Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVI (1921)
- Issue
- Heft 92 (18.11.1921)
- Date
- 1921-11-18
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 656 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 92 Industrie noch unentwickelt war, nie den Konkurrenzkampl mit denjenigen Ländern Ji.itten führen könne», deren Industrie vor der ihrigen einen Vorsprung hatte• und bereits in Blüte stand. Ans diesen drei Gründen .verlangen wir, und hier zeigt sich wieder, wieweit Nationalismus und Sozialismus miteinander identifizierbar sind, daß die Richtlinien für unsere Tätigkeit die einer jgcmcinsam e 11 Wirts c h a f t d c s ges a in ten J 1 s c 111t w sein sollen. (Und wir begrüßen in den von Pr. Ruppin vorgetragenen׳ Plänen zwecks Regelung des Zolltarifs freudig einen ersten Schritt in dieser Richtung.) Das jüdische Volk soll nicht nur in der Sphäre der Politik, sondern;wich in der der Wirtschaft, nicht nur im Kampf gegen äußere Feinde, sonder» auch im Kampf gegen den Hunger als eine Einheit auftreten. Im Kampf ihr die Privatinitiative und also gegen die Gemein Wirtschaft richtet Sanitätsrat Simonson seinen Angriff gegen einen beinahe nebensächlichen Punkt, »am• lieh' gegen’ die industriellen Prcxluktivgenosseiiscliaftcu. Diese sind nur ein ganz kleiner Faktor in der» oben skizzierten System und selbst wenn ihre Unmöglichkeit, Unrentabilität usw. erwiesen wäre, hätte Dr, Simonson nichts erreicht. Aber auch dieser Beweis ist ihm mißglückt. Er prophezeit den industriellen Genossen• schäften zwei Möglichkeiten der Entwicklung. Entweder, sagt er, bleibe« sie auf den kleinsten Maßstab beschränkt ,!der sie entwickeln sieh zur Ausheutungsform der Ver• Tröstung. Dali es möglich ist, einen, beträchtlichen und immer größer werdenden Teil des Gebietes der iiulu» striellen Wirtschaft durch Genossenschaften auszuüben, und unter deren Kontrolle zu׳ bringen, wird bewiesen, wie Beweise von Utopien überhaupt mir erbracht werden können, dadurch, daß dieser Prozeß sich in mehreren Län* dern bereits voüzogeu hat. So schreibt z. B. H. N. II r a i I s׳• ford, einer der bekannteren sozialistischen Schriftsteller Englands, im ״Daily Heraki“ vom 25. Januar d. J. über die Erfolge der italienischen Arbeiterbewegung: ״Ihr Genossenschaftswesen ist etwas Bewunderungswürdiges und delmt sich in ,einem Maßstahe und durch Methoden aus, die wahrhaft revolutionär sind. Die land• wirtschaftlichen Genossenschaften sind auf dem besten Wege, das gauz.e Land unter die Kontrolle ihrer Orgainsatio» zu bringen. Die Gewerkschaften halten schon ein gutes Stück der Arbeit, sowie des Brückenbaus, des Straßenbaus und dergl. in ihrer Hand. Der Seemanns• verband trat mit einer bezeichnende» Verbindung von konstitutionellen Methoden mit direkter Aktion begonnen, seine eigenen Schiffe z.u erwerben usw.... Sie bauen allmählich innerhalb des kapitalistischen Staates, eine riesige genossenschaftliche Organisation auf, vielfach auf den Grundlagen des Gildensozialismus.“ Allerdings ist es voratipzuseiicn, daß Genossenschaften, und zwar um so mehr, je mehr sie au Zahl zunehmcu, sich zu einem einheitliehen Verband zusammensehließe» werden. Ich weiß nicht, ob es seihst juristisch richtig; ist, einen derartigen Verband mit einem Trust größerer Privatindustrickonzcnic gleichzusetzen. Im tatsächlichen Lehen ist diese Gleichsetzuiig aber natürlich nichts als ein naiver Versuch, das Genossenschaftswesen zu ■desavouieren. Denn es ist doch wohl ein kleiner Unterschied, ob das Gebiet der industriellen, Produktion unter der Kontrolle