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Jüdische Rundschau · 1921-12-02 · Heft 96 (2.12.1921) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 96 (2.12.1921)
Date
1921-12-02
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 638 gellt Sie nichts .nt», was wir drinnen tmi. Qclien Sie j twch Hanse zu Ihrer Arbeit, wenn wir eine Demo;;« j *tration machet» wollen, sc» ist das unsere. Sache und geht ן niemanden etwas an“. Ein zweiter!nae״hcr von ln״ spektor Cohen entsandter Polizist berichtete, daß mit Klub eine Versammlung abfrehaltcu werde. Es ist zu beachten, da» der Klub, obzwar er .״־!» S. März von der IVilizel amtlich gosdtlossen wuruc, auch weitcrliin «w der M. P. S. als Versammlungs״okal verwendet wurde. Samstagabend ergriff die Polizei vier Männer uni einen Knaben, Juden, welche gedruckte Proklamationen, zum Teil in hebräischer und jüdischer, zum Teil m :•ra« bischer Sprache, verteilten. Die Dokumente sind tut Tone gleich, beide tragen die Unterschrift ־ ,,Das Exekutiv« komitee der palästinensischen kommunistische»^ artet . Sie fordern in heftigen Worten die Proletarier aller Mationen auf, sich zum Kampfe für die soziale Revolution zu vereinigen, und appellieren an die jüdischen und nra« bischet! Arbeiter, sicit zu vereinigen, um die Unterdrücker zu überwinden und ״Eure Quäler und die Tyrannen unter Euch nicderzuschlngcn“. Der hcbräisch-jüdisdie Aut ruf schloß mit den Worten: ״Es lebe der 1. Mail Nieder mit der Diktatur de־׳ Bourgeoisie! Nieder mit der palästinensischen Gewaltherrschaft! Es lebe die internationale Solidarität des jüdischen und arabischen Proletariats! Es lebe die sozialistische Weltrevolution I Es lebe die Diktatur des Proletariats! Alle Macht den Arbeiter« und Bauernräten von Palästina! Es lebe der Bürgerkrieg! Es lebe Sowjetrußland! Es lebe die dritte kommunistische Internationale! Es!ehe die palästinensische kommunistische Partei!“ Die arabische Passung schloß mit den Worten: ״Nieder mit den britischen und französische!» Bajo« netten! Nieder mit den arabischen• und fremden Kapitalisten! Es lebe die sozialistische Weltrevolution! Es lebe die Diktatur des Proletariats! Es lebe Sowjet-Palästina!“ 1, Mai: E r e ign isse in Menschich. Sonntag, den 1. Mai 1921, war nach der Rech« nun״ der orthodoxen Kirche Ostersonntag. Es war auch nach der Ucbung der europäischen Arbeiter ein Tag öffentlicher Demonstrationen. Fünf Tage vorher war vom Kriniinaldcpartcinent in Jerusalem ein Zirkular an alle Kreise ergangen, worin ein Bericht vviedergegehen war, daß die M. f׳. S. den Versuch machen durfte, alle jüdischen Arbeiter in ganz Palästina am 1. Mai zur Ar« beitseinsteliung zu veranlassen, ln den europäischen Ländert» ist der 1. Mai ein Tag allgemeiner Besorgnis, in Palästina war aber früher niemals irgend etwas ge« schchen, was ihn als einen Tag der Unruhe bezeichnet hätte; und die Lokalbeliörde!» von Jaffa waren so optimistisch, daß Air. Wainwright, der Kreispolizei« kommandant, gerade für diesen Tag Urlaub erhalten batte und im Kreise Gaza war. Doch war dieser Optimismus nicht so weit gegangen, daß man keine Sicherheitsmaßnahmen getroiien hätte. Im Gegenteil waren mit Zustimmung 'des amtierenden Anitmann-Stellvcrtrctcrs, Mr. Miller, Vorkehrungen am Abend des 30. April durch Abdit» Bey, dem in Ab« Wesenheit von Mr. Wainwright als Kommandanten fun« gierenden Kreispolizei ־ Kommandant-Stellvertreter, getroffen worden. Der Amtmann, Oberst Stirling, war Samstag auf dem Lande, kam aber Sonntag nach Jaffa •zurück. Oberinspektor Cohen sollte nach Tcl-Awiw gehen, um die , Arbeiterdemonstration zu beobachten, während Oberinspektor Tewfik Bey etwaige Dcmonstrationen von seiten der M. P, S. verhindern sollte. Etwa um 8 Uhr früh, am 1. Mai, kam