« shaw und den anderen Zeuge» im Falle von Pctach Tikwah erfuhren wir, daß unter den indische» Soldaten eine Geschichte über Mr. Blum und einen anderen Juden, der als identisch mit Mr. Schapiro vermutet wurde, zirkulierte und die folgendermaßen lautet: Als die Kavallerie geschossen hatte, die Tote» und Ver» windeten im Grase lagen und einige unverletzte Araber stehen bliebe» und andeuteten, daß sie sich ergeben wollten, habe Mr. Blum mit seinem Revolver einige der Verwundete» und der andere Mann fünf der Un« verwundete» mit einem Gewehre angesdiosse». Mr. Vickers, den wir noclunnls über diesen Punkt befragtem berichtete uns, er sei an der Spitze geritten und habe nicht gesehen, daß Juden auf irgend jemand gefeuert hätten. Mr. ßhim und Mr. Schapiro wurde freigestellt, auf die Beschuldigung zu antworten, wenn sie dies wünschte», und beide entschlossen sich, cs zu tun. Sie bestritten die gegen sie erhobenen Beschuldigungen, und Mr. Schapiro sagte, er sei überhaupt nicht anwesend gewesen. Die Angelegenheit ist Gegenstand einer ge» nehthehen Untersuchung, und wir haben darüber nicht mehr zu sagen, als daß »ach den vor uns abgegebenen Aussagen Mr, Schapiro nicht als der Manu mit de» zwei Gewehren mit dem dunkelbraunen Pferd identi-!!ziert winde. Die Kolonisten von Pctach Tikwah führten Klage, daß 400 Stück von ihrem Vieh während des Uebcrfalls gestohlen und angeblich im ״weißen Hause“, dem Sitz des Scheichs Abu Kischk, seien. Eine nwlitärischc Unter« nclunung gegen das ״weiße Haus“ wurde durch Gewehr« teuer vom Hause selbst und de» umliegenden Gebäude» verzögert. Am 7, (Mai ergab sich der Scheich, doch konnte oder wollte er die Ucbergabe der Waffen seines Stammes und des gestohlenen Vidis nicht sichcrstcllen. Mail hatte 'dfnj^csa^■' se1r1, Daus werde verbrannt werden, wenn j■?k'ß0" Bedingungen nicht erfülle, und da er aics ment tat, wurde sein Haus verbrannt. Es war v y j»■ ־*,■*/ fJS |י, u ״ y & y # Sä 11 V** Ü B&rv: Bc11.*aor Ulonlst'ecko Yerol»l1ran!t, Btrütt 018, Scyilaiatir» 8!•!eplicai Contra tu C0U,׳t5 Poataelitekkonto Ko. U0C8 Boiflla NW 7, iUräeavsrwHsag der B. 7. V. n«f>rä!5c!j* Leeoballa dos Ealta<l«6rmlä Zer B. Z. V״ DraeosatalraSo CU (Hof). — CesUaat Monte« nar11 ag von &׳ Mittwoch und Don lö Uhr. — F»*t idle hobriiliohen Zoitunijon und Uonetnhoi'la dor Welt Bogen »a*. — AuohanfUitolIe fär hobrttiaeh* Aocolesealwlton. — Hebrillsolio Lol1rarr«roittlaB£. — Xreffpunkt «.llJr Freunde der hcbrCluohon Bpracbc. Eintritt irei. Ronnabsnd, den 10. Doecmbor abend«SV« übr 61»p!1e Süd, in den KntaraorcMcm (Ornaroentemaalj, Xeitower Btrele 1/t (Kolo Ilollo-Zllisnoe-SuoSo)!!»•iitellaclier Al»a04 VortraK da« Dorru Kars: ״Jfldlaeh* U«lk", Mitwirkondn: Herr Oberkantor Oronloh■ Klrutoia, Frau Amii Cohn-Kint*iu, Herr Dr. Wrao- «iaakl, Frl. E1U Kurz. Am FlUealt die lloriea Brock und Atlmd Tokayar. tiBtrlit 5.