Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVI (1921)
- Issue
- Heft 95 (29.11.1921)
- Date
- 1921-11-29
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 95 Seite 879 JUEDISCHE RUNDSCHAU <£י* über di׳ Per Abdruck des Dokumentes erfolgt getreu dem Original in wortgetreuer Uebersctzang. Wir erlauben 1ms weder etwas hinzuzufügen noch etwas auszulassei* und versagen uns auch, durch Sperrdruck das herwrzuhelicn, was uns betonciiswcrt scheint. Nachfolgend der Text. Palästina Unruhen im Mai 1921 Berichte der Untersudiungskommisston nebst der darauf bezüglichen Korrespondenz. Auf Befehl Seiner Majestät im Oktober!92! dm Paria׳■ ment vorgelegt'). Nr. I Bcslellungsdckrete: A. Ich bestelle Seiner Ehpcn Sir Thomas Haycratt,' Oberrieht er von Palästim, Mr. H. C. Luke, Kreisaintmaan- Stellvertreter*•) in Jerusalem, und Mr. Stubbs vom justizdepartement als eine Kommission! zwecks Untersnclning über die jüngst vorgcfallenen Unruhen in Stadt und Umgebung von Jaffa und Berichterstattung darüber. ich bestelle Sir Thomas Haycraft zum Vorsitzenden und Aref Pascha IVjani El Daoudi, Elijs Effcndi Mushabbcck und Dr. Eliash zu« Beisitzern der Kommission. Die Kommission soll alle im Artikel 2 der Ver- Ordnung über UntersuclungskiommisÄi-onen von!921 angeführten Vollmachten haben. Herbert Samuel, High Gommissioner für Palästina. 7. Mai 1921. B. Ich beauftrage die mit Dekret vom 7. Mai zur Untersuchung und Berichterstattung über die jüngst vergangcncta Unruhen in Stadt und Uingebung von Jaifa eingesetzte Untersuchungskommissioii, ihre Untersuchtetgen und Berichte auch auf die weiteren Unruhen zu erstrecken, welche jüngst in irgendeinem Teile des Kreises Jaffa oder sonstwo in Palästina stattgefunden haben. Herbert Samuel, High Gommissioner für Palästina. 23. Mai 1921. Nr. 2 Vorläufiger Bericht der Untersuchangskoimnission über den Angriff auf CUederah am 8. Mai 1921 Während die Kommission sich in Jaffa befand und Erhebungen über die Unruhen in Jaffa pflog, empfing der Vorsitzende eine Instruktion von Seiner Exzellenz dem High Gommissioner, wonach cs erwünscht wäre, einen vorläufigen Bericht über den Angriff auf Chederah 90 bald als möglich zu erhalten. Dementsprechend begab sich die Kommission am 13. Juni nach Nablus, tagte drei Tage in Chederah und sechs Tage in Tulkeram. Die drei Beisitzer als Vertreter der mohammedanischen, christlichen und jüdischen Gemeinschaft begleiteten sic. Chcderah ist eine jüdische landwirtschaftliche Kolonie, das l>orf liegt auf ansteigendem Boden, isoliert in einer sandigen, aber im allgemeinen bebauten Ebene von Phili-.Ua, etwa 2Meilen, vom Meere zwischen Jaffa und Cäsarca; das'Dorf ist gut gebaut, mit Häusern curopiiischcn Typs und Straßen im weichen Sand, das ganze umgeben und durchsetzt von Eukalypbusbäinncn. Es ist ein hübscher Ort unJ die Kolonisten machen den Eindruck eines derben un׳J gesunden Menschenschlags. Sie sehen nach dem aus, was sie sind, eine Landgemeinde, und haben ein gedeihendes, kleines Gemeinwesen durch ihren eigenen anhaltenden Fleiß geschaffen. Ihre Zahl beträgt etwa 000 Seelei» und sie beschäftigten bis zu׳ den jungst vergangenen Unruhen etwa •300 bis 500 arabische Arbeiter, welche zu den Dörfern der Umgebung gehörten und im allgemeinen in der Kolonie