er zum Bo. nochowklub, dem Sitz der M. P. S., und fand dort 50 bis 70 Personen versammelt, die alle rote Rosetten trugen. Er wandte sich an eine gut gekleidete Frau, welche die einzige anwesende Autorität zu sein schien, und teilte ihr mit, daß keine Demonstrationen der M. P. S. geduldet werden würdet». Dieser Befehl wurde kurz darauf von Mr. Miller itt Anwesenheit von Abdin Bey und Tcvvfilc Bey wiederholt. Tewfik Bey, der einen Sergeanten, einen Mann zu Pferd und 11 Polizisten zu Fuß mit hatte, stellte seine Leute so auf, daß sie den mohammedanischen Stadtbezirk und den Strand ab« schlossen, und wartete. Eine halbe Stunde später teilten ihm zwei seiner Leute mit, die M. P. S. seien ihnen ent« schlüpft und hättet» sich am Meer versammelt. Er sandte den Sergeanten mit vier Mann dorthin. In« zwischen hatte sich die Demonstration der M.. P. S., unter Vorantragung rot beschriebener Fahnen und mit ihren roten Rosetten geschmückt, gegen Tel-Awiw in Bcwegütig gesetzt, wobei ihr die Polizei nach folgte. Es gelang der Polizei, ihr zwei Fahnen abzunchmen, und eie beschlagnahmte auch einen Korb mit einer Schablone, einem Pinsel und einem Topf roter Farbe, den einer der Demonstrierenden fallen gelassen hatte. Als Tewfik Bey ihnen begegnete, jagte er die Demonstrierenden samt einer Menge von Arabern, welche ihre Mißbilligung über die Demonstration ausdrftcktcn, aber keinen Akt der Feindseligkeit begangen hatten, auseinander. Trotzdem gelang cs der M. P. S., die Polizei zu umgehen, und sie gelangte an den Eingang von Tcl-Awiw, um in diesem Stadtviertel ihre Demonstratio•!» fortzusetzen. Die zwei Fahnen, die aus großen Stücken weißen Pappendeckels mit rot aufschablonierten Inschriften be« standen, wurden uns vorgelegt Sie trugen folgende In. Schriften in jiddischer Sprache; ״Es lebe die kommunistische Internationale! Es lebe die freie Frau der kommunistischen Gesell« schaftU“ Die von dem Teilnehmer der Demonstration fallen gelassene Schablone wurde auf unsere Anordnung auf« gende a4S•' K'cicWa״ä irischer Sprache, fol- ״Es lebe der 1. Mai! Nieder mit der englischen Zwlngmadit! Es lebe die soziale Revolution? . E* ‘ebe das sozialistische Sowjet-Palästina 1“ und 2tht * Pofizistcnt mFuÄ 1Tel a”" Ber!ttcncn Die Demonstration j U EDI SCH E R UN_DSCH־AU_. wod.111), welche, wie erinnerlich gestattet worden war, be״an11 erst um 1Ü Uhr vormittags, und als sie sich in״Bcwv•־׳un״ setzte, C.>'.1‘־e er ihr mit sc.it׳; Berittenen uul ■einem SenmaMeit!.״zwischen war eine Meldung vc;r Tewfik Bey über die Bewegung der M. P. S. cm« gelaufen Die Arbciterdeuionstratiou zog durch die Hauptstraße von Tcl-Awiw, gefolgt von einer Schm von Knaben, und als sie am Ende der Straße, wo das Gymnasium steht, anlmigte, schwenkte der Arbeitern!״ «ach rechts, aber die am Schluß Geilenden stießen mit der AI. P. S. zusammen, und es entstand eine Balgerei, wobei keinem etwas zugestofki» zu seit schien. Als die M, P.S. den Zug erreichten, versuchte ein Redner zu sprechen, wurde aber von einer Schar jüdischer Studenten daran verhindert. Später kam es noch' zu einem zweiten Zusammenstoß zwischen den Parteien in der Nähe des Hotels Spektor. Es ״ab viel Lärm, aber der einzige ernstliche Exzeß bestand darin, daß eine Frau auf‘Seite der M. P. S. nieder geschlagen und am Kopfe verwundet wurde. Diese beiten Zusammen« stoße waren die ersten Konflikte des Tages. Nachdem Mr. Cohen, der von Tcwf.k Bey Vtr« Stärkung an Polizisten erhalten hatte, die Parteien ge« trennt batte, drängte er die M. P. S. aus Tcl-Awiw hinaus üml zerstreute sie auf der sandigen Fläche, welche Tel-Awiw von Mcnsrhich trennt. In diesem Zeitpunkt beklagten sich zwei Juden, welche aus Menschich nach Tel-Awiw geflüchtet waren, daß sie in jenem Stadtviertel von Arabern geschlagen worden seien, und daß die Polizei nicht habe emgreifen wollen. Sie hatten nur geringfügige Verletzungen. Von da an ist es nicht leiciit, dem genauen Gang der Ereignisse zu folgen. Die Aussagen widersprechen einander und sind zum großen Teile!»