Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVI (1921)
- Issue
- Heft 89 (8.11.1921)
- Date
- 1921-11-08
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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F»? Seite 032 J U EDI SCH E RUNDSCHAU Nr. B9 A ך־־ (29, Oktober bis 2. Nov< Der diesjährige Parteitag der österreichischen Zio* nisten 11:111111 einen Verlauf, der ihm weiteres Interesse auch über die österreichischen Grenzen hinaus sichert. Wir geben im folgenden eine Darstellung des Ganges der Verhandlungen und lnhnltsaiigabe der wichtigsten Referate. I Nachdem in der ersten Sitzung die Fonnalie» und Walil des Präsidiums (Dr. Friedman 11) erledigt waren wobei von besonderem Interesse der Parteitags■ beschlull ist, die Gültigkeit der Mandate der Delegierten an die Erfüllung ihrer Keren II aje sstkI-Verpfliehtute;!: zu knüpfen - - wurde in der zweiten Sitzung die Generaldebatte durch ' den Vorsitzenden des Landeskonrdcos, Ahg. Stricker, eingeleitet. Stricker erklärt, das Latideshumitec habe viel Mühe darauf verwendet, die Verhältnisse i n d e r w e 11o rg a 11 i s;11 io iv sa ת i e r e n zu helfen, und nameiitlicn die Vorbereitungen zum Kongreß haben es stark in Anspruch genommen. ״Wir wuOten, datl der Krieg in der Weltorganisation Zustände geschaffen hat, die beseitigt werden mußte»; cs waren Zustände, die an Auflösung grenzten, von steter Fühlung zwischen Leitung und Landesorganisationen war keine Rede und die Exekutive war infolge des Krieges vielfach willkürlich zus.immengesctzt, dazu kam der Zwist mit den Zionisten Amerikas und ein Stellenwechsel in der Exekutive ohne Befragung der Organisation. Das iLandeskoiuitec hat cs unternommen, sieh mit den uns erreichbaren 11 r ud e ro r ״aut s a t io tu־ n zusammen- /. 11 s e t z e 11 und einen I‘ 1 a n zu entwerfen, um dein Kongreß einen günstigen Verlauf zu sichern. So fand eine V o r k o n f e r e 11 z der O r g a 11 i s a t i <> 11 e 11 v c rsc bi cd euer Länder in Wien statt und wir einigten uns auf bestimmte Forderungen auf dem Kongreif. Redner bespricht die Frage der Kontrolle der Leituug durch Schaffung eines akiiousfähigeii Aetions- Comites und die anderen Erfolge der Blockbildung auf dem Kungrcß. Wir können mit Recht sagen, daß cs ein Verdienst der österreichischen Landesorganisattoa war, hier die Initiative ergriffen zu haben. Die österreiehisclie Delegation auf dem Kongreß hat mehr als alle anderen dahin gewirkt, den Kongreß zu organisieren, indem wir es unternahmcn, auf dem Kongreß den Bio ck d eraUge in ei nenZionistc n zu schaffen. Redner bespricht ausführlich die Situation auf dem Kongreß und die Tätigkeit des Blocks daselbst. Redner werde verlangen, daß der künftigen Leitung die Ermächtigung gegeben werde, auf diesem Wege fort 111!' a 111׳ c n und den Kontakt /.wischen den Landesorganlsatbnen auszubaucn.“ Die grüßten Aufgaben stellt noch immer die pofitisclie Arbeit: die Stellung zur Verfolgung der Ost jud ea Wie richtig hier unsere Stellungnahme war, beweist der Umstand, daß es jetzt schon gegen alle Juden geht, wie am besten aus dem Skandal der ü ptionen hervorgellt. Die Fragen der Jugend und der Frauen sind zwei traurige Kapitel, aber das ist nicht nur bei uns so, sondern in der ganzen Welt. Es wird notwendig sein, daß man für diese Zwecke eine eigene Kommission schaffe. Im allgemeinen ist zur Frage der Organisation und Propaganda zu sagen: Die zahlenmäßige Aushreitung ist wichtig, aber auch sie hat Örcn/eii. Es ist beinahe wichtiger, wirkliche Zionisten aus den G e s i n n u n g s g e 11 o s s e 11 z u m a c!1 c 11, a 1 s d i e Listen der Ortsgruppen zu enveit