wohnten und nur von Zeit zu Zeit ihre Dörfer besuchten. Der nächste Sitz einer Behörde ist Tulkeram, etwa zwölf Meilen entfernt im Kreise Jaffa, während Chederah zum Kreis« Haifa gehört. Etwa 11/a Meilen vom Dorf befindet sich eine Eisenbahnstation der Linie Haifa— Ltidd. Etwa sieben Meilen südöstlich liegt Kakon, etwa zwölf Meilen Tulkeram. Kakon liegt gerade am Rande der Sandebene und bildet die Verbindung zwischen diesem Teile der Ebene sind einer Anzahl von Dörfern im Osten und Nordosten. Tulkeram liegt an der Landstraße Jaffa — Nablus, ungefähr 27 Meilen nordöstlich von Jaffa und ungefähr 18 Meilen westlich' von Nablus. Tulkeram kann man ein großes Dorf oder eine kleine Stadt nennen. Es ist das Verwaltungszentrum von etwa •10 Dörfern und «der Sitz eines llezirksamtmanns, ist fast ausschließlich mohammedanisch; es gibt ein paar Christen, Juden aber werden nicht geduldet. Dasselbe kann von Nablus, der Hauptstadt von Samara, gesagt werden. ') Offizieller Abdruck (Weißbuch), erschienen an׳• fangs November 1921. **) Die Uebersetzang der englischen Ausdrücke für die verschiedenen Aemter und Beamten stößt natürlich auf gewisse Schwierigkeiten. Palästina ist in eine Anzahl von!Distrikten (Kreisen) cimreteilt, jeder Kreis in eine Anzahl von Sirbdistrikten (Bezirken). An der Spitze ]«des Kreises stellt ein Governor (Amtmann). Wir werden die Übersetzungen Kreis, Bezirk, Kreisamt und Bezirksamt (für Dis'trikt-Governorate ,und Subdistrikt- Governorale) sowie Kreisamtmann und Bezirksamtmaan verwenden. (Anm. d. Uebera) Am 6. Mai 1921 fand ein Ueberfall der benachbarten Dörfer auf Chederah statt. Das Leben der Kolonisten wurde durch die Ankunft eines Aeroplans gerettet, aber zwei Häuser wurden verbrannt und vierzehn Häuser gänzlich oder z.itin Teil ausgcplündert. Es soll auch viel Vieh geraubt worden sein. Die Ereignisse, die zu diesem Ueberfall führten, begannen mit den Exzessen in Jaffa, welche am 1. Mai stattfamleri, Die daraus entstandene Erregung verbreitete sich im Lande, insbesondere nach Nerdostca In der Vergangenheit hatte keine offene Feindschaft zwischen Mohammedanern mul Juden, zwischen Tulkeram und seiner Umgebung und Chederah bestanden, aber es gab nur wenig Verkehr und wenig Gelegenheit zum Streit. Die Tatsachen der Exzesse in Jaffa wurden sehr übertrieben und es kursierten Erzählungen, wonach Mohammedafier — Männer, Frauen und Kinder — von Juden ermordet worden waren. Man hielt die Juden allgemein für Bolschewiken und meinte, daß die Roischcwiken gegen Eigentum und Regierung, gegen Ehe und Religion seien. Es gingen Gerüchte um, daß von Chedcrali Gewehre und Munition nach Petadt-Tikwah (Mulebhis) und Jaffa gesandt worden wären, um die Juden zu bewaffnen und daß die arabischen Arbeiter von Chedcrali in der Kolonie gelangen gehalten würden. Mr. Rcading, der Ikzirksaintmann von Tulkeram, war auf Urlaub abwesend und an seiner Stelle am• tierto Wadi Effcndi Isawi, ein christlicher palästinensischcr Beamter. Er gibt zu, daß er am Mittwoch, den 4. Mai, wohl wußte, daß cs in Tulkeram und Umgebung eine Bewegung gegen die Juden gab. Diese Bewegung fand zunächst in einem Marsch gegen Chederah Ausdruck und etwa um 7!