Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVI (1921)
- Issue
- Heft 80 (7.10.1921)
- Date
- 1921-10-07
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 54״ JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 80 in den altarabischcn Dörfern ein ähnliches Bild vor uns wie in der Feldgemeinschaft des germanischen IXorfes. Nur haben wir es in Palästina durdigcheivds mit der Z\veifcklenvirlsdnft zu tun, im übrigen kennt 111 an die Genossenschaft, arabisch Ham ule, mich liier. Von ihr wird das Feld gemeinsam bewirt- *schäftet, aiid’i die bekannte Erscheinung des P'lurzwnngcs findet sich in der arabischen Laudgcnosscnsdiaft. Infolgedessen" sind die Mitglieder einer Ham ule gezwungen, die verschiedenen Wirtsehaftsarbciten auf dein Felde zusammen innerhalb einer bestimmten Zeit auszulülvreu׳'׳!.“ (die Genossenschaft als Wirtschaftsform dürfte also dein Araber nicht fremd sein. Die Araberfrage ist letzten Endes eine Fellachen* und keine Effemlifrag«. Beweisen wir «mslluift der Majorität der Araber, daß wir Orientalen, Juden, Brüder sine!, dali wir sie im politischen und wirtsdhaftlidvcn Kampfe ״egen ihre Feudalherren unterstützen, dann werden wir 1ms nicht nur viele der heutigen Gegner zu Freunden machen,;sondern Bundesgenossen im Bildringen gegen die arabischen und jüdischen Ausbeuter der’ F'ellaeiteii finden. Wir müssen die Fellachen in unsere!» _ Wirtsdiafts* Organismus cingliedcrn. Das kann auf zweiere! Wegen geschehen: 1. durch Bildung arabischer Genossen-• schatten; 2. durch Bildung arabisch-jüdischer Genossenschalten. Solange die kaufkräftige Bevölkerungszahl der. Landes ' nicht atwvädtst, werden ‘viele Produkte auf extensive arabische Art liorgcstellt werden müssen, weil sich eine rationelle aber kostspieligere europäische Produktion nicht rentiere» würde; Z. II. sind handgewebte Kleider und Leinwand in Palästina zu Preisen erhältlich, die 1mglaublich niedrige; sind als europäische Waren gleicher .Schönheit uikI gleicher Güte. Die arabischen Frauen weben als Nebenbeschäftigung und schätzen ihre Zeit sehr niedrig ein. Jeder Palästinenser wird ferner Bescliüftigtmgcn aufziihlcii, die von Juden im allgemeinen ungern oder schlecht ausgeführt werden. In diesen und anderen Fällen ergibt sich von selbst die Notwendigkeit einer genossenschaftlichen Organisation der arabischen Arbeit. Daher wird die S c'11 u i un g e incr g 111 ׳ ü g e n- <10 11 Anzahl von arabischen Vorarbeitern ebenso Aufgabe der jüdischen Gemein Wirtschaft sein, wie die Kredithilfe an diese arabischen Zellen im jiidischcn Wiiisdiaftsorga.oisimis. Die arabischen Genossen werden keinen jüdischen und keinen arabischen Herrn haben, sie weiden für eigene Rechnung unter der Leitung eines gewinnbcteiligte» Vorarbeiters arbeiten, der ihnen vom gewerkschaftlichen Facliverbnml zu;rewiesen wiid. Die einfachen Fellachen werden in der ersten Zeit diese Wandlung des Arbeitsverlüiltnisses nicht vollständig erfassen. Hauptsache ist dann, daß wir einen Stab wirtschaftslumdigcr arabischer Vorarbeiter bckommen. Sobald aber die jüdischen Genossenschaften nur einiger!!!allen wirtschaftlich gesichert sind, dann werden arabische Kooperativen auch für solche Fachverbände gegründet werden müssen, in denen bisher die jüdische Arbeit vorherrschte oder ausschließlich