Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVI (1921)
- Issue
- Heft 78-79 (30.9.1921)
- Date
- 1921-09-30
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 574 Pas jüdische Leben In RuSiaoi in! friiR 5681 Ein Rückblick Von M. Klciuman 11. Der Eintritt in das Jahr 5681 stand im Zeichen des allgemeinen Sieges der Sowjetrepublik. Alle Hoffnungen auf einen nahen Zusammenbruch der Kommunistenherrsdiaft waren gescheitert. Der offenbar mächtige und siegreiche Angriff Polens auf die Ukraine wurde plötzlich ditrdi einen glänzenden Vormarsch der Biidciiny׳- sehen Kavallerie zum Stehen gebracht, und es gelang den Russen, die Front aufzurollen und eine erfolgreiche Gegenoffensive einzuleiten, die rasch bis vor die Tore Warschaus führte. Im Süden war die Aktion zur Liqukiierung der Wrangelschen Umtriebe bereits in vollem Gange und versprach den Bolschewisten einen glückliehen Ausgang. Einzelne Lokalrcv'Qlten der Bauern und Arbeiter, liier und da auftauchende ״Banden“ wurden rücksichtslos unterdrückt und vernichtet; Gcheimorganisationen der verschiedenartigsten geßcnrcvolutionärcn Gruppen, deren Banner ukrainisch-national oder sozial gefärbt waren, wurden vielfach aus ihren Nestern geholt und unschädlich gemacht. Ueberall herrschte der Terror, nährend die Agenten der Regierung die Köpfe übermutig emporrissen, 1uv׳i die Einwohner wie Okkupanten nach einem gewonnenen Krieg behandelten. Unter soldien Umständen mußte der entsetzte Bürger emsig darauf bedacht sein, jede Miene der Unzufriedenheit von seinem Gesicht zu bannen. 111 ökonomischer Beziehung war es nicht besser,!)cm Privathandel hatte man so gründlich den Garaus gemacht, daß nidit einmal ein Pfund Kartoffeln oder Rüben auf legale Weise zu erlangen war. Industrielle Unternehmungen, ob Fabriken oder Werkstätten, wurden, wenn sie überhaupt noch in Betrieb waren und nur wenige Lohnarbeiter beschäftigten, auf die übliche Weise nationalisiert, d. h. gesperrt und ihrer Maschinen und Werkzeuge beraubt. Gleichzeitig wurden die ״Bourgeois“, buch',f.il>lH11־ entkleidet; dm« man;»diente sieh nicht, in der ganzen Ukraine besondere ״Tage der Expropriation“ einzufüluen, an welchen Polizisten, Soldaten und kommunistische Aufseher urplötzlich ganze Stadtteile umziugeln und von Haus zu Haus Ehirclisudiuttgen vornehmen durften. Unter der Devise: ״Für die kämpfende Rote Armee‘' wurden dann Gegenstände konfisziert, die wahrlich nidit nur zu den täglichen Gehrauchsgcgeuiständen der Bourgeoisie gehören, wie Hausgeräte, Wäsche, Anzüge, Schuhe und Hüte. Ohne jede öffentlidic Bekanntmachung führten diese Durchsucliuagskolon1■ nen .eine bestimmte Vorratsnorm ein, die in keinem Haushalt übersdiritteu werden durfte. Gewöhnlich wurden diese sonderbaren Enteignungsma(»regeln in der Nacht duTdigeführt und glichen so in ihrem Verlauf einem Ueberfall. Ihr Opfer war der ohnehin knapp bemittelte oder zum Bettler erniedrigte städtische Kleinbütger; aber dessen ungeaditet sprach man von einem Sieg über die ״Bourgeoisie", die beileibe nicht vergessen durfte, daß ״die Hand des Proletariats stark genug und die proletarische Diktatur unendlich gebieterisch ist.