!verläßlich. Wir müssen uns damit begnügen, eine allgemeine Darstc!« lung zu geben, die die Schlußfolgerungen enthält, zu denen wir während der Verhöre gekommen sind. Die Araber in Menschich, welche von Anfang an an der bolschewistischen! Demonstration Anstoß ge« nommen hatten, merkten, daß auf der Seite der Sand« fläche, wo Tcl-Awhv liegt, eine Ruhestörung stattiana, und kamen aus ihren Häusern nach der Westseite der Saudfläche heraus, wo sie beobachten konnten, was auf der Seite von Tel-Awiw vorging. Viele von ihnen waren mit Stöcken bewaffnet. Zur gleichen Zeit be» ״atmen sich die Juden am östlichen Ende von Tel« Äwiw zu sammeln. Nun fiel der Polizei die Aufgabe zu, zwischen beide Parteien zu kommen und einen Zu■ en. aasammenstoß womöglich zu verhindern, Sic besetzte die sandige Fläche, Mr. Cohc!» mit seinen Leuten Hielt die Juden uml Tewfik Bey mit seinen Leuten drängle die Araber zurück. Der Streit zwischen der jüdischen Arbeiterpartei und der M. P.S. war bereits zu Ende, und die Teilnehmer der Demonstration begannen sich gegen Menschich zu zu zerstreuen. Wäre nicht die Stimmung der Araber gegen die Juden so erbittert gewesen, so hätte cs der Polizei keine Schwierigkeit gemacht, di« Ruhe aufrechtzuerhaltcn. Die arabische Bevölkerung ist im alige. meinen den Behörden gegenüber sehr gehorsam, und hur wenn religiöse oder rassciiniäßige Erregung entsteht, ist sie schwer zu behandeln. Die Juden sind den Behörden gegenüber weniger gehorsam und schwerer zu behandeln; andererseits sind sie weniger geneigt zu plötzlichen Ausbrüchen von. Gewalttätigkeiten, weiche die Araber charakterisieren, wenn, sie durch irgend ein wirk« liebes oder vermeintliches Unrecht oder eine Pnava« kation gereizt wenden. Es wurde offenkundig, daß die Situation im 111 er kritischer wurde, und kiiapp nach Mittag kam Abdin Bey zu Mr. Gohen, während Reserveinspektor Atkins sich Tewfik Bey aiischloß. Keine Partei wollte nach Hause zurückkeliren, wenn nicht die andere es vorher getan hätte. Einige IViIizistcn auf der Sandftäche feuerten auf Befehl von Mr. Atkins ihre Flinten in die Luft ab. Dies waren die ersten Schüsse, die man hörte: cs scheint, daß die meiden, die sie hörten, nicht wußten, woher die Schüsse kaintyf und wer sie abgegeben hatte. Es muß fast unmittelbar danach etwas im mohnmniedanisclicn Stadtviertel vorgegangcu sein, was die Po'.i« zisten und die Araber veranlaßte, in che Straßen von Menschich zurückzugehen. Mr. Gohen sagt, daß Juden berichtet hätten, ihre Läden seien umgebrochen worden, und es seien Schüsse gefallen. Diese Schüsse waren vermutlich die auf Befehl von Mr. Atkins von den Polizisten ir» die Luft abgegebenen, da bis dahin niemand getötet oder ernstlich verwundet wurde. Mr. Cohen, gibt weiter an, daß er sodann, einen Lärm im Stadt« viertel Menschich gehört habe, seinen, Platz auf der sandige!» Fläche verließ, au Ort und Stelle ritt utvi Araber beim Aufbrcchcn von Fenstern fand. Es scheint klar, daß in diesem Augenblick die Polizisten und Ara« her die Sandfläche verließen und sid» in das Stadtviertel Menschich ergossen, wo eine allgemeine Jagd auf die Juden begann. Wir sind der Meinung, d!!