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Jüdische Rundschau · 1921-10-21 · Heft 84-85 (21.10.1921) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 84-85 (21.10.1921)
Date
1921-10-21
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 606 dcutung des J. N. F. heim Aufbau von Erez-Israel durchdruugen, j^chcn seine zahlreichen Mitarbeiter und Freunde mit verstärkter Energie daran, ihm die erforderliche!» Mittel für die Durchführung■ seiner Aufgaben zu beschaffen. Davon legen auch die im Monat Tischri planmäßig durcligeführten Aktionen zugunsten des J. N. F., die diesmal in den meisten Ländern s.tattfinden, Zeug- 11 is ab. Die Spcndensum me für die ersten neun Monate 1921 (bzvv. 1920) ergibt X SO 998 (100 535) und verteilt sich, in englischen Pfund, auf folgeude Länder: Vereinigte Staaten 21 SOS (18872), Meso!>otau11en 11715 (10 298), England 0155 (15 427), Rumänien 4827 (2288), Deutschland 4314 (5048), Argentinien 3189 (1314), Polen 2755 (3920), Erez-lsrael 2579 (2106), China (Shanghai usw.) 2531 (12084), NcihSecland 1950 (159), Oesterreich 1829 (1329), Australien 1806 (301), rscliedio- Slowakei 16S0 (2883), Jugoslawien 1010 (1782), Strait- Settlements 1410, Ostgalizicn 1224 (1351), Bulgarien 1113 (1300), Litauen (Kowno) I07S (117), Elsaß-Lothringen 10)8 (710), Holland 1007 (2188), Italien 903 (5S9), Lett- Land S59 (105), Bukowina 819 (332), Belgien 805 (1433), Finnland 704 (2), Indien 090, Cauada 612 (1832), Schweiz 021 (1000), Beliarabien 013 (170), Transsylvanien 578 (280), Westgalizicn 521 (1072), Schweden 485 Aegypten 330 (274), Griechenland 303 (1674). 15 tere Länder 1003 (1913 :20־ weitere Länder 4327). Die katastrophale Geldentwertung in den Ländern Mittel- und Osteuropas tritt in den Ergebnissen dieser neun Monate in Erscheinung. Trotz der in diesen Ländern durch außergewöhnliche Anstrengungen unserer Mitarheiter und Freunde gesteigerten Einnahmen in der Landeswährung ist das Gesamtergebnis für den J. N. F. gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres zurückgegangen. Die Fortschritte in den Einnahmen in ein-?einen Ländern mit guter Valuta konnten diesen Ausfall bisher nicht wettninclien. Es ist anziinehmeii, daß die in verschiedenen Ländern für die Herbst- und Wintermonate geplanten großen Aktionen zugunsten des J. N. F. das endgültige Jahresergebnis für 1921 günstig beeiiir flussen werden. JUEDISCH E RUNDSCHAU Nr. 84/85 (12), wei- Klctee Nachrichten Eine kommunistische jüdische Tageszeitung in Amerika. Der Moskauer ״Eines•‘ berichtet über im Zuge befindliche Vorbereitungen zur Herausgabe einer neuen jiddischen Tageszeitung unter dem Titel ״Der Eines“ in New York, die der Räteregienmg gegenüber eine wohlw 0 H e n d e mul ״mitfühlende“ Haltung eiunehmen wird. Dr. Feitlowitsch in Palästina. 15er durch seine Forschungen unter den F e I a s c h a s bekannt gewordene Dr. Feitlowitsch ist in Jerusalem angekoinmen. Er wird sich einige Wochen in Palästina aufhalten und begibt sich dann nach Amerika, um dort für sein Programm betreffend die kulturelle Hebung der Fclaschas Propagamla zu machen. Sitzung des arabischen Exekutiv-Komitces. Ende .September fand, wie J. C. B. meldet, eine Sitzung des Exekutivkomitees des arabischen Kongresses statt. Hauptgegenständ der Verhandlungen bildeten finanzielle Fragen, da die Aufbringung der Mittel für die 