Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVI (1921)
- Issue
- Heft 74 (16.9.1921)
- Date
- 1921-09-16
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Nr. 74 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 547 gemeiner Grundsatz festblcibt, gewährt der Kongreß den kleineren Föderationen die Möglichkeit zu vveitausholeiuier d 1c d i e wird, und nützlicher Arbeit, gewährt ihnen die Freiheit m der Beurteilung, ob und inwieweit bei ihnen der M‘׳u1sser jim'Wendet werden kann, und verleiht iimcii das Recht, den M .nasser eventuell in einen freiwilligen Beitrag uinzuwaiuleln. , , _ c, ,, Myer (F.iijdanil) sehlüj׳,t das Amendement vor: Statt vom Vermögen und Einkommen“ soll es heißen: ״Vom Vermögen und, wenn kein Vermögen vorhanden ist, warn Einkommen,“ , , ״ S •i m 11 i e h e A ra e n d e 111 0 111 s werden a b g c * lehnt und der KoniinissioiisnniraR mir überwältigender Majorität angenommen, (l.cbhattei Bei lall,) Vizepräsident Mot/km: Ich konstatiere, daß dis Prinzip des Mnasser vom Kon• Ere(l a n g e n o m m e n i s t u .1 d s!> r e c he Hoffnung »׳*״ daß diese Parole in weitesten ti e 11 i e t e 11 i n a u s d r 1 n g c n ■w o Juden wohnen und von ihnen in die Tat um ge setzt werden. (Beifall.) Zu Absatz 0 des Kommissionsantrages bringt Dr. D.iiches ein Amemlemeiit ein, wonach der Satz lauten aoli: ״her Ziouistenkongreß erklärt die Erfüllung der Maasserforderung von Seite eines jeden Zionisten als wünschenswert.“ uo Iden borg spricht gegen das Amendement Daiches, dieses wird abgelehnt und der Antrag der Kommission angenommen. Es liegt ferner ein Zusatzantrag Roscnblüth und Genossen vor, welcher lautet: Der Kongreß drückt seine Meinung dahin aus, daß Zionisten, die ihrer Maasserpflicht nicht nachkommen, keinerlei Ehrenämter in der Zionistischen Organisation bekleiden dürfen. Po d I i s z e w s k i (Polen) verlangt über dieses Amendement namentliche Abstimmung.' Dieser Antrag wird nicht genügend unterstützt, Badkbw (Rußland) beantragt Uebcrgang zur Tagesordnung. (Abgelehnt.) Ellenberg (Polen) stellt folgenden Gegenantrag: ״Gegen Zionisten, welche binnen einer bestimmten Zeit die Ataasscrpflidit nicht erfüllen, sind Maßnahmen zu ergre ifen, deren Art die bet ־effende Landesorganisation bestimmt. Der Antrag Ellenberg wird abgelehnt, der An* trag R o s e u h 1 ü 111 a 11 g e n o m m e 11. Dr. Georg lia Ipern beantragt in seinem sowie rin Namen der Delegierten Simon, Shire, Struck und Katznelson, folgenden Beschluß zu fassen: ״Die Zertifikatsinhuber sind nicht an den Ertragnissen des Keren Hajcssod beteiligt, das Vermögen und die Erträgnisse des Keren Hajcssod sind Eigentum des ganzen Volkes.“ Zur Begründung dieses Antrages führt Dr. Haipern aus: Es sollen aus den Mitteln des Keren Hajessod werbende Anlagen gemacht werden, die gcschiiftliehen Charakter haben und die Sicherheit eines Erträges bieten. Aber diese Anlagen sollen nicht im Eigenturn derjenigen stehen, die einen Beitrag zum Keren Hajcssod geleistet haben, sandenp sollen genau so wie die übrigen Teile der Keren 1 iajessod-Beiträge restlos Eigentum des jüdischen Volkes sein. Man kann die größten Forderungen an, das jüdische Volk stellen und soll sie stellen. Aber man soll keine Forderung stellen, bei der man von vornherein eine Unklarheit des Rechts- Verhältnisses schafft. Es ist ein Unding Maasser zu verlangen und dann für einen Teil Zinsen zu versprechen. Das ist eine Aufhebung des Prinzips. Arnold Barth (Misrachi) beantragt Riickvcr- Weisung des Antrages llalperu an die Keren Hajossodr Kommission. (Angenommen.) Dr. Daiches beantragt, dem Direktorium