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Jüdische Rundschau · 1921-10-07 · Heft 80 (7.10.1921) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 80 (7.10.1921)
Date
1921-10-07
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. SO JUEDISCHB RUNDSCHAU Seite 5S3 f. SO **dorn. auf 0;» hts den t beim sicher, erfülle״ Cliiolf, Hcitn, Gleis. lad sic j diesen ן e wirk. j » ihren randeis «krete, 1 i keine j haben, | sc nie ■faitift; d»we!* mehre Endes ז Ziele :cbend, hreitea 1t: Da» 1 *bund andren-; jtfaliah bundes ffs Pa• י!. offiziell 1 ge ge- I: : Man- ׳ Franktischen gegcitaS der bgleidt ändata sleuno- . C. B.) :he Be► uls auf ״Daily le ara- Intere vollan die •e eine t hinzu, gtensng n nachschlägt), jg nach ng von % Ein akt der . Mehrale-Zion , wenn . in der tucht zu I - H a - er sich une des •stischcn nd zur kommt and um svstische ß. dem manni״-!rrschc», und er •deration Iden, {!eichenrdigsten Bei der itionalcn en zw׳ei Steht die )rischen, raft des isprin/.ip tig u״d tor den!rinnlistilationnle X einem geik-ren ypische• jüdijachafta- I •I Die Araber und die jüdische Gemeinwirtschalt Von Robert Weiß, Frankfiat a. M. Aus seinem demnächst erscheinenden Dtidie ״Die palästinensische Zentralbank und ihre Koopenativen“ stellt uns der Verfasser das nachfolgende Kapitel zur Verfügung. Soll nicht die jüdische Wirtschaft durch Arabereinfälle, also durdi außerökonomische Hindernisse jeitcrzeit gefährdet sein, so wird ein Weg gefunden werden müssen, um die Araber in o r g a 111 s c 11t V e r bindung mit der jüdischen üemcmwirts c 11 a f t z 11 b r i n g e a Jede Untersuchung der Andrerfrage, die nicht oberflädiiich geführt wird, muh als Endergebnis nachwcisen können, daß Otto Bauers allgemeine These ״Nationahtätenkainpf ist transformierter Klnsscnkampf“ auch f»r tmseren S|Mvi:1llall gültig ist. Die religiösen um» kulturdleii Differenzen zwischen Arabern und Juden sind zwar sehr wesentliche Komponenten der antijüdisrhen Bewegung im Lande, aber sie könnten niemals praktisch wirksam werden, wenn nicht tiefgreifende Jnteressengegensätze ökonomischer Natur, die wir ohne Heber« ireilmng als Kkisseukänipfe bezeichnen dürfen, vorhanden wären. In diesem Zusammenhänge kann eine eingehende Analyse der palästinensischen Gesellschaft nicht gegeben werden, eine Skizze ihrer Ergebnisse wird genügen. Vier soziale Schichten kämpfen gegeneinander um die politische und wirtschaftliche Machtstellung 1m Lande: Die arabischen Großgrundbesitzer (die ״Effendis“), die jiidisdien Untenieliuier (die ״Kolonisten“), die arabisdven Zwergbauern (die ״Fellachen“) und die jüdischen Arbeiter. Zeitweilige Verbindungen zwischen einzelnen dieser vier Sdiichtcti der ixdüstiucnsisdicn Gesellschaft können uns darüber niiht iiinwv&täuscbcn, daß die Interessen aller dieser Schichten so lange unvereinbar sein müssen, als die kapitalistische Wirtschaftsordnung, bzw. das Feudalsystein, die jüdische und arabische Produktion regelt. Die ökonomischen Interessen der jüdischen Kapitalisten sind jenen ihrer jüdischen und arabischen Arbeiter entgegc11ge<et/t. Die ökonomischen Interessen der Effcndis verlangen die Ausbeulung des armen und unwissenden Fellaci1e.11. jeder Dunam, den jüdische Bauern im Lande bebauen, erhöht zwar den allgemeinen Wert des Bodens, vermehrt aber direkt und indirekt den Wohlstand der Fellachen und mindert damit die /Ausbeutung und den Grujidrenienbezug seitens der Effendis. Das' kapitalistisehe KVmkmTenzsystciii aber hetzt nicht nur Klasse gegen Klasse, sondern verlangt den erbittertsten Kampt zwischen den Angehörigen ein und derselben Klasse: der jüdische Unternehmer muß die arabische Produktion aus dem Markte verdrängen, wenn ihn nicht selbst das gleiche Los erwarten soll. Der jiidisdie Arbeiter muß mit allen Mitteln, mit Opferfrendigkeit, Entbehrung und rationellem Wirtschaften 09 erreichen können, um aunähernd gleiche Löhne wie die Araber arbeiten zu können. 