Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1921-11-29 · Heft 95 (29.11.1921) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 95 (29.11.1921)
Date
1921-11-29
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2651273-2652316-2652401--14508-2672339
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 95 von Ina. iniitee) tine• itce verim bellt es, rer; 'old ort; er, r ־ס. 1 <יר der ,rau . זזו hat von ־arteht llen iten ung Bern ra - bezwei :iner i״ea ׳den. jnter ries“ orream H'.C :1 '£<>■ n I n 1 - cks.sl mich, h e n en.‘“ von!r in itand udiili ׳acht. , sah r. c 11 IZ U -!/׳׳ 10 rar ehertnöcr tlaß Uhr jehen eumi der Norierte vom 1m1.it Der Chen- 0 000 , die dnerr iQ־ war und mir c geufge- Vater Jisdritsche 7ried- Üea :0 wird istina loisti- Kolonisationsprobleme Die AckerbceUmltur Ela Weg zur Intensivierung des Getreidebaues Von Dr. S. E. Soskin. (Sdtluö.) 8. Gegen die Umpflanzung wtmie von einigen auch der Einwand in* Feld geführt, sie habe eine übermäßig starke Bestoi tmg der Pflanzen zur Folge, die mit der Ciefahr des ungleichmäßigen Ausreifens der Aeliren vorblinden sei. Deshalb strebe die moderne Landwirtschalt die Züchtung solcher üetividesoi'ton an, die eine nur gcririßc Bcstockungsfähigkeit besitzen. Letzterem widersprechen aber die zahlreichen Versuche, die Saatmenge pro Hektar soweit als angängig zu vermindern und gleichzeitig höchste Erträge zu erzielen. Man weiß, daß einzelne Samenkörner, in weiten Abständen gepflanzt, eine größere Anzahl von Halmen mit gleichmäßig ausreitenden Aeliren bilden als dicht gesäte. Schon auf der ersten Internationalen Ausstellung in London 1S51 stellte Major Hallet ״l\׳digree“-Octreide aus, das er durch sorgfältige Zuchtwahl und durch An pflanzen in weiten Abständen gewann. Jedes Korn hatte genügend Raum, um durch Bestockung 10, 15, 25, ja sogar 90—100 Aeliren zu bilden. Eine von ihm später ausgestellte öersteupflanze hatte 110 Halme mit 5000 iiTQ Körnern. Der eine Zeitlang berühmte Ha!* letsche Saatwei/en konnte auch pur dort befriedigende Ergebnisse liefern, wo er bei passenden Bodcnverhättnisscn in weiten Abständen gepflanzt wurde. Auch die französischen Agronomen M. Orandeatt und F. Desprüz haben durch das Pflanzen in weiten Abständen sehr reiche Erträge erzielt. Desprez’s Versuche ergaben in Umrechnung (die Versuchsparzelle war •/* Acre groß) 83—90 Bushel Weizen vom Acre. Urandeau schrieb über die Ergebnisse seiner Versuche!Jas nachfolgende״ ,׳ln einem geeigneten Hoden kann ein einzelnes Weizenkörn 50 Halme (und Aeliren) und darüber liefern, die einen Kreis von 13 Zo!i im Durchmesser bedecken“1׳). Kropotkiri berechnet, daß der Jaliresbcdarf eines Mensehen an Brot, d. i. SV! Bushel Weizen, von Veo Acre geliefert werden kann. Dies würde einem Hektarertrag von 1! 500 kg entsprechen. Allerdings scheint diese Ertragshoiie, wohlgemerkt das Ergebnis der Um rechnung des Ertrages einer kleinen Parzelle, so ziemlich die äußerste Grenze der Ertrags1nö״l:,1,׳kcit darzustclleu. Zwar lassen sich aus einem Ertrag von 3000 Körnern von 1 Pflanze =- 100 g Weizen, bei der Annahme von 16 Pflanzen auf 1 qm 16 000 kg Weizen herausrechnen. Aber es ist nicht anzunelimcn, daß jede Pflanze 3000 Korner liefert. Es ist dies die theoretisch mögliche, aber nicht wahrscheinliche Zahl. Die europäische Landwirtschaftswissenschaft sieht sieb in der Erkenntnis der Unclurchfiihrbarkeit der Umpflanzung von Getreide bei den gegebenen Besitzvcrhättnisscn vor Aufgaben gestellt, die noch