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Jüdische Rundschau · 1921-10-14 · Heft 82-83 (14.10.1921) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 82-83 (14.10.1921)
Date
1921-10-14
Page
– (sequence 6)
Language
German
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ו •i!י׳ ו נ 1 » Seite 600 JUUDISCHE RUNDSCHAU Nr. 82/83 Die Orf׳a1isa»io11G1i££8־ j Von Dr. Moritz Bileski,! (Seliiuß.) II. Landesverbände un!d Fülle ra t ione». Für die Stärkung der Organisation wird cs auch erforderlich sein, daß wir regionale Verwaltung»- bezirke der prg.1nisatk»n schaffen, die heute in Wirklichkeit fast überall juodi fehlen. Die Landesverbände haben diese Bedeutung, die ,sie hiiben müßten, heute nicht, weil Jlie Föderationen außerhalb ihres Rahmens stehen. Auch <1:1, wo eine Verbindung be* steht, können sie sich jederzeit!auf ihre Selbständig1keit berufen, so daß ständig ■Veriiandlunge.!! und Vertrüge notwendig sind. Es müßte festgcstellt wenleif, daß die gemeinsamen Aufgaben der Organisation ausschließlich und unter Teilnahme aller Zionisten durch den Landesverband erledigt worden, innerhalb dessen (die Föderationen sich zur Geltung bringe» könne». Der Begriff der gemeinsamen Aufgaben wäre zu erörtern. Es ist aber schon jetzt unzweifelhaft, daß s׳a wichtige Gegenstände, wie die Vornahme der Kongreßwahlen, die Beteiligu»״! an der Immigration, die allgemeine Propaganda, die Aufbringung der Geldmittel für Wie allgemeinen Fonds, hierzu;gehören. Es muß zur Selbstverständlichkeit werden, daß diese Gebiete, über deren zentrale Steilung im ׳zionistischen Aufgabenkreis nicht mehr zu sprechen ist, einheitlich und unter gleichmäßiger Beteiligung alter Zionisten eines Lande!! bearbeitet werden. Es geht nicht an, daß z. B. die!!Tage, ob und wie Zionisten eines Landes sielt an der Keren 11 aj e ssoil - Aktion zu beteiligen haben, »och Verhandlungen zwischen verschiedenen Gruppen notwendig macht. Die Betonung der territorialen Zusammen- Fassung der Zionisten gegenüber den Föderationen erscheint nicht nur aus dem wrganisationsteclmischen Gesichtspunkt der Einheitlichkeit und der Abwehr ,umnutzer Zersplitterungen notwendig. Wir müssen uns überhaupt fragen, ob wir nicht bereits unter einer, Ueberspannuug des Föderationsprinzips leiden. Der Gedanke der Föderationen, der die ■Organisation in bestimmte Anschauungsgrupjien teilt und von ihnen bewegt werden läßt, entspricht einem natürlichen politischen Gefühl und ist daher bestechend. Es ist aber sehr fraglich, ob heule schon die Möglichkeit besteht, innerhalb der zionistischen Bewegung eine richtige, über Aktualitäten hinausgehende Gliederung nach Anschauungen vor zun. eh men. Unser ■Werk ist noch nicht weit genug, wir können heute nur an wenigen Stellen sehen, aus welchen Gründen und nach welchen Grundsätzen unsere Wirklichkeit die Meinungen sondert und zusammenfaßt. Die vorhandenen Gruppierungen sind dogmatisch, ohne Berücksichtigung der zionistischen Empirie zusammcngestellt. Ueber die Fragen der Bewegung, die für die politische Gegenwart wirklich * wesentlich sind, werden keine oder 'wenigstens keine erheblichen Meinungsverschiedenheiten• zwischen de» vorhandenen Anschauungsgruppen ausgetragen. Fragen zweiter und geringerer Ordnung aber geben zu stür* mischen Kämpfen Veranlassung, die unterbleiben könnten, weil sie inehr zufällig als notwendig sind. Das zeigt die innere Unzulänglichkeit des Föderatiousprimips. Seine nachteilige Wirkung wird dadurch gesteigert, daß es häufig zu einer gewissermaßen