Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVI (1921)
- Issue
- Heft 86 (28.10.1921)
- Date
- 1921-10-28
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 80 Seite 613 6 Nihist SOU anit 1 in •ngt enn ann ium geh! nag!ine ruft nde sntdie ina, be- ׳erdie ler- «nngnte len jedie US, len 2slen elifa »ui, len rro. bst!insie dht er- Ae hte md reu geing Hvn ea, »es».! r- .cn idi Ult .di• en er- Jerhi; f׳ 1• F aß iht hat lartc di er- Xe ric ter di. Je- Ales nn en rtihe en nt, 'S' Sr* ler rtins nt, tm on ler en stne >rt rtc im g% pd ifi 1 f i? f Die finanzielle Mobilisierung ״Von der finanziellen Vorbereitung hängt alles ab“ General Smuts Ober die Aussichten des Zionismus Johannesburg, 18. Oktober. (J. C. D.) Atrf Einladung \u. Morris Alexanders, seine Ansiditen 1'tbcr den Stand der Palästina-Frage zu äußern, aatwortete General Smuts mit folgendem Schreiben: ״Sobald idi in London eingetroffen war, wurde ich von den zionistischen Führern aufgesudit. Sie legten mir die unselige Lage dar, die sidi aus dein Jaffaer Unruhen ergeben hat. Die Folge dieser Unruhen sei die Einstellung der zionistischen Einwanderung und die Gefährdung־ der ganzen Politik־ des nationalen Heims gewesen. Idi beriet mit ihnen über die notwendigen Schritte, uni die Angelegenheiten wieder einmal auf den richtigen Stand zu bringen. Hierauf sali idi Mr. Churchill, mit dem wir die ganze Frage eingehend bcspradicn. Es sind befriedigende Zu sic herungen in bezug auf die Zukunft gegeben worden. Die Politik des nationalen Heinis wird in dem vollen Ausmaß, in wcldieni Palästina geeignet ist, Ein- Wanderer zu absorbieren, durch geführt werden mul wird gute Chancen für die Zukunft bieten. Idi teilte dies l>r. Weiztnaii» mit und sagte ihm, daß die Zukunft nun hauptsächlidt von dem Ausmaß abhiingt, in dem die jüdischen Gemeinschaften der ganzen Welt finanziell vorbereitet sind, eine ihrem Herzen naheliegende Sache■ zu unterstützen, die eine der großen H o f f n u n g s - und Oercchtigkeitbotschaften ist, welche als Ergebnis des großen Krieges uns zuteil wurden;. Dr. Weizmann war zufrieden und dankte mir in warmen Worten für mein Interesse an dieser Angelegenheit" Der Keren Hajessod in Amerika N e w Y 0 r k, 15. Oktober. (J. C. B.) Der letzten Sitzung des zeitweiligen Exekutivkomitees des amerikanischen Keren Hajessod-Biiros wurde ein Bericht unterbreitet, wonach von den vielen Zeichnungen aus allen Teilen der Union, die sich auf Millionen Dollar belaufen, bis zum 22. September 504521,51 Dollar bar eingezahlt wurden. Die Spesen, mit denen das amerikanische Keren Hajessod-Büro, ein gewaltiger, sich auf die ganze Union erstreckender Apparat, arbeitet, betragen nur 12% des Einkommens. Die Ucber- Weisungen noch London erfolgen gewöhnlich zweimal monatlich in Beträgen zu 10000 bis 15000 Pfund Sterling und betrugen bisher in der Regel den Gegenwert von 100000 Dollar monatlich. Gegenwärtig wanden Vorbereitungen zur Aufnahme einer viel intensiveren Tätigkeit gctroffen, die nach Eintreffen der neuen, von Soko- 10 w geleiteten zionistischen Delegation beginnen soll. New York, 22. Oktober. (J.C. B.) Der anlüßlieh der Feiertage in den Synagogen der Vereinigten Staaten veröffentlichte Aufruf für den Keren Hajessod brachte einen unerwartet großen Erfolg, der auf eine halbe Million Dollar geschätzt wird. In New York allein wurden nach, noch ungenauen. Und deutlidi wird gesagt, daß einerseits diese Unfühigkeit der geistigen Umstellung, andererseits die rücksichtslose Art,, in der Wolffsohn den inneren Kampf führte, die Entwicklung der Bewegung erheblich gehemmt hat. Aber auch für Böhm bleibt Wolffsohn der hingegebene Diener der zionistischen Sache und die starke Persönlichkeit, der das Verdienst, die Organisation über die kritische Zeit nach Herzls Tode hinübcrzuleitcn, nie geschmälert werden kann. Wenn er Wolffsohns Leistung auf ihr wirkliches Maß zurückgeführt hat, so