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Jüdische Rundschau · 1921-12-06 · Heft 97 (6.12.1921) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 97 (6.12.1921)
Date
1921-12-06
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 694 Was ist die KulturH״a? So lautet der Titd eines programmatischen Artikels in einem vor uns licffoadc» Sammelhcfte, das ein jiidi. achct Verlag gleichen Namens in Warschau im Jalire 1921 erscheinen ließ. Zur Orientierung des Lesers wollen wir gleich am Eingang bemerken, daß diese Ln Frage stehende Kulturliga ursprünglich im Jahre 1918 .wahrend der Herrschaft d.09 ukrainischen Direktoriums .in Kiew gegründet wurde und eine weitverzweigte Kul« tunorgaiiisatkm (mit /.־ihlrcidien Abteilungen und Film»• .len in der Provinz darstcilte, Diese Rulturoigamsatk»», die zu jener 7xit im Lehen des russischen Judentums die dominierende Rolle spielte,;machte es sich zur Airfgabc, die zerstreuten Kräfte des Volkes auf dem Gebiete des geistige» Schaffens um sich zu sammeln, die im Scholle der jüdischen Massen schlummernden Begabungen zu wecken und für das gesamte gcistr!e Leben der Nation einen mächtigen Resonanzboden zu schaffen. Ueber Geist und Tendenz der Kulturliga informiert uns nun der erwähnte einleitende Artikel, dem wir folgende Stelle entnehmen (S. 1): ״Unsere Wurzeln vertieren sich in der grauen Vorzeit der Menschheit. Sie sogen in sich den Staub von Generationen, aber gleichzeitig damit auch die Säfte von Generationen auf. Wir wollen lind können uns nicht von unseren Wurzeln fostramen. Wir wollen den alten Staub von uns ab• schütteln m»J die alten!kraftvollen Säfte in uns auf• jielunen. Atis den Juden ei» neues Glied im Organis* 1m:s der Weltkultur machen, bedeutet keineswegs die Weltkultur ins Jiddische übertragen. Elscnsowenig bedeutet es die allmensdtliche Kultur durch das Tem• pernment einer bestimmten Nation passiere» lassen. Es besagt etwas mehr, und zwar — die treue Kultur auf einen alten Hoden verpflanzen, unsere in uns lebende Geschichte mit der neuzeitlichen Kultur zu verquicken.“ Diese Zeilen könnten sehr gut aus der Feder Acha-d- Haanis geflossen sein. Sie sind bis auf ein paar miß• ltnigene Ausdrücke die genaue *Wiedergabe von ac'hadliaaniistischen Ansdtauungcit wird Gedankengärigen, Ho kmmtlich hat auch Achad-Haam den ״Staub“ der Ge- «erationen, die von ilun sogenannte ״Versteinerung des Herzens“ mit dem ganzen Aufwinde seiner Kraft währettd seiner ganzen schriftstellerische» Tätigkeit auf das Entschiedenste bekämpft, und bekaimtlidi bildete die Konservierung der ״kraftvollen Säfte“ die heiligste Aufgäbe seines Lebens. Einen lebendigen Kontakt zwischen unserer alten Geschichte und der modernen Kultur 11erstellen und die nette Kultur auf einen alten Boden verpflanzen — wollte auch Adtad-Haam. Von einer einfachen Ucbcrtragung der Weltkultur ins Jüdische wollte auch er nichts wissen. Nur hätte er vielleicht gegen den Ausdruck ״von den Judenein neues .Glied im Organis• inus der Weltkultur machen“ Einspruch erlxabeu — als ob 311er von Kalmücken, Baschkiren und Tataren die Rede wäre und nicht von einem Volke, das cire beinahe dreitausendjährige Kulturtätigkeit auf dem Buckci hat. Weiter auf S. 3 heißt es folgendermaßen: ״nicht heruntersinken zum Niveau der Massen, sondern sie emporheben zur höchste» Höhe“. Derartige Ten• denzen scheinen in den geistig aufstrebenden Schichten der russischen Judenheit zu jener Zeit ziemlich׳ vorbreitet gewesen zu sein. So heißt cs in einem anderen Artikel des Sammtiheftcs •unter dem Titel ״Wo ist Pcrcz?