spielerischen An- Wendung politischer Methoden verführt, zu einem Aufwand von Fraktions- und Parteimechanismus, der unnütz ist, weil er den tatsächlichen. Differenzen una»- gemessen ist und den tatsächlichen ,Verhältnissen nicht gerecht wird. Audi aus diesen inneren Gründen gewinnt der zwar schon reidüidv abgenutzte, aber in unserer heutigen Situation nochmehr als früher richtig(; Gedanke an Bedeutung, daß die verbindenden, cinheitliehen Züge ־unserer Ansdiauung ,maßgebend sein müssen!, weil die notwendige, einheitliche Kraftanspannung Einheitlidikeit der Handlung erforderlich macht. Es ist bedauerlich, daß der Kongreß das Föderationsprablem keineswegs unter diesem Gesichtspunkt behandelt hat. Er hat sich vielmehr dent Föderation»-, gedanken recht günstig gezeigt. Die notwendige Regelung des Verhältnisses zwischen Föderation und Landsmannschaft ist nicht einmal versucht worden. Dagegen bat mau für die Födernti011s.l>ild1mg das Erfordernis der ״besonderen Anschauung“ gestrichen. Man hat also die Möglichkeit der Bildung von ,Gruppen, die aus dem Landesverband hcransfallen, und damit dio Zersplitterung der arbeitenden, Organisation noch •mehr erleichtert. Vor allem aber hat in der Frage der Leitung der Palästinaäintcr der Föderationsgedanke einen!ungebührlich großen Erfolg errungen: die Palästinaäintcr der einzelnen Länder sollen von einer Kommission gtv leitet werden, bei deren Zusammensetzung die Partei- Verhältnisse zu berücksichtigen sind. Dieser Beschluß, der schleunigst beseitigt werden müßte, bringt eine schwere Gefahr mit sich. Er macht eine sachgemäße Arbeit umiiöglidb. Ein Amt, das reine, un politische Verwaltungsaufgaben zu •erledigen hat — es handelt sich um die 1 m migra t iion sa rbei t — kann nicht von einer ■mehrköpfigen, nach Parteigesichtspunkte» zusammengesetzte» Kommission geleitet werden, ohne daß die sachliche Arbeit geschädigt und ohne Notwcndigkcu ׳unter parteipolitische Gesichtspunkte gestellt würde. Bei der Leitung dieser Aemter kömmt es ausschließlich auf die fachliche Leist ungsfähi״- keit an, diese aber wird geradezu bekämpft, v.cmt d!e Leitung in den Händen einer parteipolitisch zusammengesetzten Kommission liegt. Die Gefahren des hier *«gewendeten Systems sind um so größer als aus den oben erwähnten Gründen unsere heutigen Partei-;Gruppierungen keineswegs eine Auswahl in dem Sinne hervorbringes*, daß die Parteien im »kt die besten Leute der Bewegung in die führende» Stellen bringen. Der Beschluß kann leicht dazu fuhren, d;(!',׳ das amerikanische Beutesystem, nach dem die Aemter der herrschende» Partei gehören mul vv>11. ihr als Mittel des Drucks, (der Werbung und Belohnung benutzt werden, vielleicht in ■modifizierter, aber im Grundsatz doch unberührter Form in unsere Verwaltung hincingctragen wird. Wir haben aber das größte Interesse;in■ der Ausbildung; ■einer mir :!weh Leistungen zu• beurteilende», nicht von äußeren Einflüssen abhängigen Beamtenschaft. Der Gcdanke, der dun erwähnten Beschluß zugrunde liegt, kan» weiter dahin führen, daß bei allen wichtigen!»