1 >ie religiösen und nationalen Gegensätze versi uäifeii diese wirtschaftlichen Kämpfe und erscheinen dem oberflächlichen Beobachter als die letzte Ursache allen StrciU-s mit den Arabern. Deswegen ist für manche Zionisten die Araberfrage letzten Ende# nur mit Machtinitteln ״lösbar‘, die Bajonette der englischen bzw. jüdischen Truppen sollen die Fellachen irv Sduch halten. Ein Prohibitivmittel, das kaum für den heutigen Tag genügt, diese Krankbcilskeime nicht aus der Welt schafft, sondern im Gegenteil noch nährt. Das Ziel unserer Araberpolitik, der Friede im Lande kann mir dann erreicht werden, wenn cs 11ns gelungen ist, die wirtschaftlichen Ursachen des Interessengegensatzes zwisdien Juden und Arabern aufzuhebea Da diese Konflikte mit der Beibchaltung des Kapitalismus bzw. Feudalsystems untrem!- bar Zusammenhängen, wäre also konsequenter Weise der wirtschaftlichen Nutzung jüdischer und arabisches■ Arbeitskräfte durch jiidisdie Unternehmer, der Ausheu* timg arabisdier Zwergbauern durdi arabisdie Groß« grundbesitzer ein Ende zu machen. Denn ein Klassen« gegensatz zwischen freien jüdischen Arbeitern und freien arabischen Bauern ist undenkbar. Aber weder Kapitalis- 111119 noch Feudalsystem können angesidits der heutigen übel und Gemeinschaftsabnormitätcn, die sich an der heutigen Judenhcit ermitteln lassen“, versteht, soll nach Schlesinger der ״allgemeine Volkszionismus“, der Misradiismus, der Poale/ionisinus und der volkssozialistische Zionismus zugehören. Es ist unerfindlich, wie man hier einen Gegensatz zwischen dem ״allgemeinen“ und dein ״formalistischen“ Zionismus konstruieren kann, wie man der letzteren Lehre analog dem sogenannten Ach ad Ha am istn us eine einseitige, geistige und kulturelle Orientierung zusprcchcn kann und ihn prinzipiell von einer Auffassung abgrenzen will, die unter der nationalen Not die Gesamtheit aller Gemcinschaftsübel begreift. Und es ist ferner schwer verständlich, daß, wenn mail schon derartige Differenzierungen machen will, gerade der Misrachismus unter der zweiten ״typischen Auffassung“ rangieren soll, der zwar in Broschüren sidicrlieh das wirtschaftlich-soziale Moment als allgemeine zio* nistische Auffassung betont, seine föderative Daseinsbercchtigung jedoch aus seiner spezifischen, kulturellen Orientierung schöpft, die allein die mannigfachen im Misrachi vereinigten Strömungen verbindet. Wie kann ferner Schlesinger in mehreren Fällen den ״neumystisdien Refigiositiitszionismus“ in einen prinzipiellen Gegensatz zum Hapoel-1 la/air stellen, wo er doch genau weiß, daß der Mann, dessen Arbeiten er in seiner Darstellung der ersteren Richtung allein bespricht, eine Führcrrolle im Hapoel-Hazatr einnimmt. Da es offenbar unmöglich ist, daß Bubcr als Vertreter dieser beiden ״Einzdfornien“ zwei grundverschiedene Auffassungen vertreten kann, ist eben nur die Auflösung denkbar, daß eine Vergleich»- müglichkcit zwischen beiden nicht besteht, vielmehr das eine als politische Bewegung, das andere als rein geistiges System anzusprechen ist Daß Schlesinger, den wir als ausgezeichneten zionistisch.cn Theoretiker kennen, sich über die Strömungen, die der heutige Kongreßzionismus aufweist, kein hinreidicnd klares Bild geschaffen hak geht י״• E• «Nein aus seinen Bemerkungen über den ״allgemeinen Volks- Zionismus“ hervor. Die Oruppe, die sic» etwa auf dem Karlsbader Kongreß als .,allgemeine Zionisten“ zusammenschloß, ist für seine Betrachtung genau so Einzelform wie Misrachi oder Poalc-Zion. All das, politischen und kulturellen Zustände abgesdiafft werde«. Verbleibt also