Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVI (1921)
- Issue
- Heft 76 (23.9.1921)
- Date
- 1921-09-23
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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je! 3ל CilfUif 1.:r 2io״isli. ׳*“ Rlciclser rtfctei! gc. ic11c״ entfwar doch «rite niclit nisten aus!faKrer Un. *neu Kongl'IKi, füf war> den tt'r ihnen, indnis für ‘cs De!c. ilermiiißig ha ft sind 0Süchte״ nerieben 1ms teil! .־nehr a!s ge nicht V<t den tme, die 1«n, verissioneji :am ein delte so ׳ar, sich fend zu *Je fiir Mittel, es notnen des ־sWeltletzten len ist. mschaft mußten ר deuta, über Zungen ch für jeder te An- B. die :d;,-. ■titsche ü das itende diese :ändig s auf ellung .andslomite ferenz •beitseriiek- und n Ben der itsche den isseristen, zur eberuns Ertiit/t, }udder ende und emp- , die und igen rden war der Dage», und!einsich idsgen taft, daß eme eite >alurdie iw, »ge die die ptcm Nf. 76 ufpt Der XII. Zionistenkongreß Fünfandiwanzigste Sitzung Mittwoch, den 14. September 1921, vormittags. Bericht der Kolonisationskoatnission Vizepräsident Motzkin eröffnet um 11 Uhr 15 Mia vormittags die Sitza1u׳g, .. Dr. Josef Rufciscn erstatiet Bericht über die Vorschläge der Koloiiisatioiis-Subkomnüssioii. Die Vorschlage lauten: .. ״ , , , 1 Der Konm-elS erklärt, daß der wirtschaftliche Aufbaiu!-'.־/■גוIsraels die dringendste Aufgabe der Zionistischeu Organisation ist 2. Der Kongreß beschließt darum, daß toi! den fcuv " Gängen des Keren Hajessod, außer den für den Jüdischen Nntiniialfonds bestimmten 20 °/0, mindestens weitere 30 0׳״ für Zwecke der landw irisch ״ftliehen Kolonisation verwendet werden sollen, 3. Der Kongreß beschließt, daß a) durch die Zionistische Organisation die nenerworbenen IVJenflächen sofort in Kultur geiMWimcn werden; b) daß die vorhandenen Anfänge bestehender Siedlungen zu definitiven Siedlungen ausgehnut werden, soweit sie nicht zu Lehriariuen, insbesondere Mädelieiilehrfarmen oder als Versuchs- Stationen verwendet werden; c) daß für die Ansiedlung in erster Reihe solche Leute in Betracht za ziehen sind, die schon genügende landwirtschaftliche Praxis haben; d) daß das landwirtschaftliche Versuch swesen als wichtigste Vorbedingung für eine rationelle Gcstaltung der Landwirtschaft durch vorzugsweise Sicherung einer ausreichenden Dotierung für diese Zwecke ausgestaltet wird; e) daß das landwirtschaftliche Kieditwcscn sofort organisiert und ausreichend dotiert werde. f) daß zur Ditrcliftiltrung der liöclistmögKchcn Intensiviemng der jüdischen Landwirtschaft in llrcz Israel die notwendigen Vorarbeiten, insbesondere Irrigationsarbeiten und die Vorbcrvitung von praktischen Instruktoren für die einzelnen intensiven landwirtschaftlichen Zweige -ofort in Angriff genommen werde», II u d g c t. In Anbetracht dieser Erfordernisse beschließt der Kongreß, im Rahmen des in Aussicht genommenen Mindestbudgets den Betrag von 30-1500 Pfund für nachstellende Zwecke in das Budget cinzusleUen: a) Für Konsolidierung und Ausbau der bestehenden Farmen ... 45 000 Pfd, b) Fiir Beteiligung am Aufbau der Siedhingspunkte inOlKsrgaliläa (TelrChai, Kfar Gileadi, Maclmajim und Ajclcth Haschachar), gemeinsam mit der Ica ... 5 000 ״ c) Für landwirtschaftliche Kredite an Einzelpersoneii, insbesondere auch neue Einwanderer ... 40000 ״ d) Für Arbeitssiedhingcn (Mosclnvej Owdim) . 56 000 ״ e) Für Ueberfülirimg von Chaluzim, darunter auch neuen Einwanderern, zur Landwirtschaft, für Okkupationsarbcitcn und Vorbereitung des Bodens (Gedud Avodah und andere) .. . 70000 ״ f) Für Beteiligung an der Ansicillung von demobilisierten Legionären .. 20 000 ״ g) Für Jemeniten Siedlungen, insbesondere Häuserban ... 28 000 ״ 11) Für die Ausbildung von Mädchen in der Landwirtschaft und Hauswirtschaft,.». 10000 ״ i) Für Aufforstiingsarbeiten .. 4 000 ״ k) Für Instruktoren, landwirtschaftliches Museum ....». 