e r 11. ((Beifall.) Die Organisation ist groll genug und sie Lönnte alle Aufgaben erfüllen, wenn lauter wirklich bewußte Zionisten darin wären. Am besten wird diese Tatsache durch den Keren Hajessod illtislriert. Die Zionistische Organisation kann heute schon Ungeheures leisten, wenn die Menschen, die darin sind, üire Pflicht tun. (Lebhafter Beifall.) Hierauf folgt das Referat über Organisation, welches der Sekretär des Landeskomitees, i)r. Weiner, hält. 0 Im Namen des L e g i $ i m a t i o n s a u s s c 11 u s s e s berichtet dessen Obmann, Getneitulerat Dr. Pkischkes, daß 162 Mandate angemeidet wurden; von diesen hat der Legitimation sausschuß zwei Wiener Mandate und vier Provinznundate nicht verifiziert, da die Parteisteuer nicht entrichtet und für den Keren lfajessod nicht gezeichnet wurde. Ueber den Antrag des Parteisekretärs Dr. Weiner hat der Parteitag die Provinzmandate anerkannt. Im übrigen wurde der Bericht des Legitimationsausschusses zur Kenntnis geiiommcn. Als erster Redner ergreift in der Generaldebatte Dole- Rierter Dr. L a za r o w i t s c h (Arbeitsgemeinschaft) das Wort: 111 den Berichten der Leitung ist das Zugeständnis gemacht, daß nichts getan worden ist. In der Organisation ist das zu starre Handhaben des Tcrritorialprinzijis der Bczirksscktkmen, die allerdings bei der politischen Arbeit wertvoll sind, zu bemängeln. Daß man sage, Uber den Keren Hajessod sei nicht viel zu sagen, be- ״c’,l.s!׳, .a" 111 diesem Belange nichts getan wurde. Die Politik ist unorganisiert besorgt worden. Die Lcitim״ hat selbst zugegeben, daß sie in der Frage der HcranzicFiung der.Jugend und der Frauen ratlos dastehe; das ist beschämend. Die bisherigen Arbeitsmethoden haben verc Zionistische Arbeitsgemeinschaft strebt nun die Lmfubmng von Arbeitsmethoden an, welche nicht mecharisch an starren Dogmen, fcsthalten, sondern bei, deren Durchführung Seele und jüdisches Leben walten. ,,,,“•ז artakower (Hitachduth): Wir haben nicht anes getan was aus dem Sieg des nationalen Gedankens Ziomstenkongrcß gefolgert werden pull. Wühnl friiW ״;L'rha tm? zwr Palästinaarbeit im Gegensatz zu früher ein ernstes geworden ist, ist die Kultur- LrbauüerhalbaCdifolWJ)'d•'1 Dic Kulturarbeit ist dar eo ist cs hinbdä ״ ש geleistet worden. Ebenrchichtunt i״ Ä"־ Fra«c sozialen Umrat Wesentliches getastet* kT ,Jiid.ischF Nationalwegung eine PrtSörSÄ & ,dcr *>־ ״.and von uns iW^e^rderpJmk.^eT'1^0"• N״s־ die übri'u* Arbeit verdrängen. Die jüdischen Mandatare müssen “der Organisation über ihr Tut» Rede stehen, daher soll innerhalb des Landeskomitecs eine politische Kommission gebildet werden. Nachdem noch eine ganze Rciihe von Rednern gesprechen hat mul schließlich zwei Gcncralreduer die Debatte abgcsclilosseu haben, erhalt Abg. Stricker das Schlußwort. Die Montagabendsitzimg eräffnete Präsident Dr. Friedmaiin mit der Bekanntgabe 11 er Begriißtmgsschrcibcn t’cr Zionistischen Organisationen wn Galizien und Deutschland. Hierauf wurde in die Verhandlung der Palästinafragen eingegangen. Ueber die politische Lage referierte Dr. J. Schal it, der zunächst über die Verhandlungen der politischen Kommission auf dem Kongreß berichtete. Redner gibt ein Bild der verschiedenen Phasen während der Verhandlungen über die Mandate. Herbert Sa tnuel war einer der enthusiastischesten Arbeiter für unsere Sache in Sun Rctno. ln Palästina ist er teiiwcisc ein anderer geworden. Er will eine Politik der Versöhnung, aber er hat nicht reinen Tisch gemacht mit, gewissen englischen Beamten und der Militärpartei. In Karlsbad wurde beschlossen, eine Delegation »:ich Palästina zu schicken, die mit Samuel