/a Uhr abends setzten sich einige hundert Mann von Tulkeram aus in Bewegung. Der stellvertretend« Bczirksamtrnann telephonierte dem Zivilsekretär*), welcher ihm die Er■ laubnis gab, über eine Abteilung indischer Kavallerie zu verfügen, die sich gerade auf einem Marsche in Tulkeram befand. Mit dieser Abteilung begab er sich in der Nacht vom 4. nach Kakon und es gelang ihm, die Menge zur Umkehr zu bewegen, doch ist nicht zu zweifeln, daß ihm dies nicht gelungen wäre, wenn er die Reiter nicht gehabt hätte, denn die Araber waren überzeugt, daß die arabischen Arbeiter in Chederah gefangen gehalten wurden. Dieses Gerücht erhielt sich auch weiterhin so hartnäckig, daß am folgenden Tage eine erregte Menge sich vor dem Waffenmagazin sammelte und nach Waffen rief, die nur mit Mühe zurikkgelinlten werden konnte. Sie wurde für den Augenblick von dem stellvertretenden Bczirksamtrnann beruhigt, welcher sodann an den Zivilsekretär telcphonierte und einen Acroplan zur Verfügung erhielt, der einen Brief in die Kolonie abwarf. Der Text dieses Briefes lautete: ״Es ergeht die Aufforderung, alle arabischen Arbeiter in der Kolonie Chederah heute um 6 Uhr abends aus der Kolonie zu entlassen, da sonst die Araber der benachbarten Dörfer einen Angriff machen dürften, um sie zu befreien, denn sie glauben, daß die Araber gegen ihren Willen festgehalten werden.“ Der Inhalt dieser Botschaft wurde der Bevölkerung von Tulkeram durch ein beruhigendes Conimuniquö des stellvertretenden Bezirksamtmanns bekannt gemacht, der sich auch bemühte, Verstärkungen an Polizei und Truppen vom Zivilsekrctiir und von den Kreisamtmännern in Jaffa und Nablus zu erhalten. Auf Grund dieser Bemühungen kam der britische P-olizeiinspcktor Bcard mit zehn Polizisten von Nahlus. Dies geschah Donnerstag, den 5. Mai, an welchem Tage ein Ucber־ fall der Araber auf Petach-Tikwah (Mulcbbis), eine jüdische Kolonie etwa 18 Meilen südwestlich von Tulkeranr, 8 Meilen von Jaffa, aber östlich der Landstrafle, stattfand. Viele Araber wurden von den Truppen getutet. Das Dorf Kalkilich, etwa zehn .Meilen südwestlich von Tulkeram und dem dortigen!Bezirksamtmann unterstellt, etwa 8 Meilen von Petach-Tikwah, wurde zum Mittelpunkt neuer Gerüchte, welche behanpieten, die Einwohner von Petach-Tikwah griffet» arabische Dörfer, insbesondere Kalkilich, an. Dieses Geriieht kam mit solcher Bestimmtheit auf, daß selbst in einer so großen Entfernung wie Tulkeram ganze Far.iilien aus Furcht vor den Juden von Petach-Tikwah ihre Dörfer verließen. Gleichzeitig wiederholten sich die Er- Zählungen von in Karren nach Petach-Tikwah gesandten Waffen und Donnerstag, den 5. nachmittags, begab sich «ine Menge von mehreren hundert Leuten nach der Eisenbahnstation Tulkeram. Dort arbeitete Mr. Garnett am Telephonbau, hatte aber bereits seine jüdischen Arbeiter aus Gründen der Sicherheit fortgeschickt — wie sich nachher zeigte gerade zur rechten Zeit, da die Menge, die zur Station kam, sich sogleich zu den Zelten der jüdischen Arbeiter begab, um diese uinz.ubriugcn. Die Menge verursachte keinen Schaden, kümmerte sic!» auch nicht um die Bahnbeamten und um Mr. Garnett. Sie hatte eine doppelte Absicht — erstens, einen nadi Kalkilich abgehenden Güterzug zu besetzen und das Dorf gegen die Juden zu verteidigen, zweitens, nach den Karren zu suchen, in denen Waffen nach Petadt-Tikwah