1 500 ״ l) Für Experten . 50SS0 ״ m) Für Versuche mit billigen und intensiven Kolonisationsformen (wie Soskin und andere! ..״ 20000 . . . ,.״ Zusammen . . 304'500"Pfd' miteinander, sondern jeder versuchte als Referent die Dinge so zu schildern, wie er sie sah, die heutigen Zustände zu erklären, Forderungen für die zukünftige Entwicklung aufzustellen. Es referierten zunächst zwei deutsche Zionisten, die sich seit längerer Zeit in Palästina befinden: Dr. Zlozisti und Dr. Biram. Von seiten der Arbeiterschaft sprachen Twerski (Hnpocl- Hazai'r) und Berl Kaznclson (Achduth Haawodah). Seine Ausführungen und die überaus informativen und sachlichen von Adolf Böhm fanden das besondere Interesse der Zuhörer. In einer besonderen Sitzung warden die politischen Fragen, vor allem der arabischen: Politik, erörtert, wo u. a. Dr. Martin Bubcr und Leo Motz kiu sprachen. Das Ergebnis dieser Palästinabcsprechungen wurde natürlich nicht bcschlußmäßig festgelegt, aber es war doch ein wichtiges. Es hat die lebendige Fühlung mit den Palästinafragen vermittclt. Ein Gefühl haben wir jedenfalls alle aus den Palästinadiskussioiicn mitgenommen: Je mehr der Keren Hajessod gelingt, je mehr die Exekutive in den Stand gesetzt wird, nicht nur das Bestehende zu erhalten, sondern Neues zu schaffen, um so mehr werden die Gegensätze im Lande sich untcrordnen im Dienste für den Aufbau. Wer den Palästinactat liest, den dieser Kongreß aufgestellt hat, der wird erkennen, daß die allgemein laut gewordene Forderung nach Ansiedlung neuer Menschen, nach dem Bau von Häusern und nach Boden- _ JÜJDISCHE RUNDSCHAU __ Anträge zu Bitd getpostcti, A. Der Kongreß beschließt, daß eine aus bekannten Fachleuten gebildete Kommission, vorzugsweise aus Lindern, deren klimatische urvd andere natürliche Bcxtin,׳rtingen denen Ercz-Israels ähnlich sind, für mindestens ein Jahr nach Erez-Israel entsandt werden soll, um an Ort uiul Stelle die dortigen Kolon«- sationsiiiethoden und -möglachkeitcn gründlich zu studieren, über die bisherige Arbeit zu berichten und Vorschläge über neue KoLonisationsinethoden zu erstatten, B. Der Kongreß beschließt, daß der Wiederaufbau der zerstörten Siedhwgspimkfe Kfar Saba und Tel Chai durch Zuwendungen ans den hierfür in Betracht kommenden Budgetposten gefördert wird. C. Der Kongreß beschließt, daß die Exekutive ermächtigt werde, nach Einholung sachverständiger Out* achte!» Versuche mit billigen und intensiven Kolotiisationsformen (Soskins ׳und andere Ptoiekte) einzuleite». D. Der Kongreß empfiehlt den Ausbau des larulwirtschädlichen Versuchs wese ns zu einem der Universitat ^gegliederten Institut für Land-, Forst- und Wasserwirtschaft. Städtische Kolonisation. A, Der Kongreß erachtet es als notwendig, dab zur Föidcrung der städtischen Kolonisation die Privatinitiative in weitestgehendem Umfang herangezogen werde, Zur Förderung von Handel und Gewerbe sind die folgenden Gründungen in Aussicht zu nehmen ־. a) Die Schaffung einer Handels- und liidustriebank zum Zwecke der Finanzierung groß- und kleinindustrieller Unternehmungen in Palästina. Der Keren Hajessod soll sich mit den ihm für diesen Zweck zur Verfügung stehenden Geldern an dieser Bank beteiligen, b) Die Gründung einer städtischen Hypothekenbank zur energischen Förderung des Bauwesens. Die Bank soll nur erste Hypotheken bis zu 60 0'״ des Wertes gewähren. Der Keren Hajessod soll sich mit den ihm für diesen Zweck zur Verfügimg stehenden Geldern an dieser Bank betciligcn. Der Absatz der Pfandbriefe der Hypothekenha.nk soll in den Diasporaländeru durch besondere Vertnebsstcllen (eventuell durch Agenturen der Handels- und Industnebank) besorgt werden. c) Die Förderung des Handwerks durch Kredite, di« zunächst durch Vermittlung der A.P. C. und so bald als möglich durch eine eigens hierzu gcscliaffene Hamiwcrkcrbank auf genossen schaffltclicr Grundlage gewährt werden sollen. d) Die