einiger Industriekapitäne stellt, die die Produktion ihrer Unternehmungen, manch• mal m der Art irnd Weise eines Monopols, immer aber in der Linie des größtmöglichsten Profits lenken, oder ob die gesamte Arbeiterschaft, die ja noch dazu die überwiegende Majorität der Konsumenten darstcltt, der Besitzer der Produktionsmittel ist und sie dureli ihre eigenen Organe im Interesse der Gesamtheit verwaltet. Denn wo, wie in dem oben erwähnten italienischen Beispiel gezeigt wird, sich die Arbeiterschaft des Mittels <h׳r direkten Aktion, des allmählichen Aufhaus Sozialist» scher Produktions-Organisationen innerhalb des kapitalistisehen Systems bedienen, geschieht es ja gerade, um durch einen derartigen allmählichen sozialistischen Aufbau das Gebiet der kapitalistischen Produktion immer So lebt, denkt und predigt das ״Land“, welches dem Dichter den Stoff für sein, nach meiner Meinung klassisches Btihtienwerk. geliefert hat. Die jüdische neue Kultur befindet sich gegenwärtig 111 der Phase ihrer farbenreichen Blüte. Ist es ihr beschert zu leben oder werden sie die Stürme der Zukiinft unter die Ruinen der gestürzten Tempel begraben? Die Geschichte wird darauf eine Antwort geben. Wir, die Zeugen der gegenwärtigen Kämpfe zwischen den Welten des Gestern und Morgen, sind glücklich unter den Liedern unserer Tage An-skys dramatisches Werk zu finden. Es ist ein Ruf des wiederaufstehenden jüdisehen Volksgeistes, der in d»n Abgrund der tyrannischen Welt UiiK'ingestolkn und erstickt war. Das Recht auf ewige Anerkennung kann allein die Zeit geben. Die Zeit wird richten, ob das Werk An-skys einen Platz, im Pantheon der Unsterblichkeit einnchnieii darf. Es wäre eine Geringschätzung des Werkes, aus ilnn ein Amüsement zu machen, wie es für die Mittel der gegenwärtigen Biihnenkimst erreichbar ist. An-skys ״Zwischen zwei Welten“ ist vor allen Dingen eine Aufgabe für große, echte, gottbegnadete Schauspieler. Da fordern die Rollen tiefe und ernste Erlebnisse, reiche und reife Mittel, eine vornehme und feste Uihnenroutinc, eine virtuose Technik. Von solchem Stücke soll eine neue Generation, eine freie und stolze, zur Kunst der Bühne gelangen. Darin soll der hauptsachliche Wert des Werkes in der Kultur der jüdischen Gasse bestehen. Darin sollen ihre Schaffensfreude auch Künstler fremder Völker finden. . ״״ם* Schauspieler — und nur durch sie kann a k H"/en der Massen erreichen und ihre Anerkennung und Liebe gewinnen.. Berlin, Oktober 1921. A. Morewsky. mehr zu verenge» und so langsam zu einer sozialistische» Gemcinwirf׳;(haft für das ganze Land zu kommen. Ls ist dies der gleicht־ Weg, auf dem, die Majorität der paiustiiiensischen Arbeiterschaft zu ihrem Ziel zu gelangen versuchen sollte. Aul jeden Fall sei testgcste-llt, daß Herr Dr. Simonson die Möglichkeit des kooperativen Systems, und zwar wie wir gezeigt zu haben׳ glauben, fälschlich, mir für das Gebiet <!cr iu<lustrk'l!ert Produktion h u:>;ih׳i. L:r wird nicht leugne» können* daß in der Landwirtschaft gerade diejungen Siedlungen die selbstversorgend, d. h. vom nahe» nalc» Standpunkt aus die,allein interessanten und beroch• tigten sind, durch die Genossenschaften der Arbeiterschaft gegründet wurden. Ferner wird er zugebe» müssen, daß die Grundlage der industriellen Betätigung nicht durch die Privatiiiitative einzelner Unternehmer, sondern mir durch die nationalen Gelder der Gesamtheit gelegt werden kann. Was er ,also (wie er glaubt, als Neuigkeit) fordert, ist die Freigabe der Priivatinitative auf dem Gebiete der zukünftigen industriellen ,Entwicklung. Es