weit von den eben geschilderten entfernt sind. P. Wagner veröffentlicht in dem Bericht über die Tätigkeit seiner Darmstädter landwirtschaftlichen Versuchsstation für das Jahr 1900 die Ergebnisse von Versuchen, die die Beantwortung fol- *) Diese und die vorangegangenen Angaben nach Kropotkin ״Fields, Factories and Workshops“ 2. Aufl. 1912. Böcherschau Palästina* Bilder Trotz, aller Propagandaschriften sind die Vorstellungen, die man bei uns von Palästina hat, meist noch sehr Iheorelisch um! begrifflich. Wir interessieren uns für jede Nachricht, die von dort kommt,;für alle politischen und sozialen Vorgänge, für die Ziffern Und das Wachstum des jisclmw, — aber wenige Menschen im Gallith haben eine lebendige Anschauung davon, haben wirklich das Bild Palästinas vor Augen. Wirkliche Liebe faßt man aber nur zu einem Bild, zu Körper und Gestalt — dieses läßt einen nicht mehr los und zieht unwiderstehlieh zu sich. Unmittelbar vor dein ,Kriege ist eine Reihe deutsdier Zionisten in Palästina gewesen und Hat so einen gewissen Kontakt hergestellt. Und als eine Frucht dieser Fahrten liegt uns jetzt ein sehr gelungenes Büchlein vor, das — auf die ,Beigabe des Wortes fast verzichtcud — unmittelbar durch das Bild •wirken will. Im Verlag Ferdinand Ostertag (Berlin) erschien auf gutem Glanzpapier, trotz der schönen Ausstattung relativ billig, eine Sammlung von 57 Bildern unter dem Titel ״Palästina, Bilder von Land und Lebe 11“, Das Buch enthält Photographien, die zum großen Teil hier zum ersten Male reproduziert werden; es sind meist Aufnahmen deutscher Zionisten, Dr. Marcus (Breslau), Dr. Pelz (Königsberg), Dr. Sichel (Chemnitz) u. a.; sie zeigen nicht ״Sehenswürdigkeiten‘“, sondern Ausschnitte aus dem Leben, charakteristische und stimmungsvolle Landschaften. Sie geben in dieser Zusammenstellung wirklich ein Bild der Natur des Landes und lehren es lieben. Moses C a 1 v a r y hat eine herzliche Einleitung geschrieben, die in kurzen Strichen einen Ueberblick über den physischen Charakter der palästinensischen Landschaft in den einzelnen Zonen gibt; die Einleitung sowie die Bildertitel sind auch ins Hebräische iiber9ctzt. Das Buch kommt gerade zu rechter Zeit. Es ist ein vor* treffliches Chanukkah-Geschcnk. ..JJJ EPISCHE RU Np sc HA U_ ge ml er Frage bezweckten: ״Wieviel Körner sind ausatsäen, um etwa •10 Doppelzentner Roggenkörner und druübcr vom Hektar zu ernten?“ Dort, wo inr 2—3 g auf den Quadratnietei gesät wurden, war die Bestockung am stärksten. ״Es wurden bis zu 15 Halme aus einer Pflanze gebildet, und jeder Halm war äußerst kräftig entwickelt.“ Die Zahl der Körner in der Aehre war hei weitem Abständen 48, und somit lieferte eine Pflanze höchstens 720 Körner im Gewicht von 21 g. Der Ertrag betrug im Durchschnitt aller Versuche 850 g Körner pro Quadratmeter. ״Daraus berechnet sich der ungeheuerliche Ertrag von 85 Doppelzentnern aut 1 Hektar! Das ist natürlich ein Ertrag, wie er auf freiem Felde ausgeschlossen ist.