verwendet wurde. Je stärker die jüdischen Genossenschäften sein werden, desto mehr wird auch die Zahl ihrer arabischen Arbeilsgennssen anvvacJisen. Der wirtscluftliche numerus clausus für arabische Arbeit innerhalb der jüdischen Gcmeimvirtscliaft muß sich organisch zuletzt aufheben. Die Araberfrage bedeutet nicht Aus- Schaltung, sondern unschädliche Eingliederung der arabischen Arbeit in den jüdischen Wirtschnfisorgniusmus, Das fetzte Endziel ist die palästinensische, die jüdisch-arabische Gemein Wirtschaft, Sollte mangels jüdischer Arbeitskräfte bzv. gleichwertiger jüdischer Arbeit, sich in einzelnen jüdischen Genossenschaften die Verwendung von Fellachen als notwendig erweisen, so wird dies auf streng genossenschriftlicher Grundlage geschehen. Auch die letzten Spuren des kapitalistische» Lohnsystems werden aus unsere!} Genossenschaften entfernt werden müssen. Der in jüdischen Genossenschaften arbeitende Araber ist Chawer, ist Genosse und besitzt daher alle Rechte und Pflichten eines jüdischen Genossen, er bezieht den vollen Lohn und Gewinnanteil eines jüdischen Genossen der gleichen Arbeitskategorie. Araberarbeit kann also innerhalb der jüdischen Gemein Wirtschaft niemals billiger sein als jüdische Arbeit. Naturgemäß ist in der ersten Zeit diese Verwendung arabischer Arbeitskräfte sehr begrenzt. Aber seihst ein geringes Vorhandensein arabisdier invd arabisch-jüdischer Genossenschaften innerhalb unserer Gemein Wirtschaft dürfte den wirksamen beginn einer Lösung der Araberfrage zur Folge haben. Denn wenn wir 'dein ausgcbeuteten Fellachen weiden ArbcitsmöglichkeiU-n geben können, die ilun den vollen Arbeitsertrag abwerfen, dann wird bald das Fellachenproblem verschwinde» und nur das Effcndipioblcm verbleiben. Unsere politisch und ökonomisch freien arabischen Genossen werden aber Bundesgenossen im gemeinsamen politischen und Ökonomischen Kampf gegen die Effcndis sein. Das ara* bische Feudalsystem wird ebenso ruiniert w׳erden wie der jüdische Kapitalismus, wenn kein Araber und kein Jude mehr gezwungen sein wird, Lohnarbeit zu verrichten und wenn der Segen genossenschaftlicher Eigenarbcit alle Bewohner des Landes zu einem solidarety tiauzen zirsammcnschweißen wird. Dann wird Friede ui Erez-Israei sein, weil die letzte Ursache aller Krie״c, der Brotneid, aufgehört haben wird, den Juden und den Araber gegeneinander zu hetzen. Das Wort vom arabischen Bruder wird keine Phrase sein, sondern Wahrheit werden. lioinL^w,״ *u'UVrt,t״'Vl,,!>i,e •J״disc!lc Kolonisatio lasttnas, München 1914* Verlag Ernst ReaulviTdt *יי Inwieweit die Ham״Je mit dcrSachtunß׳ staatlidicn . fi״ ßanzcs Dorf zusammen kann juangtls ausführlichen Materials hier »idit sudit werden. Jedenfalls ist es auf fähig dalt da nosscnschaftsprmzip i!!sofern teilweise wfoder .Wl1die einzelnen Täte «K£n, - jfciröcl Einsetzung der Stadiverwalfnng von Tel-Awiw Jerusalem, 28. September. (J. C.;B.j Die 130völkerujig von Tcl-Awiw hat in offizieller Weise ihre Stadtverwaltung eingesetzt. Die Stadtverwaltung vornnstaiteie hingegen in den neuen Amtsxäumcn einem Empfang, an dem sämtliche Mitglieder <Jer Stadtverwaltun,״, wie auch die gewesenen!Mitglieder des Tel- Awivv-Ratcs, tcilnahmerv. ' Bodcnankäafe der rumänischen Achusa in Palästina Die Delogierten der nuniinisehen Gesellschaft