Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVI (1921)
- Issue
- Heft 94 (25.11.1921)
- Date
- 1921-11-25
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2651273-2652316-2652400--14501-2672331- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Kasag י Mi». Irachi. »ßreR t dies« 2U״(S 0 Sich h eij, י> die SriiaÜ» ,»ziert ■Israel Volke diese »sicht, rinwird ganze e der Die asseo » ge. des i ge- *den, indea ■i anuti״e tung, nen\ •elea der 'erte >sstn habe charf das ist Iden, wir »ßer• eien, ition e nntea Hing sehe daß ״»:; : weil e v* \vor de.“ eine trianze Rang zu der ׳isse vom »ssisser um*!rmt dies «tiliniggea pru• am per* auf osnvoa ia lea- A׳ltz t ia iea res- De• ü>e, Ire, lio* tet, :ine »g »zip na* rva* je» vor a» su. uer;eis trt der de« Nr. 84 jUCDISQHB RUNDSCHAU Serie R7I : I } I 1 1 i 1 Keren F)ajessod Amerikanische Keren Hajessod-Konfcrcnz New York, H). Nov. (J.C. B.) Im Zusnmnienh.inir mit der Anwesenheit der zionistischen Delegation in Amerika wurde heute in der hebräisch-technischen Schule eine Landeskonferenzd er Vertreter des Keren 11 ajessod- Komitees, zionistischer und jüdischer Landes- Organisationen aus allen Teilen der Union eröffnet. An der Konferenz nahmen auch Mr. Samuel Unter* meyer, Nahum Sokolow und andere Mitglieder der Delegation teil. Keren Hajessod In Brasilien London, 20. Nov. (J.C. B.) Dr. Milcnsky, der soeben in Brasilien eingetroffen ist, berichtet über einen glänzenden Erfolg seiner ersten Vcr- *antmlung. die eine begeisterte Demonstration war usul 40 000 Milreis an Zeichnungen für den Keren Hajessod ergab. Keren Hajcssod-Sekfion für Arbeiter und Handwerker London, 17. Nov. (J. C. B.) Hier fand eine Sitzung des Direktoriums des Keren Hajessod statt, an der sich auch ein Vertreter des Wettverbandes der Hitachduth beteiligte. In dieser Sitzung wurde der Vorschlag der Hitachduth betreffs Kreierung einer be• sonderen Kereii-Hajessod-Scktlon für Arbeiter und Handwerker diskutiert und zum Beschluß erhoben. Dieser in Anlehnung an den Keren Hajessod in ganz Europa zu errichtenden Sektion obliegt die Auf״ gäbe, die Arbeit für den Keren Hajessod in den Arbeiterkreisen zu organisieren. Alle durch diese Sektion gc״ sammelten Gelder werden in die allgemeine Kasse des Keren Hajessod abgeführt. Dagegen wird ein Teil der Gesamteinnahmen des Keren Hajessod, zumindest im Ausmaß der Eingänge durch die genannte Sektion für die Zwecke der Arbeiterimmigranten in Pa• lästina und zwar für Darlehen und Anschaffung von Ausrüstungsgegenständen und Werkzeugen, bestimmt 6re?־Jsrael Oeffentliche Arbeiten in Palästina In Haifa fand kürzlich eine Sonderkonferenz von Arbeitern statt, die an offen Hielten Unternehmungen in Palästina tätig sind. Es waren insgesamt IS Arbeitergruppen mit zusammen 1029 Arbeitern vertreten. Im Aufträge der Zionistischen Exekutive nahm Dr. Eder an den Beratungen teil. Die Konferenz beschäftigt sich mit der Lage der an öffentlichen Arbeiten beschäftigten Juden und faßte eine Reihe von Resolutionen, die auf eine Verbesserung des gegenwärtigen Zustandes abziclcn. So erhoben die anwesenden Delegierten Einspruch gegen die Gewohnheit der Eiscnbalmvcrwaltung, öffentliche Arbeiten ohne Konkurrcuzwahl bestimmten Privatunternehmern zu übergeben, die erfahrungsgemäß eingeborene und fremde Arbeitskräfte mißbrauchen. Als Basis legte die Konferenz fest, daß die Arbeiter an allen öffentlichen Arbeiten, die von der jüdischen Arbeiterorganisation ausgeführt werden, gleichen Tariflohn erhalten sollen; 36 Piaster wurden als durchschnittlicher Tages* lohn festegestzt. Ein anderer Beschluß verlangt, daß jeder jüdische Arbeiter zwei Anteile der palästinensischen Arbeiterbank erwerben müsse. Die Konferenz Konferenz wählte schließlich einen permanenten Aus* schuß. Der Hafenbau In Jaffa Die