Schaffung einer Auskimltsstcüe bei der Zionistischen Kommission zur Erteilung facliin.innisclic» Rates in allen Fragen der kommerziellen• und industriellen Entwicklung Ercz-Israels. Fs sollen ini Anschluß an die Palästinaämtcr in der Diaspora Handels- und Industrieagenturcii zur Anregung, Heranziehung und Fördertmg zionistischer und niehtzionistischcr luteressentcii gegründet Werden, durch deren Vermitthing konkrete Pläne zur Kenntnis der intcrcssierten Kreise gebracht werden können. B, Als eine wesentliche Vorbedingung der industriellen Entwicklung Palästinas ist seitens der Zionistischen Kommission eine Reform des Zolltarifs anzustreben. Organisation der Kolonisationsarbeit. Zur Leitung des Siedlungswerkes wird ein Kolonisationsamt vom A.-C, eingesetzt unter Leitung eines Vorsitzenden, der Mitglied der Exekutive der Zionistischen Organisation ist. Das Kolonisationsamt bestellt: a) Aus dem Leiter der wichtigsten Siedlungsressorts, wie Landwirtschaft, Industrie und Handel, öftentliehe Arbeiten und Bauwesen, des technischen Zentralamtes, Einwanderung und Arbeit, Sanitätswesen lisw. Das Actions-Comite beschließt, welche Ressortleiter itn Kolonisation samt stimmberechtigt sind; kauf im nächsten Jahre in dem Maße verwirklicht werden soll, den die Mittel der Bewegung gestatten. Das andere Problem, über das die deutsche Landsmannschaft sich eingehend orientierte, war das a m e r ikanische. Zwei Fragen wurden hier gestellt: eine Darstellung dessen zu geben, was siel» in den letzten Jahren in Amerika abgespielt hat und in den Beschlüssen von Cleveland gipfelte, die andere wichtigere Frage, ob die amerikanische Lamlesorganisation sich imstande fühle, jetzt diejenigen großen Geldmittel aufzubringen, die mail von ihr erwartet. Ucbcr diese Frage sprachen vor uns zwei Führer des amerikanischen Zionismus, die Herren Lipsky und Abraham Goldberg, und unser Freund Isaak Strauß, der ja während des Krieges in Amerika gewesen ist und an den dortigen Arbeiten starken Anteil genommen hat. Besonders seine objektiven und der gegnerischen Anschauung Rechnung tragenden Ausführungen ließen uns die Situation begreifen und zeigten uns, daß die Auseinandersetzung mit Brandeis unvermeidlich war. Die Möglichkeiten für die jetzt neu einsetzende Arbeit in Amerika wurden durchaus günstig beurteilt, ohne daß die Schwierigkeiten verkannt wurden und ohne daß man uns goldene Berge versprach. Wir haben aus dieser Besprechung der Verhältnisse in Amerika vieles gelernt und vor allem die Hoffnung mitgenommen, daß von jetzt an eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Zionisten Amerikas möglich sein wird, F. L. Seite 561 b) aus je einem Vertreter des J. N.-F., des K. 1*1. und der Banken; c) aus drei Vertretern des Waad Haleiiini, unter welchen eia Vertreter der Arbeiterschaft st in soll. Der Vorsitzende sorgt fiir die Einheitlichkeit in der Tätigkeit des Kolonisationsamtes. Die Ressorticiter sind m ihrem Wirkungskreise selbständig. Kolonisationsfragen allgemeinen und prinzipiellen Charakters werden vom gesamten Kotonisatiionsam t besprochen und entschiedet», insofern sie nicht in die Kompetenz des A.-C. bzw. der Exekutive fallen. Punkt 1 und 2 der Resolutionen werden ohne Debatte angenommen. Zu Punkt 3 a) beantragt Simon Ueberweisung an den Nationalfonds als Material Daic 11 cs beantragt, statt des Wortes ״sofort“ einzusetzen: 90״ bald als möglich“, Lcfkovtch spricht gegen das Amendement Simon. Hierauf werden beide Amendements aligclelmt und der Kommissionsarvtrag angenommen. Ebenso werden die weiteren Punkte unter 3 angenommen. Zum Budget bemerkt Dr. Ru feisei», daß gestern die Zusatzposten von 2000 Pfd. fiir das Gartenstadt- Dezernat und 10000 Pid. für Versuchsstationen beschlossen wurden. Da sich die Summe rächt ändern soll, wird sich jeder Posten des Gesamtbudgets entsprechend ermäßigen müssen. Hierauf nimmt der