“ folgendermaßen: ״Perez winde zum Sesam für die jungen schaffenden Kräfte ... Sic (die jüdische revolutionäre Intelligenz) fand ihre» Stützpunkt in dem jüdisches K&nstlerthcater Das jüdische Theater in der Kommandantenstraße . brachte vergangene Woche die Premiere der Komödie ״Jankel der Schmied" von Dawid PinskL Das Stück ist nicht gerade ein 'Meisterwerk der jüdischen Dramatik. Eine recht harmlose Handlung wird durdi vialange Akte hingesponnen, ohne auch nur den leisesten Versuch einer psychologischen Vertiefung. Jankcl der Schmied, ein ungeschlachter, aber biederer Naturbursche und Schürzenjäger, verliebt s-ich in die ״feine“ Tamara, und diese willigt in die Ehe, weil sie sidi im Haus ihrer Tante, wo sie als Waisenkind lebt, geduldet fühlt. Die Kokette Riwkc, die Janke! nadistellt, entläuft ihrem Gatten, und da gerade Jankeis ein Zimmer zu vermiete» haben (es ist schon zweiter Akt und Tamara schon guter Hoffnung), nistet sie sidi bei ihnen ein, trotz den •Warnungen der Verwandten 'des Paares, die das Unheil ebenso kommen sehen wie jedes im Theater etwa anwesende achtjährige Kind. Jankcl, der seine Frau über alles liebt, hält sich wacker, ober nachdem im dritten Akt gar schon der Briß gefeiert wird, läßt er sich von seiner vergnügten Laune Und vom Branntwein rausch verleiten, der verführerischen Riwkc einen Kuß zu geben. Nun ist der Knoten geschürzt. Tamara kommt aus dem Wodienbett und führt den besoffenen Mau» ab, dann bricht sie in jiünmcr■ -iiehes Sdiluchzen aus; und im nächsten Akt spielt Riwkc ihr gegenüber den Trumpf aus, erzählt ihr von Jankeis Kuß gerade als Tamara sie endgültig auslogieren will. Wie Tamara von dieser Sd1andtat des Gatten hört, beschließt sie, das Haus zu verlassen; aber gerade als sie weinend abgehen will, kommt Jankel und wirft statt ihrer Riwke hinaus. Die einzige Lustspiclsituatio» ,.gibt cs zum Schluß, als der von seiner Frau bisher stets mit dem Fuß gestoßene Hahnreih Rcfocl unverhofft wieder in den Besitz der Gattin kommt und nun drohend .aufbegehrt, weil Jankel ihn! habe seine Frau nehmen wollen. Das Paar aber lebt glücklich weiter, des Stückes liegt aber nicht in der Handdkg,wärV,Lder mt“raU9tisdhcn Milieuschilderung, die wirkUdh Typen aus dem Lehe» greifbar hinstellt JOEDISCHE RUNDSCHAU__ unruhigen Geist, dem großen Verschwender Pcrcz, der im Verlaufe von dreiO״:' J ,ihren l.' derte und strahlte . , . Ring an King־ schmiedete er, bis er an die;;«!den? Kette' gelangte, die ,Metamorphose einer Melodie durchrnadite ,zwischen Berge»‘ weilte, und den Gipfel des ,Wenn nicht norfi höher* ertrfomm (alles Anspidmigei» auf Dichtungen von Perez). Verfasser teilt uns im weitere» Verlaufe des Artikels mit, daß ״die Kulturliga in Kiew ihren Kulturfonds mit den Namen Meju’elc, Pcrcz und Sdialom-Alejdicm krönte“. Um die Bedeutung dieses Percz-Rausches ins rechte Licht zu rücken, halten wir es für unerläßlich notwendig, Motive und Tendenzen des!1crezschei» Schaffens in Erüincruiig zu rufen: Pcrcz ist der Sänger und Verherrlichen der j ii d i sch - re 1 i gi ö sen Kultur in ihren ausgeprägte 9tcn Formen. In der Novelle ״Zwischen zwei Bergen“ werden in zwei imposanten Gestalten die zwei Typen des religiösen Judentums, der streng talmudische Rabbinismus und der kabbalistisch-imprägnierte