alt Ucbcrgangszicl einer zkniistLchcn Arahcrpolitik die möglichste Minderung der Wirtschaft« liehen Gegensätze. Dies kann von zwei Seiten aus mit Erfolg erreicht werden: Einerseits dirrd» ein Abkommen zwisdien den Ef« fendis und der Zionistischen Organisation. Derartige lkstrcbungen sind bereits im Gauge: die Axabcrdelegatiou, die im Juli nach London fuhr, um die Aufhebung der Balfour-Deklaration zu verlangen, soll nach einer Meldung mit der Exekutive der Zionistischen Organisation in Verhandlungen cintrctcn. Eine Vcrsölmungspolitik der Effendis wird von Tag zu Tag ihnen selbst dringlieb, denn nach übereinstimmenden Berichten aus Paliistina sollen sidi die ökonomischen Verhältnisse der Fellachen dank der geregelten englisdien Verwaltung bedeutend gebessert habet». Die türkische Mißwirtschaft lieferte die Fellachen völlig deT Habgier der Ef fendis und der Steucrpächtcr aus. Jetzt verbleibt dein Fellachen bereits ein beträchtlicher Teil 9eincs Arbeitsertrages. ״Der Fellache bekommt .... Appetit zum Bodexikauf, ftlr «teil Präsidenten dir zionistischen Exekutiv• Herrn laliam Sokolow Ansprachen dar Herren: Blamenfeld, Dr. Schmarjn Levin, l)r.Egonitosenberg,Felix lloseuhlüthu.Sokulovr Sonntag, den 9. Oktober, mittsgs 11V» Uhr im Blüthnersaal, Lützowstr. 76 Numerierte Eintrittskarten zu 10, ß u. 2 1£. Vorverkauf in Jen Zionistischen Büros Sächsisch• Str. 8 und ßeydebtr. 3, bei Bote u. Beek, Wertheim und an der Kasan. andererseits wird cs dem Elfendi unter den neuen politische!» ־und ökonomisdien Umständen immer schwerer, seinen eigenen Boden zu bcwirtsdiaften und eine erträgliche Reute hcrauszuschlagcn. Dies wird der! Effendi zum Bodeirverkauf zwingen1).“ Für die nächste Zeit kommen aber nur der J. N.-F. und jüdische Kapitalbesitzcr als Käufer arabischen Bodens in Betracht. Daher worden — wie Dr. Levite richtig folgert — die Effendis sich mit der jüdischen Immigration abfinde-n, ja sie wird ihnen sehr willkommen werden, da sie allein den Grundbesitzern es möglich machen wird, durch Bodenverkauf bedeutende Summen zu erwerben. Eine kluge Politik der Zionistischen Organisation bzw. des jüdischen Bürgertums im Lande, wird den Effendis bald zu verstehen ״eher», daß an ihrer wirtschaftlichen Notlage nicht die einwamiennlen Juden, sondern vor allem die Auswirkungen einer guten englischen Regierung Schuld tragen. Daher wird es für die Effendis am besten sein zu retten, was noch zu retten ist und mit dem jüdischen Kapital eine Allianz zu schließen. Es mindern sich also die Interessengegensätze durch einen Ausgleich zwisdien den nationalen Gruppen inner« liatb der besitzenden Klasse. Ein weiterer Teil des Konfliktstoffes wird aber durdi Friedensbemühungen der Besitzlosen im Lande verringert werden können. Zunächst durdi die Bildung jüdisch-arabischer Gewerksdiaften. Ansätze zu jüdischen Gewerkschaften sind im Lande bereits vorhanden, aber arabisdie Gcwcrksdiaften? Ist dem arabischen Arbeiter die europäische Gewerksdiaftsidee überhaupt vcrständlidi zu machen? Wenn das zivilisatorisdic Niveau des Fellachen auch weiterhin niedrig! D Dr. M. Levite, Bath-Schlomoli in der ״Jüd. Rundschau“ Nr. <12 vom 5. 8. 21. was bekannte ״allgemeine Zionisten“ in Propaganda- Schriften zur zionistischen Frage geäußert haben, rekapituliert Schlesinger und glaubt eine in Hinsidit auf Einzelproblemc einheitliche Auffassung entdecken zu können. Dies ist, wie jeder Kenner der innerzionistisdien Verhältnisse zugeben wird, unrichtig. Alle denkbaren zionistischen Strömungen sind bei den ״Allgemeinen“ zu finden, und nur das eint sie, daß sie im Gegensatz zu den Föderationen keine politischen Sonderziele, sondern allein den jüdischen Aufbau Palästinas auf nationaler Grundlage im Auge haben. Schlesinger möchte, daß