“ Das war also die allgemeine Situation, in der zu jener Zeit in Rußland und der Ukraine das Judentum sich befand, das doch gerade di estädtische Bourgeoisie jen-er Länder bildet und somit hauptsächlich von den erwähnten Maßregeln betroffen wurde. Wer noch irgend wclclic Mittel aufzubringen vermochte, verließ das Land. An den Grenzorten des Dnjestr streiften «eie Familien JUEDiSCHE RUNDSCHAU wochenlang hemm, uni einen freien Weg über die Grenze a{:’.finnig zu nuicacn. Dabei setzten sie sidi naturgemäß der Gefahr aus, von Banditen oder regulären .Militärvorposten die■«- atnd jenseits der Grenze überfallet* beraubt und ermordet zu werden. Manch! 11 »d geschalt es, dal! man sie erst beraubte und dann in ihre alten Wohnorte zurückbraehtc, um sie der dortigen ״Außcrordentliehen Kommission“ zu übergeben, die sofort das übliche Verfahren wegen ״Sabotage am sozialistischen Vaterland‘' und schließlich Zwangsarbeit in dm entlegensten Gegenden des Landes erwirkte. Sein־ oft verschickte inan einen verurteilten Elvcuum nach dem Süden, seine Frau aber nach dem Norden des Landes, während die Kinder als Vogelfreie ihr Leben fristen mußten, Und dennoch wurde den Verfolgten die ״Sehnsucht nach dein Jenseits“ nicht ausgetricben. Eine Nachricht von dem Gelingen der Grenzüberschreitung wog tausend schlimme Erfahrungen auf und erhöhte die Sehnsucht der Massen. In den ersten Herbstmonaten, in den Tagen der Trockenheit, konnte man eine ganz neue Erscheinung beobachten. Von den zentralen Städten der Ukraine bis an die Uferortschaften des Dnjestr zogen unzählige Bauerngefährte mit Familien, die ihr geringes Hab und Gut mit sich trugen, die Straßen cutlajig. Diese Emigrantciunassen sammelten sich dann an beiden Ufern des •Dnjestr und späterhin, nach• Abschluß des russischpolnischen Friedens, auch an den polnischen Grenzen, wo die meisten allerdings in die schrecklichste Armut und Not verfielen und auf das Mitleid der lokalen und amerikanischen Hilfsorganisationen angewiesen waren. Das Gros der Wanderer hatte kein bestimmtes Ziel; man wollte lediglich ans diesem Jammertal heraus, weil man hier den Gipfel des menschlichen Elends vermutete, und die verwundeten Herzen nach Milderung schrien. Mitunter überfiel sie eine Sehnsucht nach Palästina, wo sie für ein ungestörtes Obdach und ein Stückchen Brot die schwerste Arbeitslast bereitwillig auf sich nehmen wollten. Die müde Masse freilich konnte diesem Gedanken keinen klaren Ausdruck verleihen, aber in ihrer Mitte wichsen doch Elemente von starkem Bewußtsein, Da waren vor allem die Chaluzim, die sich zum größten Teil für ihre künftige Arbeit im Heimatlande tüchtig vorbereitet hatten und auch in rosigsten Zeiten RuIIIand verlassen hätten, um das Land ihrer Väter aufzusuchen. Nun mußten sie ihre Arbeitsbünde auflösen und in der Masse versinken. Wer sich nicht durch die Flucht retten konnte, mußte sich den neuen Verhältnissen anpassen. Im wesentlichen blieb da nur die Möglichkeit, Arbeiter oder Beamter des Staates zu werden. Diese einzige Möglichkeit entspricht eben dem Ideal des kommunistischen Staates, das in jeden» Mitgliedc der Staatsgemeinschaft nur einen Ar■ beiter oder Beamten des Staates erblickt Die Bolsdicwist er» haben die zurzeit ihres Regierungsantritts noch in Betrieb befindlichen Werke übernommen, wogegen sie die Arbeiter und Beamten der damals aus irgend cüicru Grunde ruhenden Unternehmungen nicht angestcHt haben. Die Zahl der Arbeitslosen ,ist deshalb