hat er einer historischen Pflicht genügt. Im Zusammenhang mit der politischen Entwicklung, deren Verlauf der Verfasser bis zur Gegenwart in cingeheuder Darstellung aufzeigt, wird über die kolonisatorische Tätigkeit der Zionistischen Organisation berichtet. Was hier dem Leser geboten wird, sind sachverständige Erörterungen eines Mannes, den die Palöst inakomm issioit en der Zionistenkongresse zu ihren hervarragendsten Mitgliedern zählen. Wir hören über die landwirtschaftliche Kolonisation Palästinas und eines ihrer Hauptprobleme, die Arbeiterfrage, es wird ferner über Gewerbe und Industrie, Handel und Verkehr referiert. Besondere Abschnitte gelten der kulturellen Entwicklung und insbesondere der Sprachenirage. Selbst bei der Erörterung der rein praktisdren Fragen bleibt stets fühlbar, wie Böhm all dies in innigstem Zusammenhang mit dem politischen Grundproblem betrachtet und keinen Augenblick die nationale Basis des Sicdlungswerkes außer Acht läßt. Wir sind es leider gewohnt, daß Acußerungen zur Aufbaufrage sich meist in extrem-einseitigen Bahnen bewegen. Auf der einen Seite lassen sich Leute vernehmen, die sich für Sachverständige ausgeben und vor lauter Sachlichkeit und Geschäftlichkeit vergessen, daß schließlich der Zionismus aus dem nationalen Freiheitsdrange geboren ist und nur als national-menschliche Renaissancebewegung seinen Sinn behält Die anderen fast noch unerträglicheren Slimmcn gehören den sich als Gralshütem der Idee fühlenden Unentwegten, die jede sachliche Politik von vornherein als verdächtig ansehen, jedes notwendige Kompromiß als Verrat be- _J U EPISCH E RUNDSCHA U_ Zus.'tsm'meiistellung'en an beiden Neujahrstagen 120000 $! aa ״Ncdarin“ für den Keren Hajessod gespendet j Alle großen jüdisch nationalen Organisationen einschließlich der größten Orden, Verbände und Landsmannschaften, haben vor den Feiertagen einen gemeinsauren Aufruf erlassen, zugunsten des Keren Hajessod. Der Aufruf ist unterzeichnet von Rabbi Leventhal namens der Agudath Harabanim, Morris Rothenborg für die Zionistische Organisation in Amerika, Jwdge Levi für Independent Order Brith Abraham, Martin Levi für Independent Order Brith Schalom, Meier Berlin für Misrachi, Judge Strahl für Order Bene Zion, Liebskind für Independent Order Sons of Israel, Dr. Krimski für nationale Föderation der ukrainische» Juden, Dr. Siegel st ein für Verband der rimiänäsehen Juden, Dr. Büch ler für Föderation der ungarischen Juden, Orindin für Föderation der jüdischen Farmer und Rosenberg für Föderation der polnischen Juden. Private Investitionen Der Jaffaer Korrespondent des ״Isr. Wochenblattes für die Schweiz“, Dr. A. M i b a s h a n, berichtet seinem Blatte u a״ daß gegenwärtig in Palästina die ersten Anfänge großzügiger Investitionen von Privatkapitalien im Gange sind. Eben befindet sich im Lande eine Reihe von Persönlichkeiten, die sich der Erschließung des Landes auf 11er gesunden Basis der kommerziellen, verantwortlichen Privatinitiative widmen wolle». Dr. Bcnderli, der Vertreter einiger amenkanischer Gruppen, kommt mit einem Anfangskapital von zirka 2 Millionen Dollar, um einerseits den Häuserbau zu fördern, andererseits industrielle Unternehmungen, munizipale Anlagen, Handelsgeschäfte usw., teils zu betreiben, teils zu finanzieren Er will, wenn er die Grundlagen für eine Erweiterung dieser Tätigkeit genügend solid findet, in Amerika auf eine Erhöhung des Aktienkapitals arbeiten und so umfassende Großkolonisation treiben. Andere Firmen oder Privatunternehmer aus Osteuropa haben mit der Gründung verschiedener Fabriken begonnen In Tel-Awiw wird eben eine große Konserven-und Fruchtsaftfabrik gegründet, in Pctach-Tikwah eröffnen dieser Tage einige amerikanische Kapitalisten eine große Obstver!