gebracht werden sollten. Mr. Garnett hielt den Güterzug .auf und ein Teil der Menge verlief sich. Als ein Pcrsoncnzng von Kalkilich ankam, suchten ihn die Zurückgebliebenen nach Juden ab, fanden aber keine. Es ist merkwürdig, daß es ihnen damals nicht einficl, den Zug zu besteigen und nach Chederah zu fahren. Während des ganzen Nachmittags des 5. Mai gab es in Tulkeram große Unruhen und Wadi Effcndi wurde dauernd von Deputationen und Demonstrationen in Anspruch genommen. Gleichzeitig war auch Nablus in einem Zustand hoher Erregung über die Exzesse in Jaffa und man setzte allen offiziellen Berichten und *) Des High Commissioners, W. Deedes (Anm. d. Uebers,). Erklärungen hartnäckig Mißtrauen entgegen. Oberst Postlcthwaitc, der Amtmann, mußte bitten, daß Notabein von Jaffa kämen und persönlich Bericht erstatteten, um die Bevölkerung der Stadt zu beruhigen. Etwa um 6 Uhr nachmittags kam ein Automobil mit Omar Eff. Bittar und Mr. Tadros, führenden mohammedanischen und christlichen Notabein, von Jaffa auf dem Wege nadt Nablus nach Tulkeram. Die Menge in Tulke• ratn, die die Insassen des Wagens nicht kannte und plötzlich unter dem Eindruck stand, daß sie von den Juden gesandt seien, nahm eine feindliche Haltung an und nur unter Polizeieskorte konnte der Wagen seinen Weg fortsetzen, nachdem die Herren einen Versuch ge• macht hatten, die Menge zu beruhigen. Kurz darauf entstand eine neue Bewegung infolge des Gerüchtes von einem Angriff der Juden auf Kalkilich. Dieses Ge• nicht empfing beträchtliche Verstärkung durch eine tele• phonische Meldung des Stationsvorstehers in Kalkilich an Wadi Effcndi, worin er berichtete, ein starker Trupp von Juden hätte Kalkilich überfallen, dessen Bewohne( nach den Hügeln flöhen. Dieser Bericht wurde auch in der Stadt bekannt. Nachdem Wadi Effcndi vergebens versucht hatte, das Gerücht zu widerlegen, setzte er sich mit dem Zivilsekretär in Verbindung, welcher ihn informierte, daß Hilfe unterwegs sei und sogleich Panzerautos nach Ciiederah abgingen. Es scheint, als ob damals, obzwar noch immer die hartnäckigsten und auf• regendsten Gerüchte Kalkilich betrafen, der stellvcrtrctende Bczirksamtrnann doch den Eindruck hatte, daß Chederah, die nächstgelegene jüdische Kolonie, der gefährdetste Punkt in seiner Nachbarschaft sei. Wenn er die Gegend besser gekannt hätte, die, wie gesagt, nicht in seinem Bezirk lag, würde er gewußt haben, daß auf solchem sandigen und wegloscn ■Boden Panzerautos die nutzloseste Waffe darstellen und würde auf die Entsendung von Kavallerie gedrängt haben. Während der Nacht am 5. und frühmorgens am 6. kamen Leute aus den benachbarten Dörfern herein und es muß sich eine große Anzahl von Menschen in Tulkeram versammelt haben. Sie waren zur Not bewaffnet unü stellten keine ernstliche Macht dar, wenn sie auch nur einer kleinen Anzahl geschulter Truppen begegnet haben würden; für die Polizei aber waren sic «in kaum zu beherrschender gewaltiger Menschenhäufe. Sie waren zu erregt, um auf Vernunftgründe zu hören. Durdi die Gerüchte über Kalkilich war eine solche Panik entstanden, daß man Frauen und Kinder nach Nablus geschickt hatte, um sie in Sicherheit zu bringen. Wadi Effendi selbst ging früh morgens am ö. nach Kilkilieh, Ein Panzerauto und zwei