Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVI (1921)
- Issue
- Heft 96 (2.12.1921)
- Date
- 1921-12-02
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2651273-2652316-2652402--14519-2672351- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
JUUCHSCHE RUNDSCHAU Seite es7 Ben» ten da» Ua!f Saht : eia ule» Tscla au( ipt. von fine ÜK> be* ird Sa, ,k« ist ds* ind un» das ge• :11« Je* cli• len ler cht 0׳» t׳׳Ir nr» TÜt ea. erc eeer- W 15, im! lei» |tt* ׳■ re» Itzt Je• di• *ir /ar an» er* ■MS {CS era 20, ler 1• ns־ die rer die 1ein 1ein {en chge־!em en. i Nr. Sö 4׳- Jj JJ runen (Fortsetzung.), Nr. 3 Bericht der Untcriuchungskommlssioo über die Exzesse in Jaffa I. Teil, Darstellung des Herganges Einleitung. Die in diesem Bericht behandelten Unruhen be• Rannen mit einem Exzeß in Jaffa Sonntag, den 1. Mai 1921, gefolgt von ernsten Gewalttätigkeiten in der gleichen Stadt an den beiden folgenden Tagen und örtliche« Angriffen auf die jüdischen landwirtschaftlichem Kolonien am Mittwoch, Donnerstag und Freitag derselben Woche. Zur selben Gruppe von Ereignissen gehören auch einzelne iudcnfeindliclie Manifestationen, welche in Jaffa während des Juni und bis in den Juü hinein vorbei™. Am 7. Mai wurde durch den High Commissiaivcr für Palästina eine Kommission bestellt, um die ganze Angelegenheit zu untersuchen, und sie begann ihre Arbeit in Jaffa um 12. Mai. Die Untcrsiichiim: wurde• öl feilt• lieh gefiilirt, docli wunirii kr ine Anwilllr zu dem Vcu l.ilorn /11;;1v«1|:ru. Die als Mitglieder der Kommission bestellten Per• 90nen waren Sir Thomas Haycraft, Oberrichter von Palästina (Vorsitzender), Mr. H. C. Luke, Krcisamtmann- Stellvertreter von Jerusalem, und Mr. J. N. Stubha, Aufseher-Stellvertreter beim Katasteramt. Den Mitgliedern standen drei Beisitzer zur Seite, welche die Mohammedaner, Christen und Juden vertraten, Aref Pascha Idejjaui, Elias Eff. Musliabbeck und Dr. M. Eliash, Herren, die mit den Verhältnissen und der Denkungsart ihrer Gemeinschaften wohl vertraut sind. Die Beisitzer nahmen an der Zusammenstellung dieses Berichtes nicht teil und sind für die darin ausge'drüekt«!» Meinungen in keinem Maße verantwortlich, aber sic unterstützten die Kommission in mannigfaltiger Art, ins• besondere bei der Einvernahme von Zeugen, deren Aus• sagen sic mit größter Aufmerksamkeit folgten. Mr. £. Bryaut vom Finanzamt wurde als Sekretär der Koni• oiission bestellt. Einschließlich der für die Untersuchung über den Angriff auf Chederah verwendeten Zeit, die in einem besonderen Bericht behandelt wurde*), amtierte die Korn• mission ohne Unterbrechung vom 12. Mai bis zürn 27. Juli 1921 und hörte die Aussagen von 291 Zeugen, Der Angriff auf CheJcrah gehört zu derselben Reih« von Unruhen, mit denen sich die Kommission zu be* fassen hatte, und die beiden Berichte sollen zusammen gelesen werden, wenn nun die Gesamtheit der anti* jüdischen Bewegung verstehen will, welche für diese Ereignisse verantwortlich war, wie diese sich vor der Kommission dargestellt haben. Beschreibung vor» Jaffa. Jaffa ist eine Hafenstadt von Palästina, etwa 40 Meilen Weges westnordwestlich von Jerusalem und mit der Hauptstadt durch eine Eisenbahn verbundca Die Altstadt, ein Labyrinth enger Straßen, die sich durch Massen malerischer alter Gebäude winden, liegt eng gedrängt hinter dem Quai und Dt hauptsächlieh von Mohammedanern bewohnt; aber sowohl Christen als Juden haben in diesem Stadtviertel und anschließend daran Läden und Geschäfte. Längs