sich die ״Allgemeinen" zu einem Sonderverbände innerhalb der Organisation Zusammenschlüßen damit den Charakter einer ״Einzclform“ annchmen und auf die Ambition, ״sich für den Zionismus schlechthin auszugeben“, verzichten sollen. Mit dieser Forderung jedoch wird er wenig Anhängerschaft finden. Denn was soll eine Födcralisierung von Menschen, deren Gemeinsamkeit allein darin besteht, daß sie sich als Zionisten ohne Bindestrich fühlen? Was diese Zionisten auf Kongressen zu provisorischem Zusammenschluß nötigt, ist ja gerade das Bewußtsein, über den Parteien zu stehen und jeden unberechtigten Vorstoß einer Sondergruppe mit der Betonung der reinen zionistischen Forderung parieren zu müssen. Da eine ernsthafte Buchbesprechung nicht darin ihren Sinn sehen kann, daß sie der Oeffentlichkeit einen kommentarkisen Auszug bietet und gar im Hinblick auf die Bedeutung eines Autors nur das Rühmenswerte erwähnt, waren die vorangehenden kritischen Bemerkungen notwendig. Der Leser möge aber ja nicht den Eindruck mitnehmen, daß hier eine generelle Ablehnung des Buches beabsichtigt sei. Im Gegenteil freue ich mich, fcststcllen zu können, daß unsere gewiß nicht allzu reichhaltige, sachlich informierende Literatur um ein ernsthaftes und lesenswertes Buch bereichert worden ist. Schwächen werden fast jeder Sdirift zu eigen sein, und cs ist wohl denkbar, daß von anderen Kritikern in manchen Punkten anders geurteilt wird. Trotz einiger von mir als anfechtbar empfundener Partien glaube ich mit gutem Ckwi8sco zur Lektüre des Buches raten zu können. Qerhard Holdheim. gefeilten wird, «ג ist wenig Aussicht dafür yorltandc״•:, dab das solidarische Handeln einer einzigen 0tgnnisation sofort an die Stelle der egoistischen wir:- sclt.'iftlidmn Bestrebungen Tausender von i elladieu wird treten können. Aber wenigstens die Intelligentesten unter den!־'«Hachen werden den Gewcrkschaftsgcdankcn w ihrer Weise umprägen uivt unter die Masse verbreiten. Jüdische und arabisdie Gewerkschaftler werden eine harte, aber überaus fruchtbringende Organisritioiisarbeit zu leisten haben. Denn wenn die organisiertet» Feilachen den Lohn des jüdischen Arbeiters nicht mehr unterbieten und umgekehrt der Lohn des Fellachen auf das Niveau der jüdischen Arbeit gleicher Kategorie gehoben wird, dann gibt es keine Interessengegensätze mehr * w isehen den arabischen undjüdischcn Lohnarb eitern. Obwohl das Voihamleiiscin einer mächtigen jüdischarabischen Gewerkschaft nicht für die nädiste Zeit au erwarten ist, sollen dennoch einige Details besprochen sein: Otto Bauer untersucht in 33 Paragraphen seine« Werkes-) die nationale Frage in den Gewerkschaften. Obwohl er von den altüstcrrcichischcn Verhältnisses* speziell vom Gegensatz zwisdien iXnitsdien und Tschechen ausgeht, so gelamt er zu ailgemeingültigci» Ergebnissen, die auch iür unseren Spczialfall Juden►■ Araber in Betracht kommen. Bauer führt aus: Bei der Untersuchung der Bedürfnisse der Gcwcrksdiaften uud ihrer Arbeitsgebiete müssen wir die internationalen ökonomisdien Aufgaben der Gewerkschaften trennen von den nationaldifferent׳,erten. Die erstereil verlangen die unbedingte Zentralisation der Finanzen der Gewerksdiaft, also einheitliche Verwaltung, da man nicht jedem Lokah'crband Volimadit geben kann, selbständig Konfiiktc herbcizuführcii, die die Finanzen der Landestgewcrksehalt stark in Anspruch nehmen würden. Dagegen verlangt die gewerkschaftliche Agitation, Er« zieliungs- und Kulturarbeit, Presse und Bibliothekswesen natioual-differcntierte Mittel. Demgemäß ist an fordern: Einheitlidie Verwaltung der internationale« ökonomisdien Gewerkschaftsaufgaben! Nationale Autonomie auf dem Gebiete der kulturellen Erziehungsautgaben der Gewcrksdiaft! Einheitliche internationale Verwaltung, aber besondere nationale Kontrolle (Kultur« kommissianen, Pressekommissionen usw.) auf jenen Ge« bieten gewcrksdiaftlicher Tätigkeit, wo sich die Ge« wcrkschaft zur Erreichung ihrer internationalen ökono. mischen Aufgaben national-dificrcnticrtcr Mittel be dienen muß! Bauer verlangt schließlich eine einheitliche Landes- bzw. Reichsgewerkschaftskommission, welche die Arbeit der nationalen Sektionen leitet. 