'amerikanische Reise der arabischen Delegation auf Schwierigkeiten stößt. Schließung der palästinensischen Abteilung des J. D. C. Dr. de Sola IY>ol, der bisherige Leiter des J, Ü. C, in Palästina, teilt mit, daß mit Ende September das palästinensische Büro vollständig geschlossen wird, nur die von seiten des J. D. C. gegründete Vorschußkasse wird unter der Leitung von Dr. Pool weiterbestehen. ...... ׳ V'i.i. Eii: und ihnen das Grab, nachdem er es wieder restauriert hatte, /!!erkannte. Aber bereits noch trüber, im Jahre 1508, schrieb der arabische Schriftsteller Mugir Edin über dieses Grab, es als einen heiligen Ort der Juden bezeichnend. Wo waren denn damals die arabischen Gelehrten und warum beanspruchte damals keiner von ihnen das Grab für die Araber? Wenn man die Ansichten sämtlicher jüdischen und christlichen Historiographen vom 10. Jahrhundert bis heute verfolgt, so findet man, daß sie alle dieses Gral! als jüdisches Besitztum bezeichnen. Wer sich nur halbwegs in der jüdischen Geschichte auskeimt, noch von den Zeiten Benjamins von Toledo (1170), Rabbi Psachiah aus Regensburg, Ramban, Owadiah aus Bartentir״, Isaak Caro her bis 1800, in welchem Jahre Moses Montefiore die Wölbung über dem Grabe wieder!!erstellen ließ, jeder, der etwelche Geschieht*• Kenntnisse hat, weiß, daß, wenn irgendein jüdisches Heiligtum in Palästina vorhanden ist, auf das bisher weder die Muselmanen noch die Christen Anspruch erhoben haben, dies das Grab Rabels ist. Es handle sich also jetzt darum, gleich jedem Versuch der Streitigmachung entgegenzutreten. (J. P. Z.) Bücher-Einlaaf Marx, Magdelcine! Weib, Roman. ״Mit Vorwort von Deutsche Ausgabe von Stefan im Rhein-Verlag. Ge- Henri Barbusse. Zwei g. Basel und 1,ew4 1I• Uel״.״v־tat 20 M. f r?u s'c,1' 1mtJ dcm Mann nie zu gestehen lylf *•(^gültiger Form gesagt, die Gefühle fwLr R, ^nd mit unend- Steten Zwei״'Zarth.e’t in3 Bewußtsein gehoben. ׳״״s־i״° “״n״״״ ״ Wilhelm Wundt, P'rob leine d״ vsit•״ Materialien und Richtlinien 1,7.״־ , unserer Tage. Z iw p Jude ״frage Missionsdirektor. 1921V Verlaiz Cf iw! ,6cl'a L־f j c >'י loh. — 11 M. vertag L. Bertelmann, Güters- Von Dr. Soskin. Wir bringen nachstehend das Kongreßreferat Soskins, da« wir aus Platzmangel im Rahmen des Kwngreßbericlites nicht wiede rgeben konnten. D, Red. Die Ereignisse des letzten Jahres, die allen in frischer Erinnerung sind, haben uns in noch viel höherem Maße von der Unzulänglichkeit unserer bisherigen Kolonisationsmetlioden überzeugen müssen, als ihr Öko- Hämischer Mißerfolg. Ich meine den nationalen Kampf mit den Arabern, die behaupten, wir möchten ihnen das Land nehmen und sie letzten Endes aus Palästina verdrängen. Wir müssen unsere Nachbarn in Palästina überzeugen, daß wir es nicht notwendig haben und daß es nicht unsere Ahsicht ist, sie zu verdrängen, daß es Raum genug gibt in unserem Lande für ein friedliches Zusammenarbeiten beider Nationen. Das, was ich als vorwiegendes System für unsere Kolonisation in Palästina aufstelle, ist Intensivismus. Das will sagen, daß der unvermehrbare Faktor, die Unterläge, auf der die landwirtschaftliche Produktion vor sieh geht, der Boden, in der intensivsten Weise ausgenützt werden muß. Ich fordere, daß mit ihm die größte Sparsamkeit getrieben wird. Die Intensivität der Landwirtschaft und somit audi der Kolonisation ist in mir wenigen Ländern