des Keren Hajcssod für die bisher geleistete Arbeit Dank und Anerkennung auszusprechen. (Angenommen.) Sodann geht der Kongreß (■’AU Uhr abends)'in die Beratung der Vorschläge der Finanzkommiss io n (Referent Dr. Ha Ipern) ein. Die kolonisatorischen Aufgaben in Palästina Das Referat Dr. Ruppins (Schtuß.) Zurzeit haben in Palästina diejenigen Industrien verhältnismäßig die besten Aussichten: a) welche Rohstolfe verarbeiten, die in Palästina selbst reichlich und billig vorhanden sind; 11) welche solche Waren prodttzieren, für die in Palästina selbst genug Absatz vor■ banden ist; c) welche Arbeitsbedingungen aufweisen, an welche der jüdische Arbeiter bereits gewöhnt ist oder sich leicht gewöhnen kann. Zu den Industrien dieser Art rechne ich alle diejenigen Industrien, welche Iaudwirtschaftliche Produkte verarbeiten, 1״ B. Mühlen, Konservenindustrien, Ocltabriken, Gerbereien, Zuckerfabriken, Alkohoiiabrikcn, Zigarettenfabriken; ferner die Indu• strien, welche Baumaterialien produzieren; weiterhin als Industrien, in welchen die Juden sich bereits in Europa eingelebt haben die Textilindustrie, die Bekleidung»• Industrie, die Baulind Möbeltischlerei, die Uhren- Industrie. Ich beabsichtige hier nicht eine vollständige Lisle aller denkbaren IiKiustrieri zu geben; liier muß noch vieles dem Spürsinn des privaten Unternehmers tiberlassen bleiben. Es wird überhaupt in Zukunft unser Augenmerk sein müssen, die Zionisten innerhalb jedes Industriezweiges zusamtncnnibriitgcn und zu gemein- «amen Unternehmungen in Palästina zu organisieren Ich hoffe, daß schon aus meinen bisherigen Bemerkungen klar geworden ist, daß für die Zionistische Organisation und ihre Institute eine direkte Gründungvonl ndustrieti nie htin Fragekommt. 111 der Landwirtschaft, die in Palästina noch tastend den Weg zur Rentabilität sucht und auf das Privatkapital keine Anziehung ausübt muß die Zionistische Organisation notgedrungen durch Boden kauf, Versuchs- Station und Ansiedlungsbeihilfcn sich unmittelbar beteiligen. In der Industrie, in welcher diic Erzielung angemessener Gewinne möglich ist, müssen private •■r*?, s ■!' 11‘e ,"itiative ergreifen. Die Zio nisüseiie Oigaiiisatk)1! ,Kami nicht den privaten indusuiciien Unternehmer mit seinem Spürsinn für die Ausm!tf"1ß jeder gesdiättliehen Chance ersetzen. Vielleicht kann bei gewissen kleineren und technisch einfachen betrieben mit gesichertem Absatz die Prodtiktronsgeinissensuiait von Handwerkern «len privaten Unternelimer ablosen. Die Zionisiisdie Organisation aber kann m, allen l'äileu nur durch Kredit, Information und untersüit/uiig bei der Regierung hellen. Leider hat sich 1 ne 1 ri va t in it i a ti vc bisher bet weitem nicht zu dem erwünschten Müsse gerührt Die Liste der Unter• nehimmgen, die wirklich bereit״? ausgetübrt oder be• gönnen sind, ist, wie Sie gesellen haben, sehr klein. Ich setze (iir die Durchführung weiterer Projekte be• sondere Hoffnung auf unsere amerikanischen Pre tnde, in deren Lande die Industrie durch private Initiative zu einer so hohen Stufe der Entwicklung gekommen ist. Ich erwarte, daß sie durch ihre Sachverständigen alle industriellen Chancen in Palästina erforschen und ohne Rücksicht auf ihre Parteistellung die Ausführung der Projekte betreiben. Fiir den wirtschaftlichen Aufbau Palästinas׳durch Privatinitiative sollte es keine Parteiung geben. Hier muß Wa f f e 11 s t i 1 i st a nd herrschen und es 11111IS und kann, wenn nicht gemeinsame, so wenigstens verteilte Arbeit erfolgen. Zum Zwecke der Heranziehung von privaten Kapi* talisten für industrielle Unternehmungen müssen wir das