>- struimente» tin.serev Kolonisation die Berücksichtigung der Parteiverhiiltuisse gefordert wird. Dann würden die Werkzeuge der Kolonisation Gegenstand des ]>051— tischen Kampfes und damit untauglich für ihre wirtschaff liehen Aufgabe» •werden. Wir müssen darauf achifi!, daß die Fidfvmnng vom •]xilitisdicn Getriebe, die bei allen unseren, wichtigen WirtsdiaftsiostruJiientem bisher selbstvcrsFändlidv war, gesichert bleibt. Alle» Organe», die für die Kolonisation und Immigration geschaffen weide», muß die Möglichkeit erhalten werden, sich ausschließlich und unbeirrt »ach dem nationalwirtschädlichen Gesichtspunkt zu orientieren. Die Frage ist, was geschehen kann, tun die Gefahren des Föderatioasprinzips aus/uschalten. Daß man die Föderationen dazu bringen kann!, ihre Ansprüche cinzuschränkcn, ist umwahrsclveinlidi. Der Weg tmifi vielmehr sein, de» allgemeinen, an die heute vorhandenen Föderationen picht gebundenen Zionismus starfc zu niadten. Will der allgemeine Zionismus mehr Geltun״ gewinnen, so muß •er nicht mir mit einzelnen I/er* sionen, sondern ■mit der Masse seiner Angehörigen sich um die allgemeine» Angelegenheiten der Organisation kümmern. Es darf nicht mehr Vorkommen, daß die wichtigsten Handlungen und Unterlassungen geschehen,!ohne daß eine ■erregte Teilnahme der Organisation ihre Wirkung beweist. Die aktive Rolle der Organisation,!die Notwendigkeit, daß sie durch lebendige Teilnahme den Führern zeigt, daß sie;richtig und, unter Umständen, daß sie falsch gehandelt habe», muß! dem allgemeinen Zionismus mehr ,als bisher klar werden. Wen» der allgemeine Zionismus dieser Verpflichtung nachkominen will, dann darf er nicht, u'ie es in matidica Ländern heute der Fall ist, eine Gruppe von älteren Zionisten bleiben, die durch ihre historische» Verdienste mul durch die parteimäßige Ablehnung anderer, in Föderationen vorhandener Anschauungen gekennzeichnet sind. Er muß die Verbindung jnit den nun schon zahlreichen Generationen des zionistischen Nachwuchses Wiedergaben. Er muß zeige», daß; er eigene Gedanke»!und neue Kräfte hat, die den Forderungen der zionist» sehen Gegenwart genügen können. Vielleicht ist diese Belebung und •Verjüngung des allgemeinen Zionismus eine Aufgabe, die der deutschen Organisation heute eine besondere Stellung im allgemeinen Zionismus zuweist. Hier ist cs gelungen, den allgemeinen Zionismus mit den jüngeren Generationen in lebendiger Berülvrung zu halten, Tradition und neue Kräfte zu ver- (binden Die Möglichkeit, die hier dem deutschen Zionismus gegeben ist, führt zum Ausgangspunkt zurück, zu der ■Verpflichtung, den allgemeinen Fragen der Organisatfon mehr als bisher Interesse imd Arbeit zuzu wenden. 111. Thüringer Zionistentag in Erfurt Am <). Oktober traten die Thüringer Zionisten in Erfurt zu einer Tagung zusammen, um den Bericht ihres Kongrclklelegicrten, Schocken Zwickau, entgcguizimehnieii und die Konsequenzen daraus zu ziehen. Die gut beschickte Tagung (nur die Gruppe Gera war unvertreten) war von A11 tan;־׳ an von außerordentlich starkem zionistischen Willen beherrscht. In! Vordergründe stand die Frage des Keren Hajessod, Die Berichte der Gruppenvertreter ergaben, daß in Erfurt und Gotha bereits recht gute Resultate erzielt waren, auch in Nordhausen sei ein befriedigender Anfang gemacht, ln den übrigen Orten war mangels geeigneter Arbeitskräfte so gut wie nichts geleistet. Es wurde deshalb eine Keren H a j e s sod - K o m m i ss i« 11 für Thüringen gewühlt, welcher außerordentliche Vollmachten übertragen wurden. Sie hat das Recht, persönliche Dienste von allen Zionisten zu verlangen, und es kam klar zum Ausdruck, daß dieser Beschluß ernst gemeint war und daß die anwesenden Teilnehmer bereit waren, sieh ihm unterzuordnen. Sie hat ferner das Recht, sämtliche Zeiclimingen von Zionisten nachzuprüfen, in Zweifelsfällen Aufschluß über die Verinögcnsvcrhältnisse zu verlangen und Zeichnungen, die dem Maassergedanken offenbar nicht entsprechen, zurikkzuweisen. ln die Kommission