ist ein Irrtum aii/unehmen, daß <־s de» Hcrvortretens des Bin ja» Haarez bedurft hätte, um von der Zionisti• sehen Organisation die Erlaubnis für die Betätigung privater Unternehmer zu erhalten. Genau das Gegenteil ist richtig. Die Zionistische ,Organisation hat nie auf einem awlercu Standpunkt gestanden, und es sei noch daran erinnert, wie die linken Parteien im vorigen Jahre ihre Entrüstung zum Ausdruck .brachten, weil nach den Beschlüssen der Jalireskonferciiz sogar die nationalen Gelder, wie z. B. der National londs, eventuell zur Unter• Stützung der Privatinitiative herangezogen werden sollten. Und cs ist ferner ein Irrtum, wenn Herr Dr. Simonson glaubt, mit der Forcierung der Privatiiiitative irgendwie einen programmatischen Unter״ schied zwischen Binjan H.iarcz ,und anderen bürg er• liehen Parteien im Zionismus zuwege gebracht zu haben. Alles stimmt darin überein, .daß der Privatiiiitative auf dem Gebiete der Industrie erst durch nationale Gelder der Weg geebnet werden muß und daß ihr auf dem Gebiete der eigentlichen landwirtschaftlichen Kolonisation‘ kaum eine Zukunft prophezeit werden kann. Das Gebiet der Privatiiiitative ist nun einmal durch da» große Risiko einer nationalen Kolonisation cingcngt und beschränkt. Wenn es aber wirklich einen Unterschied zwischen Binian Haarcz und den ״Allgemeinen Zionisten“ gibt, so kann es mir der sein, daß die letzteren diese Gründe ernsthafter anerkennen und sich ernsthafter mit der Frage der Aufbringung dieser nationalen Gelder beschäbigen. Und wenn Binjan Haare/, auf einem Teilgebiet die Privatinitiative forciert - niemand hat bisher irgend einen kapitalistischen Unternehmer gehindert, surnten* Herr Dr. Ruppin beklagte sich lediglich auf dem Kongreß, daß keine kämen - a;> muß er auch zugeben, daß die nationalen Gelder, U. 11. praktisch im Augenblick der Keren Hajessod, Grundlage und wichtigste Voraussetzung für jede weitere wirtschaftliche Entwicklung bildet und daß die Polemik für die Privatinitative kaum mehr als ein leerer Streit um Worte ist. Wenn er das aber zugibt, so scheint cs uns das min- Bestens eine recht unglückliche!*olitik zu sein, 11m die Freigabe der Privatiiiitative einen Streit zu entfesseln, da sie doch seit jeher und immer freigegeben war, und aus ihr einen Unterschied gegenüber den anderen bürgerlichen Parteien zu konstruieren, während diese doch einmütig auf dem gleichen Standpunkt stehen. Durch alle derartigen Manöver, die Don Quichotes Kampf gegen die Windmühlen gleichen, wird lediglich das Interesse vom Keren Hajessod abgelenkt, während es doch zu wünschen wäre, daß alle diejenigen, die die grundlegende Bedeutung des im Keren Hajessod gesammelten nationalen Kapitals ztigeben, ohne jegliche Scheu und ohne jegliche Zaghaftigkeit für dessen Sammlung cintrctcu. Lediglich gegenüber den sozialistischen Parteien bedeutet das Eintreten für die Privatinitative einen prinzipk'lic» Unterschied. Unserer Ucbcrzcugung nach ist das Gebiet der Privatinitative jn Palästina so klein, die Möglichkeit der Betätigung während der Kolonisation so geringfügig, andererseits das Risiko der Klassen- Scheidung vom nationalen Standpunkt so groß, daß wir dieses nationale Risiko nicht mit tragen wollen. Wir sind in der Zionistischen Organisation noch nicht stark genug, um ein Verbot der Privatinitative durchsetzen zu können. Eine Verantwortung für sie können wir aber nicht tragen. Es bleibt für uns nichts übrig, als unseren eigenen Weg zu gehen, den des Aufbaus und der Anreielierimg der sozialistischen Organisationen in Palästina zur