wirtschaftliche Inform,ationswesen entwickeln. Ich verstehe hierunter nicht mir die Erteilung von Au*• künden auf Anfragen wirtschaftlicher Art, sondern die systematische Bekanntmachung aussichtsreicher Projekte tun zu jedem Proiekt schließlich den Fachmann und das Kapital zu finden. Ich schätze den hierfür erforderliehen Betrag auf 250 Pfund Sterling monatlich und hoffe, daß ein solcher Betrag im nächsten Jahre vertilgbar sein wird. ■ Außer der Landwirtschaft, dem Bauwesen und der Industrie bietet in Pa’ stina auch das Verkehrswesen durch die Errichtung von Hotels, durch die Ausgestaltung des Transportwesens gewisse' Erwerbsmöglichkeiten, die leider von privaten Unternehmen bisher noch zu wenig ausgenutzt worden sind. Gibt es doch noch in ganz Palästina kein einziges Hotel, das in eigenen Hotelräuineii untergebracht wäre und den Ansprüchen europäischer Touristen entsprechen würde. Auch die Gründung von Geschäftsvierteln mit Läden und Biirürüumeii, wie sie in Jaffa mit Hilfe unserer ägyptischen Freunde begonnen ist, bietet in Jerusalem und Haifa große Aussichten. ich hoffe, daß cs uns wie bisher so auch in Zuktmft gelingen wird, einige tmiseml junge Leute bei den öffentlichen Arbeiten der Regierung, sowie bei Amclioricrmigsurbcitcn. die von zionistischen Gesellschaften unternommen werden, zu beschäftigen. Es kann natürlich nicht die Aufgabe der Zioni* stisclien Organisation sein, die ganze Einwanderung nach Palästina aus ihren Mitteln zu finanzieren. Das würde über unsere Kräfte bei weitem hinausgehen. Die Zionistische Organisation kann mit helfen, aber sic kann nicht alle Einwanderer auf ihren Schultern tragen. Sie soll durch landwirtschaftliche Ansiedlung, durch Kredite zum Häuserbau, durch Kredite für Industrie und Handwerk den Einwanderern die Etablierung erleichtern und auf diese Weise dein ganzen wirtschaftlichen Leben Anstoß und Schwung geben. Aber die Zionistischc Organisation muß dabei in Stadt und Land, besonders in der Stadt auf den privaten Unternehmer und auf gewisse private Kapitalien rechnen. Ucbcr die bisherige Einwanderung nach Palästina und unsere Forderungen in der Zukunft wird Ihnen Herr Dr. Eder ein spezielles Referat halten. Ich kann mich deshalb hier auf wenige Bemerkungen beschränken. Sie wissen, welche Aufregung das zeitwellige Verbot der Einwanderung nach Palästina her• vorgerufen hat. Das Verbot wurde damit motiviert, daß für neue mittellose Arbeiter in Palästina keine Arbeitsmöglichkeiten vorhanden seien. Wir haben das• seihe Interesse daran wie die palästinensische Regierung, daß diu Straßen Palästinas sich nicht mit Arbeitslosen iiillen, die nach Arbeit und Brot sciireien. Aber das kann nicht in der Weise gcs'chehen, daß man verlangt, für jeden Einwanderer müsse vorher eine Arbeitsstelle gescliaifen werden. Erstens kann eine in Palästina sich bietende Arbeitsgelegenheit meist nicht monatelang offen• gehalten werden, bis die von Europa dafür angeforderU-.il Einwanderer, die doch nicht dauernd im Auswanderung®• hafen bereitstellen können, nach Palästina kommen. — Zweitens gibt es eine große Zahl von Einwanderern, z. B. Knufleute, Handwerker, Angehörige freier Berufe, die sich durch eigene Tätigkeit und Tüchtigkeit in Palästina eine Existenz schaffen können, sobald sie ein• mal an Ort und Stelle sind. — Drittens ist es sogar bei ungelernten Arbeitern sehr häufig der Fall, daß erst durch ihre Anwesenheit in Palästina selbst Arbeiten unternommen werden, die sonst unterbleiben würden. Es ist deshalb durchaus normal und sogar notwendig, daß in Palästina ein Reservoir von Arbeitern vorhanden ist, die nach Arbeit drängen. Allerdings darf dieses Reservoir nicht überlaufen, sondern muß iu einer go wissen Projiortioii zu den voraussichtlichen Arbeit®• ggelcgenheiten stellen Was wir ferner in l>czug auf die Einwanderung verlangen müssen, ist, daß die Auswahl der Ein• Wanderer innerhalb der durch die Arbeitsmögüchkeifen geschaffenen Grenzen die Zionistischen Organ!