“ Im freien Felde allerdings, aber nicht im Garten, auf gut gcpllegten und geschützten Beeten 9. Welcher Art sind aber die Ergebnisse, die mit der Umpflanzung von Getreide erzielt wurden? In seinem ersten Werke (״Die Vervielfachung und Sicherstellung der Ernteerträgt“, Berlin 1901)) weist Oenitsehinsky darauf hin, daß ״die auf den Versuchsfeldern von vielen Landwirten auf größeren Ackerflächen erhaltenen Ernteertrüge für Winterroggeu meist zwischen 5003 und 6000 kg pro Hektar schwanken“, daü in einem Falle sogar die Umrechnung des auf einer kleinen Parzelle erzielten Ertrages eine Ernte von 9330 kg Winterroggen ergab. Mit der Umpflanzung von Winterweizen in der Nähe von Moskau angestellte Versuche lieferten im vierjährigen Durchschnitt 6103 kg pro Hektar. Wiederum andere Versuche mit Roggen zeitigten einen Ertrag von 180 Pud Korn von einer halben üesjatine und 153 Pud von >/4 Desjatinc, d. i. 5333 und 831)3 kg vom Hektar usw. ln der zwei Jahre später erschienenen ״Ackerbcetkultur“ kann Demtschinsky im Kapitel ״Praktische Ergebnisse“ schon von der Anwendung dieser Kulturmctliodc in ״ungehemem Umfange“ (in einzelnen Wirtschalten bis 1030 Hektar) sprechen. Allerdings handelt es sich hauptsächlich um die feldmäßige Behäufeln ng, die ja den Ertrag steigert, aber bei weitem nicht in dem Maße, wie die gartenmäßige, nur im Kleinbetriebe mögliche Umpflanzung. Auch Demtschinsky sieht sich gezwungen, den europäischen Besitz- Verhältnissen Konzessionen zu machen und für die Gutsbesitzer die Behäufelung allein zu empfehlen. Von seinen von ihm hier aufgefü'irtcn Beispiele!׳, sind besonders die beiden, die sich auf die Umpflanzung beziehen, interessant, ln dem einen Falle erbrachte die Parzelle mit umgepflanztcm Roggen 2SÜ Pud pro De;,- jatine, während der höchste Ertrag von allen übrigen, mit verschiedenen Düngemitteln gedüngten, aber in gewöhnlicher Weise bestellten Parzellen nur 130 Pud war. Der Reingewinn betrug HO,60 Rubel pro Desjatinc bei 1 der umgepflanzten und nur 42,60 Rubel bei der besten, nur gedüngten Parzelle. Im zweiten Felde handelt cs sich um Versuche des sehr fortgeschrittenen Großgrind- Besitzers Tscherkassow im Gouvernement Kiew, der guten Schlanstcdter Roggen auf gedüngten und un gedüngten Parzellen unter Umpflanzung anbautc. Anläßlich der j Sanienausstcllung des Kievvcr Landwirtschaftlichen Vereins I im Jahre 1909 führte er die Ergebnisse der Versuche I in graphischer Darstellung in der Weise vor, daß die j relativen Erntemcngcn i!1 mit Korn gefüllten Probier- I gläsern von gleichem Durchmesser (0,5 Zoll) abgebildet! wurden. Während die mit dem Erfrag der übrigen Veri sudisparzelleii gefüllten Probiergläser eine Höhe von 1 2,8 bis 13,8 Zoll hatten, würde die Eriitemengc von der j umgepflanzten Parzelle ein Probierglas von 335 Zoll 1 füllen. Es!mißte daher ein besonderes Glas von 4,5 Zoll 1 ) ׳■"'-■ ■"■—"׳.׳׳ -י—י """"'”*”'*,Jf "..■1!?*ן]1,1!!!*!*,״;"״; W.-J 1 j Palästinensische Inschriften 1 l Unter Mitwirkung der Zunzstiftung in Berlin bat j Rabbiner Dr. Samuel Klein-Nove Zamky im Verlag! R. Löivit (Wien-Berlin) ein ״j üd i s ch-pa l ä s t i n e nt sisclies Corpus Dr s c r i p t io nu in“, 93 Seiten ו (Preis 20.— M.) heraiisgcgebcn, das lin ersten Teil j 1S3 Ossuar* lind Grabinschriften aus Jerusalem, Jaffa i und anderen Ortschaften, im zweiten Teil 18 Synagogen-! ijischriftei»' aus Judäa, Galiläa und dem Ostjonianland j wiedorgibt. Die Texte der einzelnen, zum Teil verstüm•! melten bzw. nur unvollständig erhaltenen Inschriften, | die in hebräischer, aramäischer bzw. griechischer Sprache '! abgefaßt sind, sind mit zahlreichen geschichtlichen uni : genealogischen Anmerkungen versehen, die namentlich! auch den Zusammenhang des inschriftlichen Materials j mit der taliumlisdicn 11114 midraschiselicn Literatur darj legen und dadurch vielfach eine zeitliche Fixierung der j Inschriften ermöglichen. Da bisher eine Sammlung der i palästinensischen Epigraphik, soweit sie sich auf Sy na•! gogen, Grabsteine und