׳ packuiigs- und Vcrwertungsfabrik, die erste dieser Art in ganz Palästina und Syrien. Im Laufe des verflossenen jüdischen Kalenderjahres wurde in Tcl-Awiw allein im Häuserbau ein Kapital von zirka 200 000 ägyptischen Pfund (zirka fünf Millionen Goldfrauken) investiert, und mindestens dieselbe Summe wird im laufenden Jahre hier verbaut werden, alles dies Privatkapital, in der Hauptsadie aus Amerika und England stammend, denn, wie erinnerlich, gelang es der Leitung bisher nicht, für diese Zwecke Geldmittel zu beschaffen. Der Kapitalziifliifl, so wie ihn jeder vernünftige Mensch tuid Palästina-Freund wünschen kann, hat somit im großen Stile begonnen, und schon spürt man die Segnungen der verbesserten und verbilligten Lebensbedingungen in diesem bisher so armen Lande. Eine kanadische Häuserbank Jerusalem, 17. Oktober. (J.C. B.) Der hierausgeber des ״Canadian Eaglay“, Mr. Walowsky, der in Jerusalem eingetroffen ist, erklärte, daß die kanadische Judcnschaft die Eröffnung einer Bank in Palästina mit einem Grundkapital von einer Million Pfund Sterling nun Zwecke der Unterstützung der Bauindustrie beschlossen habe schreien, die da, wo sachliche Erörterung ata Platze ist, sich prinzipiell äußern zu müssen glauben und das! Wort Revolution am liebsten mit drei ״R״ geschrieben sehen wollen. Wie herzerfrischend ,wirkt es deingegcnüber, wenn man bisweilen wahre Sachlichkeit vereint mit wahrer zionistischer Grundauffassung genießen kann. Welch ein Glück für die Bewegung, wenn sie viele solcher Männer hätte, die wirklidien Anspruch erheben dürfen, ״Synthetikcr“ genannt zu werden! Eine Reihe von Abschnitten des Buches sind den geistigen Strömlingen in der Bewegung gewidmet. Ob über Buber und Birnbaum jemals so kluge und anschauliche Dinge gesagt worden sind? Auch derjenige, der sich wie der Unterzeichnete in der Welt Martin Bubcrs fremd fühlt und nur mit inneren Vorbehalten sein Werk anzuerkennen vermag, wird zugestehen müssen, daß ihm die mit unverkennbar persönlicher Note geschriebene Abhandlung Böhms reinen Cienuß bereitet und tiefe Einblicke gewährt hat. — Ucbcr die Kapitel, die von der Entwicklung der zionistisdien Theorie handeln, kann ich mich nicht mehr äußern. Denn es ist ein umnöglidies Beginnen, den gesamten Inhalt des Buches auch nur andeutungsweise in den engen Rahmen einer Besprechung zwängen und der zionistisehen Ocffcntlichkcit eine ausreichende Vorstellung geben zu wollen von der unerhörten Reichhaltigkeit des Dargebotenen. Im eigensten Interesse des Lesers wünsche ich dem Buche weiteste Verbreitung, So sehr cs sonst überflüssig sein mag, daß der interessierte Zionist mit all den vielen Neuerscheinungen seine Bibliothek und sein Portemonnaie belastet, so überzeugt rate ich in diesem Falle zum Ankauf und gründlichsten Studium. Es ist ein außerordentliches Werk, das uns Adolf Böhm geschenkt hat, selbst für den Kenner noch lehrreich und in jedem Kapitel gleich fesselnd. Die es gelesen haben, werden mit mir dem Autor herzlich Dank wissen. Gerhard Holdheim. Usslschkias Rückkehr nach Jerusalem (J. P. Z.) U s si sch in hat am 6. Oktober eine Versammlung der Beamten des Waad Hazirim einberufen, um sie im Namen des Zionistenkongrcsses zu begrüßen, der große Hoffnungen auf die Entwicklung der Arbeiten in Palästina in diesem Jahre gesetzt hat. Der Kongreß habe zwei wichtige Erfolge gezeitigt; die Zionistische Organisation habe sich nach den vielen Jahren, der Trennung wieder organisieren können und sämtliche Delegierte, hauptsächlich jene aus den, valutastarkon Lim« dern, haben einstimmig bezeugt, daß die Schuld am langr samen Vorwärtssclireiten der Arbeit am Volke liege, das nicht genügend Mittel bereitgestellt habe. Alle Dclegierten stimmen darin überein, daß in Palästina Großes in Angriff genommen werden müsse und versprachen, — hauptsächlich die Amerikaner — das beschlossene Budget von anderthalb Millionen Pfund Sterling auf/ubringen. Gegen die Beamtenschaft in Palästina und London wurden Klagen erhoben, daß die Beamten sich, statt zu arbeiten, viel zu viel mit Politik