Haifaer ״Achbar“ teilt mit, daß binnen kurzem mit dem Hafenbau in Jaffa begonnen werden toll. Die Konzession wurde einer italienischen Gesellschaft erteilt. Die ״Achbar“ teilt des weiteren mit, daß Ingenieur Ruihenbcrg nach seiner Rückkehr aus London die Jaffacr Gemeinde und die Grundbesitzer am Jarkonfluß zu beeinflussen suche, seinem Plan zuzustimmen und ihm den da2u nötigen Boden zu vcrkaufen. Er habe jedoch bei den Grundbesitzern bisher keinen Erfolg erzielt Die Jaffaer Gemeinde habe beschlossen, die ganze Angelegenheit der Ocffentlichkeit Jaffas zu unterbreiten, damit sich diese dazu äußere. Neue Schulbauten in Jerusalem Die Zionistische Kommission wird im Laufe des Frühjahrs in Jerusalem drei neue Schulgebäude errichten, u״d zwar handelt cs sich um eine Sekundärschule in Altstadt, eine Elementarschule in der Nähe der Altstadt und um ein Lehrerseminar, dessen Lage noch nicht bestimmt ist. Der Kommission stehen für diesen Zweck 25009 Pfund zur Verfügung, die der Karlsbader Kongreß bewilligt hat Jüdische Siedlung In Sud-Palästina Berichte aus Bc rseba besagen, daß in den letzten Wochen im südlichen Palästina jüdische Genossenschaften erfolgreich organisiert wurden. Eine Oruppe von 50 jüdischen Kolonisationspionieren hat bereits so gute Arbeitsergebnisse gezeigt, daß die britischen Militär- und Zivilbehörden das neue Unternehmen fördern. Kolonisationsprobleme| Die Ackerbeetfculiuf Ein Weg zur Intensivierung des Getreidebaues Von Dr. a E. Soskitt ״1 So streng fachlich dieser Titel im ersten Augen* blick auch klingen mag, so handelt es sich hierbei um eine Frage, die dem allgemeinen Verständnis leicht zugänglich gemacht werden kann und muß. Geht cs doch hierbei um nichts Geringeres, als um die Frage des Seins oder Nichtseins de» palästinischen Getreidebaues und um die Möglichkeit der Besiedlung großer Teile des Landes. Die landläufige Meinung in den jüdischen Kreisen in und außerhalb Palästinas ist, daß der Getreidebau in Palästina erst nach Jahren und auch dann in einem nur geringen Umfang rentabel gemacht werden kann. B. Demtsehinsky*) habe ich genannt Wenn wir auch »einen Optimismus über die Zukunft der Ackerbeetkultur nicht zu teilen brauchen — ״es werden nicht f ü n I Jahre vergehen, bis die Prinzipien der Ackerbeetkultur all Grundlage selbst der kleinsten Wirtschaften“ (wohl gerade dieser) ״ins Leben treten werden“, sagt er am Schluß seines 1911 erschienenen Buches ״Ackerbeet־ kultur“, — so müssen wir doch sagen, daß es sich hier um eine Frage von eminent praktischer Bedeutung handelt. ״Die Ackcrbectkultur der Getrcidepflanzen wird schon seit mehr ah 3000 Jahren auf der ganzen gewaltigen Fläche des chinesischen Reiches amgeübt. Ihre Grund* Inge bildet das Kaiserliche Edikt vom Jahre!762 vo* Christi, und seit der Zeit existiert ganz China mit seiner 400 Millionen starken Bevölkerung ausschließlich dank dieser Kulturmethode, wobei die Ergiebigkeit seiner Felder beständig steigt“. (Demtsehinsky in seinem Vorwort zu ״Die Ackcrbectkultur“.) Es handelt sich hier also um eine in China in größtem Umfange ausgeübte Kulturmethode, die merkwürdigerweise in Europa fast gänzlich unbeachtet blieb. Was ist nun das Wesen der Ackerbeetkultur? An alle zionisiiscii. Bankbeamten u. Bankiers! In d«r allernächsten Zeit erscheint im Selbst- Verlag des Keren IIaje»80(l eine Broschüre über!,Das Finanzwesen Palästinas“ in welcher auf die Bedeutung des Keren Hnjcisod hei dor Durchführung des finanziellen Prol) 1 0 m s iiingewiesen wird. / Wir bitten, uns dia Adrmuu von nichtzionistisclien Ingenieuren einsenden zu wollen, da beabsichtigt ist, diesa Broschüre als Propagaudasclirift zu verschicken. Keren Hajessod-Palästina-Grundfonds Sächsisches Straße 8. Die Praxis der palästinischen Octrcidcbaukolonicn lehrt dies. Die Kolonisten