verhandeln soll. Samuels Haitung in der Konzessionsfrage verstößt geradezu gegen Punkt 5 des Mandatsentwurfes. Redner behandelt ausfiilirlich das A ra be r prob 1 c m und fordert, daß alle Bürgschaften gegeben werden müssen, damit Palästina ein Jude (11 and wird; in erster Reihe steht das Recht der freien und unkontrollierbaren Einwanderung. Alle Fragen lassen sicii in einem Satz zusammenfassen, wollen wir ein System der langsamen Infiltration, daun machen wir, was Brandeis gesagt hat, und brauchen weder Propaganda noch Kongreß. Redner schlägt mehrere Rcsoliir tionen vor, welche die Forderung der freien, tinbeschränkr teil Einwanderung, die Uebcrlassung aller notwendigen Konzessionen und Kronländercien und alle im Sinne des Mandats gelegenen Bürgschaften zum Gegenstand haben. Ueber die Kolonisationsprobleme hcrichtet Adolf Böhm. Man hat sich auf dem Kongreß in diesen Fragen auf eine gewisse Marschroute gceinigt. Der Maximafismus ist heute erledigt und kein Mensch glaubt heute noch daran, daß man in raschem Tempo und mit geringen Kosten ouf einmal IliinderttaiiseiKle ansiedeln kann. Pa last ine ist heute kein Ort des geringen Wirtschaftliehen Druckes, und das ist in ökonomischem Sinne die seltwere Situation von heute. Redner verbreitet sich über das Projekt Soskins der intensiven Bodenkultur und der Kritik der offiziellen Palüstirvakolonisatiän durch dic sogenannte Rcorganisationstonunission von Simon und de Licmc, welche behaupten, daß man experimentiert hat und zu nichts Definitivem gekommen sei und das Prinzip der sogenannten ״vollen Ausrüstung“ der An- Siedler bckainptt habe. Nach Ansicht des Redners seien diese Vorwürfe völlig entkräftet worden. Es bat sich gezeigt, daß die Verluste durch den Krieg verursacht wurden und zum Teil Okkupntionskosten sind, die nie auf Kosten des normalen Betriebes gehen können. Man kann berechnen, daß uns die Ausbildung eines Arbeiters im Durchschnitt bloß 20 Pfund gekostet hat. Dic vielgeschmähten Kwuzoth Italic!» Bedeutendes geleistet. Das System der ״vollen Ausrüstung‘' ist schlecht, aber in unserem Falle kann man davon nicht sprechen, weil die Arbeiter nur das Mindeste erhalten haben. Die Vorschläge der Reorganisationskommission sind Ruppins eigene Vorschläge, so daß kein Grund war, dessen, Methoden zu kritisieren. Soskins Vorschläge beruhen auf Beobachtungen in anderen Ländern und mit anderen Menschen, und das ist der Mangel. Unter Einfluß der Arbeiter wurde auf dem Kongreß ein erheblicher T eil des Budgets für Kolon! sationderim Lande befindliche» Arbeiter bestimmt. Hauptsächlich, hat mau sich darauf geeinigt, daß zunächst die gckauften F l ä e h c n besiedelt werden, die bestehet»• den sogenannten nationalen Ansicdluugcn in ein defimtives Stadium gebracht werden, und die von Joffe vorgeseid,igeuen Moscha w c O \y d i in begonnen wird,' in welcher Form Judenfamilien so viel Boden bekommen sollen, als sie selbst bearbeiten können, wodurch eine völlige Autarkie und Unabhängigkeit vorn Markte erzielt werden soll. Die Achdutlt Haawodah will westlich von Kinereth eine Arbeitsarmee von zirka •150 Arheitern einstellen, weil der Boden noch gegen Angriffe erteidigt werden muß. Ferner sollen die zerstörten Siedlungen aufgebaut, die Jemenitensiedlungen stabilisiert, das Versuchswesen, ausgebaut und eine Farm der Mädchcnattsbildung gewidmet werden. Redner erörtert weiter die Frage der Gartenstadt und die Arbeit der Pa 1 esti 11 e Land Developpcmcnt Company, welche durch Parzellierung städtischer Böden sehr erfolgreich gearbeitet habe, und gibt eine Analyse des in Karlsbad beschlossenen Kolonisationsbudgets. Das