Vorbereitung des künftigen sozialistischen Gemeinwesen». So weit die Auseinandersetzung mit dem sacliliehen Gehalt der kleinen Schrift. Wir stehen auf dem! Standpunkt, daß sachliche Auseinandersetzung־ immer nur zur Klärung beitragen können und begrüßen darum jede Möglichkeit, uns mit unseren Gegnern ernsthaft aus» /.»sprechen. Uni so bedauerlicher ist es, daß Herr Dr, Simonson der Versuchung nicht widerstehen konnte, seine sachlichen Ausführungen mit polemische» und demalogischen Angriffen zu untermischen. Es ist beinahe selbstverständlich, daß er all die Schmähungen gegen, die palästinensische Arbeiterschaft auffrischt, die die verschiedenen Ausflügler im Laufe des letzten Jahres aus Palästina mit nach Deutschland zurück.:vbracht haben und die jetzt durch alle Kenner palästinensischer Verhältnisse, zuletzt noch einmal in den Sitzungen der deutschen Landsmannschaft während des Kongresses, so gründlich und bis ins einzelne gehend widerlegt worden sind, daß man nicht weiß•, wem man ntm das Prädikat des blarnicrtesten Palästinatoiiristen zuerkenuen soll. Aber kann man es noch verstehen, daß Herr Dr. Simonson die Gerüchte, obwohl sie bereits auf Widerstand gestoßen waren, »och einmal aufgreift, so kann man es nicht anders als einen Ausfluß seiner humoristischen Ader deuten, wenn er, der Vertreter des Kreises, der seit jeher der Chaluzarbeit nichts anderes als Schwierigkeiten fn den Weg gelegt hat, es für notwendig hält zu bemängeln, daß für die fachliche Ausbildung der Cluluzim nicht in genügender Weise gesorgt wird. Wir versagen es uns, auf dieses Gebiet der Polemik zu folgen uni können nur ,bedauern, daß eine sachliche Auseinandersetzung dadurch unnötig kom pliziert wird. Vom Jüdischen N&tionaHonds Die politische Bedeutung des Keren Ka. j c m c t h. — Verlegung seiner Zentrale n a c |, j c r u s a 1 e m. - Die Tschlcnow-Koloni«!. Eine französische Nummer von ״Erez. Israel“. — Die lanclsmanrischaftiiche Ko. Ionisation. — Propagandistische Rund, s c 11 a u. (Mitteilungen des Hauptbüros.) High Commissioner Herbert Samuel hat an sei•!,. Regierung über die bisherige Verwaltung Erez-Israch durch England einen Bericht erstattet, welcher der Ent- Scheidung des Völkerbundes über das Mandat zur Errichtung des jüdischen Nalionalheimes zugrunde liegt. In diesem Bericht werden auch die Gründe angegeben, aus denen die Zionistische Organi. salion bisher nicht genug Mittel zur Hebung des Land« bcrcitstcllen konnte; dann aber wird als Aktivist h!-t• vorgehoben, daß in der Berichtszeit nicht unbeträcht• liehe Bodcnerwerbungen von jüdischer Seite durchgeführt worden sind. Damit wird in erster Reihe auf die großen Bodenkäufe durch den Keren Kajemetli hingewiesen. Beweis, daß die Fortsetzung dieser Käufe im eminenten politischen Interesse des jüdischen Volkes und sein« nationalen Heimes gelegen ist. In der Abschicdssit/ung des XII. Zioiiixtenkongresses hielt einer der Vorkämpfer des neuen Jischuw, David Y eil in, eine wirkungsvolle Rede, in der er 11. a. sa״n■; ״Die wichtigste Folge unserer Beratungen ist, daß nicht nur das Volk, sondern auch der Zionismus nach Zion geht die Verwaltung des Keren Kajemcth wird nach Erez-lsrael verlegt. Das ist der Be• ginn der Erlösung.