so leicht durchführbar, wie in Palästina. Hier ist die Stärke der Sonnenstrahlen das kostbarste Element für das organische Leben. Und wir haben bislang nicht allein Land, sondern auch Sonne in Palästina vergeudet. Nur wenig Länder genießen den Vorzug einer intensiven Sonne während des größten Teiles des Jahres, und die Bemühungen der Landwirte, in den gegenwärtigen Zonen sind darauf gerichtet, auf künstliche Weise Wärme und Lieht zu beschaffen. Und dann das Fehlen von Frösten, die völlige Trockenheit etwa sechs Monate lang! Das sind überaus wertvolle Vorzüge Palästinas, die leider bislang nicht genügend geschätzt wurden. Sie alle haben von Kalifornien gehört mit seinen wundervollen Pflanzungen, die ich zu Anfang dieses Jahres besucht habe. Wir können Besseres schaffen, denn das Klima Palästinas ist besser als das Kaliforniens: wir hallen fast nie Temperaturen unter Null, während dort Nachtfröste nicht seiten sind. Sie kennen Aegypten. Unser Klima ist besser als das Aegyptens, das fast keinen Regen kennt und nur dort kultivicrbar ist, wohin das Nilwasser reicht, während wir etwa 550 111m Regen iin Jahre haben, die für die Landwirtschaft sehr gut verteilt sind. Palästina ist klimatisch unbedingt ein Vorzugsgebict. Es ist dies auch geographisch, was jedermann weiß. Was ich hier in Kürze sage, ist eine Ehrenrettung unseres Landes oder, wenn Sie wollen, seine Neuentdeckung. Denn Palästina wird nicht von seinen bisherigen Kolonisatoren gekannt und ist von ihnen verkannt. Wir halien in Palästina Verschwendung getrieben mit Land und Sonne. Die Intensität der Sonne reichte aus, um auf kleineren Flächen dasselbe Produkt zu erzielen. Mau ahmte aber Methoden gemäßigter Zonen und Länder von großer Ausdehnung nach, gab den Kolonisten größere Flüchen, als sie selbst haben zweckmäßig bearbeiten können. Unsere Kolonisation ist bis jetzt gekcmi/eiehiiet durch den Kampf mit der Fläche und als Folge daraus, durch den Kampf mit dem Arbeiter, den der Kolonist zur Bewältigung der Fläche nötig hatte. Wir haben nicht einen Kolonisten angesetzt, sondern neben ihm und mit ihm zwei arabische und im besten Falle einen jüdischen Arbeiter. Mein System der intensiven Kolonisation sucht das alles zu vermeiden: der Ansiedler erhält eine Fläche, die ihn ernähren soll durch seiner 1 lande Arbeit. Ich schaffe keine gottgewollte Abhängigkeit, indem ich Kolonisten und Häusler kolonisiere, die bei dein ersteren im Lohn arbeiten, sondern ich kenne nur Kolonisten! Idi gebe dem Kolonisten eine Fläche, die gerade groß genug ist, um mit seiner und seiner Angehörigen eigener Kraft bearbeitet zu werden. Die Fläche kann und muß klein sein, da wir in Palästina ein vorzügliches Klima haben, das die Pflaii/en/cllo das ganze fahr hindurch arbeiten läßt. Ich spreche, wie Sie sehen, in erster Linie von dem Klima, von der Sonne Palästinas. Die liodcnqualität ist von geringerer Bedeutung. Wir können sie auf kleinen Flachen verbessern. Aber die Sonne durch künstliche Wärme- und Lichtquellen in einem für die Landwirtschaft nötigen Umfange zu ersetzen, ist bislang unmöglich! 