Chassidismus, verkörpert. Alle Sympathien des Dichters gelte» dem dmsidischc» Rabbi, aber auch dem ״mithnagdisäicn“ Rabbiner wird grolle Verehrung gezollt, in der Erzählung ״Wenn nicht noch, höher“ wird eine diassidische, die fromme Tat eines Rabbi verherrlichende Legende künstlerisch bearbeitet. In der ״goldenen Kette“ wird der Untergang einer zaddikischcn ״Dynastie“ geschildert. Es ist eine form• liehe Apotheose des cliassidischen Geistes, eine glühende Verherrlichung der jüdische» Mystik. Im letzten Akte des Dramas legt der Dichter seiner Heldin Iöina sogar Worte in den Mund, die sehr gut als ein Gang ת ad» Kanossa charakterisiert werden können. Es war nötig1, bei der Charakteristik dieser Dichtungen etwas zu verweilen, um eine Vorstellung von all den Tendenzen zu geben, von denen die Kulturliga bei der Krönung »lires Fonds mit dem Namen Pcrcz allem Anscheine nach geleitet wurde. Dies muß fest im Auge behalten werden, denn da kommt die große Überraschung, die jeden seiner Sinne mächtigen Leser geradezu vor den Kopf stößt. In demselben oben erwähnten programmatischen Artikel steht auf S. 3 folgendes schwarz auf weiß zu lesen: ״Unsere Kultur ist eine Massenkultur . . . Wir leben (doch) in einem Augenblick, wo die breiten Ar• beitermassen das Kulturerbe der besitzenden Klassen, übernehmen. Deses Kulturerbe wird von den erster«» gesiebt und vor» allem daran haftenden Morschen und Vermoderten entfernt. An dem Rest wird solange herum• gefeilt, bis er ihren Bedürfnissen (den Bedürfnissen der Aibeitermasse) entspricht. Indem sic (die Arbeiter״ massc) alles Brauchbare am Alten sich zueigen macht, begännt sie ein neues Gebäude auf einer neuen Basis zu errichten.“ Und •etwas weiter: ״Die bürgerliche־ Kultur ist mit dem Gewebe unserer Nerven durch Tausende von Fäden verwachsen. Und selbst diejenigen, die ihren Namen (den Namen bürgerliche Kultur) ■nicht kennen, beherbergen sie in den Tiefen ihrer Seele. D i e bürgerliche Kultur mit Stumpf und Stiel .uiszurottea, sic zuentwurzeln, ein« neue sozialistische Massenkultur ins Leben zu rufen — dies ist ein gewaltiges Problem. Es steht v o r d e r j ü d i s c h c n Nation, wie vor den Massen anderer Nationen“ (von uns gesperrt, R. S.). Noch ein paar Resolutionen gefaßt auf der Konferenz der Kulturliga in Warschau: 1. Die Kulturiiga stellt sich, zur Aufgabe, am Auf »au der sozialistischen Kultur auf Jiddisch für und׳ durch die werktätigen Massen mit/uarheiteii; 2. Die Kulturliga strebt danach, 1ייו,י^*,|^^חווי^«י^’.^י/ו״וי ,!■fmi״ ■«aisgg^ Man sieht ein Stück jüdischen Lebens, wie es wirklich ist, dort im Osten gelten alle diese Menschern leibhaftig herum »uid treiben ihr Tagwerk mit Freud und Leid Das sind Typen von der jüdischen Gass’, und sie werden im jüdischen KünstVeriheater vorzüglich dargestcllt. Für den Westjuden ist dieses Theater geradezu ein Anschauungsuntmidit; hier sicht er jüdisches Volk, in seiner Einfalt und seinem Alltag. Frau Alomis gab de»• undankbaren Rolle der Tamara zarte Innigkeit in Liebe und in» Leid; tragische Größe konnte selbst ihr meisterhaftes Sp'.ei nicht hineinlegcn. Herr S c 11!»e i u r traf den derben Ton des Schmieds ebenso wie seine Gutmütigkeit. Besondere Erwähnung verdient Herr Asro als Refod, der den begossenen Pudel ebenso komisdi gab wie den plötziid» erwachten Mut in der Schlußszene. Ein guter Typus des würdevollen Baak bojft war Herr Feder. Die Damen Blumenthal, ׳Witalin und Belcrina