Kongreß über Antrag des Vorsitzenden das Budget en bloc an. Von den ״Anträgen zu Budgetposten“ wird Antrag A., nachdem Elieser J affe und Lefkovich dagegen, Dr, D a i c h c s und Dr. R u p p 1 n dafür gesprächen haben, angenommen. Zu Punkt B. beantragt Harzfeld Absetzung von der Tagesordnung. Dieser Antrag wird abgelehnt, der Kommissionsantrag wird angenommen, ebenso ein weitcrer Antrag T e i t e I b a u tn, daß aus Posten C. des Budgets ein Betrag von 6000 Pfund für den Wiederaufbau von Kfar Saba bestimmt wird. Antrag C. und E. werden ohne Debatte angcnommen, Von den Resolutionen zur städtischen Kolonisation wird A. a) ohne Debatte angenommen. Zu b) und c) beantragt Boris Gold borg Ueberweisung an die Exekutive, da es sich um finanztechnische Details handelt. (Angenommen.) Zu Punkt b) beantragt Boris Goldberg Streichung des zweiten Satzes. S c 11 e i n k i n beantragt, das Wort ״industriellen“ durch ״gewerblichen“ zu ersetzen. Lew׳ in beantragt Streichung der Worte ״zionistischer und!lichtzionistischer“. L c v i t c spricht gegen, M ereminski für den Antrag der Kommission. Der Antrag Go Id berg wird abgelehnt, das Amendement L e w i n und der Ronunissionsantrag werden angenommen. Der Punkt B. wird ohne Debatte angenommen. Zur ,,Organisation der Kolonisationsarbeit“ beantragt Simon Ueberweisung des Konimissionsantrages an das Actions-Comite. Locker spricht gegen diesen Antrag. Körner beantragt, den ersten Satz des Antrages anzunehmen, das weitere jedoch der Exekutive als Matcrial zu übergeben. Dieser Antrag wird angenommen. Dr. Hufeisen verliest sodann die Forderungen und Anträge der Vereinigung der jüdischen Ingenicurvcrbiinüc, Sie lauten: 1. Für die Durchführung des Aufbaues des jüdischen Heimes in technischer Hinsicht ist für alle Insti- Unionen der Zionistischen Organisation ein technisclics Zentralamt zu errichten. 2. 111 die Verwaltung des Keren Hajessod ist ein Techniker als zuständiges Organ für alle technischen Arbeiten aufzunehmen. 3. Alle auszuführenden Projekte sind grundsätzlich auf dem Wege eines öffentlichen Wettbewerbes oder Aussdireibens zu erlangen und ausziüühren. 4. Die Besetzung von technischen Aemtern darf nur durch öffentliches Attssehrciben erfolgen. 5. Die Entscheidung ad Punkt 3 und 4 darf nur unter Mitwirkung des technischen Zentralamtes erfolgen. 6. in den Wirkungskreis des technischen Zcntralamtes fällt die Ausgestaltung des technischen Erziehungswesens. 7. Das technische Zentralamt hat bei seinen Ent- Schließungen tunlichst die Gutachten der technischen Verbände einzuholen. Die Vereinigung der jüdischen Ingenicurvcrbände richtet an den Kongreß den Antrag, er möge die Exekutive beauftragen, die Vollendung und die Inbetriebsetzung des Technikums in Haifa im kotnmcntlcn Jahre zur Durchführung zu bringen. Die Vollendung des Technikums ist eine nationale Ehrenpflicht und ein wertvolles Mittel zur technischen Erschließung des Landes. Außer seinen Unterrichtszwecken wird es der technischen Beratung und technischcn Vorarbeiten der Zionistischen Organisation in Palästina zur Verfügung stehen. Es wird gleichzeitig ein Instrument sein, um die Einwatidernden, beruflich nicht vorgcbildetcn Chaluzim durch Erhöhung ihrer handwerklichen Qualifikation ökonomisch wertvoller zu machen. Die Vereinigung jüdischer Ingenieurverbände beantragt: 1. die in den Etat eingesetzten 10.000 Pfund fiir den Bau des Technikums haben unbedingte Prioritätsrechte. 2. Für die Aufbringung der laufenden Mittel wird das Technikum als ein Teil des Universität«- Werkes betrachtet. Von den für die Universität eingehenden Geldern soll ein Teil für das Technikum reserviert werden. Beiträge für den Keren Hajessod können speziell dem Technikuin gewidmet werden. 3. Unter der Aufsicht und Beteiligung der zionistischen Zentralinstanzen ist baldmöglichst 9333 SUSI Zionisten! Inseriert in der ״Jüdischen Rundschau“!