Personenautos unter Kommando von Leutnant Buttersley waren um ö Uhr morgens am 6. in Tulkeram angekommen und wurden auf dein offenen Platz gegenüber dein Bezirksamt aufgestellt. Als der stellvertretende Bezirksamtmaan in Kalkilieh ankam, war alles ruhig; es war dort nichts vorgefallen, außer daß man aus einem Dorfe in der Riehtung nach Petach-Tikwah Schüsse gehört hatte, die eine gewisse Aufregung verursacht hatten. Bei seiner Rückkehr nach Tulkeram fand er zwei Fragen vor — eine Deputation aus Nablus; die Auskunft über Kalkilich verlangte und auf die Entwaffnung der Juden drängte; zweitens die sich erhebende Frage von Cheaerah. Er fragte die Deputation aus Nablus, oh sic eines ihrer Mitglieder mit ihm nadt Chederah senden wolle um festzustellcn, was Wahres an dem Gerücht über die gefangen gehaltenen Arbeiter sei. Sie lehnten diese Aufforderung ab. Zu dieser Zeit schien Wadi Effendi nicht den Ein׳- druck zu haben, daß etwas besonders ernsthaftes in der Richtung von Chederah vorgehe. Am Abend vorher hatte er mit Hilfe des Bürgermeisters «inen gewissen Teil der angcsammelten Menge von Tulkeram weggeschickt in der Meinung, diese Leute würden sich nach ihren Dörfern verlieren. Ob diese Leute oder ein Teil von ihnen nachher nach Ciiederah zogen, wissen wir nicht. Mr. Beard, Polizeiinspektor in Nablus, hatte das Kommando der Polizei in Tulkeram etwa um S1,', Ühr morgens am Donnerstag übernommen. Er scheint die Bedeutung der Situation am Donnerstag begriffen 7.u haben, denn am Abend setzte er sich mit dem Zivilsekretär in Verbindung, verlangte Kavallerie und erhielt Verstärkungen zugesagt, allerdings nicht gerade Kavallerie. Er kann nichts über die Leute sagen, die Donnerstag abends von der Stadt weggesdiiekt wurden, erzählt aber, was sicherlich richtig ist, daß sich rvimlich eine Menschenmenge etwa um 9 Uhr (abends am Morgen des Freitag von 'tulkeram in der Richtung auf Kakon in Marsch setzte und nicht zurückgehalten;werden konnte. Er sandte fünf berittene Leute unter Befehl von Feld- ־webe) Inam, um sic womöglich vom Wege abzubringen. Abschriften von dem beruhigenden Communique Wadi Effendis wurden den Polizisten zur Verteilung unter der Menge mitgegeben. Als sie nach Kakon kamen, sandte der Feldwebel einen Mann zurück mit der Meldung, daß ein großer und aufgeregter Haufen sich in Kakon «sammelt hatte und daß Mr. Ikard entweder selbst ommen oder noch weitere Leute senden solle. Zu dieser Zeit war die Polizei in Tulkeram durch aus Nablus kommende Verstärkungen auf 15 Köpfe gekommen. Fünf davon waren, wie wir gesehen haben, bereits mit dem Feldwebel gegangen und mm sandte Air. Bcard weitere fünf. Er hätte zu dieser Zeit wissen müssen, daß ein Angriff auf CUederah drohte und daß die Anwesenheit eines Offiziers dringend geboten war. Es genügte nicht, zehn Polizisten unter einem Unter- Offizier zu entsenden, um eine große Masse, die offenbar auf Missetaten ausging, und die nach allem, was er wußte, mehrere Tausend zählte, zurückzuhalten. Die einzige Möglichkeit, die er hatte, etwas Wirksames zu unternehmen, war selbst hinauszureiten, mit seinen Polizisten, die Kolonie zu besetzen und sie so gut wie möglich zu verteidigen, da Theodor Effendi Aboud, der palästinensische Inspektor, der die Polizei von Tulke-