des Sccstrandes im Süden liegt die moderne Vorstadt Ajamf, von Mohammedanern und Christen bewohnt, während im Norden, bewohnt von Mohammedanern und Juden, das Stadtviertel Menschieh Legt, von einer Hauptstraße durchquert, deren Kaufläden zu beiden Seiten meist von Juden innegehalten werden. Am Nordend« der wichtigen Verkehrsader der Boustrosstraße, an dein Punkt, der Morumsplatz heißt, zweht eine Straße nach Noixlosten ab, die nach der jüdischen Vorstadt Tel-Awiw führt und ein kleines Stadtviertel, die deutsche Kolonie, durch• ijnert. Zwischen Menschieh und einem ärmlichen Stadt• teil, den man die ״Zinnstadt'‘ nennt, die nördliche Fort« setzung von Menschieh längs des Meeres, liegt eine Sandfläche, welche diese Stadtteile von Td-Awiw trennt. Diese Sandflache war der Schauplatz ■wichtiger Vor• gänge am Morgen des 1. Mai. Tel-Awiw ist ein gut gebautes Stadtviertel mit einem Stadthaus uni seinem eigenen Gcmeinderat und ähnelt durchaus einer kleinen modernen Vorstadt in Europa. Hinter der Altstadt steht das Kreisamt, «in großes Gebäude mit den Büros der Jaflaer Kreisvtrwaltung, und anschließend daran finden sich die städtischen Kanzlciea Beide Gebäude haben den Ausblick auf den Hauptplatz der Stadt mit der größten Mosclice und der Polizeikaserne an der Ost• scite. Der Platz verbindet die Hauptstraße von Ajami, die Boustrosstraße und eine dritte Straße, welche aurch den alten Bazar nach dem Quai führt, Hinter dem Kreisamt liegt ein Bazar, genannt Suk el Deir. Oesilicht von Jaffa und seinen Vorstädten liegen OrangenpflanzunN gen und Gärten. Die überwiegende Mehrheit der christlichen Bevölke• n:ng gehört der orthodoxen Kirche an. Die Orthodoxen nebst den Katholiken und den Mitgliedern anderer Christ• üclier Bekenntnisse bilden etwas weniger als ein Viertel, die Juden zählen etwas mehr als ein Viertel und die Mohammedaner etwa die Hälfte der ganzen Bevölkerung von 45 000 Seel ca Mohammedaner und Qiristen gehören dem syrlschw arabischen Stamme an, welcher aie Städte Palästinas bevölkert, und unterscheiden sich deutlich 111 ihrer Er• scheinung von den Fellachen der Dörfer; diese ihrer« scits unterscheiden sich von den mehr oder weniger seß* haften Beduinen, die man im Bezirk findet. Doch muß immer bedacht werden, daß die religiöse Solidarität unter den Mohammedanern Palästinas so stark ist, daß ein Rassenunterschied keine Rolle spielt. Außerdem be• kennen sich heute die eingeborenen Mohammedaner und א ר/, a. Clmstcn nicht nur zur gleichen arabischen Nationalität^ , sondern sie bilden einen einheitlichen Block, was die politische Lage * anlangt. 1 Die nichtjüdische arbeitende Bevölkerung von Jaffa, * die eine kompakte Masse darstellt, unterscheidet sich י in wichtigen Hinsichten von einem europäischen Proletariat. Es gibt große Mengen von Bootsleuten, Trägern, Handwerkern und Arbeitern, welche hauptsäch- Ikh Alt-Jaffa, Menschieh und die ״Zinnstadt“ bewohnen. Sie sind gesellig, leichtgläubig, rotten sid» gerne zusammen, sobald irgend eine Ursadie zur Aufregung sich zeigt; bei den Mohammedanern besteht aber kein Klasscnbewußtscin wie in einem europäischen Proietariat, welches die Bande von Rasse und Religion zerschneiden würde. Im europäischen Sinne des Wortes gibt es keine Klassen. In Jaffa gibt es wie in den meisten Hafenstädten ein beträchtliches Element roher und verbrecherischer Charaktere. Die ״alten“ Juden von Palästina haben immer ein mehr oder weniger nhgesumterle» Lehen gefhlul, heu 1111er