1 Wir haben ein kleines Land. Auch diese Tatsache j hat man iin Verlauf unserer bisherigen Kolonisation | übersehen. Aber unser Land ist nicht nur klein, son- 1 der« es ist zum größten Teile im Besitz, anderer. Ist 1 dies allein nicht Grund genug, nur an die intensivste 1 Ausnutzung des Bodens zu denken? Würde Palästina | in dem Gebiete der nördlichen Tundren liegen, wo die; Sonne größtenteils fehlt, die Verbindungswege und *alle 1 wirtschaftlichen Voraussetzungen primitiv sind, oder hätten wir ungeheure Flächen vor uns, ebenfalls mit unentwickelten wirtschaftlichen Verhältnissen, wie z. B. im russischen Osten oder in Argentinien, so hätten wir uns erlauben dürfen, den Ansiedlern extensive Wirtschaft auf großen Flächen zu empfehlen. Aber wir haben zum Glück ein Land vor uns, das am Mittelmeer liegt, mit einem wunderbaren Klima bedacht ist, dessen stets lachende Sonne Mensch, Tier und Pflanze, besonders die letztere, die nur auf Sonneuwiiriiie angewiesen ist, zur größten Produktivität anspornt, Deshalb ist die Kleinheit Palästinas und der Umstand, daß es zu einem großen Teile schon im Besitz anderer ist, kein Hindernis für die Verpflanzung von Millionen neuer Ansiedler in Stadt und Laad. Seine Kleinheit wirf kompensiert durch sein gesegnetes Klima. Nur müssen die richtigen Methoden gewählt werden. Diese Methoden müssen basieren auf der Ver- Wendung der größtmöglichen intelligenten und gelernten Arbeit auf der kleinstmögliehen Fläche- Das ist «lcr Intcnsivismus, dem gegenwärtig auch andere Völker klimatisch weniger bevorzugten Ländern nachsirebe״. Der Intcnsivismus in der Landwirtschaft ist die modernste und fortschrittlichste Bewegung bei den Völkern Europas und Amerikas, ja, auch Amerikas! Die Vereinigten Staaten, die Raum genug haben, um neben den hundert Millionen Menschen, die sie beherbergen, noch weitere hundert Millionen auf Flachen von der bisherigen Au»- dehnnng anzusiedeln, gehen jetzt zur Kolonisation auf kleinen Flächen über. Als ich Anfang dieses Jahres mit dein neuen Commissioncr General t'or Immigration in Washington sprach, sagte er mir, daß von mm ab den neuen Kolonisten nur ein Viertel des bisherigen Ausmaßes an Land gegeben werden soll, statt 160 acres nur 40, für Feldbau. Dies in dem unermeßlich großen Nordamerika mit seinem um vieles weniger günstigen Klima als das Palästinas. Daneben werden aber Ansätz.e des intensivsten Anbaues in vielen Gegenden Nordamerikas gemacht, wobei die Betriebsform der Truck farms, der wandernden Gemüsez.üchtereien erwähnt sein möge. Eine Farm Citics Corporation sucht die Gartenstadtbewegung auch in den Vereinigten Staaten populär zu machen. Und in Kalifornien gibt es die Durhain Colony, organisiert und geleitet von dem auf diesem Gebiete in Amerika sehr bekannten Prof. Elwood Mead in Oakland, dessen Mitarbeit für Palästina wir sichern werden, wo intensive Agrikultur auf kleinsten Flächen getrieben wird. Gibt es denn solche Kolonien, wie ich sie vorsdilage, anderswo, höre ich fragen? Ganz genau das gleiche gibt es nicht und kann es schwerlich geben. Die intensivstc Landwirtschaft kennen Sie schon in vielen Ländern Europas: in den Gemüse- und Obstzüchtcrvereiacii Hollands, Belgiens, Frankreichs, Englands, mm Teil Deutschlands, ln diesen europäischen Ländern der Undwirtschaftlichen Hochkultur sind es nur einzelne Bezirke, größtenteils in der Nähe großer 8tädte, die aber nicht allein für den Verbrauch dieser Städte produzieren, sondern vorwiegend für den Exp״״, So ziehen die Pariser Gemüsezüchter ihre schönen Gemüse hauptsäch! ch für den Londoner Markt. Es gibt aber Länder im Fernen