Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVI (1921)
- Issue
- Heft 89 (8.11.1921)
- Date
- 1921-11-08
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 80 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 633 iil 6 f» und der akademische L a n d e s v et r b a hlniic aus!8 aktiven Vereinigungen. w'r hal,\' ,H verschiedene» Aktionen der Organisation mitgcwirkt 1»!ל aber nicht entsprechend ansgenutzt worden. '?4!>t ein Bild der Tätigkeit iter einzelnen Gruppen, aus welchem hervorgeht, tiiß eine Reihe von OritmKn .w kulturellem Gebiet sowie für Nationaifonds mul Keren Hajessod gedeihlich gearbeitet hat. Das Referat über Kulturarbeit hielt Dr Isidor M arg tili cs. Es ist in diesem laltre 2ehm׳׳c11, das jüdische Schu 1 werk unter grollten Schwierigkeiten /״ erhalten mKl ei1u:;e l:eK!eute1ute bd1״t e■ vorwärts zu mache״. Das Zentrum der jüdische Kultur bleibe das Hebräische. Die Schwierigkeiten seiner \11eigmuv für erwachsene werden immer geringer, eine ReUic ausgezeichneter Lehrer, deren Zahl ständig wachse, körnte es;Kueh de״ Erwachsenen ermögliche״, sich die Sprache arizueignen. Diese Arbeit sei vielleicht ein At nasser a 11 Zeit, aber keine Minder״«״ des Vertnögens, sondern eine Vermelmmg. Auch bei anderen Völkern habe es sich gezeigt, dal! hervorragende Führer die eigene Sprache und Kultur nicht kannten. Dies könne aber kein Freibrief für die. Menge seinv Zur mindest müsse inan fordern, dal! Zionisten die Kultur- Institute in ganz anderer Weise fördern als bisher. Im letzten Jahre wurden verschiedene Kurse für Erwachsene errichtet und die Kenntnis des Hebräischen unter der Be am tensc 11 af t h at z ugcnoni m cn. Die neue Generation soll aus den jüdischen Schulen kommen. Das ist vielleicht ein Wechsel auf längere Sicht, aber er ist gutes Geld. Inzwischen müssen wir alle Möglichkeiten voll ausnützen. Der Religionsunterricht in rlen öffentlichen Schulen ist völlig unbefriedigend, das neuerricliiete R e 1 i g i o n s I e 1! r c r s e in i n a r werde auch auf diesem Gebiete helfen können. Auf unseren iiinflul! hin hat die Kultusgcmeinde in ihren Religion»־ schulen eine ,Mustersdmle geschaffen, wo Hebräisch als lebendige Sprache unterrichtet wird. Im Sinne des letzten l'arteitagshesdilusses sind die ״Vereinigten hebräischen Schulen׳' mit zusammen 22 Kursen dem Jüdische» Schulicrein ungegliedert worden. Außerdem besteht eine ganze Reihe verschiedener Kurse in verschiedenen .Bezirken. Die Forderung nach Schaffung eines hebräischen lnspektorafs konnte bisher aus persönlichen Gründen nicht verwirklicht werden. Was unser Er/ichimgswcrk mir langt, so bleibt alles Stückwerk, wenn wir nicht den ganze» jüdischen .Menschen von Kindheit auf in unsere Einflußsphäre nehmen können. Eigene Kind e r gärt e 11 konnten wir bisher nicht schaffen, doch wird dieser Mangel durch die Tätigkeit der ״Jüdischen Kinderfreunde־‘ gutgcmacht, an deren Spitze wiederum leitende Zionisten stehen. Diese haben sechs Tageslieinistätien! und eine _ Mäitclicnabcndsclmle, und ihre Tätigkeit erstreckte sich in den Wintermonatcn über SO;) Kinder. Die ״Kiuderfrciuule“' haben im Einvernehmen mit dem Jüdischen Seliulvercin einen Miisterkindergarten errichtet, der von einer palästinensischen Kindergärtnerin geleitet wird. Die jüdische Volksschule ist unser wichtigstes Organ, aber auch unser größtes Schmerzenskind negen der tvclmisehen Schwierigkeiten, mit denen wir zu kämpfen hatte». Mit vieler Mühe konnten wir je eine Volksschule im 2. und '20, Bezirk eröffnen, Was unser Gymnasium betrifft, das sieh sehr gut entwickelt, so