“ Alle Faktoren, welche an diesen! Kongreßbcschluß mitgewirkt haben, waren sich darüber klar, daß eine Zentralverwaltung des Keren Kajornctfi mit dem Sitze in Jerusalem nicht nur auf alle Länder propagandistisch hinauswirken, sondern auch überallhin eine gereifte Sachkenntnis über die Probleme der Kohnisation verbreiten wird. Die Neuwahl der Direk• toren, von welchen bekanntlich eine Anzahl in Erez• Israel selbst ihien Wohnsitz haben soll, wird in der nächsten Sitzung des Actions-Coniitcs, im Dezember, erfolgen. Die Vorbereitungen für die Ucbersicdlung des Hauptbüros sind im Zuge. Die Ucbersicdlung selbst dürfte vor Peliach vollzogen sein Jechiel Tschlenovv, der Vizepräsident der Zi«- nistischen Weltorganisation und langjähriger Direktor des Keren Kajemcth, wurde zur Kriegszeit inmitten hmgcbungsvollcr Arbeit für Erez-lsrael dem jüdischen Volk; durch den Tod entrissen. Noch in seinen letzten Stunden nt ahnte Tschlenow mit schwacher, zitternder Stimme: ' ״Der Nationalfonds muß unentwegt seinen Weg for• setzen!“ --• Auf Beschluß der Generalversammlung wurde Tsclilenows Naine in den Sei er Haaskarot (Memorbucfi) eingetragen. Nunmehr soll sein Andenken auch im Lande, dem er seine Lebensaufgabe gewidmet hat, verewigt wer• den. ln de! Nähe Haifas, des zukunftsreichen Hafens unseres Landes, wurden -- etwa 6 km landeinwärts an der Eisenbahn, die am Nordfuß des Karmel nach dem Emek Jesreel führt — 3000 üunani Boden erworben. Hier soll die vom Actions-Coinite beschlossene Ts chicno w- Kolonie erstellen. Der Boden liegt am Ufer des selbst aus der Bibel her bekannten Flusses Kischon, läßt sich leicht bewässern und ist daher für intensive Kulturen, insbesondere Gemüse- und Obstbau, vorzüglich geeignet. Die Nähe der großen Hafenstadt wird den Absatz der Produkte erleichtern. Die seinerzeit eingeleitete Sammlung für den Tsehle• now-Fonds bat bisher C 21.500 ergehen. Um die Arrondicrung und Ameliorierung des Grundstückes zu ennö,■ liehen, hat die letzte Generalversammlung des Keren Kajemcth beschlossen, die Sammlungen bis zur vierten Jahr/eit des Verewigten (10. Sch’svat 5682, 17. Februar 1922), womöglich auf C -10.00() zu ergänzen. Gewiß werden alle Palästinafreunde gerne milwirken, dies Zivi zu erreichen; in erster Reihe aber wendet sich der Ruf, das Andenken des Tote» zu ehren, an seine in den europäischen Hauptstädten lebenden Landsleute aus Rull• land, die ihm zeitlebens besonders ergeben waren. Zu den Publikationen, welche das Hauptbüro dc> Keren Kajemcth anläßlich des XII. Zioiiistciikongfessc» ediert hat, gehört eine f r a n z ü s i s c I) e N 11 m in e r d,r populärwissenschaftlichen Zeitschrift ״E r e z -1 s r a e I", von welcher bereits früher 8 Nummern in hebräiicher, jiddischer, englischer und deutscher Sprache erschienen sind. Besonderes Interesse erwecken die Beiträge der bekannten Schriftsteller Andre5 Spirc und Baruch Hagam während jener über ״Landwirtschaftlicher Kredit und Genossenschaftswescn in Frankreich“ schreibt, behandelt dieser das ״Siedlungswerk der Jewish Colonisation Association“ und läßt ihren grundlegenden Verdiensten, insbesondere um den Aufbau Erez-lsraels, volle Wt'inligimg zuteil werden. Der Abhandlung sind das Porträt des Baron Hirsch und die in der Oeffentlichkeit bisher unbekannten Bilder von Baron Edmund Rothschild und Charles Netter beigefügt. Die Organisation des Keren Kajemcth, die leitenden Gesichtspunkte seiner Arbeit und die bisher erzielten Resultate sind in dem stattliche» Sammelband durch eine Anzahl Artikel von Israel Cohen, Dr. Ben Nathan, Dr. Granowsky, Dr. Zweig und P. Lei« behandelt und durch zahlreiche Illustrationen aus dem Siedlungsweik in Erez-lsrael. sowie durch Landkarte», Diagramme und Tabellen veranschaulicht Diese Nummer, welche die erste originale Ausgabe zur Propagierung des jüdischen Siedlungswerkes in Iran־ zösischer Sprache darstellt, wurde von der Presse der