kommen hier in der Tat nur sehr langsam vorwärts. Die Auffassung von der mangclhaften Rentabilität des Getreidebaues in Palästina hat so tiefe Wurzeln geschlagen, daß sogar bei der Auf- Stellung von Plänen für unsere zukünftige koionisatorische Tätigkeit mit Erträgen gerechnet wird, wie sie nur noch in wenigen Ländern mit extensiver Bodenkultur Vorkommen, d. i. mit 600 kg Weizen vom Hektar, [di habe an anderer Stelle') eine Gegenüberstellung der in verschiedenen Ländern erzielten Wcizenerträge gebracht, aus der hervotgeht, daß fast alle Länder höhere Erträge aufweisen al? das Palästina der Gegenwart, ja sogar, als das Palästm* der nahen Zukunft nach Ansicht einiger Beurteiler sie zu bringen imstande sein wird. Wenn crstcrcs leider Tatsache ist, so braucht letzteres nicht cinzutreffen. 2. Sehen wir uns einmal an, was in Ländern mit intenslvcr Kultur auf kleinen Flächen erreicht wird. China können wir wohl mit Recht als das für uns noch lange Jahre erstrebenswerte Ideal hinstcllcn. ln seiner ״La Cite Chiitoise“, Paris 1835, führt Eugene Simon genau den Ertrag einer chinesischen Durchschnittswirtschaft in Gewichtsmengen an. Es wurden geerntet: 9910 kg Reis, 2100 kg Weizen, 1601 kg Tee, 300 kg große Bohnen, 160 kg Mais, 291 kg Oel (wohl Scsamöl), ISO kg Buchweizen, 230 kg Zucker, 180 kg Tabak, 5000 kg Jams (Knollen), 9600 kg Futterrüben, 15 000 kg Kohl, 80 Stück Baumwollzeug, 9720 kg Kleegras, 1093 kg Oclkuclicn, 16 200 kg Stroh verschiedener Art, daneben Gemüse und Obst. Diese eben aufgeführten Erträge wurden erzielt von 1,91 Hektar! Die Kleintierzucht lieferte daneben 12 Ferkel, 4 Zicklein, 150 junge Hühner und Enten, 3500 Eier. Freilich sind diese Erträge in erster Linie der künstlichen Bewässerung zu verdanken, die die Erzielung mehrerer Ernten ermöglicht Mit Ausnahme von »/ג ha war die ganze Fläche bewässert Nicht weniger wichtig ist der zweite Faktor — die nie lischliehe Arbeitsleistung: im Felde waren außer dem 111haber und seinen zwei Söhnen noch drei gedungene Arbeitskräfte, im Hofe außer den Frauen noch eine Magd beschäftigt. Aber immerhin bleibt das Ergebnis direkt staunenswert. Der Erlös in Geld reichte nicht nur zur guten Ernährung von 14 Köpfen aus, sondern ließ noch dem Besitzer nach Abzug von Amortisationsquoten für das nur kleine, für diese Kultivierungsart erforderliche Inventar und für die Hauseinrichtung einen Reingewinn von etwa 4000 Frcs. Nun gibt es auch Landstriche in China, wo man Ackerbau ohne Bewässerung treibt. So in manchen Teilen der Mandschurei. Hier werden Weizen, Sorghum, Sesam mit Zuhilfenahme der Umpflanzung und Behäufelung auf Beeten kultiviert. ״Die Ernte, die dabei erhalten wird, ist eine so reichliche, daß da» von einem winzigen Stückchen Land eingesammelte Korn nicht nur vollkommen für den Bedarf der zahlreichen Familie des Mansa (des Bauern) langt, sondern sogar noch ein Vorrat zurückblcibt Mißernten sind in der Mandschurei fast unbekannt.“ So zitiert Demtsehinsky aus einem Fachblatt, in dem die Ackerbeetkultur in der Mandschurei beschrieben wird. 3. Wir sind nunmehr mitten im Problem. Auch den Hauptverfechter dieser Kultur ia Europa, den Russen ») Soskin, Kleinsiedlung und Bewässerung, S. 16. Ohne midi hier weit in das Gebiet der Pflanzen- Physiologie hincinzubegcben, muß ich doch in wenigen Worten «uf die biologischen Vorgänge beim Pflanzen- Wachstum hinweisen, soweit sic auf die Hervorbringung von Ernten Einfluß haben. Die menschliche Tätigkeit ist beim Ackerbau auf die Lockerung der oberen Erd• Schicht, ihre Anreicherung mit Düngemitteln und die Fernhaltung von schädlichen Einflüssen gerichtet Diese in Europa allgemein üblichen Methoden haben zum Zweck, in erster Linie die oberirdischen Teile der Pflanze gut zu ernähren, ihnen zu starker Entwicklung zu verhelfen. Sie