Prinzip, daß die Kolonisationsarbeit wieder von einem verantwortlichen Amt geleistet werden muß, ist auf dem Kongreß durchgedrungen, ein Beschluß, der von wohltätiger Wirkung sein wird. Redner beantragt zum Schlüsse die Schaffung einer zentralen Palästina- Zeitschrift. Ueber die Frage der Emigration referierte Dr. Sofer. Redner betont die zentrale Bedcutung Wiens als Emigrationspunkt, welche durch' direkte Unterstellung des Palästinaanites unter dic Exekutive zum Ausdruck kommt. Bis heute sind durch das Paläsimaamt 7188 Wanderer befördert worden, die die Tätigkeit desselben auf irgendeinem Gebiete in Anspruch genommen haben. Das Palästinaamt hat 9035 Visa verschafft. Von den 2790 vom Palästinaamt Wien seihst ausgewählien Personen waren Einzelpersonen 2321, 150 Familien 469 Köpfe, männlichen Geschlechts 2224. weibliehen Geschlechts 616. Nach dem Alter bis 1 £ Jahre 2Q Jahren 571, von 20 bis 30 j4ren 1672, von 'M) bis 50 Jahren, 351, über 50 Jalm83 ־ Nach der Staats Zugehörigkeit waren: Oesterreich 71, Polen 1858, Tschechoslowakei 78, Ungarn 1x1 Rumänien 53, Rußland 82, Ukraine 87, PaLisüua 420' andere Staaten 36, Nach den bisherigen Berufe״ waren: Landarbeiter und Landwirte 9(13, Ha ml weder und Hilfsarbeiter 749, Kinülniie um! Industrielle Jli freie Berufe 414, ohne Beruf uni Schüler 331. Nadi dem Vermögen waren: Ohne Vermögen 2358, bis 100 0«) Kr. 220־, bis 3 M111. Kr. 191, über 3 Milk Kr 20. Die hebräische Sprache in Wort und Sdirift beherrschten 56 Prozent. Nächst der Aufgabe der Paß- und Visabeschatfu»׳' oblag dem Palästinaamt, den Durchreisenden währen» ihres Aufenthaltes in Oesterreich Rechtsschutz zu gcwähren und eine Fürsorgetätigkeit zu entfalten. 111 erster Hinsicht galt es in vielen Fällen, den .־ui den Grenzen Angehaltenen zu Hilfe zu kommen sowie den als Auswarvderer in Oesterreich nur geduldeten Wanderern die He• willigmig für einen kurzen oder längeren Aufenthalt m Wien zu verschaffen. Einen wichtigen Zweig bildet die HilSebeim Gd■lübcrwc'.sinigsvcrkehr sowie Geldwechsel, Die Summe der auf diesem Wege ausgezahlten Beträge beläuft sieh auf 8 Millionen Kronen, 3000 Pfund Und 15 000 Lire. Audi im Gcklübcrweisurigsvcikchr von utul nach Palästina konnte das Palästinaamt der Jüdischen Kolonialbank bzw. ihren Tochtergesellschaften, den A. P. C.-Stcllcn it» Palästina, einen günstigen Ueberweiwitrigsirrodus durchsetzen. Ferner konnte das Palästina;{״» durch Heranziehung seines Guthabens bei der A. P. C in Jaffa vielen Personen zu einer günstigen Ueherweisung kleinerer Pfundbcträgc an ihre in Palästina wohnhafte» Angehörigen verhelfen. Schließlich sei erwähnt, daß das Palästinaamt gcwissermallcn eine allgemeine finanzielle Beratungsstelle für die _ Emigranten verschiedener Kategorien bildete. Gleich nach Einsetzen einer größeren Wandererbewegung zeigte es sich, daß der überwiegende Teil der Wanderer nicht die Mittel 'hesaß, die Rtiseanslagen, die mit dem Sinken der mittel- und Osteuropa!-;י Valuten immer teurer wurden, vollauf zu decken, ».׳di weniger aber die Kosten eines längeren Aufenthalt« in Wien zu bestreiten. Es ergab sich daher die NT:. Wendigkeit, ein eigenes F ü r so r ge k o ni i t ee zi; gründen, weiches für die Aufbringung der erforderlichen Geldmittel zu sorgen hatte. Üisher konnten für die Zwecke der Fürsorgetätigkeit durch Sammlungen um! Heranziehung bestehender Hilfsorganisationen zirka 9 Millionen Krone n aufgebracht werden. Die Für- Sorgetätigkeit des Pafästinaamtes umfaßt die Zeit von der Ankunft der Wanderer bis zu ihrer Abreise nach Triest. Die Ankommenden werden am Bahnhöfe erwartet und sofort in das Asyl geführt, wo