ist die Beteiligung nicht die entsprechende. Das hebräische Pädagogium ist eine Art Akad e m i e für jüdische Kultur geworden und steht auf sehr hohem Niveau. Man hat voriges lahr heschlossen, dal! der Beitritt zum Jüdischen Seliulvercin obligatorisch sei, aber die Zahl der Mitglieder ist immer!noch sehr klein. Redner bespricht die weiteren Kultur- Institute wie die V*o 1 k s b i b 1 iot he k Zion, de» h cbrätschen Klub und die Tätigkeit des jüdischen Theaters, das sieh in künstlerischer Richtung hervorragend entwickle. Vielleicht konnte mit der Zeit an das bereits geschaffene auch der Anfang einer hebräischere Bühne anknüpfen. Auch die jüdische Musikpflege, welche die ״lla!koah*‘ und der jüdische Gesangverein besorgen, müßte» in diesem Zusammenhang erwähnt werden. (Lebhafter Beifall.) Lesser Uiy Das Referat über ן politische Arbeit : und che Tätigkeit der Mandatare erstattete Gemeinderat j Dr. 1* 1 a s c h k e s, Redner bespricht die schwierige Situaj tion der Mandatare, welche sich gegen die versdiiedetv; stet! Angriffe von alle» möglichen Seiten zu verteidigen Italien. Nachdem wir gegenwärtig keine Vertretung im Parlament haben und als Gemeinderäte Laiuttagsahgeordnete geworden sind, bemühten wir uns, unsere Arbeit auf diese Plattform zu bringen und im Wiener Geineiuderat unser zionistisches und jüdisches Programm zu vertreten. Redner gibt ein Bild der vielfachen Tätigkeit der jüdischen Mandatare im Gemeinderat, weiche bei den verschiedensten Angelegenheiten zur Wahrung der jüdischen Rechte cintreten mußten 111k! für luterventionen aller Art in Anspruch genommen wurden. So konnten C h a 1 u z i in auf städtischen G r ü 11 d e n a 11 gestellt und ansgebildet werden, bis die organisierten Landarbeiter i'ercn WcitcrvervvcnJung durch Streik unmöglich machten. Man mußte sieh uni» Schul werk kümmern, Turnsäle für die Sportvereine, Spielplätze für die Kinderfreunde erlangen, für die soziale Hilfsgcmcinschaff usw. cintreten. Unser offenes Bekenntnis zum Judentum und eine offene Darlegung unserer Grundsatze hat uns viele Freunde und die Achtung der Gegner erworben, auch die der nichtjüdisclicn Sozialdemokraten^ während 1ms die Julien dieser Partei als natürliche Konkurrenten ansdten. Wir haben im Sinne des Friedens׳• Vertrags eine Berücksichtigung unserer kulturellen Min׳■ derheitsrechte gefordert und werden auf diesem Gebiete wcitcrkiiinpfen müssen. Einen breiten Raum unserer Tätigkeit nahm der Kampf zum Schutze der Ostjmlen ein, den wir als eine internationale Angelegenheit anschen. Wir verlangen nicht bloß Rechte als Staatsbürger, sondern als Juden mul haben erklärt, dal! wir i ntc r n a t i o real e Insta nze 11 anrufen werden, wenn man nicht aufhört. Unterschiede zwischen Ost- und Westjiuler» zu machen. Redner bespricht den Kampf gegen die antisemitischen Ausschreitungen, die Ausschließung der Ostjude 11 von der Universität und die Uchergriffe gewisser Rektoren und Professoren. Der Vorwurf, dal! wir im Kampfe gegen den Antisemitismus die Liberalen von früher kopieren, ist unberechtigt, weil unser Kampf einen positiven Charakter hatte. Wir werden darauf bestehen, dal! allen Vereinen, welche den Arierparagraphen atifßcnomnien haben, die Gemeinde- Subvention entzogen wird. Audi in Wohnung sfragen hatten wir eine wichtige Tätigkeit auszuüben und viel Unrecht zu verhüten. Im allgemeinen gehen wir dort mit den Sozialdemokraten, wo cs vom jüdischen Standpunkt möglich ist. Denn wir müssen schon als Juden gegen die Reaktion kämpfen. Redner bespricht ausführlich die Frage der Ostjuden, welche