enorm. Frühere Ladenbesitzer, Klein- und Großhändler, Ha»»delsreisende und irgendwie in der Privatwirtschaft Beschäf• tigte liegen auf der Straße, weil die staatlichen Stellen besetzt süul oder aber verschlossen bleiben. Dazu kommt die Masse der Kopfarbeiter, die in der neuen Wirtschafts- Ordnung auch keinen Platz findet. Diese Lage schafft jedenfalls eine gewaltige Armee hungriger, arbeitsuchcn׳ der Menschen. Einen gewissen Hafen bildet der riesige Admini strationsapparat, den das kommunistische Regime ge schaffen hat. Jeder Arbeitslose bemüht sich um eine Nr. 78/79 Gnade and Freiheit v. Immer ist es doch so, daß der Wert eines Werkes über seinen Inhalt hinausreicht, wie der Wert eines Menschen über seine Acußerungen. Denn das Mit-Sein mit anderen überwölbt das bloße Sein, und die Magie des Zusammenhanges erhöht die Dinge in eine neue Dimension, So läßt sich auch über das jüngste Buch von Felix Weltsch (״Gnade und Freiheit. Untcrsuchungen zum Problem des schöpferischen Willens in Religion und Ethik“. Kurt Wolff-Verlag, München) Wichtiges sagen, ehe die Tragfeste seiner gedanklichen Ergeb■ nisse versucht wird. Zunächst: Das Buch stellt das Judentum (in seiner ganzen geschichtlichen Breite) als einen religiösen Prozeß der Seele, d, h. als besonders gerichtete, aber doch allmenschliche Reaktion auf das Ureriebnis: Welt, neben die dem Abendland vertrauteren Variationen des Christliehen Grundmotivs hin. Das Judentum so zu sehen, hat uns Buber gelehrt. Aber das Buch von Weltsch leitet zum erstenmal allgemeine kritische Gedankenbahnen durch die Sphäre des neiigeschenen Judentums. Die Philosophen der vorausgegangenen jüdischen Epoche waren entweder Apologeten eines abgeschlossenen Judentums, das für sie eine Sittlichkeitslehre bedeutete, oder sie schälten den metaphysischen Gehalt ihrer eigenen Weltanschauung aus der Masse der jüdischen Uebcrliefenmg heraus. Hier aber erscheint das Judentum als seelische Realität in stetigem Flusse, und nicht nur auf jüdische Menschen begrenzt, wenn auch in ihnen “,"י St£-,StCn *5bcmiiK• Peitsch will gar nicht das Heute der Philosophie mit einem Einst der Religion aussöhnen; es gibt für ihn kein systemisiertes Judentum, nur eben emc jüdische Glaubens- und Lebenstendenz Zum erstenmal ein philosophisches Werk nicht über das Judentum und doch aus Judentum! c u Und dann: In die ekstatisch aufbrechende religiöse vSküS *"und^n *“* übe™׳Mti2cnd i״ ״euer Kunst verkündet und in einem schwärmerischen Christentum Anstellung in der Verwaltung, obwohl die niedrigsten Beamtenstufen, die ihnen allein offen stehen, auch nur eit» dürftiges Leben versprechen. Jüdische junge Leute halten Ln vieler» Fällen die untersten ßeamtcnstelien besetzt uiul führen dort ein kümmerliches Dasein. Aber dennoch;rwedkt schon ihre Anwesenheit den Neid und den Verdrufl der christlichen Teile der Bevölkerung, besonders der Bauernschaft, die in den» armen Unterbeamten, (|,.r nur Beamter ist, weil er nicht verhungern will, den Beherrscher des neuen Staates sieht. Immerhin verging der Winter nicht so unruhig wie der des Jahres 5530. Die Pogrome haben nahezu aufgehört, da die Banden in den Provinzen verdräng; wurden, und nachdem auch der Terror der ״Außerordentlichen Kommission“ nachgelassen hatte, begann der neue Kurs der .