wurden gewählt: Dr. Wolfhciin, Sandbank, Dr. Lippmanu, Dr. Klein (Erfurt), Ullmann (Tiefenort), Dr. Noack (Gotha). Nachdem Schocken über die Behandlung der Keren Hajcssod-Fragc auf dem Kongreß iicrichtct hatte, wurde noch folgende Resolution Baumgart-Jacobsohn angenommen: ״Das Keren Hajessod-Koinitce für Thüringen wird beauftragt, die Durchführung des Beschlusses des Karlsbader Zionistenkongresscs, daß die Maasser-Pflicht (d. 11. die Abgabe‘von 10 0/0 des Einkommens und Vermögens in den nächsten fünf Jahren für den Keren Hajessod) für jeden Zionisten bindend sei, bei allen Thüringer Zionisten durchzusctzen.“ Zur Frage der weiteren Organisation des j Gruppenverbandcs wurde beschlossen, dem Vorstand der Ortsgruppe Erfurt die Geschäfte des Vorstandes des j Gruppenverbandcs zu übertragen. Als Vertrcterversamin- I 11mg des Verbandes wurde eine besondere Körperschaft j eingesetzt, in die jede größere Ortsgruppe (Erfurt, Gotha, Nordhausen, Gera) je zwei Vertreter, die übrigen Orte je einen Vertreter zu entsenden haben. Nicht in Ortsgruppen organisierte Zionisten haben sich unmittelbar dem Gruppenverband anzuschlidkn; der Beitrag wurde für diese auf 10 M. monatlich festgesetzt, dafür ist jedem Zionisten die ״Jüdische Rundschau“ zu liefern, außerdem wird der Verband Redner auf seine Kosten entsenden Es wurde ferner der Antrag Wolfheim angenommen- ״Es wird allen Thüringer Gruppen zur Pflicht macht: b ' 1. die Einziehung einer zeitentsprechenden Zionisten- Steuer energisch zu betreiben, 2. ein lückenloses Adressen material der T11ürin״er Zionisten der Zentrale (Vors. Dr. Wolfheim, Erfurt Anger OS) in kürzester Zeit zur Verfügung /J stellen.“ Zur Al i ja h- Frage berichtete Dr. Klein (Erfurt) daß es notwendig sei, Mittel aufzuhringen, um den Thüringer Chaluzim, die ihre Ausbildung abgeschlossen hätten und nach Palästina reisen könnten, die Gelder darlehnsweise vorzustrecken. Schocken (Zwickau) be• merkte, daß es vorläufig ausgeschlossen sei, daß Keren Hajessod־( k-Ider dafür hergegeben werden konnten Noack (Gotha) berichtete, daß es ihm gelungen sei' Gothaer Logenkreise für die Alijah zu interessieren. Der dortige Logenpräsident habe selbst eine Sammlung dafür in die Hand genommen. Es wurde darauf beschlossen einen Fonds von 20 01)0 M. für Alijah und Hachanah zu gründen. Der Betrag wird auf die einzelnen Grupptn nach ihrer Zahl und Leistungsfähigkeit umgelegt vierden. Gelder, die bis zum 1. Januar 5922 nicht autgebracht sind, werden von den einzelnen Zionisten wie Mitglicdsbeiträge eingezogen werden. Die Maasserpflicht für den Keren Hajessod wird dadurch nicht berührt. Am Schluß der Vormittagssitzung machte dann Schocken noch vertrauliche Mitteilungen über die Stirnmung und die Arbeit auf dem Kongreß. Nachmittags berichtete Schocken in einer öffentlichen Versammlung über den XII. Kongreß und seine Bedeutung für die Judenheit. Der zirka 200 Personen fassende Saal des ״Erfurter Hof“ war überfüllt, man sah neben Zionisten aus fast allen Orten Thüringens Vertreter der jüdischen Organisationen Erfurts, der (!cmeinde, der Loge, des Zentralvcreins. Auch aus anderen Orten Thüringens waren bekannte Führer der Nicht- Zionisten zu dieser Versammlung nach Erfurt gefahren. Nach einer hebräischen Begrüßungsansprache Sandhanks' (Erfurt), der besonders betonte, daß jetzt endlich der Augenblick der Tat gekommen sei, sprach Schocken in seiner schlichtem, sachlichen aber eindringlichen Art über die Vorgeschichte der Probleme und ihre Behändhing auf dem Kongreß. Der