Osten, deren ganze Landwirtschaft auf Millionen von Hektaren nur in der von mir für Palästina empfohlenen intensiven Weise betrieben wird. Das sind China und Japan. Ich habe mich auf meiner letzten Reise überzeugen können, wie kunstvoll die Landwirtschaft auf kleinsten Flächen in diesen Ländern getrieben wird. Es ist Ihnen allen bekannt, daß diese Länder des Ostens die dichteste Bevölkerung auf dem Erdboden einzig und allein durch ihre intensive Landwirtschaft ernähren, die so hoch stellt, daß die Westler sie noch lange nicht erreichen werden. Nicht allein wegen ihrer weisen Geset/gebung, die den Großgrundbesitz, die Grundlage des Extensivismus, unmöglich macht, sondern auch wegen der Intelligenz, mit der sie ihren Buden bearbeiten, vielmehr pflegen. Was ich aber in Spanien gesehen habe, könnte vielleicht als Prototyp der von mir empfohlenen Kolonisation bezeichnet werden.!eh ging nach der letztjährigen Londoner Jahreskonferenz nach Spanien, um die bewässerten Kulturen Valencias zu sehen. Als ich in London den spanischen Botschafter, Senor Alfonso Merry del Val, über die Gebiete befragte, die vom Standpunkte der intensiven Landwirtschaft besonders sehenswiirdig seien, nannte er mir Sanlucar de Barraineda in der Nähe von Xe res de la Frontera, wo 111.111 schöne Melonen auf Saiiddüneti mit Hilfe von Meerwassu zöge. Mich interessierte die Sache ungemein: Sanadünen und Meerwasser haben wir in Palästina mehr ab nötig. Als ich dann in Madrid im Ministerium de. Auswärtigen erfuhr, daß es in der Nähe von Sanlucar de Barratneda eine Kolonie gibt, die auf der Kultivicrung kleiner Parzellen sandigen, sehr sandigen, wie ich mich später überzeugen konnte, Bodens basiert, u!:>! daß diese Kolonie eine von mehreren ist, die das Resiiltat der erst seit zehn Jahren inaugurierten inncreu Kolonisation Spaniens darsteileii, beschloß ich, noch vor Valencia nach Xeres zu gehen, um diese Kolonie au Ort und Stelle zu sehen. Was ich in Monte Algaida, das ist der Name der Kolonie, sah, übertraf meine Erwartungen. Es handelte sich nicht um die Bewässerung von Melonen mit Meerwasser, sondern um eine Klein- Siedlung! i!1 der Nähe der kleinen Stadt Sanlucar de Barrameda fand ich auf reinem Dünensand eine Kolonie von 200 Familien errichtet, die 1913 ins Leben gerufen worden war auf Grund des spanischen Gesetzes über innere Kolonisation in Spanien vom Jahre 1907, Etwa 50 Kolonisten haben Parzellen von 2 ha Größe, aut denen sie Weinbau treiben — das ist der Teil, der trockene Kultur betreibt — und 150 sind im Besitz von je 1 ha des erwähnten Dünensandes, in welche!« eine Vertiefung von 1 bis 1 Vj m gemacht wurde, au 11 deren Grund die angebauten Pflanzen mittels ihrer Wurzeln das Grundwasser erreichen können. Das sind die sogenannten Navazos, die seit alten Zeiten in der Nähe von Sanlucar am Meeresstrand bekannt waren und die den spanischen Botschafter in London zur Acußcrung berechtigten, daß auf Meeressand mittels Meerwasser Melonen gezogen werden.!11 der Tat handelt es sich liier vielmehr um Regenwasser, das durch den Sand durchsickert und sich in den tieferen Schichten ansainmelt. Wird eine genügend tiefe Aushöhlung in der Düne gemacht, so können die auf der Sohle der Aushöhlung — des Navazo — angebauten Kulturen durch ihre Wurzeln Wasser aus der Tiefe

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