sowie Herr Schclaso [. ergänzen das Ensemble, jeder einzelne eine gelungen« tuui lebenswahre Figur. Die ■Regie des Herrn Her. nun!» ist nur zu toben. Das Ihiblikum spendete am Schluß reichen Beifall, für den sämtliche Darsteller und zuletzt speziell Herr Hermann danken durften R. -seb _____ ___ Nr. 0ל die jüdische Arbeitermasse mit :dien Errungenschaft^* der allmcuschliclici» und nationalen Kultur in 0זן_ Fühlungnahme zu setzen und Wege und Könnt, eines proletarisch-sozialistischen Kultur! sc half eng (von uns gesperrt, R. S.) amfindD «i! machen.“ Was soll man über diesen Wirrwarr von so grulx:!» Widersprüchen denken? Die Kultutliga will nicht zsan Niveau der Massen, hertuücrsinken j!mi »nacJ»t die zum entscheidenden Kriterium für alles, was »Irr niein-memchlidien Kultur m entnehmen ist; die Kultlr! Iiga will die gesamte ״bürgerliche Kultur“ mit Sfvunpf und Stiel ausrotten und krönt den Fonds mit den Nan;״! Mc-rulele, Sdukmt-Aleidiem und Perez, deren künstlerisches Schaffen von er/bürgcrlichen Motiven u»*j Ten". denzen 'förmlich durchtränkt ist; die Kulturüga wejK ganz gernn, daß die Arhcitermasicn bedauerlid1«rw«*• durdi Tausende von Fäden mit den Wurzeln des bürgen lidien Denkens und bürgerlicher LcbcnggcwohnhGten eng verwachsen sind, sie erachtet cs für nötig, diese Fäd« schonungslos zu zerreißen, und gibt zugleich die fcitr. licke Erklärung ab, daß sie keineswegs gewiHt ist, sidi von den in grauer Vorzeit steckendes» Wurzeln des’ scheu Volkes als solchen zu trennen — eines Volkes das bis vor kurzem fast in allen seinen Schichten eine durdtatis bürgerliche Lebensweise führte! Wahtßch die Leute wissen nicht, was sie wollen. Bedauerlicher* weise hat 11119 weder der Verfasser des einleitend® Artikels, noch die Konferenz der Kulturliga in Warschau über die wesentlichen und springenden Punkte ihres neuen Kulturprogramms irgendwelche Auskunft gegf. geben — und zwar: 1. Was ist ״bürgerliche“, wuS ״proletarische“ Kultur? 2. Welches sind die Bedürfnisse, die über die Aufnahm« dieses oder jenes Kiilturerzcii׳*. Misses der ,,besitzenden. Klassen“ zu entscheiden habend 3. Was an dem Kulturerbe dieser Klassen ist als morsch, was als brauchbar anzusehen? (Ist beispielsweise die ,goldene Kette“ von Perez morsch oder brauchbar?; Da es nun einmal die Kulturliga versäumt hü, so K'cibi uns nic!1t9 anderes übrig, als uns an die diesbezüg. liehen Formulierungen und Definitionen des Marxismus Ln seiner unverfälschten und konsequenten Gestalt zu wenden (der unkonsequente Marxismus kann nur •;erwirren). Eine unverfälschte und konsequente marxistUriie Formulierung in dieser Frage würde etwa folgendermaßen lauten: Die geistige Kultur (und die materielle erst recht) in irgendeiner Epoclue und irgendeiner mcnsch. liehen Gesamtheit wird in ihren wesentlicher» Zügen durch die in dieser Epoche und Gesamtheit rnafigebende wirtschaftliche Struktur bestimmt. Pies besagt, daß die geistige Kultur in irgendeiner Epoche und irgendeiner menschlichen Gcsamtlieit in ihren wesentlichen Zügen durch die jeweilig wirtschaftlich herrscliende Klasse ixstimmt wird, da Kultur offenbar Produkt menschlicher. Geistes ist. Von einer allgcmein-mensch. liehen oder allgemein-nationale» Kultur kann auf diese Weise gar nicht die Rede sein, da die Menschheitsgeschichte in allen kulturellen Epochen und allen kulturellen, menschlichen Gemein• schäften wirtschaftlich herrschende und wirtschaftlich unterdrückte