- sation überlassen bleibt, weil nur dies eden nötigen engen Kontakt mit der Auswanderung hat, welcher die richtige Auswahl gewährleistet. Man kann nicht über wirtschaftliche Arbeit in Pa* lästina sprechen, ohne auch darauf eiuzugehen, durch welche Organe und Institute diese Arbeit getan werden 901t. Bisher hatten wir in Palästina die A. P. C. für kommerzielle Kredite mit besonderer Verwaltung und die P. L. D. C. und den J. N. F. für Bodenkauf, die durch Personalunion mit der zionistischen Kommission verbunden waren Alle übrige Tätigkeit wurde durch die Zionist Gommissian getan, darunter nicht nur das Schulwesen, die Fürsorge für die Einwanderer, sondern auch Transaktionen rein ge• :egebenen * ‘ daß sdiältlichcn Charakters, wie die Gewährung von Darleben, der Ankauf von Zelten, Arbeit-geraten usw. Hier will ich nur die Forderung aufstellcn, daß die Transaktionen, welche geschäftlichen Charakter tragen, von der Zionist Commission bzw. der zukünitiigen Palästinaexckutivc w e g g c n o m m e n und b esonderen Gesellschaften übertragen werden sollen. JXeso Forderung entspricht folgenden Erwägungen: 1. Wenn die Palästinaexekutive gleichzeitig Gelder fonds perdu und Gehler für geschäftliche Zwecke verausgabt, 90 tritt hierdurch eine Verwirrung ein, welche die Sicherheit der für geschäftliche Zwecke aus, Gehler beeinträchtigt, Die Erfahrung hat gezeigt, Da riehen, welche von der zionistischen Kommission gegeben wurden, zu einem großen Teile nicht zurück• gezahlt wurden, während bei Darlehen, welche die Anglo Palestine Co. gewährt, die Rückzahlung regelmäßig erfolgt. Die Dignität geschäftlicher Forderungen leidet eben darunter, wenn sie von einer Stelle gegeben werden, die gleichzeitig viele Summen a fonds pe'du ausgibt Der zweite Grund für die Abtrennung ist der, daß nur dann jederzeit eine klare Uebcrsicht und Bikini •möglich ist, wenn Geschäfte derselben Art bei einer bestimmten Gesellschaft konzentriert sind. Drittens ist es für die Geschäfte sicherlich von Vorteil, wenn sie von jemandem geführt werden, der nur diese Arbeit von Geschäften macht und sich deshalb darin eine besonders große Erfahrung erwerben kann. Zu den wirtschaftlichen Gesellschaften der eben bezeiclineten Art rechne ich außer der Anglo-Palestine Co. den J. N. I־'., der Palestine Land Development Co. und der Arbeiterbank noch eie folgenden, welche neu gegründet werden müssen: 1. eine städtische Hypothekenbank, deren Gründung ja bereits in Angriff genommen worden ist; 2. eine Agrarbank, oder wenn wir das Wort Bank für dieses nicht ganz bankmäßige Kreditinstitut vermeiden wollen, einen Agrarfonds zur Beleihung von städtischen Grundstücken und Gebäuden Innerhalb einer die Sicherheit der Hypothek verbürgenden Grenze zu mäßigem Zinsfuß mul auf lang Frist Als eine weitere notwendige wirtschaftliche Institution sehe ich einen Kolonisation sfonds oder eine Kolonisationsgesellschaft an. ihr Zweck soll sein, iandwirtschaftiichen Ansiedlern solche Darlehen zu geben, welche v egen mangelnder hypothekarischer Sicherheit von dem Agrarfonds nicht gegeben werden können. Seit mehr als zehn Jahren habe ich immer von neuem darin! hingewiesen, daß eine landwirtschaftliche Kolonisation tinmöglich ist, wenn wir nicht einen solchen Kolonisation!»