bei alten Nöten vorgeschoben werden, um daun das ganze Jude»■ tum zu treffen und die Frage des O pt ionsska »da f s. Die jüdischen Kapitalisten zeigen keinerlei jüdische Solidarität, und erst ein Wabcr muüte die Wiener Jude» lehren, daß es ein untrennbares jüdisches Volk gebe. Was an Optionen günstig erledigt werden konnte, vordanken die Juden der zionistischen Partei, denn wir haben die Vollzugsanweisimg durcligesetzt, in welcher das Wort ״Rasse‘' nicht enthalten ist. Erst Waber hat der Sache eine andere Wendung gegeben und der Kampf ist hier noch nicht zu Ende. Redner bespricht weiter die reieiie Tätigkeit der jüdischen Bezirks-, Arme»• und Ortsschul• riite Hand behandelt hierauf die Frage der A 11 f e n t - h alt sbc w i 11 i gun gc n, welche in ein akutes Stadium zu treten drohet», da: man wieder mit der Polizei gegen die Flüchtlinge vorzugehen beginne und die gewaltsamen Delogierungen wieder auf die Tagesordnung kommen. Die Ausführungen des Gemeinderats Dr. Plaschkes wurden mit lebhaftestem Beifall zur Kenntnis genommen. Dr. Jakob Ehrlich berichtet über die Tätigkeit der Zionisten in der Kultusgcmeinde. Er bespricht die Geschichte der letzten Wahlen, die der Partei einen erfreulichen Erfolg gebracht, aber den Erwartungen nicht vollständig entsprochen haben. Wir Am 7. November d. Js. vollendet Lesser U ry sein 60. Lebensjahr. Der Meister verdient es wohl, daß sein Werk in der jüdischen Oeffentlidikeit gewürdigt wird. Ist doch Lesser Ury einer der seltenen Maler, der die Gestalten der Bibel mit unübertrefflicher Größe nacbgcschaffen hat Hier ist nicht der Ort von den bekannten Vorzügen Lesser Urys als Meister der Farbe zu sprechen, der als einer der ersten Bahnbrecher des Impressionismus mit der Glut und Pracht seiner Farben tiefe seelische Erlebnisse hervorrutt. Auch die Vielscitigkeit seines Pinsels soll hier nicht gerühmt werden, der in der Darstellung der Natur ebenso Köstliches schuf wie er geistreiche und von feinstem Humor erfüllte Bilder des täglichen Lebens auf der Straße, im Park wie im verschwiegenen Zimmer eines Nachtlokals, Menschliebes und Allzumensdhliches, mit genialem Verständnis meistert. Diese Werke konnte vielleicht auch ein Meister nicht jüdischer Herkunft schaffen. Was aber die innige Verbundenheit Lesser Urys mit dein jüdischen Volke kennzeichnet, sind seine biblischen Bilder. Die meisten derselben sind uns leider nur aus Abbildungen bekannt, die nur einen schwachen Begriff von der Farben- Wirkung und hinreißenden Kraft des Originals gehen können. Am besten ist sein Jeremias bekannt, der wie ein Fels auf die Erde geschleudert im tiefsten Jammer anklagend zum Sternenhimmel emporschaut. In Privatbesitz befindet sich sein Moses, vom Berge Sinai mit strahlendem Antlitz liurnicdcrsteigend, der vom göttliehen Geist erfüllte Prophet, D a v i d, die Harfe spielend, 1!1T Dichter zugleich, J o se f in der Wüste and c * 11. ׳ fa 111 ‘ n segnend. Die jüngste seiner Schöpfungen ,st die Aehrcnleseri״ Ruth mit Boas, em lyrisches Gedieht von zartester Farbenwirkung. Kraft, eidcnschaft, Schilderung von Menschenglück und erwarieten einen Wahlkampf nach altem Muster: Daß es genügen wird, der Majorität das große Sundcnregibter vorarhaiten, das vollständige Versagen auf aßen Genietet* der Verwaltung, ihr reaktionäres Verhalten m (•er ,־rage des Wahlrechts und der Behandlung der Beamten. IW alles war für die Wählerschaft nicht von Interesse. Der Wahlkampf war ein ausschließlich politischer Kampf und unsere Gegner, die sich unter der Bezeichnung der ״niclitjiidischnationalen Parteien'1 