Bcinkiistchcn bez.'eht, niciit exii stierte, muß das vorliegende Werk des gelehrten Erj forschers des alten Palästinas, dem die Wissenschaft I 11. a. neben zahlreichen Zeitschriftcnaufsiitzciv sehr wert-; volle ״Beiträge zur Geographie und Geschichte Oali*! liias“, sowie eine verdienstvolle Abhandlung ״Zur Pa- | lästinakuivde“ verdankt, lebhaft begrübt werden. Der ן Grcifswalder Orientalist, Professor Dalman, hat die Untersudiusig durch aufschlußrcife Bemerkungen und Ergäxvzungen bereichert. Eine eingehendere Würdigung der Arbeit ist in diesem Blatte nicht am Platze. Ist sie schon an sich, mit der Zusammenstellung und Beleuchtung des Mate« rials, das sie bietet, ein überaus schätzenswerter Bei« trag zur Erforschung Palästinas, so berechtigt sie, als Vorläuferin weiterer und hoffentlich bald kräftig geförderter archäologischer Studien betrachtet, zu der Hoffmm״, daß aus dem Boden Palästinas noch ungeahnte Aufschlüsse zur jüdischen Geschichte lind Volkskunde gewonnen werden können. Kulturhistorisch (Geschichte der altjüdiscbcn Symbolik, Schriftzcidien, Sitten und Gebrauche, Synagogenbau und dcrgl.) bietet das Werk bedeutende materielle Paralleler» und Belege zu bisher ledig-!ich literarisdi bekannten Tatsachen. Die Beobachtung Sette 677 Durchmesser und 15 Zoll Höhe bestellt werden, durch welches das Ernteergebnis der umgepflanzten Parzelle, en'sprechend dem tausendfachen Korn, au •gedruckt «v.r* den konnte. Tscherkassow sagt in seinem ״Versuche, Beobachtungen und Eiinn־.׳rangen eines Landwirtes'* betitelten, anläßlich der Ausstellung herausgegebeseu Werke darüber folgendes7): ״Die glänzenden Resultate der Roggenemte nach der Umpflan/ungsmethoile sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Beziehung, die Ein׳■ fachheit derselben, wonach diese Methode :»gar jedem Bauern wohlbekannt und leicht zugänglich ist, gehen den Hinweis, daß sich diese Kultur in Rußland um so schneller einbürgern wird, je eher sich mit Vermehrung der Bevölkerung der Landbesitz des Einzelneu vermindern wird.“ Dieser Großgrundbesitzer sagt in richtiger Einschätzung der chinesischen Kulturmethode, die sich n1׳. im Kleinbetrieb hat bilden können, den Untergang des Großgrundbesitzes in folgenden Worten voraus: ״Es ist natürlich eine schwere und undamkbare Mühe, die Zukunft zu erraten, diese scheint jedoch nicht zugunsten des Großgrundbesitzes zu sein. Bei Verwirklichung der Umpflanzungskultur muß dieser entweder von selbst verschwinden oder in der Wahl der zu kultivierende!» Gewächse eine grundlegende Veränderung vornehmen “ 10. Wenn ich vorhin sagte, daß der Besitzer von baspielsweise 10 Hektar von einem Viertel seiner Fläche den gleichen Ertrag nach der Ackerbectmcthode (gemeint ist hierbei stets die Umpflanzung, nicht die Behäufelung allein, die bei weitem nicht den gleichen Erfolg aufweist) erzielen kann, wie von der ganzen Fläche nach der üblichen ״intensiven“ Methode, so wollte ich nicht damit sagen, daß das Verhältnis der Erträge nach beiden Methoden wie 1 zu 4 steht. Kropotkin lülirt aus, im Anschluß an die Mitteilung der Versuche von Grandeai« und Desprez, die mir die Veranlassung zur Errechnung eines Ertrages von rund 11 503 kg Weizen vom Hektar gaben —, daß dort, wo gegenwärtig 3 Acres eriorderlieh sind, bei Anwendung der Pflanzung in weiten Abständen 1 Acre genügen würde. Er wird wähl dabei einen Ertrag von 3300 kg vom Hektar i;n Auge haben, der nach den alten Methoden der europäischen intets■ siven Kultur erziefba1־ ist. In Palästina werden aber nur 633 kg Weizen vom Hektar geerntet. Hier wird die Spannung zwischen dem gegenwärtigen und dem bei Anwendung der Umptianz.imgsmeüiode erzielbaren Ertrag eine viel größere sein. Nehmen wir an, daß nach letzterer Methode 6000 kg Weizen geerntet werden, so würde diese Erntemenge dem Ertrag von gegenwärtig iö Hektar entsprechen. Wenn von verschiedenen Seiten den palästinensisclicn Ackerbauern Flächen von 10—23, ja bis 23 Hektar /!!gewiesen werden, so müßten zur Erzielung des gleichen Ergebnisses nach der Ackerbeetmethode schon 1—2,5 Hektar genügen. Die Frage ist nur, <ob nicht die Größe der Purzelle nach der unteren Grenze zu bemessen! werden müßte . . . unter dem Gesichtspunkte der Arbeitslcistung des Kolonisten. Bei guter Uebung und Geschicklichkeit kann ein Mann bis 1030 Pflanzen in der Stunde, bei noch mangelnder Uebung bis 603 umpflanzen (nach den auf der Insel Jersey üblichen Sätzen). Nehmen wir eine Tagesleistung von 6303 Püanzeit pro Mann und Tag und 13 0JO pro Familie (Frau und Kinder müßten mithclicn), so würden die etwa 150 000 7) Demtschinsky, Die Ackerbeetkuitur, S. 121/123. der Verwendung des Aramäischen, Hebräischen bzw. Griechischen unterstreicht die Tatsache, daß zu Beginn der bürgerlichen Zeitrechnung der hellenistische tunfluß in den Handelsstädten am Mec-, namentlich in Jaffa, außerordentlich stark war und das Hebräisch ganz verdrängt halte; im Hinterlanüe sprach das Volk aramäisch, die Intelligenz und das höhere Bürgertum hebräisch. B. IC Aus der Jugendbewegung Die Revolution hat mit einem Male das Problem der politischen Betätigung zu dem aktuellsten aller Jugendbewegungen gemaent, War vordem eine völlige Isolierung von der politischen Weit eine Art Selbst- Verständlichkeit, so wurde jetzt klar, daß die von jeder Jugendbewegung als letztes Ziel erstrebte bessere Weltorduung mit politischen Mitteln angestrebt weiden muß — diese Auffassung vertraten vor allem die Sozialisten. Die deutsche Jugendbewegung hat versucht, den durch die sozialistische Bewegung in ihrem Lager entstandenen Riß dadurch zu heilen, daß sic eine offene Aussprache über politische Fragen im Herbst 1920 in Hofgeismar veranstaltete, über die jetzt ein Berieht*) vorliegt, der intressantes Material bringt. Wir sehen die freideutsche Jugend in den politischen Kindern schuhen, aber mit ehrlichem Streben zu einer grundsätzlichen Klärung. Die einzige politisch und Ökoziomisch geschulte Gruppe sind die Kommunisten, die aber in der Minderheit bleiben und beinahe die Tagung sprengen. Ihnen gegenüber steht die Auffassung von einem neuen, durch die freideutsche Jugend repräsentierten aristokratischen ״Typus“, der zum Herrschen berufen sei. Diese wirklichkeitsfremde, etwas überhebliehe Doktrin wird auch in einigen Aufsätzen des Heftes vertreten, die Eindrücke der Tagung widerspiegeln. Audi eine Rede des Grafen Keyserling, der an der Tagung tcilnalim, zielt im wesentlichen auf das Ideal des neuem durch schwere Arbeit in sich selbst zu schaffenden Typus. ige» usse der ngedie ans- ׳s in ung aus est- Et■ len, die :ün• ,veg ׳ade in hin• uch Op et* j״< £jab icht itig :ca res :je- :he *er ,}נ m en 1er zu er* :es s’a* in 1den. ng >r\!en ier tut ne ::1 ‘fj r£ Ter ־e. 1is re n* m :11 3S חו וזז?• i\ f! re iS h ■r •r *) Hofgeismar. Ein politischer Versuch in der Jugendbewegung. Herausgegeben von Wilhelm Ehraer. Jena 1921. Verlag Eugen Diederichs. 10 M. u v r.r-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.