ß sowohl Mr. Cohen als auch Tewfik Bey ihr bestes taten, um *die Ruhe aufrcclitzucrhaltcn, aber die Polizisten verloren vollständig die Herrschaft über die Situatioa Um diese Zeit wurde Mr. Miller vom Amtmann nach Tel-Awiw gesandt, da eine Meldung «ingelangt war, dieses Stadtviertel werde von Arabern angegriffen. Als er dahin kam, fand er, daß Schüsse vom Stadtviertel Menschich gegen Tcl-Awiw abgegeben und von Häusern am Rande des letzteren Stadtviertels erwidert wurden. Er begab sich nach Menschich und fand, daß die Polizei alle Autorität verloren hatte und eia lebhafter Kampf im Gange war. Ueberzeugt, daß nur Truppen Herr der Situation werden könnten, kehrte er zum Kreisamt zurück, wo er fand, daß Oberst Stirling bereits an, das Militärkommando in Ludd um Truppen und an den Zivilsekretär in Jerusalem uni Panzerautos telephoniert hatte. Auf Wunsch des Amtmanns kehrte er in einem Wa״en mit drei arabischen Notabel!» zurück, die ihre Dienste an« geboten hatte»״ um das Volk zu beruhigen. Es waren Assim Bey El Said, der Bürgermeister von Jaffa, Omar Effendi Bitar und Abdulah Effendi Dcjani. Als sie die Hauptstraße von Memschieb erreichten, Landen sie den dortigen jüdischen Bazar vollständig ausgeplündert, und m anderer Stelle dauerte die Plünderung noch fort. Die Anwesenheit von Mr. Miller und den Notabcln, besonders die des Bürgermeisters, hatte den Erfolg, daß sich der Tumult überall, wo sie erschienen^ legte; Nr. y־e aber die beiden Parteien waren zu dieser Zeit sq ln Wut geraten,, daß dieser Erfolg nur augenblicklich war v11׳i der Kampf sogleich wieder begann, wenn %x den Rucken kehrten. Zu diesem Zeitpunkt waren alle Mäiuicr auf der Straße mit Stöcken, Eise »Stangen, Messern was sie sonst zur Hand hatten, bewaffnet. Ein״(■ unter ihnen trugen tjodi die roten Rosetten der M. P.’s. 11er Sergeant der Militärpolizei und seine fünf Unteroffiziere leisteten gute Dienste, soweit dies bei ihrer geringen Zahl möglich war, die Zivilpolizei im allgemeinen versagte aber vollständig, entweder, weit sic sich außerstande fühlte, dem Tumult die Spitze zu bieten oder weil sie von Rassenlcidcnschaft angesteckt war und sich nicht bemühen wollte, die Wut ihrer eigenen Leute zu dämmen. Es ist schwer, den Aussagen einzelner, die am 'Gemenge beteiligt waren, zu glauben, aber wir haben uns die Meinung gebildet, daß von diesem Augenblick at» die Polizei Partei nahm, eine Auffassung, die von 'den fol« gcndci» Vorgängen bestätigt wird. 1. Mai. Der Angriff auf das Einwanderer« haus. Neben dem französischen Hospital an der Ostsei'e der Hauptstraße von Ajami, etwa fünf Minuten zu F;;a oberhalb des Hauptplatzcs, liegt ein großes Haus mit Hof. Es ist als Einwandcrcrliaus bekannt und wird als Unterkunft für die neuangekommenen Einwanderer benützt, welche dort versorgt bleiben, bis Arbeit für sie gefunden ist. Es steht unter der Leitung der Zionist Commission und war eine sehr nützliche Einrichtung. Vielleicht wäre es klug gewesen, in Tel-Awiw dafür Raum zu schaffen, das ein ausschließlich jüdisches Stadt« viertel ist; in dem Stadtviertel Ajanri ist cs jedoch fern von der arbeitenden arabischer» Bevölkerung und in hohem Maße ungestört. Allein am 1. Mni war es ein Gefahrenzentruni, und wenn erst der Rassenhaß geschürt war, konnte dort manches geschehen. Das Hauptgebäude de; Eitiwandcrcrhcimes mit Erd» gcschoß und erstem Stock liegt an der Hauptstraße und der Hof schließt sich im Norden, dieselbe Straße entlang, an. Hinter dem Hauptgebäude liegt ein Gebäude mit Erdgeschoß und Dachgeschoß, das als Speisesa.if, Lesesaal und Büro benützt wird, und in demselben Gebäude wohnt auch der Koch. An der Ostmauer des Hofes steht ein Wcllblcchhaus, das als Küche und Waschraum benützt wird. Die Eingangstüren in alle diese Gebäude gehen nach dem Hof. In den Hol kann man von vier Seiten kommen: einmal durch das Haupttor mit zwei großen Torflügeln uml euer für den allgemeinen Gebrauch cingcsdinittcncn kleinen Tür. Das sogenannte Seitentor liegt an der nordwestlichen Ecke und führt ir» einen Durchgang nach dem HcL Zwei