— Mk. Bliftelii-ZaifeadBnaiSairhBft, Berlin, ita MleroobWogeoabelt», Dre* gontretr. ZA kbooda H Uhr. Dr. Dlebormnan! Boiprecti«»* 1u* RcnSbltar Kapitel t•• 4«t* Teeeeb. Sannt«*, den II. D»x»mber ebend« 8 Uhr Ulerec!11-Zntreeil^MiirlBechert, tm Ml«raehl-Jut*nabei(n, Dranoner• *trat»» 1a Herr Kahnomann! (lemore-Verlraf (bynkcdmn). Montag, den IV Doronaber *band* 8 Uhr in dun Bophioonlllon (kleiner Sani), SephieDBtrsUo IV Vortrnjj von Cbajlm Viktor Ariosoroll! ״Die Arbeiter i1#״e*a»!rM (auggoiaommon politlaeba Kref-on), Letator Abend im Vorträge« »yktoe• ״Die eetitabende Jüdische )!«la.litt« u«mn>oawe*ltI1) in Pallitlu•". — Eintritt 3,— Mk., für Jagondmitglied« 1,— Alk. Mittwoch, don 11 Derember »band« 8 Uhr Graupa Oet, im Weiten Saal der UnionaMa, OreiftwMder btr. «Al ü iicteabead Vortram von Herrn Dr. Krita Kahm ,Bi» )mit* »1» Baue »ad Kaltarvolk'*, Kmtiitt auf Deokang der Unkoataa %— Mk. Donnere»;:, «Ino 1A. Dorembor abend* 8 Uhr Gruppe Küdweetllcbe Vororte, im Koitanrant ״HobooeoEem", Friedeuau, Hnndieryetraöo 81 (Logonaimmer) 21IIgU(dorTcta>m1alaog Tagoeordnanc: AutapraoHo mit Herrn 14. Bogdenowaky, JoraeateB», tiber »PaUletlna-Fxagen* Gruppe Kord, in der Konditorei Weber. R010n«tra«»o 18. AuMpraebe über Innere 0 rappe aarbeit, MttT*cbl.lagendgerae)n1ch>ft, im Miaraebi-Jugendheiu, Dragoneratraaao xi, ebenda 8H Uhr. Bi«׳glried Eppouatein, Blallk, Safer Hagadod. S. A. Poznanski Botsduh, Gruppe Charlottaaburg, Welt (Jonnya) Konditorei, Mommacnatr. S9 (kl. Kiuimor pt■) Frage and DiaVaaalonaabead. Einleitende« Boterat Herr Dr Bab und Faul Baoha. Sonnabend, don 17. Driombor abend» 8 Uhr Mlaracbl Jagendxcmaleachaft, im Miaracbl-Jugandheim, Dragonerairaaae ZA Dr. Gabriel Knollor: Mtirachlbewegaig. Zlomtatlaebar Jagaadrarala Berlta, im Bankett *aal da* ״RboingoldM, Fotadacneratr. 3, abend* 7 Uhr Bail Karten tum Preiie von UiAO Mk. inkl. Stonar im Büro der 3.Z.V., Seydalttr, '6, bei Sand, Pankow, iir. r.norilr. di (Pankow aibUl und an dor Abaadkaaae. Allttwoob. den «S Dstcmbor abend• 8 Uhr Groppe Xordvrrat, im llraiaoraat Fraak«*, BrÜckonaUoe 30 Chtaakkah ÜpUlabead (hicUtantdcdea, Vortrige, Spiel and Tana) Ur.sto willkommen! Douanr.lr.jr, «Inn ‘AI. Derember Grappa Nord, in Havorlanda Keataälea, Neuo Friedriohatr. 85 Chanakkah-Ball _ Hnnntag, d.n I. Jannar naehmittag* J׳׳J5 Uhr Kladacl'linagkkah.reat, im Gutlmann-Saal, Bülowatr. UU. Nähoriia wird noch bekannt gegeben. Bebrälacher Kiadergartea Weat, Hohenatanianttr. AA bei Zadak Montag—Freitag von 10—1 Uhr. Moldangfln an Frau Dr. Bonn״ borg, Angaburgor Rtraßo 17 (Steinpl. li״.A) oder an daa Caltur« deaernat dor B. Z. V״ Beydelatraüe B (Zontr. 381i/lfi). Bebr. Rplelaarhaittag Nord-dTcat. Acmeldungan »ind ta richten *ja Frau Ziuory, I^n»iut׳atr. 7 oder an daa Knlturdaaeraat dor 11, Z. V., Beydolatraüe 3. liebrilachor Splelaaebalttag Süd. Beginn nlobate Woehe, Datum wird bekannt gegeben, bei Borg, Luisen Ufer 11, Auakaott und Anmeldungen F«l. Tuch, Tompolhol, Dreibuntlatr. 