Achusa haben mit Dr. Brünn aus Clmlera in Karlsbad einen Vertrag über den Kauf von 5001) Dunairi Ackerboden zwecks Kolonisation in Palästina abgeschlossen. Die Kolonisation soll stufenweise erfolgen. Bis zum 1. Januar 1923 sollen dort 50 Fainilicnhäuser erbaut werden. Die Achusa soll sich den Kauf von weiteren 3000 Dunam für 1200 Familien gesichert haben. Streik in Rischon Ic Zion Jerusalem, 20. September (J. C. ft.) ln Rischon 10 Zion hat jüngst ein kurzer Streik in der Kelter stattgefilmten. In der Keller arbeiten in der Saison die Arbeiter 12 Stunden. Hierfür pflegten sie in früheren Jahren einen Arbeitslohn von 2 Tagen zu erhalten, ln diesem Jahre weigerten sich die Arbeitgeber, diesen Lohn zu zahlen. Es kam zum Streik, der jedoch nur einen halben Tag dauerte. Es wurde ein Schiedsgericht eingesetzt, das die Arbeitgeber verpflichtete, für die Ucbcrstundcn einen besonderen Lolin zu ■zahlen. Verurteilung der Angreifer auf Recbobslh Jerusalem, 21. Septemjicr. (J, C. li.) In Jaffa wurde der Prozeß gegen die^Araber, welche im Mai die Kolonie R e cliobo i h angegriffen haben, zu Ende geführt, Ein Angeklagter wurde zu zwei Jahren, zwei m einem Jahre Gefängnis verurteilt. Das Schicksal von Chalda Jerusalem, 21, September. (J.C. B.) Die Natioualfondsfann Chulda hat seit dem Kriege sehr gelitten, Line der Hauptursachen war der stiüvdige Wechsel der Bebauer. Nunmehr ha* die!andwirtschaftliche Zentrale der Arbeiterorganisation bcschlossen, dort eine Kwuzah ständig anzusiedcln. Man erhofft davon eine Besserung der Lage. Landwirtschaftliche Kurse in Mikwefi-Israel J e r u s a I e in , 21. September. (J, C. B.) Wie im vorigen Jahre, finden auch in diesem in Alikwch-Israel landwirtschaftliche Kurse statt, welche von der Arbeiter- Organisation veranstaltet werden. Unterrichtet wird diesmal Geflügelzucht, Bienenzucht lind Viehzucht, Für SO Teilnehmer ist ein Stipendium ausgesetzt worden, um ihnen die Teilnahme zu ermöglichen, Palästina-Andenken für den Palästinafonds. Eine Ladung von Andenken aus Jerusalem ist in England eingetroffen, 11111 zugunsten des Fonds verkauft zu werden, den Sir Herbert Samuel für die Aufrechteiiialtung alter Gebäude und Plätze und für die Unterstützung von Krankenhäusern und Wolilfalirtseinrichtungen im Heiligen Lai He gegründet hat. Darunter befinden sich: J o rd an w a s s e r in einfachen Glasflaschcn, die von eingeborenen Arbeitern in Hebron hergestellt sind, wo die Glasindustrie jahrelang bestand; Erde vom Berge Moriah in Jerusalem, in kleine silberne Säckchen verpackt, welche auf Handwebstühlcti in Damaskus hergestellt sind; Fragmente römischer Töpferwaren aus Askaion, wo die Ausgrabungen durch den Palästina- Forscluingsfonds geleitet werden; gepreßte Blumen von den Hügeln Judäas; Muscheln aus dem See Galiläa usw. Die Kronagenten für die Kolonien sind, mit der Vertcilung dieser Andenken liier betraut, was als Beweis für ihre Echtheit «!mische» ist. (J. C. B.) Regelmäßiger Zugverkehr zwischen Haifa und Transjordanien. Die palästinensische Regierung küudigt die Herstellung eines regelmäßigen Personen- und Güterzugverkehrs zwischen Haifa und Amman (Trans- Jordanien) an. Der Zug verkehrt einmal wöchentlich, und zwar verläßt er Haifa jeden Mittwoch abend und kehrt am Freitag aus Amman zurück, Gründung einer