״Konzessionen“. Aber inzwischen sind die jüdischen Massen immer mehr dem Elend wrfallen, hat die Not ihTen höchsten .Grad erreicht. Die letzten Wäsche- und Klcklungsvorräte mußten gc״cn Lebensmittel ausgetauscht werden, damit der Hun״vr gestillt wurde. Wenn jetzt auch mit Ernst unt Auf. richtigkeit die Wiedereinführung der Privatwirtschaft begonnen wird, so kommt diese Reform für die Juden in Rußland zu spät, da die jüdischen Massen nicht mehr, imstande sind, auch nur den kleinsten Handel aufzunehmen. So hat die ״jüdische Herrsdiaft“ den Wohlstand des Judenvolkes in Rußland gründliche ruiniert, wofür die alten »md neuen Antisemiten den Bolsche• wistcii wirklich zu Dank verpflichtet sind. Nicht weniger beklagenswert ist audi die Lage der jüdisch-nationalen gemeinnützigen Anstalten und Einrichtungcn, die einst eine Zierde für das Judentum in Rußland gewesen sind. Das bolschewistische Regime duldet bekanntlich keine Initiative, die auf dem freien Zusammenschluß der Massen beruht. Am sdiwersten mußte dies die Judeaheit treffen, die doch ihre Lebensbcdiirfnissc stets war auf Grund des freien Zusammen- Schlusses befriedigen konnte, da an ein״ Unterstützung seitens des Staates oder der Gemeinden in Rußland niemals gedacht werde« konnte. Niui nniülvii alle diese Institutionen plotzlidi ihre Existenz aufgebet», da dach ihr Bestehen ohne Selbständigkeit keinen Sinn haben koiuitc. Denn was nützt ein jüdisches Spital, wenn es nicht jüdisch und nidit im Interesse der Juden geleitet wird? Was nützen jüdische Schulen, wenn von ilmen die jüdische natiooale Sprache und jüdische na ionale Büdier erbarmungslos femgchaltcn werden? ln den kurzen Honigmonaten der russischen Revolution (gemeint ist die Periode der provisorische«• Regierung) wurden die meisten Kehiloth in Rußland und in der Ukraine gründlich umgebaut. Es entstanden überall demokratische, aus allgemeinen Wahlen hervorgegangene Gemeindevertretungen, die sich zu Landesverbänden und zu einem Reichsverbaruk zusammenschlossen, ln diesen nationalen Parlamenten blühte ein gesundes nationales Leben; es wurden Ideen von großer Tragweite gestreift und die Initiative zu großzügigen Bauplänen ergriffen. Die Zionisten waren in diesen Körperschaften kraft ihrer numerischen Stärke und des Vertrauais, welches ihnen die Massen cntgcgenbrachtc«, überall die regierende Partei. Aber gerade diese Tatsache war cs, die die Linken, deren Weg später zum Kommunismus führte, zur rücksichtslosen Beseitigung der demokratischen Gemeindevertretungen veranlaßte. ln derselben Periode entstanden in fast allen russisehen Städter» Volksschulen, Mittelschulen und einige Hochschulen, sowie Lehrerseminare und Fröbelhäuser, die allesamt Hebräisch als Unterrichtssprache betrachteten und programmatisch und organisatorisch verzehrt, wirft Felix Weltsch, der Jude, seine Envägun gen, »vie man Scheite in ein Feuer wirft, das man steigern und vom Rauche klären möchte. Und dann greift er mit zangiger Formulierungskunst das Haupt- Problem unserer Zeit heraus. Denn, schließlich und nicht als Geringstes: Es ist ein Buch vom Glauben. In einer Zeit solchen Umschaffens und Aufbauens, in die wir Juden gestellt sind, brauchen wir nichts so sehr wie den Auftrieb des Glaubens. Und das Buch von Weltsch ist ein Buch vom Glauben der jüdischen Seele, cs hat die