R1»!n»1* und Religion, (׳nluldlg unter widrigen Verlitdluisseii, nicht ganz sozial gleich behandelt, aber in freundlichen Beziehungen zu ihren Nachbarn. Die iüdisehen landwirtschaftlichen Kolonisten europäischer Herkunft haben blühende Gemeinschaften gegründet, unterstützt von der Freigebigkeit ihrer europäischen Glaubensgenossen und von ihrer eigenen Intelligenz und Tätigkeit., Auch sie führten ein abgesondertes Leben, gaben aber ihren Nachbarn ein gutes Beispiel als friedliche und strebsame Landleute. Die ״neuen“ Juden, die man zur zionistischen Ein- Wanderung rechnen kann, brachten europäische Den• kungsweise mit, sind politisch interessiert und fähig, fortschrittlich in ihren Anschauungen über Wirtschaft,, liehe Fragen. Sie haben Arbeiterorganisationen mit den üblichen öffentlichen Demonstrationen und Streiks auf• gebaut, wie sie für europäische Arbeiterbewegungen charakteristisch sind. Bis zum 1. Mai 1921 hatten die Araber diese Bestrebungen aufmerksam beobachtet, aber als häusliche Angelegenheiten behandelt, die nur die Juden angingen, und e9 war keine allgemeine Un» ruhe entstanden. Erst als das Mißvergnügen der Araber über die Zionistischen Manifestationen und ihre Abneigung gegen die neuen Einwanderer ihren Gipfel erreichte, wurde eine Demonstration bolschewistischer Juden zum Anlaß eines Volksausbruclvcs. Der Appell eines von den Bol• schewisten in Jaffa verbreiteten Flugblattes, das die arbeitende Klasse zuin Bürgerkrieg aufreizte, fand durch ein unglückliches Zusammentreffen von Ursachen Gehör und die Glaubensgenossen seiner Urheber mußten den größten Teil der Opfer stellen. Die Verhältnisse der jüdischen Arbeiter. An diesem Punkt ist es notwendig, einen kurzen Uebcrblick über die Politik der jüdischen Arbeiter in Palästina zu geben, die die Umstände deutlich macht, welche zu den Arbeiterdemonstrationen am 1. Mai führ• ten, deren Zusammenstoß die unmittelbare Ursadie der Unruhen war. Die wichtigste jüdisch« Arbeiterorganisation Pa• iästinas ist die ״Achduth-Haawodah“, welche zu dem reditcn Flügel der allwclthchcri jüdischen Arbeiter- Organisation ״Poalc ■ Zion“ gehört. Bei einem im August 1920 abgehaltencn Kongreß der ״Poak-Ziou“ beschloß die Mehrheit, sich der dritten Internationale anzuschließen. Die englischen und die palästinensischen Vertreter waren gegen diesen Besdiluß, und schließlich leimte auch Moskau den Anschluß ab, da der Kongreß darauf bestand, daß die Organisation ihren spezifisch-jiidischeu Charakter behalten solle. Die ״Adiduth-Haa׳• woilah“ beschäftigt sich mit der Frage der Löhne und der allgemeinen Interessen der Arbeiter und ist konstitutioncll in ihren »Methoden. Im Dezember 1920 nahm die ״Achduth-Haawodah“ mehrere andere jüdische Arbeiterorga.11 Nationen, die bis dahin unabhängig waren, in sich auf oder verbündete sich; mit ihnen und umfaßt nun in ihren Reihen die große Masse der jüdische» organisierten Arbeiter in Palästina. Sic Ist jüdisch-patriotisch im Gegensatz zu der Gruppe von Extremisten, die als M. P. S. bezeichnet werden, welche die Durchführung des Klassenkampfes über die Forderungen von Rasse und Nation setzen. Die Mitglieder dieser revolutionären Gruppe, welche immer klein an Zahl war, hatten bereits im August 1919 «inen Versuch gemacht, die jüdischen Arbeiterorganisationen Sn Palästina für die Grundsätze der dritten Internationale zu gewinnen. Anfangs 1920 wurden sie durch •einige frisch aus Rußland angekommene Kommunisten verstärkt und schlossen