05 <״l“t an da* Kultutilocemut der 11. Z. V, Meydalatraü« H (Zentrui» ik'll/lM. ein Haus mit drei Räumen, 11ml alle VZcrtK0׳׳enständc •waren aitfernt wortlett Der Scheid! wurde vor ci» Militärgericht auf Grund von Anklagen im Zusammen* hang mit dem Uehertall gestellt, und wie wir hären, ist der Prozeß noch in Schwebe. Es ist unmöglich, eine genaue Aufstellung der Vcr« luste der Araber bei den zwei Angriffen auf die Kolonie vom Norden und vom Süden 11er zu geben. Die von (len iirztlicnen Behörden behandelten Fälle sind in folgender Tabelle angeführt: Tote und tödlich Verwundete Schuß j Bombe! Stich ]Schlag || zu*. Verletzte ScliufllBombtl Stich |Schlagzu». 15 11 Araber II 4 | 8! Juden t| 28 | 3 0 12 0 12 15 ' ta Aus Warschau kommt die erschütternd ... daß Rabbiner Dr. Samuel Abraham Pozn anski schweren Herzleiden .11» 6. d. Al. erlege» ist. l» S€;r-‘.r; Person ist einer der größte» Meister der modernen Sg׳; I sdien Wsssensduft — im sdiaffcnsfreudigen Aster 1 : dahingegangen, dessen überaus fleißige, fruchlbare v,i? ' g-ediegene Lebensarbeit, die einen so jähen «Abschluß Em * ikidit in kurze» Worten nach Gcbültr gewürdigt vrcrg-J kann. Es sei nur hervorgehoben, daß mehrere Gcbit'^ der jüdischen Gcsdiiditsforsdiung (das pciKLstinerjsi ,V!-* Geonat, das spiitbabylonischc (ieonat, das nordaig Jtanisdie Zentrum usw.) erst durch ilui w'issensclialt. lieh erschlossen, andere (Epoche der älteren Georän, Gesdiichte der mittdaiterlichen Literatur und ganz sonders die Geschichte der KarUier) durdi seine Arbeit^ stark ausgebaut worden sind. Jetloch war der y«■. storbene kein Stubengelehrter: in der größten jüdisch^ ' Gemeinde Europas als Rabbiner und Prediger tit״; stand er im Mittelpunkte des jüdisdien Lebens. l;;,| war ein ganzer «Mann. Ungeachtet seiner exponierte,! : Stellung im Warschauer ״Tempel‘*, einer Hochburg cg, '! Asaimilantcntums, bekannte er sich offen zum Z!onb I mus «ml galt seit dem ersten Kongreß, dessen Teil i iicfimer er war, als einer der Führer des nationale! Judentums in Polen, Er betätigte sich auch an der zig. nistischcn Politik als Stadtverordneter in Warsdiar später als Mitglied des ixol irische» Beirats d« Landcsorganisation. Seiner Ueberzeugimg nach stand er allerdings der Mis rach iföderation näher. Vor allem widmete er sidi aber nationalkulturclle« Aufgaben deren Tragweite er wie kaum eia anderer begriff. & förderte die hebräische Bewegung in Wajschsu «J brachte dieselbe zu hohem Schwung, hielt rastlos fj. bräische Vorträge, gründete hcbräisdie Lchrkurse e4״ dozierte an ihnen, beaufsiclitigte die hebräisdien Schulen, an deren Entstehung er rege» Anteil nahm, uni bediente sich mit Vorliebe der hcbräisdie» Sprache auch in seinen wissenschaftlichen Arbeite». In den letzten Jahren von der polnischen Regierung׳■ mit der Leitung eines Staatsseminars für jüdische Lehrer beauftrag, sicherte er dort der hcbräisdie» Sprache den ihr gebührenden Platz im Unterricht sämtlicher jüdischer Fächer. Es war ihm nicht beschießen, die Gründung der l'ni.