znsnrnnientate», . hatten lediglich das eine Programm: Ablehnung der nationalen Forderungen. Nach der Wahl mußten wir uns fragen, in welches Verhältnis wir zur Gemeinde treten sollen. Bestimmend für uns war die trostlose F i n a!»z si tua t ion , die wir antrafen. Wir wollten mifarbeitc» und eine Sanierung der Finanzer» herbeifülircn. Wir forderten Reform des Steuerwesen* und Erweiterung des Wahlrechts und stellten ein Junktim zwischen diesen Forderungen her, weil wir die Sanierung ohne erweitertes Wahlrecht für unmöglich hielten. Redner schildert ausführlich den Kampf um diese Forderungen und das auf Verschleppung gerichtete Verhalten ׳ der Mehrheit. Die Zionisten haben in der Frage des Waldrechts das größte Entgegenkommen bewiesen und erklärt, dal! es ihnen nicht um Neuwahlen, sondern hauptsächlich darum zu tun sei, daß in der gegenwärtigen Funktionsperiode die Sanierung der Finanzen herbeigeführt werden müsse; sie erklärten jedoch, daß ein Zustand unhaltbar sei, der einem großen Teil der Bevdlkeni!1g das Wahlrecht vorenthält. Bei dieser Haltung der Majorität blieb 1ms nichts anderes übrig, als unseren Vizepräsidenten Dr. Friedmann aus dem Präsidium abzuberufen. Wir mußten Obstruktion machen, und diese wurde abgebrochen. Die Majorität möge zur Kenntnis nehmen, daß die Sitzung für uns nicht zu Ende ist, dal! sie fortgefuhrt werden wird, bis unser Dringlichkeitsantrag seine Erledigung gefunden hat. Für die Budgetkomnüssum erstattet Weiß die Budgetvorschläge. Die Kommission schlägt ein Budget von 6 Millionen Kronen für das nächste Jahr vor, welches durch eine gestaffelte Parteistcuer zwischen 100 und 1000 Kronen aufgebracht werden soll. Die Anträge werden angenommen. Die Wahlen in die Exekutive gaben folgendes Rcsultat: Präsident Abgeordneter Stricker, Vizepräsident Dr. J. S c h a 1 i t, ferner Professor A. Freud, Dr. Löwenherz, Professor W. Stein, Felix Ungar, Dr. J. M a r g u I i c s, Dr, J. Weiner, Dr. L. Soffer, L. Bato, Dr. M. Sprecher, N. Dr. Gelber, Ncbenzahl, O. Go i t e i n , Dr. Wo I f m a r»n , Dr. H. duth: Dr. Tartakower und M. Parteianwalt Dr. D. Friedmann. Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft, Dr. Löwenherz, N. Tartakower, Dr. Oelber, erklären, die Wahl nicht anzunehmen, Auch H. Bato lehnt die Wald ab. Beschlüsse, den Keren Hajessod betreffend Der Parteitag erklärt neuerdings die Keren Hajessod- Aktion als die erste und wichtigste Aufgabe der zionistischen Arbeit. Von ihr allein hängt im wesentlichen der Erfolg des Aufbaues von Erez-Israei ah. Zur Erfüllung dieser wichtigster» Aufgabe haben sämtliche zionistischen Institutionen der Keren Hajessod* Leitung zur Verfügung zu stehen. Der Parteitag wiederholt nachdrücklichst den vorjährige« Partcitagsbcschluß: Niemand kann eine Funktion in der Partei innchaben, der seine Pflicht gegen den Kcrer» Hajessod nicht erfüllt. Der Parteitag beauftragt die Keren Hajessod-Leitung mit der Schaffung einer besonderer» Kommission zur Uebcrprüfung der Keren Hajcssod-Lcistungen der Zionisten. Der Parteitag beauftragt die Leitung, die österrcichisehe Landesoiganisation des Keren Hajessod analog der Hauptorganisntion des Keren Hajessod umzugestalten. Die Keren Hajessod-Leitung wird aufgefordert, im Einvernehmen mit der zionistischen Landesleitim״ gemäß dem Kongreßbcsehlusse das 1naasserfreie°Minim u m festzusetzen. Tartakower, Rosner. Max Erben, Hitach- Heniscb, zum Die gewählten Mcnschcnlekl wie es der Bibel in ihrer wuchtigen Sprache eigen ist, so sind seine Bilder. Sein großes Tryptichon ״Der Mensch“ imd die biblischen