jüdische geschichtliche Kontinuität in sich. Dies alles sei gesagt, schon darum, weil ich die letzten metaphysischen Ausblicke dieses Buches nicht mitzutun wage. «• 2. Nirgendwo im Umkreis des menschlichen Lebens gibt cs Raum für Unglauben. Das unergründliche Ja- Sagen zur Welt ist die erste und immerwährende Selbst- Verständlichkeit unserer Existenz. Wir haben nur die Wahl: ztisammcnzubrcchcn oder dem rätselhaften Universum zu vertrauen. Wenn auch viele die Religionen als die einzigen Akkumulatoren des Glaubens ansehen, so entströmen doch auch die Wissenschaften dem nämliehen heiligen Kern, Denn selbst die einsichtigen Urteile der Vernunft setzen den Glauben an. die Wahrheitskraft der Vernunft voraus. So ist auch Urteil, Gefühl und Wille in jenem grundschaffende« Vertrauensakt ungeschieden beisammen. Und nun sucht der Ethiker Weltsch in jenem Urgemenge den Willensanteil deutlicher zu erkennen. Von zwei Seiten dringt er an das glühende Geheimnis heran. Er prüft die Menschentypen in der Art ihrer Vcrtrauensentseheidimg, in der Art, wie sic dem Unendlichen Sinn und Einheit verleihen, vom revolutionären Irrationalisten bis zun» vertrockneten Rationalisten. Und da zeigt sich, je Ursprunglieber das Leben erfaßt wird, um so quälender die Kluft zwischen der unvollkommenen Wirklichkeit und dem Sinn der Vollkommenheit, den man ihr geben möchte. Vermag hier der Mensch freischöpferisch die Brücke zu schlagen oder bedarf er höherer Hilfe? So scheidet sich schon hier der Urglaube in einen Gnaden- und Freiheitsglauben. Zu der gleichen polaren Spiegelung des Glaubens gelangt Weltsch auch von der inneren Seite des Willensproblems. Noch che der Wille die Umhegung des Bewußtscins übersetzt, um in der Außenwelt zur Tat zu werden, schafft er einen tragischen Zwiespalt. Denn der Wille entsteigt dem triebhaften Naturapparat des Körpers so, wie sich der Pfeil vom Bogen löst. Aber der erkennende Geist möchte die Willensrichtung bestimmen, und da er der Welt einen Wert gibt, die Richtung auf die gute Tat. Wenn aber mein Wille nicht mehr ist, als ein (für einen unendlichen Verstand) errechenbares Produkt meiner vitalen Kräfte, dann kann nur die Gnade eines Gottes mich darüber trösten, daß Erkenntnis und Willensrichtung auseinanderklaffen, und nur ein Gott kann mich schuldlosen Mechanismus das Gute wirken lassen. Ist aber mein Wille mehr als der zwangsmäßige Ablauf meiner Vitalität, dann ist ihm die Möglichkeit neuer Tat und schöpferischer Freiheit gegeben. Die Frage nach der Freiheit des Willens wird zur kritischen Frage des Glaubens. Weltsch widmet ihr ein meisterliches Kapitel. Ich habe nie auf so engem Raum eine so nuancenreiche und übersichtliche Darlegung des Willensproblems gefunden. Weltsch lehnt die Lehre von der absoluten Freiheit des Willens ab, aber ebenso den reinen Determinismus: er kommt zur Erkenntnis einer schöpferischen Freiheit, welche die Hemmungen der Naturgegebenheiten zu durchbrechen vermag. Der Glaube an den Wert und Sinn der Welt ist freie Tat des Menschen, und der Gnadengläubige benützt diese erste Freiheit, um sich ihrer zu begeben. Wichtiger als die kritische Abgrenzung des Gnadi glaubens vom Freiheitsglauben, ist die Erkenntnis v dem metaphysischen Untergrund, den sie dem Lebe! gefühl geben. Anders sieht der Gnadengläubige, and!