befassen; es herrsche ein ausgesprochen bürokratischer Ton und die Leute wenden unfreundlich aufgenommen; die Beamten arbeiten nicht so intensiv wie Beamte in Privatbüros. , Wenn er, Ussischkin, diese Klage auch nicht für gerechtfertigt ansehe, so habe er sich doch verpflichtet gefühlt, diese coirutmnis opinio den Beamten mitzuteilen. Was den Beschluß der Kenntnis des Hebräischen anlangt, so habe er noch vor zwei Jahren gefordert, daß sämtliche Beamte und Mitglieder der Exekutive Hebräisch können und sich dessen bei jeder Gelegenheit bedienen müssen. Der Stand der Straßenarbelten in Palästina Die Straße von Ti berias nach Seraach geht ihrer Vollendung entgegen. Zwei große Preßmnschinen befahren jetzt die Straße. Die Zahl der beschäftigten jüdischen Arbeiter ist jetzt klein. Das Lager der Arbeiter ist in Kineret 11. 80 Arbeiter aus diesem׳ Lager arbeiten jetzt an einer Straße von Kinereth nach Sc mach über Dagania. Bald werden sie auch reit dem Bau einer Jordan-Brücke beim Austritt des Jordan aus dem Kincreth-See beginnen. Die Arbeit an dieser Straße schließt ohne Defizit ab. An der Straße Tiberias — Tabcha, die vom Gdud Haawoda gearbeitet wird, arbeiten zirka 300 Arbeiter und 60 Arbeiterinnen. Die Entwicklung Tel-Awiws Jerusalem, 17. Oktober. (J.C. B.) Währenddes Sommers 1021 wurden in T et-Awiw140 ־ Gebäude errichtet, wovon 67 ein-, 22 zwei- und 6 dreistöckig sind. Auf 20 bereits bestehenden Häusern, wurden Stockbauten durchgeführt, während 25 Gebäude durch Zubauten von neuen Räumen erweitert wurden. Im ganzen erhielt Tel- Awiw 730 neue Wohnräume, worin Küchen und Baderäume nicht eingerechnet sind. A111 Straixle wurden Bad er und Restaurants errichtet. Vor der Vollendung stehen ebenfalls zwei andere große Neubauten, und zwar ein von der Hahoneh-Gesellschaft gebautes Hotel und die Raananija-Fabrik für Obstkonserven. Die durchschnittlichen Kosten eines Raumes belaufen sich auf 200 Pfund Sterling. Die Juden Tel-Awiws investierter» allein 140 000 Pfund Sterling in diese Neubauten Zu Tollers ״Masse Mensch“•) Die Heldin dieses Stückes heißt Sonja Irene. Und im Namen liegt bereits das Problem. Sonja: das weist auf jene russische Frauen, die glühend und fanatisch und vom Geiste besessen und gütig zugleich sind; uns bekannt in ihrer führenden Rolle bei allen Erhebungen des russischen Volkes, Irene aber: das ist der Friede. ln der Mitte des Stückes stellt so eine Sonja, von menschlicher Not gepackt und zum Handeln entschlossen. Sie gerät in den Wirbel der Revolution mit all ihren . Scheußlichkeiten — und wendet sicli ab. Denn nicht das kann der Sinn menschlicher Umwälzungen sein, an Stelle einer abgewirtschafteten Kaste durch Mord und Totschlag eine neue zu setzen, sondern nur dies: das frei verbundene Volk, die wahrhafte Gemeinschaft, herbeiführbar durch Glauben und Liebe. Eil» ungeheures Problem. Zur Debatte stellt, ob jener Dostojewski recht hat, der das Glück der Künftigen auch nicht um das Leid eines einzigen Kindes herbeigeführt wissen wollte; oder jener Lenin, der glaubt, daß die Menschheit mit Gewalt zum Guten geführt und allmählich daran gewöhnt werden könne, Zur Debatte steht letzten Endes, ob der Mensch von Natur aus gut oder böse ist; ob man an die Möglichkeit zur Umgestaltung menschlicher Herzen glaubt, daß sie von sich aus das Gute tun, oder ob man meint, die Autokratie des Guten mit Feuer und Schwert errichten zu müssen, durch Zwang und Gewohnheit. Der Kampf dieser beiden Anschauungen, durchkämpit in einer Brust, könnte von erschütternder Wirkung sein. Zumal ihn einer zu gestalten unternahm, der ihn nicht am Schreibtisch erlebte. Aber was herauskommt, ist künstlerisch unendlich schwach. Man empfindet mehr was einer geben wollte, als daß er es gegeben hätte! Wen nicht das Problem schon von selbst bewegt, unai»• ״ ״**•״' --- ־־■•»• »** uvi utmiHrr t( v\>lk bwrnc . Das Buch 18t bei öustav Kiepcuhauer, crschictkrcw