jüdischen Dampferlinie. Der erste jüdische Dampfer ״Zion“ hat soeben den Hafen von Marseille verlassen, um sich nach Palästina zu begeben. Er wird auf seinem Wege alle größeren Mittclinecrhäfen nnJaufen. Es vertäutet, daß dies das erste Schiff einer neuen Dampfcrlime sei, die von einer jüdischen Gesellschaft gegründet wird Neue Fabriken in Palästina, ln Tel-Aviw wurde eine große Mineral- und Selterwasserfabrik, in Jerusalem eine Perlmutter- und Makkaronifabrik wie auch eine Ziegelei und in Haifa eine genossenschaftliche Barnbus-Möbclfabrik ״Karmel“ gegründet. Ein ״Jozcph-lsraels-Vicrtcl“ in Jerusalem. Professor Boris Schatz, Direktor des ״Bezalel“, erwarb in der Nähe von Jerusalem ein Stück Laad, auf dem Häuser für die Jerusalemer Künstler gebaut werden sollen. Das neue Viertel soll den Namen Jozcph Israels, des bekannten jüdisch-holländischen Malers, tragen. Ein neues Immigrantenheim in Palästina. Die Jerusalemer ״B’nc B'ritth-Loge“ eröffnet unter dem Namen Mischkan-Jisroel eine neue Immigrantenherberge zur unentgeltlichen Benützung durch Einwanderer. Russland Die Gefahr der Ausrottung der jüdischen Kolonien in Südrußland Aus Moskau gelangten Nachrichte» nach London über ein schreckliches Unglück, welches de» jfidisdiea landwirtschaftlichen Kolonien in SüJrußlaml droht. Uni., nie gekannte Dürre hat die Ernte vernichtet, unj (!a, Bevölkerung der Kolonie» ist einer Hungersnot ausgesetzt, die Existenz der Kolonie» ist ernstlich bedroht Man kann sich eine Vorstellung von der Ausdehnung der Gefahr machen, wen« man bedenkt, daß es im Jahre 1919 in Südrußland 3ö große Kolonien mit einer Ackerbau. Bevölkerung von über 6OOJ0 Juden gab. Alle mögliche״ Anstrengungen wurden gemacht, um staatliche Hiiie % die Kolonisten zu erlangen, aber die schlechten Ernten in!:1 die Hungersnot in den Imchtbarsten Teilen dn Sowjetstaates macht die Hoffnung zuschanden, dal; du• Regierung imstande sei» wird, den Notlcidendt״ die erforderliche Hilfe zukommen zu lassen. Die ״ORT“ hat einen Aufruf an alle auswärtigen Organisationen lassen, damit die von der Flungersnot bedrohten Kolonien gerettet werden. * ln Minsk fand vorigen Monat eine vom Zc11uair.it für jüdisches Biklimgswcscn in Sowjetriißland uiid Ukraine ciiiberufeue Bildungskotifercnz statt, die zweite ihrer Art, nach der ersten vorjährigen in Moskau. Am eien Berichten ist ersichtlich, daß die Lage der jiidiwhtn Schulen in Sowjetriißland keine allzu rosige ist. Zahl• reiche Schulen sind in Gefahr, geschlossen zu werden, da es an Lehrern mangelt, die sehr zahlreich die Schulen verlassen, um anderen Erwerb zu suchen. Wie es heißt, soll sogar geplant werden, die Lehrer mit Gewalt /um’ Verbleiben auf ihren Posten zu zwingen. Die Konferenz versuchte, die materielle Lage der Lehrer m verbessern. Alle, die auf dem Billlungsgebiet tätig sind, mit Ausnahme der Sowjetbeamten uiid Angehörigen der Roten Armee, werden mobilisiert. Wer sich nicht fü׳׳t, wird als Arbeitsdeserteur betrachtet 1111:1 bestraft. Gleich.’ zeitig mit dieser Konferenz fand auch in Odcsvt eine jüdische Lehrerkonferetiz statt mit der Tagesordnung: Jüdische Lehrer und jüdische Arbeiterklassen; Tradition und Nationalismus in den jüdischen Schulen; gesellschaftlklie Verhältnisse zwischen den Kindern der verschiedencn Nationalitäten; Kampf mit dem Cheder usw. Die Sowjctbchörden in W i t c b s k requirierten seinerzeit' die Synagoge für kulturelle Zwecke. Da der semerzeitige Rekurs der Svnagogcnkommissioii beim Zentralkomitee erfolglos blieb', schlug die jüdische Gemeinde vor, auf eigene Kosten das Gymnasialgcbäudc zu restauricren, damit die Kulturinstitutionen dorthin übertragen würden. Das Witebskcr Atisfüliruiigskoniitee erteilte darauf folgende Antwort: Das Präsidium des Ausfülmmgs- Komitees erklärt, daß es allein genügend Mittel besitzt für die Erneuerung des Gymnasiums und drückt sein höchstes Erstaunen über den Vorschlag der Synagogen- Verwaltung aus, der die Annahme nahelegt, daß der Synagogenvorstand nicht die leitenden Grundsätze der Sowjetmacht und deren Verhältnis zu den religiösen Bedürfnissen der Bevölkerung begreift. (J, P. Z ) Jüdische Waisenhäuser in Petersburg. Nachrichten aus Petersburg zufolge, 'naben die dortigen Behönkn 3 Waisenhäuser für jüdische Kinder eröffnet, die ihre Eltern bei den Pogromen verloren haben. (j.C. B.) Eine Konferenz jüdischer Landarbeiter in Südrußland. Aus Moskau ist in Riga die Nachricht eingetroffen, daß die jüdische Abteilung des Nationalitätenministeriums in Sowjet-Rußland eine Konferenz der iudischcn Landarbeiter Äiklrtißlands eir.berufe» hat. Die Konferenz soll vermutlich über die gegenwärtige kritische Lage der jüdischen Kolonien in Südrußland bcraten, welche von Hungersnot und Zerstörung durch die schreckliche Dürre bedroht sind, und Maßnahmen treffen, um der Gefahr zu begegnen. (J.C, B.) Die jiddische Sprache bei Gerichtsverhandlungen in Sowjetrußland. (j.C. B.) Wie aus Riga berichtet wird, hat das jüdische Departement des Nadonalitäten-Ministenums in Sowjet-Rußland an das Justizministerium das Ersuchen gestellt, die jiddische Sprache bei en Volks- Gerichtshöfen in Sowjet-Rußland zuzulassen. Tod eines jüdischen Schriftstellers, ln Riga eingetroffene» Nachrichten zufolge ist der bekannte russisch-jüdische Schriftsteller Gregory Lifschitz in Odessa gestorben. Er war Mitarbeiter vieler russisch-jüdischer Zeitschriften und war besonders unter dem Pseudonym G crschou ben Gcrscho» bekannt. (J.C. B.) Schaliapin wird jiddisch singen (J.C.C.) Riga. Der berühmte russische Sänger Sclnliapin, der van Reval nach London abgereist ist, liat seinem Rcjiertoire einige Kompositionen des jüdischen Komponisten Rosowsky hinzugefügt. Der Text dieser Gesänge ist jiddisch und hebräisch und hat sowohl Orehesterwie Klavierbegleitung. Sdialiapin wird die*' Lieder auf seiner Tournee durch Großbritannien uid Amerika singen. (Sdialiapin ist mehrmals als Juden freund aufgetreten. Er ist ei» großer Verehrer Bailüks. verkehrt in zionistischen Kreisen und unterstützt das hebräische Theater ״H abima h“ in Moskau. Bei der Feier der Balfour-Deklaration im Jahre 1917 in Moskau sang Sdialiapin die ״Hatikwah“) Litauen Jiddische und hebräische Telegramme in Litauen. Zufolge einer Beschwerde des jiktisdien Nationalrates, daß die Post die Annahme jiddischer und hebrä - 1 scher Telegramme für das Ausland verweigert, verfügte das Post- und Telegraphenministeriuiu, daß jiddischc und hebräische Telegramme so wie alle anderen zur Beförderung übernommen werden müssen. Sie müssen jedoch in lateinischen Schriftzeichen geschrieben sein. (J. C. B.) 8