Klassen aufweist. Es kann nur Klassen* Kulturen geben. Unter den Schöpfern und Trägern der bisherige» geistigen Kultur mögen äün und wieder arme Schlucker gewesen sein, aber ihrer wirtschaftlichen Existenz und ihren wirtschaftlichen Tendenzen nach gchörten sie mit ganz winzigen Ausnahmen, die nidat bis Gewicht fallen können, den ausbeutenden Klassen an. (Ohne Verantwortung der Redaktion.) Wir erhalten folgende Zuschrift: Daß es not tut, in solch erhabener und leider gleichzeitig so ernster Zeit in einer derartigen Sache seine Stimme zu erheben, aber auch, daß dies nicht von besser dazu Berufenen geschieht — zeichnet unsere Männer. Die Sache ist der Sieg des ״Jiddischen“ über das Hebräische in Berlin. Der Versuch, ein hebräisches Theater zu gestalten hatte keine Förderung, vielleicht sogar Widerstände erfahren. Der Gründung eines ״jiddischen“ Theaters wird regste Förderung zuteil. Eine בימת עברית (hebräische Bühne) Ist hier eine Notwendigkeit Sie wäre ein Lebendigwerden der hebräischen Bestrebungen und ein aufgehender Fruchtkern für die Diaspora. Da* ״jiddische Theater“ hat hier nur Kolorit wert für einer, winziger» Teil Neuangesessener. Aber auch für die ist durch laufende Veranstaltungen das Bedürfnis gedickt Für das übrige Berlin genügt der Htvrnfektzykfc Gewiß, jiddisch hat vorläufig eine Bcrcchtigun’. eine gewichtige politische und allgemeine jedoch nur in seinen östlichen Sprachzentren. Aber seine Förderung in der übrige» Diaspora ist eine politische 'Dummheit und Versündigung gegen die Vereinheillichung unseres Volkes durch das Hebräische. Auch selbst im Osten muß Hebräisch gefördert W'erdeu, eben wegen der politischen Mindcrkcitsrechte, da die heutigen Verfechter des ״Jiddischen“ soziilradikale Elemente darstelien, die voraussichtlich die ersten sein werden, die sich ihren Landessprachen assüuüiuvn und das ״Jiddisch“ ahtun werden. Deshalb muß vorgesorgt werden, daß Hebräisch als politischer Sprachiakt.-r in die Lücke des ״Jiddischen“ rücken kanx י Will man dem Westen jiddische Kunst bieten ׳ל Das ist tohenswert. ... Nim, da genügt das Buch, um die Schönheiten und Werte des jkkiischea Schrift- Werkes zu empfangen. In einer Versammlung klagte ein Jiddischer bei der Forderung nach Jkkiisch: ,3011 das Kind die Seufzer der Mutter nicht höre» und verstehen?“ Er hatte rtciü — aber nur für de» Osten, nicht für hier. Der Meuter der Töne, der eine schönere Note findet als die Muttersprache, wird nie erstehen. Das darf man nicht den Westlern einrcäcn wolle״, in diesem Idiom könne man ihnen Kunst vermitteln Ucberdics vennute ich, daß die dramatische Muse 11יג ,Jiddische‘• bisher nocl» nicht auf die Stirn geküßt hat Und Schiller, Goethe oder Shakespeare oder gleichvid welchen wertvolle!» Autor jn Berlin sich jiddisd» vor- Imnzen zu lassen, ist eine Zumutung. Alle Achtln!^ vor der darstellerischen Fähigkeit der ״Wikmer“. Nicht weil ihre Kunst gelobt wird, sondern weil Schreiber dieser Zeilen Gelegenheit hatte, zwar nur eine Mo• snentprobe ihvcT Kunstfähigkeit \0י» einer ilirer Dame״ anzuselten. Aber liier ist ihr« Kunst nicht am Platte Es Kt kein Verdienst diese falschverstandene Kunst- Vermittlung, weder gegen die Hörer noch gegen *lk Darsteller. Ein Verdienst wäre cs, diese geeigneter Kräfte der hebräischen Bühne raruführen,' unä das dünkt mteh, wurde nicht allzusdivvxa■ sein. ' Abraham Joseph-

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