Bilder, sowie seine große Naturschildcrungen sollten einen würdigen Platz in dem künftigen Naiionalmuscuni zu Jerusalem finden. Mögen dem Künstler noch viele Jahre des Schaffens bcschicden sein und sein Traum erfüllt werden, daß sein Werk als eines der Ersten in die Ruhmeshalle jüdischer Künstler dnzidit. N. 1. B. Jüdische jugeadbl&tter Die Bewegungen innerhalb der jüdischen und der zionistisch er» Jugend verdienet» ein besonderes Interesse. Es ist eine bekannte Tatsache, daß in der letzte!» Zeit die zionistische Jugendbewegung eine Periode der Schwäche durchlebt bat, Die letzten Jahre vor dem Kriege bedeuten bei alle» europäischen Völkern einen Höhepunkt eines neuen, bewußterer» imd rum größten Teil vergeistigteren Nationalismus, in Frankreich erschienen damals die Bücher von Agatha« und von Gaston Riou, die einen 80 nachhaltige!» Widerhall fanden (eine Spiegelung dieser Bewegung findet man im letzten Teile von Romain Rolland!» Jean Christoph), in Deutschland tagte der erste freideutschc Jugendtag, in Rußlands erwachte die Jugend nach der skeptisch-pessimistischen Wollustlethargie am Ausgang der unglücklichen erstem Revolution zu neuer aktiver politisdier Bewußtheit und in derselben Zeit, von Martin Bubcr und durch ihn vom Kreis des Prager Bar Kodiba (Budh ״Vom Judenrinn“) ausgehend, erfüllr die jüdische Nationalismusidce eine persönliche Vertiefung. Diese letztere Umgestaihing des Bewußtseins der jüdischen Jugend wuchs — begünstigt durch die Hoffnungen und den schwellenden Kraftoptimismus der JaliTe um: 1617, als man in Mitteleuropa das Alte, Allmächtig dankende, Ucbcrstarke sich au fl öse-n spürte und Neuem, Besserem Platz machen glaubte — zu großer Breite und fand ihren Höhepunk in der ״Jerubaal“-Zcitschrift, die freilich durch ihre Breit auch bereits den Niedergang bedeutete. Als aber 191' alle Hoffnungen zerbrachen, als das Alte sich als übet mächtig erwies und in scheinbar neuer Form ei» triumphale Wiedergeburt feierte, zerbrach auch die jü disclte Jugendbewegung. Das Geistige schwand, da nächstlicgende materielle-persönliche Interesse (Berul wurde alles, was blieb, war Turner» und Sport, in Grobnatiorvale gewandt. Was wert voll war, wurde ״ aus Protest und Empor׳ - antinational. Bei de Juden, sensitiver,gläubige!. .;•«ffender, verzweifelnder, \t> den Realitäten losgelöster, wurde and! dies zum Extren Die Bedeutung der ״jüdischen Jugendblätier“, di ich liier anzeige, ist die eines ersten schwachen Versuche zur Rückkehr, zu einer Rückkehr aber, wie sie allei möglich ist, d. 11. nicht zum Nationalismus der Voi kriegszeit, der gläubig und vertrauend (doktrinär) va sondern zu einem, der nach de» Erfahrungen, imd» de erlebten Erfahrungen der letzten Jalire skeptisch un kritisch geworden ist, auf der Hut vor sich selbst un sich an allgemeinen Maßstäben messend, nicht mel Sin», Ende und Wert in sidi selbst findend. Wied! ist es der Bar Kochha, der sie herausgibt in Vcrbindur mit dem Tepiitzer Blau-Weiß, der jetzt nach dem Verf; des Blau-Weiß, einer Gesundung entgegengeht, die ah< keine Entgeistigimg bedeutet. Denn (und in dieser E kenntais liegt die große Gesundung gegenüber 191 wenn auch Arbeit nicht von der Jugend aus, sondci an der Jugend geleistet werden muß, so muß cs b Jugend und besonders bei jüdischer Jugend, geistii Arbeit sein. “ ' 1 Von de» ״Jugcndblätiem“ liegt bereits die fünf Nummer vor, zwölf gut gedruckte Seiten großen Fc 1Pf*? , 9 *-^taufsatz )laben die Herausgeber ein! 7^rI^lTJihlt’.'?1Mjrbertchtigt* *101״*> ״« erziehen«! Zeitschrift hat nidit auf Originalität (oh die Origina