•erst* tät Jerusalem zu erlebe» und einen verdienten Lehr- Stuhl an dieser zu besetzen — ein Vertust für die jüdisdie Wissenschaft tuid de» hebräischen Unterricht. Am schwersten ist das nationale Judentum in Polen getroffen, dem niemand für den Verschiedenen Ersatz bieten kann. C. S. Die polnische Regierung und die jüdischen Abgeordneten Bei der Ende November stattgefimdeneu Abstimmung über das Stimmrecht der Kreise Lida und Braslaw geriet die polnische Regierung i» eine höchst eigen artige Gage, indem sie durch eine geringe Majorität von 13 Stimmen, die sie dank der Unterstützung der jüdischen Abgeordneten erhalten hat, gerettet wurde. Die Frage, um die es sich handelte, hatte ausschließlich innerpolitische Bedeutung, da Litauen das Abstimmung^ verfahren überhaupt nicht anerkennt. Die innerpolitische Bedeutung der Frage liegt im Kampf um Pil sudski. Um den Rücktritt des Staatschefs zu vermeiden, schloß sidi das Kabinett einschließlich dem Minister des Acußcren, Sktrmunt, entgegen seiner eigenen früheren Ansicht dem Standpunkt Pilsudskis an. Vor der Ab- Stimmung wurde es jedodi klar, daß das Kabinett »li.c die ji'ulisdicu Stimmen in der Minderheit geblieb1.n wäre, was seinen Rücktritt vielleicht auch den Pilsudskis, zur Folge gehabt hätte. Ministerpräsident Ponikowski verhandelte mit den jüdischen Sejm- Abgeordneten, um sidi deren Stimmen zu sichern, an• geblieh gegen bestimmte Konzessionen in bezug auf die jüdischen Forderungen. Ponikowski soll versprochen habe», die antisemitische Politik der Regierung aufzügelten und gewisse antisemitische administrative «Maßnahmen zu sistieren. Auch in Zukunft wird die polnische Regierung angesichts der Drohung der jüdischen Bcvölkerung Wilnas, sich der Volksabstimmung zu enthalten, auf die jüdischen Stimmen angewiesen sein, da diese Stimmenthaltung in den Kreisen des Völkerbundes einen für Polen ungünstigen Eindruck: hinterlassen muß. Ke Stimmen der jüdischen Abgeordneten haben also die Lage der polnischen Regierung und das Amt des Staats« chefs gerettet. Die Rechtsparteien haben daraufhin eine Interpellation eingebracht, die gerade die Zusagen an die jüdischen Abgeordneten behandelt. Daß einzelne der Araber mehrfach verwundet wurden, wurde bereits oben gesagt. Außer den in der ärztlichen Statistik angeführten 28 total Arabern liegen Beweise vor, daß der Bcdiiinenstamm Abu Kischk die Leichen von etwa 20 seiner Anhänger fortgebracht hat (Fortsetzung folgt.) Polnisches Konsulat in Jaffa Die Telegrammagentur Korrespondenz»» Warszawszka teilt mit, daß demnächst ״ein wohlbekannter polnischer Orientalist“ zum polnischen Konsul in Jaffa ernannt werden soll. Zionistischer Gruppenverband für Nlcderschleslco Der zionistische Gruppenverband hat die Arbeit aufgenommen, nachdem der Gruppenverbandstag in Liegnitz Richtlinien für dieselbe testgelcgt hat. Es haben inzwisdien Versammlungen in Liegnitz und Glogau zur Vertiefung des zionistischen Gedankens stattgeiunden; die in Görlitz, Oels und Waldenburg abgehaitenen Versammlungen haben die eigentliche Keren Haj es sod -Arbeit begonnen. Sowohl die Versammlung anläßlidi des Gruppenvcrbandstages in Lic״nitz als and! diejenige am 27. November, bei der Dr. Cohn, Vossen, 2