tun das, indem sic den Freßwerkzeugen der Pflanze — den Wurzeln — die erfordecliehen Nährstoffe in möglichst aufnehmbarer Form zuführen. Die Folge davon ist, daß unsere KuSturgcwäehse immer flachere und schwächere Wurzeln erhalten; finden sie doch ihren Bedarf an Nahrungsmitteln in der oberen gut gelockerten, dem Einfluß der Luft ausgesetzten, stark gedüngten Bodenschicht. Die chinesische Methode geht von einem anderen Gesichtspunkt aus. Sic sucht die Wurzeln der Kulturpflanzen zu stärken, sie weist ihnen den Weg in die tieferen Erdschichten. Dies ge- Schicht durch die Umpflanzung der einzelnen Pilarizen einerseits und durch ihre Behäufelung andererseits. Es ist ohne weiteres klar, daß Pflanzen mit tiefgehenden Wurzeln sowohl von den ungünstigen Witterungs• cinfiiisscn, speziell von der Dürre unabhängiger sind, da die tieferen Bodenschichten stets feuchter sind als die oberen, als auch einen viel größeren Vorrat an Nährstoffen sich erschließen, da der Bodenraum, aus dem sic schöpfen, viel größer ist. Eine Pilanze mit kräftigen, tiefgehenden Wurzeln entwickelt dementsprechend auch ihren oberirdischen Teil kräftig. Die auf diese Weise erzeugten stärkeren Pflanzen haben einen größeren Flächenbedarf, sie können nicht so dicht beieinander stehen wie Pflanzen mit einem kleineren Wurzelsystcm und entsprechend schwächerer Ausbildung ihrer überirdischen Teile. 4. Die Ackerbcetkultur erreicht also durch Umpflanzung und Behäufelung die Vertiefung des Wurzelsystems und eine größere ״Bestockung“ der Pflanzen, d. 11. die Bildüng vieler Halme, von denen ein jeder eine Aehre trägt Diese Methode des Ackerbaues erheischt, wie ohne weitere Erklärung ersichtlich ist, ein viel größere» Ausmaß an Arbeit als die in Europa und in Ländern mit noch extensiverer Kultur übliche. Sie ist überhaupt nicht durchführbar, wo größere Flächen zur Verfügung stellen. Mit anderen Worten: die Ackerbeetkultur isf der größte Feind des Großgrundbesitzes. Und hierin liegt schon die Erklärung für ihre Ausbreitung in China einersehs und für ihre Ablehnung im Westen andererseits. China ist das Land des Klcingrundbesitzcs. Es gibt in diesem Riesenreich Provinzen, die so groß sind wie Frankreich und Deutschland, mit 5—7 Einwohnern auf den Hektar, d. i. 500—703 auf den Quadratkilometer, Bezirke von der Größe Belgiens mit 12—15 Menschen auf den Hektar 1200—1500 Einwohner für jeden Quadratkilometer. ״Kein Land Europas, mit Ausnahme vielleicht der Insel Jersey und der spanischen Provinz Valencia, kann in dieser Beziehung mit China verglichen werden“, sagt E. Simon in ״La famille chinoise“3). Diese Bevölkerungsdichtigkeit ist so außerordentlich, daß sie oft bestritten und die chinesischen Statistiken angezweifelt werden. Simon, der das chinesische Reich nach verschiedenen Richtungen durchmaß, bestätigt auf Grund persönlicher Wahrnehmungen die uns fast unglaublich scheinende Ansammlung von Mensehen überall in diesem Reiche, vom Meeresgestade im Osten bis an die Grenzen von Tibet im Westen. ״Von einem Ende Chinas bis zum aridem defilierten sozusagen vor mir Dörfer, Weiher, Häuschen so dicht aneinandergepreßt, wie wir es nur in der unmittelbaren Umgebung unserer großen Städte sehen״ Die Erde greift aufs Wasser über. Felder und Gärten, auf Flößen entstanden, bedecken große Seen. Felsen tragen Ernten“, so schildert Simon die Folgen der Bevolkcrungsdichte in diesem Lande. Dabei muß man nicht denken, daß die Menschen sich gegenseitig das Brot streitig machen, nein, die Erde trägt dank dem Fleiß« der Bevölkerung und den von ihnen angewandten Me- , i. 1 c ,2■, moeu!■׳emtsemnskys ״Die Vervi! «'lung.nnd Sicherstellung der Erntcerträge“ erschi, Ä״CLK״־PareyJ ■du lÄei!e ״Die Ackerbcetkultu, 2 Jahre »pater im gleichen Verlag. *) La. Nouvclle Revue, 15 Mars tS$3, S. 377,