111 den einzelne« Orten aber erfordert die gewerkschaftliche Tätigkeit unbedingt das Vorliandensein einer internationalen. PSenar« Versammlung aller Gewcrksdiaftsmitglicder bzw. eine• internationalen Ortskartells. Akut wird dies für Palästina in der einen od« anderen Form erst in einiger Zeit werden, aber bis dahin werden wenigstens alle jüdischen Arbeiter und die Mehrzahl der in jüdischen Diensten stellenden Fellachen organisiert sein müssen. Die engiisdic Verwaltung, die vom Heimatland aus die Bedeutung und Funktion der Gewerkschaften kennt, wird uns keine Schwierigkeiten machen dürfen. Der Unterstützung der. ״Labour Party“ sind wir in dieser Frage gewiß. Jedenfalls aber werden die Mitglieder arabisdier bzw׳. arabisch-jüdischer Produktivgenösscnsdiaften gewerkscliaftlich organisiert sein. Der Zentralverband palästinensischer Arbcitsgenossensd1aften;l) wird nämlidi gleichzeitig die internationale gewerkschaftliche Organisation des Landes bilden. Ein Aufsatz von Ammiet Maccar1) ist in der po« litischcn Diskussion leider unbeachtet geblieben, obwohl er ein wirksames Mittel zur Lösung der Arbeiterfrage andcutet. Maccar weist nach, daß eine Nationalisierung des jüdischen Bodens und der jüdischen Produktions, mittel das Araberproblein niemals aus der Welt schaffen würde. Der Verfasser verlangt eine allgemeine Sozialisierung alles palästinensischen Bodens und aller sonstigen, palästinensischen Produktionsmittel. ״Da aber die Sozialisierung als allgemeines Landesgesetz v. iftf cingeführt .werden, müssen, so werden die Araber nicht mir die Möglichkeit haben, ein von jeder kapitalistischen Ausnützung durdi die Effendis freies wirtschaftliches Leben zu führen, sondern nach jüdischem Muster eigene Genossenschaften mit den Vorzügen ihres Großbetriebes, eigene industriedörfer usw. zu bilden oder sich als Mitglieder von jüdischen Genossenschalten aufnehmen zu lassen, worin, sie selbstverständlich nationale und fcuitureile Minoritätsrechte genießen wer« d c n, entsprechend der Gerechtigkeit, dem neuen Zeitgcist und den Ansprüchen, die die Juden selbst in den Landern des Galuth mit Recht erheben.“ absehbare Zeit unmöglich. Man kann nicht sozialisieren wenn nichts zum Sozialisieren vorhanden ist; die Betriebs mittel der Juden müssen ja erst ins Land kommen, uni über die Betriebsmittel der Araber haben wir kein Ver fügungsrecht und keine Verfügungsgewalt. Der (.׳<: danke der Bildung arabisdier bzw. arabisdi-jiidischci Genossenschaften erscheint mit aber zum Aushau ge eignet, ln ihm schlummert die Lösung der Araberfrage Das Soliclaritätsprinzip ist dem Araber wie den Orientalen überhaupt nicht unbekannt. Die Sippe ciii Gtoßfamilie soll nach wie vor die soziale Grundeir» heit geblieben sein, natürlich nur in jenen Gegenden die sich den orientalischen Lebensrythmus erhaltet haben. Das Solidaritätsprinzip umspannt aber auch di! Terntonalgenossenschaft, die Ortsgemeinde. Sie ist ii ßaehmlorfern Wirtschaftsgenossenschaft ״Hinsichtlich der Dortverfassung haben wir wenigsten »*• *-4 «•*י-׳ V4 ULI 1 buch Handlung Brand. aHandlung fonaz Br ra?!liihc-res d״™ber j,"' fünfter» Kapitel meines Bu, ״Ehe^alastinens.sche Zentralbank und ihre Koop Papstinah«ft der ״Arbeit“ vom Jahre 1 dem Organ des deutschen Fiapoel«HazaIr. J

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