objektive, aber dabei doch persönlich gefärbte Bericht verstand es, ein Bild des Kongresses lebendig zu machen und das Verständnis für seine Arbeit zu vertiefen. Nach kurzen üiskussionsbemerkungen des Dichters Kronberg (z. Zt. Erfurt), der bekannte, daß er, der Verächter des Geldes, cinsehen müsse, daß auch die Hergabe von Geld ein großer, symbolischer Akt sein konnte, und von Noack (Gotha), der darauf hinwies, daß die Hoffnung bestände, in der gemeinsamen Arbeit für den Aufbau Palästinas die Judenheit der Welt wieder zu einem einheitlichen Willen zusammenzufassen, nahm Schocken nochmals zt: senz geistvollen Schlußbemerkungen das Wort. Er zeigte an Beispielen der Thüringer jüdischen Gemeinden, welche Zähigkeit die Juden allen Verfolgungen und Assimilations- ' bcstrebungen gegenüber schließlich doch bewiesen hätten, warnte aber davor, darauf zu warten, daß die in Berlin sitzenden Führer der deutschen Juden sich der Stunde gewachsen zeigen würden. Das könnte nur geschehe»,•wen» hervorragende, klardenkende Juden der Provinz mit dem Beispiel vorangingen. Nicht ohne Pikaiiterie war sein Hinweis, daß Rudolf Mosse, dessen ״Berliner Tageblatt“ in unwürdiger Weise die jüdische Entwicklung lange Zeit totgeschwiegen und höchstens einmal feuillctonistisch behandelt hätte, aus Griitz, der Wirkungsstätte des Rabbi Eliahu Giitmacher gewesen sei, in dessen Glieder er wahrscheinlich seine erste Ausbildung erhalten hätte. Die Stimmung der Versammlung (und damit die der ganzen Tagung) drückte sieh in der folgenden Resolution aus, die von der zum großen Teil aus Nichtzionisten bestehenden Versammlung ohne Widerspruch angenoinmen wurde: ״Die öffentliche jüdische Versammlung in Erinrt am 7. Tiscliri 56S2 hört aus dem Berich! über das unaufhörliche Wirken ihrer Brüder in der Welt ihre eigene Aufgabe: nachzuahmen und fortzusetzen, was zum Leben des jüdischen Volkes und jedes einzelnen jüdischen Menschen gehört, den Weg nach Erez-Isracl zu finden und zu ebnen. Sie will jetzt zum Ausdruck bringen, daß sie gewillt ist, immer so zu tun.“ Es sei dem Berichterstatter noch eine persönliche Bemerkung gestattet. Wir haben wieder einen Tag erteilt voll starken zionistischen Willens, wir haben den Flügelschlag der jüdischen Geschichte rauschen gehört und durften uns liingehen dem stolzen Gefühl, Opfer bringen und Saatkorn sein zu dürfen einem kommenden, blühenden, jüdischen Leben. 111 dieser Stimmung haben wir Beschlüsse gefallt, die große Opfer von uns ver• langen, schwere Lasten haben wir uns anferkgt. Es sei klar gesagt, daß diese Beschlüsse Geltung haben auch im Alltag, und daß wir, um sie durchzufitbren, diese opferwillige Stimmung mit hinübernchmen müssen in den Alltag. Das Keren Hajessod-Koinitce für Thiinngen besteht aus Männern, die sich nicht mit einer schönen Geste an einem Feiertage begnügen werden. Wir sind entschlossen, von den uns übertragenen Vollmachten u1,׳- eingeschränkt Gebrauch zu machen. Wir verlangen zunächst, daß alle Thüringer Gruppen und Einzelzionisien sofort und ohne besondere Erinnerung an die Ausführung der Beschlüsse des 111. Thüringer Zionistentages gehen. Noack. Hebräischer Kurs der Gruppe Süd Die Gruppe Süd der B. Z. V, eröffnet nach den Feiertagen einen hebräischen Anfängerkurs, der zweimal wöchentlich statthnden soll. Gesinnungsgenossen!, die be־ absichtigen, un dieser» Kurs teilzuncInnen, wollen sich an den Vorsitzenden der Gruppe Süd, Herr» Finn, NeurTcmpelhof, Kaiserkorso 05, wenden

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