sie gelxule, und desinfiziert werden. Was sich als unerläßlich erwiesen hat, ist, daß die Palästinawanderung nach einheitlichen Gesichtspunkten, und zwar bis in die einzelnen Details der praktischem Arbeit geleistet werden muß. Zu diesem Zweck müßte eine Zentralstelle an einem hierzu geeigneten Orte cirichtet werden, von wo aus strikte Weisungen und rasche, präzise Information über alle mit der Wanderung nach Palästina zusammenhängenden Frage» an die Palüsiimamtcr ergehen könnten. Wenn noch der über alle in Betracht kommenden Länder ausgedehnte Apparat mit höchstem Verantwortungsgefühl seine Arbeiten erledigen wird, werden alle Fehler au&blcibcn, dic sonst unvermeidlich sind. Die Dienstagsitzung leitete cm Referat über Jugendarbeit ein, welches Prof. W. Stein hielt. Redner weist auf die besondere Wichtigkeit der Jugendarbeit ]»in. Die Jugend ist das Barometer, das uns anzeigt, wie wir stehen. Während wir immer mit größerem Stolz auf die Jugend hinwiesen, die hinter uns stehe, hat sich dieser Zustand in letzter Zeit zum schlechteren geändert. Die Zeittenden/cn, die 11111 sieli greifende Verwilderung ii.k! Demoralisation wirken sehr ungünstig. Da dürfe man nicht mit Vorwürfe» kommen, sondern müsse sich fragen, was zu geschehen habe. In der pädagogischen Praxis lasse sich der.JAangcl an Idealismus bei der sie darf nicht I 110, von 15 bis Jugend deutlich nachweisen. Auch «׳mf nichtjüdisehcr Seite bestehen die gleichen Verhältnisse; nur der deutschnationale Chauvinismus habe seine Jugend )unter sich. Wir mußten mit der uns noch übriggebliebcnet» Jugend arbeiten, die vorhandenen Jugend gruppen zusammenfassen. So wurde ein Jugendverband geschaffen. .Vier auch dort zeigten sich starke Gegensätze. Ein Scmina r, welches der Erziehung »ach verschiedene» Richtungen dienen sollte, brachte keine günstigen Resulta tc, der Zweck, eine Generation von Jugendführern zu schaffen, wurde nicht erreicht. Wir dachten, daß das Tun als solches der beste Weg sein werde, um d,c Lethargie der JiigenJ zu bekämpfen, wir wiesen sie u» die Arbeit für die Chaluziin (Bahnhofsdienst, Fürsorge usw.) und dachten so, den wirklichen Kontakt mit der auf Palästina gerichteten Jugend herzustellen. Aber weder auf diesem Gebiete noch auf dem oer Bcrufsumschichtung und der Propagandaversammlung hatten wir vollen Erfolg. Bis auf wenige wertvolle Gruppen sei auf dem Gebiete der H e b r ä i sic r u »ft nichts geschehe». Die Jugendarbeit habe auch zu wenig Unterstützung bei den zionistischen Sektionen gefunden, dies müsse sich unbedingt ändern. Dic Turn- und Spartvereine habe» einen Kreis geschaffen, aber die schönen Vorsätze sind bisher nicht durchgefüitrt. Bei dem jetzige» Stand der Arbeit kann dauernde VereinsarbeU nur von wenigen geleistet werden, da die entsprechenden Führer fehlen. Wir müssen uns darauf beschränken, eme möglichst weite Durchdringung der Jugend mit jüdischen Ideen zu verfolge». Im 19. Bezirk sei durch Schaffung einer Fortbildungsschule ein vielversprechender Versuch gemacht worden,. die Jugend wirklich jüdisch zu durch- «ringen. Dieser Weg müsse überall geganen werden. Redner schlägt die Errichtung eines entsprechend dotierten Jugendamtes, eines Katasters, die Besorgung von schriftlicher Propaganda und die Aufstellung von Jugendreferenten in den Sektionen vor. Der Glaube, die jüdische Jugend für uns zu gewinnen, ist der Glaube an den Zionismus selbst. (Lebhafter Beifall.) Ueber die Hochschüler bewegung berichtet Dr. K i w e: Wir haben extensive Formen verworfen und enge Arbeitsgemeinschaften gesammelt. Die Ver- I einigung alter ^stehenden Gruppen hat sich bewährt,