weitere Eingänge liegen zwischen dem Haupt« gebaude und dem französischen. Hospital und südlich des Küchen- und Waschhauses. Zur Zeit dieser Vorfälle wohnten etwa hundert Einwanderer miinniiehen und weiblichen Geschlechts in dem Gebäude. Einige wohnten in dem unteren Teil des Einwandcrcrspitals, einem abgesonderten Gebäude, west«!ich gelegen, aber ihre Mahlzeiten nahmen alle in dem Einwandcrerheim ein. Die meisten, von ihnen waten junge Leute. Um 1 Uhr nachmittags, am 1. Mni, sandte der Amtmann, dem man gemeldet hatte, es gebe Unruhen beim Eimvandererheim, Abdin Bey hin, um na ch zuseh er., was los sei, und der Offizier nahm Oberinspektor Assad Effendi About, Inspektor und Gefängnisaufseher Hanna Effendi Bordoosh uml ,zwei Polizisten mit. Als sse das Einwandcrcfhaus erreichten, fandet» sie Ansamni« hingen von Arabern atn Haupttor und am Seitentor. Die Araber erklärten, die Jutien benützten Feuerwaffen, uml verlangten, daß auch sie Waffen erhalten soüten. Abdin Bey sagt, er habe der» Leuten, um sie zurück.׳.:« drängen, Waffen versprochen, wenn s׳e ihm nach der Polizei!;,iserne folgen wollten. Er ließ Haimn Elfer.!1 am Ilatiptcingang und zwei Polizisten am Seitentor. Dann beschäftigte sich Abdin Bey mit anderen Angelegenheiten und kam nicht mehr zurück, bis die Tragödie des Ein. wandererhauses vorüber war. Assad Effendi begleitete einen Ted der Menge zum Kreisamt. Inzwischen blieb Hanna Effendi beim Maur-tein•::•. des Einwandcrcrhauscs. Er kannte genau den Erah der Lage. Er war es gewesen, der dein Amtmann die erste Meldung über Unruhen gebracht hatte, und er erklärt, er habe bereits Juden aus dem Tor laufen und einen Mann auf der Straße schlagen sehen. Als er mit Abdin Bey zurückkam, hatte er Leute den Versuch machen sehen, bei dem Seitentor cinzu,!ringen, da die Juden, wie sie sagten, geschossen hätten. Daun kam er herüber zum Hnuptcingang, da er von dorther schießen gehört hatte, und fand zwei Polizisten, deren Gewehre an das Tor angeschlagen waren. Nach seiner Aussage sagte er den Polizisten, sie sollten nicht feuern, und sie gehorchten auch, aber das Tor wurde aufgebrochen. Durch, an« dere Aussagen ist erhärtet, daß die Polizisten ent« weder unmittelbar vor oder unmittelbar nach Hanna Effendis Ankunft auf das Tor schossen. Fast an« mittelbar nachher fiel eine (oder vielleicht zwei) Bom« ben auf die Straße ir» der Nähe des To es, die von dem oberen Stockwerk des Hauses geworfen war. Lin Mann wurde ״etötet und andere verwundet. Darauf for« derte Hanna Effendi nach seiner eigenen Aussage die Menge auf, sieh zu zerstreuen und ging nach Hause zum Mittagessen. Das Tor war vor» einer wütenden Menge aufgcbrocher», eine Bombe war geworfen und hatte verhängnisvolle folgen gehabt, Blut floß und der Ifolizeiinspektor, der cin/ige anwesende Offizier, ging nach llause Mittag essen. Vor dem Bombenwurf gab es von beiden Seiten Stcinwürfc. Es liegen glaubhafte Aussagen vor, daß die Polizei auf die Fenster ge« feuert hatte, und daß Polizisten za diesem Zeitpunkt von einem halb vollendeten Gebäude, anschließend an das Nordende des Hofes, aus schosset». Durch die Aussage von Rev. A. C. Martin von der London Jcws׳ Society, welcher viel von den V-orgän« gen vor» einem Fenster auf der entgegengesetzten Seile der Hauptstraße aus sah, ist uns erwieset», daß die auf der Straße befindlichen Polizisten das Tor durchbrachen und einen Teil der Menge in den Hof ließen. Sie brache״ m das Erdgeschoß des Hauptgebäudes und in die anderen Gebäude ein. Leute, die sich retten wollten, m Crn s,e au‘ ^'e Straße hinausüefcn, wurden von der h*en?f ,2u Tode geschlagen^ andere wurden innerhalb des H0.e9 getötet. Die Eindringlinge kamen durch all«

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