sich in einer Or• ganisation zusammen, der ״Mifleget Poalim Sozialistim“, das heißt ״Sozialistische Arbeiterpartei“. Gewöhnlich be• zeichnet man sie nur mit den Anfangsbuchstaben M. P. S., worauf der Name ״Mopsi“ zurückzuführen ist, mit dem sie von Ihren Gegnern spöttischerweise bezeichnet wer» den. Sie setzten ihre Bemühungen fort, die ״Achduth- Haawodah" zu gewinnen, als dies aber mißlang, be• schlossen sie, als linker Flügel der Poalc-Zion ״den Boden Palästinas für die soziale Revolution vorzubereiten“. Im Oktober und anfangs November 1920 brachen! Arbcitcrunruhen unter den Juden in Jaffa aus. Es be• stand damals ein« ziemlich bedeutende Arbeitslosigkeit unter den Neuangekommenen, und die M. P. S., die die Stimmung dieser enttäuschten Leute ausnützen konnte, schürte die Unmhen, wenn sie sic nicht direkt veran* lafiten. Am 7. November war die M. P.S. kühn genug geworden, um in Jaffa und Tel-Awiw hier gedruckte Flugblätter anzuscliiagcn, in welchen sie alle Arbeiter i« Palästina auffordert, an der sozialen Revolution teil• zunehmen, sich von den ״Sklaven des britischen Bajo. ן netts" loszusage» und den 7. November, den Jahrestag I der Sowjetrevolutku» 11» Rußland, mit Niederlegung der Arbeit für einen halben Tag zu feiern. Das Flugblatt endete mit den Sätzen: ״Es lebe der 7. November und die proletarische Internationale! Es lebe die russische Sowjetrepublik! Es lebe die dritte kommunistische Internationale 1 Es lebe das sozialistische Palästina!“ Sodann veranstalteten sie eine Demonstration, wobei 30 bis 40 Personen unter Vorantragung einer roten Fahne und unter Führung einer Frau aus Alexandria namens Qiarlotte Rosenthal den Versuch machten, die jüdischen Arbeiter mit Gewalt zur Befolgung des letzten Teiles ihrer gedruckten Einladung zu zwingen. Am fol• genden Tage trat eine Anzahl jüdischer Arbeiter, die in Läden und Fabriken beschäftigt waren, in Streik. Die Angestellten einer gewissen Möbekrzcugung lehnten den Streik ab, worauf einige der Organisatoren des Streiks Ln de» Laden drangen, den Inhaber ernstlich angriffeis und die Maschinen zerstörten. Die IVili/ei mußte verstärkt werden, lind e. cnt'itund rin Knn»|>f /wN! Iu11׳ drr l'*4l/<•( und .In Mr»,;<־, die atr>‘<chlicll!1d» jüdisch war. Emige Personen wurden verhaftet und zwei wegen Zerstörung der Maschine» verurteilt und mit Geldstrafen belegt Andere gerichtliche Schritte gegen die Rädelsführer wur» den später auf Befehl der Regierung eingestellt“). Der Sitz der M. I*. S. war «in Gebäude in Men¬ •sdtich, genannt der Horodsowkl ab, der auch als Ar» heitergasthaus diente. In dieses Gebäude drang am 7. November die Polizei ein und beschlagnahmt« eine Menge kommunistischer Literatur, Mitgliedskarten, der M. P. S. und andere Drucksachen. Die Zahl der M. P. S. errcidite zu diesem Standpunkt ihren höchsten Stand, fast 3ß0, und ging von eja an zurück. Bisher hätte die M. P. S. den Großteil ihrer Energie auf das Bestreben verwendet, die übrigen jüdische» Arbeiter in ihr Lager zu rächen. Diese» Bestreben blieb ohne Erfolg. Nicht nur die jüdische Bourgeoisie von Td-Awiw, sondern die überwiegende Masse der jüdisehen Arbeiter wollte nichts mit ihnen zu tun haben und nahm ihnen gegenüber eine Haltung un verhüllter Feindschaft ein. Nun richteten sie ihre Aufmerksam• k«it auf die Araber und begannen aus Wien, den» Sitz der ״Poale-Zion“, kommunistische Literatur in arabischer Sprache einzuführen. Auch in dieser Richtung erlitten ihre Bemühungen einen völligen