- fonds schaffen. Der Nationalfonds, der dem Ansiedler lediglich den Boden gibt, ist ein Messer ohne Klinge und ist nicht imstande, seine Funktionen zu erfüllen. Der Boden allein stellt etwa 25 0/0 der gesamten Ansiedlungskosten dar. Wenn wir nnnehnien, daß der Agrarfonds durch Gewährung einer ersten Hypothek auf die Gebäude weitere 25 der gesamten Anlagekosten eisteuern kann, so bleiben immer noch 50 ׳״a der Anschaffungskosten offen. Es ist, wenn wir als Ansiedler hauptsächlich diejenigen Leute ins Auge fassen, die bercits viele Jahre in Palästina arbeiten und sielt landwirtschaftliche Kenntnisse erworben haben, keine Aussiebt, daß diese Leute die fehlenden 50 0׳ף aus eigenen Mitteln beisteuern können. Es wird schon viel sein, und es ist mir zweifelhaft, ob es diesen Leuten gelingt, einen kleinen Betrag von 5—10 0/0 aus ihren eigenen Mitteln beizustenern. Der Rest muß dann aus dem Kolonisationsfonds in der Form von Darlehen gegeben werden, und zwar müssen diese Darlehen sich in bezug auf Rückzahlungstemiine und Zinsfuß den schwierigen Bedingungen unpassen, unter denen jeder Landwirtschaftliehe Ansiedler in Palästina am Anfänge leidet. 3. Ais eine weitere wirtschaftliche Gesellschaft, deren Gründung notwendig ist, sehe ich ein Institut iiir industriekredite an, welches nicht nur industriellen Unternehmuiigen solche Kredite geben soll, die über einen kurzfristigen kommerziellen Kredit hiivausgehen, sondern das auch bei der Prüfung und Ausführung von industriellen Projekten niithclfen soll. 4. Schließlich halte ich für wichtig die Gründung einer Genossenschaftsbank, welche alle Be st rebungen genossenschaftlichen Zusammenschlusses, sei es zu Produktivgenossenschaften, zu Lcihgenossenschaften, zu Einkaufs- und Vctkaufsgenossenscliaitcn fördern und ihnen durch Gewährung von Krediten zu Hilfe kommen soll, sobald eine geschäftliche Basis dafür vorhanden ist. Das Budget für Palästina, das in der Sitzung des Actions-Comites iu Prag angenommen worden ist und das wir ihnen zur Gcnchmigung vorlegen, schließt mit einer Gesamtsumme von 1 500 000 Pfund Sterling. Wir legen Ihnen dieses Budget nur für ein Jahr vor, weil wir erst unsere finanziellen Möglichkeiten erproben müssen und uns nicht der Gefahr aussetzen wollen, durch Vorlage eines Budgets aut viele Jahre mit Ziffern zu operieren, von denen wir nicht wissen, inwieweit sic der Wirklichkeit nachkommcn. Es wäre besser gewesen, wenn wir hier gleich ein Budget und einen Arbeitsplan für mindestens drei Jahre hätten festlegen können. Wir haben aber mit Rücksicht auf die Unsicherheit der Finanzlage davon abgesehen, ich möchte aber liier ausdrücklich bemerken, daß für mich das Budget für das nächste Jahr nur den ersten Teil eines dreijährigen Budgets und Arbeitsplanes darstellt. Sie werden vielleicht fragen, welche Zahl von Ein- Wanderern sich in Palästina eine Existenz wird schaffen können, wenn dieses Budget für das erste Jahr und ungefähr im gleichen Maße für das zweite Jahr aufgebracht wird. Ich kann hierauf keine präzise Antwort geben. Wie ich schon vorhin ausführte, kann die Zionistische Organisation nicht die ganze Einwanderung au® ihren Mitteln speisen, sondern sie muß darauf rechnen, daß die Einwanderer auch selbst zu einem gewissen Teil Kapitalien, technische Einrichtungen und Kenntnisse mitbringen. Aber in welchem Maße die Einwanderer diese Forderung erfüllen werden, steht vorläufig noch dahin. Immerhin will ich, um Ihnen einen ungefähren Anhalt zu geben, sagen, daß ich es nicht für möglich halte, etwa 30000 Einwanderer jährlich nach Palästina zu bringen.