Mißerfolg, doch begannen ihre Aktionen jetzt die arabische Bevölkerung, di« sich bisher wenig um sie gekümmert hatte, mit einer unklaren Beunruhigung zu erfüllen. Die mohammeda« nisch-christliche Gesellschaft richtete einen Brief an den High Commission er, worin sie auf die Gefahr einer solchen Bewegung in Palästina hinwies, und der Kreis• areitmann in Jaffa verlangte, dal) man ihre Tätigkeit eimtellen solle, nicht so sehr wegen der inneren Be• deutung von ein paar Radikalen, als vielmehr wegen des mächtigen Antriebes, den sie der antijüdischen Stimmung im Lande gaben. Der Kreispolizeikommandant machte seinem Departement-Chef ähnliche Vorstellun- Ren. Die Regierung beschloß jedoch, keine Maßnahmen zu ergreifen. Es war klar, daß e» der M. P.S. nicht gelungen war, weder auf die arabischen noch auf die jüdischen Arbeiter Eindruck zu nnclten; der Zahl nach waren sie verschwindend schwach, und man hatte die Empfindung, es wäre die beste Politik, daß man eine Bewegung, von der man sah, dal) sie einging, gar nicht beachtete Aber die M.P.S. war noch nicht tot. Im Früh» fing 1921 versuchte sie, «ine Zweigorganisation in Pctach-Tikwah zu eröffne», die von den empörten Kolo» nisten sogleich unterdrückt wurde. An einigen Sams« tagabenden hintereinander gab es Straöenplänkeleien mit den Leuten von Tel-Awiw, und am 5. März, nach einer dieser Plänkeleien, schloß der KrcispolizeikommamJant ihrem Klub. Daraufhin marschierten die Mitglieder ia Viererreihen unter Gesang und Musik nach Tel-Awiw, wo sie von de» Einwohnern und den Pfadfinderorgani» sationen angegriffen wurden. Wir wollen nun für einen Augenblick zur ״Achdutli» Haawodah“ zurückkehren. Am 7. April ersuchte das Komitee der ״Acliduth-Haawodah“ den Amtmann in lalfa um Erlaubnis für eine Demonstration am 1. Mal Mr. Miller, der an Stelle des von Jaffa abwesenden Amtmanns fungierende Amtmann-Stellvertreter, informierte die Gesuchsteller, cs sei nicht der Wunsch der Regierung, irgendwelche Arbeiterversammlungen, die ge. setzliche Zicie verfolgen, zu verhindern und die Demon. stratiön werde gestattet werden unter der Bedingung, daß sie nicht politisch sei, daß sie die Grenzen der Gemcincäe Tel-Awiw nicht überschreite, daß man kein« Fahnen mittrage, und daß das Komitee 'die Veranfc. wortinig für jede Ueberschreitimg der Weisungen der Regierung übernehme. Am folgenden Tage erklärte das Komitee dem Gouverneur schriftlich, cs könne nicht an* nehmen, daß die Demonstration nicht politisch sei und verwies darauf, daß «9 ״in keinem zivilisierten Lande den Arbeitern verboten sei, am Festtage der Arbeit die Arbciterfahne zu trage»“. Jedoch drückte es die Bereitwilligkeit aus, die Verantwortung für die Mitgliedernder eigenen Organisation zu übernehmen, während es die Verantwortung für ״Außenstellende“ ablehnte, und auf Grund dieser Vereinbarung wurde die Er» laubnis zur Abhaltung der Demonstration erteilt. ln» Laufe des Samstags, des 3. April, sandte Poll, zeunspektor Cohen, der den Verdacht hatte, die M PS. würde wahrscheinlich am folgenden Tage eine Demonstratioii versuchen, obgleich eine Anmeldung von ihr diesbezüglich nicht vorlag, einen Geheimpolizisten nach dem B-orochowklub, um zwei der Führer der M P S Schulmann und Arie, zu befragen und ihre Absichten fcstzust eilen. Eine Frau Öffnete die Tür, verweigerte dem Man» aber den Eintritt mit dem Worten: ״Es ך Der High Commissioner war der Meinung, daß die Aussagen nicht ausreichten, um eine Verurteilung »1 suchen».